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Anordnung zur Bildung einer durch kurzzeitige Impulse unbeeinfluBten
Regelspannung Die Erfindung bezieht sich auf Anordnungen, bei denen kurzzeitige
Impulse, die auf eine Regeleinrichtung gelangen, diese nicht zum Ansprechen bringen
sollen und bei denen zu diesem Zwecke eine Trennung der Impulse von der Regelgleichspannung
erfolgt. Solche Anordnungen finden beispielsweise bei der Empfangsvolumenregelung
in Funksprecliendstellen Anwendung, um bei den sprachgesteuerten Verstärkern eine
Unterdrückung des Dauergeräusches zu bewirken und dabei zu verhindern, daß dieses
Dauergeräusch in längeren .Sprachpausen hochgeregelt wird.
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Es ist bereits eine diesem Zwecke dienende Einrichtung bekannt, bei
der eine dem Dauergeräuschanteil in der Sprache proportionale Spannung erzeugt wird.
Bei der bekannten Einrichtung wird dies auf folgende Weise erreicht. Sprache und
Geräuschspannung werden gemeinsam gleichgerichtet. Die so an einem Widerstand erhaltene
pulsierende Gleichspannung, bei der die Sprache als sich dem nahezu gleichbleibenden
Geräuschanteil überlagernde Impulse in Erscheinung treten, wind einem aus einem
Gleichrichter als Längswiderstand und einem Kondensator als Querwiderstand bestehenden
Vierpol zugeführt. Die zur Unterdrückung der Geräuschspannung erforderliche, dem
Dauergeräusch proportionale Gleichspannung wird an dem Kondensator hochohmig abgenommen
und dient zur Steuerung eines Dämpfungsgliedes im eigentlichen Empfangszweig. Die
Aufladung des Kondensators vollzieht sich über den Sperrwiderstand des Gleichrichters,
seine Entladung über den Durchlaßwiderstand. Dies ergibt eine lange Aufladezeit
und eine kurze Entladezeit. Erstere ist
demnach groß und letztere
klein gegenüber der mittleren Dauer eines Sprachimpulses. Diese können somit den
Kondensator praktisch nicht aufladen. Ein lang andauerndes Dauergeräusch ergibt
jedoch eine Aufladung und damit eine bestimmte Steuerspannung. Diese bekannte Anordnung
hat jedoch den Nachteil, daß bei schneller Impulsfolge, wie sie sich bei rascher,
fließender Sprache ergibt, bei zu kleinen Sperrwiderständen der Gleichrichter, allmählich
am Kondensator eine unerwünschte Ladung entsteht. Der Grund hierfür liegt darin,
daß der Aufladevorgang dem normalen Aufladevorgang eines RC-Gliedes folgt, d. h.
die Spannung steigt zunächst proportional mit der Zeit an, wie es die Linie a in
dem in Abb. i wiedergegebenen Diagramm zeigt.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den der bekannten Anordnung
anhaftenden Mangel zu beseitigen und eine Anordnung zu schaffen, die eine einwandfreie
Trennung einer Gleichspannung von ihr überlagerten kurzen Impulsen durchzuführen
gestattet. Zu diesem Zwecke muß der zeitproportionale Anstieg der Ausgangsspannung
verhindert werden, d. h. die Aufladung des Kondensators muß verzögert werden. Die
Spannungscharakteristik muß also einen Verlauf besitzen, der etwa dem der Kurve
b in Abb. i entspricht. Eine Anordnung, die eine derartige Charakteristik der Regelspannung
aufweist, ist bereits bekannt. Sie besteht aus einer verhältnismäßig komplizierten
Brückenschaltung aus spannungsabhängigen und konstanten Widerständen sowie Kondensatoren,
bei der die Regelspannung von dem in einer Diagonale in Reihe mit einem Gleichrichter
angeordneten Widerstand abgenommen wird. Diese Anordnung dient dabei zur Erzielung
einer verzögerten Lautstärkeregelung. Durch die Erfindung wird die genannte Aufgabe
in erheblich einfacherer Weise gelöst.
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Die Erfindung verwendet den gleichen, aus Gleichrichter in Längszweig
und Kondensator im Querzweig aufgebauten Vierpol zur Erzeugung der dem Dauergeräusch
proportionalen Steuergleichspannung und vermeidet das Wirksamwerden rasch aufeinanderfolgender
Impulse erfindungsgemäß durch eine Kettenschaltung mehrerer solcher Vierpole. Bei
einer solchen Kettenschaltung wird der zeitproportionale Anstieg nicht nur verkleinert,
sondern die Ausgangsspannung bleibt zunächst gleich Null, so daß kurze Impulse überhaupt
keine Kondensatoraufladung bewirken können, und nähert sich erst dann wieder dem
normalen Aufladevorgang, wenn eine längere andauernde Spannung am Eingang liegt.
Diese Wirkung tritt bereits bei einer Kettenschaltung zweiex solcher Vierpole ein.
Der Spannungsverlauf entspricht der Kurve c in Abb. i. Der Vorteil der Erfindung
ist außer in der geringeren Beeinflussung der Gleichspannung am Ausgang der Anordnung
durch kurze Impulse darin zu erblicken, daß auch die Anforderungen an die Sperrwiderstände
der Gleichrichter vermindert werden.
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In der Abb. z ist eine Schaltungsanordnung zur Empfangsvolumenregelung
bei einer Funksprechendstelle dargestellt, in «-elcher die Erfindung zur Anwendung
gebracht ist. Die Empfangsspannungen UE gelangen über ein regelbares Dämpfungsnetzwerk
D auf den Empfangsverstärker V. Vor dem Dämpfungsnetzwerk wird ein Teil der Empfangsspannungen,
die sowohl Sprache als auch das Dauergeräusch umfassen, abgezweigt und über einen
Regelvorverstärker VR dem Gleichrichter GL zugeführt. Die Gleichrichtung ergibt
nach Glätturig eine dem Dauergeräusch proportionale Gleichspannung, welcher der
Sprache entsprechende Impulse überlagert sind. Diese Impulse dürfen in der Regelspannung
nicht in Erscheinung treten. Zu ihrer Unterdrückung dienen die beiden hintereinandergeschalteten
Sperrglieder I und 1I, welche die oben bereits beschriebene Wirkungsweise haben.
Die Zahl der Sperrglieder ist nicht auf zwei beschränkt, sondern kann auch höher
sein, wodurch sich die Sperrzeiten weiter erhöhen. Die am Ausga.ngskondensator abgenommene
Regelgleichspannung UR ist proportional dem Dauergeräusch und wird dem Steuergitter
einer Regelröhre Röst zugeführt derart, daß steigende Regelgleichspannung einen
steigenden Regelstrom über die Regelröhre Röst ergibt, der eine steigende Dämpfung
des Netzwerkes D bewirkt. Der Geräuschanteil hat nun in der dargestellten Anordnung
eine steuernde. Wirkung auf das Dämpfungsnetzw erk derart, daß in Gesprächspausen
keine Hochregelung durch die verblebenden Geräuschspannungen erfolgen kann.
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Die Erfindung ist nicht auf die in dem Beispiel angenommene Vorwärtsregelung
beschränkt, da eine Rückwärtsregelung in gleicher Weise möglich ist.