DE92921C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C13—SUGAR INDUSTRY
- C13B—PRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
- C13B35/00—Extraction of sucrose from molasses
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei der Entzuckerung unreiner zuckerhaltiger Lösungen mittelst Bleioxyds reagirt nicht nur
der Zucker, sondern auch der Nichtzucker mit dem Bleioxyd. Diese Reaction verläuft in der
Hauptsache unter Bildung von basischen Bleisalzen und freiem Alkali und nimmt für
gewöhnliche Rübenzuckermelasse mindestens 20 pCt. an wirksamem Bleioxyd auf Melasse
in Anspruch.
Wie ich nunmehr gefunden habe, kann man die Umsetzung zwischen Bleioxyd und salzartigem
Nichtzucker fast völlig verhindern, wenn man von vornherein die Alkalität der zu entzuckernden Lösung so hoch oder höher
bringt, als sie durch die Reaction mit Bleioxyd werden würde. Diese Verdrängungswirkung
lä'fst sich durch alkalische Mittel aller Art (Alkalihydrate, Ammoniak, alkalische Erden
oder Alkalicarbonate) erzielen. Das alkalische Mittel kann zuvor der Melasse oder dem Bleioxyd
zugesetzt oder letzterem z. B. in der Form von Kalk für eine gröfsere Anzahl Operationen
einmal einverleibt werden, wenn nur bei der Saccharatbildung eine stärkere Alkalität,
als sie das Bleioxyd besitzt, zur Wirkung kommt. Am stärksten wirken entsprechend
ihrem höheren Basicitätscoefficienten Kali- und Natronhydrat. Kalihydrat ist aber auch deshalb
besonders geeignet, weil es die Verwerthbarkeit der Schlempelauge zur Pottaschegewinnung
nicht vermindert und aus der Schlempekohle dabei ohne besondere Kosten als Mehrausbeute
zurückerhalten wird.
Da die Basicität des Kalihydrates gegenüber dem Bleioxyd sehr grofs ist, genügen verhältnifsmäfsig
geringe Mengen davon, um die Nebenreaction fast völlig zu unterdrücken, dementsprechend wird dann das angewendete
Bleioxyd sehr vollständig zur Saccharatbildung ausgenutzt und ein gröfserer Ueberschufs davon
unnöthig gemacht.
Die gröfsere Reinheit des so erhaltenen Bleisaccharates
hat den zusätzlichen Vortheil, dafs die Regeneration erleichtert und ein reineres
Bleioxyd wieder erhalten wird. Die stärkere Alkalität der Zuckerlösung beschleunigt aufserdem
auch an sich die Saccharatbildung. Wie Versuche mit reinen Zuckerlösungen gezeigt
haben, wird auch hier bei Zusatz geringer Mengen Alkali (5 bis 20 ecm Normal-Kalioder
Natronlauge auf 100 g Zucker) der Zucker bei nicht zu hoher Temperatur schneller und
vollständiger aufgenommen als ohne Alkalizusatz. Diese Wirkung ist auf die erhöhte Löslichkeit
des zunächst gebildeten Bleitrisaccharats und die dadurch erleichterte Bildung desselben und
Umsetzung zu Bisaccharat zurückzuführen. Während aber das reine Bleisaccharat durch
den Alkalizusatz in so feiner Vertheilung ausgeschieden wird, dafs der schleimige Niederschlag
kaum filtrirbar ist, tritt bei unreineren Abläufen dieser störende Uebelstand nicht auf.
Concentrirte Zückerlösungen werden, wie schon früher gefunden wurde, bei gewöhnlicher wie
bei höherer Temperatur auch ohne Alkalizusatz schnell entzückert, wenn der Ueber-
schufs an wirksamem Bleioxyd · ausreichend grofs ist. Bei verdünnteren Lösungen wird
dies erst durch Alkalizusatz ermöglicht. Unter diesen Umständen ist aus den oben angeführten
Gründen die Verzögerung der Bindung durch das Wasser, selbst bei Anwendung von 5 und
mehr Theilen davon auf Melasse, nicht mehr erheblich.
Ich wende bei gewöhnlichen Rübenzuckermelassen ■ ι bis 2 pGt. Kalihydrat (K O H) auf
• Melasse und 75 pCt.. der Melasse an richtig gebranntem gelbem Bleioxyd an. Dabei wird
ohne jedes Erwärmen innerhalb 2 Stunden der Zucker so vollständig gebunden, dafs die Lauge
Linksdrehung zeigt.
Bei Anwendung von 80 pCt. Bleioxyd (Pb O) tritt dies schon in etwa 1 Stunde ein, bei go pCt.
in weniger als Y2 Stunde, bei 100 pCt. in
weniger als 5 Minuten. Selbst mit 70 pCt. Bleioxyd ist diese Wirkung noch zu erzielen,
wenn man die verrührte Masse 10 bis 15 Stunden
bei gewöhnlicher Temperatur stehen läfst; die zur Bildung von Bleisaccharat theoretisch erforderliche
Menge ist */3 des Zuckers, also bei 50 pCt. Zucker in der Melasse 66 2/3 pCt.
Enthält das verwendete Bleioxyd erhebliche Mengen an der rothen Modification, so ist ein
entsprechend gröfserer Oxydüberschufs an Bleioxyd oder eine längere Zeitdauer zur Vollendung
der Reaction erforderlich.
600 kg weiches schwefelgelbes Bleioxyd werden auf einem Kollergang mit 200 1 Wasser
in 10 bis 15 Minuten gleichmäfsig vermählen,
dann 800 kg Melasse, 200 bis 300 1 Wasser und 10 bis 15 1 technische Kalilauge von etwa
50 pCt. Gehalt zugesetzt und 10 bis 15 Minuten
durchgerührt, bis sich die Masse zu verdicken beginnt. Alsdann wird dieselbe, so lange sie
noch fliefst, in Vorrathsgefäfse abgelassen und hier 1 1J2 bis 2 Stunden belassen. Die zunächst
hart, dann wieder ziemlich weich gewordene Masse wird durch Anrühren mit Wasser oder
Laugenwasser, Filtriren bei etwa 40 bis 500 C.
und Auswaschen mit Wasser von steigender Temperatur weiter verarbeitet.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Bei der Entzuckerung zuckerhaltiger Lösungen mittels Bleioxyds die Zugabe von Alkalien.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE92921C true DE92921C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT92921D Active DE92921C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE92921C (de) |
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