Eckverbinder für einen Schaltschrank
Beschreibung
Die Erfindung betrifft einen Eckverbinder für einen Schaltschrank, gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Wenn ein Rahmen für einen Schaltschrank einer Niederspannungsanlage hergestellt werden soll, dann werden die einzelnen Rahmenstangen an ihren Enden miteinander mittels eines Eckverbinders verbunden, wobei die Rahmenstangen jeweils senkrecht zueinander verlaufen.
Aus der WO 01/49 950 A1 ist ein würfelförmiges Profilelement bekannt geworden, mit dem drei oder mehr Rahmenstangen miteinander verbunden werden können. Das würfelförmige Profilelement ist damit auch ein Eckverbinder, der kompliziert herzustellen ist.
Aus der DE 199 32 304 ist ein Eckverbinder bekannt geworden, der ein langgestrecktes Basisteil mit Befestigungsansätzen aufweist, die in Hohlkammern teilweise eingeschoben werden können. Dabei sind die sogenannten Tiefen- und Breitenstreben querschnittsgleich aufgebaut, wogegen das vertikale Rahmenprofil eine dem gegenüber geänderte Querschnittsform aufweist.
Aus dem DE 92 07 806.0 U1 ist ein dreibeiniger Eckverbinder bekannt geworden, der einteilig ist und Arme mit einem besonderen Querschnitt aufweist, so dass rechteckförmige Profile an den Armen befestigt werden können.
Um ein Hohlprofil ähnlich dem der DE 41 32 803 C3 oder dem der DE 101 54 706.4 (vom 09.11.2001) befestigen zu können, ist dieser Eckverbinder nicht geeignet.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Eckverbinder der eingangs genannten Art zu schaffen, bei dem die Montage auch von dreieckförmigen Hohlprofilen erheblich vereinfacht ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruches 1.
Danach ist der Eckverbinder zweiteilig ausgebildet, wobei beide Teile je drei senkrecht zueinander stehende Arme aufweisen; die Rahmenstangen werden dann zwischen den Armen der beiden Teile zur Montage festgeklemmt. Nach Ausrichtung der Rahmenstangen parallel zu den Armen des ersten Teils wird dann das zweite Teil mit dem ersten Teil verbunden, indem das zweite Teil in einer oder parallel zu einer durch zwei Arme aufgespannten Ebene von außen bezogen auf den Schaltschrank gegen das erste Teil und gegen die Rahmenstange geschoben wird; danach werden die beiden Teile miteinander mittels einer Schraube verbunden, die in Schieberichtung des zweiten Teiles ausgerichtet ist. Durch Anziehen der Schraube werden die Rahmenstangen zwischen beiden Teilen festgeklemmt.
Zwar ist ein Eckverbinder mit drei Steckansätzen aus der EP 1 152 506 B1 bekannt geworden, über die dreieckförmige Profilstangen geschoben werden. Die Fixierung erfolgt mit Hilfe eines Klemmstückes, welches mittels seiner Klemmschenkel reib- und kraftschlüssig die Profilstangen fixiert. Das Klemmstück wird von innen gegen den Eckverbinder mit den Steckansätzen angelegt und festgeschraubt. Dabei werden von dem Klemmstück zwei aneinandergrenzende Seitenflächen der Profilstangen umfasst.
Dadurch, dass das zweite Teil nicht in- einer Richtung aufgeschoben wird, die in Richtung der Winkelhalbierenden oder Symmetrielinie der drei Arme verläuft, sondern parallel zu einer durch zwei Arme aufgespannten Ebene, wird eine erhebliche Vereinfachung der Montage erreicht. In besonders vorteilhafter Weise verläuft die Schieberichtung in oder parallel zu einer horizontalen Ebene, was die Montage deutlich vereinfacht. Dabei ist besonders vorteilhaft, dass das zweite Teil nicht von der Innenseite des Schaltschrankes, sondern von der Außenseite aufgeschoben wird.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen. -
Anhand der Zeichnung, in der ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt ist, sollen die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen näher erläutert und beschrieben werden.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Aufsicht auf einen Eckverbinder gemäß der Erfindung,
Fig. 2 eine Aufsicht gemäß Pfeilrichtung II und
Fig. 3 eine perspektivische Ansicht des zweiten Teils für den Eckverbinder.
Ein elektrischer Schaltschrank ist aus Rahmenstangen 60, 61 , 62 zusammen gesetzt, wobei diese Rahmenstangen mittels eines Eckverbinders 10, 11 an den einzelnen Ecken miteinander verbunden sind. Der Schaltschrank selbst ist nicht dargestellt, sondern nur der Eckverbinder 10, 11 , zusammen mit den Rahmenstangen, von denen nur Teile dargestellt sind.
Die Rahmenstangen sind zwar so ausgebildet, wie in der DE 101 54 706.4 beschrieben. Aus Vereinfachungsgründen jedoch sind diese dreieckförmigen Rahmenstangen 60, 61 , 62 nur rein schematisch ohne weitere Einzelheiten gezeichnet. So ist die Hypotenuse eben gezeichnet, obwohl sie tatsächlich eine Wannenform aufweist. Wegen dieser weiteren Einzelheiten wird auf die genannte DE 101 54 706.4 verwiesen.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, ist der Eckverbinder aus zwei Teilen 10 und 11 zusammengesetzt, zwischen denen die Rahmenstangen 60, 61 , 62 festgeklemmt sind.
Das erste Teil 10 besitzt drei senkrecht zu einander ausgerichtete Schenkel 12, 13 und 14, auch Arme 12, 13 und 14 genannt, von denen die beiden Schenkel 12 und 13 in einer horizontalen Ebene liegen, die zum Boden gerichtet und parallel zu diesem verläuft oder das obere Schaltschrankdach tragen, je nachdem wo die Teile 10 und 11
anzuordnen sind. Gemäß Fig. 2 verläuft der Schenkel 14 parallel zur Zeichenebene, so dass hieran eine vertikale Rahmenstange 61 des Schaltschrankes anschließen kann. Bei der Darstellung gemäß Fig. 1 verläuft der Schenkel 14 senkrecht zur Zeichenebene, die parallel zur Bodenfläche verläuft. Auf der Mittelhalbierenden des rechten Winkels zwischen den beiden Schenkeln 12 und 13 springt eine Öse 15 ins Schaltschrankinnere vor, die zusammen mit einem am ersten Teil 10 angeformten Kragen 16 einen Verdrehschutz bildet. Der fertig montierte Schaltschrank kann dann auf der Stirnfläche des Kragens 16 aufstehen. Der Kragen 16 umgibt ein Innengewinde 17, in das eine Tragöse eingeschraubt werden kann, wenn sich der Eckverbinder an der Oberseite des Schaltschrankes befindet.
Das zweite Teil 11 , siehe Fig. 3, ist ebenfalls ein Dreibein mit senkrecht zueinander verlaufenden Schenkeln 18, 19 und 20, die kurz auch Arme 18, 19 und 20 genannt werden, von denen -im montierten Zustand- die Schenkel 18 und 19 horizontal verlaufen; der Schenkel 20 springt senkrecht zu der horizontalen Ebene vor. Wenn sich der Eckverbinder im Bodenbereich befindet, dann ragt der Schenkel 20 vertikal nach oben, und wenn der Eckverbinder im Deckenbereich des Schaltschrankes angeordnet ist, dann ragt der Schenkel 20 vertikal nach unten vor. Die Innenkontur, also diejenige Kontur der Schenkel 18, 19 und 20, die zum ersten Teil 10 hin gerichtet ist, besitzt eine Wannenform mit einem zentralen Bereich 21 , der in Längsrichtung der Schenkel 18, 19 und 20 verläuft, und mit an den Längskanten des zentralen Bereiches 21 anschließenden Abkantungen 22 und 23. Die hierdurch gebildete, zum ersten Teil 10 hingerichtete Fläche ist eine wannenförmige Fläche, die eine zum ersten Teil 10 hingerichtete konvexe Fläche bildet.
Am zweiten Teil 11 sind, wie in Fig. 1 ersichtlich, ein parallel zum Arm 12 verlaufender Zapfen 26 und ein senkrecht und im Abstand dazu verlaufender kragenartiger Vorsprung 27 angeformt, die sich etwa in dem Bereich befinden, in dem die drei Schenkel 18, 19 und 20 zusammen laufen; der Zapfen 16 springt in entgegen gesetzte Richtung wie der Schenkel 12 und der Vorsprung 27 springt in entgegen gesetzte Richtung wie der Arm oder Schenkel 13 vor. In dem Vorsprung 27 befindet sich eine strichliert dargestellte Bohrung, deren Innendurchmesser dem Außendurchmesser des Zapfens 26 angepasst ist, so dass dann, wenn ein zweiter Schaltschrank beispielsweise rechts neben dem Schaltschrank, zu dem der in Fig. 1 dargestellte Eckverbinder
zugehörig ist, aufgestellt wird, der Zapfen 26 des zweiten Schrankes in die Bohrung 28 des ersten eingreifen kann, wodurch eine Fixierung der beiden Schaltschränke gegeneinander und eine Ausrichtung derselben zueinander erzeugt ist.
Der Schenkel 14, der bei der Darstellung gemäß Fig. 1 senkrecht zur Zeichenebene verläuft, umfasst zwei etwa senkrecht zueinander verlaufende Wandungen 40 und 41 , wobei auf der zum Schaltschrank inneren hin gerichteten Seite jeder Wandung 40, 41 vorspringende Leisten 42, 43 und 44 vorgesehen sind (in der Fig. 1 sind die Leisten der Wandung 40 mit Bezugsziffern bezeichnet; gleiche Leisten befinden sich auch der entsprechenden Seite der Wandung 41 , wobei diese Leisten ohne Bezugsziffern sind).
Auf dem zur Schaltschrankaußenseite hin verlaufenden Flächen der Wandungen 40 und 41 sind Absätze 42 und 43 vorgesehen, die in Längsrichtung der Wandungen 40 und 41 verlaufen und sich in einer Ebene 47 befinden, die unter einem Winkel von 45° zu den Wandungen 40 und 41 verläuft. Die Abschnitte zwischen den Stufungen 45 und 46 und den freien Längskanten der Wandungen 40 und 41 bilden zusammen mit der Ebene 47 eine Wannenform, die der wannenförmigen Kontur der Arme 18, 19 und 20 des zweiten Teils 11 angepasst ist, so dass sich zwischen dem ersten Teil 10 und dem zweiten Teil 11 ein wannenförmiger Spalt 25 gebildet ist, in dem sich der Hypotenusenabschnitt eines Hohlprofils nach dem Aufstecken der jeweiligen Rahmenstange 60, 61 , 62 befindet, wobei der Hypotenusenabschnitt eine dem Spalt entsprechende Form aufweist. Die Fig. 2 zeigt das Teil 10 sowie die Rahmenstangen 60, 61 und 62. Die Rahmenstange 60, die eine Dreieckform aufweist, wird über den Arm 12 gesteckt, wobei die Katheten 63, 64 parallel zu den Schenkeln des Armes 12 verlaufen, die den Schenkeln 40, 41 des Armes 14 entspricht.
Von dem Rahmenschenkel 61 ist lediglich die der Kathete 63 entsprechende Kathete 65 sichtbar; die der Hypotenuse entsprechende Hypotenuse der Rahmenstange 61 ist nicht sichtbar. Von der Rahmenstange 62 ist lediglich die Hypotenuse 67 sichtbar.
Zur Montage wird die Rahmenstange 60 in Pfeilrichtung M1 auf den Arm 12, die Rahmenstange 62 gemäß Pfeilrichtung M2 auf den Arm 13 und Rahmenstange 61 gemäß Pfeilrichtung M3 auf den Arm 14 aufgeschoben. Dabei befinden sich an den einzelnen Armen Anschläge (in Fig. 1 ist lediglich der Anschlag 68 am Arm 13 mit einer
Bezugsziffer bezeichnet, sodass die Rahmenstangen 60, 61 und 62 zunächst gegenüber dem ersten Teil 10 unverschiebbar festgelegt sind.)
Wenn nun die drei Rahmenstangen 60, 61 und 62 auf die Arme 12, 14 und 13 aufgesteckt sind, kann das in Fig. 3 gezeigte zweite Teil 11 in Pfeilrichtung T1 aufgesteckt werden, wobei die Wannenartigen Außenflächen der Arme 18 und 19 sich gegen die Außenflächen der Hypotenusen 66 und 67 der beiden Rahmenstangen 60 und 62 anlegen; der Arm 20, der parallel zu dem Arm14 verläuft, legt sich auf die Außenfläche der Hypotenuse der Rahmenstange 61 an.
Die Aussparung 50 umgreift dann eine zwischen dem Flansch 31 und den Armen 12 und 13 angeformte Rippe 51 , die etwa eine halbzylindrische Querschnittform, betrachtet in einer Schnittebene, die parallel zu den beiden Armen 12 und 13 verläuft.
In dem Eck zwischen den beiden Schenkeln 18 und 19 befindet sich ein Durchgangsloch 29, durch das eine Schraube hindurch gesteckt werden kann, die dann in eine Gewindebohrung 30 am ersten Teil einschraubbar ist. Am ersten Teil 10 ist im Bereich des Kragens 16 ein Vorsprung 31 angeformt, der unter einem Winkel von 45° zu den Schenkeln 13 und 14 in entgegengesetzter Richtung verläuft und der zusammen mit den Schenkeln 13 und 14 einen Aufnahmeraum 32 bildet, in den das zweite Teil 11 in Pfeilrichtung P1 eingefügt werden kann.
Der Übergang vom Schenkel 20 zu den Schenkeln 18 und 19 erfolgt über eine U- förmige Aussparung 50, so dass das zweite Teil 11 mit dieser Aussparung 50 in den Aufnahmeraum 32 in horizontaler Richtung, das heißt in Richtung der Ebene, die durch die beiden Schenkel 13 und 14 aufgespannt ist,- angeschoben werden kann.
Die Länge des Zapfens 26 und die Länge des Kragens 27 ist so bemessen, dass der Zapfen 26 und der Kragen 27 als Anschlag für eine Tür geeignet sind, wobei zwischen der Tür und dem zugehörigen Schenkel 12 oder 13 ein genau bemessener Spalt 33 gebildet ist.