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Verfahren zum Färben von Textilstoffen aus aromatischen Polyestern
In der deutschen Patentanmeldung 111160 IV c/8 m ist ein Verfahren zum Färben
von aromatischen Polyestertextilstoffen beschrieben. Dieses besteht darin, daß man
auf die Textilstoffe einen metallisierbaren Farbstoff aufbringt und die Textilstoffe
vor oder nach dem Aufbringen des Farbstoffs mit einer von ionisierbaren Gruppen
freien Chelatverbindung eines Metalls behandelt.
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Gemäß vorliegender Erfindung wird ein Verfahren zum Färben von aromatischen
Polyester-Textilstoffen in der Weise vorgeschlagen, daß man auf die Textilstoffe
einen oder mehrere kupferbare Farbstoffe aufbringt und die Textilstoffe nach dem
Aufbringen des Farbstoffs in wäßrigem Medium mit einem Kupfersalz und einer Koordinationsverbindung
von Kupfer mit einem Oxim der Formel
behandelt, worin R Wasserstoff, Alkyl, Aryl, Aralkyl oder Cycloalkyl bedeutet.
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Die Menge der Kupferkoordinationsverbindung der voranstehend beschriebenen
Art, welche für die Durchführung eines vollständig gekupferten Färbeprozesses gemäß
der Erfindung erforderlich ist, ist kleiner als diejenige, welche beim Gebrauch
der Kupferkoordinationsverbindung allein in Abwesenheit eines Kupfersalzes erforderlich
ist, und ist im allgemeinen viel geringer als theoretisch erforderlich ist; d. h.,
das erfindungsgemäße Verfahren gestattet eine große Menge der kostspieligen Kupferkoordinationsverbindung
durch das billigere und leichter zur Verfügung stehende Kupfersalz zu ersetzen.
Beispielsweise, wenn das Kupferderivat des Salicylaldoxims für die Behandlung von
Polyäthylenterephthalatgewebe benutzt worden ist, welches mit dem Farbstoff gefärbt
wurde, der durch Kupplung von diazotiertem 8-Aminochinolin mit ß-Naplithol
(1 °i, auf das Gewicht des Gewebes bezogen) hergestellt worden ist, sind
2 °/o dieses Kupferderivats (auf das Gewicht des Gewebes bezogen) für eine ausreichende
Kupferung bei Abwesenheit eines Kupfersalzes erforderlich; doch ist für die Kupferung
ein Gemisch aus 0,5 °/o Kupferderivat und 10/, Kupfersulfat ebenso wirkungsvoll.
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Das Arylradikal, der Arylring des Aralkylradikals und der aromatische
Ring in der angegebenen Formel kann beispielsweise durch Alkylradikale, wie Methyl-
oder Äthyl-, Alkoxyradikäle, wie Methoxy- oder Äthoxy-, Halogenatome, wie Chlor,
und Hydroxylradikale substituiert sein. -Als Beispiele geeigneter Koordinationsverbindungen
werden genannt: die Kupferderivate von Salicylaldoxim, seine kernsubstituierten
Derivate, wie 5-Methylsalicylaldoxim, 5 - Chlorsalicylaldoxim, 3 - Methoxysalicylaldoxim,
3,5-Dimethylsalicylaldoxim und 2,4-Dihydroxybenzaldoxim und die Kupferderivate von
aromatischen 2-Hydroxyketoxirnen, wie 2-Hydroxyacetophenonoxim, 2-Hydroxypröpiophenonoxirn,
2-Hydroxybenzophenonoxim, 2-Hydroxy-5-methyldesoxybenzoinoxim, 2-Hydroxy-5-methyl-1',2',3',4',5',6'-hexahydrobenzophenonoxim,
2,4-Dihydroxyacetophenonoxim und 2,4-Dihydroxypropiophenonoxim. Diese Kupferkoordinationsverbindungen
können hergestellt werden durch Behandlung des in einem Lösungsmittel, wie Äthanol,
gelösten entsprechenden Oxims mit der äquivalenten Menge eines Kupfersalzes, beispielsweise
in Wasser gelöstes Kupferacetat.
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Als Beispiele geeigneter Kupfersalze werden genannt: die Kupfersalze
anorganischer Säuren, wie Kupfersulfat, -nitrat, -chlorid und -chlorür. - Die Kupfersalze
organischer Säuren, wie Kupferacetat oder Kupfertartrat, können im Bedarfsfalle
benutzt werden.
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Geeignete, nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zu benutzende Farbstoffe
sind in der Hauptpatentanmeldung 111160 IV c/8 m beschrieben: Für die Herstellung
dieser Farbstoffe wird weder in der vorliegenden Zusatzpatentanmeldung
noch
in der .Hauptpatentanmeldung Schutz beansprucht.
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Es können auch Farbstoffe der Formel
benutzt werden, worin X für einen Hydroxyl- oder Carboxylradikal steht und der Benzolring
A weiter, beispielsweise: durch- Alkyl-, Halogen-, Nitro-, Alkoxy-, Alkylsulfonyl-
oder Chloralkylsulfonylradikale substituiert sein kann. Derartige Farbstoffe können
durch Kupplung diazotierter Anthranilsäure oder 2-Aminophenol oder eines- substituierten
Derivates von beiden mit 6,8-Dihydroxychinolin im alkalischen Medium erhalten werden.
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Es können auch Farbstoffe der Formel
benutzt werden, worin X ein Hydroxy-, Carboxy- oder Carboxymethoxyradikal ist, der
Benzolring A weiter substituiert sein kann, beispielsweise durch Alkyl-, Halogen-,
Nitro-,. Alkoxy-, Alkylsulfonyl- oder Chloralkylsulfonylradikale, und Y für ein
Wasserstoffatom oder ein Alkyl- oder Arylradikal steht. Derartige Farbstoffe können
durch Kupplung von diazotierter Anthranilsäure, 2-Aminophenoxyessigsäure oder 2-Aminophenol
oder einem substituierten Derivat von jedem dieser mit einem..Oxim eines aromatischen
2,4-Dihydroxyketons,beispielsweise 2,4-Dihydroxybenzaldoxims, 2,4-Dihydroxyacetophenonoxims
oder 2,4-Dihydroxybenzophenonoxims, in alkalischem Medium erhalten werden.
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Es können auch Farbstoffe der Formel -
benutzt werden, worin Y für ein Wasserstoffatom oder ein Alkyl- oder Arylradikal
steht und der Benzolring A durch beispielsweise A1ky1-, Halogen-, Alkoxy-, Nitro-,
Cyan- oder Alkylsulfonylradikale - weiter substituiert sein kann. Derartige
Farbstoffe können durch Kupplung von diazotiertem Anilin oder dessen 'substituiertem
Derivat" mit beispielsweise Salicylaldoxim, 2-Hydroxyacetopher?on-oxim. oder 2-Hydroxybenzophenonoxim
in alkalischem Medium erhalten werden. .- - ' Metallisierbare Farbstoffe, welche
keine Azofarhstoffe sind., können ebenfalls ,benutzt werden, beispielsweise anthrachinon-
und indigoartige - Farbstoffe, beispielsweise Alizarin Biue ABI .(Colour Index Ne.
1D66), und der durch Kondensation von n-Äthyloxindol mit 'Iminophthalimidin erhaltene
Farbstöif.
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- Der Farbstoff kann in. dispergierter Form auf das Textilmaterial-aufgebracht
werden; eine geeignete Dis= persion ,des Farbstöffes kann beispielsweise@-durch-dessen
@Termahlen in wäßriger >nwa4@ eines oberflächenaktiven: Mittels, beispielsweise
von Natriumoleyl-p-anisidinsulfonat, hergestellt werden.
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Die Farbstoffe können auf die Textilmaterialien aus wäßrigen Färbebädern
bei Temperaturen bis zu 100'C
oder gegebenenfalls bei Temperaturen über 100°C
und überatmosphärischem Druck aufgebracht werden. Die Färbebäder können außer dem
Farbstoff andere bekannte Stoffe enthalten, welche der Färbung förderlich sind,
beispielsweise oberflächenaktive Mittel (wie Natriumoleylsulfat) und besonders,
beim Färben bei Temperaturen bis zu 100° C, Übertrager oder Quelhnittel für die
Faser, beispielsweise Diphenyl-, o-Hydroxydiphenyl- oder p-Hydroxydiphenyl.
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Die Behandlung der Textilstoffe mit dem Kupfersalz oder der Kupferkoordinationsverbindung
kann zweckmäßigerweise so ausgeführt werden, daß man das Textilmaterial in ein wäßriges
Bad taucht, welches diese Stoffe bei einer Temperatur bei oder in der Nähe von 100°C,
jedoch vorzugsweise bei einer Temperatur oberhalb 100°C und bei überatmosphärischem
Druck enthält. Diese Behandlung wird vorzugsweise unter neutralen oder schwachsauren
Bedingungen ausgeführt, und in der Praxis ist es angebracht, ein Bad mit dem pH-Wert
von 4 bis 7 zu benutzen. Wenn die Kupferkoordinationsverbindung in Wasser unlöslich
oder nur wenig löslich ist, wird sie vorzugsweise in Form einer Dispersion in einem
wäßrigen Medium angewandt; eine derartige Dispersion kann beispielsweise durch Vermahlen
der Verbindung mit Wasser in Gegenwart eines oberflächenaktiven Mittels, beispielsweise
eines Natriumoleyl-p-anisidinsulfonats, erhalten werden. Entsprechend wird das Kupfersalz
vorzugsweise in Form einer wäßrigen Dispersion angewandt, wenn es in Wasser unlöslich
ist.
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Bei dem Verfahren der vorliegenden Erfindung wird die Behandlung mit
dem Kupfersalz und der Kupferkoordinationsverbindung in einer wäßrigen Lösung oder
Dispersion des Kupfersalzes und der Kupferkoordinationsverbindung ohne Zugabe irgendeines
Quellmittels oder Überträgers bei einer Temperatur über 100°C, beispielsweise bei
120 bis 135°C, und überatmosphärischem Druck durchgeführt.
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Nach dem Aufbringen des Farbstoffes auf das Textilmaterial und vor
oder nach der Behandlung mit einem Kupfersalz und einer Kupferkoordinationsverbindung
kann das TextihTiaterial vorteilhafterweise mit einer stark reduzierenden Lösung
behandelt werden, beispielsweise einer wäßrigen alkalischen Lösung von Natriumhydrosulfit,
wodurch der nicht in die Faser eingedrungene Farbstoff von der Faseroberfläche entfernt
wird und die Festigkeit der Färbung beim Reiben und Waschen erhöht wird-Die gefärbten
Textilstoffe können schließlich mit einer heißenwäßrigenLösung von Seife oder einem
synthetischen Reinigungsmittel mit oder -ohne Zusatz von Soda. oder Ammoniak behandelt,
gespült und getrocknet werden.
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Die auf Textilstoffen aus aromatischen - Polyesterii nach- dem erfindungsgemäßen
Verfahren hergestellten Färbungen weisen ausgezeichnete Wasch-. - und- Lichtechtheit
sowie Beständigkeit gegen trockne Hitze auf. Die Färbungen sind lichtechter als
diejenigen, welche unter Verwendung der Kupferkoordinationsverbindung in Abwesenheit
eines. Kupfersalzes erhalten-sn d., -. Beispiel 1
.. _12 Teile des Farbsfoffes,,
welcher -durch Kupplung von diazotiez-tem $-Aminöchinolin mit ß-Naphthol hergestegt
ist, werden durch Vermahlen *mit 50 Teilen Wasser 'und 2 "Teilen Natriumoleyl-p-an
isidin-sulfonat dispergtert und dann :80 000 Teile Wasser. zu- gssetzt, welches,
33-Teile Närtnumƒley4nlfat enthält.- -2000.Teilo- ,Polyäthylenterephthalatgewebe
werden
in die so erhaltene Dispersion getaucht, welche in einem Autoklav unter Rühren auf
130°C erhitzt und 30 Minuten lang bei dieser Temperatur gehalten wird. Das Gewebe
wird danach herausgenommen und in Wasser gespült. Das gefärbte Gewebe wird durch
30 Minuten langes Behandeln in einem Autoklav bei 125°C mit einer wäßrigen Dispersion
nachgekupfert, welche 10 Teile des Kupferderivats von Salicylaldoxim (vorher durch
Vermahlen mit 50 Teilen Wasser und 0,5 Teilen Natriumoleyl-p-anisidinsulfonat dispergiert)
und 100 Teile Kupfersulfat in 80 000 Teilen Wasser enthält. Das Gewebe wird dann
25 Minuten lang bei 95°C mit einer Lösung gewaschen,welche 2 Teile calcinierte Soda
und 0,5 Teile Natriumoleylsulfonat in 1000 Teilen Wasser enthält. Das Gewebe wird
herausgenommen, in Wasser gespült und getrocknet. Es wird eine rote Färbung von
hoher Licht- und Waschechtheit und Hitzebeständigkeit erhalten.
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In dem obigen Beispiel können die 10 Teile Kupferderivat von Salicylaldoxim
ersetzt werden durch 20 Teile Kupferderivat von 5-Methylsalicylaldoxim oder 20 Teile
Kupferderivat von 5-Chlorsalicylaldoxim oder 20 Teile des Kupferderivats von 2-Hydroxyacetophenonoxim
oder 20 Teile des Kupferderivats von 2-Hydroxypropiophenonoxim oder 20 Teile des
Kupferderivats von 2,4-Dihydroxyacetophenonoxim oder 25 Teile des Kupferderivats
von 2,4-Dihydroxypropiophenonoxim oder 25 Teile des Kupferderivats von 2-Hydroxybenzophenonoxim
oder 20 Teile des Kupferderivats von 3-Methoxysalicylaldoxim oder 20 Teile des Kupferderivats
von 3,5-Dimethylsalicylaldoxim oder 25 Teile des Kupferderivats von 2-Hydroxy-5-methyldesoxybenzoinoxim
oder 25 Teile des Kupferderivats von 2-Hydroxy-5-methyl-1',2',3',4',5',6'-hexahydrobenzophenonoxim,
wenn entsprechende Farben mit gleichen Echtheitseigenschaften erhalten werden.
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2-Hydroxy-5-methyl-1',2',3',4',5', 6'-hexahydrobenzophenonoxim vom
Schmelzpunkt 148°C wird durch Umsetzung von 2-Hydroxy-5-methyl-1',2',3',4',5',6'-hexahydrobenzophenon
mit Hydroxylamin in Äthanollösung erhalten. 2-Hydroxy-5-methyl-1',2',3',4',5',6'-hexahydrobenzophenon
mit dem Schmelzpunkt 74°C wird durch Kondensation von Hexahydrobenzoylchlorid mit
p-Kresolmethyläther in Gegenwart von Aluminiumchlorid und Erhitzen des so erhaltenen
2-Methoxy-5 - methyl -1',2',3',4',5',6' - hexahydrobenzophenons mit Aluminiumchlorid
erhalten. oder durch 100 Teile Kupfernitrat oder durch 40 Teile Kupferchlorür oder
durch 80 Teile Kupferacetat oder durch 85 Teile Kupfertartrat ersetzt werden, werden
entsprechende Farbtöne mit denselben Echtheitseigenschaften erhalten.
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Beispiel 3 30 Teile des durch Kupplung von diazotiertem 8-Aminochinolin
mit Acetoacetanilid erhaltenen Farbstoffs werden durch Vermahlen in -150 Teilen
Wasser mit 1 Teil Natriumolein-p-anisidinsulfonat dispergiert, und die so erhaltene
Dispersion wird in 100 000 Teile Wasser bei 98°C gegeben. 2000 Teile Polyäthylenterephthalatgewebe
werden in das so erhaltene Färbebad eingeführt; eine Dispersion von 130 Teilen Diphenyl
in 8000 Teilen Wasser wird zugegeben, welches 8 Teile Natriumoleylsulfat enthält.
Das Färbeverfahren wird 1 Stunde lang bei 98°C durchgeführt.
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Das Gewebe wird nachgekupfert, gewaschen, gespült und getrocknet,
wie im Beispiel 1 beschrieben, und eine gelbe Färbung erhalten, welche gute Waschechtheit,
Lichtechtheit und Beständigkeit gegenüber trockener Hitze besitzt.