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DE1069594B - Verfahren zur Herstellung eines deuteriumhaltigen Kohleproduktes - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines deuteriumhaltigen Kohleproduktes

Info

Publication number
DE1069594B
DE1069594B DENDAT1069594D DE1069594DB DE1069594B DE 1069594 B DE1069594 B DE 1069594B DE NDAT1069594 D DENDAT1069594 D DE NDAT1069594D DE 1069594D B DE1069594D B DE 1069594DB DE 1069594 B DE1069594 B DE 1069594B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
coal
deuterium
hydrogen
treatment
gas
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DENDAT1069594D
Other languages
English (en)
Inventor
Amsterdam Willem Johannes Domimcus van Dijck Den Haag und Hendrik Kloosterziel (Niederlande)
Original Assignee
N V De Bataafsche Petroleum Maatschappij Den Haag
Publication date
Publication of DE1069594B publication Critical patent/DE1069594B/de
Pending legal-status Critical Current

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  • Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung eines deuteriumhaltigen Kohleproduktes
    Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur
    Herstellung eines Kohleprodukts, das sich infolge
    eines geringen Deuteriumgehalts insbesondere für die
    Verwendung in Kernreaktoren als Moderator, Re-
    flektor oder Wärmeträger bzw. Kühlmittel eignet.
    Beim Betrieb von Kernreaktoren sind neben dem
    spaltbaren Material gewöhnlich sogenannte Modera-
    toren bzw. Bremsstoffe in der Reaktionszone vorhan-
    den, d. h. in dem Raum, in dem die Kernreaktion ab-
    läuft. Diese Substanzen dienen dazu, die Geschwindig-
    keit der während des Spaltprozesses entstehenden
    schnellen Neutronen so weit zu vermindern, daß sie
    zu langsamen bzw. thermischen 'Neutronen werden.
    Außerdem können diese Substanzen auch als Kühl-
    mittel wirken. Die Aktivität dieser Moderatoren, für
    die schweres Wasser, Beryllium und Berylliumverbin-
    dungen und auch Kohle verwendet werden, schwankt
    stark je nach der verwendeten Substanz.
    Obwohl die Aktivität von Kohle schlechter ist als
    die anderer Moderatoren, wie Beryllium und dessen
    Verbindungen oder wie schweres Wasser, so wird sie
    doch häufig, insbesondere als Kohle mit hoher Dichte,
    wie Graphit, als Moderator in Kernreaktoren ver-
    wendet.
    Kohle wird nicht nur deshalb bevorzugt verwendet,
    weil sie billiger ist als schweres Wasser oder Beryl-
    liumverbindungen, sondern auch weil sie im Gegen-
    satz zu Berylliumverbindungen ungiftig ist und im
    Gegensatz zu schwerem Wasser eine feste Substanz
    mit einem außerordentlich niedrigen Dampfdruck dar-
    stellt. Infolge der zuletzt genannten Eigenschaft ist es
    einerseits möglich, den Moderator als Baumaterial für
    den Kernreaktor zu verwenden und andererseits hohe
    Temperaturen bei normalen niedrigen Drücken anzu-
    wenden. Bei den hohen Temperaturen, bei denen
    Energie erzeugende Kernreaktoren, bekannt als Kraft-
    reaktoren, betrieben werden, treten gewöhnlich hohe
    Drücke auf, wenn man einen flüssigen Moderator mit
    hohem Dampfdruck verwendet. Dies wird vermieden,
    wenn man eine Substanz mit einem niedrigen Dampf-
    druck als Bremsstoff verwendet. Dadurch werden
    natürlich die apparativen Vorrichtungen billiger und
    die Gefahrenquellen verringert, die beim Betrieb von
    Kernreaktoren bei hohen Drücken auftreten. Ferner
    hat Kohle den Vorteil, daß sie sehr widerstandsfähig
    ist gegenüber sehr hohen Temperaturen und auch
    gegenüber radioaktiver Strahlung und daß sie leicht
    in feinverteilte Form gebracht werden kann, die zum
    Fluidisieren bzw. Verwirbeln geeignet ist, so daß man
    sie in diesem Zustand leicht durch den Kernreaktor
    transportieren kann.
    In der deutschen Auslegeschrift 1022 568 (nicht
    vorveröffentlicht) ist ein Verfahren für die Herstellung
    von Kohleprodukten beschrieben, bei denen die Brems-
    wirkung beträchtlich größer ist als die von Graphit,
    welches bis jetzt die wirksamste Bremssubstanz auf
    Kohlebasis ist. Nach diesem Verfahren werden deute-
    rierte Produkte, die durch Deuterierung schwerer, ins-
    besondere polycyclischer aromatischer Kohlenwasser-
    stoffe erhalten wurden, durch Anwendung an sich be-
    kannter Verfahren für die Herstellung von Kohlen-
    stoff aus kohlenstoffreichem Material carbonisiert. In
    diesem Fall sollte deshalb der aromatische Kohlen-
    wasserstoff zuerst getrennt deuteriert werden, wozu
    man ihn in flüssiger Form in dünner Schicht bei er-
    höhter Temperatur und erhöhtem Druck über einen
    Katalysator herabrieseln läßt, der sich in einem
    stationären Zustand befindet und den Austausch von
    Wasserstoff gegen Deuterium begünstigt, während
    gleichzeitig Deuterium oder ein Gas, welches Deute-
    rium enthält oder bildet, im Gegenstrom dazu nach
    oben steigt. Das so erhaltene deuterierte aromatische
    Material wird dann durch Carbonisation in das ge-
    wünschte Kohleprodukt übergeführt.
    Es hat sich gezeigt, daß Kohlenstoffprodukte mit
    einer guten Bremswirkung billiger und einfacher
    direkt aus festem kohlenstoffreichem Material herge-
    stellt werden können, ohne daß es notwendig ist, einen
    besonderen Katalvsator zu verwenden. Das vor-
    liegende Verfahren beruht auf der Erkenntnis, daß
    man Wasserstoff, der an Kohle gebunden ist, gegen
    Deuterium austauschen kann, wenn man die Kohle,
    vorzugsweise in feinverteiltem Zustand, mit Deuterium
    oder mit Verbindungen behandelt, die Deuterium
    ergeben.
    Das Verfahren besteht erfindungsgemäß darin, daß man nichtgraphitische Kohle, die gebundenen Wasserstoff enthält, vorzugsweise in feinverteiltem Zustand bei erhöhter, aber zur Graphitbildung nicht ausreichender Temperatur mit einem Gas behandelt, das ganz oder hauptsächlich aus Deuterium und/oder Deuteriumverbindungen besteht, die unter den Reaktionsbedingungen Deuterium ergeben oder es gegen Wasserstoff austauschen.
  • Diese Behandlung, bei der die Wasserstoffatome des Kohlenstoffs leicht ersetzt werden durch Deuteriumatome,wird vorzugsweise fortgeführt, bis wenigstens 80% des Wasserstoffs gegen Deuterium ausgetauscht ist. Das erfindungsgemäße Verfahren wird bei erhöhten Temperaturen, im allgemeinen bei wenigstens etwa 500° C, durchgeführt, da bei niederen Temperaturen die beabsichtigte Reaktion für praktische Zwecke zii langsam voranschreitet. Die anzuwendenden Temperaturen können je nach der Zusammensetzung des zu behandelnden Kohlenstoffes etwas variieren; sie liegen gewöhnlich im Bereich von etwa 500 bis etwa 1000° C, vorzugsweise im Bereich von 550 bis 750° C. Es ist ratsam, Temperaturen anzuwenden, die diejenigen nicht überschreiten, die in Kernreaktoren vorherrschen, in denen -das erfindungsgemäß erhaltene Kohlenstoffprodukt anschließend verwendet wird.
  • Der Austausch von Wasserstoff durch Deuterium in der Kohle kann bewerkstelligt werden durch Erhitzen der Kohle in einer Reaktionszone, bei den beabsichtigten Temperaturen und indem man durch die Kohle Deuterium und/oder Verbindungen leitet, welche Deuterium ergeben oder es gegen Wasserstoff austauschen. Der während des Austausches abgespaltete Wasserstoff wird aus der Reaktionszone entfernt.
  • Nach einer anderen Ausführungsform findet der Austausch kontinuierlich nach Art des Gegenstroms Matt, wobei die Kohle durch eine Reaktionszone geführt wird, in der die Kohle bei der gewünschten Temperatur mit einem Gasstrom in Berührung kommt, der Deuterium enthält oder bildet. Der Gasstrom wird in entgegengesetzter Richtung eingeleitet.
  • Das Gegenstromverfahren wird vorzugsweise in einer solchen Weise durchgeführt, daß die zu deuterierende Kohle nach unten durch die Reaktionszone in einen feinverteilten Zustand gelangt, während das Gas nach oben durch die Kohle strömt. Bei diesem Verfahren kann die zu behandelnde Kohle kontinuierlich vom Boden der Reaktionszone entfernt werden und der bei der Austauschreaktion gebildete Wasserstoff, der sich durch die Reaktionszone nach oben bewegt, kann gleichfalls kontinuierlich am oberen Teil abgezogen werden.
  • Bei dem Gegenstromverfahren wird die Fließgeschwindigkeit durch die Reaktionszone aus der zu behandelnden feinverteilten Kohle gewöhnlich in einer solchen Weise abgestuft. daß das aus der Reaktionszone entfernte Gas keine nennenswerten Mengen an Deuterium enthält.
  • Beim Gegenstromverfahren kann es ratsam sein, ein Temperaturgefälle vorzusehen, und zwar in einer solchen Weise, daß die Temperatur im oberen Teil der Reaktionszone höher ist als im unteren Teil, da dadurch die Reaktion begünstigt werden kann.
  • Die als Ausgangsmaterial bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendete Kohle kann eine Kohle sein, die einen bestimmten Gehalt, z. B. einige wenige Gewichtsprozent gebundenen Wasserstoff enthält, wie Koks, der durch Carbonisieren bzw. Verkoken von festem, kohlehaltigem Material oder als Nebenprodukt bei der thermischen Crackung von Mineralölen erhalten wurde, oder Kohle, die bei der pyrolytischen Zersetzung von gasförmigen Kohlenwasserstoffen u. dgl. anfällt. Derartige Kohlenstoffsorten werden bevorzugt, da sie frei oderpraktisch frei von schädlichen Elementen wie Bor, Schwefel oder Stickstoff sind. Im Hinblick auf die Verwendung des erfindungsgemäß hergestellten Produkts in Kernreaktoren üben derartige Elemente eine schädliche Wirkung auf die Kapazität der Neutronenabsorption aus.
  • Gegebenenfalls kann die Kohle von Spuren darin adsorbierter Kohlenwasserstoffe und/oder Wasser befreit werden. Dies läßt sich dadurch erreichen, daß man die Kohle einer hohen Temperatur, z. B. 500 bis 600° C, und/oder einem hohen Vakuum aussetzt.
  • Um eine innige Berührung mit der Gasphase zu erreichen, die Deuterium enthält oder ergibt, ist es ratsam, daß die als Ausgangsmaterial verwendete Kohle in einem feinverteilten Zustand vorliegt, d. h. daß die Teilchen eine Größe von weniger als 5 mm besitzen. Besonders geeignet sind Kohleteilchen, mit einer mikrosphäroiden Form, wobei die Teilchengröße, z. B. etwa 100 bis 250 Mikron, betragen kann. Dies kann erreicht werden in jeder an sich schon bekannten Weise, z. B. durch Suspendieren des pulverigen festen kohlereichen Materials in einem Gas und durch Erhitzen der entstandenen Suspension auf eine Temperatur über dem Zersetzungspunkt des kohlereichen Materials, aber unter dem Schmelzpunkt der zu behandelnden Kohle, worauf die gebildete mikrosphäroide Kohle gekühlt und abgetrennt wird. Die Deuteriumbehandlung der mikrosphäroiden Kohleteilchen kann vorteilhaft durchgeführt werden unter Verwendung des Wirbelschichtverfahrens.
  • Die Reaktionszone, in der das erfindungsgemäße Verfahren abläuft, kann aus einem einzigen Reaktionsgefäß bestehen, das mit Heizmitteln und mit Zufuhrleitungen für die zu behandelnden Kohleteilchen und für das Gas, welches Deuterium enthält oder ergibt. versehen ist sowie mit Ableitungen für den Wasserstoff und das entstandene Kohleprodukt. Wenn die aus der Reaktionszone entfernte Kohle noch austauschbaren Wasserstoff enthält, kann sie erneut in die Reaktionszone zurückgebracht und dort weiterbehandelt werden. Gegebenenfalls können auch zwei oder mehr Reaktionsgefäße, die in Reihe geschaltet sind, verwendet werden. In diesem Fall werden unvollständig umgesetzte Kohleteilchen von einem vorhergehenden Reaktionsgefäß, das noch austauschbaren Wasserstoff enthält, in dem einen oder in mehreren folgenden Gefäßen weiterbehandelt, bis die Umsetzung vollständig oder nahezu vollständig abgelaufen ist.
  • Uin die einheitliche Verteilung des Gases zu gewährleisten, ist es üblich, dieses Gas der Reaktionszone über ein Mittel zur Gasverteilung zuzuführen, z. B. durch eine perforierte Platte, ein Gitter oder ein ähnliches Mittel, welches sich über praktisch den gesamten Querschnitt der Reaktionszone erstreckt.
  • Wenn die Deuterierung in einer senkrechten oder nahezu senkrecht angeordneten Reaktionszone stattfindet, in der sich die Kohle von oben nach unten bewegt, kann das zu behandelnde Kohlematerial zu der Zufuhrvorrichtung am oberen Teil nach bekannten Methoden befördert werden, z. B. mechanisch mit Hilfe eines Elevators oder pneumatisch.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren kann bei Atmosphärendruck bei vermindertem oder erhöhtem Druck durchgeführt werden. Es kann ratsam sein, bei erhöhtem Druck zu arbeiten, da in diesem Fall die Austauschmenge größer ist und überdies eine Reaktionszone mit kleineren Dimensionen verwendet werden kann.
  • Das Gas, mit dem die Kohle in der Reaktionszone in Berührung gebracht wird, kann aus reinem oder nahezu reinem Deuterium bestehen. Neben dem Deuterium können auch kleinere Mengen anderer Bestandteile vorhanden sein, vorausgesetzt, daß die Um-Setzung oder die Kapazität der Neutronenabsorption der Kohle nicht nachteilig beeinflußt wird. Im allgemeinen bevorzugt man möglichst reines Deuterium, z. B. eines mit einer Reinheit von mehr als 98°/o. An Stelle von Deuteriumgasen. die ganz oder teilweise aus Deuterium bestehen, können auch Verbindungen, die unter den Reaktionsbedingungen Deuterium bilden, verwendet werden, insbesondere deuterierte gasförmige, gesättigte oder ungesättigte Kohlenwasserstoffe, wie Methan, Äthan, Äthylen u. dgl.
  • Unter den bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eingehaltenen Reaktionsbedingungen kann die gewünschte Austauschreaktion begleitet sein von Nebenreaktionen, bei denen sich niederere, deuteriumhaltige Kohlenwasserstoffe, wie Methan und Äthan bilden. Zwar bilden sich diese Nebenprodukte nur in einem beschränkten Ausmaß, doch ist diese Bildung unerwünscht, da sie zu einem Verlust von Deuterium führt.
  • Es hat sich gezeigt, daß man die Bildung dieser Kohlenwasserstoffe ganz oder praktisch ganz vermeiden kann, indem man die Kohle einer Vorbehandlung mit Wasserstoff unter ähnlichen oder strengeren Bedingungen aussetzt als diejenigen, unter denen der Austausch von in der Kohle gebundenem Wasserstoff gegen Deuterium anschließend ausgeführt wird. Auf diese Weise ist es möglich, die Nebenreaktionen der Kohle mit billigem Wasserstoff unter Bildung von niedrigen Kohlenwasserstoffen ablaufen zu lassen. In diesem Fall tritt, wenn überhaupt, nur ein geringer Verlust durch die Bildung von deuterierten niedrigen Kohlenwasserstoffen bei der nachfolgenden Behandlung mit Deuterium der mit Wasserstoff vorbehandelten Kohle ein.
  • Zwar kann man die Vorbehandlung mit Wasserstoff bei der gleichen Temperatur wie die nachfolgende Austauschreaktion durchführen, doch verwendet man für diese Reaktion etwas höhere, z. B. um 25 bis 75° C höhere Temperaturen. Für diese Vorbehandlung, die unter Atmosphärendruck oder einem davon abweichenden Druck vor sich geht, wird normalerweise Wasserstoff verwendet, der bei der Behandlung des Kohlenstoffs mit Deuterium in Freiheit gesetzt wurde.
  • Wenn die Austauschreaktion nach dem Gegenstromverfahren vorgenommen wird und eine Vorbehandlung der Kohle erwünscht ist, so kann letzterer Vorgang in sehr geeigneter Weise in dem Teil der Vorrichtung vorgenommen werden, der neben der Zufuhrleitung für die zu behandelnde Kohle liegt, wo ausgetauschter Wasserstoff vorhanden ist, der sich im Gegenstrom zu der zugeführten Kohle bewegt. Wenn in diesem Teil der Vorrichtung eine höhere Temperatur aufrechterhalten wird als in dem Teil, in dem die Austauschreaktion stattfindet, so laufen die Nebenreaktionen unter Bildung von gasförmigen Kohlenwasserstoffen vollständig oder nahezu vollständig in dem zuerst erwähnten Teil ab, bevor die Kohle, die aus diesem Teil kommt, mit deuteriumhaltigem Gas in der eigentlichen Austauschzone in Berührung kommt.
  • Die erfindungsgemäß hergestellten Kohleprodukte enthalten eine kleinere Menge Deuterium. Das Deuterium ist so stark an den Kohlenstoff gebunden, daß die Menge beim Erhitzen nicht oder nur wenig vermindert wird, selbst dann, wenn man lange Zeit bei hohen Temperaturen erhitzt. Die Menge des Deuteriums kann z. B. von 0,5 bis 5 Gewichtsprozent schwanken, je nach der Art der als Ausgangsmaterial verwendeten Kohle und den eingehaltenen Reaktionsbedingungen.
  • Wegen des Deuteriumgehalts besitzen die erfindungsgemäß hergestellten Kohleprodukte besonders gute Moderatoreigenschaften bei Verwendung in Kernreaktoren. Infolgedessen sind diese Produkte besser als die besten bisher in Kernreaktoren verwendeten Moderatoren auf Kohlebasis, wie Graphit. Sie sind deshalb in hervorragender Weise als Moderatoren bzw. Bremssubstanzen in Kernreaktoren geeignet, wo man sie mit besonderem Vorteil in feinverteiltem, verwirbeltem Zustand verwendet.
  • Im Vergleich zur Herstellung von graphitarti.ger Kohle, bei der man von weniger dichter Kohle ausgeht, für die ein sehr langes Erhitzen bei außerordentlich hohen Temperaturen, z. B, 2000 bis 2500° C oder sogar noch wesentlich höher, erforderlich ist, bringt das vorliegende Verfahren neben der besseren Moderatorwirkung der erhaltenen Kohle den großen Vorteil mit sich, daß in diesem Fall das Ausgangsmaterial bei viel niederen Temperaturen, die im allgemeinen etwa 1000° C nicht überschreiten, behandelt wird und daß eine kurze Heizperiode von z. B. nur wenigen Minuten ausreicht.
  • Die erfindungsgemäßen Kohleprodukte sind sehr gut geeignet für Kernreaktoren, in denen das spaltbare Material, z. B. Uranoxyd oder Urancarbid, und der Bremsstoff in der Reaktionskammer in stationärem Zustand angeordnet sind und die darin erzeugte Hitze durch ein strömendes Medium entfernt wird. Das spaltbare Material und die Kohle, die zusammen mit Thoriumcarbid oder einem anderen Vormaterial, d. h. einer Substanz, die durch Einwirkung von Neutronen in ein spaltbares ;Material umgewandelt wird, kann in diesem Fall gewöhnlich als homogenes oder praktisch homogenes Gemisch in Form eines keramischen Materials mit offener Porosität vorhanden sein.
  • Die erfindungsgemäßen Kohleprodukte können auch mit Vorteil in solchen Kernreaktoren verwendet werden, in denen ein granuliertes Gemisch, in dem alle oder praktisch alle einzelnen Teilchen sowohl spaltbares Material als auch einen als Moderator wirkenden Wärmeträger enthalten, durch den Reaktor und einen außerhalb davon angeordneten Kühler im Kreislauf geführt wird. Das Gemisch wird von und zu dem Kühler wenigstens teilweise in verwirbelter Form transportiert.
  • Die erfindungsgemäßen Kohleprodukte können nicht nur als Moderator und/oder als Wärmeträger verwendet werden, sondern auch als Material für den Reflektormantel, der die Reaktionszone in Kernreaktoren umgibt und dazu dient, die die Reaktionszone verlassenden Neutronen zu reflektieren.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren wird im folgenden durch Beispiele näher erläutert. Beispiel 1 Eine durch Carbonisation aromatischer Kohlenwasserstoffe erhaltene Kohle mit einer Teilchengröße von 0,84 bis 2 mm wurde in ein zylindrisches Quarzreaktionsgefäß mit einem Innendurchmesser von 20 mm eingeführt und dieses dann bei einer Temperatur von 650° C bis auf einen Druck von 0,01 mm Hg ausgepumpt, um jegliche Spuren von absorbierten Kohlenwasserstoffen und von Wasser zu entfernen. Die Kohle, die nach dem Entgasen 4,14 g wog, hatte nun einen Wasserstoffgehalt von 2,4 Gewichtsprozent, entsprechend einem Verhältnis von 1 Wasserstoffatom auf 3,3 Kohlenstoffatome, während die mittels Stickstoffadsorption bei -196° C nach dem sogenannten B. E. T.-Verfahren bestimmte spezifische Oberfläche eine Größe von 1,3 qm pro g hatte.
  • Danach wurde Deuteriumgas, bestehend aus 98.4 Volumprozent D2 und 1,6 Volumprozent HD, über diese: Kohle in demselben Quarzreaktionsgefäß bei 575° C und einem Druck von einer Atmosphäre in einer Menge von 0,4 1 unter Normalbedingungen pro g Kohle und pro Stunde geleitet. Nach einer dreistündigen Behandlung wurde festgestellt, daß 88°/o des in der Kohle ursprünglich vorhandenen Wasserstoffs gegen Deuterium ausgetauscht waren und zur Bildungen eines Kohleprodukts führten, in dem das Atomverhältnis Kohlenstoff zu Deuterium zu Wasserstoff 1:0,27:0,036 betrug. Beispiel 2 Als Ausgangsmaterial wurde eine durch Carbonisieren von aromatischen Kohlenwasserstoffen erhaltene Kohle mit einem Gehalt von 2,3 Gewichtsprozent gebundenem Wasserstoff entsprechend einem Atomverhältnis von Wasserstoff zu Kohlenstoff wie 2:7 verwendet. Diese Kohle wurde in feinverteiltem Zustand, Korngröße 0,84 bis 2 mm, bei einer Temperatur von 650° C bis auf einen Druck von 0,01 mm Hg ausgepumpt, um jegliche Spuren von adsorbierten Kohlenwasserstoffen und von Wasser zu entfernen.
  • Über diese Kohle wurde dann 6 Stunden lang bei einer Temperatur von 600° C und einem Druck von 0,5 Atmosphären Wasserstoff geleitet. Es wurde festgestellt, daß sich eine Mischung von niedrigen Kohlenwasserstoffen gebildet hatten, in einer Menge, die einer Wasserstoffmenge von über 3% des an die Kohle gebundenen Wasserstoffs entsprach.
  • Ein Austausch mit Deuterium wurde mit der so vorbehandelten Kohle nach der im Beispiel 1 beschriebenen Weise bei einer Temperatur von 575° C und einem Druck von 1 Atmosphäre erzielt. Die Deuterieiung führte zu einem Kohleprodukt mit einem Deuteriumgehalt von 4,3 Gewichtsprozent ohne Bildung von deuteriumhaltigen Kohlenwasserstoffen.

Claims (11)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Herstellung eines deuteriumhaltigen, insbesondere in Kernreaktoren als Moderator. Reflektor oder Kühlmittel verwendbaren Kohleproduktes, dadurch gekennzeichnet, daß man gebundenen «'asserstoff enthaltende, nichtgraphitische Kohle bei erhöhter, aber zur Graphitbildung nicht ausreichender Temperatur vorzugsweise in feinverteiltem Zustand mit einem Gas behandelt, das ganz oder hauptsächlich aus Deuterium und/oder Deuterium-Kohlenstoff-Verbindungen besteht, die unter den Reaktionsbedingungen Deuterium ergeben oder es gegen Wasserstoff austauschen.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Behandlung fortsetzt, bis wenigstens 80'% des in der Kohle vorhandenen Wasserstoffs gegen Deuterium ausgetauscht sind.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Behandlung der Kohle mit dem Gas im Temperaturbereich von etwa 500 bis etwa 1000° C, vorzugsweise im Bereich von 550 bis 750° C, durchführt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kohle und das Gas im Gegenstrom durch die Reaktionszone leitet.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kohle abwärts durch die Reaktionszone führt und das Gas, mit dem die Kohle behandelt wird, nach oben strömen läßt.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die Behandlung bei einem Temperaturgefälle vornimmt, wobei die Temperatur am oberen Teil der Reaktionszone höher ist als am unteren Teil.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die als Ausgangsmaterial verwendeten Kohleteilchen eine mikrosphäroide Form besitzen. B.
  8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß man die Behandlung der Kohleteilchen unter Benutzung des Wirbelschichtverfahrens durchgeführt.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die als Ausgangsmaterial verwendete Kohle frei oder praktisch frei ist von Bor-, Schwefel- oder Stickstoffverbindungen.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kohle einer Vorbehandlung mit Wasserstoff unter ähnlichen oder strengeren Bedingungen als diejenigen aussetzt, bei denen die Behandlung mit dem deuteriumhaltigen Gas stattfindet.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Vorbehandlung der Kohle den Wasserstoff verwendet, der bei der Behandlung der Kohle gegen Deuterium ausgetauscht wurde. In Betracht gezogene ältere Patente: Deutsches Patent Nr. 1010 663.
DENDAT1069594D Verfahren zur Herstellung eines deuteriumhaltigen Kohleproduktes Pending DE1069594B (de)

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Publication Number Publication Date
DE1069594B true DE1069594B (de) 1959-11-26

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Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT1069594D Pending DE1069594B (de) Verfahren zur Herstellung eines deuteriumhaltigen Kohleproduktes

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DE (1) DE1069594B (de)

Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1010663B (de) 1955-12-17 1957-06-19 Graphitwerk Kropfmuehl Ag Verfahren zur Herstellung von nuklearreinen Graphitpresslingen

Patent Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1010663B (de) 1955-12-17 1957-06-19 Graphitwerk Kropfmuehl Ag Verfahren zur Herstellung von nuklearreinen Graphitpresslingen

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