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DE928622C - Verfahren zum Kolorieren von Lichtbildern und ihren photomechanischen Reproduktionen - Google Patents

Verfahren zum Kolorieren von Lichtbildern und ihren photomechanischen Reproduktionen

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Publication number
DE928622C
DE928622C DEM15762A DEM0015762A DE928622C DE 928622 C DE928622 C DE 928622C DE M15762 A DEM15762 A DE M15762A DE M0015762 A DEM0015762 A DE M0015762A DE 928622 C DE928622 C DE 928622C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
gelatin
relief
image
layer
powder
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEM15762A
Other languages
English (en)
Inventor
Jose Luis Mariani Piazza
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Application granted granted Critical
Publication of DE928622C publication Critical patent/DE928622C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • GPHYSICS
    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03FPHOTOMECHANICAL PRODUCTION OF TEXTURED OR PATTERNED SURFACES, e.g. FOR PRINTING, FOR PROCESSING OF SEMICONDUCTOR DEVICES; MATERIALS THEREFOR; ORIGINALS THEREFOR; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • G03F7/00Photomechanical, e.g. photolithographic, production of textured or patterned surfaces, e.g. printing surfaces; Materials therefor, e.g. comprising photoresists; Apparatus specially adapted therefor
    • G03F7/14Production of collotype printing forms
    • GPHYSICS
    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03CPHOTOSENSITIVE MATERIALS FOR PHOTOGRAPHIC PURPOSES; PHOTOGRAPHIC PROCESSES, e.g. CINE, X-RAY, COLOUR, STEREO-PHOTOGRAPHIC PROCESSES; AUXILIARY PROCESSES IN PHOTOGRAPHY
    • G03C11/00Auxiliary processes in photography
    • G03C11/18Colouring

Landscapes

  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Printing Methods (AREA)

Description

  • Verfahren zum Kolorieren von Lichtbildern und, ihren photomechanischen Reproduktionen Das den Erfindungsgegenstand bildende Verfahren betrifft die Herstellung von Lichtbildern, bei denen die Tonabstufungen von reinstem Weiß über die bekannten Halbtöne bis zum tiefsten Schwarz durch Riffelung der sonst glatten Bildträgeroberfläche derart ersetzt werden, daß Rillen oder Poren bzw. andere zweckdienliche Rauheiten der Bildträgeroberfläche den Tönungen des Lichtbildes genauest entsprechend vom Schwarz über Halbtöne abnehmen, um endlich beimWeiß,wo die ursprünglich glatte Oberflächenform des Auskopier-, Entwicklungs- oder sonstigen Papiers aufscheint, ganz zu verschwinden. Das so erhaltene Reliefbild, auf geeignetem Träger, kann als Klischeedruckplatte verwendet werden, die sich durch ihre Billigkeit auszeichnet, und zur Herstellung von Bildern nach dem bekannten Tiefdruckverfahren dienen. Ganz besonders wird aber das Bildrelief, dessen Her-Stellung neu ist, als Unter- und Vorlage verwendet werden, die nach Wunsch einer Tönung unterzogen wird oder aber auch je nach Geschmack und manuellen Fähigkeiten zu einem Pseudoölgemälde oder Pseudofarbzeichnung ausgearbeitet werden kann, wobei die Tönungen und Schatten des Originals in ihrer ursprünglichen Form sehr gut zum Ausdruck kommen, da die angelagerte Menge der Farbpartikeln, seien es Ölfarben oder weiche Wachsfarbstifte, von der Oberflächenbeschaffenheit des Bildträgers abhängt, und dort die größte Agglomeration und Adhäsion von Molekülen stattfinden wird, wo eben die Riffelung oder die Porosität am stärksten ist, und wird progressiv mit der Grautönung der Halbtöne bis zum Weiß abnehmen, da dort die glatte weiße Oberfläche bzw. die Gelatineschicht durchscheint. So kann man z. B. dieOberfläche des Lichtbildes mit einerDecksehicht aus gebrannter Siena versehen, deren Porosität den Tönungen des zur Ausarbeitung bestimmten Bildes genauest entspricht; diese Schicht wird sodann mit Öl-, Terpentin- oder sonstig geeigneten Farben behandelt. Die Farbabsorption ist proportional der Porosität des Deckmaterials und bei Weiß wegen der unbedeckten Gelatineschicht gleich Null. Hierdurch wird erreicht, daß nicht eintönige Farben vorhanden sind, sondern auch alle Halbtöne und Schatten zum Ausdruck kommen, weshalb die erwähnten Pseudogemälde von jedermann hergestellt werden können, sobald man nur über einige manuelle Fertigkeiten und ein Minimum an Farbensinn verfügt.
  • Diese poröse Deckschicht der Lichtbildoberfläche kann aus Glaspulver oder ähnlichen Materialien bestehen, die mit Gelatine in- derartigen Mengen gemischt sind, daß wohl eine gute Adhäsion erreicht, aber keinesfalls die Porosität der aufgetragenen Pulver irgendwie behindert oder vermindert wird. Wenn nun diese Schicht der zur Erreichung eines Gelatinereliefs notwendigen und bekannten Behandlung unterzogen wird, dann bleibt das mit der Gelatine gemischte und vermengte poröse Pulver in solchen Mengen an der Oberfläche des Trägers haften, wie sie den Schwarzweißhalbtönen des Lichtbildes entsprechen, worauf beim Kolorieren die Farbe in einer mit der aufgetragenen Deckmenge und ihrer Porosität im Einklang stehenden Weise absorbiert wird.
  • Statt des nach vorherigen Angaben vorbereiteten Trägers kann auch ein Zelluloidblatt oder ähnlicher Gegenstand verwendet werden, der eine irgendwie aufgerauhte Oberfläche. hat oder auf dessen Oberfläche -ein Reliefraster angebracht ist; die Rastervertiefungen und Aufrauhungen verschwinden unter einer entsprechenden Gelatineschicht derart, daß die Oberfläche des Blattes vollkommen glatt ist. Wenn nun diese Gelatineschicht einem der bekannten Verfahren zur Erzeugung eines Gelatinereliefs unterzogen wird, dann wird die rauhe Oberflächenschicht dort freigelegt, wo die Gelatinedeckschicht sich aufgelöst hat; beim Kolorieren des Lichtbildes wird an den gelatinelosen Stellen die Ölfarbe aufgesaugt werden, was an den von Gelatine bedeckten Stellen natürlich nicht der Fäll ist.
  • Die im folgenden angegebenen Ausführungsbeispiele können als besonders vorteilhaft bezeichnet werden.
  • Man nimmt ein auf Bromsilberpapier gut ausgearbeitetes Lichtbild, das befeuchtet und flach auf ein glattes Glas gelegt wird. Eine schon vorher zubereitete dickflüssige Mischung von Wasser, Bimsstein und Gelatine, in der der Bimsstein feinst zerrieben sein muß, wird in einer wenige zehntel Millimeter dicken Schicht auf die Oberfläche des Bildes in gleicher Stärke aufgetragen. Das Verhältnis Bimssteinpulver zu Gelatine ist dabei so gewählt, daß ein Maximum an Porosität erreicht wird, und es kante einem Teil Gelatine eine Menge von ro Teilen Bimssteinpulver entsprechen; diese Mischung Gelatine zu Bimsstei:npulver r : ro wird mit lauwarmem Wasser angerührt, bis man eine dickflüssige, aber gut verteilbare Masse erhält, die die Bildoberfläche in der obenerwähnten Stärke zudeckt. Sobald nun die Deckschicht trocken ist, führt man das ganze Lichtbild in eine wäßrige Lösung von Kaliumbichromat, Ferricyankalium und Kaliumbromid ein. Die obenerwähnten Bestandteile der wäßrigen Mischung können zu gleichen Teilen zur Anwendung kommen, wobei die verwendete Wassermenge davon abhängt, ob man einen mehr oder weniger intensiven Verlauf des nachfolgend zu beschreibenden Vorganges wünscht. Die besten Resultate wurden mit Lösungen erzielt, bei denen auf jeden Teil der genannten chemischen Produkte roo Teile Wasser kamen.
  • Sobald nun das Silber des Bildes verschwunden ist, wird so lange ausgewaschen, bis das Wasser vollkommen klar abläuft; sodann- wird das Bild in ein heißes Bad eingeführt; die Hitze des Wassers löst hierbei die Gelatine-Bimssteinpulver-Mischung, Glaspulvermischung oder ähnliche an allen jenen Punkten der Bildoberfläche, wo kein Silber vorhanden ist, d. h. an den weißen Stellen des Bildes. Nach abermaligem Trocknen erhält man ein Blatt, auf dessen Oberfläche ein Lichtbild in Form einer porösen Deckschicht vorhanden ist, deren Stärke den Farbtönen nach vorherigen Angaben entspricht, d. h. von Schwarz zu den hellen Halbtönen proportional abnimmt, um endlich bei Weiß ganz zu verschwinden.
  • Will man, daß das Bild nur farbig erscheint, dann fixiert man das Lichtbild vor dem Kolorieren mit Fixiernatron oder einem anderen geeigneten Fixiersalz. Soll aber auch das ursprüngliche Bild erscheinen und mit der Kolorierung ein harmonisches Ganzes bilden, dann wird entwickelt, oder man kann auch etwas schwarze Farbe der vorher erwähnten Mischung aus Bimssteinpulver, Gelatine und warmem Wasser beimengen.
  • Die Ausmalung des Bildes wird mit Öl- oder Fettfarben vorgenommen; mit Watte wird der Farbüberschuß von den weißen Stellen abgewischt, die sauber bleiben müssen. ZurKolorierung können auch Wasserfarben verwendet werden; in diesem Falle muß aber die Kopie unlöslich gemacht werden, und außerdem müssen Farben zur Anwendung kommen, die eine unlöslich gemachte Gelatineschicht auf keinen Fall färben. Die Kolorierung kann auch mit Ölfarben aus Tuben oder mit weichen Wachsfarbstiften durchgeführt werden. In diesem Falle wird die Farbe nicht aufgesaugt, sie durchdringt nicht die poröse. Masse, sondern wird nur durch die Rauheiten der Bildoberfläche zurückgehalten; bei einem derartigen Verfahren ist es möglich, daß in den dunklen Schattenstellen eine Anhäufung von Farben stattfindet, die störend wirkt; dieser Nachteil und Fehler kann vermieden und ausgeschaltet werden, wenn man das Lichtbild zweckdienlich rastert, was dadurch geschieht, daß bei der Belichtung oder dem Kopieren auf die Papiere zwischen Negativ- und Positivobjekt eine Rasterfolie eingeschoben wird. Für jeden einzelnen Fall muß ein besonderer Raster ausprobiert werden, der dem angewandten Papier entspricht und die besten Erfolge bzw. die klarsten Bilder zeitigt. Je größer die Härte des lichtempfindlichen Papiers ist, desto größer ist auch der Effekt des Rasters. Der Gebrauch von hartem lichtempfindlichem Papier hat nicht zur Folge, daß auch die Kopien hart sind; erfahrungsgemäß kann man mit äußerst hartem Papier weiche und an Halbtönen .reiche Kopien erhalten, wenn der zwischengelegte Raster die notwendigen Kontraste aufweist und reich an Tönen ist, also nicht nur aus schwarzen Strichen besteht, sondern wenn auch diese Striche graduell vom Schwarz bis zur Transparenz abgetönt sind und dabei eine Skala von Halbtönen durchlaufen. Ist einmal das Lichtbild koloriert, so kann es gleich lackiert werden, um den notwendigen Glanz zu erhalten.
  • Was die Zusammenstellung der porösen Deckschicht anbelangt, so muß gesagt werden, daß die vorher gemachten Angaben nur als Ausführungsbeispiele gelten sollen, denn es gibt viele andere Mischungen, die mit schönen Erfolgen verwendet wurden. Bei den verschiedenen Versuchen verwendete man z. B. Glaspulver, zerriebenen Bimsstein, feinsten gebrannten Gips, den toten gebrannten Gips, Kartoffelstärkemehl, andere feine Stärkepulver usw., kurz alle chemisch inerten Pulver können zur Anwendung kommen. Doch müssen immer die besonderen Eigenschaften des angewandten Materials berücksichtigt werden, denn sonst erfüllt die aufgelegte Deckschicht ihren Zweck nicht; wenn z.B. geriebenes Kartoffelstärkemehl zur Anwendung kommt oder andere pulverisierte Stärkearten, dann müssen unbedingt während des Verfahrens höhere Temperaturen vermieden werden; was aber kein Hindernis ist, denn Stärkemischungen entwickeln sich nur in lauwarmen Temperaturen. Das Pulver aus zerriebenem Bimsstein wird vorteilhaft angewandt; es ist billig und praktisch, obwohl eine ganz leichte, nicht störende Gelbfärbung eintritt. Einige Schwierigkeiten- bereitet das Gipsmehl, denn es ist - im Fixierbad etwas löslich. In allen Fällen, in denen nicht Kartoffelstärke- oder anderes Stärkemehl zur Anwendung kommt, muß das Pulver bestens gesiebt werden, um nur die feinsten Teile als Deckmasse zu verwenden.
  • Was die zur Anwendung kommende Gelatinemenge anbelangt, so sei bemerkt, daß diese möglichst gering sein soll, wenn Ölfarben, wie überhaupt Farblösungen zur Kolorierung verwendet werden; bis zu Proportionen von ro Gewichtsteilen inertem Pulver auf je r Gewichtsteil Gelatine waren noch gut poröse Deckschichten erhältlich. Bei höheren Verhältniszahlen war die Entwicklung mit heißem Wasser schwer, und der Widerstand, die Festigkeit und die Adhäsion der Deckschicht ließ sehr viel zu wünschen übrig; sie war wenig zufriedenstellend.
  • Werden Tubenölfarben oder weiche Wachsfarbstifte zum Kolorieren verwendet, und ist das Lichtbild gerastert, dann braucht die Deckschicht nicht porös zu sein, muß aber über bedeutend mehr Resistenz verfügen, zu welchem Zweck die beizumischende Gelatinemenge erhöht wird; z. B. erzielte man gute Erfolge mit Mengenverhältnissen, bei denen ein Drittel oder ein Viertel mehr Gelatine zur Anwendung kam als geriebenes Pulver oder Stärkemehl. Immer wenn die Kolorierung mit in öl angeriebenen Farben oder mit Wachsfarbstiften durchgeführt werden soll, muß die zur Anwendung kommende Gelatinemenge erhöht werden; verwendet man jedoch gelöste Farben, dann kann und muß die Gelatinemenge vermindert werden, um so die notwendige Porosität der Deckschicht zu garantieren. Diese Farbe dringt und saugt sich in die Deckschicht in ihrer vollen Konzentration ein, wodurch nach früheren Angaben die gewünschten Halbtöne zu erhalten sind.
  • Das beschriebene Verfahren kann dahin abgeändert werden, daß die erwähnte Pulver-Gelatine-Mischung auf ein aus Papier oder Zelluloid ausgearbeitetes Blatt aufgetragen wird; dieses Blatt macht man nachher mittels Kaliumbichromat lichtempfindlich, und es wird unter einem Negativ Schicht gegen Schicht auf der Vorder- oder auf der Rückseite, wenn notwendig unter Zwischenlage eines Rasters, je nach dem vorliegenden Falle belichtet und entwickelt. Alle weiteren Verfahrensschritte sind den bereits früher angeführten gleich.
  • Obiges Verfahren kann auch dahin abgeändert werden, daß die Deckschicht nicht mit Kaliumbichromat lichtempfindlich gemacht wird, sondern daß man eine lichtempfindliche Emulsion von Chlor-, Brom- und Jodsilber in Gelatine aufträgt. Sobald die Deckschicht trocken ist, belichtet man und entwickelt entweder mit einem gerbenden oder einem gewöhnlichen Entwickler; nachher behandelt man das Blatt mit Wasserstoffsuperoxyd, und man erhält sodann Gegentypen, d. h. von einem Positiv ein Positiv und von einem Negativ ein Negativ.
  • Endlich kann man die rauhe und poröse Oberfläche des Bildes auch dadurch erhalten, daß man die feinstzerriebenen inerten Pulver und die Gelatine nicht nach den oben angeführten Angaben gemeinsam als Mischung, sondern nur Gelatine allein anwendet, und die rauhe Oberfläche eines Zelluloidblattes oder mit Baryt behandelten Papiers dadurch erzielt, daß auf die Trägeroberfläche, d. h. auf die Oberfläche des Zelluloid- oder Papierblattes ein Raster oder ein sonstiges Kornmuster aufgedruckt wird; auf diese aufgerauhte Oberfläche wird eine mit Gelatine angesetzte lichtempfindliche Emulsion aufgetragen, die alle Poren und Unebenheiten ausfüllt und auf diese Weise eine vollkommen glatte Oberfläche schafft. Sobald das Zelluloid- oder Papierblatt die beschriebene Gestalt und Eigenschaften hat sowie nach den gemachten Angaben zweckdienlich behandelt ist, wird es Schicht gegen Schicht unter das Negativ gelegt und durch dieses hindurch belichtet, sodann entwickelt und fixiert. Es folgt eine Behandlung mit Wasserstoffsuperoxyd, das wunschgemäß bestimmte Rauheiten der Oberfläche des Positivs frei macht, da die Gelatineschicht je nach dem Tongrad des Lichtbildes aufgelöst wird. Es entspricht daher die Stärke der verbleibenden porösen Schicht genauest der Schwarzweißfärbung und den Halbtönen des Lichtbildes, was sich beim nachfolgenden Kolorieren vorteilhaft auswirkt, denn die in den Poren eingedrungene Farbmenge entspricht der Bildtönung aufs genaueste. Das die Schicht tragende Blatt kann schwarz oder weiß sein. Wenn es schwarz ist, dann muß eine bestimmte Menge weißer Farbe in der Gelatinemasse feinstens verteilt sein, wobei die in der Emulsion enthaltene Farbmenge so berechnet werden muß, daß die Gelatineschicht auf keinen Fall porös wird, sondern geschlossen und vollkommen glatt bleibt, und daß daher anhaftende Ölfarben leicht abgewischt werden können. Das weiße Pulver, wie z. B. Bariumsulfat, muß in :genau berechneten Mengen angewendet werden, daß einerseits keine Porosität eintritt, -daß aber andererseits die weißen Bildteile zum Ausdruck kommen, ohne daß dabei der schwarze Grund des Trägers durchschimmert. Es ist daher vorteilhafter, statt schwarzer Träger solche grauer Farbe zu wählen, da man dann mit weniger weißer Deckfarbe auskommt und daher keine Gefahr besteht, daß die Emulsion porös wird. Im Anschluß wird der ,graue Träger mit Wasserstoffsuperoxyd behandelt, und es verschwindet das Silberbild; es bleibt nur ein Bild, das von der grauen Farbe des Trägers und dem Weiß der Emulsion ;gebildet wird und dann nach Wunsch koloriert werden kann.
  • Die obenerwähnten Verfahren zur Kolorierung von Lichtbildern erlauben auch eine Reproduktion des farbigen Bildes, in manchen Fällen, die noch näher besprochen werden, selbst eine Reproduktion, wenn schon nicht in Serie, so doch wenigstens in mehreren Exemplaren. Zu diesem Zweck wird die Oberfläche eines mit Baryt behandelten Papiers dadurch aufgerauht, daß man eine Schicht feinsten Glaspulvers aufträgt oder ein Raster in irgendwelcher geeigneten Form einpreßt. Auf diese nun feinstens, aufgerauhte Trägeroberfläche gibt man eine Schicht lichtempfindlicher Emulsion aus Gelatine und Bromsilber -in solchen Mengen, daß die genannten Rauheiten verschwinden und eine vollkommene glatte Oberfläche entsteht, die in einer geeigneten Maschine dann lackiert werden kann. In einem solchen Falle ist es sehr zweckdienlich, daß die Emulsion leicht gelb gefärbt wird, um die Drucktiefen den Mattierungen des Klischees anzupassen. Die Emulsion muß natürlich genügend kräftig sein, um die Wirkungen der gelben Farbe einzudämmen, die ja. bekanntermaßen die Abstufungen stark vermindert.
  • Das derart vorbereitete Papier wird sodann Schicht gegen Schicht unter dem Klischee belichtet und hernach wie bekannt entwickelt und fixiert. Sodann setzt man das Lichtbild dem Einfluß von Wasserstoffsuperoxyd aus, und man erhält ein Gelatinerelief auf der aufgerauhten Trägerfläche. Es wird nun lackiert, und das Resultat ist ein Gelatinerelief auf einem Träger aus Papier.
  • Um das Bild auf Papier zu übertragen, wird die ganze Oberfläche mit Tiefdruckfarbe bedeckt; sobald die Farbe in alle Vertiefungen eingedrungen ist, wird der Farbüberschuß in der üblichen Weise mittels einer Rakel entfernt. Nach dem Durchlaufen der Rakel wird das Relief bzw. das Gelatinetiefdruckpapier folgende Einzelheiten aufweisen: Die weißen Teile, die sieh am stärksten hervorheben und deren Erhabenheiten aus lackierter Gelatine bestehen, werden vollkommen gereinigt und von jeder Farbspur befreit; die schwarzen Bildflächen saugen am meisten Farbe auf, da ja in den durch die Behandlung mit Wasserstoffsuperoxyd entstandenen Vertiefungen die rauhe Deckschicht zutage getreten ist und bloßgelegt bleibt; die Halbtöne des Lic'htbil'des kommen dadurch genauestens zum Ausdruck, daß hier in der bereits beschriebenen Vorbehandlung die entsprechenden Flächenteile weder vollkommen glänzend und lackiert sind noch auch das Wasserstoffsuperoxyd od. dgl. die Gelatineschicht vollkommen .durchätzte und die rauhe Deckschichtbloßlegte, sondernVertiefungenschaffte, die den Halbtönen und Graukontrasten entsprechen und nur so viel Farbe rückhalten oder aufsaugen, daß eine genaue originalgetreue Farbgebung stattfindet. Die Vervielfältigung bzw. der Abdruck wird nach einem der vielen bekannten Verfahren durchgeführt.
  • Das nach diesem Verfahren erhaltene Bild ;gleicht jenen, die man im Kupfertiefdruck erhält; man kann dieser Ähnlichkeit auch noch dadurch nachhelfen, daß man beim Belichten zwischen Negativ und Positiv ein geeignetes Komplement, z. B. ein Rastermodelt, einschiebt, wie solche im Tiefdruckverfahren zur Anwendung kommen. Der Raster kann auch mit einer besonderen Belichtung kopiert werden.
  • Erfindungsgegenstand ist auch eine neue Bestimmungsart der Halbtöne zur Ausführung des Verfahrens in allen graugetönten Abstufungen vom Weißen bis hinein ins Schwarze und ihre künstlerische und zweckdienliche Abtönung. Es handelt sich hierbei um nachfolgend näher beschriebene Neuerung: Man legt der lichtempfindlichen Schicht (Emulsion), die auf der aufgerauhten Trägerfläche aufgetragen ist, ein äußerst fein zerriebenes Glaspulver oder aus ähnlichem inertem Material auf; besser gesagt, man trägt auf der lichtempflndlidhen Schicht eine neue Schicht auf, die aus feinstem Glaspulver od. dgl. besteht; auf diese kommt nun eine dritte Schicht, die sehr dünn ist, aus. einer lichtempfindlichen Masse, die eine glänzende spiegelglatte 'Oberfläche gibt. Auf Grund dieser dreifachen Schicht löst sich bei. den schwachen Halbtönen, grauen Tönen, nur die oberste, die glänzende, während die anderen zwei Schichten intakt bleiben; es kommt daher an den Lösungsstellen der ersten Schicht die Oberfläche der zweiten Schicht, die wegen der inerten Pulver, die sie enthält, glanzlos ist, zum Vorschein; diese zweite matte Schicht wird auf Grund ihrer Zusammensetzung nur wenig Farbe oder Schwärze zurückhalten, wodurch ganz sanfte und feine Halbtöne entstehen, während alle weiteren kräftigen Schattierungen bis zum tiefsten Schwarz durch die dritte Schicht nach den bereits gemachten Angaben erzeugt werden. Außer der bereits erwähnten Einfärbung der lichtempfindlichen Schicht verfügt man erfindungsgemäß noch über ein weiteres Mittel, mit dem die zu bildenden Halbtöne beeinflußt werden können. Zu diesem Zweck wird in den einzelnen Teilschichten, aus denen sich die bekannte lichtempfindliche Deckschicht auf dem Trägermaterial zusammensetzt, der Gelatine ein Pulver unterschiedlicherKorngröße beigemengt; wenn nun in der Teilschicht oder in einem bestimmten Punkt eine einheitliche Korngröße vorhanden ist, d. h., wenn das Pulver eine einheitliche und zweckentsprechende Korngröße hat, dann entspricht die Menge der zurückgehaltenen Fettfarbe genauest diesem Wert, und es kann daher jeder einzelne Halbton der Grauabstufung so verändert werden, daß er dunkler oder heller wird, ohne daß dies die übrigen Halbtöne beeinflussen würde, was einer geradlinigen Charakteristik entspricht. Im Fall, daß es sich um eine fehlerhafte charakteristische Kurve des Negativs handelt, kann erreicht werden, daß auf der Kopie diese Kurve berichtigt und geradlinig wird.
  • In den eben gemachten theoretischen Ausführungen wird angenommen, daß die Einfärbung der lichtempfindlichen Emulsionsmasse sich nach den Regeln einer kontinuierlichen Funktion ändert. Da man aber praktisch nur helle und dunkle Halbtöne und das Schwarz beeinflussen will, wird man seinen Zweck mit drei Teilschichten von verschiedener Stärke und unterschiedlicher Einfärbungsintensität, um den gewünschten Halbton modifizieren zu können, erreichen.
  • Zusammenfassend wird festgestellt, daß man nach dem Verfahren gemäß der Erfindung Kopien auf Papier erhält, die mit einer Fettfarbe eingefärbt sind; solchePapierkopi@en können auch als-Klischees zur Erzeugung mehrerer Abdrucke verwendet werden. Weiter wird die Theorie dargelegt, auf der das in Betracht kommende Verfahren beruht, da dies zur Erzeugung des notwendigen Photomaterials unbedingt notwendig ist, wenn der Zweck der Erfindung erreicht werden soll.
  • Das den Erfindungsgegenstand bildende Verfahren kann natürlich den vorliegenden Fällen entsprechend vereinfacht werden, und es ist nicht immer eine ganz so genaue Durchführung nötig, wie dies beschrieben wurde.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zumKolbrieren von Lichtbildern und ihren photomechanischen Reproduktionen, auf Grund dessen man auf einer auf einem Träger aufgelegten lichtempfindlichen Schicht ein photographisches positives Bild in Gelatinerelief herstellt, das nach einer bekannten photochemischen Methode ausgearbeitet wird, und eingefärbt werden kann, dadurch gekennzeichnet, daß entweder das gesamte Relief porös gemacht oder aufgerauht wird und dabei der Träger der lichtempfindlichen Schicht glatt gelassen wird, oder umgekehrt, und daß auf dem Relief Öl- oder Fettfarben aufgetragen werden, die wohl in die aufgerauhten Teile der Bildform eindringen, aber auf der Gelatine nicht haftenbleiben oder von dieser wenigstens leicht mit einer Rakel vollkommen abgestrichen werden können, wonach dann das fertige Relief zur Erzeugung von Pseudogemälden individuell mit Ölfarben, Wachsstiften u. a. behandelt und ausgemalt oder als Tiefdruckplatte verwendet werden kann. a. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man zur photochemischen Erzeugung des Reliefbildes eine Gelati.neschicht verwendet, der chemisch inerte feinstzerriebene Pulver beigemischt sind: und die auf einer vollkommen glatten Unterlage ruht, und daß beim Belichten nötigenfalls ein Filmraster auf die lichtempfindliche Schicht aufgelegt wird, worauf dann das ausgearbeitete Relief zur Erzeugung von Tiefdrucken nach einer der bekannten Methoden verwendet wird. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß auf einem aufgerauhten Träger, auf einer mit inerten Pulvern versehenen Trägerfläche oder auf einem Träger, der einen Raster aufgedruckt hat, eine Gelatinemischung aus feinstem inerten Pulver und einer lichtempfindlichen Emulsionsmasse aus Bromsilber in solchen Mengen aufgetragen wird, daß die obenerwähnte rauhe, gekörnte oder rastrierte Trägerfläche vollkommen zugedeckt wird, so daß sie alle Unebenheiten verliert; daß man aber auf diese letzte Schicht noch eine bestimmte Menge Gelatine oder irgendein Pulver aufträgt, so daß beim Trockenverfahren dann die Oberfläche geglättet werden kann; es wird dann belichtet, und man ätzt sodann das photographische Bild mit Wasserstoffsuperoxyd, wonach man ein Gelatinerelief nach bekannter Methode erhält, das schließlich auf einem mitTalkeingepuderten Glas aufgepreßt wird, um es mit Wärmezufuhr so zu trocknen, daß das genannteReliefbild nach Abkühlung des Glases Hochglanz angenommen hat. q.. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß eine lichtempfindliche Schicht verwendet wird, die sich aus mehreren Teilschichten zusammensetzt, von denen jede eine unterschiedliche Dicke und Farbtönung besitzt, und daß die lichtempfindliche Sch iehtkornbination keine geradlinige charakteristische, sondern eine sich ohne Übergang ändernde gebrochene Kurve besitzt. 5. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man ein photographisches Positivbild herstellt, das mit Druckerfarbe eingefärbt werden kann, wozu man das gesamte Bild mit Farbe zudeckt und es nachher auf einer geeigneten Vorrichtung zwischen einem Zylinder und einer Rakel durchlaufen läßt, damit die überflüssige Farbe abgewischt wird, wozu die Rakel über die erhabenen Teile des Bildes streicht und diese von jeder Farbe reinigt.
DEM15762A 1951-10-06 1952-10-05 Verfahren zum Kolorieren von Lichtbildern und ihren photomechanischen Reproduktionen Expired DE928622C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1010830B (de) * 1953-11-16 1957-06-19 Hildegard Kleinschmidt Geb Bec Photographisches Verfahren zur Herstellung von ein- und mehrfarbigen, vorzugsweise wetterfesten Bildern

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1010830B (de) * 1953-11-16 1957-06-19 Hildegard Kleinschmidt Geb Bec Photographisches Verfahren zur Herstellung von ein- und mehrfarbigen, vorzugsweise wetterfesten Bildern

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