-
Bauwerk, Raumeinfassung, Überbrückung od. dgl. Bekannte Bauweisen
teils ähnlicher Art haben verschiedene Nachteile, weil ihre Anwendung auf wenige
oder einzelne bestimmte Werkstoffe und eine Ausführungsart beschränkt sind. Auch
zur Herstellung der verschiedenen Bauteile sind besondere Vorrichtungen erforderlich.
-
Die vorliegende Bauweise ermöglicht dagegen Verwendung aller Bauwerkstoffe
und ist für alle Zwecke anwendbar, z. B. für Gebäude, Gebäudeteile, Raumeinfassungen,
Sammelbecken, Behälter, Maschinenteile, Apparate, Formen, Vorrichtungen, Geräte,
Werkzeuge, Waggon- und sonstige Fahrzeugteile, Bauskelette, Brücken, Schiffbauten,
Masten, Decken, Fußböden, Dächer, Einbauschränke, Bade-, Wohnungs- und Werkstatteinrichtungen,
Türen und sonstige Bauteile einschließlich Leitungsanlagen. Nach derselben Bauweise
werden mit denselben Mitteln auch die Wandfüllteile fabrik- und werkstattmäßig oder
auf der Baustelle und im Bauskelett hergestellt. Alle Bauteile sind bei späterer
Demontage für gleiche oder ähnliche Zwecke wiederverwendbar. Gegebenenfalls lassen
sich die Bauwerke im ganzen oder in Teilen fortbewegen und anliefern, rasch zusammenbauen,
jederzeiterweitern, vergrößern, verfeinern und verstärken. Mit wenigen Ausnahmen
sind alle Einzelteile durch an- und ungelernte Arbeitskräfte herstellbar; auch die
Montagearbeiten. Alle Bauteile werden derart vereinheitlicht, daß die vorteilhaftesten
Bauwerksformen bestimmungsgemäß erreichbar sind. Zu diesem Zweck sind erfindungsgemäß
die Größen z. B. i, 1o, 15, 20, 3o, 6o, 120, 240, 48o, 96o und die Winkelgrade 1',
9', 18'3o', 26'°3o', 34°, 40°, 45° bestimmt, die auf die Bauwerkteile derart zu
übertragen sind, daß die auf diese Weise erreichten Größen und Formen der Bauteile
jedes Bauwerk aus Fertigteilen
zusammenzusetzen ermöglichen, ohne
geteilt zu werden, und daß auch die im Bauwerkskelett ausgefüllten Räuxne bei späterer
Demontage wiederverwendbare Bauteile ergeben sowie daß die für diese Zwecke angegebenen
- Mittel vielseitige Verwendung ermöglichen, wodurch Material-, Zeit-, Kosten- und
Arbeitskraftersparnisse zu erreichen sind.
-
Im Ausführungsbeispiel der Zeichnung wird die Erfindung veranschaulicht,
und zwar zeigt Abb. i eine Stirnansicht eines Profilstabes der an deri Seiten verschieden
tiefe Eingriffaussparungen od. dgl. aufweist, Abb. 2 eine ähnliche Ansicht mit Querschnitten
verschiedener Wandfüllteile und Befestigurigsmitteln; dazu eine Variante in der
Abb. 3, Abb. 4, 5, 6 und 7 Stirnansichten dünnwandiger Profilstäbe; Abb. 8, 9 und
io zeigen Stirnansichten und Querschnitte hohlgeformter Profilstäbe, die für Leitungseinlagen
geeignet sind; Abb. i i bis 2o zeigen Ausführungsbeispiele für den Zusammenbau der
einzelnen Teile.
-
Zur Herstellung von Bauwerken und deren Bestandteilen gemäß der Erfindung
sind verschiedene Profilstäbe a und b vorgesehen, die je nach. Bedarf und
Zweck sowie den verfügbaren Werkstoffen in verschiedenen Formen gestaltet werden
können. Dieselben werden derart gefertigt und zusammengesetzt, daß die vorgesehenen
Wandfüllteile c form-und maßgerecht darin halten und ohne weitere Bearbeitung passen.
Bei der fabrik- und werkstattmäßigen Herstellung der Wandfüllteile wird auf gleiche
Weise verfahren. Die so zusammengesetzten Rahmen werden auf Platten gelegt und ergeben
Formen, in welche Füllstoffe zu füllen und zu ebenen sind, wobei mit Leisten od.
dgl. der Füllstoff in Höhe der Stäbe alb abgestreift wird. Nach Erhärtung der Füllmasse
wird nötigenfalls ein Trokkenrost od. dgl. aufgelegt, dann die ganze Form gewendet,
die glatte Unterplatte seitlich gedrückt und abgenommen, hierauf die Form teilweise
zerlegt sowie das Formprodukt dem Trockenprozeß ausgesetzt. Zur Verwendung kommen
je nach Bedarf Stäbe bekannter und neuer Art, massive und hohlgeformte, z. B. Vierkäntstäbe,
Rundstäbe, Rohre, Winkel - evtl. kreuzförmig geschweißte -, sowie H- und T-Formen.
-
Da die bekannten Stabformen nicht allen Anforderungen entsprechen,
sind neue Formen erforderlich. Die Kreuzprofile gemäß Abb. 1, 2 und 3 haben den
Vorteil vielseitiger Anwendung; sie lassen sich z. B. zwischen vier kreuzförmig
wirkenden Radwalzen in jeder Form und Größe sowie auch auf andere Weise herstellen.
Aus Blechen können die der Abb. 4 bis io und 13 gefertigt werden. Hohlräumige Profile
ermöglichen Leitungseinlagen und Verstärkung durch Zementfüllung sowie sonstige
Einbauten.
-
Die Wandfüllteile halten durch ihre Seiten an der Stabform, andere
werden mittels Schraubend gehalten; Drahtgeflechte e halten in Bohrungen oder Einschnitten
f (Abb. 8). Dieselben Geflechte lassen sich mit Massen überziehen oder in die Formen
einlegen, besonders für dünnwandige Teile. Zwecks ähnlicher Stabilisierung sind
andere Einlagen, z. B. Stäbe, Faserstoffe, Holzwolle, Ziegelsplitt und andere Füllmittel,
verwendbar. Diese und andere Wandfüllteile z. B. aus Holz, Blech und gemischten
Stoffen werden einfach zusammengesetzt, erforderlichenfalls mit Mörtel od. dgl.
luftdicht gemacht, in Gummi gelegt, eingekittet und auf andere Weise festgemacht.
Die Ausführungsformen der Stäbe a gemäß der Abb. i bis 4, 7 bis io und 13 ermöglichen
vier Wandverbindungen, Abb. 5 ist mit glatter Vorderseite für drei -Wände, Abb.
6 ist für Ecken und zwei Wände, die der Abb. 8 und 9 sind universal verwendbar;
Abb. io ebenfalls - auch solche in kantiger Ausführung -, sind mit teilweise oder
ganz aufgerollten Seiten besonders für Doppelwände geeignet, die in jeder Wandstärke
und mit beliebigem Wandabstand herstellbar und gegebenenfalls mit den Flachseiten
einander zugekehrt sind. Die Form nach Abb. 13 (d13) ermöglicht ebenfalls die Verbindung
von Doppelwandteilen und ist besonders für Decken und Dächer vorteilhaft.
-
Die Ausführungsbeispiele mit Hohlräumen dienen zur Aufnahme von Leitungen,
z. B. Lichtleitungen x. Die Quereinschnitte f (Abb. 8) ermöglichen rasches Einziehen
von Geflechten ei und bequemes Leitungseinlegen. Geschlossene Rohre erhalten zum
Einziehen der Leitungen Öffnungen, die mittels Deckel y abgedeckt werden können.
-
Den Zusammenbau der Bauskelette und Bauformen zeigen die Abb. i i
bis 2o. Im ersten Beispiel verbindet eine Schraube d2' den Teil a mit Teil
b (Teil b in U-Form), und ein Gewindestift d4 ermöglicht Verlängerungen
bzw. Aufstockung, während die Teile bi und b2 den Rahmen nach oben abschließen.
Im Beispiel Abb. 12 wird das Teil b über den Stutzen g durch Stifte h mit
dem Teil a verbunden, am oberen Ende ist dagegen ein Stutzen i mit Ansatz zur Aufstockung
und Decken- bzw. Querverbindung angebracht. Hierbei können Leitungen jeder Art ein-
und durchgeführt werden, und die Stifte h, hl lassen sich leicht bei einer
Demontage lösen. In Abb. 13 verbindet ein U-förmiges Teil j die Teile c13
und b4 durch Stifte h. Die Wandfüllteile c5 werden hier einfach gegen die
Hörner bzw. Rinnen von außen eingelegt oder bei Decken aufgelegt (evtl. in Mörtel
od. dgl.). Die zusammengedrückte Form a14 gibt den Einlagen c6 oder Wandplatten
festen Halt, und die mit federnden Seiten evtl. versehenen Platten 1 halten ohne
jede weitere Befestigung und verhindern das Eindrücken der Wandplatten. Auf diese
Weise kann ein schalldämpfender Hohlraum zwischen den Wandschalen geschaffen werden.
Der Zusammenbau fertiger Teile kann sehr rasch erfolgen und das Bauwerk rasch gebrauchsfertig
gemacht werden. Beispiel Abb. 14 zeigt Vierkantrohre, die in ähnlicher Weise, wie
in den Abb. 11, 12 dargestellt, miteinander verbunden werden können.
-
WeitereAusstattung und derZusammenbau sind im Beispiel Abb.15 zu ersehen,
wobei die Schutzplatte i (Abb. 13) gleichzeitig als Form für die Wandfüllteile
ausgebildet
ist, die gegebenenfalls mit Einlagen n und Drahtverbindungen e° versehen und mit
Zement od. dgl. ausgefüllt sein können. Die umgebogenen Seiten p der Schutzplatte
entsprechen der Profilstabform, und bei nachträglicher Anordnung solcher Bauplatten
dient die Drahtverbindung zum Verbinden mit dem Bauwerk. An Stelle der Schutzplatte
kann auch ein anderes Schutzmittel oder ein Veredelungsüberzug angebracht werden.
Im Teil c9 sind Längseinlagen El mit e3 verflochten, welche auf andere Weise wie
zag mit e4 in die Fertigungsform einzulegen sind, damit sie in der Mitte der Form
festliegen; auch bei Bauskeletten (vgl. Abb. 2o n'), welche zweckmäßig eine Zickzackversteifung
erhalten oder auf andere Art, z. B. durch Reisig, Fasern, Draht und Ziegelsplitt
od. dgl., versteift werden, kann die Festigkeit der Teile erhöht werden. Je nach
Größe der Platten c werden diese von oben eingeschoben oder wie in der Zeichnung
(Abb. 15) dargestellt durch Drehung des Profils als ausgerichtet, hierauf wird letzteres
mittels des Teils m (vgl. Abb. 18) blockiert und dann die Schraube d2 (Abb. ii)
festgezogen. Bei Skeletten werden einseitig Platten ans Skelett gedrückt, dann der
Mörtel gegen die Einlagen geworfen oder maschinell gegen diese geschleudert, wodurch
die Wände schnell die gewünschte Oberflächenausbildung erhalten können. Die auf
Lager herzustellenden Wandfüllteile lassen sich gleichfalls in ähnlicher Weise herstellen.
Man kann auch auf beiden Seiten abnehmbare oder am 1-lauwerk verbleibende Platten
an die Profile anlegen und von oben die auf diese Weise geschaffene Form füllen.
Hierzu wird bei geringem Profilquerschnitt am Profil eine Leiste od. dgl. s2 angebracht,
die der Platte als Auflage dient, was auch durchführbar ist, wenn eine fertige Verkleidung
c19 angewendet wird.
-
Die Stellung der Profile wie in der Abb. 16 bedingt genutete Füllteile
c11. Diese Lage ergibt eine entsprechend dickere Wand und weitere Ausführungsmöglichkeiten;
so z. B. können die Teile c12 und c13 miteinander verschraubt, vernagelt und durch
Leisten verbunden werden, wobei die Teile c12 und c13 auch durch Leisten oder Einlagen
und Geflechte ersetzt werden können. Bei Betonfüllungen od. dgl. lassen sich beiderseitig
Platten p1, p2 an Distanzteilen q befestigen, welche vor oder nach der Betonerstarrung
entfernt werden oder auch im Bauwerk verbleiben können. Die konischen Teile q sind
leicht entfern- und wiederverwendbar. Außerdem läßt sich jederzeit - auch bei bewohnten
bzw. benutzten Bauwerken - eine iNlauer o1 mit oder ohne Zwischenraum vor der Wand
errichten, so daß die Wand verstärkt oder auch nach der Vollendung der Mauer beseitigt
werden kann.
-
Nach der Abb. 17 ist die Stabform der Abb. 5 als Pfosten und diejenige
der Abb. 13 als Eckpfeiler verwendbar, wobei sich außenseitig bequem Leitungen,
Verstärkungen u. dgl. im Pfeiler einbauen lassen, die ev t1. geschützt und zugänglich
ausgebildet werden können.
-
Die Teiles, s1-3 (Abb. i9) dienen verschiedenen Zwecken, z. B. als
Dachüberstandstütze, Dachrinnenträger, Deckenauflage der Wandverbindung usw., und
sind zweckentsprechend auszubilden.
-
In der Abb. 2o ist auf einer auf Eckpfeilern od. dgl. r aufgelagerten
Schwelle b19 eine Hausgiebelwand mit einem Skelett veranschaulicht. Die Fenster
und Türen bzw. Türfutter werden auf ähnliche Weise wie die Wandteile nach der Erfindung
gefertigt und zusammengesetzt. Die Füllteile c können z. B. auch wie c17-19 mit
Schrägflächen versehen und wie c17 von oben eingeführt werden. Die beiden Winkel
zu beiden Seiten der Füllteile betragen beim Teil c17 mit der Höhe 2o und izo Länge
(A-B) 18'3o', bei den Teilen c1$ und c21 mit gleichem Verhältnis 26'3o', bei Teil
c19 und gleichem Verhältnis 34°. Diese Winkelgrade sind stets dieselben bei dem
Verhältnis zwischen Höhe und Länge i :6, auch wenn andere Grundmaße festgelegt
werden. Letztere stimmen jeweils mit der Profillänge überein oder sie gehen in derselben
auf, andernfalls verbleiben Lücken, und der Zusammenbau und -halt sind nicht vollkommen.
Bei der Verwendung von gekrümmten Profilen müssen die Wandfüllungen c eine entsprechende
Form erhalten. Die Teile a, b, c
werden nach Bedarf aus einem einzigen oder
aus einem zusammengesetzten Werkstoff hergestellt. Häuser u. dgl. können nachträglich
unterkellert und Wohnungen in kurzer Zeit bewohnbar errichtet werden, die jedermann
jederzeit nach seinen Verhältnissen erweitern und verbessern kann. Auch der jederzeit
mögliche Abbruch, die Mitnahme und Wiederverwendung sind wesentliche Vorteile dieser
Bauart. Eingebaute Leitungen werden beim Zusammenbau der Teile miteinander verbunden.
Der Größe und der Anordnung der Bauweise sind keine Grenzen gesetzt. Die Profilstäbe
a/b können aus Holz, Zement und anderen Stoffen hergestellt werden.