DEH0012488MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 10. Mai 1952 Bekanntgemacht am 24. Mai 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Bei der Herstellung pulverförmiger Waschmittel bemüht man sich, Produkte von körniger Beschaffenheit
und geringem Schüttgewicht zu erhalten, die beim Handhaben nicht stäuben und sich
in Wasser schnell lösen. Soweit es sich dabei um Wasch- und Waschhilfsmittel mit einem Gehalt an
sauerstoffabgebenden Substanzen handelt, muß die sauerstoffabgebende . Verbindung, vorzugsweise
Natriumperborat, den übrigen Bestandteilen hinsichtlich
Körnung und Schüttgewicht angepaßt sein, da sonst leicht Entmischungen eintreten.
Es wurde nun gefunden, daß man ein körniges Perborat von geringem Schüttgewicht erhält, wenn
man einen wäßrigen Brei von feinen Perboratkristallen mechanisch in kleine Gebilde verformt,
die kleinen Gebilde in an sich bekannter Weise trocknet und die getrocknete Masse, falls erforderlich,
auf die gewünschte Korngröße bringt.
Die in. dem zu verarbeitenden wäßrigen Brei vorliegenden Perboratkristalle sollen eine mittlere
Korngröße von höchstens 0,1 mm besitzen. Der Brei kann in beliebiger Weise hergestellt werden. Verfügt
man über ein feinkristallines Perborat mit hohem Schüttgeiwicht, so genügt es, dieses mit
wenig Wasser zu einem Brei anzuteigen. Grobkristallines Perborat kann gemahlen oder in
warmem oder heißem Wasser gelöst und durch schnelles Abkühlen, gegebenenfalls unter Rühren,
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in feinkristalliner Form" abgeschieden werden. Mit besonderem Vorteil läßt sich der Kristallbrei aus
Perboratlösungen herstellen, die nach bekannten technischen Verfahren erhalten worden-sind. Setzt
.5 man beispielsweise eine mindestens io°/oige
Wasserstoffperoxydlösung"· zu einer Metaboratlösung von ausreichender Konzentration zu, so
kristallisiert ein feinkörniges Perborat aus. Die Konzentrationen von Wasserstoffperoxyd.- und
ίο Metaboratlösung sind so aufeinander einzustellen,
daß die errechnete Konzentration der erhaltenen, gegebenenfalls übersättigten Perboratlösung mindestens
io g/l an kristallisiertem Perborat beträgt. Dieses Verfahren hat insofern besondere technische
Bedeutung, als. man, die Beschaffenheit des ausgeschiedenen
Perborats durch Veränderung der Versuchsbedingungen, wie Konzentration der Metaborat-
und der Wasserstoffperoxydlösiung sowie Geschwindigkeit des Zusatzes von Wasserstoffperoxyd,
leicht beeinflussen kann. Es empfiehlt sich, die Herstellung der Perboratlösung bei etwas erhöhter
Temperatur vorzunehmen und das Ausscheiden der Perboratkristalle durch geeignete
Maßnahmen, wie Rühren und Kühlen, zu beschleunigen.
Die Perboratlösurig kann auch auf elektrolytischem
Wege hergestellt werden.
Für die Weiterverarbeitung - soll der. Wassergehalt des Kristallbreies so hoch sein, daß dieser
eine kaum mehr fließbare, leicht" zu kleinen" Klumpen zu zerbrechende, feuchte Masse darstellt.
Dies ist bei einem Wassergehalt von etwa 40 bis
45 Gewichtsprozent der Fall, der aber je nach der Größe der erhaltenen Perboratkristalle etwas
schwanken kann. Sofern der bei der Herstellung des Perborate anfallende Kristallbrei mehr Wasser
enthält, kann dieser Überschuß durch Filtrieren,, beispielsweise mit Hilfe von Nutschen, Filterpressen,
Drehfiltern, durch Verdampfen- oder auf .
andere Weise entfernt werden.
Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, das Ent-" fernen des überschüssigen Wassers aus dem Brei
durch Anwendung ' niedrigsiedender, wasserlöslicher organischer Lösungsmittel zu unterstützen.
Vor allem kommen Methylalkohol, Äthylalkohol oder Azeton in Frage.
Die feuchte Kristallmasse wird nun in kleine Klumpen, Brocken, Fäden oder Stränge zerteilt. Zu
diesem Zweck kann man die feuchte Masse z. B.
5'0: durch Lochbleche, Siebe, Strangpressen oder ähnliche
Vorrichtungen drücken.
Die erhaltenen Konglomerate werden in an sich bekannter Weise an der Luft oder in besonderen
Vorrichtungen, wie z. B. auf Bändern, Horden, in Tellertrocknern, mit Hilfe von Infrarotstrahlung
oder auf ähnliche Weise getrocknet.
Schon nach Entfernen des oberflächlich anhaftenden Wassers erhält man ein körniges Produkt, das
teilweise zu größeren. Klumpen zusammengebacken ist. Diese Klumpen lassen sich, aber leicht zu
Körnern von gewünschter Größe zerdrücken. Eine weitere "Verringerung des Schüttgewichtes wird
erreicht, wenn man nicht nur das oberflächlich, anhaftende Wasser, sondern auch das Kristallwasser ■
durch Trocknen entfernt.
Ein Zusatz von Stabilisatoren, wie z. B. kolloidalem Magnesiumsilikat, Natriumstannat, Metazinnsäure,
Kieselsäuregel, sowie Substanzen, die mit Schwentnetallen Komplexe bilden, zum Perborat
ist empfehlenswert.
Es ist zwar bekannt, Perborate mit geringen Schüttgewichten herzustellen, jedoch befaßt sich
die Erfindung nicht mit der Herstellung leichter Perborate schlechthin, sondern mit der Herstellung
leichter Perborate, die eine körnige Beschaffenheit besitzen. Diese Problemstellung ist aber aus dem
Stand der Technik nicht zu entnehmen. So hat man vorgeschlagen, Natriumperborate mit ge-,ringem
Schüttgewicht dadurch : herzustellen, daß man einer- konzentrierten wäßrigen Lösung von
Borax und Wasserstoffperoxyd Natronlauge zusetzt, das abgeschiedene Perborat von der Mutterlauge
trennt und trocknet. Die erfindungsgemäße Arbeitsweise, bei der man zunächst kleine feuchte
Gebilde aus zusammengebackenen Perboratkristallen herstellt, war aus dem bekannten Verfahren
darum nicht zu entnehmen, weil man bei diesem ein Zusammenwachsen der Kristalle nach
Möglichkeit verhindern soll. '
Es ist weiterhin bekannt, Borax mit Natriumperoxyd umzusetzen und dann Wasserstoffperoxyd
in. den .Prozeß einzuführen. Die erhaltenen Perboratkristalle
"sollen von der Lauge durch Zentrifugieren abgetrennt und dann getrocknet werden.
Beim Abzentrifugieren der Lauge aus einem
Kristallbrei wird aber im allgemeinen eine SO' weitgehende Trennung von Lauge und Kristallmasse
erzielt, daß die Kristallmasse nicht mehr im genügenden Maße die Fähigkeit besitzt, sich zu
kleinen Gebilden gewünschter Korngröße zerkleinern zu lassen; sie zerfällt dabei größtenteils
in ein noch.· feuchtes Kristallpulver. So ist es zu erklären, daß das erhaltene trockene Perborat als
frei fließende, nicht hygroskopische Kristallmasse bezeichnet wird.
Schließlich hat man schon vorgeschlagen, kristallisierten Perboraten durch Behandeln mit organischen
Lösungsmitteln, die mit Wasser mischbar sind, das Kristalhvasser zu entziehen. Beim erfindungsgemäßen
Verfahren wird in dieser Maßnähme nur insofern eine Erfindung gesehen, als
man sie auf die körnigen, in beschriebener Weise hergestellten Perborate anwendet. "
660 cm3 einer 40%igen Natriummetaboratlösung
werden bei Zimmertemperatur nach Zusatz von 1 g durch Fällung hergestellten, kolloidalen Magnesiumsilikates,
das als i5°/oige wäßrige Suspension vorliegt,
mit 324 ecm 2o%igern Wasserstoffperoxyd versetzt. Das Perborat fällt unter Wärmeentwicklung aus. Der Kristallbrei wird auf + 12 bis +40C
gekühlt. Von diesem Kristallbrei wird die Mutterlauge abgesaugt. Nach Waschen mit wenig Wasser
wird der Brei durch ein Sieb DIN 4,5 gedrückt
und ausgebreitet an der Luft getrocknet. In
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trockenem Zustand wird das Salz durch Sieb 4,5
homogenisiert. Das Salz hatte ein Schüttgewicht von 430 g/l und folgende Siebanalyse:
> DIN 6 70%
> DIN 10 18 »/ο
< DIN ίο 12»/ο
Die feuchte, nach Beispiel 1 erhaltene Perboratmasse
wird auf der Nutsche mit Methylalkohol gewaschen, durch ein Sieb DIN 4,5 gedrückt und
ausgebreitet an der Luft getrocknet. Das trockene Salz wird homogenisiert, indem man es durch ein
Sieb DIN 4,5 drückt Man erhält ein Salz mit einem Schüttgewicht von 290 g/l und folgender
Siebanalyse:
> DIN 6 41 %
> DIN 10 27 «/ο
< DIN 10 32%
200 g des nach Beispiel i erhaltenen trockenen Natriumperborats wurden bis zur Entfernung des
Hydratwassers getrocknet. Das Schüttgewicht sank von 430 auf 350 g/l. Der Verlust an aktivem Sauerstoff
betrug 2,IVo.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung eines körnigen Perborats mit geringem Schüttgewicht, dadurch
gekennzeichnet, daß man einen wäßrigen Brei von feinen. Perboratkristallen mechanisch in
kleine Gebilde verformt, die kleinen Gebilde in an sich bekannter Weise trocknet und die getrocknete
Masse auf die gewünschte Korngröße bringt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man einen Brei feiner Perboratkristalle verwendet, der in bekannter Weise durch Zusatz eines mindestens io°/oigen
Wasserstoffsuperoxyds zu einer mindestens 35°/oigen Metaboratlösung hergestellt worden
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Kristallbrei verwendet,
der leichtsiedende, wasserlösliche organische Lösungsmittel enthält.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß man beim Trocknen auch das Kristallwasser entfernt.
Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 711 425, 528873, 522, 337 058, 299 410, 286 545.
Deutsche Patentschriften Nr. 711 425, 528873, 522, 337 058, 299 410, 286 545.
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