-
Tintenkugelschreiberspitze Die Schreibspitzen von Kugelschreibern,
insbesondere Tintenkugelschreibern, werden durchweg von einem die Lagerstelle für
die Kugel enthaltenden Metallteil gebildet, der in einer Düse aus Kunststoff od.
dgl. steckt, welche im Spritzverfahren hergestellt wird und gleich den entsprechend
gerillten Metallteil mit einschließt. Die Kunststoffdüse wird dann ihrerseits ähnlich
wie bei den entsprechenden Einsatzstücken von FüllfederhaItern in das vordere, den
Tintenraum abschließende Ende des Halters eingesteckt bzw. eingeschraubt.
-
Der die Kugel einlagernde Metallteil der Schreibspitze besteht nun
außer dem genannten Rillenstück aus der Bettung und' einem daran anschließenden
Bördelrand, welcher nach dem Einlegen der Kugel unter Formveränderung um die Kugel
herum geschlossen wird, und zwar unter Freilassung eines entsprechenden Schreibteiles
für die Kugel. Die Größenverhältnisse sind dabei ungefähr so, daß die Kugel etwa
zu vier Zehnteln ihres Durchmessers frei über den Bördelrand heraussteht.
-
Diese Konstruktion hat den Nachteil, daß die Schreibkugel nach längerem
Gebrauch des Halters nicht mehr fest genug in der Bettung sitzt, da sich letztere
mit der Zeit erweitert und somit die Schreibspitze zuviel Tinte durchläßt. Man hat
deshalb schon sogenannte Bettungsstifte in die Spitze eingebaut, welche der Kugel
einen vermehrten Halt nach rückwärts geben, und hat diese auch schon nachstellbar
angeordnet. Alle diese Konstruktionen sind jedoch sehr kompliziert und deshalb empfindlich;
vor allem muß bei einer eventuellen Nachstellung der ganze Halter auseinandergenommen
werden.
-
Die Erfindung schafft nun eine äußerst einfache Schreibspitze für
Tintenkugelschreiber, welche aus
einer Halterandhülse und einer
aus einem verstellbaren Stift gebildeten Bettung besteht, wobei die Halterandhülse
gleichzeitig der Träger des verstellbaren Stiftes ist. Dies wird erreicht, indem
die Halterandhül'se an ihrem hinteren Ende ein Muttergewinde aufweist, welches zwecks
Einführung der Schreibkugel in die Hülse einen größeren Durchmesser aufweist als
diese und in welches der mit einer mit Gewinde versehenen Verdickung ausgestattete
Stift eingeschraubt wird. Hülse und Stift bilden gemeinsam den Metallteil einer
zweckmäßig aufgespritzten Kunststoffdüse, welche in den Schaft des Kugelschreibers
einschraubbar ist. Die Kugel kann somit nachgestellt werden, ohne daß der Halter
oder die Schraubspitze auseinandergenommen werden muß, es braucht lediglich die
Düse aus dem Halterschaft geschraubt werden.
-
Der Halterand der Hülse wird maschinell vorgearbeitet, gegebenenfalls
aus sehr hartem Material, und hält allein schon durch seine Form und somit ohne
nachträgliche Bördelung die Schreibkugel. Solche Bördelungen setzen nämlich voraus,
daß verhältnismäßig weiches Material verwendet werden muß und daß bei der endgültigen
Formgebung dieses Material über seine Streckgrenze hinaus beansprucht wird, so daß
es unter dem späteren Schreibdruck der Kugel nicht mehr den Widerstand bietet, den
man bei dem Material an sich voraussetzen würde. Auch sind bei diesem Einbördeln
Haarrisse im Material unvermeidlich, <iie gegenüber dem Angriff von Säuren nicht
mehr widerstandsfähig genug bleiben, so daß sich alsbald Zerstörungen der Randteile
einstellen.
-
Auch -die Bettung kann infolge der Zweiteilung aus hartem, insbesondere
verschleißfestem Material hergestellt bzw. mit solchem Material, beispielsweise
Achat oder anderen Hartstoffen, hergestellt werden und wird ihrer Form nach .durch
einen Stab gebildet, auf dessen vorderer Endfläche sich die Kugel abstützt und der
hinten einen verstärkten Gewindeteil besitzt, der sich gegebenenfalls bis über die
Düse hinaus tintenleitend fortsetzt und dort eine Handhabe bildet, um notfalls die
Bettung nachzustellen, ohne dafür Spitze und Düse trennen zu müssen.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung für die
Schreibspitze eines Tintenkugelschreibers dargestellt, dessen Schaft i in bekannter
Weise mit einer einschraubbaren Düse 2 aus Kunststoff versehen ist, «-elche die
Schreibspitze bildet. Gleichzeitig mit dem Spritzen dieser Düse wird ein Metallstück
3 eingelegt, welches durch sein Gewinde d in der Düse 2 hält. Das Metallstück 3
ist der Träger der Schreibkugel 5, welche bisher zwischen Bettung und einem Bördelrand
eingefaßt wurde, wobei der Bördelrand einen Teil der Bettung bildete.
-
Das erfindungsgemäße Metallstück besitzt nun für Bettung und Bördelrand
zwei miteinander befestigbare Teile, und die Schreibspitze wird durch einen hohlen
Körper 6 von Spitzbogen- oder kegeliger Form gebildet, dessen Hohlraum 7 in einen
fertigen Halterand 8 ausläuft, der früher der Bördelrand war und dessen Durchmesser
etwas kleiner als der der Schreibkugel 5 ist. Diese Kugel 5 wird nun nicht mehr
von vorn, sondern von hinten in das Metallstück 3 eingebracht und soll dann etwa
drei bis vier Zehntel über den Halterand 8 vorstehen. Der zweite Teil, welcher zur
Bettung der Kugel 5 gehört, wird durch einen Stab 9 gebildet, der vorn, der Kugelfläche
entsprechend, ausgeschliffen ist und an seiner Bettung io auch eine Achatkappe erhalten
kann. Hinten besitzt der Stab 9 eine Verdickung i i mit Gewinde r2, welches in den
entsprechend geformten Metallteil 3 eingeschraubt wird. Zum Einschrauben dient ein
Schlitz 13, welcher so tief durch den ganzen Gewindeteil hindurchgeführt ist, daß
er gleichzeitig als Tintendurchlaß dient und ferner auch zum Aufspreizen verwendet
werden kann, so daß die Gewindegänge federnd angepreßt werden und dadurch eine lagesichernde
Klemmung erzielt wird. Der Metallkörper 6 ist schließlich noch mit dem Gewinde .4
versehen, welches zum Einschrauben bzw. Einspritzen in die Düse 2 dient.
-
In dem gezeichneten Ausführungsbeispiel reicht der Stab 9 von der
Schreibkugel 5 bis zum Gewinde i2. Er kann aber auch, wie strichpunktiert angedeutet,
in der Düse 2 seine Fortsetzung finden und von der Verdickung i i wieder auf ein
dünneres Stabstück 15 übergehen, welches über die Einsatzdüse hinausreicht und dort
mit einer Griffverbreiterung 16 versehen ist. Diese Verlängerung ermöglicht es dann,
Ein- und Nachstellungen der Kugel 5 bei ausgeschraubter Düse 2 vorzunehmen, ohne
daß diese Düse 2 vom Metallstück 3 getrennt zu werden braucht.
-
Der Stab 9 und seine Verlängerung können mit entsprechenden tintenleitenden
Riefen versehen sein oder Kanten besitzen, die in gerader oder in verwundener Form
richtungweisend auf den Tintennachfluß einwirken. Selbstverständlich muß die verdickte
Stelle ii auch bei verlängertem Stab 15
entsprechende Durchbohrungen oder
Schlitze 13
aufweisen, da der Tintenfluß durch das Gewinde 12 keineswegs ausreichen
würde. Der Schlitz 13 ist bei diesem Doppelstab 9, 15 etwas länger, damit
auch hier eine federnde Aufweitung erfolgen kann.