-
Die Erfindung betrifft eine einteilige
Intraokularlinse, bestehend aus einem verformbaren Material, das
gebogen oder gerollt werden kann, das aber ausreichend elastisch
ist, damit die Linse nach der Implantation in einer Okularen Aufnahme
wieder eine funktionelle Form einnehmen kann, die ihrer Anfangsform
entspricht, d. h. dass sie ein Formgedächtnis aufweist.
-
Frühere Generationen von Intraokularlinsen bestanden
aus einem starren Material (wie z. B. PMMA), und damit sie in ein
Auge implantiert werden konnten, musste ein großer Einschnitt in der Hornhaut
vorgenommen werden (gewöhnlich
in der Größenordnung
von 6 mm, je nach dem Durchmesser des optischen Teils der Linse),
was viele Nachteile hatte (postoperativer Astigmatismus, höhere Risiken von
chirurgischen Komplikationen usw.).
-
Um diese Nachteile zu überwinden,
wurden Linsen aus einem verformbaren Material wie Silikon oder Materialien
vorgeschlagen, die „Hydrogele" oder „Acrygel" oder „Acryl" (dieser Begriff
ist nicht im üblichen
Sinne zu verstehen) genannt werden, die PMMA (Polymethylmethacrylat)
und/oder HEMA (Hydroxyethylmethacrylat) sind, zu mehr als 16%, besonders
zwischen 24% und 28% hydriert. Diese Linsen können gefaltet oder gerollt
und durch einen kleineren Einschnitt implantiert werden, insbesondere
durch den Einschnitt, der vorgenommen wird, um ein Instrument in
das Auge einzuführen,
das für
eine vorherige chirurgische Behandlung notwendig war (z. B. einen
Einschnitt von 3 mm bis 3,5 mm für
die Ablation der kristallinen Linse durch Phacoemulsifikation).
-
Trotzdem stellt die Flexibilität dieses
Materials dann ein Problem in Bezug auf die mechanische Stabilität der Linse
nach der Implantation dar. Insbesondere kommt es bei kapsularen
Linsen, da die Kapsel zunächst
einen Durchmesser in der Größenordnung
von 10 bis 11,5 mm hat, nach der Ablation der kristallinen Linse
zu einer radialen Retraktion auf einen Durchmesser von etwa 9,5
mm oder noch weniger.
-
Um dieser Retraktion entgegenzuwirken, wurden
Zweikomponentenlinsen vorgeschlagen, deren optischer Teil flexibel
ist, während
die haptischen Teile aus einem starren PMMA bestehen. Diese Linsen
sind komplex aufgebaut und es besteht die Gefahr, dass sich ihr
flexibler optischer Teil unter dem Einfluss radialer Spannungen
verformt, die durch die starren haptischen Teile übertragen
werden.
-
Andererseits wurden einteilige Linsen
aus einem flexiblen Material vorgeschlagen, die an radiale Verformungen
der Okularen Aufnahme angepasst werden können. Insbesondere sind einteilige
Linsen (EP-579.528) aus einem flexiblen Material bekannt, umfassend
einen mittleren optischen Teil in der Form einer Scheibe, die eine
Hauptebene der Linse definiert, und einen haptischen Teil, der Folgendes
umfasst:
- – zwei
Bügel,
so genannte Kontaktbügel,
für einen Kontakt
mit einer Innenwand des Auges, wobei jeder dieser Kontaktbügel die
allgemeine Form eines konvexen Kreisbogens hat, wobei eine Konvexität radial
auswärts
mit Bezug auf den optischen Teil gerichtet ist, wobei diese Kontaktbügel beide
im selben Kreis einen Durchmesser in der Größenordnung von 11 mm beschreiben,
- – für jeden
Kontaktbügel
zwei Verbindungselemente, die zwischen dem optischen Teil und dem Kontaktbügel verlaufen,
wobei die Linse, im Grundriss gesehen und vor der Implantation,
eine Anfangsform hat, die allgemein symmetrisch in Bezug auf die
beiden lotrechten Symmetrieachsen in der Hauptebene ist.
-
Trotzdem stellt man auch bei diesen
Linsen nach der Implantation zuweilen Phänomene wie Winkelverschiebungen
("Tilt") und/oder axialen
Verschiebungen und/oder radialen Verschiebungen (Exzentrizität) und/oder
Verformungen, insbesondere von Biegebewegungen fest.
-
Es wurden auch bestimmte einteilige
Linsen vorgeschlagen, deren haptische Teile in Bezug auf die Hauptebene
des optischen Teils anguliert sind, so dass Biegeverformungen lotrecht
zu dieser Hauptebene auftreten können.
Trotzdem ist bei diesen Linsen das Risiko einer ungewollten Verschiebung und/oder
Verformung nicht überwunden.
Darüber
hinaus besteht bei diesen angulierten Linsen ein nicht zu vernachlässigendes
Fehlerrisiko beim Festlegen der axialen Richtung. In der Tat ist
die relativ kleine Angulationsrichtung für den Chirurgen praktisch unerkennbar,
besonders aufgrund der Flexibilität des Materials. Darüber hinaus
ist, da die Linse beim Implantieren gebogen und/oder gerollt wird,
ein Fehler bei der Beurteilung der Einsatzrichtung der Linse möglich.
-
Es ist Aufgabe der Erfindung, diese
Nachteile zu überwinden,
indem eine einteilige Intraokularlinse aus einem flexiblen Material
mit einem Formgedächtnis
bereitgestellt wird, die an die radiale Retraktion der okularen
Aufnahme angepasst werden kann, in der sie implantiert wird, ohne
Risiko von ungewollten Verschiebungen oder Verformungen des optischen
Teils.
-
Spezifischer ist es Aufgabe der Erfindung, eine
einteilige Intraokularlinse bereitzustellen, deren haptischer Teil
radial so verformbar ist, dass er sich an die radiale Retraktion
der Okularen Aufnahme anpassen kann, insbesondere für die Kapsel,
mit einem Durchmesserwert in der Größenordnung von 9,5 mm, die
aber einen Durchmesser in der Größenordnung
von 8,5 mm erreichen kann, wobei der optische Teil in derselben
Hauptebene bleibt, wobei die Symmetrien der Linse bei Verformungen
des haptischen Teils (unter dem Einfluss von Spannungen, bei denen davon
ausgegangen wird, dass sie gleichmäßig verteilt sind) wenigstens
im Wesentlichen erhalten bleiben, wobei der optische Teil auf derselben
Achse zentriert bleibt und keine wahrnehmbare Verformung erfährt, die
seine optischen Eigenschaften beeinträchtigen könnte.
-
Es ist auch Aufgabe der Erfindung,
eine Linse bereitzustellen, die in der Okularen Implantationsaufnahme
perfekt stabil ist und bleibt.
-
Es ist auch Aufgabe der Erfindung,
eine Linse bereitzustellen, die sich leicht einsetzen lässt und die
insbesondere durch einen kleineren Einschnitt von insbesondere 3
bis 3,5 mm eingesetzt werden kann, wobei die Linse gebogen und/oder
gerollt wird, und ohne das Risiko eines Fehlers in der axialen Richtung,
in der die Linse vom Chirurgen eingesetzt wird.
-
Es ist auch Aufgabe der Erfindung,
eine Linse bereitzustellen, die sich einfach und kostenarm herstellen
lässt.
-
Es ist insbesondere Aufgabe der Erfindung, eine
Hinterkammerlinse bereitzustellen, insbesondere eine Kapsellinse,
d. h. eine, die in die Kapsel implantiert werden soll, oder eine
Linse, die in den Sulcus implantiert werden soll.
-
Es ist auch Aufgabe der Erfindung,
eine Linse bereitzustellen, die sowohl bei einem Erwachsenen als
auch bei einem Kind angewendet werden kann.
-
Zu diesem Zweck betrifft die Erfindung
eine einteilige Intraokularlinse, bestehend aus einem verformbaren
Material, das gebogen oder gerollt werden kann, das aber ausreichend
elastisch ist, damit die Linse nach der Implantation in einer Okularen
Aufnahme mit einem mittleren Durchmesser von ϕm eine funktionelle
Form einnehmen kann, die ihrer Anfangsform entspricht, umfassend
einen mittleren optischen Teil in der Form einer Scheibe, die eine
optische Achse hat und die eine Hauptebene der Linse lotrecht zur
optischen Achse definiert, und die einen haptischen Teil hat, umfassend:
- – zwei
Bügel für einen
Kontakt mit einer Innenwand des Auges, wobei jeder dieser Kontaktbügel eine
Außenseite
aufweist, die eine allgemeine konvex gekrümmte Form mit einer Konvexität hat, die
radial nach außen
in Bezug auf den optischen Teil ausgerichtet ist,
- – für jeden
Kontaktbügel
zwei Verbindungselemente, die zwischen dem optischen Teil und dem Kontaktbügel verlaufen,
wobei die Linse in Draufsicht und vor der Implantation eine global
symmetrische Anfangsform in Bezug auf zwei lotrechte Symmetrieachsen
aufweist, die in der Hauptebene enthalten sind, horizontale Hauptachse
und vertikale Hauptachse genannt,
- – wobei
die Außenseite
jedes Kontaktbügels
eine Spur in der Hauptebene beschreibt, die eine allgemein konvex
gekrümmte
Form hat, mit einem Scheitelpunkt als Schnittpunkt mit der horizontalen
Hauptachse und mit zwei Punkten, Endpunkte genannt, im gleichen
Abstand von der horizontalen Hauptachse, zwischen denen der Krümmungsradius
immer größer als
2,5 mm ist,
dadurch gekennzeichnet, dass:
- – der
Kreis, der durch den Scheitelpunkt und die beiden Endpunkte jedes
Kontaktbügels
verläuft, einen
Durchmesser ϕa hat, der größer als oder gleich ϕm
und kleiner als ϕm + 1,5 mm ist, die Scheitelpunkte von
zwei Kontaktbügeln
um eine Distanz D voneinander beabstandet sind, die sich von ϕa
unterscheidet und größer ist
als ϕa,
- – die
Verbindungselemente so gestaltet sind, dass sie durch Biegen in
der Hauptebene in Richtung einer Verkleinerung der radialen Abmessungen der
Linse durch Bewegen der Kontaktbügel
zueinander und zum optischen Teil hin verformbar sind, wobei die
Symmetrie der Linse in Bezug auf die horizontale und vertikale Hauptachse
gewahrt bleibt, und das wenigstens im Wesentlichen ohne den optischen
Teil zu verformen oder zu bewegen, so dass sich die Linse an eine
radiale Retraktion der Okularen Aufnahme anpassen kann.
-
Im gesamten Text sind, wenn nicht
anders angegeben, die beschriebenen geometrischen oder Maßeigenschaften
der Linse diejenigen vor der Implantation, d. h. die, die ihrer
Anfangsform entsprechen. Die Längen-
und Breitenwerte sind Abmessungen parallel zur Hauptebene, und die
Dickenwerte sind Abmessungen lotrecht zur Hauptebene, d. h. parallel
zur optischen Achse des optischen Teils. Unter dem Ausdruck „Linie
einer Oberfläche
in der Hauptebene" ist
die Schnittlinie dieser Oberfläche
und der Hauptebene zu verstehen.
-
Vorteilhafterweise und erfindungsgemäß sind die
Kontaktbügel
und die Verbindungselemente so gestaltet, dass sich die Kontaktbügel einander
und dem optischen Teil nähern
können,
so dass die Spur der Außenseite
der Kontaktbügel
in der Hauptebene einen Kreis mit einem Durchmesser ϕr
beschreibt, der kleiner als oder gleich ϕa und größer als ϕm – 1 mm ist.
-
Vorteilhafterweise und erfindungsgemäß hat jedes
Verbindungselement wenigstens eine Krümmung in der Hauptebene und
insbesondere wenigstens eine Krümmung
mit einer Konvexität,
die in Richtung auf den Kontaktbügel
gerichtet ist, und ist so gestaltet, dass es durch Biegen in der
Hauptebene mit einer Biegungsachse verformbar ist, die durch diese
Krümmung
verläuft.
Spezifischer, jedes Verbindungselement weist vorteilhafterweise
und erfindungsgemäß wenigstens
eine erste Krümmung
mit einer Konvexität
auf, die zum Kontaktbügel
hin ausgerichtet ist, und wenigstens eine zweite Krümmung mit
einer Konkavität,
die zum Kontaktbügel
hin ausgerichtet ist.
-
Jedes Verbindungselement ist vorteilhafterweise
und erfindungsgemäß aus wenigstens
einem Materialstrang, Verbindungsstrang genannt, mit einer im Wesentlichen
konstanten Breite und wenigstens im Wesentlichen konstanten Dicke
gebildet, der sich zwischen einer Übergangszone an der Peripherie des
optischen Teils und einer Übergangszone
mit einem Kontaktbügel
erstreckt und wenigstens eine Krümmung
in der Hauptebene aufweist. Spezifischer ist jedes Verbindungselement
vorteilhafterweise und erfindungsgemäß aus einem einzigen Verbindungsstrang
gebildet, der wenigstens eine erste Krümmung mit einer Konvexität aufweist,
die zum Kontaktbügel
hin gerichtet ist.
-
Vorteilhafterweise und erfindungsgemäß liegt
die Übergangszone
eines Verbindungsstrangs an der Peripherie des optischen Teils wenigstens
im Wesentlichen in der Verlängerung
eines Radius des optischen Teils und bildet mit der horizontalen
Hauptachse einen Winkel zwischen 20° und 45°, insbesondere von etwa 30°. Außerdem ist
jeder Verbindungsstrang vorteilhafterweise und erfindungsgemäß mit einem
Kontaktbügel
in einer Übergangszone
verbunden, die auf einem Radius des Kreises liegt, der durch den
Scheitelpunkt und die beiden Endpunkte geht, wobei dieser Radius
mit der horizontalen Hauptachse einen Winkel zwischen 45° und 75°, insbesondere
von etwa 60° bildet.
Ferner ist jedes Verbindungselement vorteilhafterweise und erfindungsgemäß in einem
Winkelsektor einbeschrieben, dessen Mittelpunkt dem des optischen
Teils entspricht und der wenigstens im Wesentlichen die Halbierende der
horizontalen und der vertikalen Hauptachse ist.
-
Vorteilhafterweise und erfindungsgemäß verlaufen
die Kontaktbügel
und die Verbindungselemente wenigstens im Wesentlichen in der Hauptebene,
wobei die Linse eine Nullangulation hat. Ferner wird jeder Kontaktbügel vorteilhafterweise
und erfindungsgemäß von einem
Kreisbogen mit einer Breite gebildet, die wenigstens im Wesentlichen
konstant ist und zwischen den beiden freien Enden verläuft.
-
Vorteilhafterweise und erfindungsgemäß ist die
Spur der Außenseite
jedes Kontaktbügels
in der Hauptebene ein Kreisabschnitt mit einem Durchmesser ϕa.
Als Variante kann sich diese Spur von einem Kreis unterscheiden
und kann einen Krümmungsradius
haben, der zwischen dem Scheitelpunkt und den Endpunkten variiert,
er kann z. B. konisch sein.
-
Es ist zu bemerken, dass im Stand
der Technik bisher Versuche unternommen wurden, isotrope radiale
Verformungen zu bewirken, d. h. solche mit im Wesentlichen demselben
Wert über
die gesamte Kontaktfläche
des haptischen Teils mit den Innenwänden der Okularen Aufnahme.
-
Im Gegensatz dazu beinhalten die
Verformungen der Linse in der Erfindung ein translationales Zusammenbringen
der beiden Kontaktbügel
entlang einer bevorzugten Richtung, nämlich der horizontalen Hauptachse,
aufgrund der Tatsache, dass D > ϕa ist.
Es zeigt sich, dass diese Charakteristik die Erzielung weitaus größerer Verformungsamplituden
in der Praxis ermöglicht,
was eine Anpassung an die Kapselretraktion ermöglicht, unabhängig von
deren Ausmaß, wodurch
Verschiebungen und Verformungen des optischen Teils verhindert werden.
-
Die Erfindung betrifft auch eine
Linse, die in Kombination durch alle oder einige der oben oder nachfolgend
erwähnten
Eigenschaften gekennzeichnet ist.
-
Weitere Ziele, Eigenschaften und
Vorteile der Erfindung gehen aus der Lektüre der nachfolgenden Beschreibung
ihrer bevorzugten Ausgestaltungen hervor, die in den Begleitzeichnungen
dargestellt sind. Dabei zeigt:
-
1 eine
Draufsicht auf eine Linse gemäß einer
Ausgestaltung der Erfindung,
-
2 eine
Profilansicht der Linse von 1,
-
3 eine
Draufsicht auf die Linse von 1 im
verformten Zustand, in einer zylindrischen Schablone mit Durchmesser ϕr
umschrieben,
-
4 eine
Profilansicht der Linse von 3,
-
5 eine
ausführliche
Draufsicht auf das rechte obere Viertel der Linse von 1,
-
6 und 7 Teildraufsichten, die jeweils
zwei alternative Ausgestaltungsvarianten der erfindungsgemäßen Linse
illustrieren,
-
8 eine
Ansicht ähnlich 1, die eine weitere Ausgestaltungsvariante
einer erfindungsgemäßen Linse
illustriert.
-
Eine in den Figuren dargestellte
erfindungsgemäße Linse
beinhaltet einen optischen Teil 1 mit einer allgemeinen
Scheibenform mit einem Durchmesser ϕo zwischen 5 und 7
mm, insbesondere von 6 mm, die in dem gezeigten Beispiel zwei konvexe Flächen hat,
die ihr eine geeignete optische Leistung geben. Die mittlere Achse 2 dieser
Scheibe ist die optische Achse des optischen Teils 1.
-
Die Linse verläuft allgemein in einer Hauptebene 3 lotrecht
zu dieser optischen Achse 2. In den gezeigten Ausgestaltungen
ist die Hauptebene 3 eine Symmetriemittelebene der Linse.
Darüber
hinaus weist die Linse einen haptischen Teil 4 auf, der mit
den Innenwänden
einer okularen Aufnahme in Kontakt gebracht werden soll, in die
die Linse implantiert werden soll, wobei dieser haptische Teil 4 die Funktion
des Festhaltens des optischen Teils 1 in der okularen Aufnahme
hat.
-
Die Linse ist einteilig, d. h. sie
besteht insgesamt aus einem einzigen Stück aus einem verformbaren Material,
das gebogen oder gerollt werden kann, das aber elastisch genug ist,
damit die Linse nach der Implantation in der okularen Aufnahme wieder
eine funktionelle Form einnimmt, die ihrer Anfangsform entspricht,
d. h. die ein Formgedächtnis hat.
Dieses Material ist beispielsweise ein Hydrogel.
-
Die Okulare Aufnahme, in die die
Linse implantiert werden soll, hat einen mittleren Durchmesser ϕm,
der Augenspezialisten hinlänglich
bekannt ist. Dieser mittlere Durchmesser ist der Medianwert des Wertebereiches
von natürlich
auftretenden Durchmessern, je nach Patient, in einer Implantationssituation,
d. h. nach einer eventuell zuvor durchgeführten chirurgischen Behandlung.
Mit anderen Worten, der mittlere Durchmesser ϕm ist der
wahrscheinlichste Durchmesser der okularen Aufnahme, die die Linse aufnehmen
soll.
-
Insbesondere beträgt der mittlere Durchmesser ϕm
der Kapsel nach der Ablation der kristallinen Linse (Kataraktoperation)
und nach der postoperativen Kontraktion 9,5 mm bei einem Erwachsenen (dieser
Durchmesser variiert zwischen 9 mm und 10 mm) und 8,5 mm bei einem
Kind (dieser Durchmesser variiert zwischen 8 mm und 9 mm). Es ist
zu bemerken, dass der mittlere Durchmesser nach die radiale Retraktion
der okularen Aufnahme angesehen wird, die durch eine eventuelle
chirurgische Behandlung erzielt wurde.
-
Ebenso ist der mittlere Durchmesser ϕm gleich
12 mm, wenn die betrachtete okulare Aufnahme der Sulcus ist (bei
einem Erwachsenen).
-
Der haptische Teil 4 weist
zwei diametral gegenüberliegende
Kontaktbügel 5 auf
beiden Seiten des optischen Teils 1 auf, die in Bezug auf
eine diametrale Symmetrieachse des optischen Teils 1 symmetrisch
zueinander sind, die nachfolgend als vertikale Hauptachse 6 bezeichnet
wird, die in der Hauptebene 3 liegt. Im gesamten Text werden
dieselben Bezugsziffern benutzt, um gleichartige Teile zu bezeichnen,
die in Bezug auf die vertikale Hauptachse 6 symmetrisch
sind.
-
Jeder Kontaktbügel 5 wird von einem
Kreisbogen mit einer Breite l4 gebildet, die wenigstens im Wesentlichen
konstant ist und zwischen zwei freien Enden 7, 7' verläuft. Diese
Breite l4 beträgt
beispielsweise etwa 0,5 mm. Jeder Kontaktbügel 5 hat eine allgemein
symmetrische Form in Bezug auf eine diametrale Symmetrieachse 8 des
optischen Teils 1, die als die horizontale Hauptachse 8 bezeichnet
wird und in der Hauptebene 3 und lotrecht zur vertikalen Hauptachse 6 liegt.
-
Die Kontaktbügel 5 haben eine konvex
geformte Krümmung
mit einer Konvexität,
die radial auswärts
in Bezug auf den optischen Teil 1 gerichtet ist, und haben
eine Außenfläche 9,
die so ausgelegt ist, dass sie mit einer Innenwand der okularen
Implantationsaufnahme in Kontakt kommen. Die Spur dieser Außenfläche 9 in
der Hauptebene 3 ist eine konvexe Krümmung, die einen Schnittscheitelpunkt S
mit der horizontalen Hauptachse 8 definiert und zwischen
zwei Endpunkten E, E' verläuft, die
den gleichen Abstand von der horizontalen Hauptachse mit einem Krümmungsradius
von mehr als 2,5 mm haben.
-
Dieser Krümmungsradius kann zwischen dem
Scheitelpunkt S und jedem Endpunkt E, E' konstant sein oder auch nicht. In der
in den 1 bis 5 gezeigten bevorzugten Ausgestaltung
ist dieser Krümmungsradius
konstant, und die Spur in der Hauptebene 3 der Außenfläche 9 jedes
Kontaktbügels 5 ist
ein Kreisabschnitt mit Durchmesser ϕa.
-
In den Varianten der 6 und 7 verändert sich
der Krümmungsradius
vom Scheitelpunkt S bis zum Endpunkt E, E'. Mit anderen Worten, der Wert des Krümmungsradius
am Scheitelpunkt 5 unterscheidet sich von seinem Wert an
den Endpunkten E, E'.
Dieser Krümmungsradius
variiert monoton (d. h. er nimmt ständig zu (6) oder ständig ab ( 7)) zwischen dem Scheitelpunkt S und
jedem Endpunkt E, E'.
Die Spur in der Hauptebene 3 der Außenfläche 9 jedes Kontaktbügels 5 ist
vorteilhafterweise ein konischer Krümmungsabschnitt. In der Variante
von 6 ist eine Kurve
beispielsweise mit einem minimalen Krümmungsradius am Scheitelpunkt
S dargestellt, der in Richtung auf die Endpunkte E, E' zunimmt. Diese Krümmung ist
beispielsweise ein Parabol- oder Hyperbelabschnitt. In der Variante
von 7 ist der Krümmungsradius
am größten am Scheitelpunkt
S und nimmt in Richtung auf die Endpunkte E, E' ab. Diese Krümmung ist beispielsweise eine
Ellipse.
-
In allen Fällen gibt es für jeden
Kontaktbügel 5 nur
einen einzigen Kreis Ca, der durch den Scheitelpunkt S und die beiden
Endpunkte E, E' verläuft und
dessen Durchmesser ϕa ist.
-
Jeder Kontaktbügel 5 ist mit dem
optischen Teil 1 durch zwei Verbindungselemente 10, 10' verbunden,
die in Bezug auf die horizontale Hauptachse 8 symmetrisch
zueinander sind und zwischen dem Kreisumfang 19 des optischen
Teils 1 und dem Kontaktbügel 5 verlaufen. Die
Linse weist somit vier Verbindungselemente 10, 10' auf. Die Kontaktbügel 5 und
die Verbindungselemente 10, 10' verlaufen wenigstens im Wesentlichen
in der Hauptebene 3, wobei die Linse eine Nullangulation
hat.
-
Die Linse hat, entlang der Hauptebene 3 gesehen,
eine allgemein symmetrische Form in Bezug auf die vertikale 6 und
die horizontale 8 Hauptachse. Mit anderen Worten, sie kann
durch die Symmetrie eines Quadranten in Bezug auf diese Achsen generiert
werden, um die drei anderen Quadranten zu erhalten. 5 zeigt nur einen Quadranten ausführlicher.
-
Gemäß der Erfindung:
- – hat
der Kreis Ca, der durch den Scheitelpunkt S und die beiden Endpunkte
E, E' jedes Kontaktbügels 5 verläuft, einen
Durchmesser ϕa, der größer als
oder gleich ϕm und kleiner als ϕm + 1,5 mm ist,
- – sind
die Scheitelpunkte S der beiden Kontaktbügel um eine Distanz D voneinander
beabstandet, die sich von ϕa unterscheidet und größer ist
als ϕa,
- – sind
die Verbindungselemente 10, 10' so gestaltet, dass sie durch Biegen
in der Hauptebene 3 in Richtung einer Verkleinerung der
radialen Abmessungen der Linse durch Bewegen der Kontaktbügel 5 zueinander
und zum optischen Teil 1, translational in der Richtung
der horizontalen Hauptachse 8, hin verformbar sind, wobei
die Symmetrie der Linse in Bezug auf die horizontale 8 und vertikale 6 Hauptachse
gewahrt bleibt, und das wenigstens im Wesentlichen ohne den optischen Teil 1 zu
verformen oder zu bewegen, so dass sich die Linse an eine radiale
Retraktion der okularen Aufnahme anpassen kann.
-
Spezifischer sind die Kontaktbügel 5 und
die Verbindungselemente 10, 10' so gestaltet, dass die Kontaktbügel 5 zueinander
hin und zum optischen Teil 1 gebracht werden können, so
dass die Linse in einer zylindrischen Schablone mit Durchmesser ϕr umschrieben
werden kann, und so, dass die Spur der Außenfläche 9 der Kontaktbügel 5 in
der Hauptebene 3 in einem Kreis Cr mit Durchmesser ϕr
umschrieben wird, wobei dieser Durchmesser ϕr kleiner als ϕa
und größer als ϕm – 1 mm ist
(3).
-
Vorteilhafterweise und erfindungsgemäß unterscheidet
sich ϕa von ϕm. Auf diese Weise wird die Verformung
des haptischen Teils 4 unter dem Einfluss einer radialen
Kontraktion der okularen Aufnahme von einer Verringerung des Durchmessers
des Kreises Ca begleitet, wobei der Krümmungsradius der Kontaktbügel 5 abnimmt.
Vorteilhafterweise und erfindungsgemäß ist ϕa größer als
oder gleich ϕm + 0,2 mm und kleiner als oder gleich ϕm
+ 0,7 mm und beträgt
insbesondere etwa ϕm + 0,5 mm.
-
Besonders im Fall einer kapsularen
Linse liegt ϕa zwischen 8,5 mm und 11 mm. Wenn die kapsulare
Linse in einen männlichen
Erwachsenen implantiert werden soll, dann ist ϕa größer als
oder gleich 9,5 mm und kleiner als oder gleich 10,5 mm und liegt insbesondere
bei etwa 10 mm. Wenn sie in ein Kind implantiert werden soll, dann
ist ϕa größer als
oder gleich 8,5 mm und kleiner als oder gleich 9,5 mm und beträgt insbesondere
etwa 9 mm.
-
Außerdem ist D vorteilhafterweise
und erfindungsgemäß größer als
oder gleich ϕa + 1 mm und kleiner als oder gleich ϕa
+ 2 mm. Vorzugsweise ist D, besonders im Fall einer kapsularen Linse,
größer als
oder gleich ϕm + 1,5 mm und kleiner als oder gleich ϕm
+ 2,5 mm. Vorteilhafterweise und erfindungsgemäß liegt D für eine kapsulare Linse (für einen
Erwachsenen oder ein Kind) zwischen 11 mm und 12 mm und beträgt insbesondere
etwa 11,2 mm.
-
Im Falle einer Linse, die in den
Sulcus implantiert werden soll, liegt ϕa vorteilhafterweise
und erfindungsgemäß zwischen
12 mm und 13,5 mm und insbesondere bei etwa 12,5 mm, und D liegt
zwischen 13 mm und 14 mm und insbesondere bei etwa 13,5 mm.
-
Bei einer radialen Kompressionsverformung unter
dem Einfluss der radialen Retraktion der okularen Aufnahme kommen
die beiden Scheitelpunkte S näher
zueinander hin und bleiben dabei auf der horizontalen Hauptachse 8,
und der durch den Scheitelpunkt S und die Endpunkte E, E' jedes Kontaktbügels 5 verlaufende
Durchmesser des Kreises Ca nimmt von ϕa bis auf einen Wert
ab, der bei etwa ϕm oder bei weniger als ϕm und
sogar bei ϕm – 1
mm liegen kann. Der Kreis Ca ist auf einem Punkt O der horizontalen
Hauptachse 8 zentriert, die etwa 0,6 mm von der optischen
Achse 2 entfernt liegt.
-
Der umhüllende Kreis Cr, der die Spur
der Außenfläche 9 umschreibt,
hat einen Durchmesser von größer als ϕa
(Variante von 7) oder
gleich ϕa (Varianten der 1 bis 6) vor der Verformung der
Linse. In den Varianten der 1 bis 6 fallen, wenn der Krümmungsradius
am Scheitelpunkt S kleiner als oder gleich dem an den Endpunkten
E, E' ist, der umhüllende Kreis
Cr und der durch den Scheitelpunkt S und die Endpunkte E, E' verlaufende Kreis Ca
zusammen.
-
Im verformten Zustand (3 und 4) wird die Linse im umhüllenden
Kreis Cr umschrieben, dessen Durchmesser ϕr abgenommen
hat. Vorteilhafterweise und erfindungsgemäß ist die Linse so gestaltet, dass ϕr
einen beliebigen Wert zwischen ϕm – 1 mm und ϕa einnehmen
kann.
-
Während
einer Verformung nimmt die Distanz D zwischen den Scheitelpunkten
S und den Kontaktbügeln
ab und die Durchmesser der Kreise Ca und Cr nehmen ab.
-
Vorteilhafterweise und erfindungsgemäß ist die
Linse so gestaltet, dass D = ϕr = ϕm ist, wenn ϕr = ϕm
ist, d. h. die umhüllenden
Kreise Cr der beiden Kontaktbügel 5 fallen
zusammen und sind auf der Achse 2 des optischen Teils 1 wie
in 3 gezeigt zentriert.
-
Außerdem verläuft jeder Kontaktbügel 5 vorteilhafterweise
und erfindungsgemäß zwischen
den beiden Endpunkten E, E' über einen
Winkelsektor, der von dem durch den Scheitelpunkt S und die beiden
Endpunkte E, E' verlaufenden
Kreis Ca definiert wird, mit einem Winkel α größer als oder gleich 60° und kleiner
als 180°.
Insbesondere liegt der Winkel α vorteilhafterweise
und erfindungsgemäß zwischen 90° und 150°.
-
Ebenso verläuft jeder Kontaktbügel 5 zwischen
seinen beiden freien Enden 7, 7' über einen Winkelsektor, der
auf dem Mittelpunkt O des Kreises Ca zentriert ist, mit einem Winkel α' größer als
oder gleich 60° und
kleiner als 180°,
insbesondere zwischen 90° und
160°. Der
Winkel α' ist vorteilhafterweise
und erfindungsgemäß so gewählt, dass
die beiden Kontaktbügel 5 nicht
aneinander stoßen
können.
Präziser
ausgedrückt,
der Winkel α' ist so gewählt, dass
die beiden Kontaktbügel
5 im verformten Zustand der Linse freie Enden 7, 7' haben, die
einander in einem Abstand d voneinander zwischen 0,1 mm und 1 mm,
insbesondere von etwa 0,5 mm (3)
zugewandt sind. In einer Variante (nicht dargestellt) kann der Winkel α' auch so gewählt werden, dass
die einander zugewandten freien Enden 7, 7' wenigstens
bei einer bestimmten radialen Kompressionsverformung, insbesondere
in einem verformten Zustand, für
den D = ϕr ≥ ϕm
ist, aneinander stoßen (d
= 0 mm).
-
Vorteilhafterweise und erfindungsgemäß ist jedes
Verbindungselement 10, 10' in einem Winkelsektor 11 einbeschrieben,
dessen Mittelpunkt dem des optischen Teils 1 entspricht
und der wenigstens im Wesentlichen eine Halbierende der horizontalen 8 und
der vertikalen 6 Hauptachse ist. Dieser Winkelsektor 11 ist
in 1 schraffiert und
bildet einen Winkel β zwischen
20° und
40°, insbesondere
von etwa 30°.
-
In den gezeigten Ausgestaltungen
ist die Linse ein Implantat in der allgemeinen Form einer Scheibe, „Scheibenimplantat" genannt. Demgemäß ist die Distanz
D' zwischen E und
E', nämlich die
Sehne, die die Subtangente der Außenfläche 9 des Kontaktbügels 5 bildet,
größer als
der Durchmesser ϕo des optischen Teils 1. Es ist
zu bemerken, dass die Erfindung auch auf den Fall anwendbar ist,
bei dem die Distanz D' zwischen
E und E' kleiner
als oder gleich ϕo wäre,
wobei die Linse dann ein Implantat des so genannten „Shuttle-Implantat"-Typs ist.
-
Darüber hinaus hat jedes Verbindungselement 10, 10' vorteilhafterweise
und erfindungsgemäß wenigstens
eine Krümmung 12, 12', 13, 13' in der Hauptebene 3 und
ist so gestaltet, dass sie durch Biegen in der Hauptebene 3 mit
einer Biegeachse verformbar ist, die durch diese Krümmung 12, 12', 13, 13' verläuft. Insbesondere
hat jedes Verbindungselement 10, 10' wenigstens eine erste Krümmung 12, 12' mit einer Konvexität, die auf
den Kontaktbügel 5 gerichtet
ist, und wenigstens eine zweite Krümmung 13, 13' mit einer Konkavität, die auf
den Kontaktbügel 5 gerichtet ist.
Es wäre
möglich,
Verbindungselemente 10, 10' mit schlangenförmigen Materialsträngen bereitzustellen,
d. h. mit mehr als zwei Krümmungen.
Jedes Verbindungselement 10, 10' in den gezeigten Ausgestaltungen
hat jedoch vorzugsweise und erfindungsgemäß eine einzelne erste Krümmung 12, 12' mit einer Konvexität, die auf
den Kontaktbügel 5 gerichtet
ist, und eine einzelne zweite Krümmung 13, 13' mit einer Konkavität, die auf
den Kontaktbügel 5 gerichtet
ist.
-
Jedes Verbindungselement 10, 10' ist aus einem
Materialstrang, Verbindungsstrang genannt, mit einer wenigstens
im Wesentlichen konstanten Breite l und einer wenigstens im Wesentlichen
konstanten Dicke e gebildet, die zwischen einer Übergangszone 17 zum
Umfang 19 des optischen Teils 1 und einer Übergangszone 18 zum
Kontaktbügel 5 ausgebildet ist,
und hat wenigstens eine Krümmung 12, 12', 13, 13' in der Hauptebene 3.
Jedes Verbindungselement 10, 10' ist vorzugsweise aus einem einzelnen
Verbindungsstrang mit wenigstens einer ersten Krümmung 12, 12' mit einer Konvexität gebildet,
die auf den Kontaktbügel 5 gerichtet
ist. Es ist aber durchaus möglich,
mehrere getrennte Verbindungsstränge
für jedes Verbindungselement 10, 10' vorzusehen,
d. h. zum Verbinden des optischen Teils 1 mit jedem Kontaktbügel 5 auf
jeder Seite der Hauptachse 8, z. B. einen ersten Verbindungsstrang
mit einer Krümmung
mit einer Konvexität,
die auf den Kontaktbügel 5 gerichtet ist,
und einen zweiten Verbindungsstrang mit einer Krümmung mit einer Konkavität, die auf
den Kontaktbügel 5 gerichtet
ist.
-
Ein Verbindungselement 10 ist
in 5 ausführlicher
dargestellt. Es umfasst einen Verbindungsstrang 10 mit
einem ersten Segment 14, das wenigstens im Wesentlichen
gerade ist und vom optischen Teil 1 verläuft, und
einem zweiten Segment 15, das wenigstens im Wesentlichen
gerade ist und von dem ersten Segment 14 verläuft und
damit eine erste Krümmung 12 mit
einer Konvexität
bildet, die auf den Kontaktbügel 5 gerichtet
ist, wobei dieses zweite Segment 15 mit dem Kontaktbügel 5 verbunden
ist. Die erste Krümmung 12 definiert
einen Winkel γ1
zwischen 60° und
120°, insbesondere
von etwa 90°,
zwischen dem ersten Segment 14 und dem zweiten Segment 15.
-
Die Konvexität der ersten Krümmung 12, 12' ist auch auf
den Scheitelpunkt S, d. h. auf die horizontale Hauptachse 8 gerichtet.
Das zweite Segment 15 verläuft wenigstens im Wesentlichen
parallel zu einer Geraden T tangential zum Umfang 19 des
optischen Teils 1 in der Übergangszone 17 des
ersten Segmentes 14 mit dem optischen Teil 1.
Die Übergangszone 17 zum
Umfang 19 des optischen Teils verläuft zwischen zwei Auskehlungsverbindungspunkten
R1, R2 des ersten Segmentes 14. Das zweite Segment 15 verläuft in einer
Richtung, die parallel zu einer der Tangenten am Umfangskreis 19 des
optischen Teils 1 zwischen diesen Verbindungspunkten R1
und R2 ist, d. h. die zwischen den jeweiligen Richtungen der Tangenten
T1 und T2 an diesen Punkten R1 und R2 auf dem Umfangskreis 19 gerichtet
ist. Insbesondere kann eine Mittellinie 20 des ersten Segments 14 unabhängig von
den Auskehlungen definiert werden. Diese Mittellinie 20 schneidet
den Umfangskreis 19 des optischen Teils 1 an einem
Punkt R, wo eine Tangente T zu diesem Kreis 19 gezeichnet
werden kann. Das zweite Segment 15 ist wenigstens im Wesentlichen
parallel zu dieser Tangente T.
-
Zusätzlich verläuft das erste Segment 14 wenigstens
im Wesentlichen radial vom Umfang 19 des optischen Teils 1.
Demgemäß ist die
Mittellinie 20 wenigstens im Wesentlichen in der Verlängerung
eines Radius 21 des Umfangskreises 19 des optischen Teils 1,
auf der optischen Achse 2 zentriert. Dieser Radius 21 bildet
einen Winkel θ1
mit der horizontalen Hauptachse 8, der zwischen 20° und 45°, insbesondere
bei etwa 30° liegt.
Somit liegt die Übergangszone 17 eines
Verbindungsstrangs 10, 10' am Umfang 19 des optischen
Teils 1 wenigstens im Wesentlichen in der Verlängerung
eines Radius 21 des Umfangs 19 des optischen Teils 1,
der mit der horizontalen Hauptachse 8 einen Winkel θ1 zwischen
20° und
45°, insbesondere
von 30° bildet.
-
Das zweite Segment 15 hat
ebenfalls eine Mittellinie 22. Die Mittellinie 20 des
ersten Segments 14 und die Mittellinie 22 des
zweiten Segments 15 schneiden sich an einem Punkt I1 und
bilden dazwischen den Winkel γ1
der ersten Krümmung 12.
-
Jeder Verbindungsstrang 10, 10' beinhaltet ein
drittes Segment 16, das das zweite Segment 15 mit
dem Kontaktbügel 5 verbindet
und, mit dem zweiten Segment 15, eine zweite Krümmung 13 mit
einer Konkavität
bildet, die auf den Kontaktbügel 5 gerichtet
ist. Die zweite Krümmung 13 definiert
einen Winkel γ2
zwischen 120° und
160°, insbesondere
von etwa 140°,
zwischen dem zweiten Segment 15 und dem dritten Segment 16.
Das dritte Segment 16 ist mit dem Kontaktbügel 5 in
einer Übergangszone 18 durch
Verbindungsauskehlungen verbunden. Der Kontaktbügel 5 hat eine konkav
gekrümmte
Innenfläche 23 parallel
zur Außenfläche 9.
Das dritte Segment 16 ist mit der Innenfläche 23 des
Kontaktbügels 5 verbunden.
Unabhängig
von den Verbindungsauskehlungen hat das dritte Segment 16 eine
Mittellinie 24, die die Mittellinie 22 des zweiten
Segments 15 in einem Punkt I2 schneidet und dabei den Winkel γ2 dazwischen
bildet. Die Mittellinie 24 schneidet die Spur der Innenfläche 23 in
einem Punkt M.
-
Das zweite Segment 15 hat
eine Länge
l2 (Distanz (I1, I2)), die größer als
l1 des ersten Segmentes 14 (Distanz (I1, R)) ist. Die Länge l2 des zweiten
Segments liegt zwischen 1 mm und 3 mm und beträgt insbesondere etwa 1,5 mm,
während
die Länge
l1 des ersten Segments 14 zwischen 0,5 mm und 1 mm liegt
und insbesondere etwa 0,75 mm beträgt.
-
Ferner ist die Länge l3 des dritten Segments 16 (Distanz
(I2, M)) ebenfalls geringer als l2 des zweiten Segments 15 und
liegt zwischen 0,2 mm und 1 mm und insbesondere bei etwa 0,6 mm.
-
Das zweite Segment 15 und
allgemeiner der gesamte Verbindungsstrang 10, abgesehen
von den Verbindungsauskehlungen, hat eine Breite l, die wenigstens
im Wesentlichen konstant ist und etwa 0,5 mm beträgt.
-
Außerdem ist die Dicke e jedes
Verbindungsstrangs 10 wenigstens im Wesentlichen konstant
und entspricht der Dicke des Kontaktbügels 5. Der gesamte
haptische Teil 4 hat somit dieselbe Dicke e. Diese Dicke
e ist geringer als die Gesamtdicke e' im Bereich der optischen Achse 2 des
optischen Teils 1 (2).
Die Dicke e liegt vorteilhafterweise zwischen 0,2 mm und 0,4 mm
und beträgt
insbesondere etwa 0,25 mm.
-
Die Übergangszone 18 des
Verbindungsstrangs 10 mit dem Kontaktbügel 5 befindet sich
wenigstens im Wesentlichen in der Verlängerung eines Radius 25 des
durch den Scheitelpunkt S und die beiden Endpunkte E, E' passierenden Kreises
Ca. Dieser Radius 25 bildet mit der horizontalen Hauptachse 8 einen
Winkel θ2
zwischen 45° und
75°, insbesondere
von etwa 60°.
-
Bei einer radialen Kompressionsverformung der
Linse biegen sich die Verbindungsstränge 10, 10' in Schließrichtung
des Winkels γ1
der ersten Krümmung 12, 12' und in Öffnungsrichtung
des Winkels γ2 der
zweiten Krümmung 13, 13'.
-
Unter Berücksichtigung der Symmetrie
der Linse in Bezug auf die horizontale Hauptachse 8 im unverformten
Zustand der Linse verlaufen die zweiten Segmente 15 der
beiden Verbindungsstränge 10, 10' von wenigstens
einem Kontaktbügel 5 allgemein von
der ersten Krümmung 12, 12' und bewegen
sich dann voneinander und von der horizontalen Hauptachse 8 weg.
Beim Verformen der Verbindungsstränge 10, 10' bewegen sich
die zweiten Segmente 15 (Biegung) rotational in entgegengesetzten
Rotationsrichtungen und nähern
sich dabei der horizontalen Hauptachse 8.
-
Es ist zu bemerken, dass die Biegerichtung jedes
Verbindungsstrangs 10, 10' im Bereich der ersten Krümmungen 12, 12' mit einer Konvexität, die auf den
Kontaktbügel 5 gerichtet
ist, dieselbe ist wie die Biegerichtung des Abschnitts des Kontaktbügels 5, mit
dem dieser Verbindungsstrang 10, 10' verbunden ist.
-
3 zeigt
eine extreme Verformungsposition, in der die ersten Krümmungen 12, 12' mit der Innenfläche 23 der
Kontaktbügel 5 in
Kontakt kommen und an diese anstoßen. Es sind vorteilhafterweise Ausschnitte 26 in
der Innenfläche 23 ausgehöhlt, um den
minimalen zulässigen
Wert des Durchmessers ϕr zu reduzieren.
-
Bei Verformungen der Linse bleibt
der haptische Teil 4 (Verbindungselemente 10, 10' und Kontaktbügel 5)
in der Hauptebene 4, und die Symmetrie der Linse in Bezug
auf die horizontale 8 und die vertikale 6 Hauptachse bleibt
erhalten. Die Verbindungselemente 10, 10' biegen sich
ohne erheblichen Widerstand aufgrund der hohen Hebelwirkung, die durch
das zweite und das dritte Segment 15, 16 (zwischen
I1 und M) von der ersten Krümmung
(12, 12') repräsentiert wird.
Auf diese Weise erfährt
der optische Teil 1 nur geringe Spannungen und wird nicht erheblich
verformt.
-
Es ist zu bemerken, dass die erfindungsgemäße Linse
leicht zu geringen Kosten hergestellt werden kann, z. B. durch Bearbeiten
eines Hydrogelblocks mit einem Fräser von 0,4 mm Durchmesser.
-
Die 1 bis 4 zeigen in einem vergrößerten Maßstab ein
reelles Beispiel für
eine Kapsularlinse für
einen Erwachsenen (ϕm = 9,5 mm) gemäß der Erfindung, wobei ϕo
= 6 mm, D = 11, 2 mm, ϕa = 10 mm, ϕr = 9 mm und α = 150° sind. Es
wird im verformten Zustand keine Verschiebung oder Verformung des
optischen Teils 1 festgestellt.
-
In den in 1 bis 7 gezeigten
Ausgestaltungen ist jedes Verbindungselement 10, 10' mit einem Kontaktbügel 5 in
der Nähe,
aber in einem Abstand von einem seiner freien Enden 7, 7' verbunden,
wobei der Kontaktbügel 5 über die Übergangszone 18 zum
Verbindungselement 10, 10' hinaus verläuft.
-
In der Variante von 8 ist jedes Verbindungselement 10, 10' mit dem Ende 7, 7' des Kontaktbügels 5 verbunden.
Ferner haben die Verbindungselemente 10, 10' in dieser Variante
eine Breite, die kontinuierlich von der Krümmung 12, 12' in Richtung
auf den Kontaktbügel 5 zunimmt.
-
Außerdem ist die Breite des Kontaktbügels 5 im
Bereich des Scheitelpunktes S und der horizontalen Hauptachse 8 größer. Sie
nimmt kontinuierlich von der Übergangszone 18 des
Verbindungselementes 10, 10' in Richtung auf den Scheitelpunkt
S zu.
-
Der Schlitz 27, der zwischen
dem optischen Teil 1, einem Kontaktbügel 5 und den beiden
Verbindungselementen 10, 10' dieses Kontaktbügels besteht,
ist kleiner in der Variante von 8 als
in den Ausgestaltungen der 1 bis 7.
-
Mit der erfindungsgemäßen Linse
ist zu bemerken, dass der Bereich der Kontaktfläche mit dem umhüllenden
Kreis Cr und somit mit den Innenwänden der okularen Aufnahme
(Kapsel) im verformten Zustand der Linse sehr groß ist. Die
erfindungsgemäße Linse
ermöglicht
es somit, das so genannte sekundäre
Kataraktphänomen
zu verhindern, wobei eine solche periphere Kontaktfläche eine
Zellenproliferation begrenzt.
-
Darüber hinaus kann die Linse gemäß der vorliegenden
Erfindung durch einen Einschnitt eingefügt, gebogen und gerollt werden,
der für
die Passage des Phacoemulsifikationsinstrumentes vorgenommen wurde,
ohne Fehler in der Einsetzrichtung, wobei die Linse nicht anguliert
wird.