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Schrank Die Erfindung Betrifft die Herstellung von Schrankmöbeln und
hat Verbesserungen zum Gegenstand, welche den Rohstoffbedarf und die Herstellungskosten
verringern und die Platzausnutzung steigern. Die bisherigen Versuche der Möbelindustrie,
der Raumbeschränkung von Flüchtlingen und Ausgebombten durch zeitgemäße Möbelkonstruktionen
Rechnung zu tragen und dabei den knapp und kostbar gewordenen Werkstoff Holz möglichst
einzusparen, haben nur zu unvollkommetien Lösungen geführt. Man ist bei der Herstellung
von Schrankmöbeln nicht von dem 'Gedanken altgekommen, die auftretenden Nutzlasten
von den Schrankwänden aufnehmen zu lassen, und hat diese dementsprechend kräftig
und in Rahmenkonstruktionen ausgeführt. Dies bedingt einen ver-Iiiiltiiisiiiii13ig
großen Aufwand an Werkstoff, insbesonilere ein wertvollem Holz, das in Deutschland
zur Zeit nur ungenügend zur Verfügung steht. Außerdem sind derartige Schrankkonstruktionen
auch bezüglich Arbeitszeit ungünstig.
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Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, diese Nachteile zu vermeiden
und einen neuen Weg einzuschlagen, um die Herstellungskosten und den Werkstoffaufwand
zu senken, wobei zugleich noch der Vorteil erzielt wird, daß die erfindungsgemäßen
Möbel in der Benutzung besonders bequem und platzsparend sind.
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Gemäß der Erfindung wird die Nutzlast nicht mehr von den Schrankwänden,
sondern von einer besonderen Tragsäule aufgenommen, und die Außenwände des Schrankes
dienen nur noch als Schutzwände gegen das Eindringen von Staub und Ungeziefer. Sie
können demgemäß ohne Rahmenkonstruktion und aus wohlfeilen Werkstoffen in dünnen
Platten hergestellt werden. Als Material
für derartige Säulenschränke
kann Sperrholz, Hartholz, Metall, Preßholz, Leichtholz, Celluloid sowie durchsichtige
und undurchsichtige Werkstoffe der Kunstharzklasse usw. entweder allein oder kombiniert
verwendet werden.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die Säule derart in
die Fußplatte eingepaßt, daß sie durch die Belastung sich selbsttätig einspannt
bzw. einpreßt. Da auch die leichten Seitenwände durch ringförmige Ausfräsungen im
Boden und Deckplatte gehalten werden, so können zusätzliche Befestigungsmittel,
wie Zapfen, Leim, Schrauben, Nägel, Keile o. dgl., nach Bedarf in Fortfall kommen.
Vorzugsweise sind alle Einzelteile genormt bzw. schablonenmäßig hergestellt, z.
B. gegossen, gespritzt, gepreßt, gestanzt, so daß sie jederzeit ausgewechselt oder
ergänzt werden können.
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Die Tragsäule ist im Querschnitt rund, dreieckig, rechteckig, vieleckig
oder kreuzförmig herstellbar. In einer besonderen Ausführungsform ist die Tragsäule
stufenweise abgesetzt. Dies kann entweder durch teleskopartiges Zusammensetzen aus
mehreren Rohrteilen verschiedenen Durchmessers oder durch Abdrehen bzw. Verjüngen
einer massiven Säule aus Metall, Holz, Kunststoff o. dgl. geschehen. Die Absätze
der Tragsäule können zur Auflagerung von Konsolen bzw. Tragplatten dienen. Eine
derartige Lagerung bietet bei kreisförmigem Schrankquerschnitt die Möglichkeit,
die einzelnen Tragplatten zu drehen, so daß auf diese bequeme Weise der hintere
Inhalt des Schrankes nach vorn gedreht werden kann. Ferner ist der Schrank in die
Zimmerwand einbaubar, so daß er von mehreren Zimmern aus zugänglich gemacht werden
kann. Die Drehbarkeit der Tragplatten kann dann dazu benutzt werden, um z. B. Geschirr
zwischen Küchenraum und Eßraum hindurchzureichen usw. In der Küche ersetzt ein Schrank
mit drehbaren Fächern eine ganze Speisekammer.
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Einzelheiten der Erfindung werden an Hand der Abbildungen noch näher
erläutert. Von diesen zeigt Abb. i das Äußere eines erfindungsgemäßen Schrankes,
Abb. 2 den Schrank im senkrechten Schnitt, Abb. 3 den Schrank im Querschnitt von
oben, Abb.4 die Ansicht der oberen Tragplatte von unten.
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In den Abbildungen ist i ein runder, zylinderförmiger Schrank, der
als Beispiel veranschaulicht ist. Die Tragsäule 2 besteht aus einer Reihe von Gliedern,
welche nach Art eines Teleskops ineinandergeschraubt oder -geschoben sind. Im letzteren
Fall werden sie zweckmäßigerweise durch konischen Paßsitz und/oder durch Stifte
miteinander verbunden. Auf den dabei entstehenden Absätzen ruht j eweils eine Konsole
3 bzw. Tragplatte 4, welche drehbar ist, um den hinteren Inhalt des Schrankes nach
vorn zu bringen. In dem Beispiel der Abbildungen sind fünf Tragplatten vorgesehen,
von denen gegebenenfalls vier fortfallen können, wenn man den Schrank als Kleiderschrank
benutzen will. In diesem Fall werden die Kleiderbügel 5, die auf einem Tragring
17 hängen, von der oberen drehbaren Tragplatte 4, auf welcher noch Hüte abgelegt
werden können, getragen.
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Die Tragsäule 2 ist im Bodenbrett 6 gut eingepaßt, und zwar entweder
als Konus, der sich durch sein Eigengewicht und Belastung in das in diesem Fall
verstärkte Bodenbrett 6 fest einspannt und dadurch große Stabilität erhält und gegeben°nfalls
noch zusätzlich mittels einer Schraube mit Teller 8 an das Bodenbrett 6 festgezogen
wird, oder aber, wie dargestellt, wird die rohrförmige Tragsäule 2, die mit Innengewinde
und der angeschweißten Scheibe 18 versehen ist, auf das Bodenbrett 6 gestellt und
durch die Schraube 7 und den Teller 8 mit dem Bodenbrett 6 zu einer starren Einheit
verbunden. Die Scheibe 18 und die Tragsäule 2 können auch aus einem Stück bestehen.
Gegebenenfalls können auch Konus und Gewinde zugleich angewendet werden.
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An Stelle einer untersten Tragplatte ist ein drehbarer vierteiliger
runder Kasten 9, der auf einer drehbaren Konsole i9 ruht, aufgesetzt. Jeder Teil
des Kastens hat einen gesonderten Deckel io mit Knopf i i. Selbstverständlich können
auf die unterste wie auch auf die fünf obersten Tragplatten 4 Kästen, welche je
ein Kreisviertel des Schrankquerschnittes ausfüllen, angeordnet werden und gelten
dann als Schubladen. Die Tragplatten 4 erhalten dann einen kleinen Rand, welcher
das Abrutschen der Kästen verhindert. Beim Ausziehen des Kastens wird dieser etwas
über den Randvorsprung angehoben.
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Ganz oben ist mit der Tragsäule 2 eine Deckplatte 12, ähnlich wie
die Bodenplatte 6, fest verbunden, jedoch in zweckmäßig etwas leichterer Ausführung
unter Verzicht auf Scheiben, ohne daß diese jedoch ausgeschlossen sein sollen.
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Die Tragsäule 2, Tragplatten 4 und Kasten 9 sind umschlossen von einem
mantelartigen Zylinder 15, welcher aus Sperrholz, Hartholz, Metall, Celluloid, Leichtholz,
Preßholz, durchsichtigem oder undurchsichtigem Werkstoff der Kunstharzklasse, Preßstoff
oder Pappe usw. hergestellt ist. Die Außenwand des Schrankes, Mantel genannt, wird
meist als steife Platte hergestellt. Sie kann aber auch als mantelartiger Zylinder
hergestellt werden. Decke und Bodenplatte weisen je eine ringförmige Vertiefung
16 auf, in welche der Rand des Mantels 15 beim Anziehen der Schraube 7 einrastet.
Das Ganze bildet auf diese Weise eine starre Einheit, in welcher die Tragplatten
4 und Kasten 9 etagenweise drehbar sind. Es kann jedoch unter Umständen auch durch
Anordnen eines Spurlagers die ganze Tragsäule 2 oder der Schrank drehbar eingerichtet
sein. Als Schranktür dient eine kreiszylindrisch gewölbte Flügeltür 13, die mittels
der Griffe 14 auseinandergeschoben werden kann. Der Schrank kann auch eine Doppelflügeltür
erhalten, die sich auf Bänder, Stifte o. dgl. hält.
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Natürlich ist die dargestellte Ausführungsform nur ein Beispiel, auf
welches die Erfindung nicht beschränkt N-erden soll. So kann statt eines runden
Querschnittes
ein recht-ckiger oder dreieckiger Schrankquerschnitt gewählt werden, wobei auf die
Drehbarkeit der Fächer verzichtet wird. Die Tragsäule braucht in diesem Fall ebenfalls
nicht mehr rund zu sein, sie kann irgendein geeignetes Profil, Dreieck, Rechteck,
Vieleck, Kreuzform usw., haben. Die Stärke der Säule richtet sich naturgemäß nach
der Nutzlast.
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Der erfindungsgemäße Schrank ist leicht auseinanderzunehmen und wieder
zusammenzusetzen. Im zerlegten Zustand braucht der Schrank wenig Platz. Auch läßt
er sich bequem verändern durch Weglassen oder Zufügen neuer Teile, die alle genormt
und einzeln erhältlich sind, so daß der Käufer gegebenenfalls die Ausgaben für Mantel,
Tragplatten und Kasten auf einen späteren Zeitpunkt verschieben kann, wobei er vorerst
nur den Deckel 12, das Bodenbrett 6, eine obere Tragplatte 4 mit Tragring 17, die
Tragsäule 2, Teller 8 und Schraube 7 kauft und für die Außenwand provisorisch einen
Stoffvorhang benutzt. In diesem Fall wird der Deckel 12 auf eine Konsole gelagert
und durch eine Schraube mit der Tragsäule 2 festgehalten. Der Schrank wird dadurch
zu einem Aufbaumöbel von vielseitiger Verwendbarkeit, z. B. als Kleiderschrank,
Bücherschrank, Büroschrank, Nähkastenschrank, Küchenschrank, Speiseschrank usw.
Wird er aus durchsichtigem Stoff hergestellt, so kann er als chirurgischer Schrank
oder Vitrine Verwendung finden. Gegebenenfalls kann auch der Außenzylinder durch
eine durchsichtige Kunsthaut o. dgl. ersetzt werden.
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Durch die Drehbarkeit der Fächer bzw. Tragscheiben ,4 wird die Zugänglichkeit
wesentlich erleichtert, so daß ein drehbarer Speiseschrank eine komplette Speisekammer
ersetzen kann, da er raummäßig voll ausnutzbar ist. In diesen und ähnlichen Fällen
kann der Schrank in eine Wand, insbesondere ein Wandkreuz, eingebaut werden, wodurch
der sonst häufig tote Eckraum eines oder mehrerer Zimmer vorteilhaft ausgenutzt
wird. Der Einbau kann zentrisch oder exzentrisch erfolgen, und die Schrankwände
können dabei weitgehend durch Mauerwerk gebildet werden, das gegebenenfalls noch
vertäfelt werden kann, um eine glatte Innenwand zu erhalten. Der Schrank kann mit
einer eigenen Beleuchtung versehen und, soweit erforderlich, mit Entlüftung ausgerüstet
sein.
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Zur möglichsten Platzausnutzung wird man die Tragsäule unmittelbar
am Fußboden lagern und als Deckplatte unter Umständen die Zimmerdecke benutzen.
Steht die Säule in der Wand oder gar im Kreuzungspunkt, so kann sie zugleich als
tragendes Element der Zimmerkonstruktion dienen.
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Der Zugang zum Schrank kann nach Wahl und je nach der Exzentrizität
nur von einem Raum oder von mehreren vorgesehen sein, wobei dann zweckmäßigerweise
der Schrankdurchmesser größer gewählt wird, um genügend breite Türen zu ermöglichen.
Wird die Außenwand aus Kunststoff gebildet bzw. gepreßt, so ist es insbesondere
bei rechteckiger Schrankform möglich, die eine oder andere Tragsäule in die Wandflächen
mit einzugießen, einzupressen oder einzuspritzen usw., um so die Quer- bzw. Außenwand
zu versteifen.