-
Wasserloser Gasbehälter Es ist vorgeschlagen worden, einen Gasbehälter
in der Form zu bauen, daß in einem stehenden Rohr von kreisförmigem Querschnitt
zwei Radialwände angeordnet sind, von denen die eine feststeht, während die andere
sich gegen diese bewegt, wobei als Speicherraum für das Gas der wechselnde Sektor
zwischen der beweglichen und der feststehenden Wand dient. Diese Anordnung mit senkrechter
Drehachse des beweglichen Flügels hat .den Nachteil, daß der bewegliche Flügel einen
besonderen Antrieb erhalten muß und daß .die Abdichtung dieses Flügels an der senkrechten
beweglichen Kante und an der waagerechten oberen Kante zu Schwierigkeiten führt.
-
Diese Nachteile werden bei dem Gegenstand der Erfindung dadurch vermieden,
daß der Nutzraum des Behälters gebildet wird aus einem sektorförmigen Ausschnitt,
aus einem Kreiszylinder oder einer Kugel mit waagerecht liegender Drehachse. Der
Nutzraum wird dabei umschlossen von zwei ganz oder annähernd ebenen Flächen, welche
in ihrer waagerecht verlaufenden Schnittlinie durch eine Drehachse miteinander verbunden
sind, weiter durch zwei Stirnflächen, welche ann'ä'hernd Dreieckform besitzen und
aus einer zylinder- oder kugelförmig gewölbten Fläche, welche die vorderen Kanten
der gegeneinander klappbaren ebenen Fläche verbindet.
-
Dieses System kann in zwei verschiedenen Grundformen zur Ausführung
kommen. Entweder ordnet man einen feststehenden Boden an, über welchem die sektorförmige
Haube drehbar und in einer Achse- mit dem Boden verbunden angeordnet ist, oder man
führt als ortsfesten Teil :den Boden in fester Verbindung mit den beiden dreieckähnlichen
Stirnflächen und der gewölbten Abschlußfläche aus und macht nun die obere Abschlußfläche
beweglich, indem man sie mit dem Boden gelenkig verbindet.
-
In den beiliegenden Zeichnungen sind diese beiden Grundformen der
Erfindung schematisch veranschaulicht. In Fig. r und a stellt ca den Boden des Behälters
dar, mit welchem die annähernd dreieckförmigen Seitenwände bi und b2 sowie ,die
gewölbte Abschlußwand c in fester Verbindung stehen. Der schwenkbar bewegliche Deckel
d ist mit dem Boden a bei f
drehbar verbunden. Je nach der Füllung
des Behälters dreht sich der Deckel d um seine Achse f. Der drehbare Abschluß.deckel
d ist an seinem ganzen Umfang, an dem er an den Wänden b1, b2 und c gleitet, durch
eine Abdichtungsvorrichtung gasdicht abgedichtet. Dabei kann jede der Abdichtungsvorrichtungen
Verwendung finden, welche bisher für wasserlose oder trockene Gasbehälter vorgeschlagen
worden sind.
-
Die zweite Grundform ist in Fig. 3 und q. dargestellt. Hier ist der
Deckel h mit den dreieckähnüchen Stirnwänden ü und i., sowie mit der gewölbten Wand
k zu einem haubenförmigen Abschlußkörper vereinigt, der über dem feststehenden Boden
g schwenkbar angeordnet
ist. Die Verbindung zwischen der Haube
lt;- i1, i2, k und :dem Boden g erfolgt wiederufn durch ein Gelenk 1. Bei dieser
Anordnung wird der Boden g zweckmäßigerweise auf einem Gerüst erhöht angeordnet,
während bei der ersten Grundform der Boden a direkt auf dem Erdboden verlegt werden
kann.
-
Bei beiden Grundformen wird der gewünschte Gasdruck .durch entsprechende
Belastung .des Deckels mittels Beton, Sand oder in sonstiger bekannter Weise hervorgebracht.
Die Betonbelastung kann in die Form einer Betonplatte gebracht werden, welche zugleich
einen Teil der Konstruktion bilden kann.
-
Jede :dieser beiden Grundformen hat ihre Vorteile und ihre Nachteile.
Die in Fig. i und a gezeichnete Form besitzt den Vorteil, daß der Boden a direkt
auf den Erdboden verlegt werden kann, infolgedessen wenig steif und deshalb billig
sein und daß das Abstützgerät in Wegfall kommen kann. Sie hat dagegen den Nachteil,
daß die sämtlichen Abdichtungsvorrichtungen ortsveränderlich sind und nach oben
frei liegen und damit den atmosphärischen Niederschlägen und EinflÜssen ausgesetzt
sind. Die zweite Grundform nach Fig. 3 und q. baut sich teuerer; weil entweder der
Boden g auf einem entsprechend hohen Stützgerät gelagert und in sich tragfähig sein
muß, oder weil für die Wände i1, i2 und k Gruben vorgesehen sein müssen, in welche
diese Wände bei entleertem Behälter versenkt werden können. Dagegen hat diese Anordnung
den großen Vorteil, d.aß die Abdichtungsvorrichtungen ortsfest sind, .deshalb leicht
angewärmt werden können, im Schutz der Sektorhaube liegen und damit den Witterungseinflüssen
entzogen sind. Sie hat ferner den Vorteil, daß der Raum unter dem Behälter für weitere
Verwertung frei bleibt. Gegenüber den bekannten wasserlosen Gasbehältern hat diese
Anordnung außerdem den Vorzug, daß der ganze Behälter auf wenige, beispielsweise
vier Fundamentpunkte abgestützt werden kann. Infolgedessen ist auch bei wenig tragfähigem
Boden die Fundierung sehr einfach, und bei Fundamentsenkungen ist das Geraderichten
in einfachster Weise zu bewirken. Wählt man eine Dreipunktabstützung, so kann man
Fundamentsenkun.gen bis zu einem gewissen Grade überhaupt vernachlässigen und braucht
erst bei ungewöhnlich großen Senkungen eine Gera-drichtung vorzunehmen.
-
Beiden Grundformen kommt .der Vorteil zu, daß bei, entleertem Behälter
jeder töte Raum vermieden wird, so daß die Bildung von Knallgasgemisch bei vorzunehmenden
Reparaturen, wie dies bei Behältern mit Wasserbecken wiederholt zu Unglücksfällen
Anlaß gegeben hat, mit Sicherheit vermieden wird. Bei beiden Grundformen kann der
Boden a bzw. g geneigt angeordnet sein, wodurch das Abfließen des stets auftretenden
Kondenswassers gesichert wird. Beiden Grundformen kommt weiterhin der Vorteil zu,
daß die Zuführung irgendwelcher Leitungen zu dem beweglichen Teil leicht durch den
Drehpunkt erfolgen kann. Ebenso ist -das Befahren .dieses Teiles von der Drehachse
aus leicht möglich.
-
Fig. 3 und q. zeigen eine Anordnung, bei der der Boden so geneigt
ist, daß die mit der Drehachse ausgerüstete Seite höher liegt als die entgegengesetzte.
Da diese Kante des Bodens bei jeder Stellung der Haube, und zwar auch bei .deren
tiefster Stellung, welche punktiert eingezeichnet ist, von der abgesunkenen Haube
nicht überdeckt wird, so müssen Gasmengen, welche durch die Dichtung austreten sollten,
an .dem geneigten Boden g aufwärts und seitwärts abfließen, so daß jede Entstehung
explosiblen Gemisches unterhalb des Bodens g unmöglich wird. Kommt bei dieser geneigten
Anordnung ,des Bodens eine Flüssigkeitsdichtung zur Verwendung, so wird zweckmäßigerweise
die am Bodenrand angeordnete Dichtungsrinne durch- Querschotte unterteilt. Die Nachfüllung
der Flüssigkeit erfolgt dann in die oberste Abteilung, von wo sie über die Schotte
hinweg selbsttätig in die unteren Abteile weiterläuft. Diese Schottenteilung kommt
auch zur Verwendung bei der Anordnung, nach Fig, i und a, wobei der Dichtungskanal
an dem beweglichen Flügel. d angeordnet ist. Um dabei eine übermäßige Neigung des
Dichtungskanals zu vermeiden, wird zweckmäßigerweise der Boden so weit geneigt,
daß die Winkelhalbierende zwischen dem Boden und der Deckelhöchstlage horizontal
verläuft. Dabei kann gemäß Fig. 9 der Boden teilweise versenkt angeordnet sein,
um die Tragkonstruktion möglichst klein -zu halten.
-
Die neue Behälterform besitzt gegenüber allen bekannten Gasbehältern
einschließlich derjenigen mit Wasserbecken weiter den Vorteil, daß das Gaszuleitungsrohr
so in den Behälter eingeführt werden kann, daß Explosionsstöße, welche aus der Rohrleitung
kommen, unschädlich gemacht werden. Zu diesem Zweck führt man, wie in Fig. i und
3 dargestellt, die Rohrleitung R in der Nähe der Drechachse f bzw.
1 in den Behälter ein. Eine herankommende Explosions- oder Druckwelle stößt
infolgedessen unmittelbar nach ihrem Eintritt in den Behälter gegen die gegenüberliegende
Wand d bzw. h, welche an dieser Stelle mit Explosionsklappen oder
schwachen Stellen ausgerüstet sein kann. Infolgedessen werden diese schwachen Stellen
oder Explosionsklappen
aufgerissen. Ein gegebenenfalls noch verbleibender
geringer Überdruck kann in unschädlicher Weise nach dem keilförmigen Innenraum expandieren.
Es kann also keine weitergehende Beschädigung des eigentlichen Gasbehälters eintreten.
-
GegenüberLuftangrifen besitzt dieser neue Gasbehälter in beiden Grundformen
größere Sicherheit als der Gasbehälter mit Wasserbecken; denn er vermeidet nicht
nur jede Gelegenheit zur Bildung explosiblen Gemisches, sondern auch die Gefahr,
daß beim Zerreißen des Wasserbeckens dessen Inhalt die N achbarschaft unter Wasser
setzt.
-
Fig. 5 zeigt die Abdichtung an der Drehachse f bzw.
1. Der Boden a bzw. g ist an seinern drehachsenseitigen Ende mit einer Flüssigkeitsrinne
m ausgerüstet, während der Deckel d einen winkelig nach unten abgebogenen Ansatz
n trägt, mit welchem er in die Flüssigkeitsrinne in eintaucht. Die höchste Stellung
des Deckels d ist voll ausgezeichnet, die tiefste gestrichelt. Der Deckel d besitzt
zweckmäßigerweise über die Drehachse 1 bzw. f hinaus eine Verlängerung o, welche
die Flüssigkeitsrinne in gegen Witterungseinflüsse schützt. Neben -dem Abdichtungskanal
in ist ein weiterer Kanal q vorgesehen, welcher das Kondenswasser aufnimmt
und dadurch vor der Mischung mit der in m befindlichen Abdichtungsflüssigkeit bewahrt.
Damit .das am Deckel d bzw. lt abfließende Kondenswasser in diese Wassersammelrinne
q abgeleitet wird, sind am Deckel Schildere angeordnet. Die Flüssigkeitsrinne in
wird zweckmäßigerweise mit den- Abdichtungskanälen, welche :den Boden g gegen die
sektorförmige Haube abdichten, zu einem den Boden g rings umgebenden Abdichtungskanal
zusammengefaßt.
-
In den Fig. 6, 7 und 8 ist in etwas ausführlicherer Weise die zweite
Grundform des Behälters in einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht. Fig. 6 zeigt
eine Ansicht von der Stirnseite, d. h. auf die dreieckähnlichen Seitenwände der
Sektorhaube. Fig. 7 gibt eine Außenansicht auf die gewölbte Vorderseite k der Haube.
Fig. 8 zeigt einen Grundriß eines Teiles der Konstruktion nach Wegnahme des Behälterbodens
g. Die Stützkonstruktion besteht in der Hauptsache aus vierEckpfosten i, 2, 3, q.,
von denen jeder auf seinem zugehörigen Fundament ruht. An oder innerhalb der Eckpfosten
können die Gaszu- und Ableitungsrohre angebracht werden. Die Eckpfosten sind in
bekannter Weise durch Diagonalen u. dgl. abgesteift. Der Boden ruht in der Hauptsache
auf den beiden Hauptträgern 5 und 6. Zweckmäßigerweise ist jeder Träger so ausgebildet,
daß er in geeignetem Abstande von der Drehachse 1,der Höhe nach eingezogen ist,
und zwar zu folgendem Zweck: Die sektorförmige Haube h., k, il und i2 hat
den inneren Überdruck .des Gases aufzunehmen, welcher die beiden Seitenwände il
und i2 voneinander zu entfernen strebt. Um diese Wände gegeneinander zu versteifen,
ist ein Zugstab 7 vorgesehen (selbstverständlich können auch mehrere dergleichen
angeordnet sein), welcher unterhalb der Bodenkonstruktion ;, 6 verlaufen muß. Um
einen entsprechenden Ausbau der Wände il, i2 nach unten unnötig zu machen, ist die
erwähnte Einziehung der Hauptträger 5, 6 vorgesehen, welche es erlaubt, daß bei
der Höchststellung der Haube' der Zugstab 7 bis unmittelbar unter den Boden g herantritt.
Dem Zugstab 7 können noch weitere Versteifungsstäbe 8 an-,geschlossen sein, welche
jedoch derartig angeordnet sein müssen, daß sie sich mit den Hauptträgern 5, 6 und
der festen Bodenkonstruktion nicht durchdringen. Die Ausstei= fungsträger 9, io,
i i können so wie gezeichnetoder auch inwaagerechterRichtung liegen.
-
Die Winddrücke, welche auf die Haube la, k, il, i2 wirken, können
entweder nur in den Gelenken 1 aufgenommen werden, oder man kann noch eine beliebige
Zahl von Führungen an den Seiten il, 4 und an der gewölbten Seite k vorsehen. Die
Führung kann entweder durch Rollen auf Schienen oder durch Gleitbacken in bekannter
Weise erfolgen. Bei Verwendung von Gleitbacken können die Führungsschienen entweder
geradlinig oder in Kreisform gewählt werden. Im ersteren Falle findet dabei gleichzeitig
ein geringes seitliches Gleiten der Gleitbacken gegenüber den Führungsschienen statt.
Bei Verwendung einer Flüssigkeitsdichtung ordnet man zweckmäßigerweise die Führungsschienen
12 in der Schnittlinie ,der Hauptträger 5, 6 mit der gewölbten Wandle ,an und bildet
sie dann zugleich als Abflußrinne für das durchrinnende Dichtungsöl aus, welches
in einer Sammelrinne am unteren Rande der sektorförmigen Haube gesammelt und nach
.den Stellen geführt wird, wo die Führungsschienen 12 verlaufen.
-
Die gesamte Konstruktion des Behälters kann entweder als reine Eisenkonstruktion
oder ganz oder teilweise in Eisenbeton oder sonstigem geeignetem Material ausgeführt
werden. Die Wände der sektorförmigen Haube sowie der Boden können durch ebene Bleche
,gebildet werden oder durch gewölbte Bleche. In letzterem Falle wird man die Blechwölbung
im Deckel d und im Boden a in entsprechender Weise anordnen, so daß sich
bei entleertem Behälter die Wölbungen direkt ineinanderlegen. Dadurch bleibt der
Vorteil gewahrt, daß bei entleertem Behälter jeder tote Raum vermieden wird.
Bei
der nach oben offenen Ausführungsform nach Fig. i und z kann ein Schutzdach s vorgesehen
werden, wie es in Fig. 9 und i o dargestellt ist und welches die Dichtungsvorrichtung
gegen Witterungseinflüsse schützt. Dieses Dach umgibt die drei Seiten des Behälters,
an welchen Gleitdichtungen vorgesehen sind, und es kann zweckmäßigerweise zugleich
als Verstärkungskonstruktion für die Seitenwände c, b, bi ausgebildet werden.