-
Außenbordpropellerantrieb mit einem Innenbordmotor Die Erfindung betrifft
einen Außenbordpropellerantrieb mit einem Innenbordmotor, einem etwa senkrechten
Außenbordantriebsteil mit dem Propeller, einer gelenkigen Antriebsverbindung zwischen
der Abtriebswelle des Motors und der im Außenbordantriebsteil verlaufenden Welle
und einer zwischen beiden gelegenen Aufhängevorrichtung hinter der Heckwand des
Bootes, bestehend aus einem Gelenkkopf und einer um eine waagerechte, in Querschiffsrichtung
verlaufende Achse desselben schwenkbaren Gelenkgabel, in der um eine durch den Gelenkkopf
gehende, annähernd lotrechte Achse der Außenbordantriebsteil zur Steuerung des Bootes
schwenkbar ist.
-
Bei einem (aus der USA.- Patentschrift 2 752 875)
bekannten
Außenbordpropeller dieser Bauart ist innerhalb der durch den Gelenkkopf und die
Gelenkgabel gebildeten Aufhängevorrichtung zwischen der Abtriebswelle des Motors
und dem Außenbordantriebsteil verlaufenden annähernd senkrechten Welle ein Winkelgetriebe
angeordnet, unter Zwischenschaltung eines koaxial zu der waagerechten Schwenkachse
angeordneten Kegelrades. Dieses Winkelgetriebe gestattet ohne Lösen der Antriebsverbindung
sowohl ein Hochschwenken des Außenbordantriebsteiles als auch eine Verdrehung desselben
um die annähernd lotrechte Achse. Wenn jedoch der Außenbordantriebsteil um zwei
Achsen schwenkbar sein soll, so ergeben sich erhebliche Probleme bei der Abdichtung
des erwähnten Winkelgetriebes. Es ist praktisch unmöglich, ein öl- und wasserdichtes
Getriebegehäuse zu schaffen, welches diese Bewegung um zwei Achsen gestattet. Aus
diesem Grund kann nicht nur das für die Schmierung des Winkelgetriebes unbedingt
erforderliche öl aus dem Getriebegehäuse austreten, sondern es kann umgekehrt
auch Seewasser in das Getriebegehäuse eindringen und sowohl die Lager als auch die
Zahnräder beschädigen. Besondere Schwierigkeiten eines solchen Winkelgetriebes,
bei dem der Antriebsschaft um die Achse der lotrechten Welle schwenkbar sein muß,
ergeben jedoch bei der Steuerung des Bootes. Das erhebliche, durch das Winkelgetriebe
übertragene Drehmoment wirkt sich nämlich auch in einem Drehmoment auf den Antriebsschaft
aus. Dieses Drehmoment wirkt bei einer Steuerbewegung nach der einen Seite dem Steuerrnoment
entgegen, und bei der Steuerung nach der anderen Seite unterstützt es dieses. Aus
diesem Grund müssen besondere Vorkehrungen getroffen werden, so daß das vom Winkelgetriebe
erzeugte Drehmoment am Steuerrad des Bootes nicht mehr spürbar ist. Dies ist jedoch
praktisch nur dadurch möglich, daß man eine kraftbetätigte Servosteuerung einbaut,
welche jedoch teuer in der Herstellung sowie störanfällig ist und einer besonderen
Wartung bedarf. Außer diesem nachteiligen Drehmoment um die lotrechte Achse ist
auch ein weiteres nachteiliges Drehmoment um die waagerechte Schwenkachse vorhanden.
Dieses Drehmoment kann unter Umständen ein ungewolltes Hochschwenken des Außenbordantriebsteiles
bewirken.
-
Es ist auch (aus der deutschen Patentschrift 948 854) ein Außenbordpropellerantrieb
bekannt, bei dem der Außenbordantriebsteil gegenüber dem Gelenkkopf und der lotrechten
Achse nach hinten versetzt angeordnet ist. Bei diesem bekannten Außenbordpropellerantrieb
ist jedoch der Antriebsmotor auf dem Bootsdeck befestigt, und der Gelenkkopf ist
nicht hinter der Heckwand, sondern ebenfalls auf dem Deck befestigt. Dieser Konstruktion
haften je-
doch ebenfalls erhebliche Mängel an. Durch den schweren Antriebsmotor
wird das Bootsdeck erheblich belastet, und durch den hochliegenden Motor kommt auch
der Schwerpunkt des Bootes höher zu liegen, wodurch die Kippsicherheit des Bootes
verringert wird. Abgesehen hiervon ist das Bootsdeck nicht der geeignete Platz zur
Unterbringung eines Motors, denn an dieser Stelle ergeben sich erhöhte Schwierigkeiten
bezüglich der Abdichtung des Motors, und außerdem verleiht dieser auf dem Bootsdeck
angeordnete Motor gerade einem Sportboot ein sehr unschönes Aussehen. Außerdem muß
der Außenbordantriebsteil ungewöhnlich lang ausgebildet sein, so daß einerseits
eine kräftige Ausführung des Außenbordantriebsteiles erforderlich ist und
andererseits
die Motorauffiängung, insbesondere die Befestigung des Gelenkkopfes am Deck, erheblich
beansprucht werden. Eine tiefer liegende Anordnung des Motors unterhalb des Bootsdeckes
läßt jedoch diese Konstruktion nicht zu. Diese und andere bekannte Außenbordpropellerantriebe
weisen ferner in ihrem oberen Teil ein Winkelgetriebe auf.
-
Zweck der vorliegenden Erfindung ist es, einen Außenbordpropellerantrieb
mit einem Innenbordmotor der eingangs erwähnten Bauart zu schaffen, der eine einfache
und sichere Abdichtung der gelenkigen Antriebswelle zwischen der Abtriebswelle des
Motors und der im Außenbordantriebsteil verlaufenden Welle gestattet, bei dem ferner
die Steuerung nicht durch Antriebsdrehmomente beeinflußt ist und der außerdem eine
Anordnung des Motors im Bootsinneren ermöglicht. Dies wird erfindungsgemäß dadurch
erreicht, daß der Außenbordantriebsteil in an sich bekannter Weise gegenüber dem
Gelenkkopf und der lotrechten Achse nach hinten versetzt ist und in seinem oberen
Teil in an sich ebenfalls bekannter Weise ein Winkelgetriebe aufweist, dessen in
Betriebsstellung waagerechte Welle mit der Abtriebswelle über ein Doppelkardangelenk
verbunden ist, wobei dessen Mittelpunkt etwa im Schnittpunkt beider Schwenkachsen
liegt. Diese Anordnung hat den Vorteil, daß die Steuer- und Schwenkbewegungen des
Außenbordantriebsteiles in keiner Weise durch die Antriebsdrehmomente des Motors
beeinflußt werden. Es sind infolgedessen keine zusätzlichen Servoeinrichtungen für
die Steuerung erforderlich. Weiterhin kann das Doppelkardangelenk auch in verhältnismäßig
einfacher Weise sowohl öl- als auch wasserdicht abgedichtet werden. Es ist
infolgedessen stets gut geschmiert und nicht äußeren Einflüssen ausgesetzt. Ein
weiterer Vorteil besteht auch darin, daß man gegebenenfalls die annähernd lotrechte
Schwenkachse etwas nach hinten neigen kann, da dies nach Ansicht verschiedener Bootsbauer
dem Boot bessere Steuerungseigenschaften verleiht. Durch Anordnung des Doppelkardangelenks
im Schnittpunkt beider Schwenkachsen wird die geringstmögliehe Winkelbewegung des
Doppelkardangelenks und damit auch eine geringe Abnutzung sowie hohe Lebensdauer
sichergestellt.
-
Weitere sich aus den Unteransprüchen ergebende Einzelheiten der Erfindung
sind an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles im folgenden
näher erläutert. Es zeigt F i g. 1 einen Längsschnitt durch den neuen Außenbordpropellerantrieb,
Fig. 2 eine Seitenansicht in teilweise hochgeschwenkter Stellung, F i
g. 3 einen Querschnitt nach der Linie 3-3 der F i g. 1,
F i
g. 4 einen Längsschnitt durch das Winkelgetriebe.
-
In der Zeichnung ist mit 11 die Schwungscheibe eines Innenbordmotors
bezeichnet, der eine Abtriebswelle 24 aufweist. An dem Motorgehäuse ist eine zylindrische
Büchse 13 angeflanscht, welche den zylindrischen Ansatz 15 des hinter
der Heckwand 9
des Bootes angeordneten Gelenkkopfes 16 aufnimmt. Dieser
Gelenkkopf 16 bildet einen Teil der Aufhängevorrichtung für den Außenbordantriebsteil
51,
deren zweiter wesentlicher Bestandteil die Gelenkgabel 52 ist.
Diese Gelenkgabel 52 weist, wie aus F i g. 3 erkennbar ist, zwei Arme
53 auf, welche um eine waagerechte, in Querschiffsrichtung verlaufende Achse
29 in dem Gelenkkopf 16 gelagert sind. Die Gelenkgabel 52 trägt
ferner einen annähernd lotrechten Lagerzapfen 56, an welchem zur Steuerung
des Bootes der Außenbordantriebsteil 51 mittels der Arme 60 und
61 über die Lager 57 und 58 drehbar gelagert ist. Auf diese
Weise ist der Außenbordantriebsteil 51, wie es die Erfindung vorschlägt,
gegenüber dem Gelenkkopf 16 und der lotrechten Achse 56 nach hinten
versetzt angeordnet. Dieser Außenbordantriebsteil 51 weist ferner in seinem
oberen Teil 22 ein in F i g. 4 näher dargestelltes Winkelgetriebe
66, 67, 68 auf, dessen in Betriebsstellung waagerechte Welle 25 mit
der Abtriebswelle 24 des Motors über ein Doppelkardangelenk27,28,30,33, 34 verbunden
ist. Hierbei ist der Mittelpunkt des Doppelkardangelenkes etwa im Schnittpunkt beider
Schwenkachsen 29,56 angeordnet, wie sich insbesondere aus F i g. 1.
ergibt.
-
Zum mechanischen Schutz dieses Doppelkardangelenkes kann der Gelenkopf
16, wie es aus F i g. 1
erkennbar ist, im wesentlichen halbkugelförmig
ausgebildet sein. An dem oberen Teil 22 des Außenbordantriebsteiles 51 ist
ein zweites halbkugelförmiges Teil 20 mittels eines Flansches 21 befestigt. Hierdurch
wird ein etwa kugelförmiges Gehäuse gebildet, welches einerseits ein Hochschwenken
des Außenbordantriebsteiles und andererseits auch ein Verschwenken um eine lotrechte
Achse zu Steuerungszwecken ermöglicht.
-
Wie weiterhin aus F i g. 1 erkennbar ist, kann das Doppelkardangelenk
in einfacher Weise nach außen abgekapselt werden, so daß einerseits ein Austreten
von öl und andererseits ein Eindringen von Wasser, Staub u. dgl. vermieden
wird. Zu diesem Zweck ist ein elastischer Faltenbalg 35 vorgesehen, der einerseits
über einen Flansch 37 mit dem Gelenkkopf verbunden ist und andererseits einen
zylindrischen Ansatz 36 des Teiles 20 übergreift.
-
In F i g. 4 sind noch einige Einzelheiten des im oberen Teil
22 des Außenbordantriebsteiles 51 angeordneten Winkelgetriebes gezeigt. Dieses
Winkelgetriebe gestattet nicht nur eine Kraftübertragung von der waagerechten Welle
25 auf die senkrechte Welle 64, die ihrerseits über ein im unteren Ende des
Außenbordantriebsteiles 51 vorgesehenes weiteres Winkelgetriebe den Propeller
65 treibt, sondern es gestattet auch die Umkehr der Drehrichtung des Propellers.
Zu diesem Zweck kämmt das auf der waagerechten Welle 25 angeordnete Kegelrad
66 mit den beiden im Gehäuse 22 gelagerten Kegelrädern 67,68.
-
Diese Kegelräder sind über eine mit Klauen versehene Schaltmuffe
70 wahlweise mit der senkrechten Welle 64 kuppelbar. Auf diese Weise kann
der Propeller in der einen oder anderen Richtung angetrieben werden, und außerdem
ist auch eine Leerlaufstellung möglich, wenn sich nämlich die Schaltmuffe in ihrer
in F i g. 4 dargestellten Mittellage be-
findet.