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DE900811C - Verfahren zur Durchfuehrung chemischer Reaktionen - Google Patents

Verfahren zur Durchfuehrung chemischer Reaktionen

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Publication number
DE900811C
DE900811C DEP40905D DEP0040905D DE900811C DE 900811 C DE900811 C DE 900811C DE P40905 D DEP40905 D DE P40905D DE P0040905 D DEP0040905 D DE P0040905D DE 900811 C DE900811 C DE 900811C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
reaction
boiling
liquid
mixture
temperature
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEP40905D
Other languages
English (en)
Inventor
Dipl-Ing Oskar Dorschner
Dr Wilhelm Wenzel
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
GEA Group AG
Original Assignee
Metallgesellschaft AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Priority claimed from DEP11720D external-priority patent/DE872938C/de
Application filed by Metallgesellschaft AG filed Critical Metallgesellschaft AG
Priority to DEP40905D priority Critical patent/DE900811C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE900811C publication Critical patent/DE900811C/de
Expired legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C45/00Preparation of compounds having >C = O groups bound only to carbon or hydrogen atoms; Preparation of chelates of such compounds
    • C07C45/49Preparation of compounds having >C = O groups bound only to carbon or hydrogen atoms; Preparation of chelates of such compounds by reaction with carbon monoxide
    • C07C45/50Preparation of compounds having >C = O groups bound only to carbon or hydrogen atoms; Preparation of chelates of such compounds by reaction with carbon monoxide by oxo-reactions
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
    • B01J19/00Chemical, physical or physico-chemical processes in general; Their relevant apparatus
    • B01J19/0006Controlling or regulating processes
    • B01J19/0013Controlling the temperature of the process
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C67/00Preparation of carboxylic acid esters
    • C07C67/08Preparation of carboxylic acid esters by reacting carboxylic acids or symmetrical anhydrides with the hydroxy or O-metal group of organic compounds
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    • B01J2219/00049Controlling or regulating processes
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    • B01J2219/00074Controlling the temperature by indirect heating or cooling employing heat exchange fluids
    • B01J2219/00087Controlling the temperature by indirect heating or cooling employing heat exchange fluids with heat exchange elements outside the reactor
    • B01J2219/00094Jackets
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
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    • B01J2219/00049Controlling or regulating processes
    • B01J2219/00162Controlling or regulating processes controlling the pressure
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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Description

  • Verfahren zur Durchführung chemischer Reaktionen Zusatz zum Patent 872938 Für die Gewinnung von höheren Kohlenwasserstoffen oder Gemischen von Kohlenwasserstoffen und sauerstoffhaltigen Kohlenwasserstoffverbindungen durch katalytische Kohlenoxydhydrierung werden Kontaktöfen verwendet, in denen der Katalysator ruhend zwischen Wärmeaustauschflächen angeordnet ist. Für die Durchführung der Synthese unter Druck von z. B. 5 bis 50 Atm. wird der Katalysator in stehenden Metallrohren untergebracht, die sich in einem das Kühlmittel aufnehmenden Behälter befinden. Als Kühlmittel dienen unter geeignetem Druck stehende siedende Flüssigkeiten, insbesondere Wasser oder auch Paraffinöl, Diphenyl oder Glycerin. Das Kühlmittel zirkuliert durch den Kontaktofen und einen Sammler. Aus dem Sammler wird der Dampf abgenommen und in geeigneter Weise verwendet.
  • Das Reaktionsgas wird von oben nach unten durch den Kontakt geführt. Man hat in die Kontaktrohre auch schon Rohre mit entsprechend kleinerem Durchmesser eingesetzt, so daß der Katalysator sich in Ringräumen befindet, wobei die Innenrohre ebenfalls von Kühlmittel erfüllt sind. Die Rohrquerschnitte werden so bemessen, daß die Dicke der Katalysatorschicht gewöhnlich nicht mehr als etwa g bis IO mm beträgt.
  • In einem anderen gebräuchlichen Kontakt ofen, der insbesondere für die Durchführung der Reaktionen unter normalem oder wenig erhöhtem Druck benutzt wird, ist der Katalysator zwischen parallelen Blechen angeordnet, deren Abstand voneinander ebenfalls nur etwa 9 bis II mm beträgt. Die Bleche sind von zahl- reichen Kühlrohren durchdrungen, die sich senkrecht zu den Blechen durch den Ofen erstrecken. Die Reaktionswärme wird auch bei diesem Ofen von einem siedenden Kühlmittel aufgenommen. Zur Abführung des Kühlmitteldampfes und zur Zurückführung des Kühlmittels sind entsprechende Verbindungen der Kühlrohre mit Kondensationseinrichtungen od. dgl. vorgesehen. Auch in diesen Lamellenöfen wird das Gas von oben nach unten durch den Katalysator geführt.
  • In den Kontaktöfen hat das Kühlmittel überall ungefähr die gleiche Temperatur. Ein geringerer Unterschied ist durch den hydrostatischen Druck des Kühlmittels bedingt. Da aber die Höhe der Kontaktöfen nur etwa 2,5 bis 4,5 m beträgt und das Kühlmittel unter einem Druck von mehreren Atmosphären steht, ist die Temperaturdifferenz zwischen dem untersten Teil des Kühlraumes und seinem obersten Teil bzw. beim Lamellenofen den untersten und den obersten Kühlrohren nur gering.
  • Bei der Herstellung von höheren Kohlenwasserstoffen durch Kohlenoxydhydrierung haben die Katalysatoren eine ausreichende Wirksamkeit nur in einem verhältnismäßig engen Temperaturbereich, der bei den bekannten Kobaltkatalysatoren z. B. nur etwa 30"C umfaßt und bei Katalysatoren auf Nickel- oder Eisenbasis nicht wesentlich größer ist. Unterhalb dieses Bereiches sind die Reaktionsgeschwindigkeiten und demgemäß der Umsatz der miteinander in Reaktion tretenden Gase zu klein. Oberhalb des Bereiches werden zu viel unerwünschte Reaktionsprodukte, insbesondere Methan, gebildet. Die Temperatur des Kühlmittels und die Gasbelastung des Katalysators, d. h. die Menge des in der Zeiteinheit durch den Katalysator geführten Kohlenoxyds und Wasserstoffs, müssen deshalb so eingestellt werden, daß der Katalysator seine Wirksamkeit während einer möglichst langen Zeit behält und insbesondere keine Überhitzungen im Katalysator auftreten.
  • Die Reaktionsgeschwindigkeit der Kohlenoxydhydrierung nimmt in dem Maße ab, in dem beim Durchgang des Reaktionsgases durch den Katalysator Kohlen oxyd und Wasserstoff umgesetzt werden und die Wasserstoff-und Kohlenoxydkonzentration im Reaktionsgas abnimmt. Das hat, da das Kühlmittel überall im Kühlraum ungefähr die gleiche Temperatur hat, zur Folge, daß der größte Teil des Gasumsatzes in den Katalysatorpartien vor sich geht, die nahe dem Gas eintritt liegen, und daß die folgenden Kontaktpartien, insbesondere die, die am Gasaustritt liegen, nur noch wenig zum Umsatz beitragen, weil hier die Reaktionsteilnehmer schon zum großen Teil verbraucht sind und das Gas außerdem mit Kohlensäure und Wasserdampf, die durch die Reaktion gebildet werden, verdünnt ist. Demgemäß wird auch der größte Teil der Reaktionswärme in den obersten Katalysatorenschichten frei, und es treten hier die höchsten Reaktionstemperaturen auf. Zweckmäßig ist es nun aber, einen gleichmäßigen Umsatz des Reaktionsgases auf seinem ganzen Wege durch den Katalysator anzustreben, da dann auch die Reaktionswärme sich gleichmäßig auf den Katalysator verteilt und die Reaktionstemperaturen am niedrigsten gehalten werden können. Ein gleichmäßiger Gasumsatz in der ganzen Katalysatorschicht könnte dadurch erreicht werden, daß die durch die Abnahme der Konzentration der Reaktionsteilnehmer bedingte Verringerung der Reaktionsgeschwindigkeit durch Erhöhung der Reaktionstemperatur in den tieferen Katalysatorschichten ganz oder zum Teil ausgeglichen wird. Diese Temperaturverteilung läßt sich aber mit der bekannten Kühlung des Katalysators nicht herbeiführen.
  • Es sind auch schon Katalysatorschichthöhen von mehr als 5 m, z. B. bis zu 10 m, angewendet worden.
  • Damit sollte erreicht werden, daß das Kühlmittel im untersten Teil des Kühlraumes bei einer durch den höheren hydrostatischen Druck bedingten höheren Temperatur siedete als im oberen Teil. Da sich aber im Kühlraum ein Gemisch von Dampf und Flüssigkeit befindet, das ein wesentlich niedrigeres spezifisches Gewicht hat als die Flüssigkeit, ist der hydrostatische Druck im unteren Teil des Kühlraumes auch bei Katalysatorschichthöhen von 10 m noch nicht so groß, daß die an dieser Stelle auftretende Siedetemperaturerhöhung selbst bei Verwendung von höhersiedenden Kühlmitteln, z. B. Glycerin, Diphenyl oder Paraffinöl, einen wesentlichen Einfluß auf den Reaktionsverlauf im Kontakt ausüben kann. Außerdem findet eine gewisse Zirkulation des Kühlmittels im Kühlraum statt, die ebenfalls dazu beiträgt, die Temperaturunterschiede zwischen dem oberen und dem unteren Teil des Kühimittelraumes zu verwischen. Die gleiche Wirkung üben die Dämpfe aus, die aus dem unteren Teil des Kühlraumes in die Höhe steigen, weil ein Ausgleich zwischen den Temperaturen der aufsteigenden Dämpfe und der Temperatur der Flüssigkeit eine gewisse Zeit benötigt. Demgemäß sind bei diesen Einrichtungen auch bei Benutzung von besonders günstigen Kühlmitteln, wie Diphenyl, Paraffinöl u. dgl., nur Temperaturunterschiede zwischen dem oberen und dem unteren Teil des Kühlmittelraumes von nicht über 5"C erreicht worden.Es gelingt also auch hiermit nicht, die Reaktionsgeschwindigkeit in allen Partien des Katalysators ungefähr gleich groß zu machen.
  • Durch die höheren Katalysatorschichten wurde es möglich, bei gleicher Aufenthaltsdauer des Reaktionsgases im Kontaktraum höhere Gasgeschwindigkeiten zu wählen und durch diese eine bessere Abführung der Reaktionswärme an die Wärmeaustauschílächen zu erreichen. Dadurch wurden aber auch die tieferen Katalysatorschichten stärker gekühlt, so daß hier die Temperaturen nicht höher, sondern niedriger wurden als bei geringerer Gasgeschwindigkeit. Entsprechend sank auch der Umsatz in den tieferen Katalysatorschichten, so daß das angestrebte Ziel einer gleichmäßigen Belastung des ganzen Katalysators auch aus diesem Grunde nicht erreicht werden konnte.
  • Außerdem war es bei großen Kontaktschichthöhen schwierig, den Katalysator in die Kontakträume einzufüllen und den verbrauchten Katalysator aus den Kontakträumen wieder zu entfernen. Aus diesen Gründen hat sich dieses bekannte Verfahren nicht in die Praxis einführen können.
  • Nach dem Patent 872 938 gelingt es, den Gasumsatz auf dem ganzen Wege des Reaktionsgases durch den Katalysator gleichmäßig zu gestalten oder nach anderen Richtlinien dadurch zu beherrschen, daß der Unterschied zwischen der Temperatur des Kühlmittels am Gaseintritt und der am Gasaustritt wesentlich größer als durch den hydrostatischen Druck erreichbar gemacht wird. Zu diesem Zwecke wird als Kühlmittel ein siedendes flüssiges Gemisch verwendet, dessen Bestandteile auch im Gemisch verschiedene Siedepunkte haben. Beispielsweise werden Kohlenwasserstoffgemische verwendet, die einen für die jeweiligen Zwecke geeigneten Siedebereich haben oder Gemische von Diphenylen oder Glycerinen od. dgl. Die Verdampfung wird so geleitet, daß in den tieferen Schichten sich ständig ein höhersiedendes Gemisch befindet als in den darüberliegenden Schichten und die Siede- und Kühlmitteltemperaturen in den verschiedenen Höhen des Kühlmittelraumes in weiten Grenzen verschieden gehalten werden können. Die leichter siedenden Flüssigkeitsbestandteile werden in Dampfform oben aus dem Kühlraum abgezogen, außerhalb des Kühlraumes, zweckmäßig unter Ausnutzung ihrer Kondensationswärme, niedergeschlagen und wieder in den oberen Teil des Kühlraumes an einer geeigneten Stelle zurückgeführt. Die Einrichtungen für die Kondensation der Kühlmitteldämpfe können auch im obersten Teil des Kühlmittelraumes selbst untergebracht werden.
  • Diese Verdampfung des Flüssigkeitsgemisches im Kühlraum läßt sich z. B. dadurch herbeiführen, daß der Kühlraum mit Füllringen, Spiralrieslern, Kugeln od. dgl. Füllkörpern beschickt wird. Auch können Siebe in geeigneter Anzahl übereinander angeordnet werden. Schließlich kommt in vielen Fällen auch die Ausbildung des Kühlraumes nach Art einer Rektifikationskolonne mit Böden und Glocken in Frage.
  • Die Verdampfung kann auch, wie an sich bekannt, so durchgeführt werden, daß das Flüssigkeitsgemisch ständig oder satzweise in den Kühlraum, etwa in dessen mittlerer Höhe, eingeführt wird und daß die leichtersiedenden Bestandteile des Flüssigkeitsgemisches dampfförmig oben und die schwerersiedenden Bestandteile flüssig unten aus dem Kühlraum abgezogen werden.
  • Die Siedegrenzen der als Kühlmittel verwendeten Gemische und die Mengen ihrer Bestandteile bestimmen sich nach den jeweiligen Reaktionen und der Ausbildung des Reaktionsraumes, ferner nach dem Grade, in dem der Siedepunkt des Kühlmittelgemisches im Kühlmittelraum von oben nach unten ansteigt. Bei einem schwachen Anstieg od. dgl. im Kühlraum werden die Siedegrenzen weiter gewählt als bei einem stärkeren; z. B. sind für Reaktionstemperaturen von etwa 250°C Siedegrenzen zwischen 100 und 400°C oder bei stärkerer Rektifikation im Kühlraum zwischen I50 und 3500 C zweckmäßig.
  • Bei höheren oder niedrigeren Reaktionstemperaturen liegen sie entsprechend höher bzw. tiefer. Ferner läßt sich die Kühlung durch die Siedekurve beeinflussen. Beispielsweise kann die Reaktionslage im Kontaktofen zunächst ein langsames und dann ein immer steiler werdendes Ansteigen der Kühltemperatur erfordern. Auch dieser Forderung kann man z. B. durch entsprechende Zusammensetzung des Kühlflüssigkeitsgemisches Rechnung tragen.
  • Wenn man die Siedegrenzen des Kühlflüssigkeitsgemisches entsprechend weit wählt, z. B. von I80 bis soo°C, so kann man in vielen Fällen ohne Einbauten im Kühlraum auskommen. Es genügt dann allein der Temperaturunterschied, der z. B. durch die ständige Rückführung der verdampften leichtersiedenden und wieder kondensierten Flüssigkeitsbestandteile in den oberen Teil des Kühlraumes entsteht. Ähnliches läßt sich bei Verwendung von Einbauten oder Füllkörpern im Kühlraum, z. B. durch geeignete Auswahl dieser Körper od. dgl., oder dadurch erreichen, daß der Abstand der Einbauten voneinander oder die Größe der Füllkörperschicht bzw.
  • -schichten verschieden bemessen werden. Die aus dem Kühlraum entweichenden Dämpfe des Kühlmittels können z. B. vorteilhaft zur Wasserdampferzeugung dienen. Diese Art der Kühlung kann sowohl bei Kontaktöfen, in denen der Katalysator in Rohren untergebracht ist, als auch in Lamellenöfen angewendet werden, wobei die letzten derart eingerichtet sind, daß das Wasser in den höheren Kühlrohren des Lamellenofens unter einem niedrigeren Druck siedet als in dem darunterliegenden. Der Druckunterschied ist dabei größer als der hydrostatische Druck in einer Flüssigkeitssäule von der Höhe der Katalysatorschichten. Ähnliche Differenzen in der Temperatur des siedenden Kühlmittels auf dem Wege vom Gaseintritt zum Gasaustritt des Kontaktes lassen sich auch dadurch erreichen, daß das siedende Kühlmittel durch den Kühlraum des Kontaktofens, z. B. mittels einer Pumpe, bewegt wird und daß im Wege des Kühlmittels durch den Kühlraum Drosselorgane an verschiedenen Stellen vorgesehen sind, die so wirken, daß im Kühlraum ein gewünschter Druckabfall eintritt. Es läßt sich damit eine solche Druckverteilung entlang der Kontaktschicht herbeiführen, daß das Kühlmittel jeweils bei der Temperatur siedet, die an der betreffenden Stelle des Kontaktes zweckmäßig ist. Hierbei können Kühlmittel mit einheitlichem Siedepunkt oder auch Mischungen sich gegenseitig lösender Flüssigkeiten mit verschiedenen Siedepunkten verwendet werden, z. B. entsprechende Gemische von Kohlenwasserstoffen, Kohlenwasserstoffderivaten od. dgl. von Siedebereichen, die zwischen 100 und 200°C oder darüber oder darunter liegen können.
  • Die Temperaturdifferenzen zwischen Kontaktraum und Kühlmittel können auf mehr als 10 bis 50"C bemessen werden. Vorteilhaft kann dabei auf der Gaseintrittsseite des Ofens die Kühlmitteltemperatur etwas niedriger gehalten und der Anstieg der Temperaturkurve des Kühlmittels etwas steiler gestaltet werden. Die gleiche Wirkung läßt sich bei Einhaltung der letzten Maßnahme oder auch ohne dieselbe dadurch erreichen, daß ein Teil des aus dem Ofen abströmenden Gasgemisches mit dem Synthesegas in den Ofen zurückgeführt wird, oder es können an Stelle dieser Maßnahmen oder zusammen mit ihnen in den Katalysatorpartien, die am Gaseintritt liegen und in denen infolge der hohen Konzentration der Reaktionsgase die Reaktionsgeschwindigkeit zu groß werden könnte, größere Gasgeschwindigkeiten eingehalten werden als in den folgenden Partien. Die hohen Gasgeschwindigkeiten schaffen einen guten Wärmeausgleich innerhalb des Kontaktes selbst bei stärkeren Katalysatorschichten und verhindern Wärmestauungen und Überhitzungen, die zur Schädigung des Katalysators und erhöhten Bildung unerwünschter Erzeugnisse, beispielsweise bei der Herstellung höherer Kohlenwasserstoffe durch Kohlenoxydhydrierung zu großer Methanbildung, führen.
  • Die Dicke der Katalysatorschichten kann dann erheblich vergrößert werden, z. B. auf Ig mm und mehr, zweckmäßig 20 bis 50 mm. Bei diesen Katalysatorschichtstärken können auch größere Schichthöhen gewählt werden, weil durch die größeren Schichtstärken das Einfüllen und Herausnehmen des Katalysators ganz wesentlich erleichtert wird.
  • Eine höhere Geschwindigkeit des Gases im Katalysator läßt sich z. B. auch durch Einbauten im K ontaktraum, wie Verdrängerkörper, Schraubenwindungen od. dgl., herbeiführen.
  • Es wurde nun gefunden, daß die Anwendung eines Kühlmittels in der Weise, daß in Reaktionsräumen, durch die die reagierenden Stoffe oder ein Teil derselben hindurchgeführt werden, eine einen überall gleichen oder im gewünschten Sinne sich ändernden Umsatz bewirkende Temperaturdifferenz auf dem Wege zwischen Eintritt und Austritt der reagierenden Stoffe hervorgerufen wird, auch bei vielen anderen chemischen Reaktionen vorteilhaft ist. Insbesondere kommen Reaktionen in Frage, bei denen die Reaktionsgeschwindigkeit sich im Verlauf der chemischen Umsetzung stark ändert, so daß z. B. der Umsatz unvollständig bzw. verhältnismäßig klein bleibt, wenn die Reaktionen nach bekannten Verfahren kontinuierlich durchgeführt werden sollen. Man hat es in diesen Fällen bisher vorgezogen, diskontinuierlich zu arbeiten, wobei man gezwungen war, die Reaktionsteilnehmer in einem Gefäß zusammenzubringen, zu erhitzen, den Einsatz der Reaktion abzuwarten und schließlich, wenn die Umsetzung bei der gegebenen Temperatur nachzulassen begann, durch Hochheizen den weiteren Verlauf der Reaktion zu erzwingen. Dieser chargenweise Betrieb erhöhte infolge der Langsamkeit des Verfahrens den Aufwand an Apparaturen und Löhnen.
  • Die Erfindung gestattet nun, zahlreiche derartige Umsetzungen kontinuierlich durchzuführen. Man führt dabei die z. B. flüssigen bzw. geschmolzenen Reaktionsteilnehmer oder auch gegebenenfalls an der Reaktion beteiligte Gase und/oder feste Stoffe bzw. einen Teil derselben in gleichem Sinne oder auch im Gegenstrom zueinander durch den liegenden oder in vielen Fällen auch vorteilhaft senkrecht stehenden Reaktionsraum und sorgt dafür, daß sich die Temperatur des Wärme übertragenden Mittels erfindungsgemäß in der gewünschten Weise ändert. Hierbei kann es zweckmäßig sein, die Temperatur zu steigern, aber gegebenenfalls auch abfallend zu halten.
  • Dieser Forderung der ansteigenden bzw. abfallenden Temperatur der siedenden Flüssigkeit kann beispielsweise in der Weise Genüge getan werden, wie es im vorhergehenden für die Ausführung exothermer katalytischer Gasreaktionen, wie die katalytische Hydrierung von Kohlenoxyd zu Methan, zu höheren Kohlenwasserstoffen oder höheren Kohlenwasserstoffen und sauerstoffhaltigen organischen Verbindungen, insbesondere Alkoholen, ausführlich beschrieben ist, wobei alle einzelnen Verfahrensschritte und Variationsmöglichkeiten erfindungsgemäß für andere chemische Reaktionen als katalytische Gasreaktionen anwendbar sind.
  • Das Verfahren zur Einstellung der Temperaturen in Reaktionsräumen kann gemäß der Erfindung auch auf unkatalysierte Gasreaktionen angewendet werden.
  • Bei Synthesen in der flüssigen Phase, z. B. bei der katalytischen Hydrierung von Kohlenoxyd zu höheren Kohlenwasserstoffen oder Gemischen von höheren Kohlenwasserstoffen und organischen sauerstoffhaltigen Verbindungen, insbesondere höheren Alkoholen, Fettsäuren od. dgl., mit Hilfe von bekannten Katalysatoren, können die Gase und Flüssigkeiten im geraden Durchgang oder im Kreislauf durch den Reaktionsraum geführt werden. Weiterhin kommt die bekannte Oxosynthese in Betracht, bei der Kohlenoxyd und Wasserstoff an Kohlenstoffdoppelbindungen unter Bildung von Aldehyden angelagert werden, sowie die Hydrierung der z. B. auf diese Weise gewonnenen Aldehyde in der flüssigen Phase zu Alkoholen. Auch Äther können auf diese Weise hergestellt werden, z. B. Äthyläther aus Äthylalkohol mit Schwefelsäure oder Benzolsulfosäure bei Temperaturen von 135 bis 1400 C im kontinuierlichen Verfahren.
  • Ferner kann das Verfahren angewendet werden auf Substituierungsreaktionen jeder erdenklichen Art, z. B. Halogenierungen, wie Fluorierungen, Chlorierungen, Bromierungen und Jodierungen, oder auch Alkylierungs- und Arylierungsreaktionen, wie Methylierungen usw. Auch der Austausch von anorganischen und organischen Gruppen in organischen Verbindungen kann auf diese Weise erfolgen, ebenso z. B. der Umsatz von zyklischen Sulfosäuren mit geschmolzenen Alkalien zu Phenolen usw. Weiterhin kommen Polymerisationsverfahren in der flüssigen Phase in Betracht, z. B. die thermisch katalytische Polymerisation von C3-, C4-, Cs-Kohlenwasserstoffen zu höheren Kohlenwasserstoffen.
  • Eine weitere Anwendungsmöglichkeit für das neue Verfahren bietet z. B. die Acroleinsynthese, die ohne Anwendung eines Katalysators bei etwa 5Is°C in Spezialöfen durchgeführt wird. Hierbei entsteht aus Diallyläther Acrolein nach Cd, : CH CH, OCH, CH:CH2 + CH2 : CH CHO + CH2 : CH CH3 neben Propylen. Diese Reaktion ist besonders temperaturempfindlich; geringe Schwankungen lassen die Acroleinausbeute stark absinken, wobei infolge einer Nebenreaktion eine beträchliche Kohlenstoffbildung eintreten kann. Auch dieses Verfahren kann bei Anwendung der Erfindung mit einem günstigen Ausbringen durchgeführt werden.
  • Als Beispiel für die Durchführung von autokatalytischen Reaktionen, auf die das Verfahren gemäß der Erfindung angewendet werden kann, sei die Um- wandlung von Oxysäuren in Laktone genannt, die durch die von den Oxysäuren abgespaltenen Wasserstoffionen katalysiert wird. Außerdem kommen hier unter Umständen Oxydationsreaktionen in Betracht, beispielsweise die Oxydation von höheren Paraffinen zu Fettsäuren od. dgl.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung wird bei seiner Anwendung auf wärmeverbrauchende Reaktionen oder auch während des Anheizens von Öfen für exotherme Reaktionen, bei schwach exothermen Reaktionen, niedrig belasteten Einheiten oder auch für kleine Öfen dieser Art, bei denen die Wärmeverluste größer sind als die frei werdende Reaktionswärme, zweckmäßig so modifiziert, daß für die vorgesehene Temperaturänderung des Wärmeaustauschmittels eine Wärmeentnahme aus einer zusätzlichen Heizquelle stattfindet. Dies kann z. B. dadurch geschehen, daß um den das Wärmeaustauschmittel beherbergenden Raum herum oder an geeigneten Stellen dieses Raumes, z. B. im unteren Teil der Apparate, gegebenenfalls verschieden starke elektrische Heizkörper angebracht sind oder daß eine Beheizung durch Dampf, Generatorgas, Leuchtgas, Abgas od. dgl. oder in irgendeiner anderen bekannten Weise erfolgt. Auf diese Art können zahlreiche endotherme, sonst unvollständig verlaufende Reaktionen kontinuierlich unter Erzielung eines praktisch vollständigen Umsatzes ausgeführt werden, z. B. thermische und/oder katalytische Spaltreaktionen, wie diejenige von höhere zu niedrigersiedenden Kohlenwasserstoffen, Dehydratisierungen, wie die Abspaltung von Wasser aus Alkoholen, z. B. die Gewinnung von Butadien aus I, 3 Butandiol gemäß CH3CHOHCH2CH2OH-2H2O CH2 = CH-CH = CH2, wobei das entstandene Wasser abdestilliert wird, oder auch Esterspaltungen oder Veresterungen unter Abführung des bei der Reaktion gebildeten Wassers.
  • Weiterhin kommen beispielsweise Dehydrierungen in Betracht, wie z. B. diejenige von Cyklohexan zu Benzol oder Cyklisierungen, beispielsweise diejenige von n-Hexan zu Cyklohexan usw.
  • Als Wärmeaustauschmittel kommen die verschiedensten Stoffe in Betracht, beispielsweise Gemische von gesättigten oder ungesättigten Kohlenwasserstoffen beliebiger Konstitution und beliebigen Herkommens, z. B. paraffinische oder aromatische Kohlenwasserstoffe, die aus natürlichen oder synthetischen Produkten stammen können. Diese Stoffe können in beliebiger Weise miteinander gemischt werden. Sie können auch in verschiedenster Weise substituiert sein, so daß in der KonstitutionsfoImel ein oder mehrere Wasserstoffatome beliebiger Stellung durch z. B. die Hydroxyl- oder Carboxylgruppe in freier oder gebundener Form, z. B. als Ester, Amide, Salze od. dgl., oder auch durch Halogene, insbesondere Fluor und/oder Chlor, oder halogenähnliche Gruppen, z. B. Rhodan, sowie die Nitro- oder Amingruppe oder andere organische Radikale, z. B. das der Aminoalkohole, ersetzt werden. Als Komponenten der Kühlmittelgemische eignen sich fernerhin Stoffe völlig anderer Natur und anderen Herkommens, z. B. Metalle, Salze und Verbindungen anderer Art, die im einzelnen weiter unten beschrieben werden.
  • Beispielsweise können Gemische sauerstoffhaltiger, organischer Verbindungen benutzt werden, insbesondere Gemische von ein- oder weil oder mehrwertigen Alkoholen oder anderer Verbindungen, wie Dioxan, Diphenyloxyd od. dgl. oder von durch Anlagerung von Äthylenoxyd an Alkohol- oder Amingruppen erhaltenen Substanzen. Auch andere sauerstoffhaltige Stoffe, wie Phenole, Kresole und deren Homologe, Naphthole und ähnliche aromatische Verbindungen sind anwendbar. Weiterhin können Gemische von organischen Säuren verwendet werden, z. B. Essigsäure und die folgenden homologen Fettsäuren, oder Gemische von diesen mit anderen Stoffen.
  • So kann man auch Säuregemische verwenden, wie sie als niedere Vorlauffettsäuren bei der Paraffinoxydation anfallen. Soweit die verwendeten Flüssigkeiten eisenkorrodierende Bestandteile enthalten, können korrosionsfeste Werkstoffe für die Erstellung der Apparatur benutzt werden.
  • Die Auswahl der erfindungsgemäß zu verwendenden Wärmeaustauschflüssigkeiten im Hinblick auf deren Komponenten sowie die mengenmäßige Zusammensetzung an den einzelnen Bestandteilen erfolgt nach den für die durchzuführenden Reaktionen einzuhaltenden Temperaturen; hierbei kann es zweckmäßig sein, bei höheren Temperaturen unter Druck siedende Flüssigkeiten anzuwenden, teils um eine Erhöhung der Siedelage zu erzielen oder um eine thermische Zersetzung der verwendeten Stoffe zu vermeiden. Als besonders vorteilhaft erweisen sich Gemische der erwähnten sauerstoffhaltigen organischen Verbindungen mit Wasser. So kann man für bei niedriger Temperatur, beispielsweise etwa 50 bis 2800 C, durchzuführende Reaktionen besonders vorteilhaft Gemische von Methyl- oder Äthylalkohol oder beiden mit Wasser unter entsprechendem Druck anwenden. Für Temperaturen über I50"C kann man auch ein bei höheren Temperaturen siedendes Wärmeaustauschmittelgemisch benutzen. Hierfür kommen beispielsweise Glykol oder Glycerin und deren Homologen und Substitutionsprodukte oder auch höhere einwertige Alkohole in Betracht, so z. B. die Alkohole mit 3 bis 14 C-Atomen im Molekül, fernerhin beispielsweise auch Dioxan oder ähnliche Verbindungen, wobei alle diese im Gemisch miteinander oder unter Anwendung von Lösungsvermittlern mit Wasser und je nach der gewünschten Temperatur mit oder ohne Druck als siedende Wärmeaustauschflüssigkeiten benutzt werden können. Hierbei haben die Gemische mit Wasser dessen niedrigen Preis und seine Nichtbrennbarkeit als Vorteil. Auch erweisen sich halogenierte Kohlenwasserstoffe oder Kohlenwasserstoffverbindungen als vorteilhaft, d. h. solche, die Halogene, insbesondere Fluor und/oder Chlor, in wechselnden Verhältnissen enthalten, wie z. B. teilweise durch Chlor oder durch Chlor und Fluor substituiertes n-Heptan, beispielsweise die Verbindungen C7 H4Cl12, C7 H4 F6 C16, C7 H4 F10 Cl2. Außerdem kommen z. B. die folgenden Verbindungen bzw. deren Gemische untereinander in Betracht: Perfluor-n-Butan, Perfluor-n-Pentan, Perfluorcyclopentan, Perfluordime- thylcyclopentan, Perfluoräthylcyclopentan, Perfluormethylcyclohexan, o-> m- und p-Perfluordimethylcyclohexane, Perfluortrimethylcyclohexan, Perfiuorn-Heptan, Perfluorhexadecan u. dgl. Ferner können verwendet werden beispielsweise ein aus einer paraffinischen Rohölfraktion (Siedepunkt 250 bis 300° C) hergestelltes Perfiuor-Kohlenwasserstofföl und ein fiuoriertes Schmieröl Kplo I47 bis 2080 C mit einer Kettenlänge von etwa 20 Kohlenstoffatomen. Die halogenierten Kohlenwasserstoffverbindungen haben bei genügendem Halogengehalt den Vorteil der Nichtbrennbarkeit. Auch Metallverbindungen können angewendet werden, wenn mindestens ein Bestandteil dieser Gemische bei den Reaktionstemperaturen verdampft, z. B. Halogenide, wie Aluminiumchlorid und -bromid, Wismutchlorid, Antimonfluorid und-chlorid, Arsenfiuorid und -chlorid, Zinnfluorid und-chlorid, Titanfluorid und -chlorid, ferner Schwefelchlorür, Silikone od. dgl.
  • Will man die Reaktionstemperatur zunächst schwächer und dann stärker ansteigen lassen, so kann auch dies durch z. B. entsprechendeJusammensetzung des Wärmeaustauschmittels erreicht werden oder auch dadurch, daß aus dem Reaktionsraum austretende Gase gegebenenfalls nach Abkühlung an den Stellen des Reaktionsraumes, an denen tiefere Temperaturen erwünscht sind, z. B. mit den neu in den Reaktionsraum eintretenden Gasen wieder eingeführt werden. Mit oder ohne gleichzeitige Anwendung dieser Maßnahmen kann auch die Geschwindigkeit an der Reaktion teilnehmender Gase in den Teilen des Reaktionsraumes, in denen die Umsetzung beginnt, gesteigert werden, wobei die hohen Gasgeschwindigkeiten neben einer guten Durchmischung z. B. der flüssigen bzw. geschmolzenen Reaktionsteilnehmer einen guten Wärmeausgleich innerhalb des Reaktionsraumes schaffen. Auch ein erhöhter Durchsatz wird hierbei zulässig, was dadurch ermöglicht werden kann, daß bei über den ganzen Reaktionsraum gleichmäßig verteiltem Umsatz eine ausreichend hohe, sich gewünschtenfalls ändernde Temperaturdifferenz zwischen Reaktions- und Kühlraum hergestellt wird.
  • Beispiel I Zur Durchführung der Oxosynthese, bei der bekanntlich Kohlenoxyd und Wasserstoff an ungesättigte Kohlenwasserstoffe unter Bildung von Aldehyden angelagert werden, wird ein senkrecht stehendes Hochdruckrohr von 8,50 m Länge und 200 mm Innendurchmesser mit einem Kühlmantel umgeben, der mit einem Gemisch von verschieden hochsiedenden Kohlenwasserstoffen angefüllt ist. Das Innere des Ofens enthält ein gitterförmig aus Rohren zusammengesetztes Kühlsystem, das mit der gleichen Flüssigkeit wie der Kühlmantel gefüllt ist. Der Siedepunkt der Kohlenwasserstoffe liegt zwischen I45 und 1900 C.
  • Durch das Hochdruckgefäß leitet man von oben nach unten 220 kg/h einer Aufschlämmung von 4,5 Teilen eines Kobaltkatalysators, bestehend aus 30 01, Kobalt, 3, 5 °/0 Magnesiumoxyd, Rest Kieselgur, und 95,5 Teilen eines olefinischen Mittelöls. Dieses hat den Siedebereich von 265 bis 292°C und eine Jodzahl von 48. Die Flüssigkeit wird vor dem Einbringen in das Hochdruckrohr auf 1600 C gebracht und die Temperatur im unteren Teil des Hochdruckrohres auf I80"C gehalten. Man leitet ferner am unteren Ende ein unter 200 Atm. stehendes feingereinigtes Wassergas der üblichen Zusammensetzung ein und erhält einen starken Kreislauf an diesem Gase aufrecht.
  • Mit dem Kreislaufgas bewirkt man eine gute Verrührung und Durchwirbelung des aufgeschlämmten Katalysators. Man kann den Durchsatz durch das Hochdruckrohr bis auf 280 l/h steigern und bekommt einen Umsatz von über 95 0/o der Olefine, die in Aldehyde übergehen.
  • Nimmt man dagegen nach dem früheren Verfahren einen Ofen mit gleichmäßiger Temperaturführung, so kann man über 220 l/h nicht hinausgehen, ohne einen sehr starken Abfall im Umsatz zu erhalten.
  • Beispiel 2 Das im ersten Beispiel mit Wassergas in Aldehyde übergeführte Gemisch wird nun anschließend in einem ebenso beschaffenen Ofen einer Hydrierung mit unter einem Druck von 200 Atm. stehenden Wasserstoff unterworfen. Dabei ist die Temperatur am Kopfe des Ofens I70° und am Fuße 2100 C.
  • Bei diesem Temperaturgefälle, das z. B. durch ein entsprechend siedendes Kohlenwasserstoffgemisch im Mantel erzielt wird, läßt sich eine restlose Hydrierung der nach Beispiel 1 entstandenen Aldehydlösung von 280 l/h erreichen.
  • Ohne die ansteigende Temperatur im Ofen war auch hier die oberste Grenze der Hydrierung bei 220 l/h erreicht, wenn man eine Hydriertemperatur von I78"C einhielt.
  • Beispiel 3 Es betrifft die Veresterung einer bei I80" C siedenden Fettsäure mit einem bei etwa 2000 C siedenden Alkohol.
  • Ein etwa 2,50 m hohes Rohr von 65 mm lichtem Durchmesser wird mit einem sauren Kunstharzaustauscher von 3 bis 4 mm Korngröße beschickt.
  • Das Rohr hat einen nach der Erfindung beheizten Mantel, bei dem die Temperatur am unteren Ende I60" und am oberen IIo°C beträgt. Läßt man nun das zu veresternde Gemisch oben zutropfen und zieht es unten kontinuierlich ab, so erreicht man eine praktisch vollständige Veresterung.
  • Da sich die chemischen Reaktionen, für die das Verfahren gemäß der Erfindung Anwendung finden kann, vielfach in verhältnismäßig engen Temperaturgrenzen abspielen, kann es beim Betrieb derartiger Anlagen zweckmäßig sein, einmal eingestellte Temperaturen während der Betriebszeit oder eines Teiles derselben auf etwa gleicher Höhe zu halten. Dies kann z. B bei Anwendung unter Druck siedender Flüssigkeiten zweckmäßig beispielsweise in der Weise erreicht werden, daß der Druck, unter dem das siedende Kühlmittel steht, konstant gehalten wird.
  • Eine einfache Handhabe hierfür bietet die Möglichkeit, die Kondensation der Kühlmitteldämpfe in der Weise einzustellen, daß deren Intensität etwa gleich bleibt, d. h. daß die Menge der pro Zeiteinheit kondensierten Kühlmitteldämpfe durch Regulierung des Kühlmittelzu- und -abflusses innerhalb der für die Niederschlagung der Dämpfe benutzten Anlage etwa konstant gehalten wird.

Claims (9)

  1. PATENTANSPRÜCHE : I. Verallgemeinerung des Verfahren nach Patent 872 938, dadurch gekennzeichnet, daß es auf andere chemische Reaktionen als katalytische Gasreaktionen angewendet wird, bei denen die Reaktionsgeschwindigkeit sich bei gleichbleibender Reaktionstemperatur im Laufe der chemischen Umsetzung ändern würde, insbesondere auf Reaktionen zwischen flüssigen oder geschmolzenen und festen Stoffen oder flüssigen oder geschmolzenen oder festen Stoffen und gasförmigen Reaktionsteilnehmern oder zwischen flüssigen und geschmolzenen Stoffen oder auf nichtkatalytische Gasreaktionen oder auch entsprechende endotherme Reaktionen.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellung der Temperaturen mittels eines siedenden Gemisches zweier oder mehrerer zweckmäßig ineinander löslicher Flüssigkeiten erfolgt, die im Gemisch verschiedene Siedepunkte haben.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperaturänderung entlang des Weges, den die miteinander reagierenden Stoffe oder ein Teil derselben durch den Reaktionsraum nehme, mittels eines siedenden Wärmeaustauschmittels oder Wärmeaustauschmittelgemisches, das auch einen konstanten Siedepunkt haben kann, erfolgt, wobei in dem Wege des bewegten Mittels oder Gemisches Drosselorgane derart angeordnet sind, daß die Flüssigkeit in den einzelnen Abschnitten des Raumes unter unterschiedlichen Druckverhältnissen siedet.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktionsteilnehmer mit Geschwindigkeiten durch den Reaktionsraum geführt werden, die über etwa 0,5 m/sec, zweckmäßig 2 bis IO m/sec, betragen.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch I und 3, dadurch gekennzeichnet, daß in dem das Wärmeaustauschmittel enthaltenden Raum Einbauten, Füllkörper od. dgl. Einrichtungen vorgesehen sind, die Durchmischungen des Wärmeaustauschmittels in senkrechter Richtung vermindern oder verhindern und zweckmäßig auch den Wärme- und Stoffaustausch zwischen den aufsteigenden Dämpfen und der Flüssigkeit verbessern.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch I bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Einstellung der Temperatur dienende Flüssigkeit aus einem Gemisch von zwei oder mehreren gesättigten oder ungesättigten Kohlenwasserstoffen und/oder Kohlenwasserstoffderivaten und Substitutionsprodukten oder deren Gemischen mit Wasser oder aus Salzgemischen, insbesondere Metallhalogeniden oder aus Silikonen od. dgl. besteht, wobei die Gemische so gewählt werden, daß sie bei den angewendeten Temperaturen keine schädlichen Veränderungen erleiden.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch I, 2-und 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Bestandteile des Flüssigkeitsgemisches Wasser verwendet wird.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch I bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchsätze der Reaktionsteilnehmer auf ein Mehrfaches des bisher bei derartigen Verfahren üblichen erhöht werden.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch I bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß in den Fällen, in denen die Zuführung von Wärme in den Reaktionsraum notwendig ist, diese Wärme gesonderten Wärmequellen entnommen wird, die auf die die Temperatureinstellung bewirkende siedende Flüssigkeit einwirken.
    IO. Verfahren nach Anspruch I bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Druck, unter dem das Wärmeaustauschmittel steht, konstant gehalten wird, z. B. durch Regelung der Intensität der Kondensation der Wärmeaustauschmitteldämpfe.
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