DE90647C - - Google Patents
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- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01C—MEASURING DISTANCES, LEVELS OR BEARINGS; SURVEYING; NAVIGATION; GYROSCOPIC INSTRUMENTS; PHOTOGRAMMETRY OR VIDEOGRAMMETRY
- G01C13/00—Surveying specially adapted to open water, e.g. sea, lake, river or canal
- G01C13/002—Measuring the movement of open water
- G01C13/004—Measuring the movement of open water vertical movement
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Der allgemeinen Verwendung pneumatischer Pegel stehen die Einrichtungen entgegen, welche
denselben zur Beseitigung oder Herabminderung des erheblichen Einflusses des Temperatur-
und Wasserdruckwechsels auf die, eine erheblich fehlerhafte Beobachtung der Wasserstände
bedingende Veränderlichkeit der Dichte in der Leitung eingeschlossene Luft beigegeben werden
müssen. Alle mir bekannt gewordenen einschlägigen Compensationsmechanismen gründen
sich auf die Erkenntnifs, dafs die Veränderlichkeit der Dichte der Luft in der Rohrleitung,
gleichviel ob dieselbe im Temperatur- oder Wasserdruckwechsel ihren Ursprung hat, nicht
etwa eine dauernde Beeinflussung des einer bestimmten Wassersäule W (s. die beiliegende
Zeichnung) in dem durch die Leitungsröhre L mit der Beobachtungsstelle verbundenen Manometer
M entsprechenden Quecksilberstandes w zur Folge haben kann, sondern lediglich eine die
Fehlerhaftigkeit der Aufzeichnungen bedingende der für die Wasserstands-MOtnmenen
Nullfläche N. Eine solche Höhenverschiebung zu verhindern, ist in der Patentschrift Nr. 31899 die Rohrleitung
anhaltend oder zeitweise von irgend einer Luftart durchströmen zu las'sen, so dafs
diese aus der Rohrleitung in dem Punkte ausströmt, dessen Tiefe unter der Wasserfläche gemessen
werden soll.
Es ist ersichtlich, dafs auf diese Weise die Beobachtungen von den Einflüssen des Temperatur-
und Wasserdruckwechsels nur so lange
Höhenverschiebung
beobachtungen
beobachtungen
frei bleiben, wie eine Durchströmung der Rohrleitung wirklich stattfindet, und gerade in dem
überaus Umständlichen dieser dauernd oder doch für jede einzelne Beobachtung nothwendigen
Erzeugung einer Luftströmung (durch ' Anwendung einer Luftpumpe u. s. w.) liegt es
begründet, dafs pneumatische Pegel mit der ebenerwähnten Compensationseinrichtung nur
in einigen wenigen Exemplaren in Anwendung gekommen sind.
Auch der in der vorerwähnten Patentschrift ausgesprochene und auf Seite 449 der Zeitschrift
für Instrumentenkunde, Jahrgang 1890, weiter ausgebildete Gedanke, die durch Temperatur-
und Wasserdruckwechsel bedingte fortwährende Nullflächenverschiebung dadurch auf die Beobachtungen
unschädlich zu machen, dafs man das untere Ende der Rohrleitung auf eine
solche Länge horizontal legt, dafs die von der Druckluft berührte Wasserdruckfläche sich nur
in der Horizontalen verschieben kann, ein Verkürzen der zu wägenden Wassersäule durch
Verschieben der Nullfläche in der Verticalen also ausgeschlossen ist, erscheint praktisch nur
für solche Beobachtungsstellen verwerthbar, welche eine nur sehr kurze Rohrleitung nothwendig
machen. Die Einrichtung mufs nämlich ihren Dienst versagen, wenn die Länge der
in der Nullfläche für die Wasserstandsbeobachtungen horizontal zu legenden Luftleitungsröhre
so grofs zu bemessen bleibt, dafs die Reibung des Wassers an der Rohrwandung gröfser wird als der fortzupflanzende Wasser-
druck. Wollte man endlich, der Abbildung 2 auf Seite 44g des Jahrgangs 1890 der vorhin
erwähnten Zeitschrift entsprechend, der horizontal zu legenden Leitungsröhre, um dem
vorerwähnten Uebelstande abzuhelfen, eine entsprechend grofs bemessene Weite geben, so
stände dem die praktisch unerfüllbare Forderung entgegen, die Luft in der Röhrenleitung gegen
die Wasserdruckfläche durch einen »unendlich leicht beweglichen« Stempel abzuschliefsen.
Diese theoretisch richtigen, für den praktischen Gebrauch aber aus den verschiedensten Gründen
nicht wohl allgemein verwendbaren Einrichtungen gegenüber ist das angestrebte Ziel,
die mit Hülfe pneumatischer Pegel gewonnenen Wasserstandsbeobachtungen von dem Einflüsse
des Temperatur- und des Wasserdruckwechsels auf die Dichte der Luft in der Rohrleitung
frei zu halten, in einfachster Weise, mit geringen Mitteln und überall leicht ausführbar dadurch
zu erreichen, dafs man der Luftleitungröhre an ihrer im Wasser der Beobachtungsstelle liegenden
Mündung einen kegelförmigen Ansatz A giebt, der mit seinem Rande r r auf einer in
der für die Wasserstandsbeobachtungen angenommenen Nullfläche N geschaffenen festen
Unterlage unverrückbar aufliegt und in seinen Abmessungen so bestimmt ist, dafs diese Nullfläche
von dem höchsten Punkte s des Ansatzes nur um ein Geringes, jedenfalls um nicht
mehr als etwa 1 cm überragt wird, und dafs bei dem höchsten Wasserstande und der
niedrigsten Temperatur an der Beobachtungsstelle (also bei der Maximaldichte der eingeschlossenen
Luft) die in ihrer Höhenlage veränderliche, von der Druckluft berührte Wasserdruckfläche
die Mündung der Luftleitungsröhre in dem Ansatz nahezu erreicht, auf keinen Fall
aber überschreitet.
Bei einer solchen gesetzmäfsigen Gestaltung bezw. Lagerung der Luftleitungsröhre an ihrer
Mündung .mufs die durch jedwede Temperatur- und Wasserdruckveränderung bedingte Verschiebung
der Wasserdruckfläche aus der Nulllage und damit die entsprechend fehlerhafte Beeinflussung der Beobachtungen der Wasserstände
innerhalb der Grenze eines Centimeters bleiben, und zwar kann dieser Höchstwerth
nur bei. dem höchsten Wasserstande erreicht werden, während alle anderen Wasserstände
(bis zu Null herab) nur um einen entsprechenden Antheil (bis zu Null herab) fehlerhaft zur
Beobachtung kommen können.
Es darf noch hinzugefügt werden, dafs die eben angegebene, für den praktischen Gebrauch
als ausreichend zu erachtende Fehlergrenze erwünschtenfalls dadurch noch herabgemindert
werden kann, dafs man die innere Höhe des kegelförmigen Ansatzes gleich der auf weniger
als ι cm bemessenen Fehlergrenze macht und auf dieser Grundlage die sonstigen Abmessungen
des kegelförmigen Ansatzes, wie vorher angegeben, feststellt.
Zur weiteren Erläuterung und theoretischen Begründung der Wirkungsweise des Ansatzes A
an dem im Wasser der Beobachtungsstelle ruhenden Ende der Luftleitungsröhre möge
zunächst auf den Vorgang eingegangen werden, welcher sich bei der durch Luftleitung bewirkten
Uebertragung des Wasserstandwechsels auf das Manometer, an welchem beobachtet werden soll, abspielt.
Eine bestimmte Wassersäule an der Beobachtungsstelle
wird einen bestimmten Druck auf das Manometer ausüben und daher eine bestimmte Differenz in dem Stande des Quecksilbers
in den beiden Schenkeln der U-förmig gebogenen Röhre des Manometers bedingen;
in umgekehrter Schlufsfolgerung wird also aus einem bestimmten Höhenunterschiede des Quecksilbers
in den beiden Schenkeln der Röhre des Manometers auf einen bestimmten Wasserdruck
an der Beobachtungsstelle geschlossen werden können. Es findet eben ein Wägeprocefs statt,
bei dem die Niveaudifferenzen im Manometer unter allen Umständen proportional sind den
bezüglichen, den Drück ausübenden Wassersäulen. Diese Wassersäulen haben aber wegen
des infolge der Wärme- und Wasserdruckschwankungen veränderlichen Volumens der in
der Leitung eingesperrten Luft so zu sagen einen veränderlichen Fufspunkt, d. h. die Angaben des Manometers beziehen sich auf
Wasserstände, die sich nicht auf ein und denselben Nullpunkt beziehen.
Es ist hieraus ersichtlich, dafs die durch Wärme- und Wasserdruckänderungen bedingten
Volumenänderungen der in der Leitung eingeschlossenen Luft auf den eigentlichen, soeben
geschilderten Wägeprocefs gar keinen Einfiufs haben, dafs sich letzterer vielmehr, wie oben
bereits ausgesprochen, nur darin zu äufsern vermag, dafs die der Verschiebung des Quecksilbers
im Manometer entsprechenden Wasser-'säulen nicht ein und derselben Nullfläche angehören,
dafs vielmehr diese Nullfläche, als welche die von der Druckluft berührte Wasserdruckfläche
in dem Ansätze A anzusehen ist, eine fortwährende Verschiebung im verticalen Sinne
erleiden mufs, welche durch die infolge von Wärme- und Wasserdruckänderungen bedingten
fortwährenden Volumenänderungen der in der Leitung eingeschlossenen Luft hervorgerufen
wird.
Die jeweiligen Stände des Quecksilbers in beiden Schenkeln des Manometers entsprechen
also an sich stets, den jeweiligen Wasserständen; das aus ersferen unter Berücksichtigung des
specifischen Gewichts des Quecksilbers abgeleitete Mafs für letztere bezieht sich aber fort-
während auf einen' anderen Nullpunkt, und das Mafs dieser Nullpunktverschiebungen kommt
dem Fehler gleich, um welchen die von einem bestimmten Nullpunkte aus zu messenden
Wasserstände durch die Angaben des Manometers falsch erhalten werden.
In welcher Weise nun bisher diesen die Fehlerhaftigkeit der Ablesungen am Manometer
,ausmachenden Nullpunktverschiebungen, d. h. also den Verschiebungen der von der
Druckluft berührten Wasserdruckfläche zu begegnen gesucht wurde, ist weiter oben ausführlich
dargelegt, während aus den weiteren dort gegebenen Ausführungen und den hier stehenden , die Sache von einem andern
Gesichtspunkte aus beleuchtenden Erörterungen hervorgeht, dafs bei einer Ausgestaltung der
in das Wasser der Beobachtungsstelle ausmündenden Luftleitungsröhre zu dem Ansätze A
von nur etwa ι cm Höhe und einem von dem Rauminhalte der eigentlichen Luftleitungsröhre
und den Extremen der Wärme- und Wasserdruckschwankungen abhängig gemachten, so bemessenen Inhalte des Ansatzes A, dafs die
durch Wärme- und Wasserdruckschwankungen bedingten Höhenverschiebungen der von der
Druckluft berührten Wasserdruckfläche (der Nullfläche) sich unter allen Umständen innerhalb
des nur etwa ι cm hohen Ansatzes A vollziehen müssen, dafs also unter Anwendung des
in gedachter Weise geformten, gelagerten und bemessenen Ansatzes A die am Manometer
anzustellenden Beobachtungen der Wasserstände über einem bestimmten Nullpunkte nur im
äufsersten Falle um das für die Praxis bedeutungslose, innerhalb der Grenze eines Centimeters
verbleibende Mafs für die Höhenverschiebungen der von der Druckluft berührten Wasserdruckfläche fehlerhaft beeinflufst werden
können.
Claims (1)
- Pa tent-Anspruch:Pneumatischer Pegel, bei welchem die Luftleitungsröhre im Wasser der Beobachtungsstelle in einen kegelförmigen Ansatz ausmündet, welcher mit dem Rande seiner Oeffnung auf einer in der für die Wasserstandsbeobachtungen angenommenen Nullfläche geschaffenen festen Unterlage unverrückbar aufliegt und in seinen Abmessungen so bestimmt ist, dafs er in seinem höchsten Punkte die vorerwähnte Nullfläche nur um ein geringes Mafs (etwa ι cm) überragt, und dafs bei dem höchsten Wasserstande und bei der niedrigsten Temperatur an der Beobachtungsstelle die in ihrer Höhenlage veränderliche, von der Druckluft berührte Wasserdruckfläche die im höchsten Punkte des Ansatzes liegende Mündung des Luftleitungsrohres nahezu erreicht, auf keinen Fall aber überschreitet.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE90647C true DE90647C (de) |
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ID=362343
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT90647D Active DE90647C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE90647C (de) |
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