Flächiges Extrusionsprodukt aus synthetischem Stoff
Die vorliegende Erfindung betrifft ein flächiges Ex trusionsprodukt aus synthetischem Stoff mit dünnen Lamellen aus polymerem Material, die sich über einen wesentlichen Teil der Dicke des Extrusionsproduktes erstrecken.
Ein solches flächiges Extrusionsprodukt besitzt in der Längsrichtung der Lamellen eine bedeutende Festigkeit, wogegen die Festigkeit der Bindung zwischen den Lamellen für viele der in Frage kommenden Anwendungen oft nicht genügt. Die vorliegende Erfindung stellt sich die Aufgabe, die Lamellen des vorliegenden Extrusionsproduktes fester rniteinander zu verbinden.
Das erfindungsgemässe flächige Extrusionsprodukt aus synthetischem Stoff ist dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen Fäden aufweisen, die mit den Lamellen aus einem Stück bestehen und sich praktisch parallel zur Ebene des Extrusionsproduktes erstrecken.
Die Erfindung beruht auf der Erkenttnis, dass aus den Lamellen ausgezogene Fäden eine sehr feste Verbindung zwischen den Lamellen ergeben. Die endgültige Form der Lamellen hängt von ihrer Anfangsform ab und von dem Mass, um das die Fäden aus den Lamellen ausgezogen werden sowie von der Stelle, an der dies geschieht. Die Fäden können aus den Seitenrändern der Lamellen ausgezogen werden oder aber auch aus ihrem mittleren Teil.
Ein solches flächiges Extrusionsprodukt eignet sich für viele Zwecke. Beispielsweise ist es für Textilien vervendbar, etwa für Kleider, ferner für Teppiche und als Verpackungsmaterial. Aus einigen Arten lassen sich Bauplatten herstellen, aus andern lederähnliche Werkstoffe.
Nachfolgend wird die Erfindung an Ausführungsbeispielen erläutert.
Die beiliegenden Zeichnungen dienen zum besseren Verständnis der Erfindung. In diesen Zeichnungen sind:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Reihe im wesentlichen lamellenförmiger Teilchen, getrennt durch eine zweite Komponente;
Fig. 2, 3, 4, 5, 6 und 7 schematische Darstellungen von Teilchen, aus denen Extrusionsprodukte gemäss der Erfindung zusammengesetzt sein können:
Fig. 8 ist eine schematische Darstellung von Lamellen, bei denen die Fäden aus den Seiten der Lamellen entspringen.
Fig. 9 und 10 sind schematische Darstellungen von Lamellen, bei denen die Fäden von zentralen Teilen der Lamellen ausgehen: und
Fig. 11 zeigt schematisch ein Extrusionsprodukt, das sich aus Reihen sattelförmiger Lamellen zusammensetzt.
In der in Fig. 1 schematisch dargestellten Platte sind lamellenartige Teilchen I voneinander durch Lagen 2 einer zweiten Komponente getrennt, wobei das ganze System in flüssigem oder halbflüssigem Zustand ist. Die Lagen I können dann entlang der gestrichelten Linie unterteilt werden, um voneinander getrennte Fäden zu ergeben, die aber alle am zentralen Streifen 4 festsitzen.
So kann durch Abpsalten der Fäden ein in Fig. 2 dargestelltes Erzeugnis erhalten werden. Je nach dem Ausmass, bis zu welchem die Fäden 3 ausgezogen werden, wird der Streifen 4 mehr oder weniger zylindrische oder noch lamellenförmige Gestalt haben.
Je nach den Bedingungen, unter denen die ursprünglichen Teilchen aus dem Werkzeug extrudiert und die Fäden aus den Teilchen ausgezogen werden, kann die Form der Lamellen beeinflusst werden. Wie in Fig 3 dargestellt, können die Streifen 4 der Teilchen sattelförmig mit von beiden Kanten der Streifen abstehenden Fäden 3 sein. Die Streifen können auch schalenförmig, wie in Fig. 4 gezeigt, oder zylindrisch oder halbzylindrisch, wie in Fig. 5, sein. Selbstverständlich haben in Wirklichkeit die in den Fig. 3 bis 5 dargestellten Lamellen keine ebenen Oberkanten, wie gezeigt, sondern sie laufen konisch aus.
Die Fäden können auch nur aus einer Seite eines Streifens ausgezogen sein, wie die Fig. 6 zeigt. Die hier gezeigte Lamelle ist ein leicht gebogenes, flockenförmiges Teilchen.
Sind die Streifen flach ausgebildet, so liegen sie im wesentlichen quer zur Ebene des Extrusionsproduktes.
Es braucht natürlich nicht das ganze Extrusionsprodukt eben zu sein. Wenn hier von der Ebene des Extrusionsproduktes die Rede ist, bezieht sich dies auf den jeweils betrachteten Punkt. Ist das Produkt an irgend einer Stelle gebogen, so gilt die Tangentialebene an dieser Stelle als Ebene des Pressproduktes. Wird davon gesprochen, dass die Lamellen im allgemeinen quer zur Ebene des Produk- tes angeordnet sind, so meint dies, dass die Lamellen nicht parallel zur Ebene des Produktes liegen, sondern letzteres bis zu einem gewissen Teil seiner Dicke durchqueren.
So kann die in Fig. 6 dargestellte Flocke sich über die Dicke eines Produktes 6 erstrecken, obwohl sie beinahe eben ist. So kann sich seine obere Kante 5 an einer Begrenzungsfläche des Produktes befinden, während seine Fäden 3 in der gegenüberliegenden Fläche des Produktes liegen.
Es wurde erwähnt, dass die Streifen der Lamellen im Produkt z.B. auf sich selbst zurückgefaltet sein können, doch ist es auch leicht möglich, die Lamellen von Haus aus mit nicht ebenen Streifen zu erzeugen. Eine Lamelle ist in Fig 7 dargestellt. In dieser ist der Streifen 4 gezahnt, und die Fäden 3 sind aus den Vorsprüngen ausgezogen.
Dieser dargestellte Streifen kann immerhin noch als im allgemeinen lamellenförmig betrachtet werden, weil seine Breite und Länge im allgemeinen grösser als seine Dicke sind.
Die Streifen können kurz sein, z.B. nur genügend lang, mn die Dicke des Produktes zu überspannen. Ihre Länge muss aber nicht der Dicke des Produktes entsprechen, sie können kürzer sein, da sie nicht quer über die ganze Dicke des Produktes verlaufen müssen. Die Länge der Streifen kann z.B. wenige Millimeter bis zu ca. 1 Zentimeter betragen. Manchmal werden auch Streifen grösserer Länge verwendet. Es ist auch möglich, die Streifen praktisch endlos auszuführen, so dass sie sich über die ganze Breite des Extrusionsproduktes erstrek Kern. Die Streifen werden, wenn sie so lang sind, im allgemeinen parallel zueinander angeordnet, wobei ihre Längsrichtungen im wesentlichen in der Ebene des Produktes liegen.
Sind die Streifen lang und parallel zueinander oder kurz und Ende an Ende in parallelen Reihen angeordnet, so müssen die Reihen oder Streifen nicht gerade sein, und es wird tatsächlich oft eine Anordnung vorgezogen, bei der die Lamellen, quer zu ihrer Ebene betrachtet, ein Zickzackmuster bilden.
Ungeachtet der Anordnung der einzelnen Lamellen können die Fäden entlang beider oder entalng nur einer Hauptbegrenzungsfläche des Extrusionsproduktes liegen.
Im allgemeinen wird die erste Art bevorzugt. In Fig. 8 sind jedoch Lamellen eines Extrusionsproduktes der zweiten Art dargestellt, das aus einer Anzahl langer Lamellen 7 zusammengesetzt ist, die nur auf einer Seite Fäden 3 aufweisen. Diese Fäden sind miteinander verbunden und halten dadurch die Lamellen 7 in zueinander paralleler Lage.
Die Fäden müssen nicht aus den Seitenkanten der Lamellen herausragen, sondern sie können auch von zentralen Teilen der Lamellen ausgehen und sich durch Löcher in angrenzenden Lamellen estrecken, um mit diesen angrenzenden Teilchen verbunden zu werden.
Obwohl diese Anordnung der Fäden für manche Anwendungen von Wert ist, gibt es zwei Arten von Extrusionsprodukten, bei denen sie besonders wichtig ist. Eine davon ist jene, bei der die Streifen der längeren Lamellen im wesentlichen parallel zueinander sind. Ein Teil eines solchen Produktes ist in Fig. 9 dargestellt. Es sind lange Lamellen 7 dargestellt, von denen jede eine Reihe gestanzter Löcher 9 hat, durch welche sich von zentralen Teilchen benachbarter Lamellen abstehende Fäden 10 erstrecken. Es ist ersichtlich, dass die Fäden 10 selbst bei den Löchern 9 aus den Streifen ausgezogen sind.
Ein anderes bevorzugtes Produkt ist jenes, bei dem die Streifen kurze Lamellen sind, die im wesentlichen mit ihren Enden aneinanderstossend in praktisch parallelen Reihen angeordnet sind. Ein Teil eines solchen Produktes ist in Fig. 10 dargestllt, in der nur je eine Lamelle 4 zweier paralleler benachbarter Reihen gezeigt wird. Wie das in Fig. 9 dargestellte Produkt zeigt, werden die Reihen von Fäden 10, die sich durch Löcher 9 angrenzender Lamellen erstrecken, zusammengehalten.
Bei diesem Produkt werden jedoch die nebeinanderliegenden Lamellen innerhalb der Reihen zusammengehalten durch Verhindung der Fäden 3, die von den Seiten der Lamellen ausgehen, mit den zugehörigen Fäden der Lamellen in den angrenzenden Reihen. Daraus wird ersichtlich, dass bei dieser Ausführung jede Lamelle drei Fäden haben muss, deren einer sich durch ein Loch in der angrenzenden Lamelle erstreckt. Es ist jedoch besser, wenn die Zahl der Fäden jeder Lamelle grösser als drei ist.
Wie in den Fig. 9 und 10 dargestellt ist, werden die sich durch Löcher angrenzender Lamellen erstreckenden Fäden zur Verbesserung der Verbindung am besten miteinander verdrillt. Abgesehen davon ist es auf jeden Fall auch nötig, dass sich die Fäden durch mehrere der angrenzenden Lamellen erstrecken, wenn die Reihen nur durch diese Art Bindung zusammengehalten werden.
Demgemäss werden sich die Fäden durch mindestens drei Lamellen erstrecken, und oft werden sie sich sogar durch mehr als drei Lamellen erstrecken.
Me Streifen der Lamellen können, wenn sie kurz sind, in im wesentlichen parallelen Reihen mit den Streifen quer zu den Reihen angeordnet werden. Fig. 11 zeigt ein solches Produkt, wobei aber die Streifen entgegen der Abbildung, in der sie der Einfachheit halber mit ebenen oberen Flächen dargestellt sind, mehr oder weni ger scharf auslaufen, es sei denn, eine geeignete Schneideoder andere Behandlung werde, nachdem die Lamellen zum Produkt geformt sind, angewendet. Das in Fig. 11 dargestellte Produkt besteht aus im allgemeinen sattelförmigen Lamellen, die in Reihen angeordnet sind, wobei die Sättel 11 quer zu den Reihen stehen und jede Lamelle mit an,grenzenden Lamellen der gleichen Reihe und mit jenen angrenzender Reihen durch Verbindung der Fäden 3 gehalten wird.
Eine weitere Art des erfindungsgemässen Produktes besteht einfach aus einer Reihe von Lamellen, deren Streifen quer zur Längsrichtung der Reihe angeordnet sind. Jeder Streifen kann in einer im wesentlichen geraden Linie liegen und die Breite des Produktes von einer Kante zur andern überspannen. Für dieses Material müssen die Streifen verlängert sein, so dass sie mindestens so lang wie die Breite der Bahn des Produktes sind.
So kann dieses Produkt eng beieinanderliegende Rippen aufweisen oder ein Grobtuch sein.
Die Herstellung eines solchen Produktes ist in der letzten Figur des zu dieser Anmelung gehörenden Teilgesuches, betreffend die Herstellung der vorliegenden Ex trusionsprodukte, dargestellt, und es wird dort auch näher beschrieben.
Die Fäden, die aus den Streifen der Lamellen für die erfindungsgemässen Extrusionsprodukte ausgezogen werden, sind in den üblichen Fällen faserig, und ein Teil der Verbindung geschieht, mindestens im allgemeinen, durch Verfilzen der faserigen Fäden. Jedoch kann zusätzlich zu dieser VeRilzung, oder an deren Stelle, noch eine Verbindung durch ein geeignetes Bindemittel treten. Dieses Bindemittel oder ein sonstiges Material, das zwischen benachbarten Lamellen vorhanden ist (d. h. geformtes oder abgespaltetes Material, wie unten im Einzelnen näher beschrieben), kann auch zur Verbindung der Lamellen miteinander beitragen.
Im allgemeinen sind die Fäden jedoch immer so, dass die Lamellen mit oder ohne Bindemittel durch sie zusammengehalten werden können und dass die Verbindung des Materials, das zwischen den angrenzenden Lamellen liegt und mit den Fäden nicht verbunden ist, die Festigkeit des Produktes vergrössert.
Damit das Extrusionsprodukt gut zusammengehalten wird, ist es erforderlich, dass genügend Fäden aus den Lamellen ausgezogen werden.
Es wird keine befriedigende Bindung erreicht, wenn nur ein Faden aus jeder Seite eines jeden Streifens ausgezogen ist oder nur zwei Fäden sich aus zentralen Teilen nebeneinander liegender lamellenförmiger Streifen erstrecken. Vielmehr muss dieser Streifen mehrere Fäden aufweisen, und zwar mindestens drei. Wie in den Zeich zungen dargestellt, sind im allgemeinen jedoch viel mehr Fäden vorhanden, besonders, wenn diese aus den Seiten der Streifen anstatt aus deren Zentren ausgezogen sind.