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DE887803C - Verfahren zur Herstellung von Chlor - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Chlor

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Publication number
DE887803C
DE887803C DED7799A DED0007799A DE887803C DE 887803 C DE887803 C DE 887803C DE D7799 A DED7799 A DE D7799A DE D0007799 A DED0007799 A DE D0007799A DE 887803 C DE887803 C DE 887803C
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DE
Germany
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gases
mass
reaction
particles
contact
Prior art date
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Expired
Application number
DED7799A
Other languages
English (en)
Inventor
Clade W Davis
Roger G Ellis
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Dow Chemical Co
Original Assignee
Dow Chemical Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Dow Chemical Co filed Critical Dow Chemical Co
Priority to DED7799A priority Critical patent/DE887803C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE887803C publication Critical patent/DE887803C/de
Expired legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B7/00Halogens; Halogen acids
    • C01B7/01Chlorine; Hydrogen chloride
    • C01B7/03Preparation from chlorides
    • C01B7/04Preparation of chlorine from hydrogen chloride
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02PCLIMATE CHANGE MITIGATION TECHNOLOGIES IN THE PRODUCTION OR PROCESSING OF GOODS
    • Y02P20/00Technologies relating to chemical industry
    • Y02P20/20Improvements relating to chlorine production

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Catalysts (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Chlor Die Erfindung betrifft Verbesserungen bei der Herstellung von Chlor nach dem Deacon-Prozeß. Obgleich der Deacon-Prozeß bereits seit langem entwickelt und gewerblich angewandt wurde, konnte er mit der elektrolytischen Gewinnung von Chlor nicht erfolgreich in Wettbewerb treten und wurde von diesem Verfahren bei weitem in den Schatten gestellt. Der Deacon-Prozeß beruht auf der Oxydation von Chlorwasserstoff durch Luft oder Sauerstoff in Gegenwart eines Katalysators, entsprechend der theoretischen Gleichung 4HC1+02 = a C12+2 H20.
  • Die Reaktion ist umkehrbar und ihr Ablauf ist, wie wohl bedzannt, von einem Gleichgewicht abhängig, das sich mit derReaktionstemperatur ändert. Man braucht einen Katalysator, um eine praktische Reaktionsgeschwindigkeit bei einer Temperatur zu erzielen, die günstigen Gleichgewichtsbedingungen entspricht. Der üblicherweise angewandte Katalysator ist Cuprichlorid, Cu C12, das auf einen porösen inerten Träger niedergeschlagen wird, z. B. auf zerkleinerten feuerfesten Ziegeln, so daß man eine aktive Kontaktmasse erhält. Verschiedene Beschleuniger für den Cuprichloridkatalysator und auch andere Katalysatoren sind in Vorschlag gebracht worden, aber man hat keine gefunden, die wesentlich die Wirkungsweise des Prozesses verbessern oder die dem Cuprichlorid gleichkämen, wenn man dieses unter den günstigsten Bedingungen anwendet. Optimale Temperaturbedingungen für den Prozeß liegen im allgemeinen innerhalb des engen Bereichs von etwa q.5o bis 4.75°, innerhalb dessen die Überführung von Chlorwasserstoff in Chlor zu etwa 6o bis 75'10 ausgeführt wird.
  • Der wirtschaftliche M.ißerfolg des Prozesses im Wettbewerb mit der elektrolytischen Erzeugung von Chlor ist zum Teil darauf zurückzuführen, daß die Kontaktmasse ihre Aktivität für einen ausreichenden .Zeitraum n=icht behält. Bei der Verfahrenstemperatur ist das Cuprichlorid etwas flüchtig, so daß es durch Verdampfung allmählich verlorengeht; tvenn man mit einer festen Kontaktmasse arbeitet, ist die Temperaturkontrolle infolge der Entwicklung heißer Stellen in der Katalysatorpackung schwierig. Diese Stellen werden größer und breiten sich aus und verursachen nicht nur eine ungleiche Reaktion in der Packung, sondern verursachen auch eine Wanderung des Katalysators innerhalb der Packung von den heißeren zu den kühleren Zonen durch eine Verflüchtigung und einen erneuten Niederschlag. Bei ungünstigen Bedingungen kann eine solche Wanderung des Katalysators eine Unterbrechung des Durchgangs von Gas durch die Packung verursachen. Es gibt keinen gangbaren Weg, eine einheitliche Temperatur oder einen einheitlichen Reaktionsablauf in der gesamten festen Kontaktmasse zu erreichen, und die Packung verliert infolge :des Verlustes an Cuprichlorid ihre Aktivität in ziemlich schnellem Maß. Eines der schwierigen Probleme, welches die Aufmerksamkeit der Sachverständigen beschäftigt hat, bestand darin, Wege zu suchen, um die Aktivität der Kontaktmasse zu erhalten, und zwar entweder dadurch, daß man den Katalysator wieder auffüllte oder dadurch, daß man seinen Verlust durch Verflüchtigung verhinderte. Unseres Wissens nach wurde keine erfolgreiche Lösung des Problems bisher gefunden.
  • In der Erfindung soll eine Lösung für dieses Problem angegeben werden, das gestattet, eine einheitliche Temperatur innerhalb der Kontaktmasse aufrechtzuerhalten, und zwar durch eine verbesserte Wärmeübertragung, und die Aktivität des Katalysators kann hierbei durch ständigen Ersatz der #Ver--luste aufrechterhalten werden, wobei man zu gleicher Zeit eine einheitliche Verteilung des Katalysators, innerhalb der gesamten Kontaktmasse sichert. Weiterhin wird die Wirksamkeit des Katalysators und die Einheitlichkeit des Verfahrens verbessert. Weiterhin erzielt man eine verbesserte Methode des Niederschlags des Cuprichloridkatalysators auf dem Träger. Diese und noch andere Vorteile der Erfindung sind in der folgenden Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung dargelegt, deren einzige Figur eine schematische Darstellung einer Apparatur zur verbesserten Ausführung des- Verfahrens der Erfindung darstellt.
  • Gemäß der Erfindung wird die Reaktion zwischen Chlorwasserstoff und Sauerstoff dadurch ausgeführt, daß die reagierenden Gase durch eine Masse körniger Teilchen geführt werden, die aus einer Kontaktsubstanz bestehen und in einem Schwebezustand gehalten werden, d. h. als eine dichte Gasfestsuspension, herbeigeführt durch das Hindurchströmen der Gase. Diel Kontaktmasse besteht aus einem porösen inerten Träger, auf welchem eine Metallverbindung niedergeschlagen ist, die als Katalysator beim Deacon-Prozeß wirksam ist, z. B. Cuprichlori.d. Der Verlust an katalytischer Metallverbindung durch Verflüchtigung wird dadurch ausgeglichen, 'daß ein Teil der wäßrigen Dämpfe, die aus dem Reaktionsprodukt stammen, kondensiert werden und eine Salzsäurelösung bilden, .in welcher die Dämpfe der Metallverbindung, die im Reaktionsgas enthalten sind, absorbiert werden. Einederartige Lösung wird während des Prozesses auf die im Schwebezustand befindliche Kontaktmasse aufgebracht und einheitlich darauf niedergeschlagen unter Verfahrensbedingungen, bei welchen die Katalysatoraktivität erhalten bleibt. Ein Schwebezustand wird in einer Masse körniger Teilchen dadurch hergestellt, daß man ein Gas durch die Masse mit einer derartigen Geschwindigkeit hindurchfährt, daß das Gas in Bläschen aufgeteilt wird, genau so, wie wenn man ein Gas durch eine Flüssigkeit hindurchfährt. Eine im Schwebezustand befindliche Masse hat eine auf und ab gehende oder kochende Oberfläche infolge des andauernden Entweichens von Gasblasen. D,ie Blasenbildung wird sowohl durch die Größe der Teilchen als auch durch die Geschwindigkeit des Gases beeinflußt. Ein genvisser Gegendruck, von der Stärke der Packung herrührend, ist auch erforderlich, um eine Blasenbildung bei der besonderen Gasgeschwindigkeit herbeaizuführen. Mithin muß die Stärke ausreichend sein, um zu verhindern, daß das Gas durch die Packung hindurchstößt, anstatt in Blasen hindurchzutreten. Darüber hinaus ist aber die einen Schwebezustand herbeiführende Wirkung des Gases wesentlich von der Stärke der Packung unabhängig. Diese Behandlung verursacht eine sichtbare Ausdehnung .der Packung, so daß die Stärke bei Gasdurchgang größer ist als die Stärke der Packung in ruhendem Zustand. Für eine Masse im Schwebezustand ist die Gasgeschwindigkeit, die erforderlich ist, um diesen Zustand zu erhalten, nur ein geringer Bruchteil der Absetzgeschwindigkeit der Teilchen bzw, der Gasgeschwindigkeit, die erforderlich ist, um die einzelnen Teilchen in dem Gasstrom suspendiert zu erhalten und ihr Absetzen infolge der Schwerkraft zu verhindern. Obwohl verschiedene Katalysatoren undzahlreicheKatalysatorzusammenstellungen erprobt worden sind, so hat sich doch Cuprichlorid als der geeignetste erwiesen und ergibt die besten und beständigsten Ergebnisse. Der Cuprichlori,dkatalysator wird auf einem Träger niedergeschlagen, der aus einem körnigen, porösen, inerten, schwer schmelzbaren Material ausreichender Härte besteht, um der Abnutzung zu widerstehen, wenn eine Masse der Teilchen in fließendem Zustand gehalten wird. Eine Masse von Trägerkörnchen, auf welcher der Katalysator niedergeschlagen worden ist, wurde in einer senkrecht stehenden Reaktionskammer untergebracht. Das Reaktionsgefäß hat am Boden eine Einlaßöffnung für die Gase und einen Auslaß für die abziehenden Gase im oberen Teil. Eine ausreichende Höhe ist vorgesehen oberhalb der Masse der körnigen Teilchen, um eine Ausdehnung zu gestatten, wenn man sie in den Schwebezustand überführt, und um Raum genug zu lassen, daß sich die Teilchen absetzen können, die sich über dem Fließbett befinden.
  • Die aufgegebenen Gase bestehen aus einer Mischung von trocknem Chlorwasserstoff und Luft oder Sauerstoff und werden durch die Einlaßöffnung mit einer Geschwindigkeit zugeführt, die ausreichend ist, um die Katalysatormasse in den Schwebezustand zu überführen. Die Mindestgasgeschwindigkeit, die erforderlich ist, um den Schwebezustand herbeizuführen, ist niedrig und beträgt etwa 7,5 cm in der Sekunde. Die Stärke der Packung sollte derart sein, daß eine ausreichende Überführung derKatalysatormenge in den-Schwebezustand möglich ist und daß gleichzeitig eine ausreichende Kontaktzeit für eine wesentlich vollständige Konvertierung von Chlorwasserstoff zu Chlor bei der angewandten Geschwindigkeit und "Temperatur erreicht wird. Je höher hierbei die Temperatur ist, desto kürzer wird die erforderliche Kontaktzeit sein, innerhalb der -dem Verfahren gesetzten Grenzen. Eine Kontaktzeit von etwa o,5 his 5 Sekunden oder mehr ist unter üblichen Verfahrensbedingungen ausreichend.
  • Die Reaktionstemperatur wird zwischen etwa .loo und 6oo° gehalten, vorzugsweise bei etwa 450 bis 5öo°. Die Reaktion ist exotherniisch und gibt theoretisch mehr Wärme ab als erforderlich ist, um die Temperatur in der gewünschten Höhe aufrechtzuerhalten, wenn man Sauerstoff als oxydierendes Gas benutzt. Wenn man Luft benutzt, ist es erforderlich, die Gase vor ihrer Einführung in das Reaktionsgefäß zu erhitzen. Eine geeignete Vorwärtnetemperatur beträgt etwa Zoo bis 300°' und ist von anderen Verfahrensbedingungen sowie von dem Betrag der Wärmeverluste aus dem Reaktionsgefäß abhängig. Das Reaktionsgefäß muß daher in geeigneter Weise gegen Wärmeverluste geschützt werden. Man kann Heizmittel jeder geeigneten Art anwenden, um das Reaktionsgefäß auf Reaktionstinperatur zu bringen oder, falls nötig, auf diese Weise die Reaktionstemperatur aufrechtzuerhalten.
  • Bei in geeigneter Weise geregelten Bedingungen kann mit der Reaktion ein hoher Grad der Konvertierung des Chlorwasserstoffs zu Chlor in'Übereinstimmung mit dem theoretischen Gleichgewicht bei der Reaktionstemperatur erreicht werden. Die aus dem Reaktionsgefäß austretenden Gase bestehen aus einer Mischung von Chlorwasserstoff, Sauerstoff. Chlor, Wasserdampf und, falls Luft als Sauerstoffduelle gebraucht wird, auch aus Stickstoff. Die abziehenden Gase entfernen einen geringen Betrag von Cuprichlorid@dämpfen, wie der Stand der Technik zeigt. Es ist wichtig, dieses verdampfte Cuprichlorid wiederzugewinnen und auf den Kontaktkörper zurückzuführen. Dies wird bei dem vorliegenden Prozeß dadurch herbeigeführt, daß die heißen Austrittsgase zuerst abgekühlt werden, und zwar gerade ausreichend, um einen geringen Betrag Wasserdampf als konzentrierte Salzsäurelösung zu kondensieren, die dann die Kupferchloriddämpfe absorbiert und auflöst. Die saure Lösung des Kupferchlorids wird in das Reaktionsgefäß zurückgeführt, und zwar kontinuierlich oder in Zwischenräumen, wobei sie über die Oberfläche der Fließbettkontaktmasse geführt und davon absorbiert wird. Dieses soll im einzelnen noch später beschrieben werden. Auf diese Weise wird die Aktivität der Kontaktmasse gegenerhebliche Verluste geschützt, und zwar für einen längeren Zeitraum bei Ausführung einer stetigen Verfahrensweise.
  • Die teilweise abgekühlten Reaktionsgase werden nach Abtrennung der kondensierten Lösung von Cuprichlorid weiter abgekühlt und nach irgendeiner in der Technik zur Abtrennung von Chlor von den anderen Bestandteilen der Mischung bekannten Methode behandelt; z. B. können die Gase ausreichend abgekühlt werden, um den Rest des Wassers, der in ihnen enthalten ist, als konzentrierte Salzsäurelösung von etwa 35 % zu gewinnen. Bei üblichem Verfahren ist mehr als ausreichend Chlorwasserstoff in den Gasen enthalten, um eine 35o/oige Lösung mit dem gesamten Wassergehalt zu ergeben.
  • ach Abtrennung der Salzsäurelösung wird. die restliche Mischung, die Chlorwasserstoff, Sauerstoff und Chlor enthält, abgekühlt, um das Chlor zu verflüssigen, und man fraktioniert die Flüssigkeit, um sie von den anderen Komponenten der Mischung zu trennen, die in das Ausgangsgas zurückgeführt werden können oder über die in anderer Weise verfügt werden kann. Eine weitere Methode der Rückgewinnung von Chlor aus den zum Teil abgekühlten Reaktionsgasen nach Abtrennung des Cuprichlorids ist besonders brauchbar, wenn man Luft als Sauerstoffduelle benutzt. Man wäscht hierbei die Gasei mit abgekühlter Salzsäure, um Chlorwasserstoff zu entfernen, und verflüssigt darin das Chlor, um dieses von Sauerstoff und Stickstoff abzutrennen.
  • Ein besonderer Vorteil beim Gebrauch einer im Schwebezustand befindlichen Kontaktmasse besteht in deren Eignung, eine gleichmäßige Reaktionstemperatur zu halten. Die Partikelchen sind in ständiger Bewegung und wandern schnell zu allen Teilen der Masse. Es wurde beobachtet, daß bei den hier beschriebenen Bedingungen für die Kontaktmasse die Zirkulation so schnell in einer Packung üblicher Stärke vor sich geht, daß eine zu Anfang in Schichten ausgebreitete Masse in weniger als i Minute vollkommen und einheitlich gemischt wird. Eine derartige stetige Zirkulation der Massen in der Kontaktnasse bewirkt eine einheitliche Verteilung der Hitze, hält diese auch aufrecht und schließt Schwierigkeiten aus, die durch heiße Stellen und langsame Wärmeverteilung innerhalb einer stationär bleibenden Packung nach dem bisher bekannten Stand der Technik hervorgerufen wurden. Sie trägt auch :dazu bei, daß eine einheitliche Verteilung des Katalysators auf dem Träger beibehalten wird, ungeachtet der Verdampfungsverluste oder der Zufuhr von Cuprichlorid aus oder zu der Masse und schließt Störungen .aus, die bei stationären Katalysatorpackungen infolge der Wanderung des Cuprichlorids durch Verdampfung und erneute Niedetschlagung innerhalb der Packung eintreten. Als Träger für das Cuprichlorid sind ,inerte Materialien, bestehend aus porösen, feuerfesten, kieselsäurehaltigen Stoffen, z. B. Bimsstein, Diatomeenerde, Silicagel, Feuerton usw., geeignet. Besonders geeignet sind Kieselsäureprodukte, die eine gewisse Härte besitzen und die beim Gebrauch gegen die Abreibung sehr widerstandsfähig sind. Das Trägermaterial wird in einen feinkörnigen Zustand übergeführt, vorzugsweise zu einer Größe, die noch durch ein 3o-Maschen-Sieb hindurchgeht und von einem So-Maschen-Sieb zurückgehalten wird (bezeichnet als -30 +50). Jedoch kann ein gröberes oder feineres Material angewandt werden, obgleich ein feineres Material als das, das ioo Maschen entspricht, weniger erwünscht ist und das Material, das feiner als Zoo Maschen ist, für den praktischen Gebrauch zu fein ist, da dieses als Staub von den Reaktionsgasen mitgeführt wird.
  • Das Cuprichlorid kann auf den Trägerteilchen in verschiedener Weise niedergeschlagen werden. Das eine Verfahren besteht darin, daß man den porösen Träger mit einer ausreichenden Menge einer Lösung von Cuprichlorid befeuchtet, um die porösen Teilchen zu imprägnieren und daß man dann das Wasser verdampft, wobei ein Niederschlag von Cuprichlorid in den Poren und auf der Oberfläche der Teilchen zurückbleibt. Ein vorteilhafteres Verfahren, -das eine .ausgesprochen überlegenere Kontaktmasse ergibt, bringt ein Verfahren im Schwebezustand zur Anwendung. Eine Anzahl von Trägerteilchen wird in einer Kammer in den Schwebezustand übergeführt, wobei man eine Lösung von Cuprichlorid auf die Oberfläche tropfen läßt, und zwar bei einer Temperatur, die ausreichend ist, um eine Verdampfung des Wassers unter Aufwallen vor sich gehen zu lassen, bis die Teilchen den gewünschten Gehalt an Cuprichlorid erhalten haben. Diese Methode ist leicht durchzuführen und ergibt einen einheitlichen Niederschlag auf den Trägerteilchen. Überraschenderweise ist .die Kontaktmasse aktiver, wenn sie auf diese Weise hergestellt worden ist und erfordert einen geringeren Kupfergehalt, um eine annehmbare Aktivität zu erlangen, als eine Masse, die .durch Eintauchen in eine Lösung des Salzes hergestellt worden ist. Dieses Verfahren zur Herstellung der Kontaktmasse durch Herbeiführung eines Schwebezustandes der Partikelchen ist dem Prinzip nach das gleiche, das man bei Ausführung des Verfahrens beim Ersatz der verflüchtigten Teile des Katalysators benutzt.
  • Der Betrag an Cuprichlorid, der auf den Träger niedergeschlagen wird, sollte sich innerhalb bestimmter Grenzen halten. Ein zu niedriger Kupfergehalt hat eine geringere Aktivität zur Folge, während ein zu hoher Kupfergehalt zu Störungen führt, weil die Teilchen die Neigung haben, bei der Reaktionstemperatur aneinanderzuhaften und so einen Verlust an Fließbarkeit verursachen. Man nimmt an, daß ein solches Aneinanderhaften der Kontaktteilchen durch Absetzen einer zu schweren Schicht von Cuprichlorid auf der äußeren Oberfläche der Teilchen verursacht wird. Bei einer Reaktionstemperatur von 45o bis 5oo° erweicht,diese Schicht ausreichend, um als Klebmittel zu wirken, das die Teilchen aneinanderhaften läßt. Die praktische Grenze für den Kupferchloridgehalt der Kontaktmasse hängt in gewissem Maße von der Größe der Teilchen und der Art, wie das Kupferchlorid auf ihnen niedergeschlagen worden ist, ab. Für Teilchen, die nach der oben beschriebenen Tropfenmethode präpariert worden sind, ist ein Kupfergehalt zwischen etwa 3 und 15 % ausreichend, um eine gute Konvertierung von Chlorwasserstoff zu Chlor herbeizuführen.
  • Die Ausführung eines vollständigen Verfahrens zur Verwirklichung der Erfindung soll unter Bezugnahme auf die Zeichnung dargelegt werden. Man führt Sauerstoff -durch die Leitung i ein und Chlorwasserstoff durch eine Leitung 2, die beide in die Zufuhrleitung 3 münden, in der die Gase gemischt und in. dem Vorwärmer q. geführt werden. In dem Vorwärmer wird das Gasgemisch auf eine zwischen Zoo und 300° gelegene Temperatur erhitzt, die ausreichend ist, um darauffolgend ,die Reaktionstemperatur geeignet hochzuhalten. Die vorgewärmten Gase werden durch die Pumpe 5 über die Leitung 6 in den Unterteil eines senkrechten, mit einem konischen Boden versehenen Reaktionsgefäßes 7 geführt, in dem sich eine Kontaktmasse 8 befindet, die aus Kupferchlorid besteht, das auf kleinen. Partikelchen einer Trägermasse niedergeschlagen ist und von einer mit Löchern versehenen Platte 9 getragen wird. Die Höhe der Kontaktmasse ist ausreichend, um eine Berührungszeit von etwa i bis zu 3 Sekunden für die reagierenden Gase vorzusehen. Die Gase werden dem Reaktionsgefäß mit einer Geschwindigkeit zugeführt, die ausreichend ist, um die Kontaktmasse in einen Schwebezustand zu überführen und bei einem Druck, der ausreichend ist, um den Katalysator zu durchdringen und den Druckabfall innerhalb des Systems zu überwinden. Unter diesen Bedingungen wird -die Kontaktmasse in den Schwebezustand gebracht, wobei eine Ausdehnung erfolgt, .die um 2o bis etwa 5o % das statische Volumen übertrifft.
  • Die reagierenden Gase werden innerhalb der Kontaktmasse auf Reaktionstemperatur erhitzt, wobei diel Zufuhrtemperatur des Gases vorzugsweise so geregelt wird, daß die Reaktionstemperatur bei etwa 475° gehalten- wird. Die heißen Reaktionsgase gehen aus denn Reaktionsgefäß durch eine Auslaßöffnung i o in einen luftgekühlten Kondensator i i über, in dem sie ausreichend gekühlt werden, um einen Anteil von Wasser und Chlorwasserstoff in diesem als starke wäßrige Lösung zu kondensieren, welche die Guprichloriddämpfe, die in den Austrittsgasen enthalten sind, absorbiert und auflöst. Dieses Kondensat wird in dem Separator 12 von den übrigen Gasen abgetrennt.
  • Die nahezu gesättigte saure Lösung von Cupriohlorid wird stetig oder in Abständen durch das Rohr 13 in das Reaktionsgefäß 7 an einem Punkt zurückgeführt, der etwas oberhalb der im Schwebezustand befindlichen Masse liegt. Das Rohr 13 endet innerhalb des Reaktionsgefäßes in einer Tropfdüse 1q., durch welche,die Lösung auf die im Schwebezustand befindliche Masse herabträufelt. Wasser und Chlorwasserstoff werden verdampft, während Cuprichlorid auf den Trägerteilchen niedergeschlagen wird. Bei .der vorwiegend im Schwebezustand befindlichen Masse wird die Ablagerung von Cuprichlorid auf den Trägerteilchen und ihre Verteilung in dem Fließbett ziemlich einheitlich vor sich gehen, wenn man den Cuprichloridgehalt der Teilchen innerhalb enger Grenzen hält.
  • Die nichtkondensierten Dämpfe und Gase aus dem Separator 12 gehen durch die Leitung 15 in den wassergekühlten Kondensator 16 über, in dem die Hauptmenge des noch vorhandenen Wasserdampfes als Salzsäurelösung von etwa 30 bis 35 0/0a kondensiert wird. Die Säurelösung wird von den Restgasen im Separator 17 abgetrennt und durch das Rohr 18 entfernt.
  • Die Gasei aus dem Separator 17, die Chlorwasserstoff, Sauerstoff und Chlor enthalten, gehen bei einer Temperatur von etwa 40' durch die Leitung i9 zu einer Kolonne 20, wo sie durch eine Kühlschlange 21 geführt werden, die durch das in der Kolonne befindliche Chlor gekühlt wird. Die abgekühlten Gase gehen bei etwa -2o0 durch den Kondensationstopf 22, in dem ein geringer Betrag an wäßriger Salzsäure abgetrennt wird, und durch Leitung 23 wird dieser entfernt. Die Leitung 2.3 ist in geeigneter Weise mit der Leitung 18 verbunden. Die gekühlten Gase gehen durch die Leitung 24 in den oberen Abschnitt einer Trennkolonne 25, die mit der Blase 2o in Verbindung steht. In der Kolonne wird der Hauptteil des Chlors verflüssigt und fließt zur Blase herab, in der die Flüssigkeit siedet und so gelöste Gase abscheidet. Das gereinigte flüssige Chlor wird über die Leitung 26 aus der Blase 20 in ein Vorratsgefäß 27 übergeführt. Nichtkondensierte Gase aus dem Oberteil der Kolonne25 werden durch die Leitung 28 entfernt und zu einem Kondensator 29 geführt, in dem sie auf etwa -6d°'tiefgekühltwerden. Die gekühlte Mischung geht durch Leitung 30 zu dem Kondensationstopf 31, in dem flüssiges Kondensat abgetrennt wird und durch Leitung 32 zu dem Kopf der Kolonne 25 als Rückfluß zurückgeführt wird. Die nichtkondensierten Gase aus dem Topf 31, die Sauerstoff, restliches Chlor und Chlorwasserstoff enthalten, werden durch die Leitung 33 abgezogen, d.ie mit der Leitung 3 in Verbindung steht, und werden den Gasen, die in das System eintreten, zugefügt.
  • Wenn man Luft als Quelle für Sauerstoff in dem Prozeß benutzt, ist die Verfahrensweise,die gleiche, ausgenommen; daß die Austrittsgase aus dem Topf 31 vorzugsweise ins Freie gelassen werden, statt in den Kreislauf zurückgeführt zu werden. In diesem Fall werden die abgelassenen Gase noch weiter durch bekannte Mittel behandelt, um restliches darin befindliches Chlor zu gewinnen. Auch kann man etwas Wasser den Gasen im Kondensator 16 hinzufügen, das ausreichend ist, um eine wesentlich vollständige Absorption des Chlorwasserstoffs in dem Kondensat herbeizuführen. Wenn man das Verfahren anlaufen lassen will, kann man die Kontaktmasse unmittelbar in dem Reaktionsgefäß 7 nach dem bereits erwähnten Verfahren herstellen. Man gibt eine Masse aus Trägerteilchen in das Reaktionsgefäß auf, diese wird dann dadurch, daß man ein Gas durch die Masse leitet, in den Schwebezustand übergeführt, wobei man eine Lösung von Cuprichlorid auf die Oberfläche der in den Schwebezustand versetzten Masse tropfen läßt, bis ein ausreichender Niederschlag von Cuprichlorid auf den Teilchen aufgebaut worden ist. Da das den Schwebezustand herbeiführende Gas die für das Verfahren übliche Gasmischung sein kann oder auch Luft oder ein anderes Gas, so stehen nach Wunsch verschiedenartige Ausführungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Temperatur, bei der das Verfahren ausgeführt wird, braucht nur hoch genug zu sein, um das Wasser aus der Cuprichloridlösung durch eine Sprühverdampfung zu entfernen, während es über' die in den Schwebezustand versetzten Trägerteilchen herabträufelt, aber es kann auch jede Temperatur herauf bis zu Temperaturen, bei denen das Hauptverfahren ausgeübt wird, angewandt werden. Der Gehalt der Cuprichloridlösung ist nicht wesentlich, obgleich eine Konzentration von io bis 30'/o Cu C12 für geeignet befunden wurde.
  • Eine Kontaktmasse, die nach dem .eben beschriebenen Verfahren hergestellt worden war, war einer Masse sehr überlegen, die in der üblichen Art durch Eintauchen der Trägerteilchen in eine Cuprichloridlösung mit darauffolgender Entfernung des Wassers durch Verdampfung hergestellt worden war. Um diese Überlegenheit darzustellen, wurden folgende Versuche angestellt. Hierbei wurden als Träger Kieselgur mit einer Maschengröße von -3o -h 5o angewandt. Bei zwei Versuchen (Nr. i und 2) wurden die Kontaktteilchen, wie beschrieben, nach der Träufelmethode hergestellt, und bei einem Versuch (Nr.3) wurden sie nach der üblichen Tauchmethode hergestellt. Jeder Versuch enthielt 9,1 Gewichtsprozent Cu C12. Bei jedem Versuch wurden Zoo g in ein rohrförmiges Reaktionsgefäß von 5,1 cm Durchmesser gegeben, in dem die Stärke der Packung im Ruhezustand sich auf etwa 25,4 cm belief. In einer Reihe von Arbeitsvorgängen wurden 18 Grammol in der Stunde einer Mischung, die wie folgt zusammengesetzt war: H Cl 59;6%, 02 29,3 0/0, C12 I i,i %, durch eine jede Packung hindurchgeführt, mit Geschwindigkeiten, die einen Schwebezustand herbeiführen und bei Temperaturen von 5o:oa bzw. 475, 450, 425, 400°. Hierbei wurde die Konversion von H Cl zu C12, wie in nachfolgender Tabelle gezeigt, bestimmt.
    Tabelle
    Katalysatortemperatur Nr. r Nr. 2 Nr. 3
    Konv. 0!0 1 Konv. 0/0 @ Konv. 0/0
    500' 70 70 --
    475° 69 70 47
    4.5o0 62 62 22
    425° 31 41 =o
    400° 15 17 3
    Die erhöhte Aktivität ,der Kontaktmasse, .die nach dem hierin beschriebenen Träufelverfahren hergestellt worden ist, ist wenigstens zum großen Teil darauf zurückzuführen, daß der Niederschlag des Cuprichlorids in der Hauptsache auf der Oberfläche der Trägermasse oder in den Poren in der Nähe der Oberfläche gebildet wird, während bei dem üblichen Tauchverfahren die Trägerteilchen wesentlich durch die ganze Masse hindurch imprägniert werden. Das Cuprichlorid, das auf oder in der Nähe der Trägerteilchenoberfläche sich befindet, ist bei der Katalysierung der Reaktion am wirksamsten, während das, was tiefer in den Teilchen niedergeschlagen ist, meist nicht mit den Reaktionsgasen in Berührung kommt und daher unwirksam ist. Die Korrektheit dieser Theorie wird durch unsere wiederholte Beobachtung gestützt, daß eine Kontaktmasse, die nach der Träufelmethode hergestellt ist, bei einem niedrigeren Gesamtgehalt an CuC12 wirksamer ist, als eine, die in üblicher Weise hergestellt worden ist. Es können noch andere als die eben erwähnte Ursache, die erhöhte Aktivität der Kontaktmasse, die nach dem. vorliegenden verbesserten Verfahren hergestellt worden ist, die Reaktion maßgeblich beeinflussen, worüber man jedoch bisher sich noch keine Gewißheit verschaffen könnte, doch scheint die oben gegebene Erklärung mit den beobachteten Tatsachen in Übereinstimmung zu sein.
  • Es wird bemerkt, daß die kontinuierliche Arbeitsweise des vorliegenden verbesserten Deacon-Verfahrens mit Regeneration der Kontaktmasse -in der beschriebenen Weise gegebenenfalls eine Masse ergibt, die praktisch mit der identisch ist, die nach dem Träufelverfahren hergestellt worden ist, wobei es unbeachtlich ist, in welcher Weise sie ursprünglich hergestellt worden ist.
  • Die Dauerhaftigkeit der Kontaktmasse bei lange fortgesetztem Gebrauch ist von den physikalischen Eigenschaften des Materials abhängig, das man für die Trägermasse ausgewählt hat. Die Versetzung in den Schwebezustand verursacht unvermeidlich eine mehr oder minder starke Abreibung der Trägerteilchen unter Bildung von feinen Stoffen, die weniger geeignet sind als die großen Teilchen und die-auch durch Mitnahme als Staub in dem Reaktionsgefäß verlorengehen können. Der Träger muß ausreichende Härte und auch ausreichende Kohäsion aufweisen, -um soweit wie möglich der Abreibung zu widerstehen. Er muß auch thermischen Beanspruchungen widerstehen, wie sie z. B. durch unsere Methode- der Regeneration auftretten können, dadurch, daß eine w äßrige Cuprichloridlösung in die heiße, im Schwebezustand befindliche Masse eingeführt wird. Wie bereits oben festgestellt wurde, besitzt Diatomeenerde im allgemeinen die erforderl.ichen Eigenschaften im höheren Grade als irgendein anderes Material. Während der Durchführung des .Verfahrenstritt eine allmähliche Größenminderung der Teilchen und auch ein geringer Staubverlust ein, z. B. geht, wenn Man mit Teilchengrößen von -30 -i-50 Maschen beginnt, bei einer Luftgeschwindigkeit von 15 cm in. der Sekunde nach einem Arbeitsgang von 12o Stunden etwa die Hälfte der ),fasse durch ein 5o-1.laschen-Sieb hindurch, und der Staubverlust beträgt etwa o,i5°/o in der Stunde. Dies erfordert die periodische Zugabe ausreichender Mengen neuer Teilchen geeigneter Größe, die in das Fließbett zugegeben werden müssen, um den allmählichen Verschleiß auszugleichen.
  • Bei Ausführung des Verfahrens können die Anteile an Chlorwasserstoff und Sauerstoff in den Reaktionsgasen erheblich von dem theoretischen Verhältnis von 4 : 1 abweichen. Gemäß den Grundsätzen der Massenwirkung bewirkt ein Überschuß an Chlorwasserstoff bzw. Sauerstoff, daß die Reaktion in der gewünschten Richtung verlaufen muß. Vom Standpunkt der Wiedergewinnung ist es vorteilhafter, mit einem Überschuß an. Sauerstoff zu arbeiten. Bei der Ausführung eines kontinuierlichen Verfahrens, wie beschrieben, muß die Rückführung der nichtkondensierten Reaktionsgase einschließlich Chlor ebenso wie Sauerstoff und Chlorwasserstoff in Rechnung gesetzt werden, wenn man die Anteile zier Zufuhrgase berechnet, z. B. kann, ohne daß man sich hierdurch eine Beschränkung auferlegt, eine geeignete Gasmischung in das Reaktionsgefäß aufgegeben werden, die sowohl-aus frischen als auch aus Rücklaufgasen zusammengesetzt ist und die etwa 6o'/& H Cl, 30 0/0 02 und 1o °/o Ch enthält. Wenn man Luft als Quelle für den Sauerstoff benutzt, so können die Anteile abgeändert werden, um den Stickstoffgehalt der Luft zu berücksichtigen, der als inertes Verdünnungsmittel wirkt. Die Gegenwart von Stickstoff in den Reaktionsgasen ändert nichts an den Grundsätzen des Verfahrens oder dessen Durchführung, obgleich es die Wärme und Materialbilanz beeinflußt und die technischen Berechnungen beider Planung der Anlage geändert werden müssen.
  • Der verbesserte Prozeß kann während eines langen Zeitabschnitts kontinuierlich durchgeführt werden, und er beseitigt oder reduziert in hohem Maße die Schwierigkeiten, die bisher beim Gebrauch einer unbeweglichen Kataly satorpackung auftraten. Er betrifft eine wirksame Methode, um .die Aktivität der Kontaktmasse zu erhalten, unvermeidliche Verluste an Cuprichlorid, die durch Verflüchtigung eintreten, zu kompensieren und zum ersten Mal auf diesem Zweig der Technik eine einheitliche Verteilung der Wärme innerhalb der Reaktionszone zu bewirken.
  • Nachfolgend wird ein Beispiel der Verfahrensweise bei dem verbesserten Verfahren mitgeteilt, ohne daß hierdurch eine Beschränkung, die in der allgemeinen Beschreibung und in dem angehängten Anspruch nicht bereits enthalten ist, ausgesprochen würde. Beispiel In ein isoliertes, senkrecht stehendes Reaktionsgefäß, das eine Höhe von 112 cm aufweist und von außen durch Widerstandsdrähte, die um das Gefäß gewickelt sind, elektrisch erhitzt wird, wurde eine Packung von 25,4 cm Stärke angeordnet, die aus Trägerteilchen aus Kieselgur von -8o +roo Maschengröße bestand. Eine Ausgangsgasmischung, bestehend aus 29,3'Volumprozent 02, 59,6 Volumprozent H Cl. und i i, i Volumprozent C1 wurde unterhalb der Katalysatorpackung bei einem Druck von 2o bis 70 mm Hg, entsprechend einer Einführungsgeschwindigkeit von etwa 15 cm in der Sekunde eingeführt, die ausreichte, um die Packung in den Schwebezustand zu versetzen, wobei sich das scheinbare Volumen um 5o % vergrößerte. Die Oberflächenkontaktzeit, d. h. die Zeit, die auf Grund der Aufenthaltsdauer in einem 25,4 cm tiefen leeren Reaktionsgefäß bei der Zuführungsgeschwindigkeit sich errechnet, betrug annähernd 3,4 Sekunden. Das Ausgangsgasgemisch wurde auf eine Temperatur von etwa 25o° vorgewärmt, und dem Reaktionsgefäß wurde ausreichende Wärme zugeführt und die Temperatur darin auf etwa d.75° gehalten.
  • Der Träger wurde zunächst dadurch aktiviert, daß man auf die im Schwebezustand befindliche Oberfläche eine io%ige CUCl2 Lösung träufeln ließ, bis die Teilchen einen 4,25o/oigen Gehalt an CU C12 hatten; darauf wurde die Reaktion fortgesetzt. Die Austrittsgase aus dem Reaktionsgefäß wurden in einer ersten Stufe gekühlt, und es wurde eine stark salzsaure Lösung von Ctt C12 kondensiert, und dann wurde in einer zweiten Stufe weiter kondensiert, um Wasser zu entfernen und das Chlor zu gewinnen. Die kondensierte Cu C12-Lösung wurde kontinuierlich in das Reaktionsgefäß zurückgeführt und über die im Schwebezustand befindliche Oberfläche des Katalysators geträufelt. Die Reaktion wurde i85 Stunden lang fortgesetzt, Der CuC12 Gehalt der Kontaktmasse blieb bei 4,241/o. Darauf wurde, ohne claß der Verfahrensgang unterbrochen wurde, die Reaktion in gleicher Weise fortgesetzt, ausgenommen, daß Cu C12 nicht auf die Kontaktmasse zurückgeführt wurde. Bei Zoo Stunden betrug die Konversion 67"/0, während die Anfangskonversion 70 % betrug. Nach 30 Stunden war der Cu C12 -Gehalt der Kontaktmasse auf 3,17% vermindert worden, und die Konversion von HCl zu C12 war auf 581/o abgefallen. Die angesammelte Cu C12 Lösung wurde dann so schnell wie möglich auf die Kontaktmasse zurückgeführt, wobei der Prozeß ununterbrochen «-eitergeführt wurde. Nachdem man 61/z Stunden in dieser Weise gearbeitet hatte, war der Cu C19 Gehalt der Masse auf 3,d.8 % gestiegen und auch die Konversion von H Cl zu C12 war auf 65 % gestiegen. Bei einem ähnlichen Verfahrensgang, der zu Vergleichszwecken ausgeführt wurde, wurde wie eben beschrieben gearbeitet, ausgenommen, daß die Kontaktmasse vorher nach dem Tauchverfahren mit einem Gesamtgehalt von 5,52% CUC12 versehen «-orden war und daß keine Cu Cl,-Lösung während des Verfahrensganges auf den Träger zurückgeführt wurde. Bei diesen Bedingungen war der CU C19 Gehalt der Masse nach 551/2 Stunden auf .f,77 % abgefallen, und die Konversion von H Cl zu C12 war von einem Ausgangswert von 68% auf einen Endwert von.36 % zurückgegangen.
  • Es ist aus dem vorhergehenden Beispiel ersichtlich, daß der Cu C12-Gehalt der Kontaktmasse allein nicht als Maß für deren Aktivität betrachtet werden kann, da diese von dem Anteil an Cu C12 auf dem Träger abhängig ist, der für die tatsächliche Berührung mit den Reaktionsgasen zugänglich ist. In einem besonderen Fall jedoch, nämlich wenn der anfangs vorhandene CuC12-Gellalt fortschreitend durch Verflüchtigungsverluste vermindert wird, wird ein Punkt erreicht, unterhalb dessen -die Aktivität schnell abfällt, begleitet von einer fortgesetzten Verminderung des CU Cl2-Gehaltes.
  • Erfahrungsgemäß kann, wenn man eine festliegende Kontaktmasse benutzt, die Cuprichlorid auf üblichen Trägern oder irgendeinen der anderen Katalv satoren, die man bereits vorgeschlagen hat, enthält, bei vergleichbaren Temperaturen und Kontaktzeiten eine Konvertierung von H Cl zu C12 in enger Annäherung an eine Temperatur von 45o bis -175° nicht erreicht werden, sondern sie wird nur bei Temperaturen oberhalb 5oo° erreicht, bei denen das Gleichgewicht weniger günstig ist als bei den niedrigen Temperaturen. Bei solch höheren Temperaturen sind natürlich die Verflüchtigungsverluste größer und die nutzbare aktive Lebensdauer eines Katalysators wird stark verkürzt, z. B. wurde beim Gebrauch der theoretischen Ausgangsmenge von 4 H Cl +02 eine unbewegliche Kontaktmasse erprobt, die aus einer Mischung von 8o Teilen Cu C12 und 2o Teilen Na Cl bestand, die auf Kieselgur im Betrag von 37,5%. vom Gewicht des Trägers niedergeschlagen worden war. Bei einer Temperatur von 45o° betrug die Anfangskonversion von H Cl zu Cl., 556% und sank allmählich auf 41,7% nach 1i9 Stunden kontinuierlichem Arbeiten ab. Die theoretische Konvertierung beträgt bei dieser Temperatur annähernd 71%. Bei 55o° wurde eine anfängliche Konversion von annähernd 56 % auf 2$ % vermindert, nachdem nur 441/2 Stunden kontinuierlich gearbeitet worden war. Die theoretische Konversion beträgt bei dieser Temperatur annähernd 610/0.
  • Obgleich die Erfindung besonders für den Gebrauch einer Kontaktmasse, die allein aus Cuprichlorid besteht, das auf einem Träger niedergeschlagen ist, geeignet ist, so kann sie doch auch mit anderen Katalysatoren benutzt werden, die bei dem Deacon-Prozeß üblich sind, wobei man entweder andere katalytisch wirkende -Metallsalze benutzen kann oder deren Mischungen mit Cu C12, so wie es bereits früher schon vorgeschlagen ist. Ein Beispiel für einen solchen Katalysator ist die oben angeführte Mischung von Cu Cl, und \ a Cl.

Claims (1)

  1. PATRNTANSPRecli: Verfahren zur Herstellung von Chlor nach dem Deacon-Prozeß, bei dem ein gasförmiges Gemisch von Chlorwasserstoff mit einem Sauerstoff enthaltenden Gas durch eine Packung einer körnigen Kontaktmasse geführt wird, die aus einem porösen inerten Träger besteht, auf dem eine katalytische Metallverbindung niedergeschlagen wird, die bei einer zwischen 4oo und 6oo° liegenden Reaktionstemperatur sich verflüchtigen kann, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktionsgase durch die Kontaktmasse mit einer Geschwindigkeit hindurchtreten, die ausreichend ist, um letztere in einen Schwebezustand zu überführen, und daß die Austrittsgase der Reaktion abgekühlt werden, um einen Teil des Wasserdampfes und Chlorwasserstoffs, die darin enthalten sind, zusammen mit den Dämpfen der Metallverbindung zu kondensieren und dabei eine w äßrige, saure Lösung der Metallv erbindung zu bilden, worauf diese Lösung auf die im Schwebezustand befindliche Kontaktmasse zurückgeführt wird.
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