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Verfahren zur katalytischen Umwandlung von Kohlenwasserstoffen Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf die radiochemische Umwandlung von Erdölkohlenwasserstoffen
durch Neutronenbeschießung in Gegenwart eines Katalysators, der mit einem Material
imprägniert ist, -das beim Neutroneneinfang beträchtliche Mengen an a=reilchen mit
hoher kinetischer Energie emittiert.
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Die Erfindung betrifft insbesondere ein Verfahren, bei dem Kohlenwasserstoffe
in einer Reaktionszone durch Neutronenbeschießung in Gegenwart eines Hydrierungskatalysators
oder eines sauren Kohlenwasserstoffumwandlungs- oder »Crack«-Katalysators umgewandelt
werden. Die Verbesserung besteht darin, daß man den Katalysator mit einem neutroneneinfangenden,
a-Teilchen emittierenden Material imprägniert, das als Beschleuniger und Reaktionsmodifizierungsmittel
dient. Ein wichtiges Kennzeichen der Erfindung besteht darin, daß die Kohlenwasserstoffumwandlung
bei mäßigen Temperaturen, d. h. bei Temperaturen unter 315° C, durchgeführt wird.
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Durch Bestrahlung von Materialien mit einer ionisierenden Strahlung
hoher Intensität, z. B. mit ,B-, y-oder Neutronenstrahlen, können verschiedene erwünschte
Umsetzungen erreicht werden. Die Anwendung von Strahlung zur Durchführung bestimmter
Reaktionen hat gegenüber den bisherigen Verfahren zahlreiche bedeutende Vorteile.
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Kohlenwasserstoffe, wie Erdölrohbenzine und Gasöle, können auch durch
Anwendung von erhöhtem Druck und erhöhten Temperaturen unter dem Einfluß von Umwandlungskatalysatoren,
die die Selektivität oder den Reaktionsverlauf regulieren, umgewandelt werden. Derartige
Verfahren, z. B. die Reformierung oder Hydroformierung von Schwerbenzin, die Spaltung
von Gasölen sowie die Verkokung oder Hydrierung von Rückständen sind in der Erdölindustrie
wohlbekannt.
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Es wurde nun gefunden, daß man durch Imprägnierung des Katalysators
mit einem Material, das Neutronen einzufangen und stark ionisierende a-Teilchen
zu emittieren vermag, und hier der Einfachheit halber als (n,a)-Material bezeichnet
wird, einen verbesserten radiochemischen Katalysator erhält. Der Katalysator und
damit auch die Umwandlung, werden durch die Anwesenheit des (n,a)-Materials in starkem
Maße beeinflußt. Die Katalysatoren bewirken eine erhebliche Beschleunigung der Reaktion.
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Überraschenderweise wurde ferner gefunden, daß bei Bestrahlung von
Kohlenwasserstoffen in Gegenwart von Katalysatoren, die mit (n,a)-Material imprägniert
sind, die Katalysatoren einen unerwartet starken Einfluß auf die Selektivität ausüben,
selbst wenn die Reaktionstemperatur verhältnismäßig niedrig ist, d. h. wenn die
Temperatur wesentlich unter der Ausgangstemperatur der thermischen Spaltung oder
Um-Wandlung liegt. Erfindungsgemäß führt die Anwesenheit eines sauren Crackkatalysators,
der ein (n,a)-Material enthält, bei einer unter Bestrahlung ausgeführten Kohlenwasserstoffumwandlung
zu unerwarteten Vorteilen.
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Es wurde ferner gefunden, daß die erfindungsgemäß verwendeten Crakkatalysatoren
bestimmte Reaktionsarten, z. B. die Polymerisation, begünstigen. So hat sich gezeigt,
daß Kohlenwasserstoffbeschickungen mit einem großen Anteil an nicht übermäßig verzweigten
Kohlenwasserstoffen sehr leicht polymerisiert werden.
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Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich auf die verschiedenartigsten
Kohlenwasserstoffbeschickungen anwenden, so unter anderem auf die üblichen Erdöle,
Schieferöle, Teersandöle, Asphalte, synthetischen Öle sowie die natürlichen undsyr_".hetischenKohlenwasserstoffgase.
Der größte Nutzer ergibt sich bei Anwendung auf die Umwandlung N _ .i aus Erdöl
erhaltenen Ölen, z. B. Rohölen, Destillation, Rückstandsfraktionen, Extrakten oder
Konzentraten daraus und Gemischen daraus. Wie sich später herausstellte, wird jedoch
insbesondere durch Bestrahlung bestimmter ausgewählter Beschickungen ein bedeutender
Vorteil erzielt. Ein bevorzugtes Beschickungsmaterial ist ein Kohlenwasserstofföl
mit
einem Siedebereich von 260 bis 590° C, das vorwiegend aus einem Material besteht,
das nicht übermäßig verzweigt ist und für eine Polymerisation geeignet ist. Unter
»nicht übermäßig verzweigten« Materialien sind solche Beschickungen zu verstehen,
die nur wenige oder gar keine Moleküle mit einem tertiären C-Atom enthalten.
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Bei den verwendeten Crackkatalysatoren handelt es sich um übliche
Crackkatalysatoren mit großer Oberfläche. Der Grundbestandteil des Katalysators
kann aus Materialien wie Kieselsäure, Tonerde, Zirkonoxyd, Titanoxyd, Magnesia und
deren Gemischen bestehen. Diese Katalysatormaterialien können natürlichen Ursprungs
oder synthetisch hergestellt sein. Sie können als Träger oder als Streckmittel für
kleinere Mengen stärker aktiver katalytischer Bestandteile verwendet werden. Derartige
katalytische Bestandteile können z. B. Metalle, Metalloxyde, Sulfide, Chloride,
Phosphate, Chromate und andere Salze sowie deren Gemische sein.
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Die verwendeten Hydrierungskatalysatoren bestehen aus einem Träger,
der vorzugsweise stark porös ist und als wirksame Bestandteile eine Hydrierungskomponente
und eine Beschleunigungskomponente enthält. Als Träger können die üblichen in der
Technik für Hydrierungskatalysatoren angewandten Trägermaterialien verwendet werden.
Zu diesen gehören z. B. getrocknete, wasserhaltige Oxyde, wie Tonerde, Kieselsäure,
Zinkoxyd, Titanoxyd u. dgl., oder deren Gemische. Selbstverständlich können auchandereTräger,
z. B. Kieselgur, verwendet werden. Das Trägermaterial kann natürlichen Ursprungs
sein und z. B. aus Bauxit gewonnen oder auch besonders hergestellt werden, z. B.
durch Fällen von Aluminiumoxyd aus einer Aluminiumalkoholat- oder Aluminiumsulfatlösung.
Vorzugsweise benutzt man ein Trägermaterial mit großer Oberfläche, d. h. mit einer
Oberfläche von über 50 m2/g. Diese Oberflächeneigenschaft und andere gewünschte
Eigenschaften können dem Träger durch Wärmebehandlung, z. B. Calcinieren, oder durch
chemische Behandlung, z. B. mit Säure oder Chlor, und ähnliche bekannte Methoden
verliehen werden. In einigen Fällen können die aktiven Bestandteile dem Träger während
dessen Herstellung einverleibt oder auf diesem aufgetragen werden.
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Als Hydrierungsbestandteil verwendet man vorzugsweise ein Metall,
Oxyd, Sulfid oder Salz eines Elements der VI. oder VIII. Gruppe des Periodischen
Systems. Spezifische Elemente sind Nickel, Kobalt, Platin, Palladium, Molybdän,
Wolfram sowie deren Gemische. Außer diesen können noch andere bekannte hydrierend
wirkende Substanzen verwendet werden, z. B. Kupfer, Silber und Zink. Das Trägermaterial
kann mit einem katalytischen Bestandteil oder einem Gemisch davon nach bekannten
Verfahren, z. B. durch Ausfällen oder Vermischen mit einer Salzlösung und Trocknen,
imprägniert werden.
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Bei den erfindungsgemäß verwendeten (n,a)-Materialien handelt es sich
um Isotope, die beim Einfangen eines Neutrons, und zwar gewöhnlich eines Neutrons
mit einer Energie von unter 100 eV, a-Teilchen mit hoher kinetischer Energie (mehr.
als 0,1 MeV) emittieren, die Bahnen hoher Ionendichte erzeugen. Von besonderem Interesse
sind Bor 10 und Lithium 6; jedoch können auch andere Materialien, z. B. Fe, Sauerstoff
17 und Zink67 verwendet werden. Der Wirkungsquerschnitt des verwendeten (n,a)-Materials
beträgt vorzugsweise über 100 barn. Das (n,a)-Material wird vorzugsweise in einer
solchen Menge verwendet, daß mindestens 10°/o der vom Kohlenwasserstoffreaktionsteilnehmer
oder dem 01 absorbierten Energie geliefert wird.
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Bei dem vorliegend verwendeten Ausdruck »Bor« handelt es sich um in
der Natur vorkommendes Bor. Die erfindungsgemäß erzielten neuen Ergebnisse beruhen
jedoch auf einer Wechselwirkung zwischen Neutronen und dem Isotop Bor 10, das im
natürlich vorkommenden Bor in Mengen bis zu etwa 19 Gewichtsprozent vorhanden ist.
Wenn der Ausdruck »Lithium« verwendet wird, so betrifft er in der Natur vorkommendes
Lithium, das bis zu etwa 8 Gewichtsprozent Lis enthält, das in der Weise Lis(n,a)H3
reagiert. Selbstverständlich können auch Konzentrate dieser Isotopen verwendet werden.
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Zwar besitzen diese (n,a)-Materialien im allgemeinen die gleichen
Eigenschaften; doch weisen sie auch individuelle Unterschiede auf, die besonders
bei spezifischen Reaktionen verschiedene Ergebnisse verursachen können. So werden
beispielsweise mit Bor 10 infolge seines größeren Neutroneneinfangquerschnitts,
der geringeren Energie der a-Teilchen und der Verschiedenheit der Rückstoßteilchen
im Vergleich zu Lithium 6 häufig Ergebnisse erzielt, die von den mit Lithium 6 erhaltenen
verschieden sind. Wenn Bor 10 und Lithium 6 jedoch auf dem sauren Crackkataly Bator
aufgetragen sind, so haben sie die Fähigkeit gemeinsam, die unter Neutronenbeschießung
verlaufende Umwandlungsreaktion stark zu beschleunigen und die Wirkung der aktiven
Bestandteile des Katalysators zu beeinflussen.
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Die gemäß der Erfindung verwendeten (n,a)-Materialien können in Form
von Elementen und/oder Verbindungen vorliegen. Der Katlysator wird gewöhnlich mit
einer (n,a)-Verbindung imprägniert und dannz.B. unter Bildung des Oxyds calciniert
oder reduziert. In einigen Fällen kann das (n,a)-Material nicht nur auf dem Trägermaterial
aufgetragen, sondern auch mit dem Träger verarbeitet oder vermischt werden.
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Man nimmt an, daß die a-Emission des (n,a)-Materials nicht nur die
Reaktionsteilnehmer ionisiert, sondern auch den Katalysator stark beeinflußt, wodurch
ungewöhnliche und bedeutende Vorteile erzielt werden.
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Spezifische Borverbindungen, die sich für den erfindungsgemäßen Zweck
eignen, sind z. B. anorganische Borate und Borsäure, Borhalogenide, z. B. B F3 oder
B C13, Borane, Alkylborate, B203 und Borax.
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Brauchbare Lithiumverbindungen sind z. B. Li N 03, Li H C 03, Li C
H3, Li C2 H5, Lithiumphenol und Lithiumaluminiumhydrid.
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In einigen Fällen ist es vorteilhaft, ein Alkalimetallborhydrid auf
dem Hydrierungskatalysator aufzubringen. Geeignete verwendbare Verbindungen sind
z. B. KB H4, Na B H4 und Ni B H4. Diese Verbindungen eignen sich besonders für die
Umwandlung von hitzebeständigem Material mit niedrigem H: C-Verhältnis in niedrigersiedende
gesättigte Verbindungen unter geringst möglicher Bildung ungesättigter Polymerer.
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Der verwendete Katalysator besitzt vorzugsweise eine Teilchengröße
von unter etwa 1000a; der Teilchendurchmesser kann gewünschtenfalls jedoch viel
größer sein und beispielsweise 25 mm oder mehr betragen. Die Oberfläche des Katalysators
beträgt 50 bis 600 m2/g und die Porengröße 20 bis 150 A. Bei den verwendeten katalytischen
und Trägermaterialien handelt es sich normalerweise um solche, die bei Beschießung
mit Neutronen Isotope mit kurzen Halbwertszeiten, d. h. von unter 10 Wochen und
vorzugsweise von unter 1 Woche erzeugen oder die kleine Neutroneneinfangquerschnitte
aufweisen, so daß nur sehr wenig Material radioaktiv wird.
Der Katalysator
kann in an sich bekannter Weise als Suspension im umzuwandelnden Kohlenwasserstoff
oder inForm einerRuheschüttung, einer Wirbelschicht oder einer durch Schwerkraft
absinkenden Schicht verwendet werden. Falls der Katalysator, beispielsweise durch
Kohlenstoffablagerung, verunreinigt -ist, kann er auf bekannte Weise, z. B. durch
Abbrennen, Säurebehandlung, chemische Aufarbeitung usw., regeneriert werden. Die
festen Stoffe können an Ort und Stelle oder außerhalb des Reaktors und, je nach
Erfordernis, kontinuierlich oder periodisch regeneriert werden. Die Konzentration
des (n,a)-Materials kann durch Zugabe von frischem Katalysator, Zugabe geeigneter
Verbindungen zur Beschickung oder durch nochmalige kontinuierliche oder periodische
Imprägnierung des zurückgeführten Katalysators aufrechterhalten werden.
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Die Erfindung beruht zum Teil auf der wichtigen Entdeckung, daß Kohlenwasserstoffumwandlungs-
und Hydrierungskatalysatoren bei mäßigen Temperaturen, d. h. bei Temperaturen von
unter 315° C, überraschenderweise eine beträchtliche Wirkung auf die Selektivität
ausüben. Mit der Erfindung ist es möglich, bei Temperaturen zu arbeiten, die bisher
wegen der zu niedrigen Reaktionsgeschwindigkeit unvorteilhaft waren. Es können jetzt
also Reaktionen und Selektivitätsgrade erzielt werden, wie sie zuvor nicht erreichbar
waren. Ein wichtiger Vorteil ist der, daß unerwünschte Nebenreaktionen vermieden
werden können.
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Die Erfindung ist auf Umwandlungsreaktionen anwendbar, bei denen die
Reaktionsteilnehmer ganz oder teilweise in gasförmiger, flüssiger oder fester Phase
vorliegen. Am vorteilhaftesten ist ihre Anwendung auf in flüssiger Phase durchgeführte
Reaktionen; man arbeitet daher vorzugsweise unter einem Druck, der die flüssige
Phase im wesentlichen aufrechtzuerhalten vermag.
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Es wurde gefunden, daß selbst bei der Spaltung von Materialien, die
gewöhnlich als wasserstoffarm betrachtet wurden, die erhaltenen leichteren Spaltprodukte
verhältnismäßig stark gesättigt sind. Die vorliegende Erfindung ermöglicht daher
eine Hydrierung ohne Zusatz von Wasserstoff oder Anwendung einer Wasserstoffatmosphäre.
Selbstverständlich kann den Reaktionsteilnehmern Wasserstoff zugeführt werden, um
einen noch höheren Hydrierungsgrad zu erreichen. Deshalb begünstigen auch höhere
Drücke, z. B. bis zu 1000 Atm. oder höher, mit oder ohne Verwendung von systemfremden
Wasserstoff, die Sättigung der Produktfraktionen, obgleich das Verfahren bei im
wesentlichen atmosphärischem Druck durchgeführt werden kann.
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Das erfindungsgemäße Verfahren kann am zweckmäßigsten, insbesondere
in technischem Maßstabe, unter Verwendung eines Kernreaktors, und zwar diskontinuierlich
oder kontinuierlich durchgeführt werden. Das vorliegende Verfahren wird vorzugsweise
unter Rühren oder Bewegung des Reaktionsgemisches durchgeführt, so daß das Öl, die
ionisierende Strahlung und die feinteiligen katalytischen Feststoffe in entsprechenden
Kontakt gebracht werden. Bei einem kontinuierlichen Verfahren kann das zu bestrahlende
Material einfach durch den Atommeiler selbst oder durch darin angeordnete Rohre
gepumpt werden. In einigen Fällen kann der als Reaktionsteilnehmer verwendete Kohlenwasserstoff
auch als Bremssubstanz dienen.
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In der Zeichnung werden schematisch zwei Ausführungsformen der Erfindung
gezeigt, von denen die eine unter Verwendung eines Crackkatalysators (Fig.1) und
die andere unter Verwendung eines Hy drierungskatalysators (Fig.2) arbeitet.
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Nach Fig.1 wird ein Kohlenwasserstoffmaterial, z. B. ein als Destillat
erhaltenes, unbearbeitetes Gasöl durch Leitung 1 in das Verfahren eingeführt. Ein
aus 3 über die Leitung 2 zugeführter Katalysator, z. B. ein Bio enthaltender, feinteiliger
Kieselsäure-Tonerde-Crackkatalysator, wird mit dem Beschickungsmaterial vermischt.
Das erhaltene Gemisch wird hierauf durch die Bestrahlungszone 4 geleitet.
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Das bestrahlte Material gelangt über die Leitung 5 in die Trennzone
6. Die Trennzone enthält Vorrichtungen für die Gewinnung des Katalysators, z. B.
durch Destillation, Filtration, Absorption und chemische Reaktion. Der zurückgewonnene
Katalysator kann, falls gewünscht, direkt über die Leitung 7 zurückgeführt werden,
oder er kann zur Entfernung von Verunreinigungen und/oder Verbesserung seiner Eigenschaften
erst behandelt werden, z. B. durch Verbrennen, Dampfbehandlung usw., und dann zurückgeführt
werden. Die Konzentration des (n,a)-Materials kann durch Zugabe von frischem Katalysator,
Zugabe geeigneter Verbindungen zur Beschickung oder durch nochmalige kontinuierliche
oder periodische Imprägnierung des zurückgeführten Katalysators aufrechterhalten
werden.
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Die Kohlenwasserstoffprodukte werden ebenfalls in Zone 6 abgetrennt.
Dies kann bei einer Gasölbeschikkung durch Destillation, Extraktion oder durch Absorption,
z. B. mit Molekülsieben, geschehen. Falls gewünscht, kann Kohlenwasserstoffprodukt
über die Leitung 9 zurückgeführt werden.
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Die Trennzone 6 kann ferner Vorrichtungen zur Entfernung und/oder
Neutralisierung radioaktiver Abfallprodukte enthalten, z. B. Behälter zum Abklingenlassen
der Radioaktivität, Ionenaustauschvorric#htungen, Destillationssäulen undLösungsmittel-Extraktions-Anlagen.
Das fertige Produkt wird durch Leitung 10 aus dem Verfahren entfernt.
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Gemäß Fig. 2 wird ein Kohlenwasserstoffmaterial, z. B. ein als Destillat
erhaltenes Rohbenzin durch Leitung 1 in das Verfahren eingeführt. Ein aus 3 über
die Leitung 2 zugeführter Hydroformierungskatalysator, z. B. mit Platin und Boroxyd
imprägnierte Tonerde wird mit der Beschickung vermischt. Wie ersichtlich, wird hier
Wasserstoff aus dem Behälter 5 über die Leitung 4 zugeführt und mit der Kohlenwasserstoffbeschickung
vermischt; seine Verwendung ist in vielen Fällen jedoch nicht erforderlich. Das
erhaltene Gemisch wird hierauf durch die Bestrahlungszone 6 geleitet.
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Das bestrahlte Material gelangt über die Leitung 7 in die Trennzone
B. Die Trennzone enthält Vorrichtungen zur Gewinnung des Katalysators, z. B. durch
Destillation, Filtration und Absorption. Der zurückgewonnene Katalysator kann, falls
gewünscht, direkt über die Leitung 9 zurückgeführt oder zur Entfernung von Verunreinigungen
und/oder Verbesserung seiner Eigenschaften zuerst behandelt werden, z. B. durch
Verbrennen, Dampfbehandlung u. dgl.
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Die Kohlenwasserstoffprodukte und nichtverbrauchter Wasserstoff werden
ebenfalls in Zone 8 abgetrennt. Dies kann durch Destillation, Extraktion oder durch
Absorption, z. B. mit Molekülsieben geschehen. Gegebenenfalls kann der Wasserstoff
und/oder ein Teil des Kohlenwasserstoffprodukts durch die Leitung 10 zurückgeführt
werden.
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Die Trennzone 8 kann ferner Vorrichtungen zur Entfernung und/oder
Neutralisierung radioaktiver Abfallprodukte enthalten, z-. B. Behälter zum Abklingenlassen
der
Radioaktivität, Ionenaustauschvorrichtungen, Destillationssäulen undLösungsmittel-Extraktions-Anlagen.
Das fertige Produkt wird durch Leitung 11 aus dem Verfahren entfernt.
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Die Menge des verwendeten (n,a)-Materials hängt vom Neutronenfluß
ab und ist dem Neutronenfluß indirekt proportional. Dieses Verhältnis läßt sich
wie folgt ausdrücken:
wobei C die Konzentration des (n,a)-Isotops im Reaktionsgemisch, ausgedrückt in
Gewichtsprozent, Fn der \Teutronenfluß, ausgedrückt in Neutronen/cm2/s, und K einen
Faktor bedeutet, der das Verhältnis zwischen C und F" ausdrückt. Bei Bor 10 besitzt
K vorzugsweise einen Wert zwischen 10$ und 1014, am besten zwischen 1011 und 1013,
und bei Lithium 6 einen Wert zwischen 5.10s und 5.1014, vorzugsweise zwischen 5.1011
und 5.1013.
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Die Borkonzentration im Reaktionsgemisch beträgt vorzugsweise etwa
0,001 bis 1,0 Gewichtsprozent, die Lithiumkonzentration etwa 0,001 bis 5,0 Gewichtsprozent,
bezogen auf das Gesamtreaktionsgemisch. Gegebenenfalls können auch niedrigere oder
höhere Konzentrationen angewendet werden. Diese Konzentrationen beziehen sich auf
die Konzentration des Elements, gleichgültig ob das (n,a)-Material in metallischer
Form oder in Form einer Verbindung vorhanden ist. Diese Konzentrationen liegen,
wenn normale Katalysator-Öl-Verhältnisse verwendet werden, bezogen auf das Gewicht
des Katalysatoren, gewöhnlich zwischen 0,05 und 10 Gewichtsprozent. Bei einer bevorzugten
Ausführungsform wendet man das (n,a)-Material in einer solchen Menge an, daß mindestens
10% der durch den umzuwandelnden Kohlenwasserstoff oder das Öl absorbierten Energie
geliefert wird.
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Die im Atommeiler erzeugte Strahlung besteht hauptsächlich aus Neutronen
und y-Strahlen. Der verwendete Neutronenfluß beträgt vorzugsweise über etwa 1011
Neutronen/cm2/s und die y-Strahlenintensität vorzugsweise über etwa 10s Röntgen/Std.
Das vorliegende Verfahren wird am wirksamsten unter Verwendung langsamer Neutronen,
d. h. von Neutronen mit einer Energie von unter etwa 100 eV durchgeführt. Vorzugsweise
besteht die Mehrzahl der Neutronen aus langsamen Neutronen. Um die gewünschte Menge
an langsamen Neutronen zu erzielen, können gegebenenfalls Bremsstoffe, wie Kohlenstoff,
leichtes oder schweres Wasser oder Kohlenwasserstoffe verwendet werden.
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Zwar ist in der Zeichnung ein suspensoides System gezeigt. d. h.,
die festen Stoffe werden vom umzuwandelnden Kohlenwasserstoff durch die Reaktionszone
getragen, doch kann der Katalysator in der Strahlungszone auch in Form einer Ruheschüttung,
einer Wirbelschicht oder einer durch die Schwerkraft sich bewegenden Schicht verwendet
werden. Bei Wirbelschichten laufen die den Reaktionsteilnehmer und den Katalysator
enthaltenden Rohre vorzugsweise senkrecht durch den Meiler, wobei die fließbaren
Reaktionsteilnehmer nach oben strömen.
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Die Erfindung wird an Hand der folgenden Beispiele erläutert.
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In jedem Beispiel wurde der mit Luft gekühlte, mit natürlich vorkommendem
Uran arbeitende und mit Graphit gebremste Forschungsreaktor der »Brookhav en National
Laboratories« verwendet. Der Reaktor arbeitete zu dieser Zeit mit einer Gesamtleistung
von etwa 24 Megawatt, was an der Stelle, an der die Öle bestrahlt wurden, folgende
Verteilung ergab: Langsamer Neutronenfluß (0,03 eV) . . . . . . . . . . . . . .
2,5 . 1012 Neutronen/cm2/s Schneller Neutronenfluß (1 MeV) . . . .. . . . . .. ..
. 0,5 . 1012 Neutronen/cm2/s ,y-Intensität .............. 1,7.10s Röntgen/Std. Das
Kernhaus des Reaktors bestand aus einem etwa 6.6.6 in großen Graphitgitter mit horizontalen,
in gleichmäßigen Abständen innerhalb des Reaktors angeordneten, von der Nord- zur
Südfläche des Kernhauses sich erstreckenden 25 mm dicken aluminiumplattierten Uranstäben.
Dieses Kernhaus war vollkommen von einer 1,50 in dicken Betonwand umgeben. Die Öffnungen
für die Aufnahme der Proben bestanden aus 10.10 cm horizontalen Vierkantlöchern,
die sich durch die 1,50 m dicke Betonwand hindurch in den Kohlenstoffkern erstreckten,
und zwar in einem Abstande von 3 m von der Kernhausfläche. Die normalen Betriebstemperaturen
in diesen Öffnungen betrugen 120 bis 205° C.
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Die Bestrahlung wurde wie folgt durchgeführt: Drei 0,95-1-Proben wurden
gleichzeitig bestrahlt, indem man sie in drei belüftete Aluminiumbehälter mit einem
Durchmesser von 75 mm brachte, die auf einem horizontalen Aluminiumschlitten angeordnet
waren. Die Entlüftungsrohre aus Aluminium erstreckten sich aus der Dampfphase der
Behälter aus dem Kernhaus und durch die Betonwand hindurch zu einem Probeaufnahmesystem,
in dem Gase und kondensierbare Flüssigkeiten gemessen und gesammelt wurden. Die
Proben wurden dadurch hergestellt, daß man den Behälter mit den Feststoffen füllte,
den Zwischenraum im Behälter evakuierte und das Öl unter Anwendung von Vakuum in
den Behälter saugte. Die Proben wurden dann mit gereinigtem Stickstoff durchgespült
und während vorgesehener Stillegungen in den Reaktor eingeführt. Nach 10tägiger
Bestrahlung wurden sie bei der nächsten Stillegung aus dem Reaktor genommen.
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Beispiel 1 Es wurden drei Öle mit Umwandlungs- oder Crackkatalysatoren
behandelt. Bei diesen Ölen handelte es sich um Öl A. Ein aus Erdöl gewonnenes, unbearbeitetes,
paraffiniertes Gasöl mit folgenden Daten.: Spezifisches Gewicht 0,8724, Bromzahl
0,125 g/g, SSU-Viskosität 34,4 bei 99° C,= Viskositätsindex 67, Schwefelgehalt 0,14
Gewichtsprozent. Destillationseigenschaften: 5% des Materials waren bei atmosphärischem
Druck bei 315° C und 90'% bei 370° C abdestilliert.
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Öl B. Ein aus Erdöl gewonnenes, unbearbeitetes, naphthenischesGasöl
mitfolgendenDaten: Spezifisches Gewicht 0,8702, Bromzahl 0,247 ,/g, SSU-Viskosität
33,0 bei 99° C, Viskositätsindex 77, Schwefelgehalt 1,5 Gewichtsprozent. Destillationseigenschaften
:12,60/a des Materials waren bei atmosphärischem Druck bei 315° C und 98% bei 358°
C abdestilliert.
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Öl C. Ein Phenolextrakt aus einem katalytischen Umlaufmaterial
(290 bis 370° C), das durch Spaltung eines schweren West-Texas-Gasöls erhalten worden
war. Dieser Extrakt enthält 95 % mehrkernige aromatische Verbindungen und hat ein
spezifisches Gewicht von 0,9902 und einen Schwefelgehalt von 1,6 Gewichtsprozent.
90% des Extrakts siedeten bei atmosphärischem Druck: im Bereich von 315 bis 370°
C.
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Die verwendeten Katalysatoren wurden wie folgt hergestellt
1.
Boroxyd auf Tonerde Der Tonerdeträger wurde in ähnlicher Weise wie in der USA.-Patentschrift
2 636 865 beschrieben hergestellt. Durch Lösen von reinem metallischen Aluminium
in Alkohol wurde ein Aluminiumalkoholat hergestellt. Aus diesem Alkoholat erhielt
man durch Ausfällen mit Wasser, Waschen und Trocknen eine 99,95+1/oige reine Tonerde.
Die Tonerde wurde in die Form von Körnchen mit einem Durchmesser von 3,2 mm gebracht,
die anschließend calciniert wurden. Diese Körnchen wurden mit einer wäßrigen Borsäurelösung
imprägniert, bei 315' C getrocknet und 4 Stunden -bei 425' C calcinieit.
Dieser Katalysator hatte eine Oberfläche von 300 M2/g und eine Porengröße von 50
bis 80 Ä.
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z. Boroxyd auf Kieselsäure-Tonerde Aluminiumoxyd wurde aus Aluminiumsulfatlösung
auf zuvor gefällte Kieselsäure durch Zugabe von Ammoniak gefällt. Die Fällung wurde
gewaschen, getrocknet und mehrere Stunden bei Temperaturen bis zu 650' C
calciniert. Sie enthielt 131/o Aluminiumoxyd. Sie wurde pulverisiert und zu Pillen
mit einem Durchmesser von 4,8 - 4,8 mm verarbeitet. Diese Pillen wurden, wie beim
Tonerdekatalysator beschrieben, mit Boroxyd imprägniert.' Der Katalysator hatte
eine Oberfläche von etwa 500 m2/g.
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3. Lithium auf Kieselsäure-Tonerde Die vorstehend beschriebenen Kieselsäure-Tonerde-Pillen
wurden mit Lithium imprägniert, indem man nach 5stündigem Calcinieren des Katalysators
bei, 4800 C eine 0,7 n-Lithiumnitratlösung absorbieren ließ. Der Katalysator mit
der absorbierten Li N Os-Lösung wurde etwa 20 Stunden auf 455' C erhitzt, um den
Katalysator zu trocknen und das Nitrat zu Lithiumoxyd zu oxydieren.
| Tabelle I |
| ! _ - Z -- 3 4 5 ( 6 |
| Beschickung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. Öl A Öl B 01 C |
| Katalysator . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
0,12'/o B 0,15 °/1 B 0,5 % Li 0,121/o B 0,15 %B 11/0 B |
| f11 Si: Al* Si:Al'k Al *=@ Si:Al* Si:Al* |
| Bestrahlungsdauer, Tage . . ... ........ 10 _ 10 19: 10 - 10
10 ' |
| Umwandlung in C,- Kohlenwasserstoffe, |
| Gewichtsprozent .................... 7,4 9,7 22,1 4,8 20,0
6,9 |
| Produkte |
| Siedebereich, o C . . . . . . . . . . . . . . . . 18 bis 221
18 bis 221 18 bis 221 18 bis 221 18 bis 221 18 bis 221 |
| 1/o, bezogen auf die Beschickung ... 2,6 .3,4 0,1 0,3
0,5 0 |
| Schwefel, Gewichtsprozent ....... 0.04 0,04 0,26 |
| Aromatische Verbindungen, . |
| Volumprozent . . . -. . . . . . . . . . . . . : 21,3 14,7 @9,7
16,3 - |
| Olefine, Volumprozent .: . .:.. . .... 57,4 18,4 50,0 38,4 |
| Gesättigte Verbindungen, Volum- |
| prozent ..:.................... 21,3 66,9 40,3 45,3 |
| Bromzahl .:.................. . 66,7 ;,13,8 30,5. . |
| Siedebereich, ° C . . . . . . . . . . .-. . : . 221 bis
315.-221 bis 315 221 bis 315 221 bis 315 221 bis 315 225 bis 293 |
| 1/o, bezogen auf dieBeschickung. . . 5,6 4,9 ' 5,8 4,5 4.;1
, . 2,1 |
| Schwefel, Gewichtsprozent ....... 0,05- 0.;04 0,15 _ 0,37 .
0,37 |
| Aromatische Verbindungen, |
| Volumprozent . . . . . . . . . . . . . . . . . 23,9 15,9 18
10,5 13,7 32,6 |
| Olefine, Volumprozent .... ....... - 63,6 24,9 40,4
40 38,9 42,4 |
| Gesättigte Verbindungen, Volüm= |
| prozent ....................... 12.5 59,2 - 41,6 49,5 47,4
'25 |
| Spezifisches Gewicht . . . . . . . . . . . . . 0,8718 0,8428
0,8550 0,8285 0,8433 |
| Bromzahl ...................... , 52,8 10.,1 13,5 31,2
28,4 17 |
| Anilinpunkt, o -C ............ .. 34 63 60 71 64 |
| Siedebereich, o C . . _ . . . ... . . 315 bis 358 315 bis 358
315 bis 358 315 bis 348 315 bis 358 293 bis 371 |
| 1/o, bezogen auf die Beschickung ... 38,5 20,7 7,9 18,5
16,0 20,9 |
| Schwefel, Gewichtsprozent ....... 0,06 0,10 0,03 0,55 0,59
.1,62 |
| Spezifisches Gewicht . . . . . . . . . . .... 0,8984 0,8967
0,9705 |
| Bromzahl ....................... 15,2 9,27 |
| Anilinpunkt, o C . . . . . . . . . . . . . . . . 58 62 |
| * Si: Al - Kieselsäure-Tonerde. |
| ** Al - Tonerde. |
| 1 2 3 4 I 5 6 |
| Beschickung ......................... Ö1 A 01 B Öl C |
| Siedebereich, ° C . . . . . . . . . . . . . . . . . . 358 bis
482 371 bis 482 349 bis 371 371 bis 482 371 bis 482 |
| %, bezogen auf die Beschickung .. 13,5 6,2 1,2 8,1 11,9 |
| SSU-Viskosität bei 99° C . . . . . . . . 54,2 66,5 52,4 46,3 |
| Gießpunkt, ° C . . . .... . . .. . .. . ... -20,5 -20,5 -9,4
-20,5 |
| Siedebereich, ° C . . . . . . . . . . . . . . . . . . 482 bis
540 482 bis 521 371 bis 482 482 bis 521 482 bis 516 |
| 0/0, bezogen auf die Beschickung .. 9,7 6,5 15,0 10,4 4,3 |
| SSU-Viskosität bei 99° C . . . . . . . . 191,4 I 154,8 46,9
317.9 |
| Gießpunkt, ° C .................. -1,1 -3,9 -12,2 |
| Siedebereich, ° C .................. 358-i- 540-i- 521-I- 482-I-
521-I-- 516-1- |
| '/o, bezogen auf die Beschickung .. 46,0 38,3 35,7 55,8 -41,0
37,9 |
Die Daten der vorstehenden Tabelle zeigen, daß bor-und lithiumhaltige Katalysatoren
eine starke Wirkung auf die aus verschiedenen Ölarten erhaltenen Produkte ausüben.
Die Verwendung des Kieselsäure-Tonerde-Katalysators führt, wie aus der Menge der
verbleibenden Beschickung zu ersehen ist, zu einer stärkeren Umwandlung der Beschickung.
Außerdem bewirkt dieser Katalysator die Bildung größerer Mengen gesättigter Verbindungen,
hauptsächlich auf Kosten der Olefine, während geringere Ausbeuten an aromatischen
Verbindungen erhalten werden. Die Untersuchung des mit dem Borkatalysator erhaltenen
flüssigen Produkts zeigte eine beträchtliche Erhöhung der Viskosität, was auf eine
weitgehende Polymerisation hindeutet.
-
Die Reaktionsgeschwindigkeit wurde bei Verwendung eines mit (n,a)-Material
imprägnierten Katalysators um das etwa 25fache erhöht, wie aus der Anfangsgeschwindigkeit
der Gasentwicklung hervorgeht. Diese beschleunigende Wirkung ist von großer Bedeutung,
da hierdurch die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens stark erhöht wird.
-
Die Daten zeigen ferner, daß Bor auf Tonerde einen spezifischen Katalysator
für die Spaltung gesättigter Kohlenwasserstoffe in stark ungesättigte Materialien
darstellt. Sie zeigen außerdem, daß die Kombination eines sauren Crackkatalysators
mit Bor zu einem spezifischen Katalysator für die Umwandlung naphthenischer Gasöle
in hochwertige Dieselöle zu führen scheint, wie durch den Diesel-Index festgestellt
wurde. Beispiel 2 Drei Arten von Ölen wurden erfindungsgemäß hydroformiert.
-
Öl A. Ein hydriertes Leuchtöl mit einem spezifischem Gewicht von 0,7985,
einem Brechungsindex von 1,4407, einem Schwefelgehalt von 0,09 Gewichtsprozent und
einem Siedebereich von 120 bis 270° C.
-
Öl B. Ein Phenol-Extrakt eines katalytischen Umlaufmaterials (290
bis 370), das durch Spaltung eines schweren West-Texas-Gasöls erhalten wurde. Dieser
Extrakt enthielt 95 % mehrkernige aromatische Verbindungen und hatte ein spezifisches
Gewicht von 0,9902 und einen Schwefelgehalt von 1,6 Gewichtsprozent. 90% des Extrakts
siedeten bei atmosphärischem Druck im Bereich von 315 bis 370° C.
-
Öl C. Reines Cetan.
-
Für die Umwandlung dieser Materialien wurde ein mit Bor imprägnierter
Platin-Tonerde-Katalysator verwendet. Bei dem Platin-Tonerde-Katalysator handelte
es sich um einen im Handel erhältlichen Alkoholat-Tonerde-Katalysator mit 0,6 Gewichtsprozent
Platin und 0,6 Gewichtsprozent Chlor. Der Katalysator hatte die Form von 4,8 - 3,2
mm großen Zylindern mit einer Oberfläche von 300 m2/g und einer Porengröße von 50
bis 80A. Dieser Platin-Tonerde-Katalysator wurde mit einer wässerigen Borsäurelösung
imprägniert, bei 315° C getrocknet und 4 Stunden bei 425° C calciniert.
-
In der nachstehenden Tabelle II sind die Ergebnisse dieser Versuche
aufgeführt. In Tabelle III ist eine vollständigere Analyse der leichteren, durch
Umwandlung des Öls B unter Verwendung eines 1% Bor enthaltenden Katalysators erhaltenen
Materialien wiedergegeben. Bei diesen handelt es sich um diejenigen Substanzen,
die zu Anfang des Versuchs überdestilliert werden. Innerhalb von 3 Tagen wurden
60% der Beschickung in ein leichter siedendes Produkt gespalten, das aus der Entlüftungsleitung
destilliert und gewonnen wurde.
| Tabelle II |
| 1 1 2 I 3 I 4 |
| Beschickung ..................................... Öl A Ö1 B
Öl C |
| Bormenge, % .................................... 1 0,186 1,0
0,14 |
| Bestrahlungsdauer, Tage ......................... 10 10 ( 14
** 011 |
| Umwandlung in C.- Kohlenwasserstoffe, Gewichts- |
| prozent . ..................................... 32,0 4,4 12,1 |
| Am Kopf gewonnenes destilliertes Material. |
| '`* Diese Analyse betrifft am Ende des Versuchs im Behälter
zurückgebliebenes Material. |
| noch: Tabelle II |
| _ 4 . |
| Beschickung ..................... ............... C51
A Ö1 B Öl C |
| Produkte |
| Siedebereich, ° C . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. . . . . . . . . 18 bis 221 18 bis 293 18 bis 249 18 bis 205 |
| oio, bezogen auf die Beschickung . .. ..... ... . . . 26,5
5,4 0 5,8 |
| Schwefel, Gewichtsprozent ................... 0,0001 -- - 0,016 |
| Aromatische Verbindungen, Volumprozent .... 0,9 24,8
-- 0,9 |
| Olefine, Volumprozent .......... ........ ..... 2,6 25,2 --
0,9 |
| Gesättigte Verbindungen, Volumprozent ...... 96,5 50,0 -- 98,2 |
| Bromzahl ................................... 0,96 14,2 1,46 |
| Spezifisches Gewicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. . . . . . 0,7256 0,8438 0,'7208 |
| Siedebereich, ° C . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. . . . . . . . . 221 bis 315 249 bis 315 |
| °/o, bezogen auf die Beschickung . . . . . . . . . . . . .
. 7,7 1,1 |
| Schwefel, Gewichtsprozent ................... -- |
| Aromatische Verbindungen, Volumprozent .... 0,9 69,1 |
| Olefine, Volumprozent .............. ........ 4,4 22,1 |
| Gesättigte Verbindungen, Volumprozent ...... 94,7 8,8 |
| Bromzahl ................................... 2,2 13,0 |
| Siedebereich, ° C ...... . . . . . . . . . . . . . .
. . . . . . . . . . 315 bis 371 293 bis 371 315 bis 371 |
| o/o, bezogen auf die Beschickung . . . . . . . . . . . . .
. 5,4 29,9 3,4 |
| Schwefel, Gewichtsprozent ................... 1,59 1,39 |
| Spezifisches Gewicht ......................... 0,9665 |
| Bromzahl ................................... 7,26 11,4 |
| Siedebereich, ° C .............................. 371 bis 482
371 bis 482 |
| °/o, bezogen auf die Beschickung . . . . . . . . . . . . .
. 13,2 1,8 |
| Siedebereich, o C .............................. 482 bis 527
482 bis 513 |
| °/o, bezogen auf die Beschickung . .. ...... ... . . 11,1 1,9 |
| Siedebereich, ° C .............................. 371-I- 527-f-
513r 205-1- |
| °/o, bezogen auf die Beschickung . . . .. . . . . . . . . .
25,3 39,7 16,9 1,2 |
| Tabelle III |
| Fraktion, 0 / 0 18 bis 10 10 bis
20 20 bis 30 30 bis 40 40 bis 50 1 50 bis 60 1 60 bis 70 |
| Temperatur, ° C . . . . . . . . . . . 14.7 172 191 209 227
251 279 |
| PIA (1), Volumprozent |
| Aromatische Verbindungen 8,7 11,8 11,2 11,1 11,9 13,6 15,7 |
| Olefine ............ ...... 18,8 11,4 10,3 11,1
11,9 11,7 15,7 |
| Gesättigte Verbindungen .. 72,5 76,8 78,5 77,8 76,2 74,7 68,6 |
| Anilinpunkt, ° C . . . . . . . . . . 49 -- 54 57 59 62 64 65 |
| Spezifisches Gewicht ...... 0,8095 0,8208 0,8358 |
| Diesel-Index* ............ 62,4 60,5 56,3 |
| Massenspektrum, °/o |
| Paraffine ............... 40 40 |
| Naphthene ............. 40 1 40 |
| ° |
| Diesel-Index API # Anilinpunkt |
| * = |
| 100 |
| (1) Fluoreszenz-Intensitäts-Analyse. |
Während dieser Versuche zeigte es sich, daß die Reaktionsgeschwindigkeit bei Verwendung
borhaltiger Katalysatoren im Vergleich zu solchen ohne Borzusatz um etwa das 25fache
erhöht wird, wie aus der Anfangsgeschwindigkeit der Gasentwicklung hervorging. Diese
Beschleunigung ist von Bedeutung, da sie hinsichtlich der Reaktionszeit zu einem
wirtschaftlicheren Verfahren führt und außerdem eine umfassendere Reaktion je angewandter
Strahlungsenergie ermöglicht.
Die mit dem Extrakt des Umlaufmaterials
erzielten Ergebnisse, das mehr als 95 % mehrkerniger aromatischer Verbindungen enthält,
sind besonders interessant. Dieses Material wurde unter Erzielung einer Ausbeute
von etwa 30% Rohbenzin gekrackt, das zu 80% gesättigt war. Dies ist ein vollkommen
überraschendes Ergebnis und scheint in erster Linie durch das dem Katalysator aufimprägnierte
(n,a)-Material zustande zu kommen denn wenn das (n,a)-Material einfach in den Reaktionsteilnehmern
gelöst wird, wird keine entsprechende Hydrierung erreicht.
-
Ebenso führte der borhaltige Hydrierungskatalysator bei der Umwandlung
von Cetan gegenüber einem einfachen borierten Träger zu einem stark gesättigten
Rohbenzin. Mit dem borierten Hydrierungskatalysator wurde ein zu 98°/o gesättigtes
Rohbenzin erhalten, -während mit lediglich 2% Bor auf Tonerde unter den gleichen
Bedingungen nur eine 33%ige Sättigung erzielt -wurde.
-
Das zwischen 250 und 315° C siedende Material, das durch Umwandlung
des Umlaufmaterials erhalten wurde, besitzt einen verhältnismäßig hohen Anilinpunkt,
ein verhältnismäßig hohes spezifisches Gewicht und einen hohen Diesel-Index, was
bedeutet, daß es als Dieselkraftstoff geeignet ist.
-
Diese Daten zeigen, daß der verfügbare Wasserstoff selbst bei atmosphärischem
Druck sehr gut ausgenutzt wird und daß eine überraschend gute Umwandlung der aromatischen
Bestandteile erfolgt. Werden Reaktionen dieser Art unter Druck und in einer Wasserstoffatmosphäre
durchgeführt, so werden noch vollständiger gesättigte Produkte erhalten.
-
Bei Anwendung einer Wasserstoffatmosphäre führt die Bildung von reaktionsfähigem
Wasserstoff durch diesen besonderen Katalysator zu einem geringeren Wasserstoffverbrauch
und einer Erhöhung der Wirksamkeit.
-
Obzwar diese Technik besonders für die Umwandlung von hitzebeständigen
Beschickungen, wie Rückstandsölen und Umlaufmaterialien, sowie für die Umwandlung
von kohlenstoffhaltigen Materialien, wie Schieferölen, Teersandölen, Kohle und Kohlenteeröl,
geeignet ist, kann sie auch auf andere bekannte Verfahren angewandt werden, bei
denen eine Hydrierung erfolgt, z. B. bei der Hydroformierung von Rohbenzin sowie
bei der hydrierenden Spaltung von Gasölen.