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Etagenpresse, insbesondere für die Herstellung von fälschungssicheren
Ausweiskarten Die Erfindung bezieht sich auf eine Etagenpresse zum gleichzeitigen
Heiß- und Kaltpressen, insbesondere für die schnelle Herstellung von fälscchungssicheren
Ausweiskarten.
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Karten dieser Art werden bisher in der Weise hergestellt, daß jede
Karte zwischen zwei durchsichtigen, thermoplastischen Kunststoffblättern gelegt,
hierauf der Einwirkung von Wärme und Druck ausgesetzt und dann gekühlt wird, um
die drei Materialstärken zu einer Einheit zu verbinden, wobei die Karte zwischen
den Kunststoffblättern liegt und vom Kunststofi umhüllt ist. Die Herstellung dieser
fälschungssicheren Ausweiskarten ist weitgehend eine Handarbeit. Es* wird einte
Anzahl von solchen zusammengestellten Karten zwischen zwei Druckplatten zu einem
Stapel eingelegt. Der Stapel wird dann zwischen die Platten einer hydraulischen
Presse eingeschoben. Die Presse wird geschlossen. Die Druckplatten werden elektrisch
auf eine bestimmte Temperatur für eine gewisse Zeit erhitzt und dann durch Wasser
abgekühlt, um den Formvorgang, durch welchen die Karte von der Kunstmasse umhüllt
wird, . abzuschließen. Wegen der notwendigen Zeitdauer zur Erwärmung und anschließenden
Abkühlung der Presse verläuft der Arbeitsvorgang langsam, und
die
aus einer mit nur einer Ausgabe versehenen Presse anfallende Produktion ist sehr
begrenzt.
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Die Erfindung hat sich die sehr viel schnellere Herstellung von fälschungssicheren
Ausweiskarten zur Aufgabe gestellt. Sie besteht darin, daß die Etagenpresse mit
zwei gleichzeitig beschickten und zu betätigenden Plattenpaaren ausgerüstet ist,
von welchen das eine Plattenpaar für die Ausführung des Heißpreßvorganges mit einer
Heizvorrichtung, das andere Plattenpaar für die Ausführung des Kaltpreßvorganges
mit Kühlrohren versehen ist. Auf diese Weise kann der eine Stapel der . Wärme und
dem Druck unterworfen werden, während der andere unter Druck gekühlt wird. Der erhitzte
zwischen den Preßplatten befindliche Stapel wird dann aug dem Heizplattenpaar herausgeholt
und zwischen das Kühlplattenpaar gebracht, nachdem der dort abgekühlte Stapel aus
ihm entnommen ist. Für dieses Herausnehmen und Einsetzen der unter Druck gehaltenen
Stapel aus dem einen in das andere Plattenpaar dienen nach einem weiteren Erfindungsmerkmal
Klemmvorrichtungen.
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Die Zeichnungen zeigen das vorliegend zur Anwendung kommende Verfahren
und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
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In den Zeichnungen ist Fig. i eine schaubildliche Darstellung der
offenen zwei Stapel tragenden Etagenpresse, Fig. ia eine schaubildliche Ansicht
eines aus der Presse herausgenommenen Stapels, ' Fig.2 eine schaubildliche Teilansicht
der beschickten Presse in geschlossenem Zustand, Fig. 3 eine der Fig. 2 ähnliche
schaubildliche Ansicht der Anwendung der Klemmvorrichtung bei dem heißen Stapel,
Fig.4 eine schaubildliche Ansicht der Presse in offener Stellung, wobei der erhitzte
Stapel zwischen die kalten Platten gelegt worden ist, Fig. 5 eine Rückansicht der
offenen Presse, aus welcher die Leitungsanschlüsse zum Erhitzen und die Leitungsverbindungen
für das Kühlwasser erkenntlich sind, Fig.6 ein vergrößerter Schnitt durch einen
Stapel, der auch eine Form einer Klemme erkennen läßt, Fig. 7 ein waagerechter Schnitt
nach Linie 7-7 der Fig. t mit in Stellung eingelegten Klemmen, Fig.8 eine Seitenansicht,
teilweise geschnitten, einer abgeänderten Form von Stapelvorrichtung und Fig.9 eine
Draufsicht auf diese Stapelvorrichtung.
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In Fig. t ist der Fuß der Presse bei to, die; Ständer bei i i, das
Querhaupt der Presse bei 12 und der Druckkolben bei 13 dargestellt.
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Der Druckkolben steht unter Steuerung eines hydraulischen Kolbens
14 mit Schalthebel 15 und Druckmesser 16.
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Das Querhaupt i i trägt eine obere Platte 20. Die 'Ständer i i sind
mit Anschlägen 21 versehen, die im einzelnen in Fig. 7 erkenntlich sind. Diese Anschläge
liegen in einem genügenden Abstand unterhalb des Querhauptes der Presse, so daß
sie eine Platte 22 und eine Platte 23 zu trageü vermögen, von denen die letztere
in einem genügenden Abstand unterhalb der festen Platte 20 liegt, um einen Stapel
aufzunehmen, sobald die Presse offen ist. Die Platte 22 trägt auch eine Platte 24,
während der Druckkolben 13 eine Platte 25 trägt., Die. Platten 23 und 24 bewegen
sich längs der Ständer gemeinsam auf und ab.
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Die beiden oberen Platten 20 und 23 sind mit elektrischen Erhitzern
versehen, die schematisch in Fig. 5 bei H dargestellt sind. Einer von diesen Erhitzern
trägt einen Thermoschalter, der in Reihe mit allen Erhitzern liegt, so daß die höchste
Temperatur der Platten 20 und 23 durch den Schalter S gesteuert wird. Die unteren
Platten 24 und 25 sind mit Rohrleitungen 26,27 und 28 versehen, mittels welcher
Wasser durch die Rohrplatten hindurchgeführt wird. Eine Zahl von Stapeln, die aus
einer Karte und Kunststoffblättern zusammen mit polierten Platten und Druckbogen
bestehen, wird in üblicher Weise zusammengelegt. Ein solcher Stapel ist schematisch
bei 30 in Fig. ia und 6 dargestellt. Der Stapel wird zwischen zwei schwere
Metallplatten 31 gelegt. In kaltem Zustand können die Platten und der dazwischenliegende
Stapel leicht gehandhabt werden. Sobald die Presse offen ist, uze in Fig. i, wird
ein oberer Stapel C zwischen die beiden oberen erhitzten Platten eingelegt. Ein
ähnlicher Stapel kann als Scheinstapel zwischen die beiden unteren Platten während
des ersten Pressens eingelegt, kann aber auch weggelassen werden. Ein solcher Scheinstapel
ist jedoch in den Zeichnungen bei C dargestellt.
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Die Presse wird dann geschlossen, um die Teile in die in Fig.2 dargestellte
Lage zu bringen. Während die Presse geschlossen und der obere Stapel C dem Druck
und der Wärme unterworfen ist, nimmt der Bedienungsmann zwei Klemmen 40 und legt
sie an den oberen Stapel C.
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Die Klemmen 4o können verschiedenartige Formen haben. Eine geeignete
Art von Klemme ist in den Zeichnungen dargestellt. Es ist eine einfache federbeaufschlagte
Klemme.
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Um eine gute Ausrichtung und Einmittung der Klemmen und der 0 Druckplatten
31 zu sichern, können die Druckplatten mit Öffnungen 4 i versehen sein, während
eine Nase jeder Klemme mit einem Stift 42. versehen ist, der in eine dieser Üffnungen
einpaßt. Die Klemmen werden zwischen die Ständer i i in schrägen Richtungen eingesetzt,
wie dies deutlich in Fig. 7 dargestellt ist. Sobald die beiden Klemmen auf dem oberen
Stapel aufgesetzt sind,. stehen sie aus der Presse in der aus Fig.3 und 7 ersichtlichen
Weise vor. Sobald die Klemmen in dieser Weise aufgestellt worden sind, nimmt die
Freigabe des Druckes in der Presse den Druck zwischen den druckverteilenden Platten
31 nicht vollständig weg, so daß der durch Hitze erweichte Kutrststoff unter Druck
gehalten und an einem Verlaufen, Blasenbilden od. dgl. gehindert wird, die das Yrzeugnis
benachteiligen würden. Die Klemmen können als Handgriffe verwendet werden, um den
heißen Stapel C herauszuheben.
Der Stapel wird dann zwischen die
kalten Platten, wie in Fig. 4 dargestellt, eingelegt. Ein neuer Stapel wird nun
zwischen die oberen Platten eingeschoben, die Presse wieder geschlossen und geschlossen
gehalten, während der Bedienungsmann die Klemmen von dem unteren Stapel abnimmt,
sie auf den oberen Stapel aufsetzt, einen in die Presse einzusetzenden neuen Stapel
vorbereitet und den fertig gemachten Stapel auseinandernimmt. Es ist erkenntlich,
daß gemäß dem verbesserten Arbeitsverfahren die beiden oberen Platten heiß gehalten
werden, während die beiden unteren Platten kühl gehalten werden. Es geht keine Zeit
mit Wärmen und Kühlen der Platten verloren, und die Leistung der Presse ist etwa
viermal so groß wie die Leistung einer ähnlichen Presse, die nur ein Plattenpaar
hat, welches abwechselnd gekühlt und gewärmt wird.
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In der in den Fig.8 und 9 dargestellten Ausführungsform liegt der
Stapel 30 zwischen den beiden Druckverteilungsplatten 5o. Eine dieser Platten
trägt Schrauben 51 mit einem Steilgewinde. Die Schraubenschäfte treten durch Bohrungen
52 in der anderen Platte hindurch, die Flügelmuttern 53 werden angezogen, sobald
sich der Stapel unter Druck befindet, so daß der Stapel dann herausgenommen und
zur schnellen Abkühlung zwiwchen die kalten Platten gelegt werden kann.