DE7620040U1 - Messaufnehmer fuer die bestimmung des gehaltes von gasen in fluessigkeiten, insbesondere fuer die transcutane blutgasbestimmung - Google Patents
Messaufnehmer fuer die bestimmung des gehaltes von gasen in fluessigkeiten, insbesondere fuer die transcutane blutgasbestimmungInfo
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Description
Messaufnehmer für die Bestimmung des Gehaltes von Gasen
in Flüssigkeiten, insbesondere für die transcutane Blut-
gasbestimmung
Die Erfindung betrifft die Fortentwicklung von Messaufnehmern, die
der elektrochemischen Messung des Gehaltes von Gasen in Medien, vorzugsweise Flüssigkeiten, z.B. Bl±, dienen, und deren elektrochemisches
Meßsystem durch eine Membran isoliert ist, die für das zu messende Gas durchlässig ist»
Das Meßsystem kann bespielsweise ein Elektrodensystem zur polarographischen
Sauerstoffmessung nach CLARIC sein, wie es in vervollkommneter Form von GLEICHMAIiN und LÜBBERS beschrieben wurde (U.
GLEICHMANN und D.W.LÜBBERS, Pflügers Arch.ges. Physiol. 271;431...^55
(i960)). Verschiedene Ausführungsformen solcher Elektrodensysteme
sind z.B. von LÜBBERS u.a. beschrieben (Progr. Resp. Res. 3:136...i46
1y6yj. Der Erfindungsgedanke kommt insbesondere für solche Ausführungsformen in Betracht, die auf die Körperoberfläche aufgesetzt oder
aufgelegt werden xönsen. (h.T.S. EVANS and P.F.D. KAYL-QS, Prop·-
Resp. Res. 3:i6i...i64 (1969)). Mit derartigen polarographischen
Messaufnehmern kann durch die Haut hindurch, also transeutan, der
Partialdruck des Sauerstoffs im Blut, gemessen werden (R. HUCH, D.¥. LUBBERS, A. HUCH in KESSLER u.a., OXYGEN SUPPLY, pp, 101...103,
München-Berlin-Vien 1973). Am Beispiel eines solchen polarographischen
Messaufnehmers wird im folgenden der Erfindungsgedanke beschrieben.
Zwischen den Elektroden eines solchen Messaufnehmers - der Anode und
einer oder mehrerer Kathoden -, die vom Elektrolyten umgeben sind,
wird eine bestimmte Spannung angelegt. Hierdurch wird an der Kathode der verfügbare Sauerstoff durch Anlagerung von Elektronen reduziert
und der hierdurch zustandekommende Meßstrom ist um so grosser, je
mehr Sauerstoffmoleküle reduziert werden können. Die Zahl der an der
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Kathodenoberflache verfügbaren Sauerstoffmoleküle, die bei richtig
gewählter Spannung alle reduziert werden, hängt ab von dem Sauerstoffstrom,
der durch Diffusion zur Kathode hin stattfindet. Dieser
Sauerstoffstrom hängt ab von der Differenz der Sauerstoffpartialdrücke
an der Kathodenoberfläche und im Messmedium und von dem dazwischenliegenden
Diffusionswiderstand. Da der Sauerstoffpartialdruck auf der Kathodenoberfläche bei vollständiger Reduktion der
Sauerstoffraoleküle null ist, wird der Meßstrom dem Sauerstoffpartialdruck
im Messmedium proportional und hängt ausserdem von der Schichtdicke des Elektrolyten und den Eigenschaften der Diffusionsmembran
ab, welche für den Diffusionswiderstand verantwortlich sind. Die letztgenannten Bedingungen müssen daher bei den polarographischen
Messaufnehinern dieser Art gut reproduzierbar und konstant sein, damit
eine gleichmässige und gleichbleibende Messempfindlichkeit sichergestellt
wird.
Die besonderen Verhältnisse bei solchen polarögi^aphisehen Messauf=
nehmern stellen bestimmte Anforderungen an die Beschaffenheit und die
Form der Diffusionsmembran. Diese muss einerseits den Elektrolyt am Ausfliessen hindern und das Elektrodensystem elektrisch vom Messmedium
isolieren« anc srerseits aber das zu messende"Gas, z.B. den
Sauerstoff, zum Elektrolyten und zur Kathode hin durchlassen. Als ¥erkstoffe für derartige Membranen eignen sich Kunststoffe wie
Polypropylen, Polyäthylen, Polytetrafluoräthylen, Polyester, Silikonkautschuk und andere. Diese Membran muss in gewissen Zeitabständen erneuert
werden, ohne dass sich dadurch die messtechnischen Eigenschaften des Messaufnehmers ändern dürfen. Die Befestigung der Membran
am Aufnehmerkopf muss so gut dichten, dass keine Elektrolytbrücke
zu dem umgebenden Medium entstehen kann.
Bei dem bisher gebräuchlichen Herstellungsverfahren wurden aus Folienma"terial die erforderlichen Stücke ausgeschnitten oder ausgestanzt.
Das Folienstück wurde dann über die Stirnfläche des Messaufnehmerkopfes gestülpt und mittels eines Klennnringes befestigt. Das
über dem Klemmring überstehende Folienmaterial wurde abgeschnitten»
Sofern die geometrische ban?, räumliche Struktur des Messaufnehmerkopfes
eine Stabilisiermembran erforderte, um die Schichtdicke des
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Elektrolyten zwischen eier Diffusionsmembran und der Kathode zu
stabilisieren, wurde eine Stabilisiermerabran vorher dazwischengelegt.
Eine solche Stabilisierun^sreeinbran muss für den Elektrolyten durchlässig
sein. Als ¥erkstofT*e hierfür kommen Zellglas, poröses Iblypropylen
und gitter-, filz- oder gewebeartige Strukturwerkstoffe in Präge *
Aufgrund von Versuchen wurde gefunden, dass die Abdichtung des Elektrodensystems
gegenüber dem Messmedium auf diese Veise nur unvollkommen gelingt, und dass die bei dieser Aufbringmethode erzeugten
Verspannungen der Diffusionsmembran deren Dicke in unkontrollierbarer Weise verändern. Ersteres führt zu einer vorzeitigen Austrocknung
des elektrochemischen Meßsystems und einer unerwünschten leitenden
Verbindung zum umgebenden Medium« Hieran ist die bei dem herkömmlichen Fertigungsverfahren unvermeidliche zur Undichtheit führende
Faltenbildung des Membranmaterials an der Abdichtungszone schuld. Abhilfemassnahmen durch nachträgliche Verformung der Membran beim
Überziehen über den Messaufnehmerkopf führen hingegen zu stärkeren Änderungen der Membrandicke mit unkontrollierbarer Beeinflussung der
Messempfindlichkeit des Aufnehmers. Auch mechanische Vorrichtungen, um die Membran möglichst gleichmässig und faltenlos auf den Messkopf
zu ziehen, haben sich nicht bewährt und erbrachten nicht das gewünschte Ergebnis.
Die vorliegende Erfindung ergab sich somit aus der Forderung, die mit
der üblichen Membranherstellung und mit dem Überziehen der Membran
auf den Messkopf nach der bisherigen Methode verbundenen Mangel, insbesondere
Faltenbildungen oder sehr ungleichmässige Verspannungen
und damit zusammenhängende unterschiedliche Membrandickeii in. den
verscMedenen Spamnmgszonen zu vermeiden, sowie eine vollkommene
Abdichtung für den Elektrolyten an der Befestigungszone der Diffusionsmembran
und einen möglichst gleichmässigen Abstand zwischen ihr und der Stirnflächen des Messaufnehmerkopfes zu erzielen, sodass der
Elektrolyt möglichst venig gehindert axt. die gesamte vordere Ka.thodenfläche
und an die ihr gegenüberliegenden Zonen der Diffus±on.smembran
herantreten, kann»
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Zur weiteren Erläuterung werden die Figuren 1 und 2 herangezogen, die I
schematisch, eine erfindungsgemässe Ausführungsform von Messaufnehmern
für polarographische Gasbestiramungsverfahreri zeigen, und zwar Figur 1 ,
im fertigen, funktionsbereiten Zustand und Figur 2 vereinfacht im {
noch getrennton Zustand zwischen Messaufnehmex-kopf 1 und Membran 7· J
Ein Messaufnehmerkopf 1 mit einer flachen stirnseitigen Messfläche 10 ·
bzw, 10a, wie für die transcutane Bestimmung von Gaskonzentrationen
im Blut durch Auflegen auf die Haut, erfanerlich, hat ein meist
zylindrisches oder quaderförmiges Gehäuse. Der Kopf ist an einem
Träger 9 befestigt, über den auch die Elektrodenzuleitungen geführt
sind. Im Innern des Kopfes ist ein zylindrischer Körper 5 aus elektrisch
isoliex-endem Material wie Glas oder Kunststoff angebracht, der auf seiner Stirnfläche die Kathode 2, z.B. aus Platin, trägt.
Die Kathodenzuleitung ist mit 3a bezeichnet. Für die Aufnahme des
Elektrolyten 6 kann ein ringförmiger Raum vorgesehen sein, der den inneren Kathodenträger 5 und die Kathode 2 umgibt, sodass diese t
Kontakt mit dem Elektrolyten hat. Die andere Elektrode h (Anode)
kann ringförmig am oberen Ende des Elektrolytraumes 6 angeordnet sein. Ihre elektrische Zuleitung ist mit 3b angegeben.
Die Abmessungen solcher Meßköpfe liegen zwischen einigen Millimetern
und 1 bis 2 Zentimeter. Für idie transkutane Anwendung sind
spitze Elektrodenköpfe nicht geeignet, vielmehr sind solche mit einer ebenen oder flach gewälbten Stirnfläche erforderlich.
Über den Elektrodenkopf ist dann die für das zu bestimmende Gas
durchlässige Diffusionsinembran 7 gezogen. Gemäß dem Vorschlag
der Erfindung wird diese Membran 7 durch ein geeignetes ¥exfalixen
-vorher derart napf-, topf- oder schalenförmig vorgeformt, daß ihre
seitlichen ¥andungsteile 7b von vornherein für eine formschlüssige
Passung d.h. komplementär zu den seitlichen Zonen Ib des von der Membran
zu überdeckenden Kopfes 1 des Meßaufnehmers ausgebildet sind. TJm dabei einen direkten Kontakt zwischen der Membran 7» insbesondere
ihrem Bodenteil 7 et und der Stirnfläche 10 des Kathodenkörpers zu
-verhindern, ist ein S-tabilisierplättchen 8 zwischengefügt, das so-
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wohl für den Electrolytes durchlassig oder saugfähig ist als auch
für das zu bestimmende Gas, damit sowohl der Elektrolyt 6 als auch
das zu bestimmende Gas, letzteres nach Diffusion durch die Membran 7,
an die Hathodenoberflache 10 herantreten können.
Es hat sieb, als besonders zweckmäßig herausgestellt, -wenn erfindungsgemäß
die Stii-nf lache 10 und der untere Sand des Aufnehmergehäuses
j zusammen eine leicht konvex,jedoch stetig gekrümmte bzw gewölbte Fläche ι
bilden, deren Krümmungsradius etwas größer ist als der Krünnnungsradius j
des Bodenteils 7c der Diffusionsmembran 7 in ihrem vorgeformten,noch
nicht übergezogenen Zustandf wobei dieser Bodenteil im vorgeformten
Zustand praktisch sogar eben sein kann« Beim Aufziehen der Membran
über den Aufnehmerkopf mit zwischengefügtex Stabilisiermembran 8 entsteht dann zwangsläufig eine geringe Spannung in der Membran 7,
die jedoch erforderlich ist und ausreicht, um nachträglich undefinierbare
Änderungen des Abstandes zwischen der Membran-Innenseite und der Oberfläche 10 der Elektrode 5 zu verhindern, sodaß wichtige,
die Meßgenauigkeit beeinflussende Parameter praktisch ungeändert
bleiben. Venn zudem der innere Durchmesser der zur Befestigung dienenden Randzone 7b der Membran etwas geringer ist als der äußere
Durchmesser des Kopfteils Ib des Aufnehmers, reicht die nach dem
Überziehen verbleibende Dehnungsspannung der Membran selbst zur völligen Abdichtung und zur Sicherung eines festen Sitzes auf dem
Meßkopf aus, sodaß zusätzliche Befestigungsringe aus Gummi entfallen.
Die Befestigung kann noch verbessert werden, wenn dazu der obere Rand 7a der Membran 7 ring- oder kragenförmig verstärkt ist,
sodaß diesel- Rand selbst eine zur Befestigung ausreichende Spannung
liefert.
Dieser erfindungsgemäßs Aufbau von Meßaufnehmern, insbesondere für
die transkutane Best5.mmung des Partial druckes von Gasen, wie Og, H2,
COp, im Blut durch polarοgraphische Meßmethoden, wirkt sich sehr
vorteilhaft auf die Genauigkeit und Reproduzierbarkeit der Meßungen
aus, was für die praktische Anwendung und Handhabung ein wichtiger Fortschritt bedeutet.
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Claims (6)
- ANSPRÜCHE1» Meßauinehmer Tür die Bestimmung des Gehaltes von Gasen in Flüssigkeiten, insbesondere für die transkutane Blutgasbestimnmng durch elektrochemische, vorzugsweise polarographisciie Verfahren, mit einer das Meßsystem gegen das umgebende Medium isolierenden, für die zu. bestimmenden Gase durchlässigen Membran (7)» dadurch gekennzeichnet, daß diese Membran (7) napf-, topf- oder schalenförmig, mit ihrer Seitenwandung (7b) komplementär zu den seitlichen Zonen (1b) des von der Membran zu überdeckenden Kopfes (i) des Meßaufnehmers vorgeformt ist.
- 2. Meßaufnehmer nach Ansprach 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnfläche (IO) des Meßaufnehmerkopfes flach und konvex gewölbt oder abgerundet ist.
- 3* Meßaufnehmer nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Flächenkrümmung des Stirnteiles (1O bzw. 10a) des Meßaufnehmerkopfes größer ist als die Flächenkrüimnung des Bodenteils (7c) der vorgeformten Membran (7) im noch getrennten, nicht übergezogenen Zustand, und der Bodenteil (7c) flach gekrümmt bis eben ist.
- 4. Meßaufnehmer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß inseitig auf dem Bodenteil (7c) der Membran (7) ein Stabilisierplättchen (8) aus elektrolytdurchlässigem Material angebracht ist.
- 5. Messaufnehmer nach einem der Ansprüche 1 bis k, dadurch gekennzeichnet, dass Membran und Stabilisierungsplättchen eine .Einheit bilden.
- 6. Meßaufnehmer nach einem der Ansprüche 1 bis 5 ι dadurch gekennzeichnet, daß der Rand (7a) der Membran (7) ring- oder kragenförmig verstärkt ist.7620040 08.12.77ließaufneliiEei· nach. eim,m der Anspxiicite 1 ~b±s 6, dadirrch. gelceun— zeiclraet, daß ±n. aiclit Trere±algteins en-bspaixa-fcem, vorgefonaten! Zustand der Innendurcluaesser der· seitliclieri ¥andixng (7l>) dex· Diffusionsmeinbraii (7) etwas gex-±ngex· ist als der· Außendtirclmiessex· der JRandzone (lb) des Aufnelinierlsiopfes.7620040 08.12.77
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