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DE1086680B - Verfahren zur radiochemischen Umwandlung von Kohlenwasserstoffen - Google Patents

Verfahren zur radiochemischen Umwandlung von Kohlenwasserstoffen

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Publication number
DE1086680B
DE1086680B DEE14343A DEE0014343A DE1086680B DE 1086680 B DE1086680 B DE 1086680B DE E14343 A DEE14343 A DE E14343A DE E0014343 A DEE0014343 A DE E0014343A DE 1086680 B DE1086680 B DE 1086680B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
activated carbon
catalyst
hydrocarbon
carbon catalyst
neutrons
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEE14343A
Other languages
English (en)
Inventor
Elroy Merle Gladrow
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
ExxonMobil Technology and Engineering Co
Original Assignee
Exxon Research and Engineering Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Exxon Research and Engineering Co filed Critical Exxon Research and Engineering Co
Publication of DE1086680B publication Critical patent/DE1086680B/de
Pending legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10GCRACKING HYDROCARBON OILS; PRODUCTION OF LIQUID HYDROCARBON MIXTURES, e.g. BY DESTRUCTIVE HYDROGENATION, OLIGOMERISATION, POLYMERISATION; RECOVERY OF HYDROCARBON OILS FROM OIL-SHALE, OIL-SAND, OR GASES; REFINING MIXTURES MAINLY CONSISTING OF HYDROCARBONS; REFORMING OF NAPHTHA; MINERAL WAXES
    • C10G35/00Reforming naphtha
    • C10G35/16Reforming naphtha with electric, electromagnetic, or mechanical vibrations; by particle radiation
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C4/00Preparation of hydrocarbons from hydrocarbons containing a larger number of carbon atoms
    • C07C4/02Preparation of hydrocarbons from hydrocarbons containing a larger number of carbon atoms by cracking a single hydrocarbon or a mixture of individually defined hydrocarbons or a normally gaseous hydrocarbon fraction
    • C07C4/06Catalytic processes
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08FMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
    • C08F10/00Homopolymers and copolymers of unsaturated aliphatic hydrocarbons having only one carbon-to-carbon double bond
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10GCRACKING HYDROCARBON OILS; PRODUCTION OF LIQUID HYDROCARBON MIXTURES, e.g. BY DESTRUCTIVE HYDROGENATION, OLIGOMERISATION, POLYMERISATION; RECOVERY OF HYDROCARBON OILS FROM OIL-SHALE, OIL-SAND, OR GASES; REFINING MIXTURES MAINLY CONSISTING OF HYDROCARBONS; REFORMING OF NAPHTHA; MINERAL WAXES
    • C10G15/00Cracking of hydrocarbon oils by electric means, electromagnetic or mechanical vibrations, by particle radiation or with gases superheated in electric arcs
    • C10G15/10Cracking of hydrocarbon oils by electric means, electromagnetic or mechanical vibrations, by particle radiation or with gases superheated in electric arcs by particle radiation
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C2521/00Catalysts comprising the elements, oxides or hydroxides of magnesium, boron, aluminium, carbon, silicon, titanium, zirconium or hafnium
    • C07C2521/18Carbon

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Catalysts (AREA)
  • Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)

Description

  • Verfahren zur radiochemischen Umwandlung von Kohlenwasserstoffen Die vorliegende Erfindung betrifft die Umwandlung von Kohlenwasserstoffen durch Bestrahlung in Gegenwart von Aktivkohle als Katalysator. Die Bestrahlung erfolgt hauptsächlich durch Gammastrahlen und/oder Neutronen.
  • Bei einer Ausführungsform ist der Katalysator mit einem Neutronen einfangenden, Alphateilchen emittierenden Material imprägniert.
  • Es ist bekannt, Kohlenwasserstoffe mittels einer ionisierenden Strahlung hoher Energie, wie z. B. Beta-und Gammastrahlen und Neutronen, umzuwandeln.
  • Die Anwendung von Bestrahlung zur Durchführung von Reaktionen bietet eine Reihe von wesentlichen Vorteilen gegenüber Verfahren nach dem bisherigen Stand der Technik. Beispielsweise können damit erwünschte Gleichgewichte bei Reaktionen eingestellt werden, die sich normalerweise durch übliche Mittel nicht erreichen lassen.
  • Es wurde nun gefunden, daß ein Aktivkohle-Katalysator einen merklichen und überraschenden Einfluß auf die radiochemische Umwandlung von Kohlenwasserstoffen, insbesondere von Erdöl-Kohlenwasserstoffen, wie z. B. Rohbenzin und Gasölen, hat. Es wurde überraschenderweise gefunden, daß ein an sich bekannter Aktivkohle-Katalysator ein unter Bestrahlung durchgeführtes Kohlenstoffumwandlungsverfahren weit über das Maß hinaus beschleunigt, das normalerweise zu erwarten wäre. Es wurde weiter gefunden, daß der Aktivkohle-Katalysator eine merkliche Isomerisierung unter den umgewandelten Kohlenwasserstoffen, insbesondere den 4 bis 10 Kohlenstoffatome enthaltenden Kohlenwasserstoffen, bewirkt. Dies überrascht, weil man normalerweise annehmen müßte, daß auf diesen freie Radikale erzeugenden Katalysatortyp nur eine geringe Isomerisierung zuruckzuführen ist.
  • Die erfindungsgemäße Verwendung des Aktivkohle-Katalysators ist besonders vorteilhaft beim Beschießen von Kohlenwasserstoffen in Kernspaltungsreaktoren, d. h. bei der Beschießung mit Neutronen, weil Aktivkohle einen sehr geringen Neutroneneinfangquerschnitt hat.
  • Die Erfindung läßt sich auf sehr unterschiedliche Kohlenwasserstoffbeschickungen, wie übliche Erdöle, Schieferöle, Teersandöle, Asphalte, synthetische (5le, natürliche und synthetische Kohlenwasserstoffgase, anwenden, besonders zur Umwandlung von Olen, die aus Erdöl stammen, wie z. B. Rohölen, Destillat-und Rückstandsfraktionen dieser Ole, aus ihnen hergestellte Extrakte oder Konzentrate oder deren Gemische. Ein bevorzugtes Beschickungsmaterial ist ein Erdöldestillat, das im Bereich zwischen etwa 65 und 510° C siedet und das vorwiegend paraffinischer Natur ist.
  • Beispielsweise ist das erfindungsgemäße Verfahren für die Isomerisierung von leichten unbearbeiteten Rohbenzinen zwecks Erhöhung der Oktanzahl nützlich. Es kann auch angewendet werden, um-wie an sich bekannt-Wachse zu Schmiermitteln mit hohem Viskositätsindex zu isomerisieren. Durch geeignete Auswahl der Beschickung und der Betriebsbedingungen erhält man Produkte, die in Motorenölen, als chemische Rohmaterialien oder als Benzinzumischungskomponenten brauchbar sind.
  • Aktivkohle-Katalysatoren können-wie an sich bekannt-durch Kalzinieren harter zellulosehaltiger Materialien, wie z. B. Kokosschalen und Aprikosenkernen, aus Chemie-Koks (einem Nebenprodukt bei der Herstellung von farblosen Paraffinölen), aus Wirbelschichtkoks, aus Kohle und aus ähnlichen kohlenstoffhaltigen Materialien hergestellt werden. Die rohe Kohle oder der Koks weisen gut entwickelte Strukturen feiner Poren auf. Diese Poren können durch verschiedene Oxydationsmittel vergrößert werden, die mit dem Kohlenstoff reagieren, wie z. B. Wasserdampf, Sauerstoff, Kohlendioxyd, Schwefel. Im allgemeinen ist das schließlich erhaltene Aktivkohleprodukt um so aktiver (größere Oberfläche, größeres Porenvolumen, größere Adsorptionskapazität), je milder das Oxydationsmittel ist. Beispielsweise setzt sich Sauerstoff bei relativ niedrigen Temperaturen leicht mit Kohlenstoff um, seine Einwirkung erzeugt jedoch keine besonders vorteilhafte Aktivkohle. Andererseits ist Wasserdampf, der sich unterhalb von etwa 650° C nicht rasch mit Kohlenstoff umsetzt, ein wirksames Aktivierungsmittel bei Temperaturen von etwa 760° C und höher. Kohlendioxyd erfordert für die Umse'tzurig mit dem Kohlenstoff sogar noch höhere Temperaturen, das Aktivkohle-Endprodukt ist jedoch ein Katalysator hoher Qualität.
  • Der erfindungsgemäß verwendbare Aktivkohle-Katalysator hat im allgemeinen die folgenden Eigenschaften : Die Oberfläche des Aktivkohle-Katalysators beträgt mehr als 50 m2/g, vorzugsweise mehr als etwa 200 m2/g, und das Porenvolumen beträgt mindestens 0, 20 cm3/g. Die angegebenen Oberflächen-und Porenvolumenwerte werden mit Stickstoff nach dem bekannten Brunauer-Emmet-Teller- (B. E. T.-) Verfahren bestimmt. Die Schüttdichte des Katalysators ist vorzugsweise größer als 0, 4 kg/l. Der Aktivkohle-Katalysator kann für eine Ruheschüttung in Form von Körnchen einer Größe (lichte Maschenweite) von 4, 76 bis 0, 149 mm oder feiner, für eine Schlämmung mit einer Teilchengröße im Bereich zwischen 0, 30 und 0, 044 mm oder feiner und für ein Wirbelschichtverfahren hauptschlich mit einer Teilchengröße von 20 bis 801l zur Anwendung kommen. Die Temperatur in der Katalysatorzone und die Natur der Beschickung haben unmittelbaren Einfluß auf den Typ des angewendeten Verfahrens. Die Abriebfestigkeit der Aktivkohle ist beim Arbeiten mit einer Ruheschüttung nicht allzu wichtig ; beim Arbeiten mit Schlämmungen oder Wirbelschi, chten wird es vorgezogen, daß der Verlust durch Abrieb weniger als etwa 60/o pro Stunde, insbesondere weniger als etwa 3, 5 °/o pro Stunde, beträgt, wie nach der Abnutzungsprüfung nach Roller (s. dazu Oil and Gas Journal, 1947, Nr. 46, S. 307) gemessen, Da Aktivkohlen nicht aus reinem Kohlenstoff bestehen und einen restlichen Aschegehalt besitzen, der bis zu 40/o oder mehr betragen kann, ist es besonders erwünscht, daß die Natur dieser anorganischen Bestandteile bekannt ist, so daß durch sie keine nachteiligen Wirkungen hervorgerufen werden, wenn sie in der Umgebung eines Kernreaktors verwendet werden.
  • Vorzugsweise beträgt der gesamte Neutroneneinfangquerschnitt des Kohle-Katalysators und der Verunreinigungen weniger als 75 barn.
  • Außer den ihrer Natur nach in der Aktivkohle enthaltenen Verunreinigungen, die entweder katalytisch oder infolge ihrer nuklearen Eigenschaften die Umwandlung der Kohlenwasserstoffe beeinflussen können, kann der Aktivkohle-Katalysator kleinere Mengen, und zwar weniger als etwa 10°/o, an katalytischen Komponenten zusätzlich enthalten, die als solche in der Technik allgemein bekannt sind. Beispiele für derartige katalysierende Zusätze sind Platin, Nickel, Kobalt, Kupfer, Molybdate, Oxyde, Wolframate, Chromate, Phosphate und Sulfide.
  • Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, daß man dem Katalysator kleinere Mengen sogenannter » radiochemisch katalytischer Komponenten « einverleibt. Von besonderem Interesse sind die Isotopen t°B und 6Li, die nach Einfangen eines Neutrons eine stark ionisierende Alphastrahlung emittieren. Man kann zwar die reinen Isotope verwenden, es können jedoch auch die natürlich vorkommenden Elemente Bor und Lithium verwendet werden, da sie merkliche Mengen dieser Isotopen enthalten. Die Isotope können als reine Elemente oder als Verbindungen dieser Elemente verwendet werden.
  • Beispiele für derartige Verbindungen sind Boroxyd (B203) und Lithiumoxyd (Li2O). Vorzugsweise verwendet man weniger als 10 Gewichtsprozent Lithium- oxyd und weniger als 2 Gewichtsprozent Boroxyd, bezogen auf den Katalysator. Es ist vorzuziehen, die aktive Holzkohle mit diesen Verbindungen oder Elementen zu imprägnieren, sie können jedoch auch in dem Kohlenwasserstoff-Reaktionsteilnehmer in Form öllöslicher Verbindungen, wie z. B. Bortriäthyl, Triphenylbor, Phenyllithium und dem I, ithiumsalz hochmolekularer Phenole, enthalten sein.
  • Der Aktivkohle-Katalysator kann als Suspension in den flüssigen Kohlenwasserstoffen oder als Ruheschüttung, als Wirbelschicht oder als absinkende Schicht verwendet werden ; alle diese Anwendungsverfahren sind in der Technik bekannt. Falls der Katalysator verunreinigt ist, kann er nach bekannten Verfahren, z. B. durch Brennen, Säurebehandlung, chemische Aufarbeitung, Behandlung mit Wasserdampf bei hohen Temperaturen oder durch die vorstehend erwähnte Behandlung mit C 02, regeneriert werden. Die Feststoffteilchen können an Ort und Stelle oder außerhalb des Reaktors, und zwar kontinuierlich oder nach Bedarf periodisch, regeneriert werden.
  • Die erfindungsgemaß angewendete Bestrahlung kann durch Elementarteilchenbeschleuniger, aus Reaktorabfallprodukten oder Produkten erhalten werden, die, wie z. B. Kobalt 60, besonders radioaktiv gemacht wurden. Beispielsweise kann man verbrauchte Brennelemente aus einem Atommeiler oder aluminiumumkleidete Kobaltstäbe verwenden, die einer Beschießung mit Neutronen ausgesetzt worden waren.
  • Bei Verwendung radioaktiver Materialien beträgt der durchschnittliche Gammastrahlenfluß in der Reaktionszone mehr als etwa 105 Röntgen pro Stunde. Die Reaktionsbedingungen werden vorzugsweise ferner so gestaltet, daß das Kohlenwasserstofföl eine Bestrahlung mit Gammastrahlen von mindestens 106 Röntgen erhält. Dieses Material kann der Einwirkung der Strahlungsquelle einfach dadurch ausgesetzt werden, daß man es in Rohren durch das radioaktive Material oder an diesem vorbeileitet oder aber indem man das radioaktive Material an dem zu behandelnden Kohlenwasserstoff vorbeibewegt.
  • Es wird jedoch vorgezogen, einen Kernreaktor als Strahlungsquelle zu verwenden. Ganz allgemein wird dabei eine höhere Strahlungsstärke erreicht, und die Bestrahlungszeiten können verkürzt werden. Die durch einen Kernreaktor erhältliche Neutronenstrahlung erleichtert ferner die Umwandlung der Kohlenwasserstoffe wesentlich. Bei dieser Ausführungsform der Erfindung beträgt der durchschnittliche Gammastrahlenfluß in der Reaktionszone vorzugsweise mehr als 105 Röntgen pro Stunde und der durchschnittliche NeutronenfluB mehr als 10t° Neutronen/cm2 sec. Die erhaltene Strahlungsdosis liegt dabei vorzugsweise oberhalb etwa 107 Röntgen ; Bei Verwendung eines Kernreaktors wird das Kohlenwasserstofföl einfach durch die in dem spaltbaren Material oder um dieses Material herum angeordneten Rohre gepumpt. cliche Bremssubstanzen, wie Kohlenstoff, leichtes und schweres Wasser, werden zur Gewinnung thermischer Neutronen verwendet. In einigen Fällen kann der Kohlenwasserstoff-Reaktionsteilnehmer selbst als Bremssubstanz dienen.
  • Das Verfahren nach der Erfindung läßt sich auf Umwandlungsreaktionen anwenden, bei denen sich der als Reaktionsteilnehmer verwendete Kohlenwasserstoff ganz oder teilweise in der Gasphase befindet. Es wird am zweckmäßigsten auf Reaktionen in der flüssigen Phase angewendet, und der angewendete Druck ist daher vorzugsweise genügend hoch, um im wesentlichen eine flüssige Phase zu behalten. Die Temperatur kann sehr verschieden sein, der bevorzugte Bereich liegt zwischen 93 und 482° C.
  • Nach der Zeichnung werden Kohlenwasserstoffe, z. B. ein utbearbeitetes Gasöldestillat, durch die Leitung 1 dem Verfahren zugeführt. Ein durch die Leitung 2 zugeführter Aktivkohle-Katalysator wird mit dem Gasöl vermischt, und das Gemisch wird in die Bestrahlungszone 3 eingeführt. Die Menge des verwendeten Katalysators liegt gewöhnlich im Bereich zwischen 0, 05 und 1, 0 kg/kg der Beschickung. Die Strömungsgeschwindigkeit der Mischung wird so eingestellt, daß die vorstehende Dosierung erhalten wird.
  • Bei der gezeigten Anordnung wird eine Suspension des Katalysators im bestrahlten Produkt durch die Leitung 4 aus der Bestrahlungszone in die Trennzone5 transportiert. Diese Trennzone enthält Vorrichtungen, durch die der Katalysator beispielsweise durch Destillation, Filtration und Absorption zurückgewonnen wird. Der zurückgewonnene Katalysator kann gegebenenfalls unmittelbar durch Leitung 7 zurückgeführt oder verworfen werden. Vor der Rückführung kann er zuerst durch Brennen, Wasserdampfbehandlung, chemische Aufarbeitung und dergleichen zur Entfernung von Verunreinigungen und/oder zur Verbesserung seiner Eigenschaften behandelt werden.
  • Die Kohlenwasserstoffprodukte werden ebenfalls in Zone5 abgetrennt. So können bei der Gasölbeschickung Destillation, Extraktion und Absorption oder ähnliche Verfahren angewendet werden. Gegebenenfalls kann ein Teil des Kohlenwasserstoffproduktes durch Leitung 6 zurückgeführt werden. Das Endprodukt wird durch Leitung 8 abgezogen.
  • Die Trennzone 5 enthält auch Vorrichtungen, durch die die Radioaktivität der Produkte beseitigt oder neutralisiert w, ird. Bei diesen Vorrichtungen kann es sich um Behälter zum Abklingenlassen der Radioaktivität, Ionenaustauschervorrichtungen, Destillationskolonnen, Filter und Lösungsmittelextraktionsanlagen handeln.
  • Die Erfindung wird an Hand der folgenden Beispiele besser verständlich.
  • Beispiel 1 Die Beschickung bestand aus Cetan. Als Aktivkohle-Katalysator wurde die Type Columbia G benutzt, von der Carbide and Carbon Chemical Company aus Kokosnußschalen und harten Nüssen hergestellt, die folgende Daten aufwies : Oberfläche 1397 m2lg, ermittelt nach dem Standard-B. E. T.-Stickstoffadsorptions-Verfahren, Schüttdichte 465 kg/m3, eine Abriebgeschwindigkeit von 2, 6%Stunde (Standard-Prüfung nach Roller) und einen Aschegehalt von 2, 7 °/o.
  • Zum Vergleich wurde ein identischer Versuch unter Verwendung eines Kieselerde-Tonerde-Katalysators druchgeführt. Dieser Kieselerde-Tonerde-Katalysator wurde dadurch erhalten, daß man Silikagel mit einer Aluminiumsalzlösung imprägnierte und die Tonerde durch Zugabe von Ammoniak ausfällte. Das erhaltene Hydrogel wurde mit Wasser gewaschen, bis es von gelösten Salzen frei war. Nach dem Trocknen im Ofen und dem Kalzinieren bei 540° C wies der Katalysator die folgenden Daten auf : Oberfläche 417 m2/g (B. E. T.-Verfahren) ; Porenvolumen 0, 35 cm3/g ; Abriebgeschwindigkeit (Prüfung nach Roller) 2, 5%/ Stunde und einen Gehalt an Al203 von 13°/o und an SiO2 von 87°/o.
  • Zur Bestrahlung der Proben wurde der luftgekühlte, mit nattirlichem Uran betriebene und mit Graphit gebremste Forschungsreaktor der Brookhaven National Laboratories verwendet. Der Atommeiler wurde mit einer Gesamtleistung von etwa 24 Megawatt zur Zeit der Experimente betrieben. Der Fluß an thermischen Neutronen in der Reaktionszone betrug 3, 4'10/cmsec. Der Fluß an schnellen Neutronen (über 1 MeV) betrug 0, 68#1012/cm2#sec, und der Gammastrahlenfluß betrug 1, 8 106 Röntgen/Stunde.
  • Der Kern des Reaktors bestand aus einem Graphitgitter mit den Abmessungen von etwa 6-6-6 6#6 m, von dessen Nordfläche zu dessen Südfläche sich im gleichen Abstand im Reaktor angeordnete aluminiumumkleidete Uranstäbe mit einem Durchmesser von 2, 54 cm erstreckten. Der Kern war von einer etwa 1, 5 m dicken Betonabschirmung vollständig umgeben. Die für die Bestrahlung verwendeten Probelöcher bestanden aus viereckigen Löchern mit einer Kantenlänge von 10, 16 cm, die sich durch die 1, 5 m dicke Betonabschirmung und noch 3, 05 m in den Kohlenstoffkern erstreckten. Die normalen Betriebstemperaturen im Probeloch betrugen etwa 120 bis 205° C. Je 600 ccm des Katalysators und des Cetans wurden in einem auf einem waagerechten Aluminiumschlitten angeordneten Aluminiumbehälter mit einem Durchmesser von 7, 62 cm bestrahlt, der mit einem Entlüftungsrohr versehen war. Die aus Aluminium bestehenden Entlüftungsrohre erstreckten sich aus dem Dampfraum in den Behältern zu einem außerhalb der Abschirmung befindlichen Probeaufnahmesystem. Gase und kondensierbare Flüssigkeiten aus den Entlüftungsrohren wurden gemessen und aufgefangen. Die Proben wurden während vorgesehener Stillegungen in den Atommeiler eingesetzt, 10 Tage bestrahlt und dann während der darauffolgenden Stillegung aus dem Meiler entnommen.
  • In der folgenden Tabelle sind die Daten der bei der Beschießung erhaltenen gasförmigen Produkte aufgeführt : Tabelle I
    Kieselerde-
    Aktivkohle
    Tonerde
    Molprozent H2 88, 9 87, 1
    Molprozent Kohlenwasser-
    stoffe, H2-frei gerechnet
    C1 ..................... 13, 7 9, 9
    C2 33, 8 24, 6
    C3 ll, l 23, 3
    C4 20, 3 25, 4
    Ces 15, 6 15, 0
    Verhältnis Olefin zu Paraffin
    C2 1, 2 0
    C 0, 0 0, 5
    C4 0. 8 0, 6
    C5 0, 5 0, 3
    Verhältnis Isoparaffin zu
    n-Paraffin
    C4 ..................... 0,9
    Ce 4, 4 20
    In Gas umgewandelter Ein-
    satz, Gewichtsprozent... 7, 4 5, 2
    Zu beachten ist die Abwesenheit von Normal-Paraffinen im C4-und C5-Bereich sowie die hohen Verhältniszahlen von Isoparaffin zu n-Paraffin. Die Kombination von Neutronenbestrahlung und Aktivkohle ergibt eine ausgiebige Isomerisierung der durch Cracken erhaltenen Bruchstiicke.
  • Beispiel 2 In diesem Beispiel sind die katalytischen Eigenschaften von Aktivkohle mit Cetan erläutert, wenn keine Bestrahlung durch Kernstrahlung erfolgt. In diesem Fall und unter den im vorstehenden Beispiel 1 angewendeten Temperaturbedingungen, nämlich bei 120 bis 205° C, besitzen weder Aktivkohle-noch Kieselerde-Tonerde-Katalysatoren für den Cetaneinsatz irgendwelche katalytische Wirksamkeit, Bei höheren Temperaturen, nämlich etwa 343° C und mehr, erfolgt in Gegenwart dieser Katalysatoren eine Spaltung. In der folgenden Tabelle sind die Daten der gasförmigen Produkte aufgeführt, die beim Cracken von Cetan bei einer Temperatur von 500° C ohne Bestrahlung erhalten wurden : Tabelle II
    Kieselerde-
    aktivkohle
    Tonerde
    Molprozent H2 5, 0 9, 9
    Molprozent Kohlenwasser-
    stoffe, H2-frei gerechnet
    Cl 4, 6 13, 5
    C2 11, 7 26, 0
    Cs 32, 9 25, 4
    C4 32, 7 19, 0
    C5 18, 1 16, 1
    Verhältnis Olefin zu Paraffin
    C2................. 1, 9 0, 3
    C3 3, 6 0, 6
    C4 2, 0 0, 5
    1, 1, 9 0, 6
    Verhältnis Isoparaffin zu
    n-Paraffin
    C4 2,6 6 0, 0
    Cs 4, 7 0, 0
    Verhältnis Isoolefin zu
    n-Olefin
    C4 .................... 0,7 0,0
    C5 1,5 0, 0
    In Gas (C5) umgewandelter
    Einsatz, Gewichtsprozent 10, 0 9, 2
    Zu beachten ist die vollständige Abwesenheit von Iso-Olefinen und Iso-Paraffinen in den Spaltprodukten bei Verwendung eines Aktivkohle-Katalysators.
  • Da es sich bei dem Beschickungsmaterial in diesem Fall um Cetan (normales Ci6H34) handelt, zeigt die Tatsache, daß in den Spaltprodukten keine Isomeren mit verzweigter Kette auftreten, daß Aktivkohle die stukturelle Isomerisierung unter den gekrackten Produckten nicht begünstigt.
  • Ein Vergleich der Daten in den Tabellen I und II zeigt die durch Strahlung im Falle des Aktivkohle- Katalysators hervorgerufenen Unterschiede. Die in Tabelle I gezeigte, mit Aktivkohle erzielte hohe Ausbeute an Produkten mit verzweigter Kette muß auf die kombinierte Wirkung der Aktivkohle und der Bestrahlung zurückgeführt werden.
  • Die Verteilung der aus Cetan mit einem Kieselsäure-Tonerde-Katalysator erhaltenen Spaltprodukte ist nicht zu verschieden von der bei normalem Kracken bei 500°C erhaltenen, verglichen mit der Produktverteilung beim Krachen bei 177 bis 204° C unter Bestrahlung. Es ist weiter zu beachten, daß sowohl der Aktivkohle-Katalysator als auch der Kieselerde-Tonerde-Katalysator beim Kracken unter Bestrahlung hohe Ausbeutenanteile an Wasserstoff, verglichen mit üblichem katalytischem Kracken, ergeben.

Claims (8)

  1. PATENTANSPRÜCHE : 1. Radiochemisches Kohlenwasserstoff-Umwandlungsverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Kohlenwasserstoff in Gegenwart eines an sich bekannten Aktivkohle-Katalysators einer stark ionisierenden, hauptsächlich aus Gammastrahlen und/oder Neutronen bestehenden Strahlung aussetzt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Strahlung aus Gammastrahlen besteht und der durchschnittliche Gammastrahlenfluß in der Reaktionszone oberhalb von 105 Röntgen/Stunde liegt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Strahlung aus Neutronen und Gammastrahlen besteht und der durchschnittliche Fluß in der Reaktionszone aus mehr als 105 Röntgen/Stunde an Gammastrahlen und aus mehr als 10"Neutronen/cm'sec besteht.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als Kohlenwasserstoff einen im Bereich zwischen 66 und 510° C siedenden Erdölanteil verwendet.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Aktivkohle-Katalysator die folgenden Eigenschaften hat : Oberfläche über 50 m2/g, Porenvolumen mehr als 0, 20 cma/g, Abriebgeschwindigkeit weniger als 6a/o/Stunde, Schüttdichte mehr als 0, 4kg/l und einen Gesamt-Neutronen-Absorptionsquerschnitt des Kohlenstoffs plus Verunreinigungen von weniger als insgesamt 75 barn.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Aktivkohle-Katalysator mit als katalytisch wirksam bekannten Materialien imprägniert ist.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Aktivkohle-Katalysator verwendet wird, der mit l°B und/oder 6Li imprägniert ist.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die auf den Erdölanteil einwirkende Strahlendosierung mehr als 106 Röntgen beträgt.
    In Betracht gezogene Druckschriften : Deutsche Patentschrift Nr. 423 542.
DEE14343A 1956-06-28 1957-06-28 Verfahren zur radiochemischen Umwandlung von Kohlenwasserstoffen Pending DE1086680B (de)

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US1086680XA 1956-06-28 1956-06-28

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO2005002721A1 (de) * 2003-07-02 2005-01-13 Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. Verfahren zur modifizierung natürlicher und nachwachsender öle mittels ionisierender strahlung

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Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE423542C (de) * 1922-12-08 1926-01-08 Philipp Ellinger Dr Verfahren zur Durchfuehrung katalytischer Reaktionen

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