DE627202C - Verfahren zur Sterilisierung und gleichzeitigen Brauchbarmachung von Roggen fuer Verfuetterungszwecke - Google Patents
Verfahren zur Sterilisierung und gleichzeitigen Brauchbarmachung von Roggen fuer VerfuetterungszweckeInfo
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Description
- Verfahren zur Sterilisierung und gleichzeitigen Brauchbarmachung von Roggen für Verfütterungszwecke Bekannt sind Verfahren, gemäß welchen der Roggen für Verfütterungszwecke brauchbar gemacht wird. Beispielsweise wird der Roggen gedämpft, also auf nassem Wege behandelt, wodurch eine Entbitterung des Roggens und damit die Aufnahmefreudigkeit seitens der Tiere erreicht werden soll, welche eine instinktive Abneigung gegen. den bitteren, nicht unschädlichen Geschmack des unbehandelten Roggenkornes zeigen. Nachweisbar ist z. B. bei Hühnern durch Vierfütterung von unbehandeltem Roggen deren.Degeleistung zurückgegangen; Bruteier von mit unbehandelten Roggenkörnern gefütterten Tieren brachten keine Schlupferfolge, was wiederum durch genaue Beobachtungen festgestellt werden könnte. Dieses erwähnte Naßverfahren ist jedoch sehr umständlich und insbesondere kostspielig; stets muß ein: nachträgliches sorgfältiges Trocknen der Körner sich der Naßbehandlung anschließen, wenn das Futter nicht verderben soll.
- Bekannt sind weiterhin Verfahren zur Entbitterung des Roggens, bei denen Säuren und Fermente verwendet werden. Diesie Arbeitsweisen sind aber wiederum nur auf nassem Wege durchzuführen und benötigen im Vergleich zum Verfahren der Erfindung hinsichtlich der Kosten ein Vielfaches. Auch eosiniertes Roggenkörnerfutter wird teilweise auf den Markt gebracht; das jedoch mit dem gemäß dem Verfahren der Erfindung behandelten Roggen nicht verglichen werden. kann, da im eosinierten Roggen die schädlichen Bitterstoffe noch enthalten sind.
- Bekannt sind auch Verfahren, bei denen der Roggen auf eine Temperatur von etwa 4o bis 4C C ungefähr 1/4 Stunde erhitzt wird, um dadurch Insekten, Larven, Fliegen und Pilze zu töten. Bei diesem Verfahren darf jedoch die Temperatur keinesfalls die Zone von I oo bis II o° G überschreiten, um die Keimkraft des Kornes nicht zu- zerstören. Vorliegende Erfindung betrifft nun ein, Verfahren, gemäß welchem der Roggen für Verfütterungszwecke an Geflügel und Vieh brauchbar und gleichzeitig steril, also nicht mehr keimfähig, gemacht wird. Insbesondere läßt sich .Roggen, der durch Nässe oder durch feuchte Lagerung weder für die menschliche noch für die tierische Ernährung verwendet werden konnte durch das neue Verfahren zu einem hochwertigen, Lagerbeständigen Futtermittel umwandeln. Erfindungsgemäß wird der Roggen m einem geeignetexi Behälter unter ständiger Bewegung des Gutes auf eine Temperatur von mindestens etwa i8 ob C für- die Dauer von etwa 3 Minuten erhitzt. Hierbei ist @es von größter Bedeutung für den Ausfall der Ware, däß die Temperatur gemäß dem Verfahren genau äragehalten wird. Die Schädlichkeit der Wirkung höherer Temperaturen liegt darin, daß das Gut zwangsläufig. verkohlen muß; =und man würde ein Produkt erhalten, das gerade durch das Verfahren gemäß der Erfindung vermieden werden soll. Solche Röstkörner werden, wie häufige Fütterungsversuche -einwandfreidergaben, vog den Tieren höchst ungern oder überhaupt nicht aufgenommen. Verdauungsstörungen wareni bei Versuchstieren, denen durch Zwang solche gerösteten Körner eingegeben wurden, die steten Folgen.
- Das so behandelte Roggengut ist frei von jeglichem Bitterstof und wird vom Geflügel sehr gern aufgenommen. Die Farbe des Roggenkornes ist durch das neue Verfahren die des Weizens geworden. Auch in der Größe gleicht des denn Aussehen eines Weizenkornes Analysen, die mit dem behandelten Roggen ausgeführt würden, haben gezeigt, daß die Bestandteile chemisch unverändert .geblieben sind; der Eiweißgehalt insbesondere hat sich eher erhöht, und die Eiweißverbindungen sind nicht zerstört öderirgendwie abgebaut. Hierin ist ein weiterer Vorteil des neuen Verfahrens zu erblicken daß der Roggen nur entbittert, keinesfalls aber durch die Erhitzung ,,an Nährwert verloren hat.
- Dem Verfahren gemäß der Erfindung kann gegebenenfalls ein Bleichprozeß angeschlos. sen werden, der mit an sich bekannten Mitteln in bekannter Weise durchgeführt wird.
- Die Duurchführung ,des Verfahrens, geschieht zweckmäßig in Seiner eigens hierfür gebauen Anlage. Diese beseelt aus einem siloartigen Behälter, -aus dem oder Roggen, 'reguliert, durch .,eine Schnecke oder eine -andere transportierende Vorrichtung in eine erhitzte, z.B. trogartig ausgebildete und - Zweckmaßig schräg angeordnete, z. B. etwa 2 m mäßig schräg angeordnete, z.B. etwa 2m länge Vorrichtung befördert wird. Je nach der Menge der zu behandelnden Ware wird der Transport langsamer .öder schneller eln.-gestellt, jedoch immer so daß das Gut -,etwa 3 Minuten der Temperatur von etwa I8o°C ausgesetzt ist. Nachdem der loggen. die beheizte trogartige Vorrichtung passiert hat, hat er dein weizenähnliches Aussehen und kann nach kurzer Abkühlung bereits in Säcke gefüllt werden Aus wärmewirt schaftlichen Gründen kann der beheizte Trog nach allen Seiten his durch isolierende Platten oder andere geeignete Mittel gegen zu großen Wärmeverlust geschützt werden, wobei in bekannter Weise ein Abzug in den isolierenden, den, Trog umkledenden Kasten eingebaut werden kann, dem aus dem Roggengut entweichenden Wasserdampf einen Austritt zu ermöglichen. Es hat sich gezeigt, daß das Verfahren gemäß der Erfindung mit eiremn Röstprozeß ö.dgl nichts gemeinsam hat. Bei letzterem wird das Gut hinsichtlich seiner Baustoffe derart verändert, daß es, betrachtet mit dem Ausgangsmaterial, ganz andere, zum Teil zerstörte und abgebaute chemische Verbindungen aufweist, z. B. ist Stärke sowohl wie auch das Eiweiß weitgehend beten. Röstprodukt abgebaut bzw. zerstört, während das gemäß dem Verfahren der Erfindung behandelte Gut diese dem tierischen Körper dienlichen Baustoffe unversehrt behält. Durch die Umwandlung gemäß dem Verfahren der Erfindung wird das aus dem so behandelten Roggen gewonnene Mehl für Backzwecke völlig ungeeignet; dadurch wird das Eosinieren des Roggens, wobei sich die Eösinfarbe bekanntlich in unerwünschter Weise dem tierischen Fleische mitteilt, weiterhin das Geflügel einen rot augefärbten Roggen höchst ungern aufnimmt, wiederum überflüssig, da ja das Eosinieren lediglich den Zweck hat, den zum Füttern bestimmten. Roggen von. idemjenigen, der für die menschliche' Ernährung bestimmt ist, zu unterscheiden. Die Haltbarkeit und Lagerfähigleit des so behandelten Roggens ist eine, unbegrenzte, was beispielsweise für Großbetriebe von größter Bedeutung ist.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Sterilisierung. und gleichzeitigen Brauchbarmachung von von Roggen für Verfütterungßzwecke durch Erhitzen auf höhere, d. h. üiber I I o°C liegende Temperatur, dadurch gekenaeichnet, :daß der Roggen. .unter standg@er .Bewegung in Leinexn Behälter auf eine Temperatur von ,etwa i 8.o° :G für icine Zeit von, a. z bis 3 Minuten erhitzt wir,..
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