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Außenbordschiffsantrieb Die Erfindung bezieht sich auf einen Außenbordantrieb
für Schiffe, bei dem der Propeller am unteren Ende eines Gehäuses gelagert ist,
das im Betrieb abwärts gerichtet und zum Steuern des Schiffes um eine senkrechte
Achse schwenkbar ist, aber zum Ausheben des Propellers aus dem Wasser um eine waagerechte
Achse aufwärts geschwenkt werden kann.
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Man hat bei einem derartigen Antrieb bereits das Schwenken des Propellergehäuses
um die waagerechte Achse zum Ausheben des Propellers auf hydraulischem Wege bewirkt,
während das Schwenken um die senkrechte Achse zum Zwecke der Steuerung auf rein
mechanischem Wege, z. B. mittels eines Schneckenbetriebes erfolgte. Gemäß der Erfindung
ist für das Schwenken um die waagerechte Achse zum Zwecke des Aushebens des Propellers
und für das Schwenken um die senkrechte Achse zum Zwecke der Steuerung ein gemeinsames
Druckflüssigkeitsgetriebe vorgesehen. Vorzugsweise werden dazu zwei Kolbengetriebe
verwendet, deren Kolbenstangen auf das Propellergehäuse derart einwirken, daß sie
es bei gleichsinniger Bewegung um die waagerechte Achse zum Zwecke des Aushebens
oder Eintauchens des Propellers und bei gegensinniger Bewegung um die senkrechte
Achse zum Zwecke der Steuerung schwenken. Zu diesem Zwecke liegen die Angriffspunkte
der beiden Kolbenstangen zu, beiden Seiten der senkrechten Schwenkachse und über
oder unter
der waagerechten Schwenkachse. Bei über de waagerechten
Achse liegenden Angriffspunkten er folgt das Aufwärtsschwenken des Propellergehäuse
mit dem Propeller durch Rückzugsbewegung der beiden Kolben, im anderen Falle durch
deren Vor wärtsbewegung.
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In Verbindung mit den beiden Kolbengetrieber ist eine Druckflüssigkeitssteuerung
vorgesehen, mittels deren die beiden Kolben sinngemäß beaufschlagt werden.
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Die Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dar.
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Fig. I ist eine Seitenansicht dieses Beispiels, Fig. 2 eine Draufsicht,
Fig. 3 eine Rückansicht; Fig. 4 ist eine Ansicht eines das Propellergehäuse tragenden
Kreuzstückes; Fig.5 und 6 sind schematische Darstellungen eines Ausführungsbeispiels
der Druckflüssigkeitssteuerung für das Hebe- und Steuergetriebe mit Schnitten nach
den Linien 5-5 und 6-6 der Fig. 7; Fig.7 ist ein senkrechter Schnitt durch das Steuerventil
nach der Linie 7-7 der Fig. 5 ; Fig. 8 ein Schnitt nach der Linie 8-8 der Fig. 5.
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Gemäß Fig. I @is 4 besteht die auf dem Deck I des Schiffskörpers montierte
Außenbordantriebsvorrichtung aus einer Kraftmaschine 5, die in einem von einer Grundplatte
2 getragenen Gehäuse 4 untergebracht ist, und aus einem senkrecht nach unten gerichteten
Propellergehäuse3, das an seinem unteren Ende eine waagerechte Propellerwelle II
mit dem Propeller 25 trägt. Der Antrieb der Propellerwelle II erfolgt von der Kraftmaschine
5 aus durch die Kraftwelle 6 mit Kreuzgelenken 28, 29 über ein Kegelräderpaar 7,
8, eine im Propellergehäuse 3 senkrecht abwärts gehende Welle g und ein Kegelräderpaar
Io. Das Propellergehäuse 3 ist mittels eines nach vorn ragenden Auslegers 16 mit
einem oberen Arm 18 und einem unteren Arm I9, die in einer gemeinsamen senkrechten
Achse liegende Bohrungen aufweisen, auf oberen und unteren Zapfen 14, 15 eines Kreuzstückes
12 gelagert, das in der Nähe seines unteren Endes gleichachsige Drehzapfen
13 für das Schwenken um eine waagerechte Achse aufweist, mit denen es in
entsprechenden Lagern der Grundplatte 2 ruht. Das Propellergehäuse 3 kann also einerseits
um die senkrechte Achse der Zapfen 14, 15 des Kreuzstückes 12 zum Zwecke der Steuerung
geschwenkt werden, während andererseits durch Schwenken des Kreuzstückes 12 um die
waagerechte Achse der Zapfen 13 das Propellergehäuse um diese Achse zwecks Aushebens
des Propellers aus dem Wasser geschwenkt wird. Zum Schwenken um beide Achsen dient
ein' hydraulisches Kolbengetriebe mit zwei Druckflüssigkeitszylindern 34 35, die
durch Gelenke 53 mit der Grundplatte I verbunden sind, während die Kolbenstangen
37 in Gelenken 52 an seitlich ausladenden Armen 50, 5I des nach vorn ragenden, auf
den Zapfen 14, 15 des Kreuzstückes 12 gelagerten Auslegers 16 des Propellergehäuses
3 angreifen. Die beiden Gelenke 53 liegen symmetrisch zur senkrechten Schwenkachse
und oberhalb der durch die Zapfen 13 gehenden waagerechten Schwenkachse.
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Werden die Kolbenstangen durch Einführen von Druckflüssigkeit in die
vorderen Zylinderenden zurückgezogen, so erfolgt ein Schwenken des Propellergehäuses
um die Zapfen 13 im Gegensinne des Uhrzeigers, so daß das Propellergehäuse mit dem
Propeller in die in Fig. I gestrichelt angedeutete Lage geschwenkt wird. Wird die
Druckflüssigkeit aus den vorderen Zylinderenden abgelassen, so fällt das Propellergehäuse
mit dem Propeller in der Regel schon durch sein Eigengewicht in die senkrechte Stellung
zurück, doch kann man diese Bewegung durch Einführen von Druckflüssigkeit in die
hinteren Zylinderteile fördern. Beaufschlagt man den Zylinder 34 am vorderen Ende
und den Zylinder 35 am hinteren Ende mit Druckflüssigkeit, so erfolgt ein Ausschwenken
um die durch die Zapfen Iq., 15 gehende senkrechte Achse im Sinne des Uhrzeigers;
führt man dagegen Druckflüssigkeit in das vordere Ende des Zylinders 35 und in das
hintere Ende des Zylinders 34 ein, so erfolgt ein Schwenken um die senkrechte Achse
im Gegensinne des Uhrzeigers.
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Eine für das Steuern des Flüssigkeitsgetriebes geeignete Ventilsteuerung
ist in Fig. 5 bis 8 dargestellt. Diese Figuren zeigen ein Ventil 69, das aus einem
Gehäuse 70 und einem Küken 71 besteht. Das Gehäuse 7o besitzt zwei Öffnungen
72, 73, von denen die eine, 72, durch ein Rohr 74 mit dem linken Ende des Getriebezylinders
34 und die andere, 73, durch ein Rohr 75 mit dem linken Ende des Getriebezylinders
35 verbunden ist. Von zwei weiteren Gehäuseöffnungen 76, 77 steht die eine, 76,
durch ein Rohr 78 mit dem rechten Ende des Getriebezylinders 34 und die andere,
77, durch ein Rohr 79 mit dem rechten Ende des Getriebezylinders 35 in Verbindung.
Die Rohre 74, 75, 78 und 79 sind in Fig. 5 in vollen Linien und in Fig.6 gestrichelt
dargestellt.
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Das Ventilgehäuse weist ferner eine Einlaßöffnung 9o auf, an die ein
Zulaufrohr 9I angeschlossen ist, und eine Auslaßöffnung 92, an die sich eine Ablaufleitung
93 anschließt. Das Ventilküken 7I enthält zwei Kanäle 94, 95, von denen 94, wenn
sich das Küken in der Stellung gemäß Fig. 5 befindet, eine Verbindung zwischen der
Einlaßöffnunggo und den Öffnungen 76, 77 herstellt, während der Kanal 95 die Öffnungen
72 und 73 mit der Auslaßöffnung 92 verbindet. Bei dieser Stellung wird die Druckflüssigkeit
aus dem Zulaufrohr 9i in die rechten Enden. beider Getriebezylinder 34 35 geleitet,
und gleichzeitig sind die linken Enden beider Zylinder durch die Rohre 74, 75 und
den Kükenkanal 95 mit der Ablauföffnung 92 verbunden, so daß die Kolben beider
Zylinder gleichzeitig nach links geschoben werden, wodurch der Propeller aus dem
Wasser herausgehoben wird.
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Durch Drehen des Kükens 71 um go° im Sinne des Uhrzeigers gelangen
seine Öffnungen 94, 9,e in die in Fig. 5 gestrichelt dargestellte Lage, bei der
Druckflüssigkeit von der Einlaßöffnung 9o durch 94, 74 75 in die linken
Enden beider Getriebezylinder einströmt und die rechten Zylinderenden
durch
78, 79, 95 mit der Auslaßöffnung g2 verbunden sind, so daß der Propeller in das
Wasser heruntergelassen wird.
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Zum gleichzeitigen Bewegen der beiden Flüssigkeitsgetriebe in entgegengesetzten
Richtungen ist das Ventilgehäuse mit zwei anderen Paaren von Öffnungen 8o, 81 und
84, 85 (Fig. 6) versehen, die unterhalb der Öffnungen 72, 73 und 76, 77 angeordnet
sind. Die Öffnung 8o ist durch ein Rohr 82 mit dem linken Ende des Zylinders 34
und die Öffnung 8 i durch ein Rohr 83 mit dem rechten Ende des Zylinders 35 verbunden.
Die Öffnung 85 steht durch ein Rohr 86 mit dem linken Ende des Zylinders 35 und
die Öffnung 84 durch ein Rohr 87 mit dem rechten Ende des Zylinders 34 in Verbindung.
Die Rohre 82; 83, 86, 87 sind in Fig. 6 in vollen Linien und in Fig. 5 gestrichelt
dargestellt.
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Das Ventilküken 71 kann nicht nur gedreht, sondern auch axial
verschoben werden. Befindet es sich in der in Fig. 7 in vollen Linien gezeichneten
Stellung, so stehen seine Kanäle 94, 95 in Verbindung mit den Rohren 74, 75 und
78, 79, und die Öffnungen 8o, 81, 84 und 85 sind durch das untere Ende Ioo des Kükens
abgeschlossen. Dabei ergibt sich durch Drehen des Kükens eine Bewegung der Kolben.
der beiden Flüssigkeitsgetriebe gleichzeitig in derselben Richtung. Wird jedoch
das Küken 71 im Gehäuse 7o abwärts in die gestrichelt angedeutete Stellung gemäß
Fig. 7 bewegt, so gelangen seine Kanäle 94, 95 in Verbindung mit den Öffnungen 81,
82 und 84, 85, während die Öffnungen 72, 73, 76, 77 durch den oberen Teil IoI des
Kükens 71 abgeschlossen werden. Das Zulaufrohr 9i ist mit einer Abzweigung 96 versehen,
die zu einer unmittelbar unter der Einlaßöffnung 9o liegenden Hilfseinlaßöffnung
97 führt, und das Ablaufrohr 93 ist ebenfalls mit einer Abzweigung 98 versehen,
die zu einer unmittelbar unter der Auslaßöffnung 92 angeordneten Hilf sauslaßöffnung
9g führt. Befindet sich das Ventilküken 71 in seiner gehobenen Stellung, so sind
die Hilfsöffnungen 97, g8 durch das untere Ende Ioo des Kükens geschlossen, und
der Zulauf von Druckflüssigkeit zu den Getriebezylindern und ihr Ablauf aus ihnen
erfolgt durch die Einlaß- und Auslaßöfnungen 9o und g2, während, wenn das Küken
sich in der in Fig. 7 und 8 gestrichelt angedeuteten Tiefstellung befindet, die
Einaß- und Auslaßöffnungen 9o, g2 durch das obere Ende des Kükens abgeschlossen
sind und die Kanäle 94, 9'5 sich in solcher Stellung befinden, daß sie sowohl mit
den Hilfsöffnungen 97 und 98 als auch mit den Öffnungen 8o, 81, 84 und 85 verbunden
sind.
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Infolgedessen wirkt das Ventilküken in seiner gehobenen Stellung so,
daß die Getriebekolben gleichzeitig in derselben Richtung bewegt werden, während
es in seiner Tiefstellung im Sinne eines gleichzeitigen Bewegens der Getriebekolben
in entgegengesetzten Richtungen wirkt.
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Es können auch irgendwelche anderen Steuermechanismen für diesen Zweck
Anwendung finden.