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Verfahren zum Kolorieren von Lichtbildern und, ihren photomechanischen
Reproduktionen Das den Erfindungsgegenstand bildende Verfahren betrifft die Herstellung
von Lichtbildern, bei denen die Tonabstufungen von reinstem Weiß über die bekannten
Halbtöne bis zum tiefsten Schwarz durch Riffelung der sonst glatten Bildträgeroberfläche
derart ersetzt werden, daß Rillen oder Poren bzw. andere zweckdienliche Rauheiten
der Bildträgeroberfläche den Tönungen des Lichtbildes genauest entsprechend vom
Schwarz über Halbtöne abnehmen, um endlich beimWeiß,wo die ursprünglich glatte Oberflächenform
des Auskopier-, Entwicklungs- oder sonstigen Papiers aufscheint, ganz zu verschwinden.
Das so erhaltene Reliefbild, auf geeignetem Träger, kann als Klischeedruckplatte
verwendet werden, die sich durch ihre Billigkeit auszeichnet, und zur Herstellung
von Bildern nach dem bekannten Tiefdruckverfahren dienen. Ganz besonders wird aber
das Bildrelief, dessen Her-Stellung neu ist, als Unter- und Vorlage verwendet werden,
die nach Wunsch einer Tönung unterzogen wird oder aber auch je nach Geschmack und
manuellen Fähigkeiten zu einem Pseudoölgemälde oder Pseudofarbzeichnung ausgearbeitet
werden kann, wobei die Tönungen und Schatten des Originals in ihrer ursprünglichen
Form sehr gut zum Ausdruck kommen, da die angelagerte Menge der Farbpartikeln, seien
es Ölfarben oder weiche Wachsfarbstifte, von der Oberflächenbeschaffenheit des Bildträgers
abhängt, und dort die größte Agglomeration und Adhäsion von Molekülen stattfinden
wird, wo eben die Riffelung oder die Porosität am stärksten ist, und wird progressiv
mit der Grautönung der Halbtöne bis zum Weiß abnehmen, da dort die glatte weiße
Oberfläche bzw. die Gelatineschicht durchscheint. So kann man z. B. dieOberfläche
des Lichtbildes mit einerDecksehicht
aus gebrannter Siena versehen,
deren Porosität den Tönungen des zur Ausarbeitung bestimmten Bildes genauest entspricht;
diese Schicht wird sodann mit Öl-, Terpentin- oder sonstig geeigneten Farben behandelt.
Die Farbabsorption ist proportional der Porosität des Deckmaterials und bei Weiß
wegen der unbedeckten Gelatineschicht gleich Null. Hierdurch wird erreicht, daß
nicht eintönige Farben vorhanden sind, sondern auch alle Halbtöne und Schatten zum
Ausdruck kommen, weshalb die erwähnten Pseudogemälde von jedermann hergestellt werden
können, sobald man nur über einige manuelle Fertigkeiten und ein Minimum an Farbensinn
verfügt.
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Diese poröse Deckschicht der Lichtbildoberfläche kann aus Glaspulver
oder ähnlichen Materialien bestehen, die mit Gelatine in- derartigen Mengen gemischt
sind, daß wohl eine gute Adhäsion erreicht, aber keinesfalls die Porosität der aufgetragenen
Pulver irgendwie behindert oder vermindert wird. Wenn nun diese Schicht der zur
Erreichung eines Gelatinereliefs notwendigen und bekannten Behandlung unterzogen
wird, dann bleibt das mit der Gelatine gemischte und vermengte poröse Pulver in
solchen Mengen an der Oberfläche des Trägers haften, wie sie den Schwarzweißhalbtönen
des Lichtbildes entsprechen, worauf beim Kolorieren die Farbe in einer mit der aufgetragenen
Deckmenge und ihrer Porosität im Einklang stehenden Weise absorbiert wird.
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Statt des nach vorherigen Angaben vorbereiteten Trägers kann auch
ein Zelluloidblatt oder ähnlicher Gegenstand verwendet werden, der eine irgendwie
aufgerauhte Oberfläche. hat oder auf dessen Oberfläche -ein Reliefraster angebracht
ist; die Rastervertiefungen und Aufrauhungen verschwinden unter einer entsprechenden
Gelatineschicht derart, daß die Oberfläche des Blattes vollkommen glatt ist. Wenn
nun diese Gelatineschicht einem der bekannten Verfahren zur Erzeugung eines Gelatinereliefs
unterzogen wird, dann wird die rauhe Oberflächenschicht dort freigelegt, wo die
Gelatinedeckschicht sich aufgelöst hat; beim Kolorieren des Lichtbildes wird an
den gelatinelosen Stellen die Ölfarbe aufgesaugt werden, was an den von Gelatine
bedeckten Stellen natürlich nicht der Fäll ist.
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Die im folgenden angegebenen Ausführungsbeispiele können als besonders
vorteilhaft bezeichnet werden.
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Man nimmt ein auf Bromsilberpapier gut ausgearbeitetes Lichtbild,
das befeuchtet und flach auf ein glattes Glas gelegt wird. Eine schon vorher zubereitete
dickflüssige Mischung von Wasser, Bimsstein und Gelatine, in der der Bimsstein feinst
zerrieben sein muß, wird in einer wenige zehntel Millimeter dicken Schicht auf die
Oberfläche des Bildes in gleicher Stärke aufgetragen. Das Verhältnis Bimssteinpulver
zu Gelatine ist dabei so gewählt, daß ein Maximum an Porosität erreicht wird, und
es kante einem Teil Gelatine eine Menge von ro Teilen Bimssteinpulver entsprechen;
diese Mischung Gelatine zu Bimsstei:npulver r : ro wird mit lauwarmem Wasser angerührt,
bis man eine dickflüssige, aber gut verteilbare Masse erhält, die die Bildoberfläche
in der obenerwähnten Stärke zudeckt. Sobald nun die Deckschicht trocken ist, führt
man das ganze Lichtbild in eine wäßrige Lösung von Kaliumbichromat, Ferricyankalium
und Kaliumbromid ein. Die obenerwähnten Bestandteile der wäßrigen Mischung können
zu gleichen Teilen zur Anwendung kommen, wobei die verwendete Wassermenge davon
abhängt, ob man einen mehr oder weniger intensiven Verlauf des nachfolgend zu beschreibenden
Vorganges wünscht. Die besten Resultate wurden mit Lösungen erzielt, bei denen auf
jeden Teil der genannten chemischen Produkte roo Teile Wasser kamen.
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Sobald nun das Silber des Bildes verschwunden ist, wird so lange ausgewaschen,
bis das Wasser vollkommen klar abläuft; sodann- wird das Bild in ein heißes Bad
eingeführt; die Hitze des Wassers löst hierbei die Gelatine-Bimssteinpulver-Mischung,
Glaspulvermischung oder ähnliche an allen jenen Punkten der Bildoberfläche, wo kein
Silber vorhanden ist, d. h. an den weißen Stellen des Bildes. Nach abermaligem Trocknen
erhält man ein Blatt, auf dessen Oberfläche ein Lichtbild in Form einer porösen
Deckschicht vorhanden ist, deren Stärke den Farbtönen nach vorherigen Angaben entspricht,
d. h. von Schwarz zu den hellen Halbtönen proportional abnimmt, um endlich bei Weiß
ganz zu verschwinden.
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Will man, daß das Bild nur farbig erscheint, dann fixiert man das
Lichtbild vor dem Kolorieren mit Fixiernatron oder einem anderen geeigneten Fixiersalz.
Soll aber auch das ursprüngliche Bild erscheinen und mit der Kolorierung ein harmonisches
Ganzes bilden, dann wird entwickelt, oder man kann auch etwas schwarze Farbe der
vorher erwähnten Mischung aus Bimssteinpulver, Gelatine und warmem Wasser beimengen.
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Die Ausmalung des Bildes wird mit Öl- oder Fettfarben vorgenommen;
mit Watte wird der Farbüberschuß von den weißen Stellen abgewischt, die sauber bleiben
müssen. ZurKolorierung können auch Wasserfarben verwendet werden; in diesem Falle
muß aber die Kopie unlöslich gemacht werden, und außerdem müssen Farben zur Anwendung
kommen, die eine unlöslich gemachte Gelatineschicht auf keinen Fall färben. Die
Kolorierung kann auch mit Ölfarben aus Tuben oder mit weichen Wachsfarbstiften durchgeführt
werden. In diesem Falle wird die Farbe nicht aufgesaugt, sie durchdringt nicht die
poröse. Masse, sondern wird nur durch die Rauheiten der Bildoberfläche zurückgehalten;
bei einem derartigen Verfahren ist es möglich, daß in den dunklen Schattenstellen
eine Anhäufung von Farben stattfindet, die störend wirkt; dieser Nachteil und Fehler
kann vermieden und ausgeschaltet werden, wenn man das Lichtbild zweckdienlich rastert,
was dadurch geschieht, daß bei der Belichtung oder dem Kopieren auf die Papiere
zwischen Negativ- und Positivobjekt eine Rasterfolie eingeschoben wird. Für jeden
einzelnen Fall muß ein besonderer Raster ausprobiert werden,
der
dem angewandten Papier entspricht und die besten Erfolge bzw. die klarsten Bilder
zeitigt. Je größer die Härte des lichtempfindlichen Papiers ist, desto größer ist
auch der Effekt des Rasters. Der Gebrauch von hartem lichtempfindlichem Papier hat
nicht zur Folge, daß auch die Kopien hart sind; erfahrungsgemäß kann man mit äußerst
hartem Papier weiche und an Halbtönen .reiche Kopien erhalten, wenn der zwischengelegte
Raster die notwendigen Kontraste aufweist und reich an Tönen ist, also nicht nur
aus schwarzen Strichen besteht, sondern wenn auch diese Striche graduell vom Schwarz
bis zur Transparenz abgetönt sind und dabei eine Skala von Halbtönen durchlaufen.
Ist einmal das Lichtbild koloriert, so kann es gleich lackiert werden, um den notwendigen
Glanz zu erhalten.
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Was die Zusammenstellung der porösen Deckschicht anbelangt, so muß
gesagt werden, daß die vorher gemachten Angaben nur als Ausführungsbeispiele gelten
sollen, denn es gibt viele andere Mischungen, die mit schönen Erfolgen verwendet
wurden. Bei den verschiedenen Versuchen verwendete man z. B. Glaspulver, zerriebenen
Bimsstein, feinsten gebrannten Gips, den toten gebrannten Gips, Kartoffelstärkemehl,
andere feine Stärkepulver usw., kurz alle chemisch inerten Pulver können zur Anwendung
kommen. Doch müssen immer die besonderen Eigenschaften des angewandten Materials
berücksichtigt werden, denn sonst erfüllt die aufgelegte Deckschicht ihren Zweck
nicht; wenn z.B. geriebenes Kartoffelstärkemehl zur Anwendung kommt oder andere
pulverisierte Stärkearten, dann müssen unbedingt während des Verfahrens höhere Temperaturen
vermieden werden; was aber kein Hindernis ist, denn Stärkemischungen entwickeln
sich nur in lauwarmen Temperaturen. Das Pulver aus zerriebenem Bimsstein wird vorteilhaft
angewandt; es ist billig und praktisch, obwohl eine ganz leichte, nicht störende
Gelbfärbung eintritt. Einige Schwierigkeiten- bereitet das Gipsmehl, denn es ist
- im Fixierbad etwas löslich. In allen Fällen, in denen nicht Kartoffelstärke- oder
anderes Stärkemehl zur Anwendung kommt, muß das Pulver bestens gesiebt werden, um
nur die feinsten Teile als Deckmasse zu verwenden.
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Was die zur Anwendung kommende Gelatinemenge anbelangt, so sei bemerkt,
daß diese möglichst gering sein soll, wenn Ölfarben, wie überhaupt Farblösungen
zur Kolorierung verwendet werden; bis zu Proportionen von ro Gewichtsteilen inertem
Pulver auf je r Gewichtsteil Gelatine waren noch gut poröse Deckschichten erhältlich.
Bei höheren Verhältniszahlen war die Entwicklung mit heißem Wasser schwer, und der
Widerstand, die Festigkeit und die Adhäsion der Deckschicht ließ sehr viel zu wünschen
übrig; sie war wenig zufriedenstellend.
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Werden Tubenölfarben oder weiche Wachsfarbstifte zum Kolorieren verwendet,
und ist das Lichtbild gerastert, dann braucht die Deckschicht nicht porös zu sein,
muß aber über bedeutend mehr Resistenz verfügen, zu welchem Zweck die beizumischende
Gelatinemenge erhöht wird; z. B. erzielte man gute Erfolge mit Mengenverhältnissen,
bei denen ein Drittel oder ein Viertel mehr Gelatine zur Anwendung kam als geriebenes
Pulver oder Stärkemehl. Immer wenn die Kolorierung mit in öl angeriebenen Farben
oder mit Wachsfarbstiften durchgeführt werden soll, muß die zur Anwendung kommende
Gelatinemenge erhöht werden; verwendet man jedoch gelöste Farben, dann kann und
muß die Gelatinemenge vermindert werden, um so die notwendige Porosität der Deckschicht
zu garantieren. Diese Farbe dringt und saugt sich in die Deckschicht in ihrer vollen
Konzentration ein, wodurch nach früheren Angaben die gewünschten Halbtöne zu erhalten
sind.
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Das beschriebene Verfahren kann dahin abgeändert werden, daß die erwähnte
Pulver-Gelatine-Mischung auf ein aus Papier oder Zelluloid ausgearbeitetes Blatt
aufgetragen wird; dieses Blatt macht man nachher mittels Kaliumbichromat lichtempfindlich,
und es wird unter einem Negativ Schicht gegen Schicht auf der Vorder- oder auf der
Rückseite, wenn notwendig unter Zwischenlage eines Rasters, je nach dem vorliegenden
Falle belichtet und entwickelt. Alle weiteren Verfahrensschritte sind den bereits
früher angeführten gleich.
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Obiges Verfahren kann auch dahin abgeändert werden, daß die Deckschicht
nicht mit Kaliumbichromat lichtempfindlich gemacht wird, sondern daß man eine lichtempfindliche
Emulsion von Chlor-, Brom- und Jodsilber in Gelatine aufträgt. Sobald die Deckschicht
trocken ist, belichtet man und entwickelt entweder mit einem gerbenden oder einem
gewöhnlichen Entwickler; nachher behandelt man das Blatt mit Wasserstoffsuperoxyd,
und man erhält sodann Gegentypen, d. h. von einem Positiv ein Positiv und von einem
Negativ ein Negativ.
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Endlich kann man die rauhe und poröse Oberfläche des Bildes auch dadurch
erhalten, daß man die feinstzerriebenen inerten Pulver und die Gelatine nicht nach
den oben angeführten Angaben gemeinsam als Mischung, sondern nur Gelatine allein
anwendet, und die rauhe Oberfläche eines Zelluloidblattes oder mit Baryt behandelten
Papiers dadurch erzielt, daß auf die Trägeroberfläche, d. h. auf die Oberfläche
des Zelluloid- oder Papierblattes ein Raster oder ein sonstiges Kornmuster aufgedruckt
wird; auf diese aufgerauhte Oberfläche wird eine mit Gelatine angesetzte lichtempfindliche
Emulsion aufgetragen, die alle Poren und Unebenheiten ausfüllt und auf diese Weise
eine vollkommen glatte Oberfläche schafft. Sobald das Zelluloid- oder Papierblatt
die beschriebene Gestalt und Eigenschaften hat sowie nach den gemachten Angaben
zweckdienlich behandelt ist, wird es Schicht gegen Schicht unter das Negativ gelegt
und durch dieses hindurch belichtet, sodann entwickelt und fixiert. Es folgt eine
Behandlung mit Wasserstoffsuperoxyd, das wunschgemäß bestimmte Rauheiten der Oberfläche
des Positivs frei macht, da die Gelatineschicht je nach dem Tongrad des Lichtbildes
aufgelöst wird. Es entspricht daher die Stärke der
verbleibenden
porösen Schicht genauest der Schwarzweißfärbung und den Halbtönen des Lichtbildes,
was sich beim nachfolgenden Kolorieren vorteilhaft auswirkt, denn die in den Poren
eingedrungene Farbmenge entspricht der Bildtönung aufs genaueste. Das die Schicht
tragende Blatt kann schwarz oder weiß sein. Wenn es schwarz ist, dann muß eine bestimmte
Menge weißer Farbe in der Gelatinemasse feinstens verteilt sein, wobei die in der
Emulsion enthaltene Farbmenge so berechnet werden muß, daß die Gelatineschicht auf
keinen Fall porös wird, sondern geschlossen und vollkommen glatt bleibt, und daß
daher anhaftende Ölfarben leicht abgewischt werden können. Das weiße Pulver, wie
z. B. Bariumsulfat, muß in :genau berechneten Mengen angewendet werden, daß einerseits
keine Porosität eintritt, -daß aber andererseits die weißen Bildteile zum Ausdruck
kommen, ohne daß dabei der schwarze Grund des Trägers durchschimmert. Es ist daher
vorteilhafter, statt schwarzer Träger solche grauer Farbe zu wählen, da man dann
mit weniger weißer Deckfarbe auskommt und daher keine Gefahr besteht, daß die Emulsion
porös wird. Im Anschluß wird der ,graue Träger mit Wasserstoffsuperoxyd behandelt,
und es verschwindet das Silberbild; es bleibt nur ein Bild, das von der grauen Farbe
des Trägers und dem Weiß der Emulsion ;gebildet wird und dann nach Wunsch koloriert
werden kann.
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Die obenerwähnten Verfahren zur Kolorierung von Lichtbildern erlauben
auch eine Reproduktion des farbigen Bildes, in manchen Fällen, die noch näher besprochen
werden, selbst eine Reproduktion, wenn schon nicht in Serie, so doch wenigstens
in mehreren Exemplaren. Zu diesem Zweck wird die Oberfläche eines mit Baryt behandelten
Papiers dadurch aufgerauht, daß man eine Schicht feinsten Glaspulvers aufträgt oder
ein Raster in irgendwelcher geeigneten Form einpreßt. Auf diese nun feinstens, aufgerauhte
Trägeroberfläche gibt man eine Schicht lichtempfindlicher Emulsion aus Gelatine
und Bromsilber -in solchen Mengen, daß die genannten Rauheiten verschwinden und
eine vollkommene glatte Oberfläche entsteht, die in einer geeigneten Maschine dann
lackiert werden kann. In einem solchen Falle ist es sehr zweckdienlich, daß die
Emulsion leicht gelb gefärbt wird, um die Drucktiefen den Mattierungen des Klischees
anzupassen. Die Emulsion muß natürlich genügend kräftig sein, um die Wirkungen der
gelben Farbe einzudämmen, die ja. bekanntermaßen die Abstufungen stark vermindert.
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Das derart vorbereitete Papier wird sodann Schicht gegen Schicht unter
dem Klischee belichtet und hernach wie bekannt entwickelt und fixiert. Sodann setzt
man das Lichtbild dem Einfluß von Wasserstoffsuperoxyd aus, und man erhält ein Gelatinerelief
auf der aufgerauhten Trägerfläche. Es wird nun lackiert, und das Resultat ist ein
Gelatinerelief auf einem Träger aus Papier.
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Um das Bild auf Papier zu übertragen, wird die ganze Oberfläche mit
Tiefdruckfarbe bedeckt; sobald die Farbe in alle Vertiefungen eingedrungen ist,
wird der Farbüberschuß in der üblichen Weise mittels einer Rakel entfernt. Nach
dem Durchlaufen der Rakel wird das Relief bzw. das Gelatinetiefdruckpapier folgende
Einzelheiten aufweisen: Die weißen Teile, die sieh am stärksten hervorheben und
deren Erhabenheiten aus lackierter Gelatine bestehen, werden vollkommen gereinigt
und von jeder Farbspur befreit; die schwarzen Bildflächen saugen am meisten Farbe
auf, da ja in den durch die Behandlung mit Wasserstoffsuperoxyd entstandenen Vertiefungen
die rauhe Deckschicht zutage getreten ist und bloßgelegt bleibt; die Halbtöne des
Lic'htbil'des kommen dadurch genauestens zum Ausdruck, daß hier in der bereits beschriebenen
Vorbehandlung die entsprechenden Flächenteile weder vollkommen glänzend und lackiert
sind noch auch das Wasserstoffsuperoxyd od. dgl. die Gelatineschicht vollkommen
.durchätzte und die rauhe Deckschichtbloßlegte, sondernVertiefungenschaffte, die
den Halbtönen und Graukontrasten entsprechen und nur so viel Farbe rückhalten oder
aufsaugen, daß eine genaue originalgetreue Farbgebung stattfindet. Die Vervielfältigung
bzw. der Abdruck wird nach einem der vielen bekannten Verfahren durchgeführt.
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Das nach diesem Verfahren erhaltene Bild ;gleicht jenen, die man im
Kupfertiefdruck erhält; man kann dieser Ähnlichkeit auch noch dadurch nachhelfen,
daß man beim Belichten zwischen Negativ und Positiv ein geeignetes Komplement, z.
B. ein Rastermodelt, einschiebt, wie solche im Tiefdruckverfahren zur Anwendung
kommen. Der Raster kann auch mit einer besonderen Belichtung kopiert werden.
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Erfindungsgegenstand ist auch eine neue Bestimmungsart der Halbtöne
zur Ausführung des Verfahrens in allen graugetönten Abstufungen vom Weißen bis hinein
ins Schwarze und ihre künstlerische und zweckdienliche Abtönung. Es handelt sich
hierbei um nachfolgend näher beschriebene Neuerung: Man legt der lichtempfindlichen
Schicht (Emulsion), die auf der aufgerauhten Trägerfläche aufgetragen ist, ein äußerst
fein zerriebenes Glaspulver oder aus ähnlichem inertem Material auf; besser gesagt,
man trägt auf der lichtempflndlidhen Schicht eine neue Schicht auf, die aus feinstem
Glaspulver od. dgl. besteht; auf diese kommt nun eine dritte Schicht, die sehr dünn
ist, aus. einer lichtempfindlichen Masse, die eine glänzende spiegelglatte 'Oberfläche
gibt. Auf Grund dieser dreifachen Schicht löst sich bei. den schwachen Halbtönen,
grauen Tönen, nur die oberste, die glänzende, während die anderen zwei Schichten
intakt bleiben; es kommt daher an den Lösungsstellen der ersten Schicht die Oberfläche
der zweiten Schicht, die wegen der inerten Pulver, die sie enthält, glanzlos ist,
zum Vorschein; diese zweite matte Schicht wird auf Grund ihrer Zusammensetzung nur
wenig Farbe oder Schwärze zurückhalten, wodurch ganz sanfte und feine Halbtöne entstehen,
während alle weiteren kräftigen Schattierungen bis zum tiefsten Schwarz durch die
dritte Schicht nach den bereits gemachten Angaben erzeugt werden.
Außer
der bereits erwähnten Einfärbung der lichtempfindlichen Schicht verfügt man erfindungsgemäß
noch über ein weiteres Mittel, mit dem die zu bildenden Halbtöne beeinflußt werden
können. Zu diesem Zweck wird in den einzelnen Teilschichten, aus denen sich die
bekannte lichtempfindliche Deckschicht auf dem Trägermaterial zusammensetzt, der
Gelatine ein Pulver unterschiedlicherKorngröße beigemengt; wenn nun in der Teilschicht
oder in einem bestimmten Punkt eine einheitliche Korngröße vorhanden ist, d. h.,
wenn das Pulver eine einheitliche und zweckentsprechende Korngröße hat, dann entspricht
die Menge der zurückgehaltenen Fettfarbe genauest diesem Wert, und es kann daher
jeder einzelne Halbton der Grauabstufung so verändert werden, daß er dunkler oder
heller wird, ohne daß dies die übrigen Halbtöne beeinflussen würde, was einer geradlinigen
Charakteristik entspricht. Im Fall, daß es sich um eine fehlerhafte charakteristische
Kurve des Negativs handelt, kann erreicht werden, daß auf der Kopie diese Kurve
berichtigt und geradlinig wird.
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In den eben gemachten theoretischen Ausführungen wird angenommen,
daß die Einfärbung der lichtempfindlichen Emulsionsmasse sich nach den Regeln einer
kontinuierlichen Funktion ändert. Da man aber praktisch nur helle und dunkle Halbtöne
und das Schwarz beeinflussen will, wird man seinen Zweck mit drei Teilschichten
von verschiedener Stärke und unterschiedlicher Einfärbungsintensität, um den gewünschten
Halbton modifizieren zu können, erreichen.
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Zusammenfassend wird festgestellt, daß man nach dem Verfahren gemäß
der Erfindung Kopien auf Papier erhält, die mit einer Fettfarbe eingefärbt sind;
solchePapierkopi@en können auch als-Klischees zur Erzeugung mehrerer Abdrucke verwendet
werden. Weiter wird die Theorie dargelegt, auf der das in Betracht kommende Verfahren
beruht, da dies zur Erzeugung des notwendigen Photomaterials unbedingt notwendig
ist, wenn der Zweck der Erfindung erreicht werden soll.
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Das den Erfindungsgegenstand bildende Verfahren kann natürlich den
vorliegenden Fällen entsprechend vereinfacht werden, und es ist nicht immer eine
ganz so genaue Durchführung nötig, wie dies beschrieben wurde.