Getriebeeinrichtung an Kraftfahrzeugen, insbesondere an Traktoren Die Erfindung bezieht sich auf eine Getriebeein richtung an Kraftfahrzeugen, insbesondere an Trak toren, mit einer Nebenwelle, für welche mehrere An triebe, beispielsweise ein motor-, ein getriebe- und ein gangabhängiger Antrieb vorgesehen sind.
Die Nebenwelle kann z. B. eine Zapfwelle sein, wie sie an Traktoren üblich ist.
Von Traktoren wird heute vielfach verlangt, dass sie mittels einer solchen Zapfwelle verschiedene Ge räte mit einer bestimmten Drehzahl und Drehrich tung, welche genormt sind, antreiben, die bei Stehen bleiben des Fahrzeuges ebenfalls stillstehen müssen. Man kann hier von einem getriebeabhängigen Antrieb der Zapfwelle sprechen. Es könnten auch mehrere solcher Zapfwellen vorhanden sein.
Andere Geräte erfordern ein Weiterlaufen der Zapfwelle, wenn das Fahrzeug stehenbleibt oder der Fahrgang gewechselt wird. Hier kann von einem motorabhängigen Antrieb der Zapfwelle gesprochen werden.
Auch gibt es Geräte, welche eine andere als die genormte Drehzahl für ihren Antrieb vorteilhaft be nötigen. Es ist also eine zweite Zapfwellendrehzahl erforderlich.
Vielfach erfordern Geräte, z. B. zum Pflanzen setzen oder bei zapfwellengetriebenen Anhängern, eine Zapfwellendrehzahl und einen Drehsinn, die vom zurückgelegten Weg und damit vom Fahrgang ab hängig sind. Es kann hier von einem gangabhängigen Antrieb der Zapfwelle gesprochen werden.
Jede dieser Zapfwellenantriebsarten ist bekannt und wird einzeln oder als Zweierkombination an Traktoren ausgeführt.
Neu ist hingegen, und die Erfindung besteht darin, dass die Antriebe der Nebenwelle wahlweise mit nur einem einzigen Schaltelement schaltbar sind.
In einer bevorzugten Ausführungsform des Er- findungsgegenstandes ist dieses Schaltelement eine Schaltmuffe.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt.
Die Figur zeigt die Getriebeeinrichtung eines Traktors in vereinfachter Darstellung.
Auf einer Vorgelegewelle 1 eines Schaltwechsel getriebes ist ein Zahnrad 10 fest angeordnet. Dieses kann mit einem Zahnrad 11, das auf der Ritzelwelle 3 verschiebbar auf einer Keilverzahnung angeordnet ist, in Eingriff treten. Diese Ritzelwelle 3 trägt an ihrem einen Ende hinter ihrer Lagerung im Gehäuse des Getriebes ein nicht näher bezeichnetes Kegelrad ritzel, das in bekannter Weise in ein Tellerrad zum Antrieb des Differentials eingreift.
Auf der Ritzel- welle 3 ist ein weiteres Zahnrad 9 angeordnet, das mit einem auf der Vorgelegewelle 1 lose, aber unver- schieblich gelagerten Zahnrad 8 im Eingriff steht. Dieses Zahnrad 8 ist überdies mit einem Fortsatz am Aussenteil des Gehäuses des Getriebes gelagert. In diesem Gehäuse ist obendrein eine weitere Welle 2 gelagert. Auf dieser Welle 2 sind zwei Zahnräder 4 und 12 fest angeordnet. Diese Welle 2 ist in Wirklichkeit so im Gehäuse des Getriebes gelagert, dass das Zahnrad 12 mit dem Zahnrad 11 in Eingriff tre ten kann.
Koaxial zur Vorgelegewelle 1 weist der Traktor eine Nebenwelle 13 auf. Diese ist im vor liegenden Ausführungsbeispiel, wie bei Traktoren meistens üblich, als Zapfwelle vorgesehen. Auf dieser Zapfwelle 13 ist ein Zahnrad 5 lose, aber unver- schiebbar gelagert, während eine Schaltmuffe 7 in Keilbahnen der Zapfwelle 13 verschiebbar angeord net ist.
Das Zahnrad 5 steht mit dem Zahnrad 4 der Welle 2 im Eingriff. Die durch einen nur sche matisch dargestellten Schalthebel 6 verschiebbare Schaltmuffe 7 weist an ihren beiden Enden Kupp lungsklauen auf, die in die entsprechenden Kupp- lungsklauen der Zahnräder 5 und 8 eintreten können. Weiterhin weist die Schaltmuffe 7 an ihrem linken Ende eine kurze Innenkeilverzahnung auf, die mit einer kurzen Aussenkeilverzahnung 1' der Vorgelege- welle 1 in Verbindung treten kann.
Die Vorgelege- welle 1 ist überdies in der Zapfwelle 13 durch eine Innenlagerung gelagert.
Die Wirkung dieser Getriebeeinrichtung ist die folgende: Der Antrieb des Traktors erfolgt von einer Brennkraftmaschine in bekannter Art über An triebswelle und Zahnräder auf die Vorgelegewelle 1 des Schaltgetriebes und über die jeweils eingeschal teten Gangzahnräder auf die Ritzelwelle 3 und von dieser auf die Antriebsräder des Traktors. Die wei tere Welle 2 kann direkt vom Motor, unabhängig vom Wechselgetriebe, oder von der Vorgelegewelle 1 aus mit Zahnrädern angetrieben werden. Wird das Rad 12 mit dem Rad 11 in Eingriff gebracht, so wird der Traktor im Sinne eines Rückwärtsganges angetrieben, wenn die Welle 2 vom Motor angetrieben wird.
Wird mit dem Schalthebel 6 das Schaltelement 7 von der in der Zeichnung dargestellten Leerlaufstel- lung nach links bewegt, so gelangt es mit dem lose auf der Vorgelegewelle 1 gelagerten Zahnrad 8 durch die entsprechenden Kupplungsklauen in Eingriff. Der Kraftfluss geht in diesem Falle von der Ritzelwelle 3 über die Zahnräder 9 und 8 und das Schaltelement 7 auf die Zapfwelle 13. Damit wird die Zapfwelle gangabhängig angetrieben, das heisst abhängig von der Drehzahl der Getriebehaupt- bzw. Abtriebs welle 3.
Wird mit dem Schalthebel 6 das Schaltelement 7 nach rechts verschoben, so kommt es mit der Keil verzahnung 1' auf der Vorgelegewelle 1 in Eingriff, und der Antrieb der Zapfwelle 13 erfolgt getriebe abhängig, das heisst allein abhängig von der Dreh zahl der Vorgelegewelle 1.
Wird das Schaltelement 7, das immer verschieb bar über das Keilprofil mit der Zapfwelle 13 ver bunden ist, weiter nach rechts verschoben, so kommt es wieder in Leerlaufstellung, und die Zapfwelle 13 ist von jedem Antrieb abgeschaltet. Wird das Schaltelement 7 noch weiter nach rechts bewegt, so gelangt es über die entsprechenden Kupp lungsklauen mit dem Zahnrad 5, welches lose auf der Zapfwelle 13 sitzt, in Eingriff, und der Antrieb der Zapfwelle erfolgt über die Welle 2, die Zahnräder 4 und 5 und die Schaltmuffe 7. Die Zapfwelle dreht nun motorabhängig oder mit einer zweiten Drehzahl, z.
B. angetrieben durch Zahnräder, beispielsweise von der Vorgelegewelle 1 aus.
Die Verzahnung 1' der Vorgelegewelle 1 und die Zapfwelle 13 haben vorteilhaft das gleiche Keilwellen profil. Das Schaltelement 7 könnte auch mit dem Zahnrad 5 kombiniert als Schieberad ausgebildet sein.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich, ergibt die er läuterte erfindungsgemässe Einrichtung einen äusserst einfachen Getriebeaufbau, der es ermöglicht, die Zapfwelle auf drei verschiedene Arten anzutreiben.