Anordnung zur Zündung von Funkenstrecken
Beschreibung
Die Erfi ndung betrifft eine Anordnung zur Zündung von Funkenstrecken m it einer an oder in einer der Hauptelektroden befindlichen, gegenüber dieser Hauptelektrode isolierten Triggerelektrode, wobei die Triggerelektrode mit der weiteren Hauptelektrode über mindestens ein spannungsschaltendes oder spannungsüberwachendes Element elektrisch verbu nden ist und zwischen der Triggerelektrode und der weiteren Hauptelektrode ein Luftspalt besteht, gemäß Patentanspruch 1.
Funkenstrecken lassen sich hinsichtlich ihres Verhaltens als Durchschlagoder Gleitfu nkenstrecken differenzieren. Derartige Funkenstrecke si nd getrig- gert, aber auch ungetriggert ausführbar. Bei getriggerten Funkenstrecken existiert neben den Hauptelektroden mindestens eine Triggerelektrode. Die Zündung bei getriggerten Funkenstrecken erfolgt beispielsweise über den Einsatz eines Zündtransformators mit der Folge einer hohen Ansprechspannung der entsprechend gut isolierten Triggerelektrode.
Bei einer Alternative besteht die Möglichkeit, durch eine besondere Anordnung der Triggereiektrode bezüglich der Hauptelektrode ohne Zündtransformator die Zündung einzuleiten . Dabei wird in vielen Fällen für eine leitfähige Verbindung zwischen der Triggerelektrode und der Hauptelektrode gesorgt.
Grundsätzlich gilt, dass getriggerte Funkenstrecken über ein steuerbares Ansprechverhalten verfügen .
Bei der druckfest gekapselten Funkenstreckenanordn ung zum Ableiten von schädlichen Störgrößen durch Überspannungen nach DE 200 20 771 U l ist unmittelbar über ein dort vorhandenes leitfähiges Gehäuse zur Bild ung einer Teilfunkenstrecke im Entiadu ngsraum eine Triggerspannung anlegbar. Über die Teilfunkenstrecke wi rd dann die Hauptfunkenstrecke zwischen den Hauptelektroden gezündet. Darüber hinaus kommt ein Zü ndtransformator zum Einsatz, der Bestandteil der Triggereinrichtung ist.
Der Einsatz eines Zündtransformators bedingt jedoch einen nicht unerheblichen Bauraum . Darüber hinaus ist die Größe der im Zündtransformator se- kundärseitig generierten Zündspa nnung von der primarseitigen Stromänderung di/dt abhängig. Wenn dieser Stromimpuis nicht über eine ausreichende Steilheit verfügt, genügt die sekundä rseitig auftretende Spannung nicht, um die Funkenstrecke durchzuzünden. Dies bedeutet, dass die Überspannungsschutzeinrichtung trotz der aufgetretenen Überspannung inaktiv bleibt.
Eine alternative Möglichkeit, Fu nkenstrecken anzusteuern, besteht darin, dass die Triggerelektrode mit einer der Ha uptelektroden in Verbi ndung steht. Hier kann ein Zündtransformator entfallen . Während des Zündvorgangs wird bei diesen Lösungen des Standes der Technik zwischen einer Hauptelektrode und der Triggerelektrode eine Gleitentladung ausgelöst, die nach einer bestimmten Zeit die weitere Hauptelektrode erreicht,
Eine solche Lösung ist in der DE 101 46 728 B4 offenbart. Bei dieser Überspannungsschutzeinrichtung ist an die beiden Hauptelektroden die Reihenschaltung eines Spannungsschaltelements und eines Zündelements angeschlossen . Die Ansprechspan nung des Spannungsschaitelements liegt unterhalb der Ansprechspannung der Durchschlag-Funkenstrecke. An der Kontaktstelle zwischen dem Zündelement und der dem Zündeiement zugeordneten Elektrode ist ein Übergangswiderstand gegeben. Beim Ansprechen des Spannungsschaltelements fließt zunächst ein Ableitstrom über das Zündelement, wobei das dortige Zündelement derart ausgebildet ist, dass bei größeren Ableitströmen wegen des Übergangswiderstands an der Kontaktstelle Entladungen entstehen, die zu einer Vorionisation des die Kontaktstelle umgebenden Kontaktbereichs führen.
Derartige Triggerelektroden haben permanent elektrischen Kontakt zu einer der beiden Ha uptelektroden. Dies bedeutet, dass kei ne galvanische Trennung der Hauptpotentiale vorliegt. Aus diesem Grunde m uss in den Triggerstromkreis ein spannungsschaltendes Bauteil, z.B. in Form eines Gasabieiters, geschaltet werden . Eine Weiterbildung gegen über den Lösungsansätzen mit direkt elektrisch leitfähig kontaktierter Triggerelektrode an einer oder mehreren Hauptelektroden ist in der DE 10 2004 006 988 AI bzw. der DE 102 45 144 B3 gezeigt.
Die Überspannungsschutzeinrichtung auf Funkenstreckenbasis nach DE 10 2004 006 988 A I umfasst mindestens zwei in einem druckdichten Gehäuse befindliche Hauptelektroden sowie mindestens eine Zündhilfselektrode . Im Gehäusevolumen ist eine Funktionsbaugruppe zu r Reduzierung der Ansprech¬ spannung der Funkenstrecke untergebracht, welche mit einer der Haupteiekt- roden und der Zündhilfselektrode in Verbindung steht.
Die Funktionsbaugruppe zum Reduzieren der Ansprechspannung der Fun¬ kenstrecke besteht aus einer außerhal b des Lichtbogen-Brennraums befind li¬ chen Reihenscha ltung eines spannu ngsschaltenden Elements, einer Impedanz und einer Trennstrecke, wobei die Trennstrecke durch den Abstand der Zünd- hilfseiektrode zur nächstliegenden Hauptelektrode gebildet ist. Beim Auftre¬ ten einer Überspannung, welche die Summe der Ansprechspannungen des Schaitelements und der Trennstrecke übersteigt, fl ießt ein Strom von der ers¬ ten Hauptelektrode zur zweiten Hauptelektrode mit der Folge, dass der die Trennstrecke überbrückende Lichtbogen Ladungsträger zur sofortigen Ionisa¬ tion der Trennstrecke zwischen den Ha uptelektroden bereitstellt.
Die Zündeinrichtung nach DE 102 45 144 B3 weist eine Hilfselektrode a uf, die mit einer Zündeinrichtung in Verbindu ng steht. Diese Zündei nrichtung besitzt einen nichtlinearen, tem peraturabhängigen Widerstand mit positivem Tem peraturkoeffizienten. Die Widerstandserhöhung dieses temperaturabhängigen Widerstands steuert bei Belastung der Funkenstrecke das Zünd- und Lösch- verhaiten .
Bei der vorstehend geschilderten Funkenstrecke mit Triggerelektrode liegt eine Minimierung der Überschlagsstrecke im Zündbereich vor, wodurch der Zündimpuls der Leistung schwach ausfallt. Die Länge des Lichtbogens liegt daher in der Praxis nur bei wenigen 1/10 Millimetern . Der Zündlichtbogen m uss weiterhin im Bereich der Zündfunkenstrecke so lange brennen, bis der Raum zwischen den Hauptelektroden vol lständig ionisiert ist und der Lichtbogen auf die zweite Hauptelektrode überschlagen kann. Hierdurch wird die Triggerelektrode sehr lang und energiereich belastet. Es besteht außerdem die Gefahr, dass während des Zündvorgangs der komplette Ableitstrom über einen relativ langen Zeitraum über die Zündhilfselektrode fließt. Dies hat zur Folge, dass besonders abbrandfeste und damit teure Materialien eingesetzt werden m üssen. Letztendl ich ist der Spannungsabfall über dem Triggerzweig mit dort vorhandenen spannungsschaltenden und spannungsbegrenzenden Elementen in vielen Fällen so g roß, dass der in der Praxis geforderte maximale Schutzpegel nicht realisierbar ist.
Aus dem Vorgenannten ist es daher Aufgabe der Erfindung, eine weiterentwickelte Anordnung zur Zündung von Funkenstrecken mit einer an oder in einer der Hauptelektroden befindlichen, gegenüber diesen Hauptelektroden isolierten Triggerelektrode anzugeben, wobei das Ansprechverhalten in einem großen Bereich vorgebbar sein soll und kostengünstige Materialien eingesetzt werden können, ohne dass die Betriebszuverlässigkeit und Langzeitstabilität einer derart ausgerüsteten Funkenstrecke leidet.
Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt d urch eine Anordnung zur Zündung von Funkenstrecken gemäß der Merkmalskombination nach Patentanspruch 1, wobei die Unteransprüche mindestens zweckmäßige Ausgesta ltungen und Weiterbildungen darstellen.
Es wird demnach von ei ner Anordnung zur Zündung von Funkenstrecken mit ei ner an oder in einer der Hauptelektroden H2 befindlichen, gegenüber dieser Hauptelektrode H2 isolierten Triggerelektrode T ausgegangen, wobei die Triggerelektrode T mit der weiteren Hauptelektrode Hl über mindestens ein spannungsschaltendes oder spannungsüberwachendes Element elektrisch verbunden ist und zwischen der Triggerelektrode T u nd der weiteren Ha uptelektrode H l ein Luftspalt besteht.
Erfindungsgemäß bildet die Triggerelektrode T mit ei ner Isolationsstrecke I und einer Schicht aus einem Material M mit geringerer Leitfähigkeit als das Matertal ei ner der Hauptelektroden H l, H2 eine Sandwichstruktur, wobei diese ein Schichtdielektrikum in der Reihenschaltung einer Teiikapazität Q m it dem Dielektrikum der Isolationsstrecke I und einer zweiten Teiikapazität CM mit dem Material M als Dielektrikum darstellt. Die Teilkapazitäten Q und CM sollen besonders klei n gewählt werden, wodurch sofort eine Funkenbildung in der Funkenstrecke erreicht wird,
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist die Isolationsstrecke als eine dünne Folien- oder Lackschicht ausgebildet.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beträgt die Dicke der Isolationsstrecke nur wenige hundertstel Millimeter,
Das Material M der Sandwichstruktur besitzt eine vielfach schlechtere Leitfähigkeit als das Material einer der Hauptelektroden und ist z.B. aus einem Kunststoff bestehend, der leitfähige Partikel, z .B. aus Kohlenstoff, oder metallische Partikel aufweist.
Über die Dicke der Schicht aus dem Material M erfolgt erfindungsgemäß eine Verlängerung des Zündlichtbogens. Ergänzend oder alternativ kann das Materia! M auch bezogen auf die benachbarten Schichten überlappend ausgeführt werden, so dass der Weg von der Triggerelektrode zur nächstliegenden Hauptelektrode nochmals vergrößert wird und die Zahl der Ladungsträger des Zündlichtbogenplasmas steigt.
In diesem Sinn kann die Sandwichstruktur einen stufenförmigen Aufbau besitzen, wobei der Triggerelektrode T eine breitere Isolationsstrecke I und dieser ei ne bezogen auf die Isolationsstrecke I wiederum breitere Schicht aus dem Material M folgt.
Diese Sandwichstruktur kann auch stufenförmig symmetrisch aufgebaut werden.
Bei einer bevorzugten technischen Umsetzung kann die Sandwichstruktur aus einer lackisolierten Leiterplatte bestehen oder Elemente einer solchen
Leiterplatte umfassen, Dabei kann es sich um eine FoMenleiterpiatte oder eine Leiterplatte aus einem sta rren Trägermaterial handeln.
Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Zuhilfenahme von Figuren näher erläutert werden .
Hierbei zeigen;
Fig . 1 eine Prinzipdarstell ung der Anordnung zur Zündung einer Funkenstrecke, umfassend zwei Hauptelektroden sowie eine Triggerelektrode;
Fig. 2 eine Darstellung des sich ergebenden kapazitiven Spannungsteilers der Anordnu ng nach Fig . 1 ;
Fig. 3 eine Darstellung des Schichtdielektrikums der Zündanordnung;
Fig. 4 eine Draufsicht sowie eine Seitenansicht einer speziellen Geometrie der Zündanordnung mit gewünschter Verlängerung des Zündlichtbogens zum Initiieren eines verstärkten Lichtbogenplasmas in die Elektrodenanordnung zwischen den Hauptelektroden;
Fig. 5 eine Darstellung einer realisierten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Anordnung mit Hauptelektroden in Hörnerform und Deion- kammer, dargestellt ohne Abdeckteil, und
Fig. 6 eine Detaildarstellung der erfindungsgemäßen Anordnung zur Zündung einer Hörnerfu nkenstrecke.
Die Darstellung nach Fig. i zeigt zwei im Wesentlichen gegenüberliegende Hauptelektroden H l und H2 m it ei nem dazwischen befindlichen Luftdielektrikum .
Die stark vergrößerte Darstel lung der Zündanordnung umfasst eine elektrisch leitfähige Triggerelektrode T, die von einer Isolationsstrecke I i n Richtung Hauptelektrode H2 bedeckt ist. Der Isolationsstrecke I folgt eine Schicht aus einem Materia l M mit einer geringen Leitfähigkeit. Die Schicht
aus dem Material M liegt auf der Oberfläche der zweiten Ha uptelektrode H2 auf,
Über eine Verbindung A können externe Elemente zwischen Triggerelektrode T und Hauptelektrode H l geschaltet werden . Die dort vorgesehenen Mittel können z. B. Gasabieiter, Varistoren, Dioden oder ähnliche Elemente umfassen .
Die Gesamtanordn ung gemäß der Darstellung nach Fig . 1 ist so ausgeführt, dass es zunächst zu einem Durch- bzw. Überschlag zwischen der Trigger¬ elektrode T und der Hauptelektrode H2 kom mt. Ei n Durchschlag zur Haupt¬ elektrode H l liegt in diesem Zustand noch nicht vor. Um das vorerwähnte Verhalten zu gewährleisten, ist ein Luftspalt zwischen der Triggerelektrode T und der Oberfläche der Hauptelektrode H l vorhanden . Sehr wesentlich für die Wirkung, insbesondere für das schnel le Ansprechen der Zündein richtung und damit der Funktion der Funkenstrecke ist die Verteil ung der vorliegenden pa¬ rasitären Kapazitäten der am Zündvorgang beteiligten Komponenten .
Wie in der Fig . 2 dargestel lt ist, ergibt sich ein kapazitiver Spannungsteiler, der zunächst in zwei Hauptkapazitäten u nterteilt werden ka nn .
Die Kapazität CA für die Ansteuerungskomponenten in der Verbindung A und die Kapazität Cp für die Komponenten der eigentlichen Zündanordnung liegen in Reihe.
Gemäß der Darstellung nach Fig . 3 bildet die Zünda nordnu ng aus der Isolati¬ onsstrecke I und dem schlecht leitfähigen Material M ein Sch ichtdielektrikum, d .h . ein Dielektrikum aus Materialien mit unterschiedlichen Isolationswider¬ ständen .
Damit ergibt sich die Kapazität CP gemäß Fig . 2 a us der Reihenschaltung der Teilkapazitäten Ci und CM nach Fig. 3.
Die Kapazität CA ist größer als die Teilkapazität CM oder als die Teilkapazität Ci. Die Isolationsschicht wird erfindungsgemäß seh r dünn ausgeführt.
Je dünner die Schichtdicke des Dielektrikums der Isolationsstrecke I ist, desto größer ist die Kapazität und es fällt mehr Spannung über CM ab.
Bei der als Plasma-Jet-Zündung umschreibbaren Anordnung gemäß der Erfin¬ dung wird die Isolationssch icht I als Fol ie oder Lackschicht auf der Trigger¬ elektrode T ausgeführt und ka nn damit sehr dün n, bevorzugt wenige 1/100 Millimeter gehalten werden. Es bestimmt demnach diese Isolationsschicht primär das Ansprechverhalten der Gesamtanordnung .
Die Wa hl des Materials für die Schicht M hat einen direkten Einfluss auf die Zündgeschwi ndigkeit und das sich hierdurch ergebende Verha lten der Gesamtfunkenstrecke.
Konkret wird mit der Dicke des schlecht leitfähigen Materials M eine Verlängerung des Zündlichtbogens durch Verlängeru ng der direkten Überschlagsstrecke von der Triggereiektrode T zu der Hauptelektrode H2 bewirkt.
Aufg rund der Verlängerung des Zündiichtbogens wird ein größerer Betrag Lichtbogenpiasma in die Elektrodenanordnung injiziert, so dass der Überschlag zwischen den Hauptelektroden H l und H2 in sehr kurzer Zeit erfolgen kann,
Der Plasma-Jet oder Plasma-Strahl entsteht bei Lichtbögen i m Fußpunktbereich an beiden Elektroden. Dieser Strahl führt zu einer starken und schnellen zielgerichteten Bewegung von ionisierten Gasen und Lad ungsträgern . Erfindungsgemäß kann dieser Transport dazu genutzt werden, um die Zündung der Hauptstrecke zwischen den Elektroden H l und H2 deutlich zu beschleunigen, wodurch die Belastung der Triggereiektrode T, der Schichtung I und M und auch der Bauteile in der Verbindung A reduziert wird und die Restspannung der Funkenstrecke sinkt.
Der Plasma-Jet-Effekt ist weiterhin gekennzeichnet durch die Ausprägung einer bevorzugten Richtung der ionisierten Gasströmung, Erfindungsgemä ß können Maßnahmen ergriffen werden, die zu m einen die Entstehung des Stra hls, aber auch die Richtung beeinflussen, so dass der Effekt einer raschen Zündu ng der Hauptstrecke entsteht. Zum Überwinden der Luftstrecke
zwischen H l und H2 ist der vorgeschlagene Strah! mit seiner sehr effektiven Ionisierung von Luftdistanzen besonders geeignet, was wiederum für ein effektives Betreiben einer Hörnerfunkenstrecke sorgt.
Während beim Stand der Technik nach der Zündung der Hauptelektroden möglichst kei ne Plasma-Jets entstehen sollen, damit der Impuislichtbogen verharrt, ist die Ausbildung von einer gezielten Jet-Strömung zur Zündung der Haupstrecke erfi ndungsgemäß erwünscht.
Zur Ausbildung eines effektiven Plasma-Strahls werden Elektrodenmaterialien eingesetzt, welche den Lichtbogen im Fußpunktbereich gut kühlen . Dies fördert die Kontraktion des Lichtbogenfußpunkts . Stark kontrahierte Fußpunkte sind eine optimale Voraussetzung für stark a usgeprägte Plasma-Jets. Du rch eine starke Begrenzung der Ausbreitungsmöglichkeiten des Lichtbogenfußpunkts bzw. des gesamten Lichtbogens kann die Kontraktion des Lichtbogens und sei ne Verharrzeit beeinfl usst werden . Durch die stark kontrahierten Lichtbogenfußpunkte kann die Bewegung des Lichtbogens infolge der eigenmagnetischen Kräfte stark und gezielt verändert werden.
Durch die Elektrodenanordnung sowie die Zwischenlagen I und M ergibt sich eine bevorzugte Ausrichtung der ansonsten sehr stochastischen Plasma-Jets. Die Materialwahl auch der Zwischenlagen, z. B geeignet zur Gasabgabe, beeinflusst nicht nur die Ausrichtung des Plasma-Jets durch die dann entstehende Fremdströmung, sondern es kann die Gesamtströmungsintensität und die Gaszusammensetzung des Jets und der ihn begleitenden Strömung unmittelba r verändert werden.
Die Triggerelektrode wird bei einer Ausführungsform aus einem Kupfermaterial gebildet, was ei ne starke Kühlung des Fußpunkts bewirkt. Damit besteht die Möglichkeit, die Triggerelektrode di mensionsmäßig sehr dünn auszuführen, wodurch der Fußpunktdurchmesser und die Wanderung des Lichtbogens beschränkbar ist.
Die Schichten I und M können zu den Elektroden T und H2 so gestaltet wer¬ den, dass das Material die grundsätzlichen Ausrichtungsmöglichkeiten und den Gasstrom des Plasma-Jets beeinflusst. Neben der Beeinflussu ng des Plasma-Jets ist auch die Wa nderung des Fußpunkts des Lichtbogens durch die
Geometrie variierbar. Durch die erzwungene Länge des Zündlichtbogens zwischen T und H2 sowie gegebenenfalls eine erzwungene Durchbiegung des Zündlichtbogens durch einen Absatz in die gewünschte Laufrichtung kann der thermische Auftrieb und die eigenmagnetische Kraftwirkung zur zielgerichteten Schleifenbildung durch Lichtbogenaufweitung oder aber auch zielgerichteten Wanderung nach einer entsprechenden Verharrzeit mit Fußpunktbewegung genutzt werden .
Da die Plasma-Jets an beiden Elektroden entstehen, kommt es bei starken Jet-Ausbildungen bei kurzen oder auch abgewinkelten Anordnungen zum Aufeinandertreffen der Einzelström ungen. Dies führt bei direkt aufeinandertreffenden ähnlich starken Strömungen auf gemeinsamer Achse zu einem sogenannten Plasmateller, welcher sich stark nach beiden Seiten auswölbt und die gesamte Umgebu ng ionisiert, d .h. auch den Spalt zu H2. Bei winkligen Achsen versuchen die Jet-Ströme seitlich nebeneinander auszuweichen . Dieser Zustand ist allerdings sehr i nstabil, so dass die Ausweichrichtung ständig wechselt. Bei einer seitlichen Begrenzung durch Kam merwände wird dieser Effekt verstärkt. Letztendiich ist auch hierin eine bessere und schnelle Ionisierung des Spaltes zu sehen.
Wie i n der Fig . 4 prinzipiell da rgestellt, kann durch Variation der geometrischen Ausführungsform die Wi rkung und die Ausbildung des Zündlichtbogens weiter verstärkt werden.
Dabei wird nicht nur die Dicke der Schicht aus schlecht leitfähigem Material M erhöht, sondern es besteht die Möglichkeit der Ausbildung einer Überlappungsschicht bzw. Realisierung eines stufenförmigen Sandwichaufbaus. Hierdurch wird der Weg von der Triggerelektrode T zur Hauptelektrode nochmals vergrößert und es steigt die Anzahl der Ladungsträger, die in die Funkenstrecke gelangen . In der Darstellung nach Fig . 4 (Draufsicht) ist die Sandwichstruktur und deren stufenförmiger Aufbau nachvollziehbar. Die eigentliche Triggerelektrode T wird seitlich von der dünnen Isolationsstrecke I bedeckt und es kommt hier zu ei nem vorderseitig bündigen Abschluss. Gestuft zurückgesetzt befindet sich dann auf der Isolationsstrecke I wiederum jeweils die Schicht aus dem schlecht leitenden Material M .
Die Seitenansicht nach Fig. 4 lässt die treppenstufenartige Schichtenfolge Hauptelektrode H 2, Schicht aus schlecht leitfähigem Material M, Isolationsstrecke I und Triggerelektrode T erkennen. Ein Einbetten der Triggerelektrode T und seitlich begrenzend mit dem Isolationsschichtmaterial I stellt ei ne nicht zwingende Alternative der Weiterbildung der Zündanordnung dar.
Die dünne Isolationsstrecke I zwischen der Triggerelektrode T und der Schicht aus schlecht leitfähigem Material M kann bevorzugt durch Leiterplatten realisiert werden. Die Triggerelektrode T entspricht dann der aufgebrachten Leiterbah n und die Isolationsschicht I der darüber befindlichen Lackschicht, wobei ei n stirnseitiger Abschnitt lackschichtfrei bleibt. Es kann sich hierbei um eine flexible Leiterplatte mit einem Folien-Trägermaterial oder aber auch um eine starre Leiterplatte handeln, wobei das Leiterplatten- Trägermateria! das Material mit der sch lechteren Leitfähigkeit M sein kann.
Zur Angabe des Merkmals eines schlecht leitfähigen Materials sei dargelegt, dass es sich hier Materialien handeln sollte, die den Strom weniger gut leiten als Kupfer. Denkbar sind leitfähige Kunststoffe oder leitfähige Keramiken . Idealerweise wird hier ein Material mit hoher Oberflächenleitfähigkeit und hohem Durchgangswiderstand eingesetzt. Werkstoffe mit hohem Durchgangswiderstand neigen dazu, dass sich eher Ströme auf dessen Oberfläche ausbilden, als dass der Strom durch das Volumen fließt. Bei einem Ausführungsbeispiel wird aufgrund der geforderten geringfügigen Flexibilität des schlecht leitfähigen Materials auf einen leitfähigen Kunststoff zurückgegriffen, dessen elektrischer Widerstand i m Zündbereich > 10 Ω und < 100 kQ beträgt. Optimal stellt sich die Zündwirkung dar bei einem Widerstand von einem kΩ auf 2 / 10 m m Dicke des Materials. Abhängig vom verwendeten Material verändert sich der Widerstandswert dieser Ebene, wobei die Lichtbogenlänge durch die Dicke des schlecht leitfähigen Materials steuerba r ist.
Die Fig. 5 zeigt eine praktisch realisierte Ausführu ngsform der erfindungsgemäßen Lösung mit Hörnerelektroden und speziellem Zündbereich, der in der Fig . 6 im Detail dargestellt ist. Für gleiche oder gieichwirkende Elemente wurden in der vora nstehenden Beschreibung dieselben Bezugszeichen verwendet.