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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein mehrschichtiges Bauelement, ein Gebäude, das zumindest ein erfindungsgemäßes mehrschichtiges Bauelement aufweist und ein Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelements.
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In der modernen Herstellung von Wohn-, Gewerbe-, Industrie- oder sonstigen Gebäuden werden häufig Betonfertigteile in Form von Wand-, Decken- oder Dachelementen eingesetzt. Insbesondere bei den Wandelementen unterscheidet man im Wesentlichen Massivwände (Vollwände) mit nachträglich aufgebrachter Wärmedämmung und Thermowände/Sandwichwände mit innen liegender Wärmedämmung.
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Auch wenn sich die Herstellungsverfahren dieser Elemente und die verwendeten Materialien teils erheblich unterscheiden, so zeichnen sich diese Elemente so aus, dass Bewehrung (Armierung) und Dämmung vollkommen separat betrachtet und eingebaut werden. Als Bewehrung kommt überwiegend Baustahl in Form von Rundstahl oder Matten zum Einsatz. Als Dämmung werden überwiegend Elemente aus mineralischen Fasern (z. B. Glas oder Steinwolle), organischen Schäumen (z. B. Polystyrol, Polyurethan), mineralischen Schäumen (z. B. Bims, Perlit) oder auch Vakuumpaneele eingesetzt.
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Insbesondere bei Thermowänden/Sandwichwänden stellt die innenliegende Dämmung eine Schwächung des Bauelementes dar. Dieser Schwächung wird durch aufwendige Bewehrungsführungen und Verankerungssysteme entgegen gewirkt. Allerdings führt dies zu verhältnismäßig dicken Bauelementen.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein mehrschichtiges Bauelement vorzustellen, das eine hohe Stabilität und eine gute thermische Isolation aufweist und gleichzeitig eine im Verhältnis zu den bisherigen Bauelementen geringere Dicke und ein geringeres Gewicht aufweist. Zudem soll die Herstellung des mehrschichtigen Bauelements kostengünstig und leicht durchführbar sein.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein mehrschichtiges Bauelement mit zumindest einer Beton aufweisenden, vorzugsweise aus Beton bestehenden Tragschicht und einer mit der Tragschicht verbundenen Verstärkungsschicht, die zumindest abschnittsweise als im Wesentlichen plattenförmiger Profilkörper ausgebildet ist und wenigstens eine Isolierkammer zumindest abschnittsweise begrenzt.
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Diese Lösung hat den Vorteil, dass in dem erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelement Wärmedämmung und Bewehrung in einem Element kombiniert sind. Zudem ist die Verstärkungsschicht im Vergleich zu Armierungen aus Baustahl leichter, wodurch auch das Bauelement leichter als herkömmliche Bauelemente ist. Somit ist die Handhabung des erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelements z. B. auf einer Baustelle erleichtert. Außerdem ist die erfindungsgemäße Konstruktion dünner als bisherige Konstruktionen. Mit dem erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelement ist auch eine erhebliche Reduzierung der Einbauzeit dieses Bauelements auf der Baustelle möglich. Bei den derzeitigen Systemen sind für die Bewehrung und die Dämmung zwei Arbeitsgänge nötig. Weiterhin ist die erfindungsgemäße Konstruktion Kälte- und Wärmebrückenfrei. Außerdem ist die Herstellung des mehrschichtigen Bauelements gemäß der vorliegenden Erfindung leicht durchführbar und kostengünstig.
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Von Vorteil kann es sein, wenn die Verstärkungsschicht zumindest abschnittsweise als regelmäßiger Profilkörper ausgebildet ist, da dadurch die Herstellung weiter vereinfacht werden kann.
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Wenn sich die Isolierkammer im Wesentlichen senkrecht zur Ausdehnung der Tragschicht erstreckt, und/oder die Isolierkammer einen geschlossenen Isolierraum bildet, und/oder die Isolierkammer zumindest teilweise mit Isoliermaterial gefüllt ist, vorzugsweise Schaum und/oder Fasermaterial, können die Dämmeigenschaften des mehrschichtigen Bauelements noch weiter verbessert werden.
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Weiterhin kann es von Vorteil sein, wenn die Verstärkungsschicht ein Wabenprofil vorzugsweise mit sechseckigem Querschnitt aufweist, da dadurch die Stabilität noch weiter erhöht werden kann.
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Außerdem kann es von Vorteil sein, wenn zumindest eine Verbindungseinrichtung vorzugsweise aus Kunststoff und vorzugsweise stabförmig zwischen der Verstärkungsschicht und der Tragschicht vorgesehen ist und sich vorzugsweise senkrecht zur Ausdehnung der Verstärkungsschicht und der Tragschicht erstreckt und die Verbindungseinrichtung teilweise in die Verstärkungsschicht hineinragt oder sich durch die Verstärkungsschicht vorzugsweise durch eine Isolierkammer hindurch erstreckt. Auf diese Weise kann die Verbindung zwischen der Verstärkungsschicht und der Tragschicht und somit die Stabilität des mehrschichtigen Bauelements noch weiter verbessert werden.
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In einer vorteilhaften Weiterentwicklung der Erfindung kann eine Verbindungsschicht zwischen der Tragschicht und der Verstärkungsschicht vorgesehen sein. Diese Konstruktion ermöglicht eine noch bessere Haftung zwischen der Tragschicht und der Verstärkungsschicht.
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Wenn eine weitere Tragschicht vorgesehen ist und die Verstärkungsschicht zwischen beiden Tragschichten vorgesehen ist, kann die Stabilität des mehrschichtigen Bauelements noch weiter erhöht werden.
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Auch kann es sich als vorteilhaft erweisen, wenn die Verbindungsschicht stoffschlüssig oder formschlüssig mit der Tragschicht und/oder der Verstärkungsschicht verbunden ist. Auf diese Weise kann die Stabilität noch weiter erhöht werden.
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In einer vorteilhaften Weiterentwicklung der Erfindung kann die Tragschicht zumindest abschnittsweise teilweise in die Verstärkungsschicht eindringen. Dadurch kann die Stabilität des mehrschichtigen Bauelements noch weiter erhöht werden.
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Zudem kann es von Vorteil sein, wenn die Tragschicht eine Bewehrung vorzugsweise aus Kunststoff und vorzugsweise aus Fasern im Beton aufweist. Auf diese Art kann die Stabilität des mehrschichtigen Bauelements noch weiter erhöht werden.
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Wenn die Bewehrung der Tragschicht mit der Verbindungseinrichtung verbunden ist, kann die Stabilität des mehrschichtigen Bauelements noch weiter verbessert werden.
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Die Aufgabe wird auch gelöst durch ein Gebäude, das zumindest ein erfindungsgemäßes mehrschichtiges Bauelement aufweist.
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Durch die Verwendung des mehrschichtigen Bauelements kann der Aufbau des Gebäudes vereinfacht werden. Zudem ist die Herstellung des Gebäudes kostengünstig und eine gute Wärme- bzw. Kältedämmung möglich.
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Außerdem wird die o. g. Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelements, bei dem zunächst die Tragschicht vorzugsweise aus Beton gegossen wird und darauf die Verstärkungsschicht aufgebracht wird.
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Diese Lösung hat den Vorteil, dass das mehrschichtige Bauelement leicht und kostengünstig hergestellt werden kann. Zudem weist das mehrschichtige Bauelement im Vergleich zu herkömmlichen Bauelementen ein geringeres Gewicht und eine dünnere Wandkonstruktion auf. Weiterhin hat das erfindungsgemäße mehrschichtige Bauelement gute Dämmeigenschaften.
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Es kann sich als vorteilhaft erweise, wenn die Verstärkungsschicht auf den feuchten Beton aufgelegt oder in den noch nicht festen Beton eingedrückt wird. Auf diese Weise kann die Stabilität des mehrschichtigen Bauelements noch weiter erhöht werden.
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Wenn eine weitere Tragschicht vorgesehen ist und bei der Herstellung des mehrschichtigen Bauelements die Verstärkungsschicht zunächst mit der ersten Tragschicht und anschließend mit der zweiten Tragschicht verbunden wird, kann die Herstellung des mehrschichtigen Bauelements noch weiter vereinfacht werden.
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Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen und zugehöriger Zeichnungen näher erläutert.
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1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelements mit zwei Tragschichten, zwei Verbindungsschichten und einer Verstärkungsschicht.
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2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelements mit zwei Tragschichten und einer Verstärkungsschicht.
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3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelements mit zwei Tragschichten, zwei Verbindungsschichten, einer Verstärkungsschicht, Verbindungseinrichtungen und Bewehrung.
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1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelements. Das in 1 dargestellte mehrschichtige Bauelement 1 weist zwei Tragschichten 2 auf. Zwischen den beiden Tragschichten 2 befindet sich eine vorzugsweise feste Verstärkungsschicht 4. An den beiden Außenseiten 5 der Verstärkungsschicht 4 ist jeweils eine Verbindungsschicht 7 angebracht, die mit der Innenseite 3 einer der Tragschichten 2 verbunden ist. Die Verbindungsschicht 7 kann z. B. eine Beschichtung der Außenseiten 5 der Verstärkungsschicht 4 sein. Als Beschichtung eignet sich z. B. textiles Material wie z. B. ein Vlies. Die Kombination aus Material und Oberfläche, z. B. Noppen, sorgt für die gute Haftung zu den Tragschichten 2 und kann Scherkräfte aufnehmen.
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Die Verstärkungsschicht 4 begrenzt die Isolierkammern 6 und ist als im Wesentlichen plattenförmiger und regelmäßiger Profilkörper ausgebildet. Die Isolierkammern 6 können durch die Verstärkungsschicht 4 selbst bzw. durch den Profilkörper der Verstärkungsschicht 4 gebildet werden. Die Isolierkammern 6 erstrecken sich im Wesentlichen senkrecht zur Ausdehnung der Tragschicht 2. Die Verstärkungsschicht 4 bzw. die Isolierkammern 6 des mehrschichtigen Bauelements 1 weisen z. B. ein Wabenprofil (nicht dargestellt) z. B. mit sechseckigem Querschnitt (Honeycomb) in Form von Honigwaben, gesehen in einer Ebene parallel zur Ausdehnung der Tragschicht 2, auf. in den Figuren sieht man die Verstärkungsschicht 4 senkrecht zur Ausdehnung der Tragschicht 2, wobei die Ausdehnung der Tragschicht senkrecht zur Bildebene in den Figuren verläuft. Ein derartiges Profit wirkt sich günstig auf die Stabilität des mehrschichtigen Bauelements 1 aus. Je nach den Erfordernissen ist auch eine andere Profilform z. B. mit dreieckigem oder quadratischem Querschnitt möglich. Die Isolierkammern 6 müssen sich nicht unbedingt im Wesentlichen senkrecht zur Ausdehnung der Tragschicht 2 erstrecken, sondern können sich je nach den Erfordernissen auch in andere Richtungen erstrecken. Auch eine unterschiedliche Ausrichtung und/oder unterschiedliche Gestaltungen der Isolierkammern 6 in der Verstärkungsschicht 4 sind möglich.
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Die Verbindungsschicht 7 ist formschlüssig, auch stoffschlüssig z. B. mit Klebstoff ist denkbar, mit der Tragschicht 2 und der Verstärkungsschicht 4 verbunden. Die Verbindungsschicht 7 kann fest mit dem Profilkörper der Verstärkungsschicht 4 verbunden sein. Ein Teil des Profilkörpers der Verstärkungsschicht 4 kann eine oder auch mehrere Profilzungen (nicht dargestellt), wie z. B. Vorsprünge, aufweisen, die in die Oberfläche der Tragschicht 2 hineinragen und formschlüssig mit der Tragschicht 2 verbunden sind. Die Isolierkammern 6 bilden geschlossene, hohle Isolierräume 10, die z. B. Luft oder andere geeignete Gase enthalten. Es ist auch denkbar, dass die Isolierkammern 6 zumindest teilweise mit Isoliermaterial (nicht dargestellt) wie z. B. Schaum, Fasern, Steinwolle, Glasfasermaterial usw. gefüllt ist. Alternativ kann auch zumindest ein Teil der Isolierkammern 6 evakuiert sein. Eine einheitliche Füllung der Isolierkammern 6 ist nicht nötig. Ein Teil der Isolierkammern kann z. B. Luft oder ein anderes geeignetes Gas enthalten und ein anderer Teil mit Isoliermaterial gefüllt sein. Es ist auch denkbar die Isolierkammer 6 mit verschiedenen Isoliermaterialien zu füllen. Auch kann die Isolierkammer 6 auch nur teilweise mit Isoliermaterial gefüllt sein und zusätzlich Luft oder ein anderes geeignetes Gas enthalten. Die thermische Isolation des mehrschichtigen Bauelements 1 wird dadurch erhöht. Somit dient die Verstärkungsschicht 4 auch als Dämmschicht für Wärme bzw. Kälte und wird z. B. aus Kunststoff oder einem anderen Material mit guter thermischer Isolation und guter Stabilität hergestellt. Geeignet sind z. B. PA, PP, PVC, Polystyrol, ABS und GFK. Die Verbindungsschicht 7 kann ebenfalls aus diesen Kunststoffen bestehen und einstückig damit ausgeführt oder z. B. durch Kleben oder Schweißen damit verbunden sein. Dabei können die Verstärkungsschicht 4 und die Verbindungsschicht 7 aus unterschiedlichen Materialien hergestellt sein. Die Verstärkungsschicht 4 dient zur Erhöhung der Stabilität und gleichzeitig als Dämmschicht bzw. zur thermischen Isolation.
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Das mehrschichtige Bauelement 1, wie in 1 dargestellt, kann auch durch eine oder mehrere Verbindungseinrichtungen 8, die zwischen der Verstärkungsschicht 4 und der Tragschicht 2 vorgesehen ist bzw. sind und in Verbindung mit 3 erläutert werden, verstärkt werden. Zudem kann die Tragschicht 2 auch durch eine Bewehrung 9, wie sie ebenfalls in Verbindung mit 3 erläutert wird, verstärkt werden.
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Die Tragschicht 2 weist Beton auf oder ist vorzugsweise aus Beton hergestellt. Die Tragschicht 2 kann auch durch Fasern im Beton verstärkt werden.
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Nach den Erfordernissen können auch mehr oder weniger Tragschichten 2 verwendet werden. Auch ist die Anzahl der Isolierkammern 6 nur als beispielhaft anzusehen.
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Zudem sind die Verbindungsschichten 7 nicht unbedingt nötig und könnten auch weggelassen werden. Der Abschluss der Isolierkammern 6 könnte dann durch die Tragschicht 2 bzw. eine nicht dargestellte Klebeschicht zwischen der Verstärkungsschicht 4 und der Tragschicht 2 erfolgen.
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Im Fall, dass nur eine Tragschicht 2 vorhanden ist, könnte der Abschluss der Isolierkammern 6 auf der einen Seite durch die Tragschicht 2 bzw. eine Klebeschicht und auf der anderen Seite durch eine Verbindungsschicht 7 erfolgen. Es könnte jedoch auch auf beiden Seiten der Isolierkammern 6 Verbindungsschichten 7 vorgesehen sein.
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2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelements 1. Um Wiederholungen zu vermeiden, wird nur auf die Unterschiede zum ersten Ausführungsbeispiel, das in 1 dargestellt ist, eingegangen.
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Das in 2 dargestellte mehrschichtige Bauelement 1 weist zwei Tragschichten 2 auf, zwischen denen eine Verstärkungsschicht 4 angeordnet ist. Im Gegensatz zu dem in 1 dargestellten mehrschichtigen Bauelement 1 weist das in 2 dargestellte mehrschichtige Bauelement 1 keine Verbindungsschichten 7 auf. Die Verstärkungsschicht 4 ist ebenfalls als plattenförmiger und regelmäßiger Profilkörper ausgebildet und weist Isolierkammern 6 auf.
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Wie aus der 2 ersichtlich, dringt eine Innenseite 3 jeder Tragschicht 2 jeweils teilweise in die Isolierkammern 6 der Verstärkungsschicht 4 ein. Auf diese Weise wird die Verbindung zwischen der Verstärkungsschicht 4 und den Tragschichten 2 erhöht und gleichzeitig werden die Isolierkammern 6 geschlossen und dadurch Isolierräume 10 gebildet. Es ist allerdings auch denkbar, dass die Tragschichten 2 nicht in die Verstärkungsschicht 4 eindringen, sondern mit der Verstärkungsschicht 4 z. B. durch Verkleben verbunden sind. Dann würden die Isolierkammern 6 durch die Innenseiten 3 der Tragschichten 2 oder durch eine nicht dargestellte Klebeschicht geschlossen werden.
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Die Verbindung zwischen der Verstärkungsschicht 4 und den Tragschichten 2 kann je nach Erfordernissen durch Verbindungseinrichtungen 8, wie sie in Verbindung mit 3 erläutert werden, und/oder einer Bewehrung 9 in den Tragschichten 2, die ebenfalls in Verbindung mit 3 erläutert wird, verstärkt werden. Zur Verstärkung der Tragschichten 2 eignen sich auch Fasern im Beton.
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3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Bauelements 1. Um Wiederholungen zu vermeiden, wird nur auf die Unterschiede zum in 1 dargestellten ersten Ausführungsbeispiel und dem in 2 dargestellten zweiten Ausführungsbeispiel eingegangen.
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Das in 3 dargestellte mehrschichtige Bauelement 1 weist zwei Tragschichten 2 auf, zwischen denen eine Verstärkungsschicht 4 mit Isolierkammern 6 angeordnet ist, wobei die Isolierkammern 6 geschlossene Isolierräume 10 bilden, indem sie durch die Verbindungsschichten 7 geschlossen werden, ähnlich wie in 1.
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Wie in 3 dargestellt, kann je nach Erfordernis diese Verbindung zwischen Verstärkungsschicht 4 und Tragschichten 2 durch eine oder mehrere Verbindungseinrichtungen 8 verstärkt werden. Die Anzahl der Verbindungseinrichtungen 8 in 3 ist als nur beispielhaft anzusehen.
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Die in 3 dargestellten Verbindungseinrichtungen 8 erstrecken sich senkrecht zur Ausdehnung der Verstärkungsschicht 4 und der Tragschichten 2.
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Die Verbindungseinrichtungen 8 bestehen vorzugsweise aus Kunststoff z. B. Glasfaser und sind vorzugsweise stabförmig ausgebildet. Es sind jedoch auch andere Materialien, wie z. B. Baustahl, denkbar. Je nach den Erfordernissen können auch Verbindungseinrichtungen mit anderer Form verwendet werden.
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In 3 erstrecken sich die Verbindungseinrichtungen 8 jeweils durch eine Isolierkammer 6 der Verstärkungsschicht 4 hindurch. Es ist jedoch auch denkbar, dass sich die Verbindungseinrichtungen 8 nicht vollständig durch die Isolierkammern 6 hindurch erstrecken, sondern nur teilweise in die Isolierkammern 6 hineinragen.
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Die Verbindungseinrichtungen 8 müssen sich nicht teilweise in die Isolierkammern 6 hinein bzw. durch die Isolierkammern 6 hindurch erstrecken, sondern können sich auch in andere Teile der Verstärkungsschicht 4 teilweise hinein oder ganz hindurch erstrecken.
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Auch eine Mischform ist möglich bei der sich ein Teil der Verbindungseinrichtungen 8 vollständig durch die Isolierkammern 6 bzw. die Verstärkungsschicht 4 hindurch erstreckt und ein anderer Teil nur teilweise in die Isolierkammern 6 bzw. die Verstärkungsschicht 4 hineinragt.
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Wie ebenfalls aus 3 ersichtlich, erstrecken sich die Verbindungseinrichtungen 8 durch die Verbindungsschichten 7 hindurch und ragen in die Tragschichten 2 hinein. Die Anzahl der Verbindungseinrichtungen 8 ist als nur beispielhaft anzusehen und kann je nach den Erfordernissen schwanken.
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Die in 3 dargestellten Tragschichten 2 weisen eine Bewehrung 9 auf. Durch eine Verbindung der Bewehrung 9 der Tragschichten 2 mit den Verbindungseinrichtungen 8 kann die Stabilität erhöht werden. Die Darstellung der Bewehrung 9 in 3 ist ebenfalls als nur beispielhaft anzusehen. Je nach den Erfordernissen kann die Bewehrung 9 angepasst werden. Als Bewehrung 9 eignet sich Kunststoff. Es können jedoch auch andere Materialien, wie z. B. Baustahl verwendet werden. Es ist auch denkbar, die Tragschichten 2 durch Fasern im Beton zu verstärken.
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Die in den 1 bis 3 dargestellten mehrschichtigen Bauelemente 1 sind nur Beispiele. Je nach den Erfordernissen können die mehrschichtigen Bauelemente 1 auch Aussparungen für Fenster, Türen und/oder Leitungen aufweisen. Zudem sind auch Hebeeinrichtungen möglich, mit deren Hilfe die mehrschichtigen Bauelemente 1 leichter durch Menschen oder auch durch Maschinen wie z. B. Kräne gehoben werden können.
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Das erfindungsgemäße mehrschichtige Bauelement 1 ist vielseitig verwendbar und kann z. B. für Wandelemente, Decken oder Dachelemente verwendet werden. Je nach den Erfordernissen kann die Größe des mehrschichtigen Bauelements 1 angepasst werden. So ist es für ein mehrschichtiges Bauelement 1, das z. B. als Wandelement verwendet wird, vorteilhaft, wenn es raumhoch, dass heißt z. B. 2,5 m hoch, ausgebildet ist. Auch kann ein erfindungsgemäßes mehrschichtiges Bauelement 1 die Länge eines Zimmers, dass heißt z. B. 4 m, aufweisen. Nach den Erfordernissen können die Maße jedoch angepasst werden.
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Für die Verwendung des mehrschichtigen Bauelements 1 z. B. als Wandelement ist eine Wandstärke von ca. 15 cm denkbar. Je nach den Erfordernissen und der Statik kann die Dicke des mehrschichtigen Bauelements 1 auch variieren.
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Eine Vielzahl der erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelemente 1 kann zu einem Teil eines Gebäudes oder einem Gebäude zusammengesetzt werden. Dabei können die einzelnen mehrschichtigen Bauelemente z. B. durch Spannschlösser miteinander verbunden werden.
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In den Ausführungsbeispielen sind jeweils zwei Tragschichten 2 und eine Verstärkungsschicht 4 dargestellt. Die Anzahl der Tragschichten 2 kann den Erfordernissen angepasst werden, d. h. es können weniger oder mehr als zwei Tragschichten 2 vorhanden sein.
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Auch die in den Figuren dargestellten Verhältnisse zwischen den einzelnen Elementen sind als nur beispielhaft anzusehen und können je nach den Erfordernissen variiert werden.
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Die Herstellung des erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelements 1 ist einfach und kostengünstig.
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Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelements 1 wird zunächst eine Tragschicht 2 vorzugsweise aus Beton gegossen. Darauf wird die Verstärkungsschicht 4 aufgebracht. Bei den in den 1 und 3 dargestellten mehrschichtigen Bauelementen 1 wird die Verstärkungsschicht 4 vor dem Verbinden mit der Tragschicht 2 mit einer Verbindungsschicht 7 versehen. Die Verbindungsschicht 7 kann z. B. durch Beschichten der Verstärkungsschicht 4 z. B. mit einem Vlies erfolgen. Die Kombination aus Material und Oberfläche (z. B. Noppen) sorgt für eine gute Haftung zum Beton, um Scherkräfte aufzunehmen.
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Bei dem in der 2 dargestellten mehrschichtigen Bauelement wird die Verstärkungsschicht 4 auf den feuchten Beton aufgelegt, so dass die Verstärkungsschicht 4 teilweise in die Tragschicht 2 einsinken kann oder die Verstärkungsschicht 4 wird in den noch nicht festen Beton der Tragschicht 2 eingedrückt.
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Wenn wie in den dargestellten Ausführungsbeispielen das mehrschichtige Bauelement 1 zwei Tragschichten 2 aufweisen soll, wird bei der Herstellung des mehrschichtigen Bauelements 1 die Verstärkungsschicht 4 zunächst mit der ersten Tragschicht 2 und anschließend mit der zweiten Tragschicht 2 verbunden.
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Die Verbindung der ersten Tragschicht 2 mit der Verstärkungsschicht 4 wurde oben bereits beschrieben. Danach wird die zweite Tragschicht 2 vorzugsweise aus Beton gegossen. Der Verbund aus erster Tragschicht 2 und Verstärkungsschicht 4 wird umgedreht und auf die zweite Tragschicht 2 aufgebracht. Vor dem Aufbringen der zweiten Tragschicht 2 kann die Verstärkungsschicht 4 je nach Erfordernis und analog zu oben auch auf der der zweiten Tragschicht 2 zugewandten Außenseite 5 mit einer Verbindungsschicht 7 verbunden werden. Zusätzlich können eine Bewehrung 9 und/oder Fasern zur Verstärkung in die Tragschicht 2 eingebracht werden. Auch Verbindungseinrichtungen 8, wie sie in 3 dargestellt sind, können während des erfindungsgemäßen Verfahrens in das mehrschichtige Bauelement 1 eingebracht werden. Die Anzahl und Gestaltung der gezeigten Verbindungseinrichtungen 8 bzw. der Bewehrung 9 in 3 ist nur beispielhaft und kann je nach den Erfordernissen variiert werden.
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Falls nötig können noch weitere Schichten aufgebracht werden. Dabei kann es sich z. B. um Schichten handeln, die der Schalldämmung dienen und/oder die das Aussehen der Oberfläche der Tragschicht 2 verbessern, wie z. B. Putz oder Tapeten.
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Bei dem erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelement sind Dämmung bzw. thermische Isolierung und Bewehrung in einem Element der Verstärkungsschicht kombiniert. Die Verstärkungsschicht, die auch als Dämmelement dient, ist aus Kunststoff oder einem anderen Material mit guter thermischer Isolation hergestellt.
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Im Vergleich zu bisherigen Bauelementen sind mit dem erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelement dünnere Wandkonstruktionen möglich. Weiterhin weist das erfindungsgemäße mehrschichtige Bauelement gegenüber herkömmlichen Bauelementen ein geringeres Gewicht auf. Bisher sind Bewehrung und Dämmung zwei Arbeitsgänge. Da bei dem erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelement die Dämmung und Bewehrung in einem Element kombiniert sind, wird die Einbauzeit des Bauelements gegenüber herkömmlichen Bauelementen erheblich reduziert. Durch das geringere Gewicht des erfindungsgemäßen mehrschichtigen Bauelements ist eine leichtere Handhabung z. B. auf der Baustelle möglich. Zudem ist das erfindungsgemäße mehrschichtige Bauelement eine kälte- und wärmebrückenfreie Konstruktion, so dass es der Energieeinsparung und dem Umweltschutz dient.