VAKUUM-ISOLATIONS-PANEEL, VERFAHREN ZUR WÄRMEDÄMMUNG VON OBJEKTEN SOWIE HILFSMITTEL
DAFÜR
Die Erfindung betrifft. Vakuum-Isolations-Paneele (VIPs).
Vakuum-Isolations-Paneele (VIP) bieten ein enormes Potenzial zur hochwirksamen Wärmedämmung in unterschiedlichsten Anwendungsbereichen wie beispielsweise bei Fahrzeugen zum Transport von Waren mit gekühlten oder beheizten Warenbehältern, bei grossräumigen zu beheizenden Transportmitteln für Personen und bei Gebäuden jeglicher Art.
Der Vorteil von VIP gegenüber konventionellen Wärmedämmmitteln, wie beispielsweise Mineralwolle, besteht darin, dass VIP je nach Bauweise eine fünf bis zu fünzigmal geringere Wärmeleitung aufweisen, was bedeutet, dass bei gleich guter Wärmedämmfähigkeit eine mit VIP wärmegedämmte Hülle wesentlich dünner und platzsparender ausgeführt werden kann.
Alle heute am Markt erhältlichen oder aus der Fach- bzw. der Patentliteratur bekannten Vakuum-Isolations-Paneele (VIP) sind prinzipiell so aufgebaut, dass ein von einer geschlossenen, gasdichten Hülle umgebener Raum so weit evakuiert wird, bis sich eine genügend kleine Wärmeleitung durch die restlichen Gase einstellt. In
den meisten Fällen ist dieses Prinzip so realisiert, dass ein druckfester Kern aus offenporigem Material von einer flexiblen Kunststoff -Metall- Verbundhülle umgeben ist, die in der Regel aus mehreren Schichten Kunstofffolie und Aluminiumfolie aufgebaut ist. Der Stand der Technik bezüglich derartiger VIP ist ausführlich in der Broschüre „Hochleistungs-Wärmedämmung" des schweizerischen Bundesamtes für Energie vom Dezember 2000 dokumentiert. Einige Beispiele der zahlreichen entsprechenden Patente sind : WO 00/19139, DE 199 15 311 AI, DE 198 03 908 AI, US 5664396, EP 0857909, US4726974, DE 197 04 323 Cl, WO9641048, WO 96/01346, WO 96/28624.
Da die Einführung von VIP am Markt momentan erst sehr zögernd beginnt, sind bisher relativ wenige Anwendungen von VIP dokumentiert. Eine kleine Sammlung von Anwendungsbeispielen findet sich in der genannten Broschüre „Hochleistungs- Wärmedämmung" des schweizerischen Bundesamtes für Energie vom Dezember 2000. Weitere Beispiele finden sich in "High Performance Thermal Insulation Systems, Vacuum Insulated Products", International Conference, EMPA Dübendorf, Schweiz, Jan. 22-24, 2001.
Alle in der Patent- und Fachliteratur genannten VIP haben den gravierenden Nachteil, dass sie anfällig auf Beschädigungen und sind. Bei einer Beschädigung der gasdichten Hülle geht das Vakuum, und damit auch die wärmedämmende Wirkung, rasch verloren. Eine Analyse dieser und weiterer Beispiele und das - unter Berücksichtigung des oben geschilderten Aufbaus von VIP - systematische Durchdenken der Wärmedämmungsaufgaben am Bau ergibt folgenden Katalog von zusätzlichen Nachteilen der bekannten VIP:
Der Hautvorteil der VIP, die wesentlich geringere notwendige Dämmungsdicke, beinhaltet einen weiteren offensichtlichen Nachteil. Werden die VIP-Platten
möglichst einfach verlegt, an ihren Schmalseiten möglichst dicht gestossen, so entsteht entlang der Tiefe dieses Stosses ein wesentlich kürzerer Wärmeleitpfad, und damit eine wesentlich gravierendere Wärmebrücke, als bei der Verwendung von konventionellen Wärmedämmstoffen. Diese Wärmebrücke am Stoss reduziert erstens den Gesamtwirkungsgrad der Wärmedämmung deutlich und zweitens können durch die lokalen Wärrnebrücken lokale Bauschäden entstehen.
Diese Tatsache wird heute dadurch verschärft, dass alle bisher bekannten Arten von VIP, welche eine flexible Kunststoff-Verbundhülle haben, diese Kunststoffhülle relativ breitflächig (d.h. einige mm breit) verschweisst werden muss, damit eine gasdichte Schweissnaht entsteht. Dies wird heute ausnahmslos so realisiert, dass an allen Seiten des VIP, jeweils entlang der Mittelachse der Randflächen, ein einige cm breiter "Randlappen" entsteht, der beim späteren Stoss-Verlegen der VIP umgefalzt werden muss, was die beim Stoss zwischen den VIP entstehende Wärmebrücke potenziert.
Zur (minimalen) Entschärfung der genannten Wärmebrücke werden heute die VIP in der Regel an den Stössen mittels luftdichter Klebebänder miteinander verbunden. Dadurch entsteht ein gänzlich wasserdampfundurchlässige Hülle. Dies ist zwar in einigen Anwendungsfällen durchaus erwünscht, aber es gibt mindestens genau so viele Fälle wo dies unerwünscht ist. Der Fall einer verputzten Aussenfassade ist ein Beispiel bei dem eine Wasserdampfdiffussion durch die Unterkonstruktion nur dann zulässig ist, wenn dies über die gesamte Fläche völlig gleichförmig geschieht. Tritt Wasserdampf nur durch Spalte zwischen dämmenden Körpern aus, bildet sich dies sehr rasch sichtbar im Verputz ab und führt mit der Zeit zu Bauschäden. Betrachtet man aber beispielsweise den Fall einer Fassade, die mit VIP wärmegedämmt ist und ausserhalb dieser VIP-Lage eine hinterlüftete Abdeckschicht hat, wäre es durchaus wünschenswert, wenn der im Innern des Gebäudes entstehende Wasserdampf
weitestgehend ohne Wärmeverlust durch die Gebäudehülle weggeführt werden könnte und nicht von teuren Klimatisierungsgeräten entfernt werden müsste.
Ein weiterer Nachteil aller bekannten VIP besteht darin, dass die VIP in der Regel festformatige, in ihrer Dimension nachträglich nicht mehr veränderbare Körper sind, was bewirkt, dass bei Stoss an Stoss verlegten VIP diese so auf Mass hergestellt werden müssen, dass die dimensioneile Summe der VIP exakt mit den Dimensionen der zu wärmedämmenden Flächen übereinstimmt. Wenn dies nicht der Fall ist, entstehen entweder Spalte oder die vordimensionierten VIP können zum Teil gar nicht verlegt werden und müssen, unter Inkaufnahme von grossen Zeitverzögerungen, mit angepassten Dimensionen neu beschafft werden.
Ein weiterer Nachteil aller, eine Hülle aufweisender, VIP ist die Tatsache, dass entlang dieser Hülle eine nicht vernachlässigbare Wärmeleitung stattfindet. Diese wird umso stärker je dicker die Hülle ist, je mehr Metall sie beinhaltet und je kürzer der Wärmeleitpfad, d.h. die laterale Dimension des VIP ist. Dies führt erstens dazu, dass die lateralen Dimensionen der VIP eine bestimmte Grosse, die in vielen Fällen bei 30 bis 50 cm liegt, nicht unterschreiten dürfen. Zweitens bewirkt dies bei Stoss an Stoss verlegten VIP immer eine deutliche Verstärkung des Wärmebrückeneffektes am Stoss.
Unter Berücksichtigung dieser erkennbaren Nachteile heutiger VIP Ausführungen und Anwendungen und unter Einbezug der Praxis des Bauens ergibt sich der folgende, von einem System zur Verlegung von VIP zu erfüllende Anforderungskatalog:
1. Verlegung und Befestigung der VIP mit minimalem Zeit- und Kostenaufwand.
2. Einfachste Handhabung mit kleiner mechanischer Belastung bei den Vorgängen des Verlegens und Befestigens der VIP, so dass die Gefahr einer Verletzung der VIP-Hülle minimiert wird.
3. Erzeugung einer wärmebrückenfreien Hülle, oder wenigstens einer Hülle mit so weit minimierten Wärmebrücken, dass keine Bauschäden entstehen und dies sowohl an vertikalen Flächen (Wand) als auch an "horizontalen" Flächen (Dach, Kellerdecke).
4. Ermöglichung des Ausgleichs lateraler Dimensionsfehler, die der zu dämmende Bau aufweist, innerhalb der VIP Hülle, ohne dass Wärmebrücken entstehen. 5. Lösungen für die baulichen Problemzonen "positive Kante und. Ecke", "negative Kante und Ecke", "Dachanschluss", "Kellerdeckenanschluss", "Zwischendeckenanschluss", "Anschluss an Öffnungen wie Fenster und Türen."
6. Einsetzbar für Innen- oder Aussenwärmedämmung sowie für eingeschobene Wärmedämmung an Massivbauten oder Skelettbauten. 7. Wunsch nach der Verwendung von Hüllen mit hohem Metallanteil bei Minimierung des Randleitungseffektes. Hohe Metallanteile in der Hülle erhöhen die Sicherheit gegen Vakuumverlust.
8. Sturmfeste Befestigung einer Abdeck-Lage (Gips, EPS+Gips, Holzplatten,
Metallplatten, ) ausserhalb der VIP-Hülle, so dass diese Befestigung keine - oder nur vernacblässigbare - Kräfte auf die VIP ausübt, und die Abdeck-Lage auch dann noch (stürm-) sicher gehalten wird, wenn die VIP durch Vakuumverlust ihre Festigkeit verlieren sollten. Die Positionen allfällige dafür benötigter Halterungselemente müssen trotz der Forderung 4 nach Ausgleich lateraler Dimensionsfehler bei der Bauplanung exakt festlegbar sein. 9. Ermöglichung eines lokalen Abstandausgleichs der Abdecklage relativ zur tragenden Struktur des Gebäudes, so dass auch bei unebener Unterlage eine in sich möglichst ebene Abdeckfläche erstellt werden kann.
10. Wunsch nach einer wahlweisen, mindestens teilweisen Wasserdampf durchlässigkeit ohne Erzeugung von Wärmebrücken.
11. Wunsch nach der Durchführbarkeit von elektrischen Leitungen und allenfalls von Wasserleitungen ohne Vergrösserung der durch die Leitungen erzeugten Wärmebrücken.
12. Zusatzwunsch nach der Erzeugbarkeit preiswerter Verbundplatten.
Obwohl einzelne dieser Forderungen sehr einfach erfüllt werden Können, führen solche offensichtlichen Lösungsansätze immer wieder ins Abseits.
So ist beispielsweise klar erkennbar, dass durch ein Verkleben von zweilagig gegeneinander versetzten, grossflächigen VIP auf die tragende Konstruktion der Forderung nach einer wärmebrückenfreien Hülle innerhalb der zu dämmenden Flächen nachgelebt werden kann. Es ist aber genauso deutlich sichtbar, dass diese einfache Lösungsmöglichkeit nicht nur sehr teuer ist, sondern auch an den Problempunkten "Kante" und "Anschlüsse" versagt, sowie Wünsche wie "Durchlässigkeit für Wasserdampf" und "Durchführen von Leitungen" gänzlich unerfüllbar macht. Schliesslich - und ganz massgeblich - darf auf eine einlagige oder doppellagige Schicht von VIP ohne spezielle Massnahmen niemals direkt eine zusätzliche Aussenhülle aufgebracht werden. Als schlechtester Fall muss nämlich immer damit gerechnet werden, dass alle VIP, die eine bestimmte Abdeckplatte tragen, ihr Vakuum verlieren, was bewirkt, dass die, vorher durch den Luftdruck an den Kern angepresste, Hülle lose wird. Dies beinhaltet die nicht vemachlässigbare Möglichkeit, dass, bei direkter Befestigung auf die VIP, Aussenhüllplatten durch Sturmkräfte losgerissen werden können und geschossartig als tödliche Gefahr durch die Luft rasen.
Eine bezüglich der Kältebrückeproblematik genügende, wesentlich weniger Material benötigende Lösung könnte ein Verlegen von VIP gemäss einem Dachziegel-Muster sein. Dieser Lösungsansatz bringt aber erstens den gewichtigen Nachteil, dass die VIP-Lage keine ebene Fläche bildet und zweitens macht sie die unabhängige Befestigung einer zusätzlichen Abdecklage nahezu unmöglich.
Weiter ist erkennbar, dass die Verwendung von VIP mit "klassischen Elementen" wie Paneele mit Falz oder Paneele mit Nut und Feder im Bereich der - verletzungsempfindlichen - VIP nicht, oder nur sehr eingeschränkt, brauchbar sind. Solche Lösungen integrieren Überlappungsstellen, die wesentlich weniger dick sind als der Rest des Paneels, was entweder Kältebrücken oder grossflächig viel zu dicke, und damit zu teure, VIP zur Folge hat. Zudem befindet sich jedes einzelne VIP in einer nicht genügend genau definierten lateralen Position, was die exakte Positionierbarkeit von Elementen zur Halterung einer zusätzlichen Abdecklage extrem erschwert.
Ein gangbares System zur Verlegung von VIP, das alle obigen Forderungen erfüllt - und das zusätzlich die Befriedigung der genannten Wünsche ermöglicht - ist also keineswegs trivial. Berücksichtigt man zusätzlich die sehr kurze Zeitspanne innerhalb derer bis heute weltweit über die Anwendung von VIP nachgedacht wurde, erstaunt es nicht, dass sich keine entsprechenden Lösungsansätze in der bekannten Fach- und Patentliteratur finden.
Die vorliegende Erfindung stellt sich die Aufgabe ein VIP zur Verfügung zu stellen, welches weniger anfällig auf Beschädigungen ist und bezüglich mindestens einigen der im obigen Anforderungskatalog aufgeführten Anforderungen eine Verbesserung mit sich bringt. Ausserdem soll ein Isolationssystem geschaffen werden, ebenfalls mindestens einige der obigen Anforderungen erfüllt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch ein VIP nach Anspruch 1 dadurch gelöst, dass das VIP so aufgebaut ist, dass es - mindestens lokal - ohne Vakuumverlust von Körpern durchstossen werden darf. Dadurch ergeben sich neue Montagemöglichkeiten.
Die Lösung ist genial einfach und eröffnet eine ungeahnte Vielzahl von neuen Möglichkeiten.
Der Begriff VIP, wie er hier verwendet wird, bezieht sich auf jegliche Vakuum- Isolationskörper mit einer dichtenden Hülle und einem evakuierten Inneren. Er bezeichnet nicht nur - wie das durch das Wort „Paneel" vielleicht suggeriert werden könnte - flache Isolationskörper. „VI" bezeichnet im Kontext dieser Schrift ausdrücklich Vakuum-Isolationskörper beliebiger zweidimensionaler und dreidimensionaler Formen. Meist hat ein VIP einen Kern. Diese Erfindung betrifft VIP mit beliebigen offenporigen oder anderen Kernmaterialien.
Die Erfindung betrifft weiter Hilfswerkzeuge, mittels derer auch VIP, die beim Durchstossen eines Körpers ihr Vakuum verlieren würden, zu einem beliebigen Zeitpunkt ohne Verlust des Vakuums durchstossen werden können.
Weiter betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Wärmedämmung von grossvolumigen Körpern (Gebäuden, Fahrzeugen etc.), welches gemäss einer speziell bevorzugten Ausführungsform die Durchdringung von VIPs benutzt.
Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich nach den Merkmalen der abhängigen Patentansprüche.
Die Patent- und Fachliteratur beschreibt, besonders für die mit folienartigen Hüllen versehenen VIP, keine Ansätze welche ein gewolltes oder gar ungewolltes, einseitiges oder beidseitiges Durchstossen der Hülle des VIP ohne Verlust des Vakuums erlauben.
Eine, mindestens lokale und gewollte Durchdringbarkeit der VIP ohne Verlust des Vakuums wäre aber für viele Wärmedämmungs aufgaben von hohem Interesse.
Die vorliegende Erfindung stellt sich die Aufgabe Aufbauten von VIP oder entsprechende Hilfsinstrumente zu beschreiben, welche, mindestens lokal und vielleicht gewollt, eine Durchdringung des VIP ohne Verlust des Vakuums erlauben.
Prinzipiell existieren zwei unterschiedliche Ansätze um die Durchdringung eines VIP zu ermöglichen.
Der erste Ansatz ist relativ einfach zu bewerkstelligen und erlaubt es, VIP aufzubauen, die an bestimmten vorgegebenen Stellen mit Körpern durchdrungen werden dürfen, welche einen bestimmten, von der Grosse der durchdringbaren Zonen abhängigen, Durchmesser nicht überschreiten.
Zu diesem Zwecke werden in die VIP an den gewünschten Stellen vorzugsweise säulenförmige oder spulenförmige, volle oder hohle, in sich selbst gasdichte Hilfskörper so eingebaut, dass ihre Stirnflächen mit zwei sich gegenüberliegenden Seiten der VIP-Hülle gasdicht verbunden werden können. Wird zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt das VIP entlang der Mittelachse dieser Hilfskörper durchstossen, verliert das VIP sein Vakuum nicht und bleibt damit voll funktionsfähig.
Der Aufbau der angesprochenen Hilfskö er muss erstens sicherstellen, dass dieselben in Längsrichtung leicht durchdrungen werden können und dass sie zweitens so gasdicht sind, dass von dem den Hilfskörper durchdringenden Körper her kein Gas in das Innere des VIP eindringen kann. Drittens müssen die Hilfsköφer mindestens an ihren Stirnflächen mit der Hülle des VIP gasdicht verbindbar sein. Viertens darf der Hilfsköφer in seiner Längsrichtung nicht zu viel Wärme leiten.
Die erste Forderung ist dann erfüllbar, wenn der Hilfsköφer entlang seiner Mittelachse hohl ausgebildet ist oder wenn er aus Vollmaterial besteht, das nachträglich, beispielsweise durch Bohren, ohne grossen Aufwand geöffnet werden kann. Im Falle eines Hohlköφers kann die gasdichte Wandung beispielsweise aus dünnem Edelstahl oder einem anderen Metall bestehen, womit die Forderungen 1, 2 und 4 erfüllt sind. Wird der Hilfsköφer beispielsweise mit einem geeigneten, allenfalls metallbeschichteten, allenfalls faserverstärkten Kunststoffmaterial aufgebaut, so kann er entweder hohl oder voll sein um die Forderungen 1, 2 und 4 zu erfüllen. Geeignet Kunststoffe sind beispielsweise PET oder einer aus der Gruppe der Fluorkunststoffe wie PTFE, PFA usw.
Eine Verbesserung des Dichtungsverhaltens ist möglich, wenn der Hilfsköφer als Hohlköφer ausgebildet ist, und wenn im Innern desselben ein zusätzliches Material vorhanden ist, das nach der gewollten Durchdringung mit einem Körper beispielsweise durch Zufuhr von Wärme, oder durch den Zutritt von Sauerstoff, oder durch eine chemische Reaktion mit der Oberfläche des durchdringenden Köφers, eine möglichst gasdichte - physikalische oder chemische - Verbindung mit der Oberfläche des durchdringenden Köφers eingeht. Denkbare solche zusätzlichen Materialien sind beispielsweise PE oder PFA.
Geht man davon aus, dass die VIP-Hülle eine geeignete Kunststoff -Metall- Verbundfolie ist, so kann die Forderung 3 nach einer gasdichten Verbindung zwischen VIP-Hülle und den Stirnseiten des Hilfsköφers beispielsweise dadurch entsprochen werden, dass die Stirnseiten des Hilfsköφers mit PE beschichtet sind, das dann mit einer entsprechenden PE-Deckfolie der Hülle gasdicht verschweisst werden kann. Geht man beispielsweise von einer VIP-Hülle aus deren innere Oberfläche metallisch ist, so kann es von Vorteil sein, wenn mindestens die Stirnflächen der Hilfsköφer ebenfalls aus Metall bestehen, so dass eine gasdichte Verlötung oder Verschweissung durchgeführt werden kann.
Der zweite prinzipielle Ansatz zur Lösung der gestellten Aufgabe, bietet je nach Ausführungsform entweder die Möglichkeit das VIP an vordefinierten lokalen Stellen gewollt zu durchdringen oder dafür zu sorgen, dass das VIP an jeder beliebigen Stelle gewollt durchdrungen werden darf. Bei der aufwendigsten Ausführungsform erlaubt er sogar den Aufbau eines VIP, dessen Hülle nach einer ungewollten Durchdringung mit einem spitzen Gegenstand dicht bleibt und sich nach einer späteren Entfernung des spitzen Gegenstandes wieder gasdicht schliesst - die Forderung nach einer kleineren Anfälligkeit auf unabsichtlich beigefügte Beschädigung ist mithin erfüllt.
Zu diesem Zweck wird auf eine lokal oder grossflächig vorhandene zweite gasdichte Hülle zurückgegriffen, wobei zwischen der ersten und der zweiten gasdichten Hülle eine Dichtungsschicht vorhanden ist.
Vorteilhafterweise ist die zweite gasdichte Hülle aus einem zähen, sich vor dem
Aufreissen plastisch deformierenden Kunststoff gefertigt. Noch besser ist eine
Metall-Kunststoff Verbundfolie, die einen zähen, sich vor dem Aufreissen plastisch deformierenden Kunststoff beinhaltet. In diesem Falle bildet nämlich die zweite
Hülle beim Durchdringen eines Köφers eine Art enganliegender Dichtungs- Manschette um denselben, so dass das dauerviskose Dichtungsmaterial nur noch einen Teil der Dichtungsaufgabe erfüllen muss. Geeignet Kunststoffe sind beispielsweise PET oder einer aus der Gruppe der Fluorkunststoffe wie PTFE, PFA usw.
Die Dichtungsschicht ist eine hochelastische oder eine dauerviskose Materialschicht wie beispielsweise weicher Kunstkautschuk oder Silikon. Diese hochelastische oder dauerviskose Schicht schmiegt sich beim Eindringen eines Köφers so eng an diesen an, dass eine, mindestens für die erste Zeit, gasdichte Verbindung entsteht.
Es ist auch möglich, dass statt eines elastischen oder dauerviskosen Dichtungsmaterials einen rasch aushärtenden, vorzugsweise im nicht ausgehärteten Zustand hochviskosen, Ein- oder Zweikomponentenklebstoff zu verwenden. Beim Einsatz eines Zweikomponenten Klebstoffes, besteht die Möglichkeit, die beiden Komponenten bis zum Zeitpunkt der Durchdringung durch eine dünne Membran von einander zu trennen; oder es ist möglich nur eine der beiden Komponenten innerhalb der Doppelhülle zu speichern und die andere Komponente mit dem, bewusst durch die Doppelhülle geführten, durchdringenden Köφer zuzuführen. Vorteilhafterweise wird ein Klebstoff verwendet, der möglichst dünne Metall-Metall und Metall- Kunststoff Verbindungen erzeugen kann, damit manschettenartig verformte Folienteile mit dem durchdringenden Köφer möglichst eng verbunden werden. Denkbare Klebstoffe dieser Art sind beispielsweise die unter den Markennamen bekannten Klebstoffe „A+P CYANA", „AGOMET® F" oder „ARALDIT®".
Zur Verbesserung des Dichtungs Verhaltens kann das Dichtungsmaterial mindestens eine, vorteilhafterweise aber mehrere zusätzliche Lagen einer zähen reissfesten Folie, wie beispielsweise PPE, PET, PTFE, PFA oder besser einer Verbundfolie aus einem
dieser Kunststoffe und einer Metallfolie, wie beispielsweise Aluminium oder Stahlfolie, beinhalten, die sich jeweils über die gesamte innere Fläche der selbstdichtenden Zone erstrecken. Im Zuge des Durchdringens eines Befestigungselementes müssen diese Folien durchstossen werden und bilden sich überlappende manschettenartige Verformungen rund um den durchdringenden Köφer aus, die zusätzlich als Dichtungen wirken.
Im Extremfall kann das Dichtungsmaterial vollständig aus zahlreichen, d.h. mindestens 5 bis 100 Lagen, einer zähen reissfesten Folie, wie beispielsweise PPE, PET, PTFE, PFA oder besser einer Verbundfolie aus einem dieser Kunststoffe und einer Metallfolie, wie beispielsweise Aluminium oder Stahlfolie, bestehen, die sich jeweils über die gesamte innere Fläche der selbstdichtenden Zone erstrecken.
Die geschilderten Eigenschaften erlauben es, die derart aufgebauten Zonen als Zonen mit selbstdichtender Hülle zu bezeichnen.
Das geschilderte Prinzip kann verbessert werden, indem zwischen der ersten und der zweiten gasdichten Hülle ein Unterdruck von beispielsweise 0.1 bar vorhanden ist. Auf diese Art setzt der normale Luftdruck die hochelastische oder dauerviskose Schicht unter Überdruck und verbessert so das Dichtungsverhalten derselben.
Eine zusätzliche Verbesserung kann dadurch erreicht werden, dass das hochelastische oder dauerviskose Material so zusammengesetzt ist, dass es mit allfällig eindringen Gasen wie Sauerstoff oder Stickstoff chemisch reagiert und eine dauerhaft gasdichte Schicht bildet.
Die Kombination der oben geschilderten Ansätze führt dazu, dass ein VIP aufgebaut werden kann, das sein Vakuum auch dann nicht verliert, wenn ein, allenfalls nur einseitig, ungewollt eingedrungener Köφer nachträglich, d.h. nach einigen Sekunden bis Stunden, wieder entfernt wird. Nach der Entfernung des ungewollt eingedrungen Köφers wird nämlich die dann noch vorhandene "Dichtungs-Manschette" von dem unter Druck stehenden dauerviskosen Material zusammengepresst und vollständig abgedichtet.
Eine weitere Verbesserung kann im Falle von bewusst durch das VIP geführten Köφern dadurch erreicht werden, dass diese Köφer so beschichtet sind und/oder das hochelastische oder dauerviskose Material so zusammengesetzt ist, dass sich zwischen diesen beiden dichtenden Partnern eine dauerhafte, d.h. mit Sicherheit über Jahrzehnte gasdichte chemische Verbindung einstellt.
Eine nochmalige Verbesserung kann im Falle von bewusst durch das VIP geführten Köφern dadurch erreicht werden, dass diese Köφer im wesentlichen erstens nageiförmig sind, d.h. eine ebene Kopf platte und einen Schaft aufweisen. Zweitens wird ein erster nageiförmiger Köφer mit vollem oder hohlem Schaft gepaart mit einem zweiten nageiförmigen Köφer mit hohlem Schaft, wobei der Aussendurchmesser des Schaftes des ersten Köφers ca. dem Innendurchmesser des Schaftes des zweiten Köφers entspricht. Diese beiden nageiförmigen Köφer werden so durch die Doppelhülle des VIP und durch das gesamte VIP geführt, dass der volle oder hohle Schaft des ersten Köφers in den hohlen Schaft des zweiten Köφers zu liegen kommt und dass die jeweiligen Unterseiten der beiden Kopfplatten auf der Hülle des VIP aufliegen. Die jeweiligen Unterseiten der Kopfplatten sowie die Innenseite des hohlen Schaftes sind mit einem Material beschichtet, das bei Temperaturen in der Grössenordnung von 150°C bis 350°C soweit verflüssigt wird, dass es sich mit dem jeweiligen "Nachbar-Material" der Hülle des zu durchdringenden VIP "verschweisst" und dass es eine dichte Verbindung zwischen
vollem und hohlem Schaft erzeugt. Beispiele solcher Materialien sind PE und PFA oder Lötzinn. Auf die geschilderte Art werden, zusätzlich zu der weiter oben ausführlich geschilderten Dichtungsfunktion der Doppelhülle, grossflächige und langzeitstabile Dichtung zwischen den Kopfplatten und der Aussenseite der VIP- Hülle sowie zwischen den sich durchdringenden Schäften erzeugt.
Bisher wurde bei beiden geschilderten prinzipiellen Ansätzen davon ausgegangen, dass VIP, welche später gewollt durchdrungen werden sollen, während der Herstellung der VIP dafür vorbereitet werden.
Dies bedingt aber in der Regel, dass bei der Planung der gesamten VIP-Hülle eines zu isolierenden Köφers die später zu durchdringenden Stellen exakt vorgeplant werden, was in vielen Fällen problemlos zu realisieren ist, während es in anderen Fällen die Durchführung von Bauvorhaben unter Umständen erheblich erschwert.
Im Folgenden sollen deshalb Hilfsteile oder Hilfswerkzeuge geschildert werden, welche es erlauben, VIP, die nicht während der Herstellung auf eine Durchdringung vorbereitet wurden, am Ort ihres Einsatzes nachträglich mit bestimmten vordefinierten Köφern zu durchdringen oder für diese durchdringbar zu machen.
Eine erste Möglichkeit ist es Hilfshüllteile zur Verfügung zu stellen, die beispielsweise einen Durchmesser von 1 bis 20 cm aufweisen.
Diese Hilfshüllteile sind so aufgebaut, dass zwei gasdichte, in ihren Randbereichen grossflächig miteinander verschweisste Hüllen vorhanden sind, und dass zwischen der ersten und der zweiten gasdichten Hülle eine Dichtungsschicht eingeschlossen ist.
Vorteilhafterweise ist mindestens eine der beiden gasdichten Hüllen aus einem zähen, sich vor dem Aufreissen plastisch deformierenden Kunststoff gefertigt. Noch besser ist eine Metall-Kunststoff Verbundfolie, die einen zähen, sich vor dem Aufreissen plastisch deformierenden Kunststoff beinhaltet. In diesem Falle bildet nämlich die Hülle beim Durchdringen eines Köφers eine Art enganliegender Dichtungs-Manschette um denselben, so dass das dauerviskose Dichtungsmaterial nur noch einen Teil der Dichtungsaufgabe erfüllen muss. Geeignet Kunststoffe sind beispielsweise PPE, PET oder einer aus der Gruppe der Fluorkunststoffe wie PTFE, PFA usw.
Die Dichtungsschicht ist eine hochelastische oder eine dauerviskose Materialschicht wie beispielsweise weicher Kunstkautschuk oder Silikon. Diese hochelastische oder dauerviskose Schicht schmiegt sich beim Eindringen eines Köφers so eng an diesen an, dass eine, mindestens für die erste Zeit, gasdichte Verbindung entsteht.
Es ist auch möglich, dass statt eines elastischen oder dauerviskosen Dichtungsmaterials einen rasch aushärtenden, vorzugsweise im nicht ausgehärteten Zustand hochviskosen, Ein- oder Zweikomponentenklebstoff zu verwenden. Beim Einsatz eines Zweikomponentenklebstoffes besteht die Möglichkeit, die beiden Komponenten bis zum Zeitpunkt der Durchdringung durch eine dünne Membran von einander zu trennen; oder es ist möglich nur eine der beiden Komponenten innerhalb der Doppelhülle zu speichern und die andere Komponente mit dem, bewusst durch die Doppelhülle geführten, durchdringenden Köφer zuzuführen. Vorteilhafterweise wird ein Klebstoff verwendet, der möglichst dünne Metall-Metall und Metall- Kunststoff Verbindungen erzeugen kann, damit manschettenartig verformte Folienteile mit dem durchdringenden Köφer möglichst eng verbunden werden. Denkbare Klebstoffe dieser Art sind beispielsweise die unter den Markennamen bekannten Klebstoffe „A+P CYANA", „AGOMET® F" oder „ARALDIT®".
Zur Verbesserung des Dichtungsverhaltens kann das Dichtungsmaterial mindestens eine, vorteilhafterweise aber mehrere zusätzliche Lagen einer zähen reissfesten Folie, wie beispielsweise PPE, PET, PTFE, PFA oder besser einer Verbundfolie aus einem dieser Kunststoffe und eine Metallfolie, wie beispielsweise Aluminium oder Stahlfolie, beinhalten, die sich jeweils über die gesamte innere Fläche der selbstdichtenden Zone erstrecken. Im Zuge des Durchdringens eines Befestigungselementes müssen diese Folien durchstossen werden, und es bilden sich überlappende manschettenartige Verformungen rund um den durchdringenden Köφer aus, die zusätzlich als Dichtungen wirken.
Im Extremfall kann das Dichtungsmaterial vollständig aus zahlreichen, d.h. mindestens 5 bis 100 Lagen, einer zähen reissfesten Folie, wie beispielsweise PPE, PET, PTFE, PFA oder besser einer Verbundfolie aus einem dieser Kunststoffe und einer Metallfolie, wie beispielsweise Aluminium oder Stahlfolie, bestehen, die sich jeweils über die gesamte innere Fläche der selbstdichtenden Zone erstrecken.
Die beiden Hüllen sind so miteinander verschweisst, dass ein breiter Doppelrand und eine ebene untere Seite des Hilfshüllköφers entsteht.
Die Zone welche das hochelastische oder dauerviskose Material beinhaltet besitzt beispielsweise einen Durchmesser von einigen mm bis einigen cm.
Werden zwei dieser Hilfshüllteile an sich gegenüberliegenden Stellen mit ihrer gesamten unteren Seite auf die Hülle des zu durchdringenden VIP aufgeklebt oder aufgeschweisst, so entsteht ein Aufbau der die Eigenschaften der weiter oben geschilderten Doppelhülle aufweist.
Das geschilderte Prinzip kann auch hier verbessert werden, indem innerhalb des Hilfshüllköφers ein Unterdruck von beispielsweise 0.1 bar vorhanden ist. Auf diese Art setzt der normale Luftdruck die hochelastische oder dauerviskose Schicht unter Überdruck und verbessert so das Dichtungsverhalten derselben.
Eine zusätzliche Verbesserung kann dadurch erreicht werden, dass das hochelastische oder dauerviskose Material so zusammengesetzt ist, dass es mit allfällig eindringen Gasen wie Sauerstoff oder Stickstoff chemisch reagiert und eine dauerhaft gasdichte Schicht bildet.
Die zweite Möglichkeit besteht in einem Satz von zwei zueinander so ausgerichteten Hilfswerkzeugen, dass deren Zentren dort liegen, wo zwei gegenüberliegende Flächen des VIP durchstossen werden sollen, d.h. in der Regel auf einer Normalen zu den zu durchstossenden Flächen des VIP.
Diese Art der Ausrichtung kann realisiert werden, indem die beiden Hilfswerkzeuge beispielsweise an einem U-artigen Gebilde befestigt sind, dessen Schenkellängen so gross sind, dass sie bis ins Zentrum des VIP reichen. Mindestens eines der beiden Hilfswerkzeuge ist vorteilhafterweise in senkrechter Richtung zu den Schenkeln des U-artigen Gebildes, allenfalls mittels Federkraft oder einer beliebigen anderen Nachstellvorrichtung, verschiebbar angeordnet, so dass beide Hilfswerkzeuge unter Kraftschluss dicht an die zu durchdringenden Flächen des VIP angeschmiegt werden können.
Mindestens das erste der beiden Hilfswerkzeuge trägt eine Vorrichtung, mit welcher ein im Wesentlichen zylindrischer, voller oder hohler, in sich selbst gasdichter Köφer durch das VIP hindurch geschossen oder gedrückt oder gedreht werden kann.
Beide Hilfswerkzeuge sind in der Lage eine Schicht von rasch aushärtbarem, nach dem Aushärten gasdichten Dichtungsmaterials auf die jeweilige Aussenfläche des VIP aufzubringen. Das verwendete Dichtungsmaterial muss im Moment des Aufbringens viskos und später "für immer" fest sein und es muss gut, d.h. gasdicht, auf der Oberfläche der VIP-Hülle sowie an der Oberfläche des durchzuführenden zylindrischen Köφers haften. Denkbare Materialien dieser Art sind geeignete, allenfalls metallgefüllte sehr rasch aushärtende Zweikomponenten-Klebstoffe oder Einkomponenten-Klebstoffe die beispielsweise bei Temperaturen von 100°C bis maximal 150°C oder unter ultravioletter Strahlung rasch aushärten. Weiter denkbar sind auch Kunststoffe, wie beispielsweise PE usw., die bei Temperaturen von 100°C bis maximal 200°C dickflüssig werden und bei Temperaturen bis mindestens 80°C fest bleiben. Denkbar ist auch die Verwendung von schmelzbaren Fluorkunststoffen wie beispielsweise PFA. Weiter denkbar ist auch ein bei niedrigen Temperaturen schmelzender metallischer Werkstoff, wie beispielsweise Lötzinn.
Eine Verbesserung des späteren Dichtungsverhaltens kann erreicht werden, wenn das Hilfswerkzeug so ausgelegt ist, dass es eine zusätzliche gasdichte Hülle aus einem zähen, sich vor dem Aufreissen plastisch deformierenden Kunststoff auf die genannte rasch aushärtbare Schicht aufbringen kann. Noch besser ist eine Metall-Kunststoff Verbundfolie, die einen zähen, sich vor dem Aufreissen plastisch deformierenden Kunststoff beinhaltet.
Der Ablauf der Durchdringung findet nun folgendermassen statt: Zunächst wird von beiden Hilfswerkzeugen eine genügend dicke Schicht des Dichtungsmaterials und allenfalls die zusätzliche Hülle auf die jeweilige Oberfläche des VIP aufgebracht. Danach wird der durchdringende Köφer so durch das VIP geführt, dass seine beiden Enden mindestens knapp aus dem Dichtungsmaterial herausragen. Dann wird das Dichtungsmaterial ausgehärtet, wobei die dazu allenfalls notwendige Hilfsenergie von den Hilfswerkzeugen geliefert wird.
Bei dem geschilderten Ablauf wird davon ausgegangen, dass das beidseitig aufgebrachte noch nicht ausgehärtete Dichtungsmaterial - allenfalls im Zusammenspiel mit einer zusätzlichen zähen Folie - in der Lage ist, mit dem durchdringenden Köφer während des Vorganges der Durchdringung unmittelbar einen gasdichten Schluss zu bilden. Obwohl dies durchaus möglich ist, kann es von Vorteil sein, die beiden Hilfswerkzeuge so zu gestalten, dass sie vor dem Aufbringen des Dichtungsmaterials zwischen der Hülle des VIP und der Innenseite des Hilfswerkzeugs einen kleinen evakuierten Raum schaffen, in dem vorteilhafter- aber nicht notwendigerweise ein Unterdruck herrscht, der den im VIP herrschenden Unterdruck ein wenig unterschreitet, d.h. je nach Ausführung des VIP ein Unterdruck von ca. 10"4 bis 1 mbar. Wenn dafür gesorgt wird, dass die unmittelbare Umgebung des durch das VIP zu führenden Köφers ebenfalls unter diesem Unterdruck steht, oder dass der durchzuführende Köφer durch eine geeignete dichtende "Schleuse" in den evakuierten Teil des Werkzeugs eingeführt wird, und wenn allenfalls zusätzlich das Dichtungsmaterial ausgehärtet wird, bevor das Vakuum in den Hilfswerkzeugen gebrochen wird, kann sichergestellt werden, dass mit absoluter Sicherheit kein Eindringen von Gasen in das Innere des VIP geschieht.
In einer verbesserten Variante der geschilderten zweiten Möglichkeit können beide Hilfswerkzeuge eine Vorrichtung tragen, mit welcher im Wesentlichen zylindrische, in sich selbst gasdichte Köφer in das VIP hinein bzw. durch das VIP hindurch geschossen oder gedrückt oder gedreht werden können.
Der vom zweiten Hilfswerkzeug eingebrachte Köφer muss in diesem Falle ein Hohlköφer sein, dessen Innendurchmesser dem Aussendurchmesser des vom ersten Hilfswerkzeug einbrachten Köφers entspricht und dessen Länge in der Regel etwas kleiner ist als die Dicke des VIP. Dieser Hohlköφer kann vorteilhafterweise an seiner Innenseite so mit Dichtungsmaterial beschichtet sein, dass zwischen der Aussenseite des vom ersten Hilfswerkzeug und der Innenseite des vom zweiten
Hilfswerkzeug eingebrachten Köφers im Endeffekt eine grossflächige Dichtung entsteht.
Beide das VIP durchdringende Köφer können an ihrem, im Endeffekt aussen liegenden, Ende Kopfplatten besitzen, welche sich grossflächig mit dem zuvor aussen auf der Hülle des VIP aufgebrachten Dichtungsmaterial verbinden lassen.
Wenn die beiden das VIP durchdringenden Köφer an ihrem Ende Kopfplatten aufweisen, kann allenfalls darauf verzichtet werden, zunächst eine Schicht von Dichtungsmaterial auf die VIP-Hülle aufzubringen. Die Unterseiten der Kopfplatten müssen dann mit einem Material, wie beispielsweise PE oder PFA, beschichtet sein, dass sich, beispielsweise durch Erwärmung, mit der äusseren Schicht der VIP-Hülle verschweissen lässt.
In allen geschilderten Fällen von Hilfsteilen oder Hilfswerkzeugen kann eine Verbesserung des Dichtungsverhaltens dadurch erreicht werden, dass der durch das VIP zu führende Köφer so beschichtet ist und/oder das Dichtungsmaterial so zusammengesetzt ist, dass sich zwischen diesen beiden dichtenden Partnern innerhalb weniger Sekunden bis Minuten eine dauerhafte, d.h. mit Sicherheit über Jahrzehnte gasdichte, physikalische und/oder chemische Verbindung einstellt.
Im Folgenden wird noch ein weiterer Aspekt der Erfindung diskutiert. Es geht um die Aufgabe, ein Verfahren zur Wärmeisolation mittels VIPs und ein Gesamtsystem zur Verfügung zu stellen, welches mindestens einige der im eingehend dargestellten Forderungskatalog enthaltenen Forderungen erfüllt.
Die Lösung dieser Aufgabe kann durch ein verblüffend einfaches Grundkonzept bewerkstelligt werden: einer Überlappung zweier getrennter VIP-Lagen mit minimiertem VIP -Materialaufwand, allenfalls gekoppelt mit einer von den VIP unabhängigen, sturmsicheren Befestigung einer Abdecklage. Eine Anwendung dieses einfachen Konzeptes war bei der Verwendung bisheriger konventioneller Wärmedämmstoffe nicht notwendig und/oder nicht zielführend und wurde deshalb für diese Stoffe nicht beschrieben. Für den Einsatz mit VIP kann dieses für den Baubereich sehr ungewöhnliche Konzept erst nach einer systematischen Analyse des oben geschilderten Anforderungskataloges gefunden werden. Entsprechend wurde es bisher weder angewendet noch in der Patent- oder Fachliteratur beschrieben.
Eine Überlappung zweier unabhängiger VIP-Lagen mit minimiertem Materialaufwand bedeutet, dass eine erste Lage von langen, schmalen, streifenförmig verlegten VIP so mit einer zweiten Lage von möglichst grossflächigen VIP kombiniert wird, dass die Ränder der grossflächigen VIP auf oder unter den streifenförmig verlegten VIP zu liegen kommen. Die Breite der langen, schmalen, streifenförmig verlegten VIP ist dabei so gewählt, dass erstens die entstehende Überlappungsbreite mit den grossflächigen VIP in wärmetechnischer Hinsicht genügend gross ist, zweitens die streifenförmigen VIP aus Gründen des Materialaufwandes möglichst schmal sind und drittens noch genügend Platz bleibt, um die grossflächigen VIP einige cm zu verschieben. Zusätzlich werden die grossflächigen VIP relativ zu den streifenförmigen VIP so verlegt, dass die Stösse zwischen den einzelnen streifenförmigen VIP von den grossflächigen VIP weitestgehend überdeckt werden.
Es ist offensichtlich, dass es auch möglich ist, zunächst die grossflächigen VIP und danach die streifenförmigen VIP zu verlegen.
Weiter ist denkbar, dass die streifenförmigen VIP unter Inkaufnahme einer lokal schlechteren Wärmedämmung durch streifenförmig aufgebrachte, möglichst gut wärmedämmenden konventionelle Dämmstoffe ersetzt werden können.
Ebenfalls besteht die Möglichkeit, dass die hier „streifenförmig" genannten VIP insgesamt ebenfalls einen Grossteil der zu isolierenden Fläche überdecken und bspw. im Extremfall sogar ähnliche Formen und Dimensionen aufweisen wie die grossflächigen VIP; das Attribut „streifenförmig" ist hier nicht eng auszulegen und sagt nur aus, dass mindestens Ränder der grossflächigen VIP zu überdecken sind. Eine im engeren Sinn Streifen-förmige Ausgestaltung hilft aber bei der Minimierung der Kosten.
Eine von den VIP unabhängige, sturmsichere Befestigung einer Abdecklage bedingt bei Verwendung der geschilderten Überlappung, dass die zur Halterung der Abdecklage notwendigen Elemente so um die VIP-Lagen herumgeführt, oder durch diese hindurchgeführt werden, dass auf die Abdecklage wirkende äussere Kräfte über die Halterungselemente nicht auf die VIP übertragen werden.
Dieser Ansatz erfüllt bereits in seiner einfachsten Form eine ganze Reihe der Forderungen und Wünsche des obigen Kataloges:
Die Forderungen 1 und «2 nach zeit- und kostengünstiger und zusätzlich schonender Verlegung der VIP ist dadurch erfüllt, dass die streifenförmigen VIP ohne jegliche Platzknappheit sehr rasch auf die tragende Konstruktion aufgebracht werden können, und dass danach die grossflächigen VIP ebenfalls ohne Platzknappheit, ohne jegliches Quetschen und mit minimalem Umf alten allfällig vorhandener "Randlappen" auf die streifenförmigen VIP befestigt werden können.
Selbstverständlich kann die Montage der VIP, ohne jegliche Verkomplizierung, auch in umgekehrter Reihenfolge, d.h. zunächst innenliegend die grossflächigen und dann aussenliegend die streifenförmigen VIP, stattfinden.
Die Forderung 3 nach einer wärmebrückenfreien bzw. -minimierten VIP Hülle ist durch das Überlappungsprinzip per se realisiert.
Die Forderung 4 nach der Möglichkeit des Ausgleichs lateraler Baufehler ist dadurch erfüllt, dass die dimensioneilen Summen der grossflächigen VIP um einige cm kleiner sind als die Abmessungen der zu überdeckenden Flächen, dass die dadurch zwischen den grossflächigen VIP entstehenden Spalte von den streifenförmigen VIP überdeckt oder unterlagert sind und dass deshalb die grossflächigen oder die streifenförmigen VIP je um einige cm verschoben werden können.
Die Forderung 5 nach einer Lösung der baulichen Problemzonen wird in einem meist ausreichenden Sinne von den beschriebenen ebenen, streifenförmig verlegten VIP erfüllt. Diese können nämlich im Bereich von Kanten und Ecken so verlegt werden, dass die Schmalseite eines der VIP vom Ende der Breitseite des anderen streifenförmigen VIP überdeckt wird, womit zwar ein Wärmebrücke vorhanden, diese aber minimiert ist. Im Bereich der Anschlüsse können die streifenförmigen VIP so dicht als möglich an die Anschlusszonen gelegt werden, so dass auch hier eine Minimierung der auftretenden Wärmebrücke erfolgt. Werden für den Bereich von positiven und/oder negativen Kanten abgewinkelte, allfällig gleichschenklige "streifenformige" Elemente zur Verfügung gestellt, so können auch diese Problemzonen ohne jegliche Wärmebrücke mit VIP wärmegedämmt werden. Auch im Bereich von Anschlusszonen können derartige abgewinkelte — für diesen Zweck allenfalls ungleichschenklig ausgeführte - "Streifen" für eine nochmals deutlich verbesserte Wärmedämmungswirkung führen.
Die Forderung 6 nach breitester Einsetzbarkeit wird durch das sehr flexible Grundprinzip per se erfüllt.
Der Wunsch 7 nach Verwendung von VIP-Hüllen mit hohem Metallanteil ist durch das Überlappungsprinzip weitgehend erfüllt. Durch eine genügend grosse Überlappungsbreite von streifenförmigen und grossflächigen VIP kann nämlich erreicht werden, dass der Wärmeleitpfad entlang der Hülle gegenüber einer Stoss an Stoss Verlegung um einen Faktor 5 bis 10 verlängert wird. Da der physikalische Zusammenhang zwischen Länge des Wärmeleitpfades und Dicke der Metallschicht in der Hülle einem linearen mathematischen Gesetz entspricht, bedeutet dies, dass, bei konstantem Wärmeverlust über die Hülle, die Dicke der Metallschicht um eben diesen Faktor 5 bis 10 gesteigert werden kann.
Als erfreuliche zusätzliche Verbesserung, die das beschriebene Überlappungsprinzip mit minimiertem Materialaufwand quasi gratis bringt, kann folgendes festgehalten werden. Zwischen den streifenförmigen und den grossflächigen VIP entstehen, bezüglich der Bauhülle innerhalb der grossflächigen VIP liegende, Räume stehender Luft, deren Dicke ca. derjenigen der streifenförmigen VIP entspricht. Stehende Luft ist zwar kein so guter Isolator wie Vakuum, aber immer noch einer besten Isolatoren, die wir kennen. Dies bedeutet, dass die "Summe" (genauer: der Kehrwert der Summe der Kehrwerte) der Wärmedämmwerte der grossflächigen VIP und der stehenden Luft, gegenüber einer einlagigen VIP-Schicht ohne stehende Luft, insgesamt einen deutliche Verbesserung der Wärmedämmung bringt. Diese Verbesserung beträgt bei gleich dicken VIP- und Luftschichten ca. 20 bis 30 %, was natürlich auch dafür ausgenützt werden kann, die grossflächigen VIP entsprechend dünner und damit allenfalls kostengünstiger, zu machen.
Dies kann den einzig zu befürchtenden Nachteil des Überlappungsprinzipes mit minimiertem Materialaufwand gegenüber einer völlig einlagigen VIP-Dämmung, nämlich einen höheren Material- und Kostenaufwand, mindestens teilweise vermeiden helfen. Berücksichtigt man weiter, dass es einer der Zwecke der Verwendung des Überlappungsprinzips ist, die Wärmeverluste über Wärmebrücken zu minimieren, erlaubt dies, bei konstanter gesamthafter Wärmeleitung durch die VIP-Hülle, eine weitere Dickenreduktion der VIP in der Grössenordnung von 20%, ohne dass später lokale Wärmebrücken zu Bauschäden führen. Mit dieser weiteren Dickenreduktion sind die gesamten Materialkosten bei den beiden genannten Anwendungsprinzipien ausgeglichen. Gelingt es zusätzlich, wie weiter unten geschildert, durch Anwendung des Überlappungsprinzipes eine zusätzliche äussere Hülle kostengünstig und rasch zu befestigen und wird zusätzlich auch noch die kostengünstige Durchführung von Leitungen durch die VIP-Schicht ermöglicht, ist eine Lösung nach dem Überlappungsprinzip mit minimiertem Materialaufwand insgesamt deutlich kostengünstiger als eine einlagige VIP-Schicht.
Als schwierigste Aufgabe bleibt bisher die Forderung 8 nach einer, vom Zustand der VIP unabhängigen, sturmfesten - und natürlich möglichst wärmebrückenarmen - Befestigung einer zusätzlichen Deckschicht ausserhalb der beiden geschilderten VIP- Lagen ungelöst. Natürlich ist die Forderung nach einer sturmfesten Befestigung der Abdecklage im strengen Sinne nur für die Aussenwärmedämmung von Gebäuden notwendig. Klar ist jedoch auch, dass es auch im Falle von innenliegenden Wärmedämmungen von grösstem Vorteil ist, wenn eine "oberhalb" liegende Abdeckschicht so befestigt wird, dass die VIP durch diese Befestigung nicht belastet werden, weil dadurch ein negativer Einfluss auf die "Lebensdauer" der VIP-Hülle vermieden werden kann. Gelingt es also, die sturmfeste Befestigung einer Abdecklage "oberhalb" einer aussenliegenden VIP-Dämmung zu garantieren, so ist damit auch eine sichere Befestigung von Abdecklagen "oberhalb" von VIP- Dämmschichten im Gebäudeinneren ermöglicht, wobei in diesem Falle unter
Umständen eine vereinfachte, bzw. nicht ganz so tragfeste Variante der Befestigung eingesetzt werden kann.
Die diskutierte Forderung kann prinzipiell auf drei unterschiedliche Arten erfüllt werden.
Als erste prinzipielle Möglichkeit können die VIP an ihren Rändern und/oder in ihren Fläche Zonen beinhalten, innerhalb derer die beiden grossflächigen Seiten der VIP durch zugfeste, mit einer Zugspannung von mindestens 0.1 N/mm vorgespannte, zusätzliche Elemente miteinander verbunden sind. Werden die grossflächigen Seiten im Bereich der zugfesten Zonen durch plattenartige Elemente verstärkt und werden die beiden VIP Lagen im Bereich der Überlappungen an diesen verstärkten Stellen beispielsweise durch Verkleben miteinander verbunden, und wird weiter an den entsprechenden Stellen die jeweilige VIP Lage mit der Tragkonstruktion des Gebäudes bzw. mit der Abdeckschicht verbunden, so ergibt sich im Zusammenspiel mit dem druckfesten Kern der VIP eine Verbindung, welche die, aus Windlast und Eigengewicht der Abdecklage entstehenden, Kräfte auf die Tragkonstruktion des Gebäudes ableitet, ohne dass die Hülle der VIP davon belastet ist. Dies stellt sicher, dass auch bei einem völligen Verlust des Vakuums in den VIP, die äussere Deckschicht mit Sicherheit gehalten wird.
Als zusätzlichen Bonus bietet dieser geschilderte prinzipielle Aufbau der VIP auch noch die Möglichkeit, sehr preiswerte Verbundplatten, gemäss Wunsch 12 - herzustellen. Hierzu müssen lediglich zwei geeignete, gleich grosse Abdeckplatten mit den zugfesten Zonen eines vorzugsweise um wenige % kleineren VIP, beispielsweise durch Verkleben, verbunden werden. Auf diese Weise lassen sich Verbünde unterschiedlichster Materialien herstellen, deren Wärmedämmfähigkeit bei einem - in der Regel nicht vorkommenden - Vakuumverlust des VIPs zwar
weitestgehend verloren geht, aber deren Festigkeit - und damit Unfallsicherheit - auch in diesem schlimmsten Falle erhalten bleibt.
Als zweite prinzipielle Möglichkeit bietet sich an, mindestens die streifenförmigen VIP so zu gestalten, dass sie während des Vorganges der Montage am Bau, mindestens lokal, beispielsweise mit stift- oder schraubenartigen Halterungselementen durchstossen werden dürfen, ohne dass ein Vakuumverlust eintritt. Werden die Zonen, innerhalb derer ein solches Durchstossen erlaubt ist, beispielsweise in geeigneten Abständen entlang der langen Mittelachse der streifenförmigen VIP angeordnet, so ermöglicht dies einerseits das Verlegen der beiden VIP-Lagen mit genügender Überlappung; anderseits geschieht die Befestigung der äusseren Deckschicht an den, die streifenformige VIP-Lage durchstossenden, Halterungselementen, ohne jeglichen Kraftschluss mit den VIP, und damit völlig unabhängig vom jeweiligen Zustand derselben. Die verwendeten Halterungselemente können hierfür beispielsweise zugekaufte Normelemente sein.
Dass eine solche Art der Befestigung der äusseren Deckschicht zusätzlich die Forderung 9 nach Ermöglichung eines Abstandausgleichs erfüllt, ist offensichtlich, können doch die genannten Halterungselement beispielsweise zweiteilig und damit in ihrer Länge einstellbar ausgeführt sein.
Weiter ist offensichtlich, dass diese Art der Befestigung auch in den baulichen Problemzonen "positive Kante und Ecke", "negative Kante und Ecke" und "Anschlusszonen" ohne jegliche Modifikation zur Anwendung kommen kann.
Zusätzlich erlaubt auch diese Art des VIP-Aufbaues, auf analoge Weise wie bei der ersten prinzipiellen Lösungsmöglichkeit geschildert, die kostengünstige Herstellung von Verbundplatten.
Das Durchstossen des VIP wird vorzugsweise durch eines der vorgenannten Prinzipien ermöglicht.
Die dritte prinzipielle Möglichkeit ist die Verwendung von speziell geformten Halterungen, welche so geformt sind, dass sie die streifenförmigen VIP in deren Querrichtung umgreifen und damit beidseitig der streifenförmigen VIP an der vom Rohbau gegebenen Unterlage befestigt werden können. Zusätzlich haben diese Halterungselemente oberhalb der langen Mittelachse der streifenförmigen VIP ein gegen aussen verlaufendes beispielsweise T-förmiges Element, dessen Längsschenkel mindestens die, der Dicke der plattenförmigen VIP entsprechende, Länge aufweist, und an dessen Querschenkel die äussere Deckschicht fixiert werden kann. Weiter kann dieses T-förmige Element so gestaltet sein, dass es in seiner Länge einstellbar ist und damit der Wunsch 12 erfüllt ist. Ein Nachteil ist offensichtlich, dass solche Halterungselemente für die bereits mehrfach genannten baulichen Problemzonen jeweils anders gestaltet sein müssen, damit sie die gestellte Aufgabe erfüllen können.
Die letzten beiden noch nicht besprochenen Punkte des obigen Forderungskataloges sind die Wünsche 10 nach einer wahlweisen Wasserdampf durchlässigkeit und 11 nach der Durchführung von Stromleitungen.
Diese beiden Wünsche können mit einer einfachen Massnahme zusammen erfüllt werden, indem die beiden VIP-Lagen im Überlappungsbereich nicht dicht auf dicht
verlegt werden, sondern mit einem Abstand der, in Richtung der Normalen zur dämmenden Fläche, mindestens dem Durchmesser der durchzuführenden Stromleitungen entspricht. Damit der dadurch entstehende Spalt zwischen den überlappenden VIP nicht zur Wärmebrücke wird, muss natürlich dafür gesorgt werden, dass durch die Summe der Spalte keine Luft zirkulieren kann, sondern dass Zonen stehender, und damit wärmedämmender, Luft entstehen. Dies kann beispielsweise erreicht werden, indem der Spalt zwischen überlappenden VIP, mindestens teilweise, mit einer entsprechend dicken Schicht aus nachgiebigem konventionellen Dämmmaterial, wie beispielsweise leichte Glaswolle, ausgefüllt wird. Stromleitungen können dann lokal problemlos durch diese Schicht konventionellen Dämmmaterials um die VIP herumgeführt werden. Entsprechend ist auch eine Diffusion von Wasserdampf durch das konventionelle Dämmmaterial hindurch und um die absolut gasdichten VIP herum sichergestellt.
Man könnte befürchten, dass der, mit konventionellem Dämmmaterial zu füllende, Spalt zwischen den VIP, der des Durchmessers der durchzuführenden Stromleitungen wegen in der Grössenordnung von 1 cm liegen muss, aus wärmetechnischen Gründen ein gravierender Nachteil dieser einfachen Lösung sei. Eine einfache Überlegung entkräftet diese Befürchtung. Unter der Annahme einer sehr guten, Passivhäusern entsprechenden, maximalen Wärmeleitung Q von 0.1 W/(m2 °K) durch die Isolationshülle, dürfen, als vernünftige Annahme, maximal 0.01 W/°K durch die 4 Spalte unterhalb eines Im2 grossen VIP f Hessen. Werden diese Spalte mit Glaswolle ( λ =0.033 W/m°K) gefüllt, so ergibt sich für die notwendige Überlappungsbreite x ein Wert von ca.13 cm. (Q = 0.01= (λ*Querschnitt Spalte / x) = 0.033*(0.01*1*4) / x ; => x = 0.033*(0.01*1*4)/0.01 = 0.132 m). Dies bedeutet, dass die streifenförmigen VIP - notabene zur Erfüllung des Passivhausstandards - eine Breite von ca. 30 cm aufweisen müssen, damit noch ein genügend grosser Spielraum für - zum Zwecke des Ausgleichs dimensioneller baulicher Fehler allenfalls notwendiger - laterale Verschiebungen der grossflächigen VIP vorhanden
ist. Geht man von dem, für heutige Verhältnis immer noch sehr guten, sogenanntem Minergiestandard entsprechendem, Wert von 0.2 W/(mz °K) Wärmeleitung durch die Isolationshülle aus, so reduziert sich die notwendige Überlappungsbreite auf ca. 6.5 cm. Entsprechend reduziert sich dann die notwendige Breite der streifenförmigen VIP auf ca. 15 cm, was unter Umständen aus Kostengründen wichtig sein kann.
Sollte man zum Schluss kommen, dass die geschilderte einfache Erfüllung der Wünsche 10 und 11 aus wärmetechnischen Gründen nicht genügt, oder dass unbedingt Leitungen grösseren Querschnittes, also beispielsweise Stromkanäle oder Wasserleitungen mit beispielsweise bis zu 3 cm Durchmesser durch die VIP- Dämmlagen durchgeführt werden müssen, gibt es hierfür eine etwas aufwendigere, und nicht ganz so flexible Lösung.
Der Spalt zwischen den VIP wird bei dieser zweiten Lösung nur zum Zwecke der Diffusion von Wasserdampf eingesetzt. Der, mindestens teilweise mit konventionellem Dämmmaterial zu füllende Spalt zwischen den beiden VIP-Lagen kann deshalb auf die Dicke von ca. 1 mm reduziert werden, was bedeutet, dass die durch den Spalt transportierte Wärmemenge um ca. einen Faktor 10 kleiner wird.
Zur Durchführung der gewünschten "dicken" Leitungen werden spezielle, und leider wesentlich teurere, streifenformige VIP zur Verfügung gestellt, die nur exakt dort eingesetzt werden müssen, wo eine Durchführung von "dicken" Leitungen notwendig ist. Diese speziellen streifenförmigen VIP müssen eine oder mehrere, vorteilhafterweise ungefähr auf der langen Mittelachse der VIP befindliche, Zonen besitzen, die bis zum Zeitpunkt des Durchstossens annähernd die volle Vakuum- Wärmedämmung gewährleisten. Zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt dürfen diese Zonen mit einer "dicken" Leitung durchstossen werden, ohne dass das Vakuum in dem restlichen VIP verloren geht. Zu diesem Zwecke ist es lediglich notwendig
ein in sich gasdichtes, schlecht wärmeleitendes, prinzipiell röhren- oder spulenförrniges Element so in das VIP zu integrieren, dass die ringförmigen Endflächen diese Elementes mit der gasdichten Hülle des VIP gasdicht verbunden sind. Wenn das Innere des röhren- oder spulenförmigen Elementes zunächst mit dem Kernmaterial des VIP gefüllt ist und bei der Evakuation des VIP ebenfalls evakuiert wurde, ist im Bereich dieser Durchführung zunächst die annähernd volle Wärmedämmwirkung garantiert. Wird, zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt, das VIP im Bereich des Röhreninneren durchstossen, so geht die Wärmedämmung im Bereich der Röhre zwar verloren, bleibt aber im restlichen VIP erhalten.
Erfindungsgemässe Ausführungsbeispiele wie auch weitere Vorteile der Erfindung sind nachfolgend anhand der Zeichnungen erläutert. Es zeigen :
Fig. 1 Querschnitt von prinzipiellen Ausführungen von VIP, welche interne, durchdringbare Hilfsköφer aufweisen.
Fig. 2 Querschnitt einer prinzipiellen Ausführung einer VIP-Verbundplatte.
Fig. 3 Querschnitte von prinzipiellen Ausführungen von VIP, welche lokal oder grossflächig eine selbstdichtende Doppelhülle aufweisen.
Fig. 4 Querschnitte einer prinzipiellen Ausführung eines Hilfsköφers zur Durchdringung von VIP
Fig. 5 Querschnitt einer prinzipiellen Ausführung eines selbstdichtenden Doppelhüllenteils, der nachträglich an beliebigen Stellen auf ein VIP aufgebracht werden kann.
Fig. 6 Prinzipskizze einer Hilfsvorrichtung zur Durchdringung von VIP
Fig. 7 Prinzipskizze einer weiteren Hilfsvorrichtung zur Durchdringung von VIP
Fig. 8 Eine perspektivische Prinzipskizze des Überlappungsprinzipes mit minimiertem Materialaufwand, mit Anpassbarkeit an laterale Baufehler und mit der Möglichkeit der unabhängigen Befestigung einer Abdeckschicht
Fig. 9 Tabellenartig angeordnete Prinzipskizzen zur Anwendung des Überlappungsprinzipes an Gebäuden
Fig. 10 Das Prinzip einer Ausführung von VIP mit folienartigen Hüllen und mit zugfesten Zonen
Fig. 11 Prinzipielle Ausführungsmöglichkeiten von die streifenförmigen VIP umfassenden Halterungen für eine von den VIP unabhängige Befestigung einer Abdecklage
Fig. 12 Prinzipskizze zur Verdeutlichung eines Überlappungsprinzipes von VIP welches die Durchführung von Leitungen erlaubt und welches durchlässig für Wasserdampf ist
Fig. 13 Querschnitt des prinzipiellen Aufbaus einer einfachen VIP Verbundplatte
Fig. la zeigt einen prinzipiellen Aufbau, welcher die Durchführung relativ kleinformatiger Gegenstände, wie beispielsweise Befestigungselemente, also Nägel, Schrauben usw., ermöglicht.
Zu diesem Zwecke sind, beispielsweise prinzipiell spulenartig aufgebaute, in sich selbst gasdichte, Elemente (13a) an den gewünschten Stellen in das VIP (10a) integriert. Das spulenartige Element kann wie gezeigt innen hohl sein, es darf bei Verwendung leicht durchbohrbarer Materialien aber auch voll sein. Im Verlauf des Herstellungsprozesses eines entsprechenden VIP (10a), werden zunächst die spulenartigen, gasdichten Elemente (13a) an den gewünschten Stellen in den Kern (12a) des VIP (10a) eingebracht. Danach wird der Kern (12a) mit den gefüllten spulenartigen Elementen (13c) unter Vakuum mit der beispielsweise folienartigen Hülle (11a) umgeben, die Hülle wird allseitig verschweisst und zusätzlich mit allen vorhandenen Kopf platten und Basisplatten der spulenartigen Elemente über deren gesamte Fläche beispielsweise durch eine Verklebung (14a) gasdicht verbunden.
Fig. lb zeigt eine leicht modifizierte Variante von la. Das spulenartige Element ist in diesem Fall immer hohl und seine innere Fläche ist dick mit einem viskosen Dichtungsmaterial (15b) beschichtet, das mit einem später durchgeführten Gegenstand eine grosflächige Dichtung ausbildet und allenfalls beim Eindringen von Luftmolekülen, d.h. unter Sauerstoff oder Stickstoff -Einfluss, aushärtet.
Fig. lc zeigt eine Variante, welche die Durchführung relativ grossformatiger Gegenstände, wie beispielsweise Wasserleitungen mit grossem Aussendurchmesser oder wie "Spione" in Türen, ermöglicht.
Zu diesem Zwecke sind, beispielsweise prinzipiell spulenartig aufgebaute, in sich selbst gasdichte, Elemente (13c) mit einem Innendurchmesser von 1 mm bis 10 cm an den gewünschten Stellen in das VIP (10c) integriert. Damit die in vielen Fällen folienartige Hülle (11c) über dem grossen Innenraum (15c) des spulenartigen Elementes (13c) nach der Evakuation des VIP nicht reisst, muss derselbe dann gefüllt werden, wenn er einen Durchmesser von ca. 1 cm und grösser aufweist, was vorzugsweise mit demselben Material geschieht das im restlichen VIP als Kernmaterial (12c) verwendet wird.
In allen drei gezeigten Varianten sind das Material und die Wandstärke der spulenartigen Elemente (13a,b,c) so gewählt, dass nur eine gesamthaft vernachlässigbare Wärmeleitung entlang des Elementes geschieht und dass das Element in sich gasdicht ist. Dies kann beispielsweise mittels eines dünnwandigen Stahlelementes oder mittels eines, allenfalls metallbeschichteten, allenfalls faserverstärkten, entsprechend dickerwandigen Kunststoffelementes gewährleistet werden. Geeignete Kunststoffe sind beispielsweise PET oder einer aus der Gruppe der Fluorkunststoffe wie PTFE, PFA usw.
Der geschilderte prinzipielle Aufbau resultiert in VIP (10a,b,c), die zunächst als völlig "normale" VIP verlegt werden können und wärmetechnisch keinerlei Nachteile aufweisen. Zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt kann die VIP-Hülle (lla,b,c) oberhalb des spulenartigen Elementes (13a,b,c) geöffnet, und das Innere des spulenartigen Elementes (13a,b,c) mit dem gewünschten Gegenstand durchstossen werden. Die dadurch selbstverständlich entstehende wärmetechnische Schwachstelle begrenzt sich exakt auf den inneren Durchmesser des spulenartigen Elementes (13a,b,c).
Mit VIP, die gemäss den obigen Ausführungen aufgebaut sind, kann als zusätzlicher Bonus auf einfache Art und Weise eine VIP- Verbundplatte hergestellt werden. Fig. 2 verdeutlicht den prinzipiellen Aufbau einer solchen Verbundplatte, in welcher ein VIP (20) mit spulenartigen hohlen Elementen (23) verwendet wird, welche in das Kernmaterial (22) des VIP (20) integriert und an ihrer Kopf- bzw. Basisfläche mit der Hülle (21) desselben gasdicht verbunden sind.
Auf den beiden grossen Flächen des VIP befinden sich feste Platten (24). Die Platten (24) können beispielsweise aus Stahl, Aluminium, Glas oder Holz sein, wobei sie natürlich nicht beide aus demselben Material sein müssen.
Die festen Platten sind beispielsweise durch Verkleben oder Verschweissen oder Verlöten mit zugfesten Köφern (25) verbunden welche die spulenartigen Köφer (23) in Längsrichtung durchdringen. Die zugfesten Köφer (25) weissen einen um mindestens einige mm kleineren Durchmesser auf als der innere Durchmesser der spulenartigen Köφer (23). Durch dieses Spiel ist sichergestellt, dass bei unterschiedlicher Wärmedehnung der beiden festen Platten keinerlei, oder wenigstens nur vernachlässigbare, Spannungen auf das VIP übertragen werden.
Damit der gesamte Aufbau trotz dieses gewollten Spiels genügende Festigkeit aufweist, kann der restliche Hohlraum der spulenartigen Elemente (23) mit einem dauerelastischen Material (26), wie beispielsweise Silikon, gefüllt sein.
Die festen Platten (24) können in ihren lateralen Dimensionen etwas grösser sein als das VIP (20), womit die allenfalls relativ leicht verletzbare Hülle (21) des VIP (20) auf einfachste Weise vor Beschädigung geschützt ist.
Ein zusätzlicher Schutz kann optional durch das Einbringen eines, vorzugsweise dauerelastischen, Schutzmaterials (27), beispielsweise Silikonklebstoff, zwischen die überstehenden Flächenanteile der festen Platten (24) erreicht werden.
Figur 3a zeigt den prinzipiellen Aufbau eines paneelartigen VIP (30a) mit einem druckfesten Kernmaterial (32a) und einer folienartigen Hülle (31a) und mit lokalen, jeweils auf gegenüberliegenden Flächen des VIP paarweise angeordneten, Zonen mit sebstdichtender doppelter Hülle (33a). Diese selbstdichtenden Zonen (33a) werden im Zuge der Fertigung des VIP an den Stellen angebracht, an denen das VIP (30a) bei der Anwendung allenfalls beispielsweise mit Befestigungselementen wie Nägeln, Schrauben usw. durchdrungen werden soll. Damit dies ohne grossen Aufwand und ohne Fehler geschehen kann, müssen die Durchmesser der der selbstdichtenden Zonen (33a) vorzugsweise ein Vielfaches des Durchmessers der das VIP durchdringenden Elemente, also beispielsweise 1 cm bis 20 cm und vorzugsweise 2 cm bis 5 cm, betragen.
Figur 3b zeigt den prinzipiellen Aufbau eines paneelartigen VIP (30b) mit einem druckfesten Kernmaterial (32b) und einer folienartigen Hülle (31b) und mit einer sich mindestens über beide grossen Flächen des VIP (30b) " erstreckenden sebstdichtenden doppelten Hülle (33b). Die doppelte Hülle (33b) kann wie in Fig. 3b links (36) gezeigt nur mit ihrer Hüllfolie (35b) um die Kante des VIP (30b) herumgreifen, oder sie kann wie in Fig. 3b rechts (37) gezeigt mit ihrer Hüllfolie (35b) und dem zusätzlichen Dichtungsmaterial (34b) das VIP (30b) vollständig umhüllen.
Im Bereich der lokal oder grossflächig vorhandenen selbstdichtenden Zonen (33a,b) ist eine zweite Hüllfolie (35a,b) vorhanden, welche entweder mit der ersten VIP- Hülle (31a,b) möglichst grossflächig (36a,b), d.h. in einer Breite von ca. 1 cm bis 5
cm, oder mit sich selbst (37) gasdicht, beispielsweise durch Verschweissen, verbunden ist. Die erste (31a,b) und die zweite (35a,b) Hülle ist beispielsweise eine handelübliche Verbundfolie aus mehreren dünnen Lagen von Aluminium und PET mit zwei, die Schweissbarkeit sicherstellenden, Decklagen PE oder sie ist ein Verbund einer relativ dicken, d.h. 0.01 bis 0.1 mm dicken, Aluminiumfolie mit zwei Decklagen PE. In Fällen, wo dies preislich keine Rolle spielt, ist auch der Einsatz von Kunstoffen aus der Gruppe der Fluorkunststoffe, wie PTFE, PFA, PCTFE usw. möglich. Alle genannten Verbundfolienarten, und viele andere für den vorliegenden Fall geeignete Folien, können beispielsweise bei der Firma Covexx, Walsrode, Deutschland bezogen werden.
Zwischen der ersten (31a,b) und der zweiten (35a,b) Hüllfolie ist ein dauerviskoses Dichtungsmaterial (34a,b) mit hoher Viskosität, wie beispielsweise ein geeignetes Silikon, vorhanden., das sich im Falle der Durchdringung eng an den durchdringenden Köφer anschmiegt. Es ist auch möglich, dass statt eines elastischen oder dauerviskosen Dichtungsmaterials (34a,b) einen rasch aushärtenden, vorzugsweise im nicht ausgehärteten Zustand hochviskosen, Ein- oder Zweikomponentenklebstoff zu verwenden. Beim Einsatz eines Zweikomponenten Klebstoffes, besteht die Möglichkeit, die beiden Komponenten bis zum Zeitpunkt der Durchdringung durch eine, in Fig. 3 nicht gezeigte, dünne Membran von einander zu trennen; oder es ist möglich nur eine der beiden Komponenten innerhalb der Doppelhülle zu speichern und die andere Komponente mit dem, bewusst durch die Doppelhülle geführten, durchdringenden Köφer zuzuführen. Vorteilhafterweise wird ein Klebstoff verwendet, der möglichst dünne Metall-Metall und Metall-Kunststoff Verbindungen erzeugen kann, damit manschettenartig verformte Folienteile mit dem durchdringenden Köφer möglichst eng verbunden werden. Denkbare Klebstoffe dieser Art sind beispielsweise die unter den Markennamen bekannten Klebstoffe „A+P CYANA", „AGOMET® F" oder „ARALDIT®".
Die Gasdichtigkeit des auf diese Weise entstehenden kritischen kürzesten Diffusionsweges direkt entlang dem durchdringenden Köφer ist eine lineare Funktion des Druckunterschiedes, des Dichtungsmaterials und der Länge des Diffusionsweges. Es ist deshalb von Vorteil, den Diffusionsweg, d.h. die Dicke des Dichtungsmaterials, möglichst gross zu machen. Aus Gründen der Anwendbarkeit des VIP wird man sich in Praxis auf eine Dicke des Dichtungsmaterials (34a,b) von 1 mm bis 10 mm beschränken.
Zur Verbesserung des Dichtungsverhaltens kann das Dichtungsmaterial (34a,b) mindestens eine, vorteilhafterweise aber mehrere zusätzliche Lagen einer zähen reissfesten Folie, wie beispielsweise PET, PTFE, PFA oder besser einer Verbundfolie aus einem dieser Kunststoffe und einer Metallfolie, wie beispielsweise Aluminium oder Stahlfolie, beinhalten, die sich jeweils über die gesamte innere Fläche der selbstdichtenden Zone (33a,b) erstrecken. Diese zusätzlichen Folien sind in den Figuren 3a und 3b aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt. Im Zuge des Durchdringens eines Befestigungselementes müssen diese Folien durchstossen werden und bilden sich überlappende manschettenartige Verformungen rund um den durchdringenden Köφer aus, die zusätzlich als Dichtungen wirken.
Im Extremfall kann das Dichtungsmaterial (34a,b) vollständig aus zahlreichen, d.h. mindestens 5 bis 100 Lagen, einer zähen reissfesten Folie, wie beispielsweise PET, PTFE, PFA oder besser einer Verbundfolie aus einem dieser Kunststoffe und einer Metallfolie, wie beispielsweise Aluminium oder Stahlfolie, bestehen, die sich jeweils über die gesamte innere Fläche der selbstdichtenden Zone (33a,b) erstrecken.
Vorteilhafterweise herrscht zwischen der ersten (31a,b) und der zweiten (35a,b)
Hüllfolie ein Unterdruck, der über den dann durch den Luftdruck erzeugten relativen Überdruck das Dichtungsmaterial (34a,b) und allfällige vorhandene manschettenartig
verformbare Dichtungsfolien sehr schnell und sehr eng an einen durchdringenden Köφer anpresst. Dieser Unterdruck kann zur vollen Erfüllung dieser Aufgabe im sogenannten Grobvakuumberich, also zwischen 1 und 100 mbar liegen. Er wird auf einfache Art beispielsweise so sichergestellt, dass die Verschweissung der ersten (31a,b) und der zweiten (35a,b) Hüllfolie in einer Vakuumkammer geschieht, in welcher der geforderte Unterdruck herrscht.
Wie erwähnt ergeben sich besonders gute Dichtungseigenschaften wenn sowohl das Prinzip der zwischen zwei Hüllfolien eingebetteten Dichtungsmaterialien als auch das Prinzip der mehrlagigen Hüllfolie realisiert ist. Die Hülle bzw. ein Bereich der Hülle kann aber auch selbstdichtend sein, wenn nur eines dieser zwei Prinzipien realisiert ist.
In den Darstellung von Figur 3 wurde davon ausgegangen, dass die selbstdichtenden Zonen mit doppelter Hülle (33a,b) nachträglich auf die erste Hüllfolie (31a,b) aufgebracht werden. Selbstverständlich ist aber auch ein industrieller Prozess möglich, in dem eine entsprechend aufgebaute selbstdichtende Hüllfolie grossflächig hergestellt, nachträglich konfektioniert und dann als Hülle eines VIP eingesetzt wird.
Figur 4 zeigt das Prinzip eines Durchdringungsköφers mit dem ein gemäss Figur 3 aufgebautes VIP, an den Orten wo eine selbstdichtende Doppelhülle vorhanden ist, so durchdrungen werden kann, dass der gewünschte Unterdruck im Innern des VIP über Jahrzehnte hinweg garantiert werden kann.
Wie in Fig. 3a verdeutlicht, besteht ein solcher Durchdringungsköφer aus zwei Teilköφern (40) bzw. (44), die im wesentlichen aus einem zylindrischen Schaft (42) bzw. (46) und einer Kopfplatte (41) bzw. (45) aufgebaut sind. Die Teilköφer sind
beispielsweise aus einem relativ schlecht wärmeleitenden Metall, wie beispielsweise Edelstahl, oder aus einem, allenfalls faserverstärten, allenfalls metallbeschichteten, Kunststoff gefertigt.
Der erste der beiden Teilköφer (40) kann, wie dargestellt, durchgehend voll oder er kann, wie in Fig. 4c gezeigt, hohl sein. Der zweite Teilköφer (44) muss wie dargestellt einen hohlen Bereich aufweisen, wobei der Innen-Durchmesser so gross sein muss, dass der Schaft des ersten Teilköφers (42) gerade darin Platz findet.
Im Falle eines hohlen ersten Teilköφers (Fig. 4c) ist die Länge des Schäfte (42, 46) entsprechend fig. 4b vorteilhafterweise jeweils etwas kürzer als die Dicke des zu durchstossenden VIP (49), also in der Regel 0.5 cm bis 5cm. Auf diese Weise entsteht nach der Durchdringung des VIP (49) mit den beiden Teilköφern (40, 44) eine gasdichtichte Öffnung durch das VIP, durch welche zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt Köφer wie Nägel, Schrauben, elektrische Leitungen usw. durchgeführt werden können.
Im Falle eines vollen ersten Teilköφers (Fig. 4a, Fig. 4d) kann die Länge des Schäfte (42, 46) entsprechend Fig. 4b jeweils etwas kürzer als die Dicke des zu durchstossenden VIP (49) sein, also in der Regel 0.5 cm bis 5cm. Auf diese Weise entsteht nach der Durchdringung des VIP (49) mit den beiden Teilköφern (40, 44) eine zugfeste Verbindung der beiden Kopf platten (41, 45), an welchen dann zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt beispielsweise balken- oder plattenförmige Elemente, beispielsweise durch Verkleben, Löten oder Schweissen, befestigt werden können.
Es ist aber auch möglich den Schaft (42), wie in Fig. 4d gezeigt) deutlich länger zu machen als die Dicke des VIP (49). in diesem Falle ist es von Vorteil, wenn der Schaft, mindestens in seinem Endbereich, ein Befestigungselement, wie beispielsweise ein Gewindestück, trägt. Zusätzlich kann an der Kopfplatte eines solchen Elementes ein zusätzliches Befestigungselement, wie beispielsweise ein Gewindestück, vorhanden sein.
Die beiden Kopfplatten (41, 45) sind auf ihrer dem Schaft zugewendeten Seite mit einer schweissbaren Schicht (43, 48) beschichtet, das beispielsweise unter Wärmeeinfluss mit der äussern Schicht der Hülle des zu durchdringenden VIP gasdicht verbunden werden kann. Da die heute handelüblichen (verbünd-) folienartigen VIP-Hüllen in der Regel PE als äusserste Schicht haben, ist es in der Regel von Vorteil wenn die schweissbare Schicht ebenfalls aus PE besteht.
Zusätzlich ist die innere Wandfläche des zweiten Teilköφers (44) ebenfalls mit einer schweissbaren Schicht 47, vorteilhafterweise in der Regel ebenfalls aus PE, beschichtet. Diese Schicht ist in ihrer Dicke so dimensioniert, dass der Schaft (42) des ersten Teilköφers (40) bei einer Durchführung durch den inneren Hohlraum des zweiten Teilköφers (44) hart an die schweissbare Schicht (47) angepresst wird.
Der gewünschte zusätzliche Dichtungseffekt wird, wie in Fig. 4b dargestellt, erreicht, indem die beiden Teilköφer (40, 44) so durch das VIP (49) geführt werden, dass sie einander konzentrisch durchdringen und dass ihre Kopfplatten (41, 45) mit den jeweiligen schweissbaren Schichten (43, 48) satt auf der Hülle des VIP (49) aufliegen. Ein anschliessendes Erwärmen der beiden Teilköφer (40, 44) auf eine Temperatur knapp oberhalb des Erweichungspunktes des schweissbaren Materials (43, 48, 47) sorgt dafür dass eine Verbindung zwischen VIP-Hülle und den beiden
Kopfplatten und zwischen den konzentrisch sich durchdringenden Teilköφern (40, 44) entsteht, die über Jahrzehnte als gasdicht betrachtet werden kann.
Der Begriff „konzentrisch durchdringen" heisst in diesem Zusammenhang natürlich nicht notwendigerweise, dass die Köφer im Querschnitt um ein gemeinsames Zentrum punktsymmetrisch oder gar rund sein müssen. Sie können vielmehr jede Form aufweisen, wobei eine der zweite Köφer mindestens bereichsweise über eine äussere Oberfläche des ersten Teilköφers stülpbar sein muss, so dass sich eine dichtende Kontaktfläche ergibt, („dichtend" bedingt, dass die Fläche mindestens eine die äussere Obefläche des Teiiköφers verlaufende geschlossene Kurve beinhalten soll.) Im hier beschriebenen Beispiel weisen die aneinander anliegenden Schichten der zwei Teilköφer verschweissbare Schichten auf; sie können aber ebenso gut auf andere Art gasdicht verbindbar sein, bspw. durch verkleben, verlöten, einen Formschluss etc.
Damit der geschilderte Dichtungseffekt zwischen Kopfplatte (41, 45) und VIP-Hülle (49) gut genug ist, sollte ein möglichst langer Diffusions weg durch das schweissbare Material (43, 48) vorhanden sein. Dies wird erreicht durch einen genügend grossen Durchmesser der Kopfplatten (41, 45), der deshalb um mindestens 1 cm grösser ist als der Aussendurchmesser der Schäfte (42, 46).
Die restlichen Dimensionen der beiden Teilköφer sind anwendungsabhängig.
Alternativ zum verschweissen verlöten oder verkleben von aneinander liegenden inneren und äusseren Oberflächen der Teilköφer kann auch der innere Teilköφer etwas länger sein und ein nietenartig verformbares, mit der Kopfplatte des zweiten Teilköφers gasdicht verbindbares, also bspw. veφressbares Ende aufweisen. In
diesem Fall kann bei einer sehr guten Gasdichtigkeit der Veφressung sogar auf den Schaft des zweiten Teilköφers verzichtet werden; dieser kann dann bspw. als Scheibe mit einer Öffnung für das nietenartige Ende des ersten Teilköφers ausgebildet sein.
Figur 5 zeigt einen prinzipiellen Querschnitt eines unabhängigen selbstdichtdenden Hüllelementes (50), das nachträglich an einer beliebigen Stelle auf ein beliebiges VIP aufgebracht werden kann. In der Regel wird es dabei sinnvoll sein, jeweils zwei solche selbstdichtenden Hüllelemente (50) an sich gegenüberliegenden Stellen des zu durchdringenden VIP aufzubringen.
Das unabhängige selbstdichtdende Hüllelement (50) besteht aus einer oberen und einer unteren Hüllfolie (51 und 53) zwischen denen ein Dichtungsmaterial (52) eingeschlossen ist und die grossflächig, und damit gasdicht, beispielsweise durch Verschweissen, miteinander verbunden sind (54).
Bei der Verbindung der beiden Folien wird dafür gesorgt, dass die untere Folie (53) so eben wie möglich bleibt. Dies ist notwendig, damit das unabhängige selbstdichtdende Hüllelement (50) nachträglich auf ein VIP, beispielsweise durch Verkleben oder Verschweissen, aufgebracht werden kann. Die Ebenheit der unteren Folie (53) kann beispielsweise auf einfache Art und Weise so sichergestellt werden, dass zunächst die untere Folie (53) auf eine eben Platte gelegt,, danach das Dichtungsmaterial (52) aufgebracht und schliesslich die obere Folie (51) aufgelegt, mit einem entsprechenden Niederhalter auf die untere Folie (53) gepresst und dort verschweisst wird.
Die obere (51) und die untere (53) Folie ist beispielsweise eine handelübliche Verbundfolie aus mehreren dünnen Lagen von Aluminium und PET oder PTFE mit zwei, die Schweissbarkeit sicherstellenden, Decklagen PE oder PFA, sie kann beispielsweise aber auch ein Verbund einer relativ dicken, d.h. 0.01 bis 0.1 mm dicken, Aluminiumfolie mit zwei Decklagen PE oder PFA sein. Die genannten Verbundfolienarten, und viele andere für den vorliegenden Fall geeignete Folien, können beispielsweise bei der Firma Covexx, Walsrode, Deutschland bezogen werden.
Das Dichtungsmaterial (52) ist ein beispielsweise dauerviskoses Material mit hoher Viskosität, wie ein geeignetes Silikon, das sich im Falle der Durchdringung eng an den durchdringenden Köφer anschmiegt. Das Gasdichtigkeit des auf diese Weise entstehenden kritischen kürzesten Diffusionsweges direkt entlang dem durchdringenden Köφer ist eine lineare Funktion des Druckunterschiedes, des Dichtungsmaterials und der Länge des Diffusionsweges. Es ist deshalb von Vorteil, den Diffusionsweg, d.h. die Dicke des Dichtungsmaterials, möglichst gross zu machen. Aus Gründen der Anwendbarkeit des unabhängigen selbstdichtdenden Hüllelementes (50) wird man sich in Praxis auf eine Dicke des Dichtungsmaterials (52) von 1 mm bis 10 mm beschränken.
Es ist auch möglich, dass statt eines elastischen oder dauerviskosen Dichtungsmaterials einen rasch aushärtenden, vorzugsweise im nicht ausgehärteten Zustand hochviskosen, Ein- oder Zweikomponentenklebstoff zu verwenden. Beim Einsatz eines Zweikomponenten Klebstoffes, besteht die Möglichkeit, die beiden Komponenten bis zum Zeitpunkt der Durchdringung durch eine dünne Membran von einander zu trennen; oder es ist möglich nur eine der beiden Komponenten innerhalb der Doppelhülle zu speichern und die andere Komponente mit dem, bewusst durch die Doppelhülle geführten, durchdringenden Köφer zuzuführen. Vorteilhafterweise wird ein Klebstoff verwendet, der möglichst dünne Metall-Metall und Metall-
Kunststoff Verbindungen erzeugen kann, damit manschettenartig vervormte Folienteile mit dem durchdringenden Köφer möglichst eng verbunden werden. Denkbare Klebstoffe dieser Art sind beispielsweise die unter den Markennamen bekannten Klebstoffe „A+P CYANA", „ AGOMET® F" oder „ ARALDIT®".
Zur Verbesserung des Dichtungsverhaltens kann das Dichtungsmaterial (52) mindestens eine, vorteilhafterweise aber mehrere zusätzliche Lagen einer zähen reissfesten Folie, wie beispielsweise PET, PTFE, PFA oder besser einer Verbundfolie aus einem dieser Kunststoffe und einer Metallfolie, wie beispielsweise Aluminium oder Stahlfolie, beinhalten, die sich jeweils über die gesamte innere Fläche der selbstdichtenden Zone (52) erstrecken. Diese zusätzlichen Folien sind in Figur 5 aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt. Im Zuge des Durchdringens eines Befestigungselementes müssen diese Folien durchstossen werden und bilden sich überlappende manschettenartige Verformungen rund um den durchdringenden Köφer aus, die zusätzlich als Dichtungen wirken.
Im Extremfall kann das Dichtungsmaterial (52) vollständig aus zahlreichen, d.h. mindestens 5 bis 100 Lagen, einer zähen reissfesten Folie, wie beispielsweise PET, PTFE, PFA oder besser einer Verbundfolie aus einem dieser Kunststoffe und einer Metallfolie, wie beispielsweise Aluminium oder Stahlfolie, bestehen, die sich jeweils über die gesamte innere Fläche der selbstdichtenden Zone (52) erstrecken.
Vorteilhafterweise herrscht zwischen der oberen (51) und der unteren (53) Folie ein Unterdruck, der über den dann durch den Luftdruck erzeugten relativen Überdruck das Dichtungsmaterial (52) und/oder allfällige vorhandene manschettenartig verformbare Dichtungsfolien sehr schnell und sehr eng an einen durchdringenden Köφer anpresst. Dieser Unterdruck kann zur vollen Erfüllung dieser Aufgabe im sogenannten Grobvakuumberich, also zwischen 1 und 100 mbar liegen. Er wird auf
einfache Art beispielsweise so sichergestellt, dass die Verschweissung der oberen (51) und der unteren (53) Folie in einer Vakuumkammer geschieht, in welcher der geforderte Unterdruck herrscht.
Figur 6 zeigt das Prinzip eines Hilf s Werkzeugs, mit dem ein beliebiges, nicht notwendigerweise von vornherein zum Duchstossen vorbereitetes VIP (60) an einer beliebigen Stelle so mit einem speziellen Köφer (62) durchstossen werden kann, dass kein Verlust des Vakuums im VIP (60) auftritt.
Der spezielle durchdringende Köφer (62) kann beispielsweise ein nagelartiges Gebilde, allenfalls mit gewindeförmigem hinterem Ende sein.
Im Wesentlichen besteht das Hilfswerkzeug aus zwei einseitig offenen Kammern (63a, 64a) mit je einem mehr oder weniger langen säulenförmigen hohlen Element (63b, 64b). Mindestens eine der beiden Einheiten (63 oder 64) kann in vertikaler Richtung zum VIP (60) verfahren werden, womit ein dichtes Anpressen der beiden einseitig offenen Kammern (63a, 64a) an die Hülle des VIP (60) sichergestellt werden kann.
Damit die beiden Kammern (63a, 64a) an zwei gegenüberliegenden Seiten des VIP (60) exakt zueinander ausgerichtet sind, sind sie vorteilhafterweise an einem U- förmigen Element (65) befestigt. Die Schenkellänge dieses U-artigen Elementes (65) beträgt vorteilhafterweise etwas mehr als mindestens die halbe Breite des VIP (60).
Beispielsweise aus einem unter Druck stehenden Vorratsbehälter (66a), oder einer ähnlichen Vorrichtung, kann über ein Ventil (66b) und entsprechende
Druckleitungen (66c) Dichtungsmaterial (61) in die beiden Kammern (63a, 64a) gepresst werden.
Danach wird der durchdringende spezielle Köφer (62), beispielsweise mittels eines kolbenförmigen Hammerelementes (63c) durch das Dichtungsmaterial (61) und das VIP (60) gestossen. Der hierzu notwendige Antrieb ist in Fig. 6 als gespannte Feder (63d) dargestellt. Es kann natürlich auch ein elektrischer, pneumatischer oder hydraulischer Antrieb verwendet werden.
Nach dem Durchstossen des durchdringenden speziellen Köφers (62), wird das Dichtungsmaterial ausgehärtet und die Kammern (63a, 64a) auseinander gefahren und entfernt.
Offensichtlich muss das verwendete Dichtungsmaterial (61) zu Zeitpunkt des Einpressens mindestens zähflüssig sein. Später muss es so ausgehärtet werden können, dass es einen gasdichten Verschluss um den durchdringen Köφer (62) bildet. Geeignet Materialen mit diesen Eigenschaften können lösbare Kunststoffe wie PET oder PMMA sein, die nachträglich durch Ausheizen des Lösungsmittels verfestigt werden. Bei Verwendung solcher Kunststoffe muss aber eine dicke Schicht in der Grössenordnung von mindestens einigen mm bis zu einigen cm aufgebracht werden, damit ein genügend langer Diffusionweg durch das Dichtungsmaterial erreicht wird.
Möglich ist aber auch die Verwendung von wesentlich besser dichtenden Kunststoffen aus der Familie der Fluorkunststoffe, also beispielsweise PTFE, PFA oder PCTFE, die darüber hinaus eine ausgezeichnete Temperatur-, Ultraviolett-, und Chemikalienstabilität aufweisen. Diese Kunststoffe werden für den vorliegenden Fall
vorteilhafterweise durch Erhitzen verflüssigt und nachher beispielsweise durch Fluten des restlichen Kammervolumens mit einer kalten Flüssigkeit wie beispielsweise Wasser oder kalte Luft, rasch abgekühlt und ausgehärtet. Von diesen Kunststoffen genügen schon Dicken von 1 mm bis 5 mm.
Schliesslich ist auch die Verwendung eines anorganischen, schon in Schichten von weniger als einem mm Dicke, gasdichten Dichtungsmaterialien möglich, wie beispielsweise Wasserglas oder eines, bei möglichst tiefen Temperaturen flüssigen Glaslotes. Selbstverständlich können auch Metalle mit niedriger Schmelztemperatur, also beispielsweise Blei oder Zinn, verwendet werden.
Da in einzelnen Fällen davon ausgegangen werden muss, dass das Dichtungsmaterial in flüssigem Zustand noch keine genügende Gasdichtigkeit aufweist, ist es von Vorteil, eine Möglichkeit zur Evakuierung der Kammern (63a,64a) und der säulenförmigen Elemente (63b, 64b) zur Verfügung zu stellen. Dies kann auf einfache Weise geschehen, indem die beiden Hohlköφer (63, 64) über Ventile (67b) und entsprechende gasdichte Leitungen (67c) mit einer Vakuumpumpe (67a) verbunden sind. Zusätzlich ist es von Vorteil, die beiden Kammern (63a, 64a) an ihren das VIP (60) berührenden Kanten mit, in Fig. 6 nicht dargestellten, Dichtungslippen zu versehen. Werden nun vor dem Durchstossen des durchdringenden Köφers (62) die beiden Hohlköφer (63, 64) evakuiert, so kann das Dichtungsmaterial (61) vollständig aushärten, bevor es sein Dichtungsfunktion übernehmen muss.
Im dem Fall einer Evakuierung der beiden Hohlköφer (63, 64) kann allenfalls das
Durchführen des durchdringenden Köφers (62) durch das VIP (60) vor dem Füllen der Kammern (63a, 64a) mit Dichtungsmaterial (61) geschehen. Dieser veränderte Ablauf hat den Vorteil, dass mehrlagige Dichtungs-Systeme aufgebaut werden
können, bei denen jede Schicht vor einbringen der nächsten zuerst ausgehärtet werden kann. Bei dem allfälligen Vorhandensein von mehreren unabhängigen Füllsystemen (66) ist es so beispielsweise möglich, äusserst gasdichte Kunststoff- Metall Dichtungssysteme aufzubringen. Hierzu wird beispielsweise zunächst eine Schicht eines relativ wärmebeständigen Kunststoffes, wie PTFE oder PFA, aufgebracht und ausgehärtet. Danach folgt eine Schicht eines bei niedrigen Temperaturen schmelzenden Metalls, wie beispielsweise Blei oder Zinn, die dann allenfalls nochmals mit einer Schutzschicht eines geeigneten Kunststoffes wie PE, PET, PFA usw. überzogen wird.
Figur 7 zeigt das Prinzip eines anderen Hilfswerkzeugs, mit dem ein beliebiges, nicht notwendigerweise von vornherein zum Durchstossen vorbereitetes VIP (70) an einer beliebigen Stelle so mit zwei, entsprechend Figur 5, prinzipiell nageiförmigen Köφern (72, 73), mit vollen oder hohlen Schäften (72a, 73a) und mit Kopfplatten (72b, 73b), durchstossen werden kann, dass kein Verlust des Vakuums im VIP (70) auftritt. Die Kopfplatten (72b, 73b) sind an ihrer den Schäften (72a, 73a) zugewendeten Seite mit einer dünnen Schicht schmelzbaren Kunststoffes, also beispielsweise mit PE oder PFA, beschichtet.
Im Wesentlichen besteht das Hilfswerkzeug aus zwei einseitig offenen Kammern (74a, 75a). Mindestens eine der beiden Kammern (74a oder 75a) kann in vertikaler Richtung zum VIP (70) verfahren werden, womit eine dichtes Anpressen der beiden einseitig offenen Kammern (74a, 75a) an die Hülle des VIP (70) sichergestellt werden kann.
Damit die beiden Kammern (74a, 75 a) an zwei gegenüberliegenden Seiten des VIP (70) exakt zueinander ausgerichtet sind, sind sie vorteilhafterweise an einem U-
förmigen Element (76) befestigt. Die Schenkellänge dieses U-artigen Elementes (76) beträgt vorteilhafterweise etwas mehr als mindestens die halbe Breite des VIP (70).
Es ist notwendig, eine Evakuierung der Kammern (74a, 75a) vorzunehmen. Dies kann auf einfache Weise geschehen, indem die beiden Kammern (74a, 75a) über Ventile (77b) und entsprechende gasdichte Leitungen (77c) mit einer Vakuumpumpe (77a) verbunden sind. Zusätzlich ist es von Vorteil, die beiden Kammern (63a, 64a) an ihren das VIP (60) berührenden Kanten mit, in Fig. 7 nicht dargestellten, Dichtungslippen zu versehen.
Zunächst werden nun die beiden Kammern (63a, 64a) evakuiert. Danach werden die durchdringenden Köφer (72, 73), beispielsweise mittels kolbenförmiger Hammerelemente (74b, 75b), welche so ausgebildet sind, dass sie die Kopfplatten (72b, 73b) der durchdringenden Köφer (72, 73) exakt führen, durch das VIP (70) gestossen. Die hierzu notwendigen Antriebe sind in Fig. 7 als gespannte Federn (74c, 75c) dargestellt. Es können natürlich auch elektrische, pneumatische oder hydraulische Antriebe verwendet werden.
Die beiden durchdringenden Köφer (72, 73) werden so durch das VIP (70) gestossen, dass sich ihre Schäfte (72a, 73a) konzentrisch durchdringen und dass ihre Kopfplatten (72b, 73b) bzw. die beiden schweissbaren Schichten (71) satt an die Hülle des VIP (70) angepresst werden. Danach werden die schweissbaren Schichten (71) mit der Hülle des VIP (70) verschweisst. Wenn dafür gesorgt wird, dass die entstehende Verbindungsschicht dünn, d.h. beispielsweise in der Grössenordnung von 0.1 mm, ist und wenn weiter dafür gesorgt wird, dass eine rundum durchgehende möglichst grossflächige Verschweissung entsteht liegt eine über Jahrzehnte genügend gasdichte Verbindung vor.
Fig. 8 verdeutlicht das Prinzip einer Überlappung von VIP mit minimiertem Materialaufwand. Auf einer vom zu dämmenden Köφer gegebenen Grundfläche (110) werden, beispielsweise durch Verkleben, sich in zwei Richtungen kreuzende, streifenformige VIP (111) befestigt. Der Abstand dieser streifenförmigen VIP (111) ist dabei so gewählt, dass er in beiden Richtungen jeweils der Dimension der später zu verlegenden grossflächigen VIP (112) minus der doppelten minimalen Überlappungsbreite (Ümin) plus dem doppelten gewünschten Verschiebungsweg (v) entspricht. Die minimale Breite der streifenförmigen VIP entspricht der doppelten minimalen Überlappungsbreite (Ümin) plus dem doppelten gewünschten Verschiebungsweg (v). Wie weiter oben ausgeführt, ergibt dies für die Einhaltung des sogenannten Minergie-Standards eine Breite von ca. 15 cm, für Einhaltung des Passivhaus-Standards eine solche von ca. 30 cm.
Auf diesem "Netz" von streifenförmigen VIP (111) werden die grossflächigen VIP (112), beispielsweise durch Verkleben, so befestigt, dass nirgends die, allenfalls auf den streifenförmigen VIP (111) markierte, minimale Überlappungsbreite (Ümin) unterschritten wird. Eine Anpassung an dimensionelle Ungenauigkeiten der baulichen Unterlage (110) ist durch ein Verschieben der grossflächigen VIP (112) innerhalb des maximalen Verschiebungsweges (v) problemlos möglich.
Zur Ermöglichung einer Durchführung von Leitungen und/oder einer Durchlässigkeit von Wasserdampf kann zwischen den streifenförmigen VIP (111) und den Grossflächigen VIP (112) eine beispielsweise 0.5 mm bis 50 mm, vorzugsweise 1 mm bis 10 mm, dicke Lage eines, vorzugsweise weichen, konventionellen Wärmedämmmittels (113), wie beispielsweise Glaswolle, vorhanden sein.
Der "unterhalb" der grossflächigen VIP (112) entstehende geschlossene Raum (14) wird in der Regel nicht gefüllt, so dass er nur stehende Luft beinhaltet und so als
zusätzliche Wärmedämmung wirkt. Bei Bedarf kann er aber auch mit einem beliebigen Material gefüllt werden.
Ohne näher auf die Ausführung einzugehen ist in Fig. 1 das Prinzip von Halterungselementen (116), welche die streifenförmigen VIP (111) in regelmässigen Abständen durchstossen, skizziert. Diese Halterungselemente sind an der tragenden Grundplatte (110) beispielsweise durch Einschiessen oder durch Schrauben befestigt. Auf ihrer Kopffläche sind so geformt, dass Abdeckelemente (115), beispielsweise durch Verschrauben oder Einschnappen, befestigt werden können. Die Abdeckelemente (115) können, wie skizziert, direkt plattenförmige Elemente sein, sie können aber auch im Sinne von streifenförmigen Hilfselementen, welche dann die eigentliche Abdeckung zu halten haben, ausgeführt sein. Die Abstände der Halterungselemente (116) sind so gewählt, dass eine genügende Anzahl Halterungspunkte zur sicheren Befestigung der Abdeckelemente (115) entsteht. Wenn nötig, sind zusätzliche, die grossflächigen VIP durchdringende Halterungselemente vorhanden, die in Fig. 1 aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt sind. Eine Einstellbarkeit des Abstandes der Kopffläche der Halterungselemente (116) von der tragenden Grundplatte (110) ist bei eingeschraubten Halterungselementen (116) durch mehr oder weniger weites Einschrauben gewährleistet. Werden die Halterungselemente (116) durch Einschiessen oder durch Aufkleben an der Grundplatte (110) befestigt, sind sie vorteilhafterweise zweiteilig ausgeführt.
Fig. 9 zeigt tabellarische Übersichten der prinzipiellen Aufbauten von Gebäudehüllen, deren Wärmedämmung mittels VIP realisiert wird, die nach dem Überlappungsprinzip mit minimiertem Materialaufwand verlegt werden. Zusätzlich wird in allen Fällen die von den VIP unabhängige Befestigung einer Abdeckschicht gezeigt, wobei bei den Darstellungen auf das Prinzip von Halterungselementen, welche die streifenförmigen VIP durchdringen, zurückgegriffen wird. Ohne jegliche
Einschränkung der Allgemeinheit der Aussage könnte jedoch auch auf das Prinzip von zugfesten Zonen innerhalb der VIP oder auf Halterungselemente, welche die streifenförmigen VIP umgreifen zurückgegriffen werden.
Fig. 9a zeigt für die Wandtypen "Massivbau mit aussen liegender oder mit innen liegender Wärmedämmung" und "Skelettbau mit aussen liegender oder mit zwischen den Ständern liegender Wärmedämmung", horizontalen Schnitte irgendwo in der Wandfläche, an einer positiven Ecke und an einer negativen Ecke. Für dieselben Wandtypen sind Vertikalschnitte an den Übergängen "Wand-Geschossdecke" und "Wand-Kellerdecke" vorhanden.
Fig. 9b zeigt für die Dachtypen "kaltes oder warmes Schrägdach" und "Flachdach mit sichtbarem oder mit verstecktem Dachrand" die Übergänge von Wand zu Dach und die Wärmedämmung des Daches.
Die Summe der gezeigten baulichen Details macht deutlich, dass das Überlappungsprinzip mit minimiertem Materialaufwand in jedem der Fälle die problemlose Realisierung einer Wärmedämmung ohne nennenswerte Kältebrücken zulässt, was bedeutet, dass gesamte Gebäudehüllen ohne Kältebrücken realisiert werden können.
Fig. 10 verdeutlicht das Prinzip von VIP mit internen zugfesten Zonen.
Fig.10a zeigt den Querschnitt einer prinzipiellen Aufbaumöglichkeit eines streifenförmigen VIP (130a) mit zugfesten Elementen (133) beiderseits der langen
Mittelachse des VIP (130a). Die zugfesten Elemente (133) besitzen eine ca. kreisförmige oder quadratische Kopfplatte (133b) von ca. 1cm bis 5 cm Durchmesser
und eine entsprechende Basisplatte (133c), welche durch einen zugfesten Steg (133a) miteinander verbunden sind. Das Material der zugfesten Elemente (133) ist beispielsweise Stahl oder faserverstärkter Kunststoff oder ein Duroplast. Der Steg (133a) muss lediglich die notwendige Zugfestigkeit von ca. 0.2 N/mm2 aufweisen und muss nicht biegefest sein. Die notwendige Biegefestigkeit des gesamten Aufbaus ist durch den druckfesten Kern (132) des VIP gegeben. Im Verlauf des Herstellungsprozesses eines entsprechenden VIP (130a), werden zunächst die zugfesten Elemente (133) an den gewünschten Stellen in den Kern (132) des VIP (130a) eingebracht. Danach wird der Kern (132) mit den zugfesten Elementen (133) unter Vakuum mit der beispielsweise folienartigen Hülle umgeben, die Hülle wird allseitig verschweisst und mit allen vorhandenen Kopfplatten (133b) und Basisplatten (133c) über deren gesamte Fläche beispielsweise durch Verkleben zugfest verbunden.
Fig.10b zeigt den Querschnitt einer anderen prinzipiellen Aufbaumöglichkeit eines streifenförmigen VIP (130b) mit zugfesten Elementen (134) entlang der langen Mittelachse des VIP (130a). Die zugfesten Elemente (134) besitzen eine ca. kreisförmige oder quadratische Kopfplatte (134b) von ca. 1cm bis 10 cm Durchmesser und eine entsprechende Basisplatte (134c), welche durch vier in den räumlichen Diagonalen verlaufende reine Zugelemente (134a) miteinander verbunden sind. Das Material der Kopf- und Basisplatte (134b und c) ist beispielsweise Stahl oder faserverstärkter Kunststoff oder ein Duroplast. Die zugfesten Elemente (134a) sind beispielsweise als Stahlseil oder als ein Seil aus textilen Fasern ausgebildet. Der Herstellprozess des VIP (130b) verläuft entsprechend demjenigen des VIP (130a).
Fig. 10c zeigt den Querschnitt eines prinzipiellen Aufbaus eines grossflächigen VIP (130c) mit zugfesten Elementen (133) in seinen Randzonen. Die zugfesten Elemente (133) sind in Fig. 10c entsprechend Fig. 10a aufgebaut, sie könnten aber ohne
jegliche Einschränkung auch entsprechend Fig. 10b aufgebaut sein. Der Herstellpro zess des VIP (130c) verläuft entsprechend demjenigen des VIP (130a).
Fig. lOd verdeutlicht das Prinzip des Zusammenspiels der oben diskutierten Aufbauten (130a und 130c) von VIP mit einer baulichen Basis (139) und einer Abdeckung (138). Die streifenförmigen VIP (130a oder 130b) werden beispielsweise mittels einer Verklebung (135) im Bereich der Basisplatten (133c oder 134c) der zugfesten Elemente (133 oder 134) zugfest mit der baulichen Basis (139) verbunden. Entsprechend wird der Bereich der Kopfplatten (133b oder 134b) der zugfesten Elemente (133 oder 134) der streifenförmigen VIP (130a) beispielsweise mittels einer Verklebung (136) mit dem Bereich der Bassisplatten der zugfesten Elemente (133 oder 134) der grossflächigen VIP (130c) verbunden. Schliesslich wird, beispielsweise durch eine weitere Verklebung (137), der Bereich der Kopfplatten der zugfesten Elemente (133 oder 134) der grossflächigen VIP (130c) mit den gewünschten Abdeckelementen (138) verbunden. Auf diese Weise entsteht durch das Zusammenspiel der Kette der miteinander verbundenen zugfesten Elemente (133 oder 134) und der druckfesten Kerne (132) der VIP ein zug-, druck- und scherfester Aufbau, der bei entsprechender Auslegung der zugfesten Elemente (133 oder 134), jeglichen Sturmkräften standhalten kann und der seine Festigkeit auch dann nicht verliert, wenn die VIP ihr Vakuum verlieren sollten. Da die Kopf- bzw. Basisplatten (133b oder 134b bzw. 133c oder 134c) der zugfesten Elemente (133 oder 134) relativ gross sind, können die grossflächigen VIP (130c) ohne Festigkeitsverlust der resultierenden Verbindungen jeweils um einige cm relativ zu den streifenförmigen VIP (130a oder 130b) verschoben werden, womit eine Ausgleich lateraler baulicher Fehler gewährleistet ist.
Fig. 11 verdeutlicht die prinzipiellen Ausführung des Überlappungsprinzipes mit minimiertem Materialaufwand bei gleichzeitiger von den VIP unabhängiger,
sturmsichere Befestigung von Abdeckelementen mittels spezieller, die streifenförmigen VIP umfassender Halterungselemente.
Fig. 11a zeigt den perspektivischen Querschnitt eines entsprechenden prinzipiellen Aufbaus irgendwo innerhalb der Wandfläche. Spezifische Halterungselemente (140) werden beispielsweise durch Verkleben, Verschrauben oder Schiessen mit der baulichen Basisplatte (141) verbunden. Die Halterungselemente besitzen eine prinzipiell U-förmige Basis (140a) mit einem mittig auf derselben befindlichen vertikalen Steg (140b), welcher ein Kopfelement (140c) trägt. Der Steg (140b) kann so ausgebildet sein, dass er eine Trennstelle beinhaltet, die ein nachträgliches Aufbringen des Kopfelementes (140c) erlaubt und zusätzlich eine Einstellung des Abstandes zwischen Kopfelement (140c) und U-förmiger Basis (140a) ermöglicht.
Die Dimensionen der Halterungselemente (140) sind so gewählt, dass erstens die streifenförmigen VIP (142) zwischen der U-förmigen Basis (140a) und der baulichen Basisplatte (141) eingeschoben werden können und dass zweitens die grossflächigen VIP (143) oberhalb des U-förmigen Basiselementes (140a) unter das Kopfelement (140c) geschoben werden können. Das Kopfelement (140c) ist so gestaltet, dass die Abdeckelemente (144) beispielsweise mittels Verschrauben und Verkleben darauf befestigbar sind.
Zwischen den streifenförmigen VIP (142) und den grossflächigen VIP entsteht zwingend ein Spalt von der Dicke der U-förmigen Basis (140a) des Halterungselementes. Damit dieser Spalt nicht zur Kältebrücke wird, muss dafür gesorgt werden, dass er im Wesentlichen mit stehender Luft gefüllt ist. Dies kann auf einfache Art beispielsweise so erreicht werden, dass zwischen die grossflächigen VIP jeweils ein Streifen nachgiebiger konventioneller Wärmedämmstoff (135), also
beispielsweise leichte Glaswolle so eingelegt wird, dass dieser Streifen (135) von den grossflächigen VIP mehr oder weniger zusammengepresst wird.
Es ist offensichtlich, dass mit den bisher besprochenen Halterungselementen (140) die überlappenden VIP (142 und 143) nicht um Kanten herumgeführt werden und auch nicht an nicht wärmezudämmende Nebenwände angestossen werden können. Für diese Aufgaben müssen je spezielle Halterungselemente zur Verfügung gestellt werden. Fig. 4b zeigt ein Halterungselement mit dem die überlappenden VIP (142 und 143) um eine positive Kante herumgeführt werden können, Fig. 11c zeigt ein Halterungselement für eine negative Kante. Fig. lld bzw. Fig. lle zeigen entsprechende Halterungselemente zum Stossen an eine positive Kante bzw. an eine negative Kante.
Es muss betont werden, dass die in den Figuren 11a bis lle gezeigten Ausformungen der Halterungselemente (140) zwar auf diese Art durchaus funktionsfähig wären, dass aber selbstverständlich zahlreiche andere Ausführungsarten denkbar sind, welche dieselbe Funktionsfähigkeit besitzen.
Fig. 12 verdeutlicht eine prinzipielle Ausführung des Überlappungsprinzipes mit minimiertem Materialaufwand, welche eine kostengünstige Durchführung von elektrischen und von anderen Leitungen mit ähnlichen Durchmesser erlaubt und welches zusätzlich eine Durchlässigkeit für Wasserdampf besitzt.
Zu diesem Zwecke ist zwischen den streifenförmigen VIP (151) und den Grossflächigen VIP (153) eine beispielsweise 0.5 mm bis 50 mm, vorzugsweise 1 mm bis 10 mm, dicke Lage eines, vorzugsweise weichen, konventionellen Wärmedämmmittels (152), wie beispielsweise Glaswolle, angeordnet, welche in
erster Linie dafür sorgt, dass trotz des Abstandes der beiden VIP-Lagen (151 und 153) im Raum zwischen den grossflächigen VIP (153) und der baulichen Basis (150) stehende Luft als zusätzliches Dämmmaterial vorhanden ist.
Die zusätzliche Schicht konventionellen Dämmstoffes (152) kann problemlos mit den gewünschten Leitungen (155) durchstossen werden und ist bei Wahl eines offenzelligen Dämmstoffes, wie beispielsweise Glaswolle, auch durchlässig für Wasserdampf (156). Soll eine Durchlässigkeit für Wasserdampf vermieden werden - was dann sinnvoll sein kann wenn die Abdeckschicht (154) im Wesentlichen Putz ist - so muss ein geschlossenzelliger Dämmstoff, wie beispielsweise XPS, als zusätzliche Zwischenschicht (152) eingesetzt werden.
In Fig. 12 ist die Halterung der äusseren Abdeckschicht (154) mittels Halteelementen welche die streifenförmigen VIP (151) durchstossen, angedeutet. Selbstverständlich können entsprechende Zwischenschichten auch bei den beiden andern in Fig. 10 und Fig. 11 verdeutlichten Ausführungsformen realisiert werden.
In der Ausführungsform gemäss Fig. 4, mit Halterungen (140) welche die streifenförmigen VIP (142) umfassen, ist der notwendige Abstand zwischen den streifenförmigen und den grossflächigen VIP (142 und 143) per se gegeben.
In der Ausführungsform gemäss Fig. 3, mit in die VIP integrierten zugfesten Elementen, muss zur Erzeugung eines entsprechenden Abstandes zwischen den streifenförmigen (130a oder 130b) und grossflächigen (130c) VIP ein zusätzliches zug- und biegefestes Element, mit entsprechender Dicke wie die zusätzliche konventionelle Dämmschicht (152) und mit einem Durchmesser welcher demjenigen der Kopf- bzw. Basisplatte (133b bzw. 133c) der zugfesten Elemente (133)
entspricht, an der Stelle der Verklebung (137), beispielsweise durch Verkleben, eingebracht werden.
Fig. 13 verdeutlicht den prinzipiellen Aufbau einer einfach herzustellenden Verbundplatte unter Verwendung eines VIP (160) mit zugfesten Elementen (163), welche in das Kernmaterial (162) des VIP (160) integriert und an ihrer Kopf- bzw. Basisfläche mit der Hülle (161) desselben zugfest verbunden sind.
Auf die beiden grossen Flächen des VIP sind, beispielsweise mittels einer, vorzugsweise dauerelastischen, Verklebung (165), deren Fläche derjenigen der Kopfbzw. Basisplatte der zugfesten Elemente (163) entspricht, feste Platten (164) aufgebracht. Die Platten (164) können beispielsweise aus Stahl, Aluminium, Glas oder Holz sein, wobei sie natürlich nicht beide aus demselben Material sein müssen.
Unterschiedliche Wärmeausdehnungen an aussen liegenden und innen liegenden Platten (164) können problemlos durch das VIP (160) und die vorzugsweise dauerelastische Verklebung (165) aufgenommen werden.
Die festen Platten (164) können in ihren lateralen etwas grösser sein als das VIP (160), womit die allenfalls relativ leicht verletzbare Hülle (161) des VIP (160) auf einfachste Weise vor Beschädigung geschützt ist.
Ein zusätzlicher Schutz kann optional durch das Einbringen eines, vorzugsweise dauerelastischen, Schutzmaterials (166), beispielsweise Silikonklebstoff, zwischen die überstehenden Flächenanteile der festen Platten (164) erreicht werden.
Zusammengefasst sind wichtige Eigenschaften der diskutierten Ausführungsbeispiele die Folgenden: Das Vakuum-Isolations-Paneel (VIP) mit gasdichter Hülle und innerhalb der Hülle befindlichen, offenporigen, evakuierten Kern zeichnet sich dadurch aus, dass dieser er so aufgebaut ist, dass er an beliebigen Stellen oder an einzelnen definierten Stellen ohne Verlust des Vakuums teilweise oder vollständig durchdrungen werden kann. Dies kann durch in sich gasdichte Hilfsköφer bewerkstelligt sein, die so eingebaut sind, dass Oberflächen der Hilfsköφer mit zwei sich gegenüberliegenden Seiten der gasdichten Hülle des VIP gasdicht verbindbar sind. Alternativ dazu kann gasdichte Hülle mindestens bereichsweise als doppelte Hülle mit zwei Hüllfolien und einem dazwischen liegenden Dichtungsmaterial ausgebildet sein, so dass sich bei der Durchdringung eine den durchdringenden Köφer umgebende Dichtungsfläche bildet. Weitere Alternativen beinhalten das Durchdringen von beliebigen VIPs durch spezielle Durchdringungsköφer bestehend aus einem Paar von Teilköφern die Schäfte aufweisen, mit welchen sie sich gegenseitig konzentrisch durchdringen und miteinander gasdicht verbunden werden können.
Die Erfindung beinhaltet auch ein Verfahren zur kältebrücken-minimierten Wärmedämmung grossvolumiger Köφer mittels VIP, indem eine streifenförmig verlegte Lage von Isolationsköφern über- oder unterlagert wird mit einer Lage von grossflächigen VIP. Als streifenformige Isolationsköφer oder als grossflächige VIP sind insbesondere durchdringbare bzw. durchdrungene VIPs geeignet, da das Anbringen einer äusseren Abdeckung auf befriedigende Weise ermöglicht wird.
Es versteht sich aber, dass aus der Fülle der vorstehend diskutierten Prinzipien und Ausführungsbeispiele noch andere Ausführungsformen als die vorstehend diskutierten im Rahmen des fachüblichen Handelns zur Erfindung gehören. Insbesondere können sind auch einzelne der hier diskutierten Ideen für sich interessant und können auch in Ausführungsformen verwendet werden, bei denen sie
nicht mit anderen Ideen kombiniert werden. Insbesondere können die anhand der Figuren 8 bis 13 beschriebenen Verfahren sich jeder anhand der Figuren 1 bis 7 vorgestellten VIP-Durchdringungs-Systeme bedienen.