DE1072774B - Verfahren zum Abtrennen und Reinigen von Verbindungen mit Novobiocinaktivität - Google Patents
Verfahren zum Abtrennen und Reinigen von Verbindungen mit NovobiocinaktivitätInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abtrennen, Reinigen und Konzentrieren von Novobiocin,
Dihydronovobiocin und anderen Novobiocinanalogen aus diese enthaltenden Lösungen oder Suspensionen,
z. B. Gärmedien, in welchen Novobiocin oder seine Analogen entwickelt sind und welche außerdem
Mikroorganismenmyzel und Nährstoffe enthalten.
Bisher wurde Novobiocin aus Gärmedien, in welchen dieses Antibiotikum gewachsen war, durch
zeitraubende Maßnahmen, einschließlich wiederholter Lösungsmittelextraktion und Umkristallisieren, isoliert
und getrennt.
Es wurde nun gefunden, daß Novobiocin und Novobiocinanalogen, die in folgendem als novobiocinaktive
Verbindungen bezeichnet werden, aus diese enthaltenden Lösungen oder Suspensionen, z. B. Gärmedien,
Rohkonzentraten, Extrakten, abgetrennt und gereinigt werden, wenn man diese Lösungen oder
Suspensionen mit einem stark basischen Anionenaustauschharz behandelt und aus diesem die novobiocinaktive
Verbindung eluiert.
Vorliegende Arbeitsweise hat gegenüber den bekannten Verfahren zur Gewinnung von Novobiocinaktivität
durch Lösungsmittelextraktion oder -verteilung den Vorteil, daß die Raummengen der zu
behandelnden Flüssigkeit bei der neuen Arbeitsweise vergleichsweise klein sind und daher die Betriebsanlage und Laboratoriumseinrichtungen zu ihrer
Durchführung äußerst klein gehalten werden können.
Ein weiterer Vorteil der neuen Arbeitsweise liegt darin, daß die Novobiocinaktivität, verglichen mit der
nur teilweisen Gewinnung der Novobiocinaktivität nach anderen Verfahren wie Lösungsmittelextraktion,
praktisch vollständig bei Verwendung von Anionenaustauschharzen unter optimalen Bedingungen gewonnen
wird.
Bei der erfmdungsgemäßen Arbeitsweise wird die Novobiocin enthaltende Flüssigkeit mit einem stark
basischen, polymeren, organischen, stickstoffhaltigen Anionenaustauschharz behandelt; hierbei wird die
Novobiocinaktivität an dem Harz adsorbiert und danach durch Abtrennung des Harzes aus der Lösung
und Eluieren der novobiocinaktiven Verbindungen gewonnen.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann in einer geeigneten Säule oder durch Behandlung von Ansätzen
eines novobiocinaktiven Stoffes in Behältern durchgeführt werden. Im ersteren Falle wird das
Harz in einer senkrechten Säule gepackt und die novobiocinaktive Lösung durch das Harzbett geleitet.
Die aus der Säule abströmende Flüssigkeit wird fortlaufend geprüft, ob ihre Novobiocinaktivität ein willkürlich
angenommenes Minimum überschreitet. Wenn der Mindestwert erreicht ist, wird die Zufuhr der
Verfahren zum Abtrennen und Reinigen
von Verbindungen mit Novobiocinaktivität
Anmelder: Merck & Co., Inc., Rahway, N.J. (V. St. A.)
Vertreter: E. Maemecke, Berlin-Lichterfelde West,
und Dr. W. Kühl, Hamburg 36, Esplanade 36 a,
Patentanwälte
Beanspruchte Priorität: V. St v. Amerika vom 21. Mai 1957
Frank James Wolf, Westfield, N. J. (V. St. Α.), ist als Erfinder genannt worden
Frischlösung unterbrochen und die adsorbierte novobiocinaktive Verbindung aus dem Harz mittels einer
durchfließenden geeigneten Lösung eluiert.
Das abgestreifte Harz wird dann mittels einer geeigneten Lösung regeneriert und gegebenenfalls
unter Zusatz von frischem Harz dem Adsorptionsverfahren wieder zugeführt.
Bei absatzweiser Durchführung des Verfahrens wird das Anionenaustauschharz in einem geeigneten
Behälter mit der novobiocinaktiven Lösung bewegt; die' Mengenverhältnisse von Harz und Lösung werden
empirisch aufeinander eingestellt. Wenn die Konzentration der Novobiocinaktivität in der Lösung auf den
gewünschten Wert gesunken ist, wird die Lösung z. B. durch Abgießen von dem Harz getrennt. Sodann
wird die novobiocinaktive Verbindung aus dem Harz gegebenenfalls in einer Säule eluiert.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden novobiocinaktive Verbindungen an
dem Ionenaustauschharz aus dem ganzen Gärmedium, welches außer den novobiocinaktiven Verbindungen
Mikroorganismenmyzel, Nährstoffe und verschiedene Nebenprodukte der Gärung enthält, adsorbiert. In
diesem Fall setzt man das Harz dem Gärmedium nach der Ernte zu, läßt die novobiocinaktive Verbindung in
dem Gärmedium durch das Harz adsorbieren und trennt das nunmehr bela'dene Harz z. B. durch Filtrieren,
Absieben, mittels Frü'ssigkeitszyklonen, Riffeltischen,
Sichtern usw. ab. Siebe, deren Maschenweite das Harz zurückhalten und das Myzel passieren
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lassen, mit normalerweise etwa 4 bis 80 Maschen/cm sind hierfür besonders geeignet, weil die Siebe nicht
durch Myzel oder Gärmedium verstopft werden. Die Abtrennung wird durch Verwendung von Schüttelsieben
erleichtert.
Für das vorliegende Verfahren geeignete Ionenaustäuschharze
sind besonders stark basische, polymere, stickstoffhaltige Anionenaustauschharze, namentlich
solche mit quaternären Ammonium- oder Aminogruppen an einem Styrol-Divinylbenzolgerüst als
Matrix. Die »Dowex«-Harze, z. B. »Dowex 1-X2«, »Dowex 1-X4« und »Dowex 2-X4«; die »Amberlite«-
Harze, z.B. »AmberliteIRA-400«, »Amberlite IRA-401«,
»Amberlite IRA-411« und »Amberlite XE-98«;
die »Duolite«, z.B. »DuoliteA-40«, »DuoliteA-IOl«
und »Duolite A-102«, sind Beispiele für diesen Harztypus. Diese Handelsnamen sind geschützte Warenzeichen.
Aber auch andere Ionenaustauschharze mit stark basischem Charakter können benutzt werden.
Die Teilchengröße des Harzes ist nicht entscheidend; jedoch erweisen sich solche mit 4 bis
80 Maschen/cm, vorzugsweise mit 14 bis 40 Maschen/cm, als für die Adsorption besonders
geeignet.
Um die adsorbierte Novobiocinaktivität aus dem Ionenaustauschharz zu eluieren, bedient man sich
einer wäßrigen elektrolythaltigen Eluierungslösung, am besten in einem organischen Lösungsmittel für das
Antibiotikum. Wäßrige saure Lösungen, welche ein organisches Lösungsmittel für die novobiocinaktive
Verbindung enthalten, erweisen sich als besonders wirksam. Zu nennen sind hier z. B. wäßrige Lösungen
von Salzsäure oder Essigsäure zusammen mit einem geeigneten mit Wasser mischbaren organischen
Lösungsmittel, z. B. einem Alkohol oder Keton, Die Konzentration der sauren Verbindung in der Elutionslösung
beträgt vorzugsweise etwa 1 bis 10 Gewichtsteile je 100 Volumteile Lösung. Die organische Phase
kann aus etwa 70 bis 98% organischem Lösungsmittel und etwa 30 bis 2 % Wasser bestehen.
Die Eluierung kann säulen- oder absatzweise
durchgeführt werden. Wegen der geringeren Raummengen und der relativen Leichtigkeit der periodischen
Analyse des Eluates und dessen Aufteilung in Fraktionen wird der säulenweise Betrieb bevorzugt.
Das Eluat kann z. B. zur weiteren Reinigung anschließend
behandelt werden, z. B. unter Durchleiten durch eine chromatographische Säule, etwa aus
Aluminiumoxyd, welches mit verdünnter Schwefelsäure und Wasser gewaschen war, und Behandlung
des gereinigten und entfärbten Eluates mit einer sauren Lösung, z. B. Methanol-Essigsäure-Lösung, um
die Novobiocinsäure auszukristallisieren. Die Kristalle werden nitriert, mit Wasser-Methanol-Lösung od. dgl.
gewaschen, filtriert und getrocknet. Die Novobiocinsäure kann durch entsprechende Neutralisation in verschiedene
Novobiocinsalze übergeführt werden. Eluate, welche Novobiocinanalogen wie Dihydronovobiocin
enthalten, können in ähnlicher Weise aufgearbeitet werden.
Der weiteren Erläuterung der Erfindung dienen nachstehende Beispiele. Das erfindungsgemäße Verfahren
ist nicht an in den Beispielen enthaltende Werte gebunden.
25 ecm filtriertes Gärmedium, welches durch Kultivierung
eines Novobiocin erzeugenden Stammes von Streptomyces spheroides in einem geeigneten Nährstoff
erhalten war und etwa 7200000 Einheiten Novobiocinaktivität
enthielt, wurde durch eine Säule geleitet, welche mit 500 ecm Ionenaustauschharz
»Amberlite IRA-411« beschickt war. Das Harz wurde in seiner Chloridphase verwendet. Die Berührungszeit
von Lösung und Harz in der Säule betrug etwa 10 Minuten. Die ablaufende Flüssigkeit enthielt keine
meßbare Novobiocinaktivität. Das Harz wurde nacli Berührung mit der Lösung zur Entfernung der Verunreinigungen
mit 95%igem Methanol gewaschen. Novobiocin wurde dann mittels einer Lösung, welche
16% konz. Salzsäure und 85% Methanol enthielt, eluiert. Die Novobiocinaktivität des Eluates betrug
4500000 Einheiten. Das Eluat hatte ein Gesamtvolumen von weniger als 3 1 und enthielt etwa 62%
der Novobiocinaktivität der behandelten Kulturflüssigkeit.
Das Verfahren des Beispiels 1 wurde mit 33 1 filtriertem novobiocinhaltigem Gärmedium, welches
eine Aktivität von 270 Einheiten Novobiocin/ccm zeigte, und mit 300 ecm Harz in der Chloridphase bei
einer Berührungszeit von etwa 25 Minuten wiederholt. Das Eluat betrug etwas mehr als 3 1 und enthielt
etwa 82 % der gesamten in der ursprünglichen Lösung vorhandenen Novobiocinaktivität.
Zwei Portionen zu 30 ecm »Dowex 1-X2«-Harz (20 bis 40 Maschen/cm) in der Chloridphase wurden
in 300 ecm eines !infiltrierten novobiocinhaltigen Gärmediums
einer Aktivität von 510000 Einheiten eingetragen. Jede Harzportion wurde aus der verbrauchten
Gärflüssigkeit mittels eines 28-Maschen-Siebes gesiebt, nach einer Berührungszeit von 10 Minuten in
eine Kolonne (2,5 cm Durchmesser) eingebracht und dort mit einer Lösung eluiert, welche 16% konz.
Salzsäure und 84% Methanol enthielt. Das Eluat zeigte eine Aktivität von 202 000 Einheiten.
5 g Natriumdihydronovobiocin wurden in 500 ecm Wasser gelöst; danach wurden 50 ecm »Dowex 1-X2«-
Harz in der Chloridphase eingetragen. Die Lösung blieb sodann 3 Stunden stehen. Das Harz wurde abfiltriert
und mit Wasser gewaschen. 17 ecm Harz wurden in einer Kolonne mit einer Lösung eluiert,
welche 16 ecm konz. Salzsäure und 84 ecm Methanol enthielt. Das Eluat zeigte 95% der Dihydronovobiocinaktivität
der Beschickung.
Claims (2)
1. Verfahren zum Abtrennen und Reinigen von Verbindungen mit Novobiocinaktivität aus diese
enthaltenden Lösungen oder Suspensionen, dadurch gekennzeichnet, daß man diese Lösungen oder
Suspensionen mit einem stark basischen Anionenaustauschharz behandelt und aus diesem die
novobiocinaktive Verbindung eluiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die novobiocinaktive Verbindung aus
dem Ionenaustauschharz mittels einer sauren, z. B. salzsauren Lösung, die zweckmäßig ein organisches
Lösungsmittel, wie Methanol, für die novobiocinaktive Verbindung enthält, eluiert wird.
© 909 708/506 12.59
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1072774B true DE1072774B (de) | 1960-01-07 |
Family
ID=597171
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT1072774D Pending DE1072774B (de) | Verfahren zum Abtrennen und Reinigen von Verbindungen mit Novobiocinaktivität |
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