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DE648212C - Anordnung zur analytischen Bestimmung elektrochemisch reaktionsfaehiger Gase - Google Patents

Anordnung zur analytischen Bestimmung elektrochemisch reaktionsfaehiger Gase

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Publication number
DE648212C
DE648212C DEA69517D DEA0069517D DE648212C DE 648212 C DE648212 C DE 648212C DE A69517 D DEA69517 D DE A69517D DE A0069517 D DEA0069517 D DE A0069517D DE 648212 C DE648212 C DE 648212C
Authority
DE
Germany
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electrode
absorption
hydrogen
electrolyte
gas
Prior art date
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Expired
Application number
DEA69517D
Other languages
English (en)
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ADOLF DASSLER DR
Original Assignee
ADOLF DASSLER DR
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Publication date
Application filed by ADOLF DASSLER DR filed Critical ADOLF DASSLER DR
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Application granted granted Critical
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Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01LCHEMICAL OR PHYSICAL LABORATORY APPARATUS FOR GENERAL USE
    • B01L5/00Gas handling apparatus
    • B01L5/04Gas washing apparatus, e.g. by bubbling

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  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Clinical Laboratory Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Solid-Sorbent Or Filter-Aiding Compositions (AREA)

Description

  • Anordnung zur analytischen Bestimmung elektrochemisch reaktionsfähiger Gase Es ist bekannt, daß man gewisse Gase, z. B.
  • Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenoxyd, Chlor, durch geeignete Metalle oder metallische Leiter aktivieren und zur elektrochemischen Betätigung anregen kann, wenn der betreffende metallische Leiter sich gleichzeitig in Kontakt mit einem Elektrolyten befindet. Von derartigen Gaselektroden wird vor allem die Waserstoffelektrode in der Elektrochemie häufig als Bezugselektrode verwendet. Als Aktivatoren bzw. als metallische Leiter sind zu deren Anfertigung vorzugsweise Platin oder platinähnliche Metalle, z. B. Platin, Rhodium, Ruthenium, Palladium, Iridium, brauchbar, die im folgenden kurzweg als Platin oder Platinmetalle bezeichnet werden.
  • Vorteilhaft verwendet ! man diese Metalle in großoberflächiger Form, damit die Berührung mit der Gasphase und dem Elektrolyten eine möglichst innige ist. Man überzieht beispielsweise die Elektroden mit sogenanntem Platinmohr. Sind die aus den genannten Metallen bestehenden -Elektroden von Wasserstoffgas umgeben und außerdem in Berührung mit einem Elektrolyten, so zeigen sie das Bestreben, gegenüber dem letzteren ein bestimmtes Gleichgewichtspotential anzunehmen, dessen Lage im wesentlichen von der H-Ionenkonzentration des Elektrolyten und von der H2-Konzentration der Gasphase abhängig ist. Ist das tatsächliche Potential der Platinelektrode von diesem Gleichgewichtspotential durch irgendwelche Umstände nach der negativen Seite hin verschoben, so werden an dem Platin positiv geladene H-Ionen aus dem Elektrolyten entladen, und es bildet sich an der Elektrode molekularer Wasserstoff, d. h. das Volumen der Gasphase nimmt zu.
  • Wenn andererseits das tatsächliche Potential der Platinelektrode etwa durch Anlegen eines fremden Potentials nach der positiven Seite hin gegenüber dem Gleichgewichtspotential verschoben ist, so wird umgekehrt das Wasserstoffgas nach Spaltung am Platinkontakt in H-Atome positiv aufgeladen und wandert als positiv geladenes H-Ion in den Elektrolyten.
  • Bei diesem Vorgang findet demnach eine Volumabnahme des in der Gasphase vorhandenen Wasserstoffs, d. h. also eine elektrochemische Absorption des Wasserstoffs, statt.
  • Die Erfindung pezweekt,-ldiese Absorption elektrochemisch reaktionsfähiger Gase, die unter gewöhnlichen Umständen nur sehr langsam vonstatten geht, für die volumetrische Gasanalyse brauchbar zu machen. Wie bekannt, besteht auf diesem Gebiet vor allem ein Mangel an genügend rasch usnd exakt wirksamen Absorptionsmitteln : für Wasserstoff.
  • Bei Durchbildung einer geeigneten Arbeitsmethode bzw. Anordnung zur-volumetrischen Bestimmung dieses Gases war zunächst dem Umstand Rechnung zu tragen, daß Platin sehr leicht seine Fähigkeit verliert,. den Wasserstoff zu aktivieren. Dies tritt vor allem dann ein, wenn man das Platin, etwa in der Absicht, möglichst viel Wasserstoffgas ele@ trochemisch zur Reaktion zu bringen, z stark positiv belädt oder, mit anderen Worten@, zu stark anodisch polarisiert. Andererseits. darf sich die Elektrode nicht zu nahe ihrem Ruhepotential befinden, welches sie, sich selbst überlassen, in Wasserstoff annimmt. In diesem Falle bleibt die Elektrode zwar aktiv, die Absorption des Wasserstoffs verläuft jedoch nur langsam. Auch wenn das Platin einige Zeit an der Luft bzw. in Sauerstoff gelegen hat, erweist es sich nachher bei anodischer Polarisation als inaktiv, d. h. es vermag bei normaler Zimmertemperatur weder Wasserstoff zu ionisieren noch Knallgas zu katalysieren, wenigstens nicht mit einer technisch brauchbaren Geschwindigkeit. Durch den Sauerstoff erfolgt hier offenbar eine Vergiftung oder Passivierung der Platinoberfläche, die man erst dadurch wieder beseitigen kann, daß man das Platin kurze Zeit kathodisch polarisiert und dadurch Wasserstoffionen aus dem Elektrolyten an ihm zur Entladung bringt. Der so im status nascendi auftretende Wasserstoff beseitigt dann den die Platinoberfläche vergiftenden oder passivierenden Sauerstoff.
  • Dieses eigentümliche Verhalten, welches alle Platinmetalle mehr oder weniger ausgcprägt zeigen und welches im Schrifttum hekannt ist, hat dazu geführt, daß man sich der angedeuteten Möglichkeit zur Absorption des Wasserstoffs bisher für die Zweckes der volumetrischen Gasanalyse noch nicht bedient hat.
  • Trotzdem gelang es, diese Schwierigkeiten der elektrochemischen Gasabsorption ZU-beseitigen- und Anordnungen zu finden. die insbesondere Wasserstoff oder Knallgasohne Entzündung bei gewöhnlicher zimmertemperatur mit einer Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit verzehren, wie sie mit den bisher bekannten rein chemisch bzw. rein katalytisch wirksamen Absorptionsmitteln nicht erreicht wird.
  • Im Aufbau haben diese Anordnungen zum Teil eine gewisse Ähnlichkeit mit den bekannten Gaselementen.bzw. Elementen mit luftdepolarisierter Elektrode (vgl. z. B. die Patentschrift 90 641 der Klasse 21 b sowie »Galvanische Elemte und Akkumulatoren« von Drucker und Finkelstein 1932.
  • S. 20). die jedoch bisher lediglich zum Zwecke der Stromlieferung oder zur potentiometrischen Analyse, keinesfalls aber zur volumetrischen Gasanalyse Verwendung fanden. In denGaselementen wird das Potential der einen Elektrode über den -Schließungsbogen: des Elementes von der anderen Elektrode her beeinflußt und dadurch je nach der sich ergebenden Stärke des Stromílusses und der sich dabei einstellen den Polarisation der Elektroden eine mehr oder weniger starke absorption der an den Elektroden wirksamen Base hervorgerufen.
  • @ Entsprechend kann man nach der Erfindung ztini Zwecke der elektrochemischen volumetischen Gasanalyse eine rasche und quantitative Absorption der Gase dadurch herbeiführen, daß man die betreffende zur Gasabsorption dienende Platinelektrode zwangsläufig, beispielsweise durch Koppelung, also durch elektrisch leitende Verbindung mit einer geeigneten zweiten Elektrode auf einem für die Absorptionswirkung besonders günstigen, konstanten oder annähernd konstanten Potential hält. Für die Absorption von Wasserstoff, Sauerstoff oder auch Knallgas kommen als derartige, mit der gasabsorbierenden Elektrode leitend verbundene Elektroden alle die Elektroden in Frage, deren Potential zwischen dem einer in dem verwendeten Elektrolyten Wasserstoff und dem einer darin Sauerstoff entwickelnden Platinelektrode liegt. Außerdem ist zu fordern, daß diese Elektroden befähigt sind, die für die Ionisierung des zu absorbierenden Gases nötigen Elektrizitätsmengen zu liefern.
  • Man kann nach der rfindung indessen auch andere Elektroden mit der gasabsorbierenden Platinelektrode koppeln, z. B. auch solche einfachen Ietal lelel-troden, die vorn Elektrolyten nicht angegriffen werden, ferner frei von aktivem Material und daher für sich allein nicht zur Lieferung der nötigen Elektrizitätsmengen befähigt sind. Auch kann man Elektroden benutzen, deren Potential nicht innerhalb der obengenannten Grenzen liegt.
  • Nur darf man in diesen Fällen die gasabsorbierende Elektrode nicht direkt mit derartigen Elektroden leitend verbinden. sondern man muß zwischen beide eine Hilfsspannung oder Hilfsstromquelle, also beispielsweise einen Akkumulator oder ein galvanisches Element, schalten, welches. dafür sorgt. daß das Potential der gasabsorbierenden Elektrode innerhalb der obengenannten Grenzwerte zu liegen kommt.
  • Das für die Absorptionswirkung günstige Potential kann der absorbierend wirkenden Elektrode auch in der Weise erteilt werden, daß ihr in demselben oder einem angrenzenden bzw. mit dem ersteren leitend verbundenen Elektrolyten zwei Hilfselektroden zugeordnet sind, zwisden denen ein Spannungsgefälle besteht oder von einer äußeren Spannungsquelle aufrechterhalten wird, und daß die absorbierend wirkende Elektrode mit einem Punkte geeigneten Potentials dieses Spannungsgefälles verbunden ist. Dabei kann man die iiilfselektroden durch einen Widerstand miteinander verbinden und die absorbierend wirkende Elektrode mit einem Punkte geeigneten Potentials des an dem Widerstande bestehenden Spannungsgefälles in leitende Verbindung bringen. Man kann auch zwischen den Hilfselektroden an einer Stelle geeigneten Potentials eine Zwischenelektrode anordnen und die absorbierend wirkende Elektrode mit dieser Zwischenelektrode leitend verbinden.
  • Bei den Anordnungen nach der Erfindung zur Gasabsorption für analytische Zwecke bringt man über der absorbierend wirkenden Elektrode Gas- oder Meßpipetten an.
  • In den Abbildungen sind einige Ausführungsbeispiele der Anordnungen nach der Erfindung schematisch dargestellt.
  • Die in der Abb. I wiedergegebene Absorptionspipette ist für Wasserstoff bestimmt. In einem becherförmigen Gefäße befindet sich die mit oben angesetztem Glasrohr und Quetschhahn versehene Glasglocke g, die über die Wasserstoftelektrode e gestülpt ist. Diese Elektrode kann aus Nickelblech oder Nickeldrahtnetz gefertigt sein, welches spiralig aufgerollt und galvanisch mit Platin, Palladium oder anderen Platinmetallen am besten in fein verteilter poröser Form überzogen ist.
  • Eine gleiche oder ähnliche Elektrode aus platiniertem Nickelbiech (Nickeldrahtnetz) oder rauch aus poröser Kohle ist dieElektrodec, welche außen die Glasglocke g ringförmig oder spiralig umschließt. Beide Elektroden e und c sind durch den Nickeldraht i metallisch leitend miteinander verbunden. Die Absorptionspipette wird mit Kalilauge oder einem anderen geeigneten Elektrolyten gefüllt, der zugleich als Sperrflüssigkeit dient.
  • Bei Ausführung einerAnalysewird die Glasglocke durch Saugen bei geöffnetem Quetschhahn ?z vollständig mit dem Elektrolyten angefüllt und dann das zu untersuchende Gasvolumen in die Glasglocke eingefüllt, welches zuvor von eventuell vorhandenem Sauerstoff, Kohlenoxyd oder Kohlendioxyd befreit wurde.
  • Da die Elektrode c von Luft, d. h. von Sauerstoff, bespült wird, liefert sie durch den Draht i die für die Absorption des Wasserstoffs benötigte positive Elektrizitätsmenge und hält die Elektrode e auf einem für die restlose Absorption des Wasserstoffs günstigen Potential. Die äußere Elektrode c ist praktisch fast unerschöpflich, da der Luftsauerstoff in unbegrenzter Menge zur Verfügung steht. Die Absorption des in dem zu analysierenden Gasvolumen vorhandenen Wasserstoffs erfolgt in analytisch brauchbarer Zeit. Wenn keine weitere Volumenabnahme eintritt, ist die Absorption des Wasserstoffs beendet. Mit der gleichen Apparatur kaann auch Kohlenmonoxyd absorbiert werden.
  • An Stelle der Sauerstoffelektrode c sind auch andere Elektroden brauchbar, die gegenüber der Wasserstoffelektrode ein positives Potential besitzen und unter diesem Potential die nötige positive Elektrizitätsmenge zu liefern vermögen, z. B.-kann man eine Kupferoxyd- oder Kupferoxydulelektrode benutzen, wie sie im Cupronelement als positive Polelektrode dient. Jedoch 4arf das von der Elektrode c gelieferte Potential nicht zu stark positiv sein, weil sonst der Kontakt der Wasserstoffelektrode, wie bereits oben erwähnt, empfindlich gestört wird und infolgedessen entweder eine unregelmäBige oder überhaupt keine Absorption erfolgt.
  • Wesentlich ist immer, daß die Wasserstoffelektrode zwangsläufig auf einem annähernd konstanten und für die Absorption besonders günstigen Potential gehalten wird. Dies kann auch auf folgendem, in Abb. 2 dargestelltem Wege erreicht werden.
  • In dem einen Schenkel eines U-Rohres werden zwei Elektroden, eine positive e1 und eine negative e2, untergebracht. Als solche kann man beispielsweise eine Nickelhydroxydelektrode als positive und als negative eine Eisen- oder Cadmiumelektrode verwenden, wie sie in alkalischen Akkumulatoren als positive und negative Polelektroden dienen.
  • Die beiden Elektroden können durch den Schalters über den Widerstand w entladen werden. Der andere Schenkel des U-Rohres ist oben verjüngt und durch den Quetschhahn h verschließbar. In diesem Schenkel befindet sich die Wasserstoffelektrode e, die mit Platin oder Platinmetallen, gegebenenfalls in fein verteilter großoberflächiger Form überzogen und deren Polabführung bei a durch die Wandung des U-Rohres geführt ist. Durch einen Schließungsdraht ist die Wasserstoffelektrode dann mit dem Kontaktschieber k verbunden, der auf dem Widerstand n' gleitet.
  • Auf diese Weise kann bei geschlossenem Schalter s die Wasserstoffelektrode e auf ein beliebiges, zwischen den beiden Elektroden et und e2 gelegenes Potential gebracht werden, welches besonders günstig für die Absorption von Wasserstoff ist. Für den Fall, daß man mit Palladiumkontakt und mit Kalilauge als Elektrolyten arbeitet und als et eine Nickelhydroxyd- und als e2 eine Cadmium- oder Eisenelektrode eines alkalischen Akkumulators wählt, wird das günstigste Potential für die Wasserstoff verzehrende Elektrode e erreicht, - wenn sich ungefähr wo : w1: 1 : 3 = = etwa 20 Ohm) verhält, d. h. wenn das Potential von e mehr nach der positiven Elektrode e, hin verschoben ist. Eine so geschaltete Palladiumelektrode zeigt, auch wenn sie längere Zeit der Luft oder Sauerstoff ausgesetzt war, keinerlei Neigung zum Passivwerden und ist in ihrer Absorptionswirkung auf Wasserstoff absolut zuverlässig. Wenn wie hier dieses günstigste Potential für eine solche Kombination ermittelt ist, kann an Stelle des Kontaktschiebers k auch einfach eine feste Verbindung mit der betreffenden Stelle des Widerstandsdrahtes treten.
  • Bei der beschriebenen Apparatur müssen die Elektroden #1 und e2 von Zeit zu Zeit wieder aufgeladen werden.
  • Eine etwas anders gebaute Absorptionspipette ist in Abb. 3 dargestellt. An Stelle der beiden Akkumulatorelektroden sind hier einfach zwei AIetallbleche eX und e., getreten, die über den Schalter s und den Regulierwiderstand r an eine Akkumulatorenbatterie b angeschlossen sind. An der positiven Elektrode ei wird Sauerstoff, an der negativen Elektrode e wird Wasserstoff entwickelt. Die beiden Elektroden sind gleichzeitig über den Widerstandsdraht w miteinander verunden.
  • An einer geeigneten Stelle des Spannungsgefälles auf diesem Widerstandsdraht befindet sich eine Abzweigung, die nach der Absorptionselektrode e führt. Als Elektrolyt (können sowohl Lösungen von Basen und Salzen als auch solche von Säuren dienen. Es ist dabei zu beachten, daß die Elektroden von dem Elektrolyten nicht angegriffen werden. Man kann also etwa Nickelelektroden verwenden, wenn man sich eines alkalischen Elektrolyten, vorzugsweise Kali- oder Natronlauge, bedient.
  • Wird jedoch Schwefelsäure verwendet, dann müssen die Elektroden e1 und e aus Blei oder einem anderen in Schwefelsäure nicht oder nur wenig angreifbaren Material, z. B. Elektrodenkohle, die elektrode e am besten ganz aus Platin oder Platimnetallen oder aus einem in Schwefelsäure kaum angreifbaren Grundmaterial (Elektrodenkohle) und Überzügen aus Platin oder Platinmetallen bestehen.
  • Die beiden in Abb. 2 und 3 dargestellten Absorptionspipetten können naturgemäß auch zur Absorption von Sauerstoff Verwendung finden. Wenn ein Gasgemisch auf Wasserstoffgehalt analysiert werden soll, dann muß alsou. U. Sauerstoff vorher aus dem Gasgemisch entfernt werden. was nach bekannten Methoden leicht zu erreichen ist, da ein Nilangel an geeigneten Absorptionsmitteln für Sauerstoff nicht besteht.
  • Abb. 4 stellt ein weiteres Beispiel für den Bau einer elektrochemisch arbeitenden Absorptiouspipette dar. Hier ist in dem offenen Schenkel des U-Rohres nur eine Elektrode el, aus einem vom Elektrolyten nicht angreifbaren Material bestehend, z. B. Nickel oder Eisen in Kalilauge, angeordnet. Diese Elektrode ist mit dem einen Ende des Widerstandes C verbunden, durch welchen ein von der Batterie b gelieferter Strom fließt. Auf dem Widerstand Tt' gleitet der Kontaktschieber k, der mit der gasabsorbierenden Elektrode e verbunden ist und dieser das für die Absorption günstige Potential liefert.
  • Bei der zuletzt beschriebenen Anordnung kann man u.U. mit Vorteil auch auf den Widerstandsdraht re verzichten und die Gesamtspannung des Akkumulators direkt an die beiden Elektroden e und Ci legen. Hierfür sind insbesondere alkalische Akkumulatoren wegen ihrer niedrigeren. Spannung gut geeignet.
  • Alit dieser besonders einfachen und zweckmäßigen Anordnung gelingt es, je nach Schaltung sowohl Wasserstoff als auch Sauerstoff mit großer Geschwindigkeit ohne jede Schütteltätigkeit quantitativ zu absorbieren. Der Fortfall besonderer Manipulationen während des Absorptionsvorganges bedeutet einen wesentlichen Fortschritt gegenüber den in letzter Zeit bekanntgewordenen Methoden zur quantitativen Absorption des Wasserstoffs mittels Silberpermanganat oder mittels kostspieliger Kontaktkerzen (vgl. Fr. Hein und W. DanZel, Die Chem. Fabrik4 4 [1931], 381, sowie E.B i e s a l s k i und H.G i e h m a n n, Angew. Chem. 45 [1932], 767). Dabei werden mit der beschriebenen - Anordnung'annähernd die gleichen Absorptionsgeschwindigkeiten wie bei den besten bisher bekannten Methoden erreicht. Besonders schnell verläuft in der Apparatur bei kathodischer Polarisation der Gaselektrode die Absorption von Knallgas und von darin im Überschuß enthaltenem Sauerstoff. Man kann daher für die Bestimmung des Wasserstoffs das zu analysierend, Gasgemisch auch einfach mit überschüssigem reinem Sauerstoff oder Luft versetzen und dann den Wasserstoff zusammen mit dem Sauerstoff an der Gaselektrode absorbieren.
  • Dabei macht sich eine bei der technischen Gasanalyse oft unvermeidliche Verunreinigung des zu analysierenden Gasgemisches mit Spuren von Kohlenoxyd nicht störend bemerkbar, wie dies bekanntlich bei manchen anderen Absorptionsmitteln der Fall ist, z. B. in der durch Osmiumoxyde aktivierten Chloratpipette (vgl. K. A. H o f m a n n, Ber. Dtsch. chem.Ges.49 [1916] 1650 und 1663). Methan, Stickstoff und andere elektrochemisch nicht reaktionsfähige Gase werden an der Elektrode nicht ahsorbiert und bleiben quantitativ im Restgas. Dies ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber den Bestimmungsmethoden mittels erhitzter Platin- oder Palldiumkatalysatoren, bei welchen bekanntlich immer die Gefahr einer teilweisen Mitverbrennung des Methans besteht.
  • Bemerkt sei noch, daß die in der zuletzt beschriebenen Absorptionspipette benutzte Gaselektrode aus einem elektrolytisch mit 2 bis 3 g Palladium überzogenen, spiralig aufgerollten Nickeldrahtnetz besteht. Man kann jedoch auch mit weniger stark palladinierten Elektroden praktisch brauchbare Absorptionsgeschwindigkeiten erzielen.

Claims (5)

  1. P A T E N T A N S P R Ü C H E : 1. Anordnung zur analytischen Bestimmung elektrochemisch reaktionsfähiger Gase, z. B. von Sauerstoff, Wasserstoff, Chlor, Kohlenmonoxyd, durch Absorption dieser Gase, dadurch gekennzeichnet, daß die Absorption der Gase in einer Elektrolytzelle mittels einer an sich bekannten Wasserstoff- bzw. Sauerstoffelektrode erfolgt, welche sich in Berührung mit dem Gase bzw. Gasgemisch befindet, in den Elektrolyten eintaucht und gegenüber dem Elektrolyten bzw. gegenüber einer zweiten Elektrode auf einem für die Absorption günstigen Potential gehalten ist.
  2. 2. Anordnung nachAnspruchI, dadurch gekennzeichnet, daß die absorbierend wirkende Elektrode mit einer zweiten Elektrode leitend verbunden ist, die in den gleichen Elektrolyt oder in einen anderen, mit diesem leitend verbundenen eintaucht und ein annähernd konstantes, für die Gasabsorption günstiges Potential und die erforderliche Elektrizitätsmenge liefert, und zwar entweder durch ihre stofflicheEigenart oder dadurch, daß in den Schließungsbogen zwischen ihr und der gasabsorbierenden Elektrode eine Hilfsspannung oder eine Hilfsstromquelle eingeschaltet ist.
  3. 3. Anordnung nach Anspruch I und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der absorbierend wirkenden Elektrode in demselben oder einem angrenzenden bzw. mit der ersteren leitend verbundenen Elektrolyten zwei Hilfselektroden zugeordnet sind, zwischen denen ein Spannungsgefälle, z. B. durch Verbindung über einen Widerstandsdraht, besteht oder von einer äußeren-Spannungsquelle aufrechterhalten wird, und daß die absorbierend wirkende Elektrode mit einem Punkt geeigneten Potentials dieses Spannungsgefälles verbunden ist.
  4. 4. Anordnung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Elektrolyten zwischen den Hilfselektroden an einer Stelle geeigneten Potentials eine Zwischenelektrode angeordnet und die absorbierend wirkende Elektrode mit dieser Zwischeneiektrode leitend verbunden ist.
  5. 5. Anordnung nach Anspruch I bis 4, gekennzeichnet durch-eine über der absorbierend wirkenden Elektrode angeordnete Meßpipette.
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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1057359B (de) * 1952-01-16 1959-05-14 Mond Nickel Co Ltd Vorrichtung zum Nachweis von Sauerstoff
DE1176900B (de) * 1961-01-09 1964-08-27 Atomic Energy Authority Uk Vorrichtung zur Bestimmung des Sauerstoff-gehaltes in Stroemungsmitteln, insbesondere des Sauerstoffgehaltes in Kernreaktor-Kuehlmitteln beruhend auf der EMK-Messung einer elektrolytischen Zelle
DE1798446B1 (de) * 1964-06-10 1973-05-30 Commissariat Energie Atomique Verfahren zur kontinuierlichen elektrochemischen bestimmung der konzentration von chlor, brom, jod, deren wasserstoffsaeuren, cyanwasserstoffsaeure und gasfoermigen cyanderivaten in einer atmosphaere

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