DE1049301B - Fördereinrichtung - Google Patents
FördereinrichtungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf Fördereinrichtungen, die insbesondere für die Bewältigung großer
Fördergutmengen bestimmt sind, und ermöglicht es, durch eine grundsätzlich neuartige Ausbildung solche
hohen Förderleistungen mit einem wesentlich geringeren Aufwand an Einrichtungen und Personal zu
bewältigen als die üblicherweise verwendeten Vorrichtungen; zudem schafft sie eine Anlage, die in sehr
einfacher Weise den verschiedensten betrieblichen Bedingungen angepaßt werden kann.
Die Erfindung macht zu diesem Zwecke von dem für Förderanlagen, wie sie insbesondere im bergbaulichen
Untertagebetrieb verwendet werden, bekannten Prinzip Gebrauch, das darin besteht, daß Förderbandabschnitte
von geeigneter Länge in der zu bewältigenden Förderleistung sowie dem zeitlichen Anfall
an Fordergut entsprechender Zahl und zeitlicher Aufeinanderfolge auf einem Traggerüst verfahren
werden.
Es ist bei solchen Anlagen bereits bekannt, die auf den Traggerüsten verfahrenen, ihrerseits von auf
Rollen laufenden Fördergestellen getragenen Bandabschnitte mit an einem ihrer Enden angreifenden
Eigenantrieb auszurüsten. Dabei muß jedoch der mit dem Antrieb ausgerüstete Wagen ein sehr hohes Reibungsgewicht
aufweisen, was wiederum eine entsprechend schwere Ausbildung der Traggerüste bedingt.
Es ist auch bereits bekannt, endlose, auf Wagen laufende Gurtbänder dadurch anzutreiben, daß die
Wagen motorisch angetrieben werden. Fällt durch irgendeinen Umstand der Motor eines Wagens aus,
so muß durch die Spannung des endlosen Gurtes bzw. der mit diesem verbundenen endlosen Seile verhindert
werden, daß der folgende Wagen auf ihn aufläuft. Diese Lösung setzt also einen endlosen Gurt voraus
und ist deshalb nur für Förderanlagen begrenzter Länge brauchbar.
Bei nicht endlosen Bändern, bei denen eine Vielzahl der diese tragenden und führenden Wagen oder Fahrgestelle
angetrieben wird, hat man als Förderfläche nicht einen elastischen Gurt verwendet, da man diesem
Gurt nicht die nötige Vorspannung geben konnte, sondern auf den Wagen angeordnete, sich gegenseitig
überlappende Platten bzw. Tröge. Die automatische Entleerung solcher Bandzüge erfolgt dadurch, daß die
nur an einem Ende an den Fahrgestellen befestigten Platten durch geeignete Vorrichtungen nacheinander
gekippt werden. Dies ist nur im Falle der Förderung von kleinstückigem Gut möglich. Ein besonderer
Nachteil der sich hierdurch ergebenden Konstruktion ist der, daß infolge der Erschütterungen des Transports
laufend feine Teile des Fördergutes zwischen den Überlappungsstellen der Platten durchrieseln. Die
Fördereinrichtung
Anmelder:
Konrad Grebe, Wuppertal-Elberfeld,
Auf dem Nützenberg 1
Auf dem Nützenberg 1
Konrad Grebe, Wuppertal-Elberfeld,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Konstruktion der Förderfläche, der Mechanismus für die Entleerung und die hohe Gefahr von Entgleisungen
schließen große Fördergeschwindigkeiten aus.. Durch die Erfindung wird ein Förderer mit Bandabschnitten
geschafifen, durch dessen neuartige Ausbildung unter Vermeidung der Nachteile der bekannten
Konstruktionen eine völlig sichere Betriebsweise bei hohen Förderleistungen und in weiten
Grenzen beliebige Fördergeschwindigkeiten ermöglicht werden. Gemäß der Erfindung werden die Förderbandschnitte
derart ausgebildet, daß die Laufrollen jedes Laufrollenpaares der die Förderfläche tragenden
und führenden Fahrgestelle starr oder elastisch mit der abtreibenden Welle eines Elektromotors gekuppelt
und gegen Abheben von ihren Schienenführungen durch zusätzlich an den Fahrgestellen angeordnete,
gegen Zwangsführungen anlaufende, eine biegungssteife Führung der aufeinanderfolgenden, in ihren Abstand
voneinander sichernder Weise gelenkig miteinander verbundenen Fahrgestelle ermöglichende Rollenpaare
gesichert sind.
Die gelenkige, biegungssteife Verbindung der Fahrgestelle von Förderern mit Bandabschnitten als solche
ebenso wie die Sicherung der Tragrollen gegen Abheben von ihren Schienenführungen sind als solche
bekannt.
Die Erfindung besteht insoweit nur in der Kombination dieser an sich bekannten Merkmale mit dem
als solches neuen Merkmal, daß die Achsen sämtlicher Laufrollenpaare direkt durch die auf ihnen sitzenden
Elektromotoren getrieben werden, d. h. jedes Getriebe in Fortfall kommt, und derart ein optimaler Wirkungsgrad
der Kraftübertragung erzielt wird. Die Einfachheit dieser Anordnung ergibt eine große Betriebssicherheit
und einen geringen Aufwand. Durch eine an sich bekannte elastische Kupplung zwischen
der abtreibenden Welle des Elektromotors und den angetriebenen Laufrollen kann die abtreibende Welle
des Motors von Erschütterungen entlastet und von
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der Funktion, ein tragendes Element des Fahrgestells zu bilden, befreit werden.
Die Verteilung des Antriebs auf eine Vielzahl von Motoren bedeutet, daß auch bei Ausfall des einen oder
anderen Antriebs keine Störung eintritt. Der knickfeste Anschluß der aufeinanderfolgenden Fahrgestelle
aneinander ermöglicht, daß bei Ausfall eines Motors die Motoren der benachbarten Fahrgestelle ihre Antriebskraft
sowohl ziehend als auch schiebend auf die nicht mehr direkt durch den ihr zugeordneten Motor
angetriebene Achse störungsfrei übertragen können.
Die Drehzahl der Motoren und der Durchmesser der angetriebenen Rollen bestimmt die normale
Fördergeschwindigkeit der Bandabschnitte, die sehr hoch sein kann, da die Bandabschnitte durch die
Zwangsführung der Rollen gegen Entgleisen gesichert sind. Bei Verwendung von Drehstrommotoren kann
die Drehzahl sämtlicher Motoren durch Änderung der Frequenz des in das Netz eingespeisten Drehstromes
herabgesetzt oder erhöht werden.
Dadurch, daß der Antrieb jedes Bandabschnitts auf sämtliche Laufrollenachsen gleichmäßig verteilt ist,
wird sein Reibungsgewicht in seiner Gesamtheit voll ausgenutzt. Dies ermöglicht das Anfahren des Bandabschnitts
ohne die Verwendung von Getrieben, Reglern, Kommutatormotoren u. dgl., da sämtliche
Motoren, sobald der Netzstrom eingeschaltet wird, gleichzeitig anlaufen. Bei richtiger Bemessung der zu
bewegenden Last einerseits und der Motorenstärke andererseits ist das auf jeder Achse liegende Gewicht
— es ist bei einem Bandabschnitt, der 100 Achsen aufweist, mindestens etwa 1 °/o des Leergewichts des
gesamten Bandabschnitts — genügend groß, um trotz des gegebenenfalls erhöhten Anfahrmomentes ein
Durchrutschen der mit den Motoren anlaufenden Tragrollen zu verhindern, kann aber auch wiederum nicht
so groß sein, daß die zuverlässige Anlaufzeit der Motoren überschritten würde, während der durch sie
angefahrene Bandabschnitt auf volle Touren beschleunigt wird. Da die Motoren in ihrer Gesamtheit nicht
überlastet werden, macht die Verteilung der Last auf sämtliche Achsen — bei einem Bandabschnitt, der
100 Achsen aufweist, ist das auf eine Achse entfallende Gewicht höchstens etwa 1 °/o des Gesamtgewichtes
des beladenen Bandabschnitts — auch eine Überlastung jedes einzelnen Motors, auf den nur ein
entsprechender Anteil der Gesamtbelastung entfällt, unmöglich.
Die volle Ausnutzung des Reibungsgewichts im Gegensatz zu der demgegenüber ungünstigeren Anordnung
eines lediglich ziehenden oder schiebenden Antriebs ermöglicht ferner das Durchfahren von verhältnismäßig
großen Steigungen, wobei in ansteigenden Bereichen infolge des knickfesten Anschlusses
der aufeinanderfolgenden Fahrgestelle aneinander die jeweils folgenden, noch nicht durch die
Steigung zusätzlich belasteten Motoren unter entsprechendem Ausgleich der Kräfte schiebend wirken.
Dabei kann der knickfeste Anschluß der Fahrgestelle aneinander nicht, wie üblich, derart gesichert werden,
daß die Laufrollen mit geringem Spiel zwischen dem oberen und unteren Flansch einer U-Schiene geführt
werden, denn beim Anlaufen am Gegenflansch muß sich der Drehsinn der Rollen jeweils umkehren, was
bei motorisch angetriebenen Rollen nicht möglich ist. Das Abheben der Laufrollen wird deshalb durch besondere
gegen eine Oberführung anlaufende Leerrollen verhindert, die gleichzeitig als Führungsrollen
dienen. Durch federnde Lagerung der Führungsrollen am Fahrgestell — oder bei fester Lagerung der Rollen
durch federnde Lagerung der Schienen p*— 'Sywct erreicht,
daß die Führungsrollen einen stetigen Andruck
nach oben ausüben, so daß der Reibungsdruck der angetriebenen Laufrollen erhöht und das Anfahren der
Bandabschnitte erleichtert wird. Das Zusammendrücken dieser Federn durch die Beladung des Bandes
bewirkt, daß die Belastung der Laufrollenachsen bei beladenem Band und bei leerem Band annähernd
gleich ist bzw. daß die Belastungsunterschiede sich
ίο wesentlich vermindern.
Unter Verwendung der genannten Führungsrollen, einer entsprechenden Schienenführung und einer gelenkigen,
ihren Abstand voneinander sichernden Verbindung der Fahrgestelle miteinander wird ein knickfester
(biegungssteifer) Förderbandträger geschaffen, der es ermöglicht, als Förderfläche der Bandabschnitte
einen elastischen Gurt zu verwenden, der von einem zum anderen Ende des Förderbandträgers
in seiner Gesamtheit oder auch jeweils von Fahrgestell
ao zu Fahrgestell in seinen einzelnen Abschnitten vorgespannt
ist. Es bedarf keiner weiteren Begründung, daß ein mit einer solchen Förderfläche versehener
Förderbandabschnitt wesentliche fördertechnische Vorteile gegenüber einem Plattenbandzug aufweist.
Die Konstruktion des Förderbandträgers ermöglicht es, den elastischen Gurt durch beliebige Kurven
zu verfahren, sie erlaubt es aber auch, einseitig ■— bis zur Vertikalstellung des Bandabschnitts — überhöhte
Bereiche des Traggerüstes zu durchfahren, den Gurt auf diese Weise durch Verwindung automatisch
an einer bestimmten Stelle zu entladen — bei genügender Aufnahmefähigkeit der Kippstelle kann die
Entladung unter Beibehaltung der vollen Fördergeschwindigkeit erfolgen —, den Bandabschnitt dann
in seine normale Lage zurückzudrehen und ihn auf einem endlosen Traggerüst an die Ladestelle zurückzufahren,
so daß — da auch die Beladung der Bandabschnitte aus einem Bunker in an sich bekannter
Weise automatisch durchführbar ist — eine beliebige Zahl von Bandabschnitten in beliebigen Abständen
auf dem Traggerüst in vollautomatischem Betrieb aufeinanderfolgen kann. Die mit einer Wendel versehene
Entladestelle kann auch in an sich bekannter Weise in die Umkehr der Förderanlage verlegt
werden, wodurch der Radius der Kurven, über die die Förderbahn in die Gegenrichtung zurückgeführt wird,
sehr klein gehalten werden kann.
Zur Entladung kann aber auch die bei Bandförderung normale Kopfkehre verwendet werden. Im An-Schluß
daran kann das Untertrum in bekannter Weise um 180° gewendelt werden. Dadurch wird in diesem
Falle nicht nur erreicht, daß in beiden Trumen gefördert werden kann, sondern es wird auch die
Strecke, in der sich die Bandabschnitte nach der Erfindung in der für das Antreiben ungünstigsten Lage
(mit der Förderfläche nach unten) befindet, beliebig kurz gehalten. In jedem Falle kann sie wesentlich
kürzer sein als die Gesamtlänge des anzutreibenden Bandabschnitts, so daß dank der biegungssteifen Ausbildung
des Bandabschnitts die jeweils in dem betreffenden Bereich befindlichen Fahrgestelle durch die
vor und hinter ihnen befindlichen, mit vollem Reibungsdruck auf den Schienen aufliegenden Fahrgestelle
gezogen und geschoben werden. Bei der oben beschriebenen federnden Lagerung der Führungsrollen oder Schienen können auch längere Strecken des
Untertrums mit nach unten gelenkter Förderfläche durchfahren werden.
Durch die Erfindung wird somit eine Fördereinrichtung geschaffen, bei welcher unter günstiger Anord-
iiung der Antriebe und vorteilhaftester Ausnutzung
und Verteilung der Antriebskräfte ein störungsfreier, vollautomatischer Betrieb gesichert ist. Sie ermöglicht
es, das Totgewicht des rollenden Materials herabzusetzen und eine vergleichsweise leichte Tragkonstruktion
zu verwenden, die keinen schweren Unterbau, schwere Brücken usw. erforderlich macht und einen
beweglichen Anschluß von Gerüstabschnitten, die z. B. auf einem Absetzer verlegt sind, an andere fest
oder rückbar bis zur Beladestelle verlegte Gerüstabschnitte gestattet; dabei können die verwendeten
Bandabschnitte bei großem Fassungsvermögen und hoher Fördergeschwindigkeit entsprechende Förderleistungen
sowohl bei söhliger wie auch bei ansteigender Förderung erzielen und — ebenfalls dank
der Konstruktion der Anlage — in einfachster Weise beladen und entladen werden.
Die Sicherung der Laufrollen gegen Abheben erfolgt gemäß einer Ausführungsform der Erfindung
durch um horizontale Achsen umlaufende Führungsrollen, wobei die Laufrollen seitlich durch an ihnen
angeordnete Spurkränze geführt sind.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, daß unter spurkranzloser Ausbildung der Laufrollen die gegen
Abheben sichernden, um vertikale Achsen umlaufenden Führungsrollen als Spurkranzrollen ausgebildet
sind, deren Spurkränze unter Führungsschienen der Traggerüste greifen.
Ferner ist es gemäß einer besonders vorteilhaften Ausbildung auch möglich, die Führungsrollen schräg
zu stellen und gegen entsprechende Schrägflächen der Tragkonstruktion anlaufen zu lassen.
In allen Fällen kann das eigentliche Traggerüst der Förderanlage aus starken Trägerprofilen bestehen, die
nur an den Stellen, die als Laufflächen für die Rollen des Bandabschnitts dienen und somit einem Verschleiß
unterliegen, mit aufgesetzten, auswechselbaren und/oder gehärteten Laufleisten versehen sind.
Die Sicherung des Abstandes aufeinanderfolgender Fahrgestelle voneinander unter gelenkigem Anschluß
derselben aneinander erfolgt gemäß der Erfindung durch eine mit ihren beiden Enden in jedem der beiden
Fahrgestelle in Kugelgelenken in der Nähe der Querebene der Laufrollenpaare gelagerte Stange.
Zweckmäßig werden die Fahrgestelle wegen der sich hierdurch ergebenden günstigen Führung zweiachsig
ausgebildet und jede der beiden Achsen mit unmittelbarem Antrieb durch einen mit ihr gekuppelten
Elektromotor ausgerüstet, wobei, um das Befahren von einseitigen Überhöhungen der Schienenführungen
des Traggestells zu ermöglichen bzw. zu erleichtern, die beiden voneinander trennbaren Teile des Fahrgestells,
welche die Achsen tragen, ihrerseits durch einen in der Längsachse des Fahrgestells liegenden
Drehzapfen od. dgl. gegeneinander verdrehbar, aber weder verschiebbar noch abwinkelbar verbunden
werden. Hierbei wird nicht nur im Zuge des Auflaufens auf eine solche Überhöhung und des Ablaufens
von dieser, sondern bei allen Unebenheiten der Schienenführung sowie in Kurven gesichert, daß
alle vier angetriebenen Laufrollen immer auf den Schienenführungen verbleiben, und es wird überall,
wo sich die Fahrgestelle auch nur annähernd in ihrer normalen Stellung befinden, der volle Andruck aller
vier Rollen gewährleistet.
Der von den Fahrgestellen getragene Gurt aus elastischem Werkstoff wird durch die den Abstand der
Fahrgestelle voneinander sichernden, diese gelenkig miteinander verbindenden Vorrichtungen gespannt,
d. h., diese Vorrichtungen werden in gespanntem Zustand des Gurtes zwischen den Fahrgestellen angebracht.
Sämtliche Motoren, vorzugsweise Drehstrom-Kurzschlußläufermotoren,
denen der Strom durch eine an geeigneter Stelle verlegte Schleifleitung zugeführt
wird, sind zentral gesteuert. Durch Phasenwechsel kann in bekannter Weise die Drehrichtung sämtlicher
Motoren und somit die Förderrichtung umgekehrt werden. Verkehren mehrere Förderbandabschnitte auf
ίο der Förderanlage, so ist das Traggerüst der Anlage
zweckmäßig endlos, wobei über Weichen das Ausfahren einzelner Bandabschnitte z. B. für Reparaturzwecke
vorgesehen werden kann.
Um nicht alle Förderbandabschnitte gleichzeitig anlaufen zu lassen, kann die Schleifleitung in an sich
bekannter Weise in einzelne Blockstrecken unterteilt sein, was auch die Möglichkeit gibt, die Abstände der
einzelnen Bandabschnitte voneinander zu regeln. Befinden sich Anfang und Ende eines Förderbandabschnitts
nicht in der gleichen Blockstrecke, so ist durch ein an sich bekanntes System von durch die
Bandabschnitte automatisch betätigten Kontakten zu sichern, daß diese beiden aufeinanderfolgenden Blockstrecken
nur gemeinsam eingeschaltet bzw. abgeschaltet werden können. Die für die automatische
Schaltung und Steuerung von Zwischenantrieben durch auf dem Traggerüst der Förderanlage verkehrende
Bandabschnitte entwickelten Vorrichtungen und Verfahren lassen sich sinngemäß — nach dem Ausfahren
eines Bandabschnitts aus der Blockstrecke braucht diese nicht, wie bei Zwischenantrieben üblich,
wieder ausgeschaltet zu werden — in Anwendung bringen.
An Stellen, wo die an sich mit gleichbleibender Geschwindigkeit laufenden Bandabschnitte gegebenenfalls
langsamer laufen sollen, z. B. an der Belade- oder Entladestelle, wird die Schleifleitung des betreffenden
Gerüstabschnitts über Frequenzwandler gespeist. Dabei kann durch die genannten Kontakte gesichert
werden, daß die Bandabschnitte in den durch Frequenzwandler gespeisten Blockabschnitt nur einlaufen
und aus ihm nur auslaufen können, wenn die Frequenz des Drehstromes in diesem Abschnitt der
Normalfrequenz entspricht. Ebenso kann gesichert werden, daß eine Änderung der Frequenz in dem betreffenden
Blockabschnitt nur stattfinden kann, während sich der Bandabschnitt auf ganzer Länge in
seinem Bereich befindet.
Um bei Stromausfall zu verhindern, daß die Bandabschnitte unter der Wirkung der ihnen innewohnenden
kinetischen Energie weiterlaufen, was insbesondere auf abfallenden Förderstrecken sehr gefährlich
wäre, werden mindestens in diesen abfallenden Förderstrecken von der Schleifleitung aus gesteuerte,
nur bei Stromausfall wirksam werdende, mechanisch auf den Bandabschnitt wirkende Bremsen
vorgesehen. Der gleiche Erfolg kann dadurch erzielt werden, daß in an sich bekannter Weise die antreibenden
Motoren als Schiebeankermotoren ausgebildet werden. Dadurch wird im Gesamtbereich der Anlage
bei Ausfall des Stromes eine Bremsung der Bandabschnitte automatisch herbeigeführt, wobei allerdings
auch bei Ausfall eines einzelnen Motors die von ihm anzutreibenden Laufrollen gebremst werden. Die
Bremse muß deshalb in diesem Falle so eingerichtet werden, daß sie wieder unwirksam wird, falls sie
über eine gewisse Zeitdauer hinaus ununterbrochen beansprucht worden ist. Zu dem gleichen Zweck und
gegebenenfalls mit den gleichen Sicherheitsvorkehrungen können auch auf die abtreibende Welle des
Motors wirkende, vom Motor unabhängige Bremslüftermagnete verwendet werden.
Um jeweils sofort ermitteln zu können, ob Schäden an dem einen oder anderen Motor aufgetreten
sind, wird zweckmäßig jeder Motor bei einmaligem Umlauf des Bandabschnitts jeweils kontrolliert und
zu diesem Zweck eine Meßstelle für die Stromaufnahme in die Zuleitung eingeschaltet. Dies setzt
allerdings voraus, daß jedem Motor ein eigener Stromabnehmer zugeordnet ist. Es kann aber auch jeweils
eine Anzahl von Motoren gemeinsam von einem Stromabnehmer gespeist werden, wobei jeder einzelne
Motor mit einem Schaltautomaten versehen ist, dessen Ausfall durch ein Signal angezeigt wird.
In den Zeichnungen ist lediglich schematisch die Ausbildung der erfindungsgemäßen Fahrgestelle veranschaulicht,
und zwar zeigt
Fig. 1 eine Draufsicht auf zwei aufeinanderfolgende Fahrgestelle unter Weglassung der Förderfläche und
der Schienenführung,
Fig. 2 einen Schnitt in der Achsrichtung einer Fahrgestellachse unter Weglassung der Förderfläche
und eine Ausführungsform der Anordnung der gegen Abheben sichernden Führungsrollen und
Fig. 3 eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung einer weiteren Ausführungsform mit der Anbringung
der Führungsrollen, wobei auch die Förderfläche angedeutet ist.
In Fig. 1 sind mit a' und a" die beiden die Laufrollen
b', b" tragenden Achsen eines zweiachsigen Fahrgestells bezeichnet, auf denen unmittelbar die
nur schematisch angedeuteten Kurzschlußläufermotoren c'', c" sitzen und die die abtreibenden Wellen
dieser Motoren bilden. Die beiden Achseinheiten sind, wie bei d ersichtlich, miteinander in gegenüber der
Laufrichtung der Fahrgestelle seitlich verdrehbarer Weise durch einen Drehzapfen verbunden.
Das Traggestell, in dem die Fahrgestelle laufen, besteht im Falle der dargestellten eintrümigen Ausbildung
gemäß Fig. 2 aus einer Bodentraverse e, an der seitliche U-Schienen /', /" befestigt sind, deren
untere Flanschen g' die Laufschienen und deren obere Flansche g" die gegen Abheben sichernden Führungen
bilden.
Die Sicherung gegen Abheben erfolgt bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 und 2 durch die um vertikale
Achsen umlaufenden, an den Fahrgestellen angeordneten Führungsrollen li, die mit Spurkränzen i
versehen sind, die, wie Fig. 2 deutlich erkennen läßt, unter die oberen Führungsschienen g" greifen.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 bestehen die Laufschienen aus I-Trägerprofüen k'', k", auf deren
oberen Flanschen ein Winkelprofil aufweisende Laufleisten /', /" befestigt sind. Auf der zum oberen
Flansch des Trägers parallelen Fläche des Winkelprofils laufen spurkranzlos ausgebildete Laufrollen b
wie gemäß Fig. 1 und 2. Die Führungsrollen ti sind an den Fahrgestellen an um 45° geneigten Achsen
drehbar gelagert. Auch sie sind in diesem Fall spurkranzlos und laufen auf durch die nach unten gerichteten
Schrägflächen der Winkelprofile /', /" gebildeten Bahnen. Diese Ausführungsform ist vom Gesichtspunkt
der unbedingt betriebssicheren Führung unter Verminderung der Reibungsbeanspruchungen von
besonderem Vorteil. Die Schrägflächen, die gemäß der Zeichnung auf der Außenseite der Trägerprofile k', k"
angeordnet sind, können statt dessen auch beiderseits auf deren nach innen gekehrten Seiten laufen. Die dargestellte
Anordnung gewährleistet jedoch in Kurven des Traggerüstes ein besseres Abfangen der Kräfte,
die die Tragrollen von ihrer Führungsbahn abzuheben suchen. Außerdem besitzt sie den Vorteil der leichten
Zugänglichkeit und Überwachungsmöglichkeit bei allerdings etwas vergrößerter Baubreite der Gesamtkonstruktion,
da die Führungsrollen ti in diesem Fall an sich schräg nach außen und unten erstreckenden
Ansätzen m', m" der Fahrgestelle gelagert werden
müssen.
Aus Fig. 1 ist ferner ersichtlich, wie die aufeinanderfolgenden Fahrgestelle über eine Stange n, die
bei o' und o" über Kegelgelenke — allseitig gelenkig — in Ansätzen p', p" der Fahrgestelle gelagert
ist, miteinander verbunden werden, wobei die Herstellung dieser Verbindung, d. h. die Montage der
Stange η zwischen den Fahrgestellen in gespanntem Zustand des in der Figur nicht dargestellten Bandes
erfolgt.
Die abtreibende Welle der Elektromotoren c kann entweder gemäß Fig. 1 und 2 starr oder gemäß Fig. 3
über eine elastische Kupplung r', r" mit den Achsen a der Laufrollen gekuppelt sein. Die Laufrollen b
können auch selbst jeweils die eine Hälfte der elastischen Kupplung r darstellen.
In Fig. 3 sind im Traggerüst der Förderanlage mindestens in ansteigenden bzw. abfallenden Strecken
derselben angeordnete Bremsbalken s', s" dargestellt, die, solange die Schleifleitung unter Strom steht, entgegen
der Wirkung von Federn t', t", wie gezeichnet, gelüftet sind, aber bei Ausfall des Stromes sich gegen
Schleifflächen u, u" der Fahrgestelle bremsend anlegen.
Ferner sind in Fig. 3 auf den Fahrgestellen angeordnete Bracken v', v" dargestellt, die den in an sich
bekannter Weise auf den Fahrgestellen befestigten elastischen Gurt w gemuldet halten und dadurch den
Füllquerschnitt des Bandes vergrößern.
Claims (12)
1. Fördereinrichtung, auf deren Traggerüst mit Eigenantrieb versehene, auf an Fahrgestellen angeordneten
Rollen laufende Förderbandabschnitte verfahren werden, dadurch gekennzeichnet, daß
jedes Laufrollenpaar (b', b") mit einem Elektromotor (c', c") versehen ist, dessen abtreibende
Welle (a', a") zugleich die Achse der Laufrollen
ist, oder durch eine Kupplung (r', r") mit dieser Achse verbunden ist, wobei die Laufrollen in an
sich bekannter Weise gegen Abheben von ihren Schienenführungen durch zusätzlich an den Fahrgesteilen
angeordnete, gegen Zwangsführungen anlaufende, eine biegungssteife Führung der aufeinanderfolgenden,
in ihren Abstand voneinander sichernder Weise gelenkig miteinander verbundenen Fahrgestelle ermöglichende Führungsrollenpaare
(h, ti, h") gesichert sind.
2. Fördereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß unter seitlicher Führung der
angetriebenen Laufrollen (br, b") durch an ihnen
angeordnete Spurkränze die sie gegen Abheben sichernden Führungsrollen um horizontale Achsen
laufen.
3. Fördereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß unter spurkranzloser Ausbildung
der angetriebenen Laufrollen (b) die diese gegen Abheben sichernden Führungsrollen (ti) um
vertikale Achsen umlaufende Spurkranzrollen sind, deren Spurkränze (i) unter Führungsschienen (/',
f") der Traggerüste greifen.
4. Fördereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die die Laufrollen gegen Ab-
heben sichernden Führungsrollen (h', h") spurkranzlos
ausgebildet und in schräger Richtung gegenüber den Laufrollenachsen (α) an den Fahrgestellen
angeordnet sind und gegen entsprechend verlaufende Schrägflächen am Traggerüst anlaufen.
5. Fördereinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
den Abstand aufeinanderfolgender Fahrgestelle unter gelenkigem Anschluß derselben aneinander
sichernde Verbindung aus einer in jedem der beiden Fahrgestelle in einem Kugelgelenk [ο', o"),
unter Anordnung der beiden Kugelgelenke in der Nähe der Querebene der Laufrollenpaare, gelagerten
Stange (w) besteht.
6. Fördereinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Fahrgestelle zweiachsig ausgebildet sind, wobei die die beiden Achsen (af, a") tragenden Teile des
Fahrgestells durch einen in der Längsachse des Fahrgestells liegenden Drehzapfen (d) od. dgl.
gegeneinander verdrehbar, aber weder verschiebbar noch abwinkelbar verbunden sind.
7. Fördereinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6 unter Verwendung von Förderbandabschnitten,
deren Förderfläche durch einen auf den Fahrgestellen befestigten elastischen Gurt
gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, daß das den Abstand der aufeinanderfolgenden Fahrgestelle
voneinander sichernde Mittel als die Fahrgestelle auseinanderdrückende und derart den
Gurtabschnitt zwischen diesen spannende Vorrichtung ausgebildet ist.
8. Fördereinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7 mit einer in einzeln einschaltbare
und ausschaltbare Blockstrecken eingeteilten Schleifleitung für die Zuführung des Stromes
zu den Elektromotoren, dadurch gekennzeichnet, daß das Einschalten und Ausschalten der Blockstrecken
und bei Verwendung von Drehstrom der Phasenwechsel unter sinngemäßer Anwendung für
das Schalten und Steuern von Zwischenantrieben bei der Förderung mit Bandabschnitten bekannter,
vom Bandabschnitt automatisch betätigter Vorrichtungen geregelt wird.
9. Fördereinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß in
einzelnen über Frequenzwandler gespeisten Blockstrecken die Geschwindigkeit der Förderbandabschnitte
durch Änderung der Frequenz regelbar ist, wobei durch automatisch vom Bandabschnitt
betätigte Kontakte gesichert wird, daß der Übergang eines Bandabschnitts aus der vorhergehenden
Blockstrecke oder in die folgende Blockstrecke nur stattfinden kann, während in den aufeinanderfolgenden
Blockstrecken die Frequenz gleich ist.
10. Fördereinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß am
Traggerüst der Förderanlage mindestens in ansteigenden bzw. abfallenden Strecken von der
Schleifleitung aus gesteuerte, nur bei Stromausfall wirksam werdende, mechanisch auf die Bandabschnitte
wirkende Bremsvorrichtungen (/, t', «' und s", t"', u") angeordnet sind.
11. Fördereinrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Motoren in an sich bekannter Weise mit bei
Stromausfall auf ihre abtreibende Welle wirkenden Abbremsvorrichtungen versehen sind, die so ausgebildet
sind, daß sie wieder unwirksam werden, falls sie über eine gewisse Zeitdauer hinaus ununterbrochen
beansprucht worden sind.
12. Fördereinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, gekennzeichnet durch eine in die
Schleifleitung eingeschaltete Meßstelle für die Stromaufnahme jedes der einzelnen parallel geschalteten
Motoren.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 595 167, 595 551, 918, 905 724, 602 731, 602 810;
Deutsche Patentschriften Nr. 595 167, 595 551, 918, 905 724, 602 731, 602 810;
Deutsche Patentanmeldung G 1141 VI/5d
(bekanntgemacht am 4. 10. 1951).
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
809 730/283 1.59
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1049301B true DE1049301B (de) | 1959-01-22 |
Family
ID=589956
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT1049301D Pending DE1049301B (de) | Fördereinrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1049301B (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1148182B (de) | 1956-09-26 | 1963-05-02 | Wilhelm Becker | Foerderbandzug |
| DE1244053B (de) | 1965-12-06 | 1967-07-06 | Konrad Grebe | Verfahrbares Geruest fuer Stahlgliederbaender |
-
0
- DE DENDAT1049301D patent/DE1049301B/de active Pending
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1148182B (de) | 1956-09-26 | 1963-05-02 | Wilhelm Becker | Foerderbandzug |
| DE1244053B (de) | 1965-12-06 | 1967-07-06 | Konrad Grebe | Verfahrbares Geruest fuer Stahlgliederbaender |
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