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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Gebiet der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft eine oder mehrere hochgradig spezifische Oberfläche(n),
die in der Biologie verwendet werden kann bzw. können, und Substrate, Konstrukte
und Vorrichtungen, die diese Oberfläche(n) verwenden, wie auch
deren Anwendungen und Verfahren zu deren Herstellung. Die Erfindung betrifft
auch ein Verfahren zur Ausdehnung von Makromolekülen, wie Polymeren oder biologisch
aktiven Makromolekülen,
insbesondere DNA oder Proteinen.
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Hintergrund der Erfindung
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Die
hohe Spezifität
und Selektivität
von bestimmten biologisch aktiven Reaktionen ist seit langem bekannt.
Speziell sind die Antikörper-Antigen-Reaktionen,
die DNA- oder RNA-Hybridisierungen,
die Reaktionen zwischen Proteinen des Typs Avidin/Streptavidin-Biotin
wie auch die Reaktionen zwischen Liganden und deren Rezeptoren wohlbekannt.
Es ist jetzt möglich,
einen Vorteil aus diesen spezifischen Reaktionen zu ziehen, insbesondere um
das Vorhandensein oder Fehlen von einem der Elemente der gekoppelten
Reaktion in einer Probe zu zeigen oder um gegebenenfalls eines der
Elemente des Paars aus einem komplexeren Medium abzutrennen. Wenn
jedoch gewünscht
wird, das Vorhandensein eines Moleküls in sehr geringen Konzentrationen
in einem komplexen Medium nachzuweisen, liefern die gegenwärtig verfügbaren Verfahren
oftmals zufällige
Ergebnisse, insbesondere aufgrund des Hintergrundrauschens, mit
welchem man während
der Trenn- oder Nachweisschritte konfrontiert wird. Dies ist der
Grund dafür,
dass das, was im Folgenden als „molekulares Fischen" bezeichnet werden
wird, d. h. die Möglichkeit,
jedes der Moleküle, nach
welchen gesucht wird, sogar in sehr geringen Konzentrationen nachzuweisen,
noch nicht möglich gewesen
ist. Beispielsweise erfordert die Analyse einer DNA-Probe die Verwendung
einer Hybridisierungssonde, welche der komplementären Sequenz der
zu identifizierenden Sequenz entspricht. Unter diesen Bedingungen
besteht das Problem darin, das Hybrid aus dem Medium zu isolieren,
dann es mit einem guten Signal-Rausch-Verhältnis (SRV) nachzuweisen und
schließlich
sogar eine geringe Anzahl von positiven Reaktionen zu bestimmen.
Dies ist der Grund dafür,
warum in vielen Fällen
ein zwischengeschalteter Schritt, um die nachzuweisende Sequenz zu
amplifizieren, beispielsweise durch Verwendung von PCR oder Amplifizierungsmethoden,
welche zu den gleichen Ergebnissen führen, verwendet wird. Unter
diesen Bedingungen wird die Konzentration der zu analysierenden
Sequenz in der Probe erhöht und
ihr Nachweis wird viel leichter gemacht. Jedoch ist dieser Amplifizierungsschritt
anfällig
für Verunreinigungen,
die möglicherweise
zu Nachweisfehlern führen.
Es wäre
dementsprechend wünschenswert, in
der Lage zu sein, das Vorhandensein der Nukleinsäuresequenz ohne Amplifizierungsschritt
nachzuweisen. Es ist vorgeschlagen worden, einen zwischengeschalteten
Verankerungsschritt des Hybridisierungsprodukts auf einer festen
Oberfläche,
welche bestimmte Bindungsspezifitäten aufweist, zu verwenden,
um die Hybridisierungsreaktion hervorzuheben. Es ist beispielsweise
möglich,
bestimmte vorbehandelte Oberflächen
zu verwenden, die das Binden von bestimmten Proteinen oder DNA unabhängig davon,
ob diese DNA modifiziert worden ist oder nicht, erlauben. Solche
Oberflächen
sind kommerziell erhältlich
(beispielsweise Covalink®, CoStar®, Estapor®,
Bangs® und
Dynal®)
in Form von Körnchen
(„beads") oder Vertiefungen,
welche auf der Oberfläche beispielsweise
Gruppen vom Typ -COOH, -NH2 oder -OH aufweisen.
Die DNA kann dementsprechend mit einer reaktiven Gruppe, beispielsweise
einem Amin, funktionalisiert werden und die Reaktion kann mit diesen
Oberflächen
stattfinden. Jedoch erfordern diese Verfahren eine bestimmte Vorbehandlung
oder Funktionalisierung der zu bindenden DNA.
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Techniken,
die eine Verankerung ohne Vorbehandlung der DNA erlauben, sind auch
beschrieben worden. Eine der Techniken besteht darin, die freie
Phosphatgruppe des 5'-Endes
des Moleküls
mit einem sekundären
Amin umzusetzen. Es ist auch möglich,
die DNA an eine Gruppe eines Proteins anzuheften, um dieses mit
einer Oberfläche,
die mit einer Gruppe eines zweiten Proteins, welches in der Lage
ist, spezifisch mit dem ersten Protein zu reagieren, bedeckt ist,
reagieren zu lassen. Der gebundene Komplex (erstes Protein-zweites
Protein) kann vom Typ Biotin-Streptavidin, Anti-Digoxigenin-Antikörper (anti-DIG),
der gegen das Digoxigenin-Antigen (DIG) gerichtet ist, sein. Solche
Oberflächen
sind jedoch in den meisten Fällen
nicht ausreichend spezifisch. Dementsprechend kann das Vorhandensein
von störenden
Wechselwirkungen, sogar von schwachen, vom Typ einer nicht-spezifischen
Adsorption für
ein langes Molekül
zu einer Absorption an dem Feststoff an einer großen Anzahl
von schwachen Wechselwirkungsstellen führen (V. Lund et al., Nucl.
Acids Res. 16, 1861 (1988)). Diese Oberflächen führen zu potentiellen Anwendungen,
denen Empfindlichkeit fehlt, und/oder mit einer hohen Rate von Hintergrundrauschen
in dem Falle einer kleinen Anzahl von Molekülen, nach welchen „gefischt" werden soll. Darüber hinaus
weisen einige von diesen Oberflächen
eine hohe Rate von störender
Fluoreszenz auf, die potentiell während der Nachweisphase (wenn
Photonen beim Nachweis verwendet werden) schädlich ist. Wie für den Nachweis
selbst, insbesondere für
das Hervorheben des Vorhandenseins von DNA, beschreibt das
Französische Patent 78 10975 ein
Verfahren zum Koppeln einer Sonde an ein Enzym, welches es einem
erlaubt, die Freisetzung eines chromatischen Substrats, das ein
Farbstoff ist, der, wenn er freigesetzt wird, seine optischen Eigenschaften
(entweder Emissions- oder Absorptionseigenschaften) verändert, zu
beobachten. Es ist darüber
hinaus möglich, die
Reaktion durch eine Messung der optischen Dichte, eine spektrale
oder kalorimetrische Messung zu quantifizieren. Eine Technik dieser
Art ist jedoch für den
Nachweis von Spurenmengen nicht direkt angepasst. Dementsprechend
muss auch dieser Technik in den meisten Fällen ein Amplifizierungsverfahren der
Menge von Nukleinsäuren,
nach denen gesucht wird, beispielsweise durch die PCR-Methode, vorausgehen.
Das als „kalte
Sondentechnik” („cold probe
technique") beschriebene
Nachweisverfahren ist entwickelt worden, um die Verwendung von radioaktiven
Markern zu vermeiden, welche Ergebnisse liefern, die hinsichtlich
der Empfindlichkeit nahe kommen, aber Manipulationsprobleme aufwerfen,
berücksichtigt
man das Vorhandensein von Radioaktivität und die langen Entwicklungszeiten,
die für
eine gute Empfindlichkeit erforderlich sind. Für bestimmte besondere Anwendungen,
wie Verfahren, die ausgehend von einer ex vivo-Bildgebung ersonnen
worden sind, sind direkte Verfahren zum Beobachten der Reaktion
vorgeschlagen worden, indem das Hybridisierungsprodukt an Mikrokörnchen,
insbesondere an PMMA, die an ihrer Oberfläche in geeigneter Weise chemisch
behandelt worden sind, gekoppelt wird. Das Verfahren beruht auf
der direkten Identifizierung des Vorhandenseins von diesen Mikrokörnchen (mit einem
typischen Durchmesser von 60 Nanometern) unter einem Elektronenmikroskop
und beruht auch auf bekannten festen Verankerungstechniken, die nicht
ausreichend spezifisch sind.
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Die
oben beschriebenen Techniken sind offensichtlich nicht auf den Nachweis
von Nukleinsäuren
beschränkt.
Der Nachweis von Antikörpern
unter Verwendung derselben Systeme ist vorgeschlagen worden. In
diesen Situationen sind die Tests Tests vom ELISA-Typ, die hier
nicht beschrieben werden und die zur Zusammenfassung das Koppeln
eines Antikörpers
an eine Ankerstelle, die mit einem Antigenmolekül auf einem Feststoff assoziiert
ist, erlaubt. In dieser Situation sind die Spezifitätsprobleme
und die Probleme aufgrund von störenden
Reaktionen nach wie vor vorhanden. Das Nachweisverfahren kann auf
einem Koppeln an ein chromatisches Substrat, welches seine eigenen
Empfindlichkeitsprobleme aufweist, basieren.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Diese
Erfindung betrifft ein reproduzierbares Verfahren zum Kämmen, Orientieren,
Ausrichten, Geraderichten oder Ausdehnen eines Makromoleküls auf einer
Oberfläche,
welches umfasst, ein Makromolekül
in Kontakt mit einer Oberfläche
S und einem Medium A zu bringen, so dass eine Stelle des Makromoleküls an S
gebunden wird und ein Abschnitt davon in A angeordnet ist, und die
Bestandteile von A bezogen auf S mechanisch zu versetzen unter Bedingungen,
die wirksam sind, um das Makromolekül zu kämmen, zu orientieren, auszurichten, geradezurichten
oder auszudehnen.
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Die
Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Erhalten einer Oberfläche S, welche
eine konsistente, homogene und reproduzierbare Orientierung, Ausrichtung,
Geraderichtung oder Ausdehnung von Makromolekülen ermöglicht, welches umfasst, eine Oberfläche S eines
Substrats zu reinigen unter Bedingungen, welche wirksam sind, um
eine von organischen Molekülen
freie und staubfreie Oberfläche
S zu erhalten, S zu hydratisieren und S mit einem gewünschten
Material, welches freiliegende Reste umfasst, die selektiv Makromoleküle binden
können,
zu beschichten, wobei die Stufen der Reinigung, Hydratisierung und
Beschichtung in einer einzelnen Kammer ausgeführt werden.
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Auch
Teil dieser Erfindung ist eine Oberfläche, die durch das oben beschriebene
Verfahren hergestellt wird, welche für eine Verwendung bei der Orientierung,
Ausrichtung, Geraderichtung oder Ausdehnung von Makromolekülen in einer
konsistenten, homogenen und reproduzierbaren Weise geeignet ist.
In diesem Patent wird auch ein Substrat, Konstrukt oder eine Vorrichtung,
umfassend die Oberfläche
der Erfindung, und Kits, welche die Oberfläche, das Substrat, Konstrukt und/oder
die Vorrichtung und andere Bestandteile und Anweisungen für dessen Verwendung
umfassen, die für
verschiedene Anwendungen, die nachfolgend beschrieben werden, geeignet
sind, bereitgestellt.
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Die
Oberfläche
dieser Erfindung wird in vorteilhafter Weise angewendet, um ein
gewünschtes Ausmaß an Orientierung,
Ausrichtung, Geraderichtung oder Ausdehnung eines Makromoleküls, das
an eine Oberfläche
S gebunden ist, zu erzielen, indem das Makromolekül mit der
Oberfläche
der Erfindung und einem Medium A in Kontakt gebracht wird, so dass
eine Stelle des Makromoleküls
an die Oberfläche
gebunden wird und ein Abschnitt davon in A angeordnet ist, wobei
das hydrophobe/hydrophile Charakteristikum von entweder der Oberfläche oder
A in einer Weise modifiziert wird, welche wirksam ist, um ein gewünschtes
Ausmaß an
Ausdehnung des Makromoleküls
zu erzeugen, A verdampft wird oder die Bestandteile von A relativ
zur Oberfläche
versetzt werden, um das Makromolekül zu orientieren, auszurichten,
geradezurichten oder auszudehnen, und die Länge des ausgedehnten Makromoleküls durch
Vergleichen mit einem Standard oder einer Kontrolle bestimmt wird.
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Das
Dokument
WO-A-92/08788 offenbart ein
beschichtetes Substrat mit der Fähigkeit,
Makromoleküle
in einer orientierten Position zu binden, und welches gereinigt
wird, um jegliche organischen Moleküle und Staub davon zu entfernen,
dann hydratisiert und mit einem Reagens beschichtet wird. Das Substrat
kann nach UV-Bestrahlung erhalten werden. Makromoleküle können durch
eine Rakel- oder Abstreifmesser-Technik orientiert werden. Es offenbart
nicht ein Verfahren zum Erhalten einer Oberfläche, welches Schritte umfasst,
die allesamt in einer einzelnen Kammer ausgeführt werden, und auch keinen
Versetzungsschritt, in welchem zwei Oberflächen parallel bewegt werden,
um eine Grenzfläche zu
versetzen.
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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erhalten einer Oberfläche S, welche
eine konsistente, homogene und reproduzierbare Orientierung, Ausrichtung,
Geraderichtung oder Ausdehnung von Makromolekülen ermöglicht, gemäß Anspruch 1 oder gemäß dem abhängigen Anspruch
2. Die Erfindung betrifft auch ein reproduzierbares Verfahren zum
Orientieren, Ausrichten, Geraderichten oder Ausdehnen eines Makromoleküls auf einer
Oberfläche
gemäß dem unabhängigen Anspruch
4 oder gemäß dem abhängigen Anspruch
3 oder 5 bis 9. Die Erfindung betrifft auch eine Oberfläche S, die
durch das vorangegangene Verfahren erhalten wird.
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Eine
andere Anwendung der Oberfläche
der Erfindung erfolgt beispielsweise in einem empfindlichen Verfahren
zum Identifizieren einer bestimmten Art von Makromolekül, die in
einer Probe vorhanden ist, indem das Makromolekül mit der Oberfläche und dem
Medium in Kontakt gebracht wird und das Makromolekül orientiert
wird, wie oben beschrieben, und das Vorhandensein des ausgedehnten
Makromoleküls
in einer quantitativen und reproduzierbaren Weise nachgewiesen wird
und die Art des orientierten Makromoleküls spezifisch identifiziert
wird.
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Noch
eine andere Anwendung besteht in der Bestimmung der Anzahl einer
speziellen Art von Makromolekül,
die in einem bekannten Volumen von Probe vorhanden ist, indem ein
Makromolekül
mit der Oberfläche
und dem Medium in Kontakt gebracht wird, das Makromolekül orientiert
wird und das Vorhandensein des orientierten Makromoleküls, wie oben
beschrieben, nachgewiesen wird und die Anzahl von orientierten Makromolekülen, die
vorhanden ist, in einer reproduzierbaren und quantitativen Weise bestimmt
wird.
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Noch
eine andere Verwendung der Oberfläche besteht in der Abtrennung
einer speziellen Art von anderen Arten von Makromolekülen, indem
ein Makromolekül
mit der Oberfläche
und dem Medium A in Kontakt gebracht wird, A verdampft wird oder
die Bestandteile von A relativ zu der Oberfläche versetzt werden, um A und
andere Probenbestandteile zu verdrängen, während das oder die Makromolekül(e) der speziellen
Art an die Oberfläche
gebunden bleibt bzw. bleiben und orientiert wird (werden), und das Vorhandensein
von jeglichem(n) orientiertem(n) Makromolekül(en) der speziellen Art in
einer reproduzierbaren und quantitativen Weise nachgewiesen wird.
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Noch
eine andere Anwendung der Oberfläche
der Erfindung besteht in dem Messen der Länge eines Makromoleküls einer
speziellen Art, indem das Makromolekül, welches einen Marker an
einer Position von bekannter Länge
aufweist, in Kontakt mit der Oberfläche der Erfindung und einem
Medium A gebracht wird, A verdampft wird oder dessen Bestandteile
relativ zu der Oberfläche
versetzt werden, während
das Makromolekül
an die Oberfläche
gebunden bleibt, um das Makromolekül zu orientieren, und die Länge eines
jeglichen Fragments des orientierten Makromoleküls, welches sich zwischen dem
Molekül und
dem in A angeordneten Abschnitt des Makromoleküls erstreckt, durch Vergleich
mit einem Standard oder einer Kontrolle bestimmt wird.
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Die
Oberfläche
der Erfindung ist auch geeignet zum Messen eines gewünschten
Abstands zwischen zwei Stellen auf einer Oberfläche durch Anwenden der obigen
Schritte und weiteres Bestimmen des gewünschten Abstands durch Vergleich
mit einer bekannten Länge.
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KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Unterfigur 1A ist
eine schematische Darstellung des Nachweises eines Pathogens in
einem fluoreszierenden DNA-Molekül
durch Hybridisierung mit einem Verankerungsmolekül.
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Unterfigur 1B ist
eine schematische Darstellung des Nachweises einer immunologischen Reaktion
(ELISA) mit einem „Flag"-(Flaggen)-Molekül: hier
wird fluoreszierende DNA als Reaktionsmarker verwendet. Unterfigur 1C ist
eine schematische Darstellung der genetischen Kartographie oder physischen
Kartierung unter Verwendung der Verlängerung von DNA und der Verwendung
einer Marker-DNA.
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Unterfigur 2A und
Unterfigur 2B sind Fluoreszenzvideomikrophotographien,
welche jeweils λ-DNA,
welche an den kohäsiven
Enden mit DIG markiert ist, auf einer mit anti-DIG beschichteten Oberfläche und
durch den Meniskus ausgedehnt bzw. als eine Kontrolle nicht-endmarkierte λ-DNA auf einer
anti-DIG-Oberfläche
zeigen.
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3 ist
eine schematische Darstellung des Kämmens von DNA-Molekülen durch
Passage eines sich bewegenden Meniskus.
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4 repräsentiert
ein Histogramm der gemessenen Längen
einer Gesamtheit von λ-DNA-Molekülen und
von dessen Multimeren nach Ligation.
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5 zeigt
ein Histogramm, welches die gemessenen Längen einer Gesamtheit von λ-DNA-Molekülen, erhalten
durch mechanisches Versetzen einer Deckgläschen-Oberfläche S relativ
zu der anderen S',
repräsentiert.
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BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN
AUSFÜHRUNGSFORMEN
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Diese
Erfindung entstand aus dem Wunsch des Erfinders, Verbesserungen
an Oberflächen
des Standes der Technik, die an hochgradig inkonsistenten Ergebnissen
leiden, die durch äußerliche
Wechselwirkungen zwischen deren chemischer Struktur und Substanzen,
die in einem Medium, das in Kontakt mit den Oberflächen gebracht
worden ist, vorhanden sind, erzeugt werden, vorzunehmen. Die Erfindung
beruht auf der Herstellung und Verwendung von hochgradig spezifischen
Oberflächen
durch beispielsweise Eliminieren einer störenden Bindung und nicht-spezifischen Adsorption
von Makromolekül(en) an
die Oberfläche,
die eingesetzt werden können,
um Makromolekül(e)
zu immobilisieren für
deren Zählung,
Längenmessung,
Untersuchung von deren Merkmalen und deren Beziehung oder von Fragmenten
davon zu vizinalen Segmenten und für eine Verwendung bei der Herstellung
von „sequence
ready"-Karten, einer
genetischen Analyse von individuellen Molekülen, diagnostischen und prognostischen Tests.
Die resultierenden Oberflächen
führen
zu verbesserten Oberflächen
mit einem sehr begrenzten Hintergrundrauschen.
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Insbesondere
betrifft die Erfindung eine hochgradig spezifische Oberfläche, die
für das
Binden von Makromolekülen
geeignet ist, beispielsweise für
eine Verwendung in biologischen Reaktionen. Die Oberfläche der
Erfindung umfasst vorzugsweise mindestens eine Schicht einer organischen
Verbindung, welche eine freiliegende oder reaktive Gruppe mit einer
Affinität
für einen
Abschnitt oder eine Stelle, insbesondere ein Ende oder einen Endabschnitt
eines Makromoleküls,
z. B. eines biologisch aktiven Moleküls aufweist. Die reaktive Gruppe
der Oberfläche kann
gegebenenfalls chemisch modifiziert sein, um eine jegliche reaktive
Gruppe oder Gruppierung an dem Makromolekül zu binden. Die verbleibenden Elemente
der Schicht bieten sehr wenig Möglichkeiten
für das
Binden einer jeglichen Art oder weisen unter Standardreaktionsbedingungen
des bzw. der Makromolekül(e)
mit der oder den freiliegenden oder reaktiven Gruppe(n) im Wesentlichen
keine Affinität
für die
Makromoleküle
auf.
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Die
folgenden Begriffe werden so definiert, wie sie im Kontext der Erfindung
innerhalb dieser gesamten Patentschrift interpretiert werden. „Affinität" bezieht sich auf
entweder chemische Reaktivität
oder Absorption einer bestimmten Art für jegliche Moleküle oder
Makromoleküle,
die an die freiliegende Gruppe oder Gruppierung der Oberfläche, ob
modifiziert oder nicht, gebunden werden. Die Begriffe „Fixierung", „Verankerung" und „Bindung" haben im Wesentlichen
die gleiche Bedeutung und sollen so verstanden werden, dass sie
die Anheftung eines Moleküls,
Makromoleküls,
eines Abschnitts davon oder einer Gruppe oder Gruppierung an eine
andere Gruppe oder Gruppierung, ein anderes Molekül oder Makromolekül oder Fragment
davon, eine Oberfläche,
einen Träger
oder ein Substrat bezeichnen. Die Begriffe „Kämmen, Ausrichten, Ausdehnen,
Orientieren und Geraderichten" werden
in vielen Fällen
gegeneinander austauschbar verwendet und bezeichnen die Ausdehnung
eines Makromoleküls
oder Polymers von einer zufälligen
oder gegebenen Konformation in Lösung
zu einer ausgerichteten, linearen und räumlich orientierten Konformation. „Träger oder Substrat" bezeichnet entweder
einen festen Träger oder
ein festes Substrat oder einen/eines, der/das gebildet wird durch
ein nicht-festes Element, wie eine Flüssigkeit oder ein Gasteilchen,
welche eine kompakte Schicht aufweisen oder dadurch bedeckt werden.
Eine „kompakte" Oberfläche ist
eine, die im Wesentlichen verhindert, dass das Makromolekül Zugang
erhält
zu (einer) jeglichen inneren Schicht(en) und/oder dem Träger, um
nicht-spezifische Wechselwirkungen zu minimieren. Selbstverständlich sollte diese
Unzugänglichkeit
die Bedingungen, unter welchen die Bindung des Makromoleküls auftritt,
berücksichtigen.
Unter den Oberflächen
der Erfindung bevorzugt sind jene, welche eine oder mehrere freiliegende
Gruppe(n), wie ungesättigte
Bindungen, z. B. eine oder mehrere Doppelbindung(en) -CH=CH2, aufweisen. Diese ungesättigten Bindungen können in andere
Gruppierungen, wie -CHO, -COOH, -NH2 und -OH,
umgewandelt werden oder sie können
als solche verwendet werden. Andere reaktive Gruppen, die für eine Verwendung
hier geeignet sind, sind jene, die beispielsweise in verzweigten
oder dendritischen Polymeren, Kohlenwasserstoffen und Fluorkohlenwasserstoffen
gefunden werden. Jene werden nachfolgend detaillierter aufgeführt werden.
Das Einbringen von anderen reaktiven Gruppen oder Gruppierungen,
wie jene, welche Sauerstoff und Chlor umfassen, zusätzlich zu
der reaktiven Gruppe oder Gruppierung(en) in die Oberflächenschicht
muss im Allgemeinen vermieden werden, da sie unerwünschte nicht-spezifische Wechselwirkungen
und eine störende
Absorption einführen
können.
Die Oberflächen der
Erfindung können
durch verschiedene Verfahren erhalten werden. Beispiele sind Oberflächen, die
aus einer Schicht eines karbonisierten Polymers, vorzugsweise verzweigt,
welche mindestens etwa 10 Nanometer (nm) dick ist, welche eine Klasse
von reaktiven Gruppen, wie jene, die nachfolgend definiert werden,
aufweist, wobei der Rest der Schicht im Wesentlichen allesamt kohlenwasserstoffhaltige-
oder fluorkohlenwasserstoffhaltige Gruppen umfasst, Oberflächen, die
erhalten werden durch Ablagerung oder Verankerung von einer oder
mehreren molekularen Schichten, die erhalten werden durch Bilden von
aufeinanderfolgenden Schichten, die durch nicht-kovalente Bindungen aneinander gebunden sind,
z. B. Langmuir-Blodgett(LB)-Filme, oder durch molekulare Selbstzusammenlagerung
(SAMs). Die erste Art von Oberfläche
kann erhalten werden durch Polymerisation von wenigstens einem Monomer,
welches auf der Oberfläche
des Polymers die gewünschte
freiliegende Gruppe erzeugt, durch partielle Depolymerisation der
Oberfläche
eines Polymers, um die freiliegende Gruppe oder Gruppierung zu erzeugen, oder
durch Abscheidung des Polymers. In diesem Verfahren ist eines der
Monomere vorzugsweise eine C=C-Vinylgruppe,
wobei das gebildete Polymer beispielsweise ein Polyolefin oder ein
Polyen-Derivat ist. Beispiele sind Oberflächen des synthetischen Kautschuk-Typs,
wie Polybutadien, Polyisopren oder Naturkautschuk. Die hochgradig
spezifische Oberfläche des
zweiten Typs, die z. B. für
biologische Reaktionen eingesetzt wird, wird im Allgemeinen konstruiert, indem
an einer länglichen
Struktur oder einem länglichen
Substrat eine im Wesentlichen monomolekulare und kompakte Schicht
einer organischen Verbindung bereitgestellt wird, welche mindestens
eine Fixierungs- oder Verankerungsgruppe oder -gruppierung mit einer
Affinität
für die
Oberfläche
oder den Träger oder
das Substrat und eine freiliegende oder reaktive Gruppe oder Gruppierung
mit im Wesentlichen keiner oder wenig Affinität für den Träger und die Fixierungsgruppe
unter Bedingungen, die für
eine Bindung des Moleküls
an das Substrat effektiv sind, aufweist. Die freiliegende oder reaktive
Gruppierung stellt für
sich oder nach chemischer Modifizierung nach Fixierung Affinität bereit
oder bindet das Makromolekül.
Bevorzugte Schichten sind kompakte Schichten, die mit organischen
Monomeren oder Verbindungen erhalten werden, die von der bzw. den freiliegenden
oder reaktiven Gruppe (n) verschieden sind und zu einer seitlichen
Reaktion miteinander unter Erzeugung von quer verlaufenden Bindungen oder
Vernetzung in der Lage sind. Solche kompakten Schichten machen den
Träger
im Wesentlichen unzugänglich
für Makromoleküle oder
Moleküle
in einem Medium, das auf die Oberfläche aufgetragen wird, und eliminieren
dementsprechend im Wesentlichen störende Reaktionen. Die organischen
Verbindungen weisen vorzugsweise eine Fixierungs- oder Verankerungsgruppe
oder -gruppierung an einer Spitze oder einem Ende und eine freiliegende
oder reaktive Gruppe oder Gruppierung an einer anderen Position
des Moleküls,
z. B. der anderen Spitze oder dem anderen Ende, auf. Andere vorhersehbare
Ausführungsformen
werden hier auch mit in Betracht gezogen, in welchen die Fixierungsgruppe
beispielsweise in der Mitte der organischen Verbindung lokalisiert
ist und an jedem Ende jeweils freiliegende Gruppen aufweist. Um
störende
Reaktionen mit den organischen Verbindungen anders als mit deren
freiliegender oder reaktiver Gruppe oder Gruppierung zu vermeiden,
ist es bevorzugt, organische Verbindungen mit relativ inerten freiliegenden
und Fixierungsgruppen zu verwenden. Beispielsweise können gesättigte Ketten,
wie Paraffine, verwendet werden.
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Die
Oberfläche(n)
der Erfindung kann bzw. können
gekennzeichnet sein gemäß (a) dem
Träger oder
Substrat, (b) dem an dem Träger
bereitgestellten Molekül,
welches freiliegende oder reaktive Gruppen und Fixierungs- oder
Verankerungsgruppen aufweist, und (c) der Wechselwirkung zwischen
dem Träger
und dem Fixierungsgruppen-Molekül.
In einer Ausführungsform
ist die Bindung nicht-kovalent, insbesondere vom hydrophilen-hydrophilen
oder hydrophoben-hydrophoben Typ, wie dies in den Langmuir-Blodgett(LB)-Filmen
der Fall ist (K. B. Blodgett, J. Am. Chem. Soc. 57, 1007 (1935)).
Bei diesen Typen von Oberfläche(n)
ist die freiliegende oder Bindungsgruppe entweder hydrophil oder
hydrophob, insbesondere eine Alkyloxy-, Alkyl- oder Halogenalkylgruppe,
wie CH3, CF3, CHF3, CH2F, und die
andere Gruppe (die Fixierungs- oder Verankerungsgruppe) ist hydrophil.
Die Bindung kann auch kovalent sein, in welchem Falle die Bindungsgruppe
im Allgemeinen chemisch mit dem Träger reagieren wird. Besonders bevorzugte
Bindungsgruppen umfassen Silane, Chlorsilane, Silanole, Ethoxysilane,
Methoxysilane, Silazane, Phosphate, Hydroxyle, Hydrazide, Hydrazine,
Amine, Amide, Diazonione, Pyridine, Sulfate, Sulfone, Carboxylate,
Borone, Halogene, Acylhalogenoide, Aldehyde, Thiole. Spezieller
ist es bevorzugt, Bindungsgruppen zu verwenden, die in einer quer verlaufenden
Weise mit einer äquivalenten
Nachbargruppe reagieren können,
um quer verlaufende Bindungen bereitzustellen, z. B. Silan und mehr
bevorzugt Dichlorsilan, Trichlorsilan, Dimethoxysilan, Trimethoxysilan,
Diethoxysilan und Triethoxysilan. Die quer verlaufende Bindung oder
Vernetzung kann auch an verschiedenen Stellen quer durch die Dicke der
Schicht erzielt werden, indem die Einzelschicht mit reaktiven Gruppen,
die gegebenenfalls an der Kette zwischen der Bindungsstelle und
der freiliegenden Gruppe vorhanden sind, polymerisiert wird. Dementsprechend
ermöglichen die
bifunktionellen und trifunktionellen Fixierungsgruppe-Moleküle eine eindimensionale
und zweidimensionale Polymerisation der Schicht. Die Art von Bindungsgruppen,
die eingesetzt wird, wird, wie dies im Stand der Technik bekannt
ist, auch von der Natur des Trägers
abhängen.
Gruppen vom Silan-Typ sind für
eine kovalente Bindung an Glas und Siliciumdioxid gut angepasst. Die
freiliegenden Gruppen werden unabhängig von der Oberfläche vorzugsweise
unter vinylischen oder aromatischen Radikalen, tertiären oder
sekundären Aminen,
Estern, Nitrilen, Aldehyden oder Halogenen ausgewählt. Besonders
bevorzugt sind Vinylgruppen. Vinylgruppen können nach dem Binden chemisch
modifiziert werden, um beispielsweise Methoxyl- oder Carboxylgruppen
oder Derivate davon, wie Alkohole, Aldehyde, Ketone, Säuren, primäre und sekundäre oder
tertiäre
Amine zu ergeben. Die Ketten, welche die freiliegende Gruppe an
die Fixierungsgruppe binden, sind vorzugsweise Ketten, welche wenigstens
1 Kohlenstoffatom, vorzugsweise mehr als etwa 6 und im Allgemeinen
zwischen etwa 3 und etwa 30 Kohlenstoffatome tragen. Dementsprechend sind
es, sogar wenn das Substrat nicht vollständig bedeckt wird, hauptsächlich inerte
Gruppen, nicht das Substrat, die freiliegend präsentiert werden. Sowohl in
diesem Falle als auch wenn es eine seitliche Kopplung oder Vernetzung
innerhalb der Schicht, unabhängig
davon, ob ionisch oder kovalent, gibt, werden durch selbsttätige Zusammenlagerung
hochgradig organisierte Schichten erhalten, sogar wenn die anfängliche
Oberfläche
nur eine verringerte Anzahl von aktiven Verankerungsstellen verglichen
zu der Anzahl von Molekülen,
die in einer kompakten Schicht erhalten werden, aufweist.
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Der
Träger
oder das Substrat können
aus jeglichen und allen Arten von festem Material hergestellt sein,
bevorzugt sind aber Glas, Siliciumdioxid, andere Polymere (natürlich und
synthetisch) und Gold, mit oder ohne Vorbehandlung der Oberfläche. Wenn
Glas oder Siliciumdioxid verwendet werden, ist die Verwendung von
bekannten Techniken zur Oberflächenfunktionalisierung
mit Silan-Derivaten bevorzugt, wie beispielsweise eine, welche die
folgende Reaktion umfasst: Si-OH + Cl3-Si-R-CH=CH2 ergibt Si-O-Si-R-CH=CH2,
worin R beispielsweise (CH2)4 ist.
Die Reaktion kann mit reinen Lösemitteln
ausgeführt
werden und führt
zu einer Anzahl von Molekülen mit
einem C=C-Ende, welches auf der Außenseite der Oberfläche freiliegend
präsentiert
wird. Der Begriff Träger
oder Substrat soll nicht nur einteilige feste Träger umfassen, sondern auch
Teilchen, wie Siliciumdioxid-Pulver und polymere Körnchen,
wie auch andere Substratformen, wie Fasern oder strukturierte Träger, die
magnetisch, fluoreszierend oder gefärbt gemacht werden können, wie
dies aufgrund von verschiedenen Messtechniken bekannt ist. Der Träger wird
vorzugsweise so ausgewählt,
dass er im Wesentlichen nicht fluoreszierend ist, wenn der Nachweis
unter Verwendung von Fluoreszenz erfolgt. Die durch die oben beschriebenen
Verfahren (A) und (B) erhaltenen Oberflächen zeigen eine bedeutende Spezifität, die erhalten
wird aufgrund von (I) dem Vorhandensein von spezifischen reaktiven
Stellen, die entweder ausgehend von freiliegenden Gruppen oder von
dem fixierten Molekül
erhalten werden, (ii) einer sehr geringen Rate von nicht-spezifischen Wechselwirkungen,
die durch das Fehlen von störenden
Bindungen (kovalente Bindung, schwache Bindung vom Absorptionstyp
oder hydrophobe Bindung) bewirkt wird (im Handel erhältliche
Oberflächen,
wie Nunc® und
Costar®,
weisen zahlreiche nicht-spezifische
Wechselwirkungsstellen auf; Makromoleküle, wie DNA, können in
unerwünschter Weise
an einer Mehrzahl von Stellen verankert werden, wohingegen an den
erfindungsgemäßen Oberflächen die
Makromoleküle
nur durch deren Enden verankert werden), (iii) einer sehr geringen
eigenen Fluoreszenzrate, wenn benötigt, und einem Fluoreszenz-Hintergrundrauschen,
das schwächer
als das Fluoreszenzsignal des einzelnen nachzuweisenden Moleküls ist, (iv)
der Möglichkeit,
isolierte Moleküle
mit einem Signal-Rausch-Verhältnis
(SRV) unabhängig
von der Anzahl von Molekülen
nachzuweisen unter Verwendung von verschiedenen Techniken, die nachfolgend beschrieben
werden. Diese basieren zumeist auf der Identifizierung des Vorhandenseins
eines makroskopischen Markers mit einer schwachen nicht-spezifischen
Wechselwirkung mit der Oberfläche.
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Die
so erhaltenen Oberflächen
sind vorzugsweise des Weiteren gebunden an oder beschichtet mit
einem oder mehreren biologisch aktiven Molekül(en), wie Proteinen, Nukleinsäuren, Lipiden
oder Polysacchariden und Derivaten davon. Beispiele von Proteinen
sind Antigene, Antikörper,
Liganden, Zellrezeptoren, Enzyme, Transmitter, Produkte, wie Avidin
oder Streptavidin, und Derivate davon. Beispiele von Nukleinsäuren sind
RNAs und DNAs wie auch die α-, β- und Thiol-Derivate
von diesen Verbindungen und gemischte Verbindungen, wie die PNAs.
Es ist auch möglich,
gemischte Verbindungen, wie Glycopeptide und Liposaccharide oder
andere Substanzen, wie Viren und Zellen, oder chemische Verbindungen,
wie Biotin, zu binden. Die biologischen Moleküle können kovalent oder nicht-kovalent
an die Oberfläche
gebunden werden, wie durch Absorption, Ausbildung von Wasserstoffbrückenbindungen,
hydrophobe Wechselwirkungen und/oder ionische Wechselwirkungen.
Es ist möglich,
die gebundenen Moleküle
zu vernetzen, z. B. biologisch gepfropfte Moleküle, durch bekannte Techniken,
um deren Kohäsion
zu verstärken
(„Chemistry
of Protein Conjugation and Cross-linking", S. C. Wong, CRC Press, 1991). Wie
zuvor erwähnt,
ist es möglich,
eine freiliegende oder reaktive Gruppe an der Oberfläche zu haben,
die direkt mit dem oder den Molekül(en) reagiert. Die freiliegende
Gruppe kann jedoch auch behandelt werden, nachdem sie an das Substrat
gebunden worden ist, und zu einem Hydroxyl, Amin, Alkohol, Thiol, Aldehyd,
Keton oder -COOH umgewandelt werden, bevor das Molekül daran
angeheftet wird. Ist die Oberfläche
einmal mit einer oder mehreren derartigen freiliegenden Gruppe(n)
versehen worden, können
die Makromoleküle,
z. B. Polymere allgemein, Proteine, RNA und/oder DNA, daran gebunden
werden durch Techniken, die in diesem Fachgebiet bekannt sind. Diese
Reaktionen werden im Allgemeinen an Oberflächen ausgeführt, die bereits für biologische
Analysen verwendet werden, insbesondere Costar®- oder
Nunc®-Oberflächen, oder
Mikrokörnchen,
wie beispielsweise Estapor®, Bangs® und
Dynal®,
an welchen Makromoleküle,
insbesondere biologisch nützliche
Moleküle,
wie DNA, RNA, PNA, Proteine und Antikörper, verankert werden.
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Die
Oberflächen
der Erfindung sind reaktiv gegenüber
nicht-ionisierten Säuren,
wie Säuren,
welche die COOH- und PO3H2-Gruppierungen
enthalten, wohingegen sie gegenüber
deren jeweiligen anionischen Spezies im Wesentlichen nicht reaktiv
sind. Diese besondere Eigenschaft erlaubt die Verankerung von Nukleinsäuren oder
Proteinen innerhalb eines definierten pH-Bereichs, wobei oftmals
die Reaktionsgeschwindigkeit durch den pH zudem leicht gesteuert
wird. Daher kann die Verankerungsreaktion beispielsweise innerhalb
von Sekunden (wenn sie nicht durch Diffusion begrenzt wird) für ein Makromolekül, wie DNA,
das in einem Medium A bei pH 5,5 vorhanden ist, vorgenommen werden.
In einigen Fällen
kann es jedoch zu bevorzugen sein, zuzulassen, dass die Reaktion
für längere Zeitspannen
(2 h) fortschreitet. In einem pH 8,0-Medium führt die gleiche Reaktion jedoch
zu einer sehr schwachen Verankerung. Dieser pH-abhängige Verankerungseffekt
stellt eine beträchtliche
Verbesserung gegenüber
dem Stand der Technik dar, insbesondere verglichen mit anderen Oberflächen, die
die Vorbehandlung oder Funktionalisierung des Makromoleküls für ein Binden an
die Oberfläche
erfordern. In dem Falle von DNA beispielsweise durch Addition von
Biotin, DIG, NHS und dergleichen oder anderen spezifischeren Reaktanten,
wie Carbodiimid, Dimethylpimelidat und dergleichen, die eine Peptid-
oder Phosphorimid-Bindung zwischen -NH2 und
-COOH oder POOH erzeugen können.
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Die
Oberflächen,
welche C=C und andere Moleküle
und Makromoleküle
bindende Einheiten umfassen, können
für die
direkte Verankerung von Molekülen,
z. B. Proteinen, wie Protein A, anti-DIG, Antikörpern, Streptavidin u. s. w.,
verwendet werden. Die Aktivität
des Moleküls
kann bewahrt bleiben, während
die Oberfläche,
die ursprünglich
C=C-Gruppen enthielt, so modifiziert wird, dass sie selektiv ein jegliches
Makromolekül
von Interesse bindet. Es ist dementsprechend möglich, von einer Oberfläche mit relativ
breiter Reaktivität
zu einer mit hochgradig spezifischer Reaktivität, die selektiv Makromoleküle mit einer
Affinität
für spezielle
Stellen eines Proteins bindet, zu wechseln. Durch Aufpfropfen eines
spezifischen Antikörpers,
wie beispielsweise anti-DIG, auf die Oberfläche, weist eine Oberfläche, die
ursprünglich
eine begrenzte Reaktivität
gegenüber
dem Antigen (DIG) aufgewiesen hatte, jetzt eine selektive Affinität dafür auf, da
die anfänglichen
chemischen Gruppen durch die aufgepfropften Antikörper inaktiv gemacht
worden sind. Es ist auch möglich,
auf die ursprünglichen
reaktiven Oberflächen
entweder chemisch oder biochemisch andere biologische Moleküle, wie
Viren, oder andere Komponenten, wie Membranen, Membranrezeptoren,
Polysaccharide und PNAs, aufzupfropfen. Es ist auch möglich, das
Produkt einer biologischen Reaktion (wie PCR) an die vorbereiteten
Oberflächen
zu binden und dadurch zu bestimmen, ob die Reaktion aufgetreten
ist oder nicht, oder das Ausmaß,
bis zu welchem sie erfolgt ist, zu bestimmen, wie durch Bestimmen
der Anzahl von erzeugten Produktmolekülen.
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Die
Erfindung betrifft so hochgradig spezifische Oberflächen für Anwendungen
für Kits
und Assays, wie qualitative und quantitative Assays auf Makromoleküle, biologische
Reaktionen und dergleichen. Die Oberfläche der Erfindung umfasst eine
im Wesentlichen kompakte Schicht einer organischen Verbindung mit
einer länglichen
Struktur, die gegebenenfalls auf einem Träger angeheftet ist, wobei die Schicht
mindestens eine Fixierungs- oder Verankerungsgruppe(n) für das Binden
an einen Träger
und eine freiliegende oder reaktive Gruppe oder Gruppierung mit
einer geringen oder im Wesentlichen keiner Affinität für den Träger und
die Bindungs- oder Verankerungsgruppe unter Bedingungen, die für das Binden
der letztgenannten zwei an einander wirksam sind, aufweist, wobei
die reaktive Gruppe in der Lage ist, insbesondere nach nachfolgender
chemischer Modifizierung, Moleküle,
wie biologische Moleküle oder
Moleküle,
welche selektiv Makromoleküle
binden, zu binden.
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Die
Erfindung betrifft auch Anwendungen der Oberflächen der Erfindung für den Nachweis
von isolierten Makromolekülen
mit spezifischen Molekülen oder
Reaktanten, insbesondere in Nachweisverfahren mit einem SRV, welches
von der Anzahl von nachgewiesenen Molekülen unabhängig ist.
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Die
Erfindung betrifft auch ein reproduzierbares Verfahren zum Orientieren,
Ausrichten, Geraderichten oder Ausdehnen eines Makromoleküls auf einer
Oberfläche,
welches umfasst, ein Makromolekül in
Kontakt mit einer Oberfläche
S und einem Medium A zu bringen, so dass eine Stelle des Makromoleküls an S
gebunden wird und ein Abschnitt davon in A angeordnet ist; und die
Bestandteile von A relativ zu S unter Bedingungen, die wirksam sind,
das Makromolekül
zu orientieren, auszurichten, geradezurichten oder auszudehnen,
mechanisch zu versetzen. Das Verfahren der Erfindung ist einfach
und neu und in einer von ihren Ausführungsformen bewegt sie das oder
die Makromolekül(e)
und eine dreifache Grenzflächenlinie
S/A/B, welche aus dem Kontakt von Medium oder Lösungsmittel A mit einer Oberfläche S und
einem Medium B resultiert, entlang der Oberfläche S in Form eines Meniskus.
Obwohl das Makromolekül
in dem Medium A nicht vollständig
löslich sein
muss, ist in einer speziellen Ausführungsform das Makromolekül in dem
Medium löslich.
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Gemäß der Erfindung
hat der Erfinder beobachtet, dass die einfache Passage des Meniskus über Makromoleküle, die
z. B. an einem Ende auf einem Substrat verankert sind, eine Ausrichtung
erlaubt, die im Wesentlichen gleichförmig ist, und in einer Richtung,
die im Wesentlichen rechtwinklig zu der Bewegungsrichtung des Meniskus
ist, was die Moleküle
hinter dem Meniskus „gekämmt", getrocknet und an
die Oberfläche
absorbiert zurücklässt. Als
eine Fluoreszenzvideomikrographie aufgenommen wurde, zeigte sie
die Ausdehnung von Phage λ-DNA durch die Bewegung
des Meniskus (Bild nicht gezeigt). Links sah man DNA-Moleküle noch
in Lösung, bevor
sie durch den Meniskus gekämmt
und ausgedehnt wurden, und rechts wurden DNA-Moleküle nach
Passage des Meniskus beobachtet (siehe 1,
Bensimon et al., Science 265: 2096 (1994). Insbesondere findet das
Ausdehnen des freien Endes des Makromoleküls (des in dem Medium A angeordneten
Abschnitts) statt, während
sich die dreifache Grenzflächenlinie
S/A/B entlang der Oberfläche S
an der Grenzfläche
der Medien A und B, welches ein Gas, wie Luft und dergleichen, oder
ein anderes diskontinuierliches Medium, einschließlich eines
Lösemittels,
sein kann, bewegt. In einer besonderen Ausführungsform der Erfindung umfasst
der Meniskus eine Luft/Wasser-Grenzfläche, in welcher beispielsweise
das Medium A eine wässrige
Lösung
umfasst und das Medium B Luft umfasst. Andere Kombinationen werden
selbstverständlich
ebenfalls in Betracht gezogen. Es ist darüber hinaus möglich, die Verwendung
des Luft/Wasser-Meniskus auf andere Systeme, wie Wasser/Öl, Wasser/grenzflächenaktives
Mittel/Luft, Wasser/amphiphile Substanz/Öl und viele andere auszudehnen.
Die Verlagerung des Meniskus kann bewerkstelligt werden unter Verwendung von
jeglichen Mitteln für
die relative Verlagerung von Medien A und/oder B in Bezug auf die
Oberfläche
S. Dies umfasst alle Formen von zugeführter Energie, einschließlich, aber
nicht beschränkt
auf thermische, elektrische, mechanische, chemische und andere Formen,
die die A/B-Grenzfläche
entlang der Oberfläche
S verlagern werden. Insbesondere kann der Meniskus verlagert werden
unter Verwendung von mechanischen Mitteln, insbesondere durch Saugen oder
Blasen eines Gases oder durch Drücken
oder Saugen des Mediums A und/oder B. Die Verlagerung des Meniskus
kann auch durch fortschreitende Verdampfung des Mediums A erzielt
werden. Wenn die Verlagerung des Meniskus durch mechanische Mittel vorgenommen
wird, kann dies durch die Versetzung von entweder der A/B-Grenzfläche oder
der Oberfläche
S erzielt werden.
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In
einer besonderen Ausführungsform
der Erfindung ist das Medium A zwischen zwei Oberflächen S und
S', die Teil von
Trägern
oder Substraten sein können,
angeordnet und der Meniskus kann entweder durch Verdampfen oder
durch Bewegen von einer von diesen Oberflächen in Bezug auf die andere
oder von beiden verlagert werden. Der Begriff Träger, wie hier verwendet, bezeichnet
ein jegliches Substrat, das eine Kohäsion aufweist, die ausreichend
oder wirksam ist, um der Passage des Meniskus zu widerstehen. In
einer anderen Ausführungsform
der Erfindung können
auch Spannungsveränderungen
oder Veränderungen
des elektrischen Potentials zu der Bewegung oder Steuerung eines
Mediums, wie eines Fluids, führen.
Dementsprechend ist ein elektrisches Mittel eine der am meisten
bevorzugten Ausführungsformen
für das
Versetzen der Grenzfläche,
beispielsweise auf einem „Biochip" oder in einem Mikroanalyselabor-Chip,
wie einem, der aus Silicium hergestellt ist, oder einem vom Mikro-
oder Nano-Typ. Es ist beobachtet worden, dass gemäß der Erfindung
die Ausdehnungskraft örtlich
in der unmittelbaren Nachbarschaft des Meniskus wirkt. Diese Kraft
ist im Allgemeinen unabhängig
von der Länge des
Makromoleküls
oder der Anzahl von verankerten Makromolekülen und in einem breiten Bereich
von der Geschwindigkeit des Meniskus. Diese Merkmale sind besonders
effektiv und wichtig und führen
zu der Ausrichtung der Makromoleküle in einer homogenen, reproduzierbaren
und quantitativen Weise. Die Erfindung ermöglicht die Herstellung von
Oberflächen
und Substraten, anderen Konstruktionen und Vorrichtungen, welche
auf ihren Oberflächen
orientierte Makromoleküle
präsentieren.
Ein(e) solche(s) Oberfläche, Substrat,
Konstruktion oder Vorrichtung kann beispielsweise Anwendungen in
der Elektronik oder Optik, als Biosensoren oder Biochips, die basierend
auf ihren elektrischen oder Photonen-Eigenschaften für Messungen
eingesetzt werden, finden. Eine uniaxiale Orientierung kann am besten
durch einen uniaxialen Mechanismus, z. B. Versetzung, erzielt werden, wohingegen
eine Verdampfung typischerweise zu einer breiteren oder weiteren
und zufälligeren
Verteilung von orientierten Molekülen führt.
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Es
ist möglich,
die Qualität
oder das Ausmaß der
Ausdehnung oder des Kämmens
der Makromoleküle
zu steuern, indem beispielsweise mehr als ein unterschiedlicher
Parameter, einschließlich
(i) die Wechselwirkungen zwischen den Makromolekülen und der Oberfläche und
(ii) die örtliche
Wirkung des Meniskus auf die Makromoleküle, verwendet wird. Dementsprechend
wird die Ausdehnungskraft im Allgemeinen erhöht, wenn die Wechselwirkungsenergie zwischen
dem Makromolekül
und der Oberfläche hoch
ist. In dem Falle einer hydrophilen oder benetzende Oberfläche, z.
B. einer, welche anti-DIG daran gebunden aufweist, ist diese Wechselwirkungsenergie
im Allgemeinen gering und dementsprechend ist die Ausdehnungskraft
an dem DNA-Molekül
nicht hoch. In einer Ausführungsform
der Erfindung wird die Stärke
der Ausdehnungskraft freiwillig begrenzt, um das Brechen des Makromoleküls oder
das Brechen von dessen Bindungen mit der Oberfläche zu vermeiden. Veränderungen
in der Hydrophobizität/Hydrophilie
der Oberfläche
führen
dementsprechend im Allgemeinen zu definierten Veränderungen bei
dem Ausmaß des
Kämmens
oder Ausdehnens eines Makromoleküls.
In einer Ausführungsform
der Erfindung werden Modifizierungen an den Oberflächengruppierungen
und/oder den daran gebundenen Molekülen vorgenommen, welche vorab
festgelegte Veränderungen
in dem Ausmaß des
Ausdehnens für verschiedene
Makromoleküle
bewirken. Es ist auch möglich,
eine ähnliche
Wirkung gemäß der Erfindung zu
erzielen, indem grenzflächenaktive
Verbindungen, amphiphile Moleküle,
Polymere und Copolymere, z. B. Blockcopolymere, und/oder andere
asymmetrische Substanzen in das Medium A und/oder B hinzugegeben
werden, um die Eigenschaften der Grenzfläche zu modifizieren, was wiederum
auch das Ausmaß der
Ausdehnung eines Makromoleküls
modifizieren wird. Dementsprechend kann das Ausmaß der Ausdehnung
eines Makromoleküls
variiert werden entweder durch die Zugabe von amphiphilen Substanzen,
z. B. grenzflächenaktiven
Mitteln, zu dem Medium oder durch eine geeignete Oberflächenbehandlung.
Dementsprechend führt
das Ausdehnen von DNA in Wasser/Luft (Medien A/B) an einer hydrophoben
(nicht-benetzenden Oberfläche),
wie silanisiertem Glas, zu etwa 50% Ausdehnung, wohingegen ein ähnlicher
Test, der an einer hydrophilen (benetzenden) Oberfläche (bedeckt
mit Protein A und anti-DIG) ausgeführt wurde, zu nur 10% Ausdehnung führte (siehe
Bensimon et al., Phys. Rev. Lett. 74: 4754 (1995). Eine übermäßige Oberfläche/Molekül-Anziehung
(beispielsweise ein erhöhtes
Adsorptionsniveau) kann für
die Ausrichtung der Moleküle durch
den Meniskus gemäß der Erfindung
schädlich sein,
da die Moleküle
an die Oberfläche
absorbiert bleiben könnten
in einem Zustand, der nicht notwendigerweise ein länglich ausgerichteter
oder gekämmter
Zustand ist. Vorzugsweise weist die Oberfläche eine schwache Absorptionsrate
für das
Makromolekül
auf, so dass nur die verankerten Moleküle gekämmt oder ausgerichtet werden,
während
die anderen Moleküle
durch den Meniskus fortgetragen werden. Sind die Moleküle einmal
ausgerichtet, haften sie stark an der Oberfläche. In dem Falle von DNA wurden
sie beispielsweise mehrere Monate nach deren Ausrichtung beobachtet.
Die Makromoleküle
können
an der Oberfläche
verankert werden unter Verwendung der Techniken, die zuvor beschrieben
worden sind. Ihre Bindung an die Oberfläche kann entweder kovalent
oder nicht-kovalent sein abhängig davon,
ob diese aus einer oder mehreren chemischen oder physikalisch-chemischen
Wechselwirkung(en) resultiert. Es ist auch möglich, kommerziell erhältliche
Oberflächen
zu verwenden, obwohl diese im Allgemeinen eine Vorbehandlung oder
Funktionalisierung der Makromoleküle, z. B. DNA, bevor diese verankert
werden, erfordern. Das Verfahren der Erfindung erlaubt nicht nur,
biologische Moleküle
zu beobachten und/oder zu quantifizieren, sondern auch biologische
Moleküle
zu trennen, indem beispielsweise Kopplungstechniken, wie Antigen-Antikörper- oder
DNA-RNA-Kopplung, verwendet werden. Insbesondere betrifft die Erfindung
ein Verfahren zum Nachweis eines Makromoleküls, welches eine DNA-Sequenz
oder ein Protein umfasst, in einer Probe, umfassend, ein Makromolekül mit einer
Oberfläche
S und einem Medium A in Kontakt zu bringen, so dass eine Stelle
des Makromoleküls
an S gebunden wird und ein Abschnitt davon in A angeordnet ist;
und die Bestandteile von A relativ zu S mechanisch zu versetzen
unter Bedingungen, die effektiv sind, um das Makromolekül zu orientieren,
auszurichten, geradezurichten oder auszudehnen. In dem Falle von
Nukleotiden kann es beispielsweise ausgeführt werden, indem eine Probe,
welche dem Medium A, welches das Makromolekül umfasst, vorzugsweise in
Lösung, entspricht,
genommen wird und diese in Kontakt mit der Oberfläche gebracht
wird unter Bedingungen, die die Bildung eines DNA-DNA-Hybrids, die
Bildung eines DNA-RNA-Hybrids oder die Bildung eines Protein-Protein-Reaktionsprodukts
begünstigen;
das Hybrid oder Reaktionsprodukt wird dann in geeigneter Weise gefärbt, ausgedehnt
oder gekämmt,
z. B. durch Verlagerung eines Meniskus, der durch den Kontakt des
Mediums mit der Oberfläche
erzeugt wird, um den Makromolekülen
eine bestimmte Orientierung zu verleihen, und die so orientierten
Makromoleküle
werden dann gemessen, beobachtet oder nachgewiesen.
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Die
Passage des Meniskus, der die Moleküle in Form von kleinen Stäbchen linear
ausdehnt, macht diese leichter nachweisbar, wenn sie (beispielsweise fluoreszierend)
gefärbt
werden. Da die markierten Makromoleküle ein korrelierbares Signal,
das durch ihre Ausdehnung eine gleichförmige Orientierung aufweist,
aufweisen, sind sie vom Hintergrundrauschen effektiv unterscheidbar.
Es ist dementsprechend leicht, das Vorhandensein von Staub und nicht-homogenen Elementen,
die keine besondere räumliche
Korrelation aufweisen, zu verwerfen. Die Fähigkeit, Makromoleküle ausrichten
zu können,
ist von extremer Bedeutung, da agglomerierte Moleküle, die
in einem Medium angeordnet sind, im Allgemeinen von einem thermischen
Blickpunkt aus gesehen fluktuieren, was zu signifikanten Variationen
bei dem resultierenden Fluoreszenzsignal führt und deren Beobachtung und
quantitative Bestimmung begrenzt. Die Erfindung ermöglicht die
Beobachtung von isolierten Molekülen
mit einem verbesserten SRV. Ausgedehnte Makromoleküle können durch
verschiedene enzymatische Verfahren oder andere Verfahren, wie Fluoreszenz
oder die Verwendung von „warmen" oder „kalten" Sonden, sichtbar
gemacht werden. Ihr Nachweis kann erzielt werden, indem ein Gesamtsignal,
z. B. gesamte Fluoreszenz, gemessen wird, oder durch individuelle
Beobachtung der Makromoleküle
durch optische Fluoreszenzmikroskopie, Elektronenmikroskopie oder
Verfahren unter Verwendung von Abtast- oder Scanningsonden, wie
Raster-Tunnel-Mikroskopie (RTM), Rasterkraftmikroskopie (AFM; „Atomic
Force Microscopy")
oder optische Nahfeld-Rastermikroskopie (NSOM; „Nearfield Scanning Optical
Microscopy").
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Allgemein
erlaubt die Erfindung die Beobachtung, Trennung und/oder Messung
einer Menge eines biologisch aktiven Makromoleküls in einer Probe durch ein
Verfahren unter Verwendung einer Oberfläche, an welche ein Molekül, welches
in der Lage ist, das Makromolekül
der Probe zu erkennen, gebunden ist. Die Beobachtung, Trennung oder
Mengenmessung kann ausgeführt
werden unter Verwendung von fluoreszierenden oder nicht-fluoreszierenden
Reaktanten, um das Vorhandensein von entweder dem gebundenen Molekül oder dem
Makromolekül
nachzuweisen. Es ist wichtig, zwischen den fluoreszierenden und
den nicht-fluoreszierenden
Reaktanten zu unterscheiden. Die fluoreszierenden Reaktanten enthalten
fluoreszierende Moleküle,
die oftmals mit einer Länge
von etwa 0,1 μm
oder mehr ausgewählt
werden und entweder direkt oder indirekt spezifisch mit den vorbehandelten
Oberflächen
reagieren. Als ein nicht-einschränkendes
Beispiel kann ein doppelsträngiges
DNA-Molekül,
das mit fluoreszierenden Sonden, wie Ethidiumbromid, YOYO-1 oder
fluoreszierenden Nukleotiden gefärbt ist,
direkt auf einer Oberfläche,
welche C=C-Bindungen freiliegend präsentiert, oder durch Modifizierung
des DNA-Moleküls
(endmarkiert mit DIG, Biotin, u. s. w.) auf einer Oberfläche, welche
komplementäre
Proteine (anti-DIG, Streptavidin u. s. w.) daran gebunden aufweist,
verankert werden. Die nicht-fluoreszierenden Reaktanten umfassen
insbesondere Körnchen, die
durch ein spezifisch entweder direkt oder indirekt an die vorbehandelte
Oberfläche
gebundenes Molekül
verankert sind. Aufgrund der Behandlung der Oberflächen weisen
jene Körnchen
eine schwache nicht-spezifische Wechselwirkung mit der Oberfläche auf.
Obwohl nicht-einschränkend,
sind Beispiele Dynal®-Körnchen, die mit Streptavidin
beschichtet sind und an einem biotinylierten DNA-Molekül durch ein Ende und an einer
Oberfläche,
welche Stellen aufweist, die zu einer Reaktion mit dem anderen Ende des
DNA-Moleküls
in der Lage sind, verankert werden. Abhängig davon, ob das gesuchte
Makromolekül
direkt durch Fluoreszenz oder indirekt durch Verwendung der oben
erwähnten
Reaktanten nachgewiesen wird, kann entweder ein direkter Nachweis oder
ein indirekter „Flag"-Nachweis eingesetzt
werden.
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Um
die mit langsamen Reaktionszeiten verbundenen Probleme zu begrenzen,
ist es möglich, die
Diffusionszeit der Reaktanten in Richtung der Oberfläche durch
Verwendung von kleinen Reaktionsvolumen zu verringern. Beispielsweise
kann dies erfolgen, indem die Reaktion in einem Volumen von einigen
wenigen Mikrolitern ausgeführt
wird, was den Abstand zwischen zwei Oberflächen von festgelegter Fläche, von
denen eine behandelt ist, so dass sie reaktive Stellen gemäß der Erfindung
präsentiert,
und die andere entweder inert oder behandelt ist, festlegt. Der
Nachweis der Anzahl der spezifischen Reaktionen, die stattgefunden
haben, kann ausgeführt
werden an einer kleinen Anzahl von Molekülen, typischerweise 1 bis 100,
durch einen ein geringes Grundrauschen bzw. geringe Störungen aufweisenden
makroskopischen physikalischen Test, welcher weder Elektronenmikroskopie
noch Radioaktivität noch
eine Polymerasekettenreaktions (PCR)-Amplifizierung erfordert. Abhängig davon,
welche Art von Reaktant verwendet wird, können zwei unterschiedliche
Ausführungsformen
der Erfindung (Ausführungsform
X und Ausführungsform
Y) für
den ein geringes Grundrauschen bzw. geringe Störungen aufweisenden makroskopischen
Nachweis der geringen Anzahl von Verankerungsreaktionen verwendet
werden. In der Ausführungsform
X wird ein Test der Anzahl von spezifischen Reaktionen, die stattgefunden
haben, direkt erhalten durch eine Fluoreszenztechnik, die es für bestimmte
Ausführungsformen
der Erfindung erlaubt, individuell die Anzahl von Stellen, die reagiert haben,
zu identifizieren. In diesem Falle wird die Oberfläche insbesondere
so ausgewählt,
dass sie eine sehr schwache Fluoreszenzrate aufweist. Insbesondere
muss die Oberfläche
oder der Träger
eine schwache Fluoreszenz aufweisen. Hat die Verankerung des fluoreszierenden
Reaktanten einmal stattgefunden, können der Nachweis und das Zählen der Anzahl
von Verankerungsreaktionen erfolgen unter Verwendung eines optischen
Fluoreszenzmikroskops mit einem Objektiv mit weiter numerischer
Apertur, welches ermöglicht,
entweder direkt mit dem bloßen
Auge, oder nachdem das Signal durch einen verstärkten CCD erfasst worden ist,
die Anzahl von verankerten fluoreszierenden Makromoleküle zu identifizieren,
oder alternativ mit einem Photometriesystem. Insbesondere ist es
möglich
und bevorzugt das Beobachtungssehfeld zu bewegen, um die gesamte Oberfläche einer
Probe, die oftmals größer als
ein einzelnes Beobachtungssehfeld ist, auszuwerten. In der Ausführungsform
Y der Erfindung wird ein makroskopischer Reaktant vom Körnchentyp
nachgewiesen. Die Neuheit und fehlende Selbstverständlichkeit dieses
Verfahrens steht in erster Linie in Zusammenhang mit der Verwendung
von Körnchen
mit einer spezifischen Reaktivität,
der Verwendung von Körnchen
mit einer Größe zwischen
0,1 und 200 μm,
die durch eine makroskopische Technik nachgewiesen werden können, und
dem Fehlen einer nicht-spezifischen
Reaktion zwischen den Körnchen
und der Oberfläche,
das auf die Verwendung des Produkts gemäß der Erfindung zurückzuführen ist.
Die Anzahl von diesen makroskopischen Körnchen, die jeweils eine Verankerung
charakterisieren, kann dann durch ein makroskopsisches physikalisches
Verfahren bestimmt werden, z. B. unter anderem Lichtstreuung an den
Körnchen,
optische Mikroskopie und/oder die Fluoreszenz der Körnchen.
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Die
Spezifität
von bestimmten biologischen Reaktionen kann begrenzt sein. Dementsprechend können in
einem Hybridisierungskontext die Hybride unperfekt sein, indem sie
eine verringerte Anzahl von korrekten Paarungen und dementsprechend
eine geringere Bindungsqualität
aufweisen. Die Erfindung umfasst auch die mögliche Verwendung eines Testschritts,
um die Qualität
der erhaltenen Bindung nachzuweisen. Dieser Test ermöglicht die
Dissoziation von Produkten, die in einer nicht-spezifischen Weise
u. a. durch Absorption, durch hydrophobe Kräfte, durch unperfekte Wasserstoffbrückenbindungen
und durch unperfekte Hybridisierung verknüpft sind. Die Erfindung erweitert
auch die Anwendung eines Nachweis- oder Messverfahrens, wie desjenigen,
das zuvor beschrieben worden ist, auf ein Verfahren, in welchem
das Reaktionsprodukt zwischen dem Molekül und dem Makromolekül der Probe
einem physischen Zwang unterworfen wird, um die schwachen Bindungen
vor dem Nachweis zu zerstören.
Dieses Verfahren bietet die Möglichkeit,
die falsch gebundenen Paarungen zu zerstören, und die Möglichkeit,
die Kopplungsprodukte zu orientieren. Dies vereinfacht die Messungen
oder die Beobachtungen. In diesem Kontext ist es möglich, die
Oberflächen
nach dem Binden der komplementären
Elemente einem Zwang, z. B. der einzelnen oder kombinierten Verwendung
von entweder Zentrifugation, einem Magnetfeld, Bewegung, der Passage
eines Meniskus, Elektrophorese und/oder Variation der Temperatur,
zu unterwerfen, um unerwünschte
Bindungen zu dissoziieren. Es ist wichtig, festzuhalten, dass aufgrund
der Verwendung der Oberflächen
der Erfindung es möglich
ist, die Moleküle
nach deren Bindung durch Passage eines Luft/Wasser-Meniskus, insbesondere
auf DNA, zu orientieren.
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So
führt durch
Anwenden des Verfahrens der Erfindung das Versetzen eines an eine
Oberfläche gebundenen
Makromoleküls,
z. B. DNA, in Luft/Wasser-Medien zu einer regelmäßigen Ausdehnung der verankerten
Moleküle.
Diese bemerkenswerten und unerwarteten Beobachtungen zeigen, dass
es gänzlich
möglich
ist, die Anzahl von Makromolekülen,
wie DNA, die an einer Oberfläche
verankert sind, zu zählen.
Einerseits können
die verwendeten Oberflächen nur
geringfügig
fluoreszierend sein, während
ein relativ niedriges Signal-Rausch-Verhältnis (SRV) bereitgestellt
wird. Andererseits ist es, da ein extrem korrelierbarer Gegenstand
(in Form von Stäbchen)
gesucht wird, sehr leicht, das SRV zu erhöhen. In anderen Worten ist
es möglich,
Staubteilchen und nicht-homogene Abschnitte, die keine besondere räumliche
Korrelation aufweisen, zu ignorieren. Es ist bemerkenswert, dass
das durch die Erfindung erzielte SRV unabhängig von der Anzahl von Verankerungsreaktionen
ist. Das SRV bei dem Nachweis von 1 Molekül ist das gleiche, wie es dies
für 10000
Moleküle
ist. Darüber
hinaus ermöglicht
das Ausdehnungs- oder Kämmverfahren
der Erfindung, leicht zwischen Molekülen mit unterschiedlichen Längen zu unterscheiden.
Es ist zusätzlich
möglich,
Schritte, z. B. die folgenden Schritte, zu verwenden, um das Signal-Rausch-Verhältnis werter
zu erhöhen:
(I) da das Molekül
fixiert ist, ist es möglich,
sein Fluoreszenzsignal zu integrieren, (ii) die Beobachtung mit
einem Mikroskop mit verringertem Feld (typischerweise 100 μm × 100 μm mit einer
Flüssigkeitslinse
mit N. A. 1,25). Für
eine Probe von einem Quadratzentimeter ist es möglich, entweder durch Abtasten
oder durch die Verwendung eines schwächeren Objektivs mit einem
größeren Sehfeld
vorzugehen, (iii) da die Stäbchen
stets parallel sind, ist es möglich,
eine räumliche
Filtermethode zu verwenden, um das SRV weiter zu erhöhen, (iv)
es können
andere globale Fluoreszenzmethoden verwendet werden, z. B.
EP-Anmeldung 103426 , (v)
das Ausdehnen der Moleküle
zu geraden Linien wird entweder im Kontext eines chemischen Pfropfens
oder im Kontext einer immunologischen Bindung beobachtet, (vi) wird
die Oberfläche einmal
der Luft ausgesetzt, sind die DNA-Moleküle viele Wochen stabil und
fluoreszierend. Es ist möglich,
diese Eigenschaft zu verwenden, um den Verankerungsschritt von der
Analyse der verankerten Moleküle
zeitlich zu trennen, wenn dieser Nachweis durch Fluoreszenzmikroskopie
erfolgt; (vii) es kann auch eine doppelte Fluoreszenztechnik verwendet werden,
um das SRV zu verbessern oder um eine doppelte Funktionalität nachzuweisen.
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Diese
Erfindung stellt auch ein Instrument, ein Gerät, eine Leseapparatur oder
eine speziell entworfene Vorrichtung zum Ausführen von Beobachtungen, Bestimmungen
oder Messungen von orientierten Makromolekülen, die an eine Oberfläche gebunden
sind, bereit. Das Instrument umfasst im Allgemeinen, ist aber nicht
beschränkt
auf eine oder mehrere Lichtquelle(n), Halter für eine oder mehrere Probe(n),
eine optische Apparatur und einen oder mehrere Detektor(en).
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Die
Ausrichtungs- und Nachweistechniken, die gemäß der Erfindung beschrieben
wurden, können
für zahlreiche
Anwendungen verwendet werden, einschließlich, aber nicht beschränkt auf
die Identifizierung von einem oder mehreren Sequenzierungselementen
von DNA oder RNA, die in vorteilhafter Weise für die Diagnose von Pathogenen
oder für
die genetische Kartographie und physische Kartierung verwendet werden
können;
die Messung der Verteilung der Länge
von ausgedehnten DNA-Fragmenten kann auch für eine genetische Kartographie
und physische Kartierung, die Verbesserung der Empfindlichkeit der
ELISA-Techniken mit der Möglichkeit,
eine geringe Anzahl von immunologischen Reaktionen nachzuweisen,
verwendet werden. Die Identifizierung von DNA/RNA-Sequenzen kann
entweder (a) durch Reaktion mit komplementären Sonden (beispielsweise
durch Hybridisierung) in dem Volumen der Lösung von DNA/RNA-Molekülen oder
(b) durch für
das gesuchte Segment spezifische Proteine erfolgen. Es sind dementsprechend
zwei mögliche
Vorgehensweisen oder Betriebsarten möglich.
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Diese
Erfindung betrifft auch einen Kit für den Nachweis des Vorhandenseins
eines Moleküls von
Interesse in einer Probe oder der Position eines Abschnitts eines
Moleküls
von Interesse innerhalb eines größeren Moleküls. Der
Kit umfasst im Allgemeinen zusätzlich
zu Anweisungen für
dessen Verwendung eine Oberfläche,
welche ein Makromolekül
von Interesse durch wenigstens eine Verankerungsstelle bindet, Reagenzien,
um das Molekül
von Interesse entweder zu identifizieren, sichtbar zu machen oder zu
verankern. Beispiele von Reagenzien sind entweder allein oder in
Kombination Puffer, Sonden- oder Markermoleküle (DNA, RNA, Proteine...),
fluoreszierende Färbemittel,
die spezifischen Bindungsmoleküle,
z. B. Komplemente zu den Makromolekülen, wie Ligand-Rezeptor, Biotin-Streptavidin,
und optionale Mittel zum Ausführen
einer nicht durch Verdampfung bewirkten Bewegung des Meniskus (beispielsweise mechanische
Schermittel, wie eine zweite Oberfläche, die auf die in (i) beschriebene
Oberfläche
aufgebracht werden soll, wie zuvor beschrieben. Die Schermittel
sind optional, da es möglich
ist, die Probe (mit der Zeit) verdampfen zu lassen.
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Angesichts
der Tatsache, dass nur die an der Oberfläche verankerten Moleküle durch
den Meniskus ausgedehnt werden und das Medium und die anderen Moleküle, die
darin enthalten sind, durch den Meniskus fortgetragen werden, kann
das Verfahren der Erfindung verwendet werden, um das Vorhandensein
einer selektiven oder spezifischen Verankerung zwischen einem Molekül und der
Oberfläche und
folglich einer biologischen Reaktion, wie einer ELISA-Reaktion,
nachzuweisen. Es ist dementsprechend möglich, fluoreszierende DNA
oder andere Polymere als einen Reaktionsmarker (beispielsweise durch
Koppeln der DNA an ein Element, welches eine immunologische Reaktion
des ELISA-Typs erkennt) zu verwenden und um die Anzahl von Reaktionen
abzuschätzen,
indem die Anzahl von Molekülen,
die an der Oberfläche
ausgedehnt wurden, gezählt
wird (die Nachweisschwelle liegt bei weniger als 1000 Reaktionen).
Es ist auch möglich,
die Erfindung für
den Nachweis des Vorhandenseins eines Pathogens zu verwenden, beispielsweise
durch die Hybridisierung von DNA an ein komplementäres Oligonukleotid,
welches in der Lage ist, spezifisch an einer Oberfläche verankert
zu werden, und dann Zählen der
DNA-Moleküle, die
an der Oberfläche
ausgedehnt wurden. Wie für
eine molekulare Kartographie oder physische Kartierung kann das
Ausdehnen eines Moleküls
auch verwendet werden, um ein gegebenes Muster entlang dieses Moleküls nachzuweisen,
beispielsweise wie dies bei einer genetischen Kartographie erfolgt.
Beispielsweise kann eine Marker-DNA, welche etwa 3000 Basenpaare
und ein einzelsträngiges
Ende, welches zu dem Gen, nach welchem entlang des Moleküls gesucht
ist, komplementär
ist, aufweist, mit einem fluoreszierenden Marker A gefärbt werden.
Diese Marker-DNA kann dann mit einer einzelsträngigen DNA aus dem Molekül, von welchem
eine Kartographie benötigt
wird, hybridisiert werden und der erhaltene Komplex wird dann mit
einer zweiten fluoreszierenden Substanz B gefärbt (nach einer „random
priming"-Reaktion
(Oligolabeling-Reaktion), um das Hybrid in doppelsträngige DNA
umzuwandeln). Der Komplex kann dann durch eines seiner Enden verankert
werden und durch die Wirkung des Meniskus ausgedehnt werden. Der
Abstand zwischen dem Ende des Moleküls und der Position des Markers,
der mittels doppelter Fluoreszenzmikroskopie (zwei Farben A und
B) beobachtet werden kann, macht es möglich, die Position des Gens,
nach welchem gesucht wird, mit einer Genauigkeit in der Größenordnung
von 1000 bp zu ermitteln. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die
Techniken von FISH und DIRVISH (I. Parra und B. Windle, Nature Genetics
5: 17 (1993)) zu verwenden, um die physische Kartierung oder Kartographie
an bereits ausgedehnten Molekülen
auszuführen.
Da jedoch die Kraft, die der Meniskus auf ein DNA-Molekül oder Polymer
ausübt,
ausreichend ist, um dieses über
seine natürliche
oder kristallographische Länge
hinaus auszudehnen, ist es erforderlich, die an einer Oberfläche gemessenen
Abstände
zu kalibrieren (siehe beispielsweise 2 von
A. Bensimon et al., Science 265: 2096 (1994). Wenn beispielsweise
die natürliche
Länge eines
Moleküls
lo (3,3 Angstrom/bp) 16,1 μm im Falle
von λ-DNA
ist, ist dann, wenn der Peak des Histogramms von gemessenen Längen der
Population von λ-DNA
zu lp = 24 μm gemessen wurde, die relative
Ausdehnung aufgrund der Passage des Meniskus lp/lo = 24/16,1 = 1,49 oder eine relative Ausdehnung
von 49%. Dementsprechend müssen
alle Abstandsmessungen, die typischerweise über auf Fluoreszenz basierende
Mikroskopie erfolgen, wie in den obigen und nachfolgenden Beispielen
erwähnt, für diesen
relativen Ausdehnungsfaktor korrigiert werden, bevor jegliche wahren
oder genauen Abstands- oder Positionsbestimmungen gemacht werden
können.
Es ist oftmals wünschenswert,
Durchschnittswerte von Messungen zu errechnen und Signale zu integrieren,
um Beobachtungen genauer zu quantifizieren. Peaks von Histogrammen
geben oftmals den Modus einer Verteilung, der bei Messungen und
Quantifizierung nützlich
ist, vor. Dies kann speziell bewerkstelligt werden durch direkte
oder indirekte Kalibrierung. Bei dem indirekten Modus wird eine
von einer Charge von äquivalenten
Oberflächen
für den relativen
Ausdehnungsfaktor kalibriert und wird dann für alle Oberflächen der
Charge verwendet und angewendet. Die Gefahr bei diesem Ansatz besteht
darin, dass beobachtet worden ist, zumindest im Falle von silanisierten
Oberflächen,
dass es von Oberfläche
zu Oberfläche
Schwankungen in dem Ausdehnungsausmaß geben kann, was zu einer
Fehlerquelle bei Abstands- oder Positionsbestimmungen werden würde. Bei
dem direkten Modus kann eine geringe Menge eines bekannten gefärbten Moleküls von Standardlänge (z.
B. λ-DNA,
ein großes
Fragment davon oder ein Marker) zu dem an einer Oberfläche zu testenden
Aliquot hinzugegeben werden. Nach Kämmen wird die relative Ausdehnung
der Population von Standardlängen-DNA
gemessen, um den exakten relativen Ausdehnungsfaktor für diese
Oberfläche
und diese Bedingungen der Meniskuspassage zu bestimmen, und dieser
Faktor wird nur für
Abstands- oder Positionsbestimmungen an jener Oberfläche verwendet.
Dies erhöht
die Arbeitsbelastung, verringert aber die Fehlerquellen.
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Diese
Erfindung betrifft auch eine Oberfläche und ein Substrat, Konstrukt
oder eine Vorrichtung, welche mit wenigstens einer Oberfläche ausgestattet sind,
wobei die Oberfläche
daran gebunden ein ausgerichtetes Makromolekül aufweist, das durch das oben
beschriebene Ausdehnungsverfahren erhalten worden ist. Insbesondere
ist es möglich,
Oberflächen mit
elektrischen oder optischen Eigenschaften zu erhalten, so wie sie
in „Biochips", Biosensoren oder
mikroanalytischen Laboratorien in Vorrichtungen vom Silicium-Typ
von Nanoherstellung und Lithographie verwendet werden können. Die
folgende Beschreibung erfolgt in Bezug auf die beigefügten Zeichnungen,
in denen die Unterfigur 1A eine schematische Darstellung
des Nachweises eines Pathogens in einem fluoreszierenden DNA-Molekül durch
Hybridisierung mit einem verankerten Molekül ist. Diese Unterfigur zeigt
eine fluoreszierende DNA 1, eine komplementäre Sequenz 2,
ein verankertes Molekül 3,
ein DIG-Antigen 4, einen anti-DIG- Antikörper 5, ein Substrat 6 und
eine Oberfläche 12;
die Unterfigur 1B ist eine schematische Darstellung
des Nachweises einer immunologischen Reaktion (ELISA) mit einem „Flag"-Molekül: hier
wird fluoreszierende DNA als Reaktionsmarker verwendet. Diese Unterfigur zeigt
eine fluoreszierende DNA 1, ein Substrat 6, ein nachzuweisendes
Makromolekül 7,
einen Antikörper 8 und
eine Oberfläche 12;
und die Unterfigur 1C ist eine schematische Darstellung
der genetischen Kartographie oder physischen Kartierung unter Verwendung
der Ausdehnung von DNA und der Verwendung einer Marker-DNA. Diese
Unterfigur zeigt eine komplementäre
Sequenz 2, einen DNA-Marker (Farbe A) 8, eine
verankerte DNA (Farbe B) 9, eine Position einer Überlappung 10 und
eine Ausdehnungsrichtung 11. Unterfigur 2A ist
ein Bild einer Fluoreszenzvideomikrophotographie, welche λ-DNA zeigt,
deren kohäsive
Enden mit DIG markiert sind, auf einer mit anti-DIG bedeckten Oberfläche und durch
den Meniskus gestreckt, und die Unterfigur 2B ist
auch ein Bild einer Fluoreszenzvideomikrophotographie, welche eine
Kontrolle von nicht an den kohäsiven
Enden markierter λ-DNA
auf einer mit anti-DIG bedeckten Oberfläche zeigt. Die sehr enge Spezifität der Oberflächen und
das Fehlen einer nicht-spezifischen Absorption kann festgehalten
werden. 3 ist eine schematische Darstellung
des Kämmens
von DNA-Molekülen durch
Passage eines sich bewegenden Meniskus. Diese Figur zeigt eine Oberfläche 12,
an welcher ein Makromolekül
(DNA) 14, welches in einem Medium A 13 angrenzend
an das Medium B 15 angeordnet ist, angeheftet ist und gegenüber der
Oberfläche
befindet sich eine zweite Oberfläche 15 und
Grenzflächen
A/B 17, B/S 18 und A/2 19. Das ausgedehnte
Molekül 20 ist
auch an die Oberfläche 12 angeheftet
gezeigt. Die DNA-Lösung wird
mit einem kreisförmigen
nicht-behandelten Deckgläschen
bedeckt. 4 repräsentiert ein Histogramm der
gemessenen Längen
einer Gesamtheit von λ-DNA-Molekülen und
deren Multimeren nach Ligation. Der Hauptpeak der Verteilung entspricht
der Länge
der Monomere 21 (16 μm),
wohingegen man Peaks identifizieren kann, welche den Dimeren 22 (32 μm) und den
Trimeren 23 (48 μm)
entsprechen. Die anderen Peaks resultieren aus der Fraktionierung
und dem mechanischen Scheren der fragilen DNA-Moleküle während deren
Manipulation. Diese Figur zeigt den homogenen Charakter des Ausdehnens
unabhängig
von der Moleküllänge. 5 zeigt ein
Histogramm, welches die gemessenen Längen einer Gesamtheit von ausgedehnten λ-DNA-Molekülen, erhalten
durch mechanisches Versetzen von einem Deckgläschen (Oberfläche S) relativ
zu der anderen S',
repräsentiert.
Ein Peak bei 21 μm
weist auf eine Ausdehnung gegenüber
der kristallographischen Länge
von 16 μm
hin. Diese Probe war identisch mit einer anderen Probe, welche die
gleiche DNA gebunden eine silanisierte Oberfläche enthielt mit der Ausnahme,
dass sie durch Verdampfen des Mediums A gekämmt oder ausgedehnt worden
war. Dementsprechend kann diese direkt mit 2 von Bensimon
et al., Science 265: 2096 (1994) verglichen werden. Dies ergibt
eine relative Ausdehnung von über
30% und eine Anzahl von Fragmenten von N = 345.
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Wenn
sie in Anwendungen, wie zur Diagnose, verwendet werden, können die
Sonden (die Anker) eine reaktive Gruppe, z. B. DIG, Biotin u. s.
w., aufweisen, welche in der Lage ist, in einer spezifischen Weise
an einer Oberfläche
gemäß der Erfindung
verankert zu werden (mit beispielsweise einem anti-DIG-Antikörper oder
einem Streptavidin als eine Verankerungsstelle).
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Der
Nachweis der Verankerungsreaktion kann direkt durch Fluoreszenz
des durch fluoreszierende Moleküle
(Ethidiumbromid, YOYO, neue fluoreszierende Nukleotide) gefärbten DNA-Moleküls erfolgen
(siehe Unterfigur 1A). Er kann auch indirekt durch
den Nachweis eines „Flag"-Moleküls, z. B. eines
Reaktanten gemäß der Erfindung,
welcher in der Lage ist, an dem DNA- oder RNA-Molekül fixiert zu werden (beispielsweise
durch Hybridisierung oder Protein-DNA-Wechselwirkung), aber im Wesentlichen
keine Affinität
für die
Verankerungsstelle der Sonde aufweist, erfolgen.
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In
dem Kartographie-Modus werden die komplementären Sonden direkt an eine fluoreszierende
Reaktion gemäß der Erfindung
gekoppelt. Sie kann beispielsweise komplementäre einzelsträngige DNA
sein, welche modifizierte fluoreszierende Nukleotide aufweist, oder
eine lange einzelsträngige
DNA, die mit Fluorophor A angefärbt
wurde und durch ein zu der Sequenz, nach welcher gesucht wird, komplementäres einzelsträngiges Fragment
beendet wird. Für
verschiedene Sonden können
Fluorphore mit unterschiedlichen Farben verwendet werden. Es ist auch
in vorteilhafter Weise möglich,
die DNA, an welche die Sonden hybridisieren, mit einem Fluorophor, welches
eine andere Farbe aufweist, zu färben.
Das DNA/Sonden-Hybrid wird durch eines von seinen Enden verankert
und durch eines der zuvor beschriebenen Verfahren ausgedehnt. Der
Abstand zwischen den Verankerungsstellen und den Hybridisierungsstellen
oder zwischen den Hybridisierungsstellen wird bestimmt durch den
Nachweis der Fluoreszenz der Sonde unter Verwendung der Verfahren
der Erfindung, die zuvor beschrieben worden sind (siehe Unterfigur 1C).
Beispielsweise wird, ohne darauf beschränkt zu werden, eine Marker-DNA,
welche etwa 3000 Basenpaare aufweist und an einem Ende von dessen
Enden ein einzelsträngiges
Fragment aufweist, welches zu dem Gen, nach welchem gesucht wird,
komplementär
ist, mit Fluorophor A (z. B. YOYO-1) gefärbt. Diese DNA kann mit der
einzelsträngigen
DNA, für
welche eine Kartographie gewünscht
wird, hybridisiert und ligiert werden und diese später einzelsträngige DNA
wird mit einem zweiten Fluorophor B (POPO-1) gefärbt (nach einer „random
priming"-Reaktion
(Oligolabelling-Reaktion), um die DNA in doppelsträngige DNA
umzuwanden). Das Molekül
wird dann durch eines von seinen Enden (beispielsweise durch eine
DIG/anti-DIG-Reaktion) verankert und durch die Wirkung eines sich
bewegenden Meniskus ausgedehnt. Der Abstand zwischen dem Ende des
Moleküls
und der Position des markierten Gens, der in doppelter Fluoreszenzmikroskopie
(zwei Farben A und B) beobachtbar ist, erlaubt es einem, die Position
des Gens, nach welchem gesucht wird, mit einer Genauigkeit in der
Größenordnung
von 1000 Basenpaaren (0,3 μm)
zu ermitteln. Die Identifizierung von DNA/RNA-Sequenzen kann auch
erfolgen durch eine Reaktion zwischen der Sequenz, nach welcher
gesucht wird, und reaktiven Stellen einer Oberfläche gemäß der Erfindung (beispielsweise
komplementäre
Oligonukleotide oder die Reaktionsstelle eines für das Segment, nach welchem
gesucht wird, spezifischen Proteins). Der Nachweis der Verankerungsreaktion
kann dann direkt oder indirekt (mit Hilfe eines „Flag"-Moleküls") erfolgen, wie zuvor beschrieben. Es
versteht sich, dass eine Identifizierung von Sequenzen von DNA/RNA gemäß der Erfindung
verwendet werden kann entweder für
diagnostische Zwecke (beispielsweise für den Nachweis des Vorhandenseins
oder Fehlens eines viralen oder chromosomalen Pathogens) oder zu
genetischen Kartographie- und physischen Kartierungszwecken. Es
kann vorgegangen werden durch einen Amplifizierungsschritt unter Verwendung
von verschiedenen Verfahren, insbesondere PCR. Eine genetische Kartographie
und physische Kartierung können
bewerkstelligt werden durch eine Messung der Größe von DNA-Fragmenten. Dies ist möglich, da
die Bindung an Oberflächen
und die Molekülausdehnungstechniken,
die oben beschrieben worden sind (insbesondere und in vorteilhafter
Weise die Ausdehnung durch den Meniskus), eine Messung der Länge von
ausgedehnten Molekülen
sogar für eine
sehr geringe Menge oder Probe erlauben.
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Es
ist möglich,
auf die folgende Weise vorzugehen, aber ohne auf dieses Verfahren
beschränkt zu
sein. Eine Probe von DNA kann fragmentiert werden, z. B. mit Restriktionsenzymen,
mit einem Fluorophor gefärbt
und an einer Oberfläche,
welche reaktive Gruppen aufweist (z. B. Oberflächen mit C=C-Gruppen), verankert
werden. Die Moleküle
können
dann durch den Meniskus ausgedehnt werden und die Größe der ausgedehnten
Fragmente wird durch optische Fluoreszenzmikroskopie mit einer Auflösung und
begrenzenden Größe in der
Größenordnung
von 1000 Basenpaare (0,3 μm)
bestimmt. Die erhaltenen Ergebnisse können als ein Histogramm der
gemessenen Längen
von ausgedehnten DNA-Molekülen,
inkubiert bei verschiedenen Fluorophor:Basenpaar-Verhältnissen
(1:5 oder 1:10 oder 1:20 Fluorophor:Basenpaare), gezeigt werden.
Das Histogramm zeigt, dass die Ausdehnung der Moleküle über ihre
kristallographische Länge
hinaus nicht auf die Interkalation des Fluorophors zurückzuführen ist,
sondern stattdessen auf die Ausdehnungswirkung des Meniskus zurückzuführen ist
(Histogramm nicht gezeigt). Die Oberfläche der Erfindung kann in bekannten
Verfahren verwendet werden, was die Identifizierung und/oder Quantifizierung
von Antigenen oder Antikörpern,
insbesondere ELISA-Methoden unter Verwendung von enzymatischen Systemen
oder Verfahren vom RIA-Typ unter Verwendung von radioaktiven Markern
erlaubt. Diese Techniken sind wohlbekannt und müssen hier im Detail nicht beschrieben
werden. Es ist auch möglich,
die Oberfläche
der Erfindung als einen Träger
für immunologische
Reaktionen eines ELISA-Verfahrens, welches einen Reaktant-Verankerungsschritt
gemäß der Erfindung
(„Flag") an einem der ELISA-Reaktanten
aufweist (Unterfigur 1B), zu verwenden. Der Nachweis
kann global durch Messen der gesamten Fluoreszenz erfolgen. Es ist
auch möglich,
die Anzahl von Reaktionen lokal zu zählen. Dies kann erfolgen, indem
die Nachweisverfahren der Erfindung verwendet werden, insbesondere
nach der Meniskus-Ausdehnung. Dies ist möglich aufgrund der schwachen
Fluoreszenzrate und der geringen Anzahl von nicht-spezifischen Wechselwirkungen
des Produkts der Erfindung. Dies erlaubt auch den Nachweis einer
sehr geringen Anzahl von Reaktionen (möglicherweise weniger als 100)
mit einem hervorragenden SRV. Es ist dementsprechend möglich, geringfügige Modifizierungen
von Sandwich-ELISA-Methoden (Antikörper-Antigen modifiziert, beispielsweise
biotinyliert) zu verwenden, um auf die Oberfläche einen Reaktanten gemäß der Erfindung,
beispielsweise fluoreszierende DNA verankert mit Streptavidin, aufzupfropfen.
Alle diese Varianten der ELISA-Technik können mit einer verbesserten
Empfindlichkeit angewendet werden. Fluoreszenzmesstechniken werden
bereits verwendet, um die Qualität
von ELISA-Reaktionen zu bestimmen. Jedoch erlaubt das Verfahren
der Erfindung eine verbesserte Nachweisempfindlichkeit, da es für das Fluoreszenzsignal
eines einzelnen Moleküls
empfindlich ist.
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Die
Erfindung stellt auch ein neues Verfahren und eine neue Technik
zum Blotten von Makromolekülen,
z. B. Polynukleotiden, wie DNA, mit ultraniedrigem Fluoreszenz-Hintergrund,
der zuvor unbekannt war, bereit. Diese Technik bietet eine Alternative
zu herkömmlichen
Southern/Northern-Blots, die in molekularbiologischen Anwendungen
oftmals eingesetzt werden. Gegenwärtig kann ein DNA-Fingerprinting
beschwerlich sein, insbesondere aufgrund der Notwendigkeit, die
erhaltenen Materialien zu amplifizieren. Das Fingerprinting von
DNA-Proben muss zuerst die Barrieren, die die minimalen DNA-Mengen, die
oftmals durch die Größe von forensischen
Proben begrenzt werden, darstellen, und die Probleme, die mit einer
geringen Nachweisempfindlichkeit verbunden sind, überwinden.
Gegenwärtig
verfügbare
Techniken sind zeitaufwändig,
erfordern typischerweise mehrere Wochen und sind kompliziert, da
sie eine mehrfache Exposition von radioaktiven geblotteten Membranen
erfordern. Herkömmliche
Techniken beruhen auf einem Restriktionsschneiden von DNA durch
eine Gesamtheit von Enzym-Markern
(typischerweise 5), jeder Restriktionsschnitt wird dann in eine
separate Vertiefung auf einem hochauflösenden Standardgel eingebracht;
DNA-Fragmente von verschiedenen Größen werden durch Gelelektrophorese
in jeder Bahn aufgetrennt, was zu charakteristischen Mustern führt; und
schließlich
wird, um jedes Muster, d. h. den „genetischen Fingerprint" oder genetischen
Fingerabdruck, zu bestimmen, jedes Gel auf eine adsorbierende und
typischerweise fluoreszierende Membran geblottet, wobei die DNA
auf die Membran in ihrer räumlichen
Position transferiert wird, und jeder Marker wird durch nachfolgende
radioaktive Markierungen, separate Langzeitexposition gegenüber einem
empfindlichen Film (Wochen) und Abwaschen der alten radioaktiven
Markierung, bevor die nächste
Markierung auf der Autoradiographie ein Bild erzeugen kann, nachgewiesen
kann. Das Verfahren des Standes der Technik benötigt typischerweise etwa 2
Wochen pro Marker oder etwa 10 Wochen für einen 5 Marker-Fingerprint.
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Die
Erfindung stellt ein neues und hochempfindliches Verfahren zum Nachweis
und Fingerprinting von minimalen DNA-Mengen unter Verwendung von
Fluoreszenzmikroskopie in einer relativ kurzen Zeitspanne bereit.
Die Erfindung beruht auf der Verwendung eines festen, nicht-fluoreszierenden
Substrats, gegebenenfalls eines Teils eines Substrats (z. B. ein
Glas-Deckgläschen mit
behandelter Silanbeschichtung), auf welches Makromoleküle (z. B.
DNA oder Proteine) geblottet werden sollen. In einer Ausführungsform
der Erfindung wird ein dünnes μm dickes
Gel zwischen einer behandelten und einer nicht-behandelten Oberfläche angeordnet
(z. B. einer Silan-Oberfläche
mit freiliegenden C=C-Bindungen), wie jenen, die ausgehend von einem
Deckgläschen erhalten
werden können.
Eine Makromoleküle,
z. B. Polynukleotide und/oder Proteine, enthaltende Probe kann auf
das Gel aufgeladen werden und eine Elektrophorese bei einem alkalischen
pH, z. B. bei pH 8,0, wo es wenig oder im Wesentlichen keine Bindung des
Makromoleküls
an die C=C-Bindungen der Oberfläche
gibt, ausgeführt
werden. Die DNA/Proteine werden dann elektroporetisch aufgetrennt
und der pH wird verringert, um die Bindung der reaktiven Gruppe
in dem Makromolekül
zu fördern,
z. B. auf pH 5,5, unter Bedingungen, die effektiv sind, um die Bindung
zu erhöhen,
z. B. in einem 50 mM MES-Medium für eine Bindung von DNA an C=C-Bindungen. Die Proben
können
dann gefärbt
und die Geltemperatur erhöht
werden in einer Weise, die ausreicht, um das Gelmedium, z. B. Agarose
mit niedrigem Schmelzpunkt, zu schmelzen, und das Medium in Bezug
auf die Oberfläche,
an welche das Makromolekül
sich gebunden hat, versetzt werden. Dies führt durch Passage des Meniskus
zu einer gekämmten
oder ausgedehnten Probe. Der Zustand des Makromoleküls kann
dann durch Fluoreszenzmikroskopie beobachtet werden, was zu einem
direkten räumlichen
Fingerprint der spezifischen Lage von allen DNA-Fragmenten in dem Gel zu dem Zeitpunkt,
an dem sie sich an die Oberfläche
gebunden haben, führt.
Die vorliegende Technik bewerkstelligt das gesamte Verfahren in
einer kurzen Zeitspanne, d. h. etwa 1 bis 2 Tage, ohne die Notwendigkeit,
auf eine PCR-Amplifizierung zurückzugreifen.
Die Erfindung ist ein extrem empfindliches Nachweisverfahren und
liefert eine optische räumliche
Auflösung
von etwa 0,3 μm
und in einigen Fallen sogar noch besser.
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(In)
einer anderen Ausführungsform
der Erfindung kann das Verfahren auf unbehandelten Oberflächen, z.
B. Oberflächen,
denen C=C-Bindungen fehlen, ausgeführt werden, indem ein dünnes Gel
als Schicht aufgebracht wird, wie es in diesem Fachgebiet bekannt
ist, und dieses einer Elektrophorese unterzogen wird, wie oben beschrieben,
und dann die zweite Oberfläche
entfernt wird („Abschwemmen” des Deckgläschens),
der pH des Gels auf einen pH-Wert, der wirksam ist, um die Bindung
zu fördern, variiert
wird und das Gel direkt, z. B. für
Polynukleotide bei niedrigem pH, auf eine unterschiedliche Oberfläche mit
freiliegenden C=C=-Gruppen, um eine Bindung zu fördern, geblottet wird.
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Das
Fingerprinting-Verfahren dieser Erfindung ist schnell, setzt mindestens
eine nicht-fluoreszierende,
aber reaktive Oberfläche,
z. B. eine Oberfläche
mit freiliegenden C=C-Bindungen oder anderen reaktiven Bindungen,
ein, erzeugt einen optischen mikroskopische Fingerprint, ist keine
makroskopische Größentechnologie
und führt
zu einer vorteilhaften hohen Auflösung unter Einsatz eines Mikroskops
mit hoher Vergrößerung.
Dieses Verfahren beruht auf einfachen Veränderungen, wie Veränderungen
der Temperatur, des pH, und anderen Behandlungen des Gels nach dem
Binden der Makromoleküle
an die C=C-Gruppen oder anderen reaktiven Gruppen auf der Oberfläche oder
Unterziehen der Makromoleküle
einer Elektrophorese bei einem pH, wo im Wesentlichen keine Bindung
auftritt, und dann Begünstigen
der Bindung, indem der pH abgesenkt wird. Dies stellt eindeutig
eine substantielle Verbesserung gegenüber dem Stand der Technik dar,
die schnell ist, einfach anzuwenden ist und molekularbiologische
Standardtechniken einsetzt und diese in einer neuen und nicht nahe
liegenden Weise einsetzt.
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Diese
Erfindung erstreckt sich auch auf die Verwendung von minimalen Mengen
eines „Markers" oder einer „Markierung" („Tag") als Mittel, um
Proben, wie Fluide, zu authentifizieren. Jedoch können auch andere
Proben verwendet werden, indem sie in ein Medium A eingebracht werden
oder sie darin solubilisiert werden. Oftmals gibt es im Handel ein
Problem bei der Authentifizierung eines gegebenen Materials, wie
eines Fluids, ob dieses von der Ausführung ist, die auf dem Etikett
angegeben ist. Ein Betrug erfolgt oftmals beim Vertrieb von beispielsweise
nachgemachten Parfums, Weinen, Champagnern und anderen hochpreisigen
Produkten. Dieser Aspekt der Erfindung beruht auf der Zugabe von
minimalen Mengen von bekannten einzel- und doppelsträngigen (ds) Polynukleotiden,
wie DNA, RNA und PNA, z. B. linearer einzel- oder ds-DNA, in Mengen,
die so gering wie etwa 103 bis 106, vorzugsweise etwa 104 bis
105 Makromoleküle sind, zu einem Volumen von
etwa 5 bis 1000 ml, beispielsweise in eine Parfum- oder Weinflasche,
als ein inerter Zusatz, der extrem schwierig nachzuweisen und/oder
nachzuahmen sein wird, um ein betrügerisches Produkt als einen Ersatz
für das
Original zu verkaufen. In einer Ausführungsform dieser Erfindung
kann ein lineares ds-Polynukleotid in einer Menge von etwa 103 bis etwa 106 und
in einigen Fallen sogar in noch geringeren Mengen mit (i) einer
Länge von
mindestens etwa mehreren Mikrometern (größer oder gleich etwa 10 kb)
und (ii) einer oder mehreren bekannten oder spezifischen Basensequenz(en),
die ein oder mehrere einzigartige(s) Restriktionsmuster oder Fingerprint(s)
erzeugt bzw. erzeugen, wenn sie durch ein elektrisches Feld getrennt
werden, z. B. durch Elektrophorese eines Fluids auf einem Gel oder
nach „optischer
Kartierung", wie
von D. C. Schwartz (Meng, X., et al., Nature Genetics 9: 432 (1995))
beschrieben, zugegeben werden. Das Polynukleotid kann zu einer fluiden Probe
zugegeben werden oder, wenn die Probe nicht in fluider Form vorliegt,
zu einem Medium A, welches geeignet ist, die zu analysierende Probe,
z. B. ein Parfum oder einen Wein, zu lösen und/oder zu suspendieren.
Die Zugabe des „Markers" kann während des
Herstellungsverfahren oder zu dem Zeitpunkt der Verpackung zum Versand
an dem Ursprungsort bzw. der authentischen Stelle vorgenommen werden.
Diese Moleküle
einer inerten und unbekannten Konzentration und Basensequenz werden
als ein „passives Siegel" oder „interner
Marker" oder „Tracer-Markierung" dienen, um die Authentizität eines
Produkts oder einer Flüssigkeit
kundzutun. Es ist wohlbekannt, dass Polynukleotide, z. B. DNA, durch
den Darm abgebaut und eliminiert werden können, nachdem sie über den
Gastrointestinaltrakt verzehrt worden sind, und dementsprechend
scheint ihre Zugabe keinerlei Gesundheitsrisiken für Menschen
oder andere Säugetiere,
die diese aufnehmen könnten,
aufzuwerfen. Es ist ebenso unbekannt, dass ein Auftragen von minimalen
Mengen von Polynukleotiden, z. B. DNA, auf die Haut oder andere
Teile des Säugetiers,
z. B. den menschlichen Körper,
eine Gesundheitsgefährdung aufweisen
könnte.
Um ein Produkt zu authentifizieren oder seine Herkunft zu verifizieren,
kann eine minimale Probe, z. B. weniger als etwa 1 ml, enthaltend mehrere
hundert Makromoleküle,
für eine
Analyse extrahiert werden. Jede Probe zum Testen erfordert jedoch
ein viel kleineres Volumen, z. B. typischerweise etwa 1 μl bis 50 μl. Dieses
geringe Probenvolumen kann in ein Eppendorf-Reaktionsgefäß gegeben, zentrifugiert
und aufkonzentriert werden, z. B. in einem Vakuumrotationsverdampfer,
und für
eine Analyse und einen Nachweis fertig gemacht werden. Verschiedene
Mittel zum empfindlichen Nachweis können zu diesem Zweck eingesetzt
werden, wie diejenigen, die nachfolgend beschrieben werden. Das ds-Polynukleotid
kann in einem geeigneten inerten Medium, z. B. 50 mM MES, pH 5,5,
für ein
Gesamtvolumen von z. B. etwa 20 μl
gelöst
und auf eine Oberfläche,
z. B. eine nicht-behandelte Oberfläche oder eine Oberfläche, welche
C=C- oder andere Makromoleküle
bindende Gruppen umfasst, wie diejenige, die oben beschrieben wurde,
aufgetragen werden. Die Probe kann dann direkt einem makromolekularen
Kämmen
unterworfen werden, indem ein Abschnitt, vorzugsweise ein Ende davon,
an die Oberfläche
(z. B. eine Oberfläche
mit C=C- oder anderen bindenden Gruppen) oder eine Oberfläche S', die auf der Probe
platziert wird, gebunden wird und das Makromolekül versetzt wird, z. B. durch
Elektrophorese, die Oberfläche
S' entfernt wird
und eine Oberfläche S'', welche C=C- oder andere reaktive Gruppen umfasst,
als Ersatz aufgelegt wird und dann gemäß den Lehren dieses Patents
gekämmt
oder ausgedehnt wird, z. B. durch die Passage von Luft/Wasser oder einer
anderen Kombination von Medien (Grenzfläche), durch Verdampfung oder
mechanische Mittel, einschließlich
Scheren. Die Makromoleküle
können dann
nach einem Anfärben
z. B. durch Fluoreszenzmikroskopie, wie zuvor beschrieben, nachgewiesen werden.
Sofern gewünscht,
kann die Sequenz des Makromoleküls
so gestaltet werden, dass sie spezifische Restriktionsstellen enthält, und
in einer geeigneten Länge
hergestellt werden, so dass die Makromoleküle zusätzlich einem Restriktionsverdau
durch ein oder mehrere spezifische(s) bekannte(s) Schneidemittel,
z. B. Restriktionsenzym(e), unterworfen werden können, und die resultierende
physische Karte kann dann mit einer Kontrolle für das in ähnlicher Weise behandelte Makromolekül, z. B.
dem erwarteten oder authentischen Fingerprint, verglichen werden.
Diese Vorgehensweise kann ebenso in umgekehrter Reihenfolge ausgeführt werden,
wobei das ds-Polynukleotid auch aufkonzentriert werden kann, dann
in einem Eppendorf-Reaktionsgefäß restriktionsverdaut
wird, dann in ein Medium, z. B. ein dünnes Gel mit einem pH, wo das
Makromolekül
nicht an die Oberfläche
bindet, z. B. pH 8,0, gegeben wird und einer Elektrophorese unterzogen
wird, um die Fragmente zu fraktionieren, der pH dann geändert wird, um
die Bindung des Makromoleküls
zu fördern,
z. B. auf etwa pH 5,5 verringert wird, S'' in
Kontakt z. B. mit dem Medium A gebracht wird, das Makromolekül auf eine
Bindungsoberfläche
mit einer C=C- oder andersartigen Bindungsgruppe, z. B. bindendes
Filterpapier, geblottet und daran gebunden wird, die Temperatur
dann erhöht
werden kann, um das einen niedrigen Schmelzpunkt aufweisende Medium,
z. B. ein Agarosegel, zu schmelzen, und das oder die Makromolekül/(e) oder
Fragment(e) davon mechanisch geschert werden können, um sie zu kämmen oder auszudehnen.
Alternativ kann das getrocknete und konzentrierte Makromolekül, z. B.
DNA, rehydratisiert werden, z. B. mit einem geeigneten gepufferten
Medium, und dann kann bzw. können
das bzw. die Makromolekül(e)
durch die Polymerasekettenreaktion amplifiziert werden, um normale
oder „long
range" PCR(LR-PCR)-Produkte
herzustellen. Diese PCR-Produkte
können
dann detektiert, restriktionskartiert oder Shotgun-sequenziert und
mit einer Kontrolle verglichen werden, um zu bestimmen, ob das makromolekulare
Muster oder die Sequenz des Makromoleküls der Probe mit dem/der bekannten
oder erwarteten Makromolekül-Muster
oder -Sequenz übereinstimmt.
Das folgende sind einige der nicht nahe liegenden Verbesserungen,
die durch diese Erfindung gegenüber
dem Stand der Technik ermöglicht
werden. Diese Technik verwendet Makromoleküle einer extrem stabilen Natur,
z. B. DNA, als ein Mittel, um die Herkunft von verschiedenen Produkten zu
authentifizieren, und es werden sehr kleine Mengen der Makromoleküle eingesetzt
und/oder benötigt,
d. h. sehr geringe Konzentrationen. Zusätzlich ist die spezielle Natur
des Makromoleküls
schwierig nachzuweisen und nachzumachen angesichts der Tatsache,
dass die genaue Sequenz des Makromoleküls bekannt sein muss, um dies
zu tun, und die Sequenz des Makromoleküls kann leicht für jede und alle
Chargen oder Lieferungen geändert
werden, um mehr Variabilität
und dementsprechend Schwierigkeiten für einen potentiellen Nachahmer
einzuführen. Die
Wahl des Mittels für
einen empfindlichen Nachweis ist neu und nicht nahe liegend wie
dies die Verwendung von Oberflächen,
umfassend C=C und andere Bindungsgruppen für ein makromolekulares Kämmen, als
ein Mittel für
einen ultraempfindlichen Nachweis und die Verwendung von jetzt konventioneller
PCR und „long
range"-LR-PCR-Enzymen
und Protokollen und/oder Kombinationen davon ist. Die vorliegende
Technik ermöglicht
Herstellern ein einfaches Mittel zur Abschreckung und Authentifizierung oder
Verifizierung und/oder Verhütung
von Nachahmungen von deren Produkten. Diese Technik ist am Herkunftsort
einfach zu implementieren; unter Verwendung von molekularbiologischen
Standardtechniken einfach zu verifizieren oder auszulesen; und schwierig
zu fälschen,
da eine genaue Nachbildung eines langen dsDNA-Fragments schwierig
zu bewerkstelligen ist, da die genaue Sequenz des Makromoleküls zuerst
bestimmt und dann kloniert und in einer ausreichenden Menge und
mit einer ausreichenden Geschwindigkeit zusammengebaut werden muss,
um weiterzumachen, bevor jene bestimmte Charge vom Markt verschwindet.
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Noch
eine andere Erfindung betraf die Verwendung der Oberflächen der
Erfindung, umfassend C=C und andere reaktive Gruppen oder Gruppierungen,
die hier beschrieben werden, für
die Herstellung von strukturierten Substraten und Vorrichtungen.
Die reaktiven Oberflächen
der Erfindung können
in Strukturen, wie „Biochips" oder „Microlabs", die ein „komplettes
analytisches Mikrolaboratorium" für einen
gewünschten
Zweck auf einem Chip umfassen, eingefügt werden. Solche Chips umfassen
ein vorderes Ende eines Probenvorbereitungsbereichs, einen Fraktionierungs-
oder Auftrennungsbereich, auch typischerweise eine oder mehrere
Reaktionskammer(n), wo verschiedene Reagenzien oder Produkte zugegeben
werden, und dann typischerweise einen Nachweisbereich für die Anzeige
der Eigenschaften des oder der Makromoleküle z. B. durch optische oder
elektrische Mittel. Die Oberflächen
sind nützlich für die Immobilisierung
von Makromolekülen,
wie u. a. Nukleinsäuren
oder Proteinen, in einer Reaktionskammer eines solchen „Biochips" wie auch als ein Mittel,
um Auftrennungen durch die Wirkung eines sich bewegenden Meniskus
oder eines hydrodynamischen Flusses oder anderer Zwänge oder
Kraftfelder zu bewirken. Die Oberflächen dieser Erfindung können auch
für den
Nachweis und die Quantifizierung von gewünschten Makromolekülen in der
Auslesephase des Chips durch z. B. interne Photonik (Laserdiode/Photodiode),
externe (Mikroskop) und dergleichen verwendet werden. Diese Erfindung
findet eine von ihren Anwendungen als ein Mittel, um Makromoleküle zu immobilisieren,
um eine Trennung oder Identifizierung eines gegebenen oder gewünschten Makromoleküls innerhalb
einer Probe zu bewirken. Sie verwendet reaktive Oberflächen innerhalb
einer strukturierten Vorrichtung wie auch ein Mittel, um ein oder
mehrere Moleküle(e)
oder Makromolekül(e)
zu immobilisieren, um dann die gebundenen Makromoleküle einem
Kämmen
oder Ausdehnen, wie oben beschrieben, auszusetzen, um die Menge
eines gewünschten
Makromoleküls
zu identifizieren, zu trennen und/oder zu messen.
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Andere
Vorteile und Merkmale können
durch Bezugnahme auf die folgenden Beispiele erfasst werden.
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BEISPIELE
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Beispiel 1: Materialien und Methoden
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Die λ-DNA und
monoklonale Antikörper
(anti-DIG) wurden von Boehringer-Mannheim erworben. Die Trichlorsilane
wurden von Roth-Sochiel erworben. Fluoreszierende Nukleinsäure-Färbemittel (YOYO-1) wurden von
Molecular Probes erworben. Vorgereinigte ESCO-Glasdeckgläschen (22 mm2)
wurden von Erie Scientific erworben. Magnetische Körnchen wurden von
Dynal Corp. erworben. Verwendete Mikroskope umfassten (i) ein umgekehrtes
Nikon Diaphot® mit
einem 60 ×/1,4
N. A.-Objektiv, ausgerüstet mit
einem Xenon-Brenner für
Epifluoreszenz, mit einem Omega Optical-Filtersatz und einem ICCD-Bildverstärker von
Hamamatsu für
eine Videobeobachtung oder (ii) ein nach Maß angefertigtes umgekehrtes
Mikroskop, umfassend einen Olympus®- und
Fokus-Mechanismus, ein 100 ×/1,3
N. A.-Objektiv von Zeiss®, einen Argon-Laser (488
nm-Linie), um das Fluorophor zu stimulieren, einen Omega Optical-Filtersatz
und einen hybriden DEP ICCD-Bildverstärker.
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Beispiel 2: Oberflächenbehandlung
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Vorgereinigte
Glas-Deckgläschen
wurden aus der Schachtel unter Verwendung von Pinzetten entnommen
und in nach Maß angefertigte
Teflon®-Träger gelegt,
die so gestaltet waren, dass jedes Deckgläschen vertikal mit einem minimalen
Abstand von mindestens 2 mm unterstützt wurde. Diese Rahmen mit
grob 20 Deckgläschen
wurde dann in eine spezielle Reaktionskammer, die sowohl für Reinigung
als auch Silanisierung gestaltet war, mit einem Volumen von etwa
2 l eingeführt
und 10 min mit reinem O2 mit einer Flussrate
von 4 l/min gespült.
Eine organische Reinigung der Oberflächen erfolgte durch Illuminieren
einer UV-Quelle innerhalb der Kammer, was Ozon erzeugte, das mit
den organischen Verbindungen auf der Oberfläche reagiert, für typischerweise
minimal 4–6
h, wobei die besten Ergebnisse aufgrund von Reinigungszeiträumen erzielt
wurden, die viel länger
(12 bis 72 h) waren. Nach dem Ausblasen des Ozons (in einer Abzugshaube)
für 5–10 min
mit trockenem O2 wurden die gereinigten
Objektträger dann
mit einer kontrollierten Feuchtigkeit von feuchtem O2,
im Allgemeinen von etwa 0,01% bis etwa 30% und manchmal sogar noch
höher,
typischerweise einer Atmosphäre
mit 10% RH (relative Feuchtigkeit) 20 min bei einer verringerten
Flussrate von 250 ml/min hydratisiert, um zu ermöglichen, dass Wassermoleküle an die
Oberfläche
binden. Die Wassermoleküle
sind eine notwendige chemische Spezies bei der Silanisierungsreaktion
für die
hier verwendeten Trichlorsilane. Dann wurden 100–200 μl eines Trichlorsilans Cl3-Si-(CH2)N-CH=CH2 in die Kammer durch eine winzige Öffnung hindurch
durch eine Spritzennadel aus rostfreiem Stahl eingeführt, um
die kontrollierten internen Reaktionsbedingungen nicht zu stören. Sofern
gewünscht,
kann dies erzielt werden, indem die Kammer abgepumpt wird, um Silan
zu verdampfen, oder sie erwärmt
wird, um die Diffusion des Beschichtungsmaterials zu erhöhen. Die
Oberflächen
wurden über
Nacht (12 h) für
N = 6 oder schnell (1 h) für
N = 1 beschichtet. Nach dem Entfernen erschienen die Oberflächen oftmals
geringfügig trübe und waren
hydrophob (d. h. nicht-benetzend), was große Kontaktwinkel von grob 90° für einen Tropfen
Wasser ergab. Oberflächen
wurden eingeschlagen in Aluminiumfolientaschen in einer Laborschublade
bis zur Verwendung aufbewahrt.
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Die
freiliegenden funktionalen Gruppen von diesen C=C-Oberflächen wurden
in Carboxylgruppen -COOH umgewandelt, indem das behandelte Deckgläschen, wie
oben beschrieben, für
mindestens 15 min in einer Lösung
von 25 mg KMnO4, 750 mg NaIO4 in
1 l H2O eingeweicht, dann dreimal in ultrareinem
entionisiertem H2O gespült wurde. Die C=C-Oberflächen wurden
in einigen Fällen
mit Proteinen umgesetzt. Ein Volumen von 300 μl einer wässrigen Lösung (20 μg/ml) Protein (Protein A, Streptavidin
u. s. w.) wurde auf die Oberfläche
aufgetragen und mit der funktionellen Vinylgruppe C=C umgesetzt.
Die Oberflächen
wurden inkubiert, typischerweise 1–2 h bei Raumtemperatur, dann
dreimal mit einer Phosphat-gepufferten Kochsalzlösung gespült. Unter diesen Bedingungen
waren die Oberflächen sauber,
waren aber dann hydrophil (sie benetzen sehr gut). Die in Protein
A inkubierten Oberflächen wurden
dann in Antikörper
(anti-DIG)-Oberflächen umgewandelt,
indem die Protein A-Oberfläche
typischerweise 1–2
h bei Raumtemperatur mit einer Lösung
eines Antikörpers
(20 μg/ml)
inkubiert wurde. Es wird angenommen, dass man nicht zu viel Protein
A oder Antikörper
auf die Oberfläche
aufbringen sollte, ansonsten würden
sterische Hinderungseffekte die Reaktivität der Oberflächen abträglich beeinflussen.
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Beispiel 3: Verankern von nativer DNA
an einer C=C-Oberfläche
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Unter
Verwendung einer Pipettenspitze mit einer vergrößerten Öffnung (hergestellt, indem
die Spitze abgeschnitten wurde), um ein Scheren der DNA zu verhindern,
wurde ein 5–10 μl-Aliquot
einer 107 Moleküle/μl-Lösung (10–16 Mole) λ-DNA auf
eine frisch mit fließendem
ultrareinem Wasser gespülte, behandelte
Oberfläche
aufgetragen. Für
auf Fluoreszenz basierende Beobachtungen wurde die λ-DNA frisch
mit YOYO-1 oder anderen Fluorophoren angefärbt. Dann wurde ein sauberes
und frisch gespültes rundes
18 mm-Deckgläschen,
typischerweise unbehandelt, sanft auf den Flüssigkeitstropfen herabgesenkt
in einer solchen Weise, dass vermieden wurde, dass Scherkräfte die
Moleküle
aufbrechen. Es wurde typischerweise eine sehr langsame Ausbreitung
des Tropfens beobachtet, oftmals 10 s, bevor die sich bewegende
Kontaktlinie die Kante des runden oberen Deckgläschens erreichte.
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Es
gab mindestens zwei Schlüssel-Kontrollparameter,
die Inkubationsdauer und das Verfahren zum Bewegen des Meniskus.
Die Lösung
wurde irgendwo von 10 s bis mehrere Stunden in einer entweder trockenen
oder feuchten (100% RH) Atmosphäre
inkubiert, abhängig
von dem gewünschten
Effekt. Einige Proben wurden 10–30
s inkubiert und dann mechanisch geschert, indem die oberen und unteren
Deckgläschen über einen
Zeitraum von 5–10 s
seitlich aneinander entlang gezogen wurden unter Verwendung von
Pinzetten, um jede äußere Kante von
beiden Oberflächen
zu halten. Die Inkubationszeit beeinflusst den Prozentsatz von DNA,
der bindet, da der Bindungsprozess diffusionslimitiert ist und die Wahrscheinlichkeit
einer Bindung, ist der Kontakt mit der Oberfläche einmal hergestellt, konstant
ist. Dementsprechend gibt es umso mehr Bindung, je länger die
Inkubationszeit ist. Wenn man jedoch zu lange wartet, beispielsweise über Nacht,
dann ist es wahrscheinlich, dass beide Enden eines gegebenen DNA-Moleküls eine
Bindung ausgebildet haben werden unter Bildung einer U-Form oder
eines „Loops" (einer Schleife)
nach Passage des Meniskus anstelle von geraden linearen Segmenten.
Die Nützlichkeit
eines mechanischen Scherens, wie beschrieben, ist, dass es die Zeit,
die notwendig ist, um zu warten, um das Ergebnis zu sehen, verringert,
da ein Scheren schnell ist (maximal eine Minute) und ein Verdampfen beispielsweise
Stunden benötigen
kann.
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In
einem Puffer von 50 mM MES, pH 5,5, wurde die Bindung homogen quer
durch gut behandelte Oberflächen
beobachtet. Im Vergleich dazu gibt es in einem Puffer von 10 mM
Tris, 1 mM EDTA, pH 8,0, praktisch keine Bindung (weniger als 1
von 106). Diese Abhängigkeit kann die Kontrolle
oder Aktivierung der Oberflächen
bezogen auf die DNA-Bindung durch die Verwendung eines dazwischenliegenden pH
ermöglichen.
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Beispiel 4: Ausrichtung und Nachweis von
verankerter DNA durch die Wirkung des Meniskus
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Entweder
durch Transferieren der inkubierten Probe zu einer trockenen Umgebung
und Verdampfenlassen des Lösungsmittels
oder durch mechanisches Scheren der Probe, wie oben beschrieben,
dehnt die Passage des Meniskus die DNA-Moleküle, die an der Oberfläche durch
ein oder beide Enden verankert sind, rechtwinklig zu dem Meniskus aus
(siehe 5). Die Kraft, von welcher vermutet wird, dass
sie kapillarer Natur ist, an den DNA-Molekülen (typischerweise einige
10 pN) ist in der Tat ausreichend, um das Molekül vollständig auszudehnen (das ist höher als
die elastische entropische Kraft des fluktuierenden Braunschen Knäuels), ist
aber zu schwach, um die Bindung zu brechen, die vielleicht kovalenter
Natur ist, zwischen der DNA und der silanisierten/behandelten Oberfläche. Die
DNA, wenn sie zuvor mit einem Fluorophor (YOYO-1) angefärbt worden
ist, wird unverzüglich
beobachtet und es kann festgestellt werden, dass sie gestreckt ist,
mit einer Gesamtlänge
von 20–25 μm. Die Verankerung zwischen
der Oberfläche
und der DNA ist auf die Enden, vielleicht das 5'-Phosphat, begrenzt, und ist auch mit
DNA des Phagen λ,
von YAC oder von E. coli (mit einer Länge über 450 μm) beobachtet worden. Diese
Präparation
und Fixierung der DNA, die ausgedehnt wurde, fluoresziert und an
der Luft getrocknet wurde, ist mehrere Tage stabil, manchmal sogar
Wochen und Monate (wenn sie korrekt entfernt vom Umgebungslicht
aufbewahrt wird) und kann durch Fluoreszenz-Auflichtmikroskopie,
typischerweise an einem umgekehrten Mikroskop mit einer hohen Vergrößerung/hohen
numerischen Apertur, Flüssigkeitslinse
(beispielsweise eine 100 ×/1,4
N. A.) beobachtet werden.
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Beispiel 5: Spezifische Verankerung und
Nachweis
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Nach
Oberflächenbehandlung,
wie oben beschrieben, mit einem spezifischen monoklonalen Antikörper kann
man sehr genau die Oberflächenspezifität steuern.
Dementsprechend wurde die Spezifität von mit anti-DIG behandelten
Oberflächen
gegenüber
DNA, die mit einem komplementären
Oligonukleotid zu einem der kohäsiven
oder „klebrigen" Enden und enthaltend
ein Digoxigenin (DIG) hybridisiert war, gegenüber nicht-hybridisierter DNA
getestet. In dem ersten Falle wurde eine homogene Ausdehnung von
jenen verankerten Molekülen
durch die Wirkung des Meniskus beobachtet. In dem zweiten Falle
wurde beobachtet, dass weniger als 10 DNA-Moleküle in der gesamten Probe verankert
wurden. Es wird geschätzt,
dass die Spezifität
des Verfahrens der Erfindung besser als 1:106 ist
(siehe Unterfigur 2A und Unterfigur 2B)
(Siehe Unterfiguren 2A und 2B).
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Beispiel 6: Empfindlicher Nachweis
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Um
die Empfindlichkeit des Nachweisverfahrens durch die Ausdehnung
aufgrund der Passage eines Meniskus zu bestimmen, wurden 2,5 μl-Aliquots einer
Lösung
von λ-DNA
in 50 mM MES, pH 5,5, enthaltend 105, 104, 103 Moleküle, auf
eine Oberfläche aufgetragen.
Die Bindung wurde ausgeführt ähnlich zu
dem, was zuvor beschrieben worden ist. Die unterschiedlichen Oberflächen wurde
dann unter dem Fluoreszenz-Auflichtmikroskop beobachtet, um die Dichte
der verankerten Moleküle
zu bestimmen. Für die
geringste Verdünnung
(103 Moleküle) beobachtete man mehr als
10 DNA-Moleküle
(nach Durchsuchen von 125 Sehfeldern), die durch die Wirkung des Meniskus
ausdehnt worden waren. Diese Anzahl wird im Wesentlichen durch die
große
Anzahl von Sehfeldern, die notwendig ist, um die gesamte Probe abzudecken
(grob 20000), begrenzt. Dies macht eine manuelle Suche schwierig,
kann aber in vorteilhafter Weise entweder automatisch durch Computersteuerung
der Phasen- und Bildverarbeitung oder mit einem schwachen Objektiv
bewerkstelligt werden. Als Schlussfolgerung hat die Empfindlichkeit
des Nachweisverfahrens der Erfindung bereits das Vorhandensein von
1 in 100 DNA-Molekülen
nachgewiesen und es wird erwartet, dass es eine sogar noch höhere Empfindlichkeit
aufweist (eine sogar noch niedrigere Nachweisgrenze ermöglicht),
um den Nachweis eines einzelnen Moleküls zu erlauben.
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Beispiel 7: Abhängigkeit der Ausdehnung von
der Oberflächenbehandlung
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Das
Histogramm der gemessenen Längen von
ausgedehnter λ-DNA,
welche auf eine silanisierte Oberfläche aufgepfropft worden sind,
nach der Einwirkung eines sich bewegenden Meniskus zeigt einen gut
definierten Peak bei 24 μm,
wohingegen auf einer mit Protein A und dann anti-DIG erneut beschichteten
Oberfläche
das Histogramm von Längen von
ausgedehnter λ-DNA
(cos-endmarkiert mit einem DIG-Molekül, wie oben beschrieben) nur
einen klaren Peak bei 16 μm
(oftmals bis zu 18 μm)
zeigt. Die Ausdehnung hängt
dementsprechend von der Oberflächenbehandlung
und Oberflächenherstellung ab.
Die Ergebnisse können
als ein Histogramm der gemessenen Längen von N Fragmenten von λ-DNA-Molekülen gezeigt
werden und ein typisches Bild (Einschub) nach (A) Ausdehnen durch
die Passage des Meniskus auf einer hydrophoben Oberfläche (Silan-behandelt)
oder (B) einer, die behandelt worden ist, um hydrophil zu werden
(mit Protein A/anti-DIG). Die Figur zeigt die Abhängigkeit
der Qualität oder
des Ausmaßes
der Ausdehnung von der Oberflächenbehandlung
und der Hydrophobizität
(siehe 1, Bensimon et al., Phys. Rev.
Lett. 74: 4754 (1995)).
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Beispiel 8: Homogene Ausdehnung
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Um
zu bestimmen, ob die Ausdehnung homogen (unabhängig von der Länge des
Moleküls)
ist, wurde eine Lösung
von Multimeren von λ-DNA
durch Ligation unter Verwendung von E. coli-T4-Ligase hergestellt.
Diese Lösung
wurde auf einige silanisierte Oberflächen aufgepfropft und dann
durch die Wirkung des passierenden Meniskus ausgedehnt. Das Histogramm
von Längen
von ausgedehnten Molekülen
zeigt 3 Peaks in gleichem Abstand entsprechend den Längen von
Monomeren, Dimeren und Trimeren. Die Ausdehnung durch den Meniskus
ist dementsprechend relativ homogen (4).