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DE60318092T2 - Pharmazeutische zusammensetzung enthaltend estetrolderivate und anwendung in der krebsbehandlung - Google Patents

Pharmazeutische zusammensetzung enthaltend estetrolderivate und anwendung in der krebsbehandlung Download PDF

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DE60318092T2
DE60318092T2 DE60318092T DE60318092T DE60318092T2 DE 60318092 T2 DE60318092 T2 DE 60318092T2 DE 60318092 T DE60318092 T DE 60318092T DE 60318092 T DE60318092 T DE 60318092T DE 60318092 T2 DE60318092 T2 DE 60318092T2
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DE
Germany
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group
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administration
estrogen
compound
Prior art date
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DE60318092T
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DE60318092D1 (de
Inventor
Herman Jan Coelingh Bennink
Evert Johannes Bunschoten
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Pantarhei Bioscience BV
Original Assignee
Pantarhei Bioscience BV
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    • A61K31/00Medicinal preparations containing organic active ingredients
    • A61K31/56Compounds containing cyclopenta[a]hydrophenanthrene ring systems; Derivatives thereof, e.g. steroids
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
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Description

  • TECHNISCHER BEREICH DER ERFINDUNG
  • Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung einer östrogenen Verbindung zur Herstellung eines Medikaments für die Verwendung bei der Behandlung oder Vorbeugung von kolorektalen oder Prostata-Tumoren in einem Säuger, wobei die Verwendung das Verabreichen einer wirksamen Menge einer speziellen östrogenen Verbindung an den Säuger umfasst.
  • HINTERGRUND DER ERFINDUNG
  • Das Kolorektalkarzinom ist eine bösartige neoplastische Erkrankung. Das Kolorektalkarzinom ist in der westlichen Welt weit verbreitet. Tumoren von diesem Typ metastasieren häufig durch lymphatische und vaskuläre Kanäle. Viele Patienten mit Kolorektalkarzinom sterben letztendlich aufgrund dieser Krankheit. Bis heute wurden systemische Therapien und Chemotherapien für die Behandlung von Kolorektalkrebs entwickelt. Keine der Therapien zeigte jedoch eine zufriedenstellende Antitumoraktivität, um das Überleben der Kolorektalkarzinompatienten mit metastasischer Erkrankung mit einem gewissen Grad an Zuverlässigkeit zu verlängern. Im Ergebnis gibt es bis jetzt immer noch das Erfordernis, Verfahren für die erfolgreiche Behandlung oder Vorbeugung von Kolorektalkarzinom zu entwickeln.
  • In einem Artikel von Al-Azzawi et al. („Estrogen and colon cancer: Current issues", Climacteric 2002; 5:3–14) werden aktuelle epidemiologische Daten bezüglich der Häufigkeit von Kolorektalkrebs und der Mortalität bei Frauen nach der Menopause, die eine Hormonersatztherapie nutzen, zusammengefasst. Die Hormonersatztherapie (HRT) umfasst das Verabreichen von Östrogen, um Symptome, die aus Östrogenmangel resultieren (Hypoestrogenismus), zu behandeln oder vorzubeugen. Die Autoren folgern, dass die Östrogenverwendung umfassenden Schutz gewährt bei einer Verringerung der Häufigkeit des Kolorektaladenoms und Karzinoms von etwa 30%. Es wird gesagt, dass die Verwendung von Östrogen die Mortalität bezogen auf Kolorektalkrebs verringert.
  • Die US 6,291,456 (Signal Pharmaceuticals Inc.) beschreibt Verbindungen, welche die Genexpression durch den Östrogenrezeptor modulieren, sowie Verfahren zur Behandlung einer großen Anzahl Östrogen-abhängiger Zustände, einschließlich Kolorektalkrebs. Die Verbindungen gemäß diesem US-Patent umfassen sowohl Östrogen-Antagonisten als auch -Agonisten. Es wird in diesem Patent festgestellt, dass solche Verbindungen, die Östrogen-Antagonisten sind, als Antiöstrogene beispielsweise in Brust- und Ovarialgewebe nützlich und daher für die Behandlung und Vorsorge von Brust- und Ovarialkrebs verwendbar sind. Solche Verbindungen, die Östrogenagonisten sind, werden für andere therapeutische und prophylaktische Verwendungen empfohlen.
  • Wie aus den zuvor genannten Veröffentlichungen hervorgeht, wurde im Stand der Technik vorgeschlagen, dass die Verabreichung von Östrogenen an Frauen nach der Menopause dazu beitragen kann, das Risiko von Kolorektalkrebs zu verringern. Diese Beobachtung lässt jedoch nicht automatisch den Schluss zu, dass es ratsam sein könnte, Östrogen-supprimierten Krebsarten, wie beispielsweise Kolorektalkrebs, durch die Verabreichung von Östrogen vorzubeugen oder zu behandeln. In der Tat ist es bekannt, dass Östrogene das Risiko „östrogenstimulierter Krebsarten" wie beispielsweise von endometriotischem Krebs bei Frauen (Cushing et al., 1998. Obstet. Gynecol. 91,35–39; Tauani et al., 1999. Drugs Aging, 14, 347–357) und Brustkrebs sowohl bei Frauen und Männern (Tavani et al., 1999. Drugs Aging, 14, 347–357, Pike et al., 2000. Steroids, 65, 659–664, Reinig et al. 2002, European Journal of Obstetrics & Gynecology, 102, 67–73) erhöht, indem eine Östrogenrezeptor vermittelte Erhöhung bei der Frequenz der Zellteilung (Proliferation) in diesen Geweben induziert wird. Zellteilung ist essentiell bei dem komplizierten Prozess der Genese von Humankrebs, da sie per se das Risiko genetischer Fehler erhöht, insbesondere genetischer Fehler wie der Inaktivierung von Tumorsuppresorgenen.
  • Da das Auftreten der zuvor genannten östrogenstimulierten Krebsarten in Industrieländern sehr hoch ist, wird die Verabreichung von Östrogenen bei der Behandlung oder Prävention von beispielsweise Kolorektalkrebs in Verbindung mit sehr beträchtlichen Nachteilen gebracht. Es besteht daher der Bedarf an einem Östrogen, das bei der Behandlung Östrogen-supprimierter Tumoren eingesetzt werden könnte, ohne das Risiko östrogenstimulierter Tumoren zu erhöhen.
  • Prostatakrebs ist der zweithäufigste Grund der Sterblichkeit wegen Krebs bei Männern in den USA. In den letzten sechs Jahrzehnten wurde die hormonelle Therapie eine wichtige Behandlung bei fortgeschrittenem Prostatakrebs. Ein solches Verfahren setzt die Diethylstilbestrol (DES) ein, um die endogene Androgenproduktion zu unterdrücken. DES ist eine Substanz, von der bekannt ist, dass sie östrogene Aktivität zeigt. Die Verwendung ist jedoch durch eine signifikante kardiovaskuläre Toxizität negativ belastet. Strategien zur Verringerung thromboembolischer Vorkomm nisse, wie beispielsweise die Verringerung der Dosis oder die Verwendung von Natriumwarfarin, waren nicht erfolgreich (Malkwicz et al., „The role of diethylstilbestrol in the treatment of prostate cancer", Urology 2001 Aug; 28 (2 Suppl 1): 108–13). Außerdem wird angenommen, dass die Anwendung von DES das Risiko von Brustkrebs erhöht.
  • Folglich besteht Bedarf an einer östrogenen Substanz, die zur Behandlung oder Vorbeugung Östrogen-supprimierter Tumoren eingesetzt werden kann, das heißt bei kolorektalen Tumoren oder Prostata-Tumoren, und die keinen Risikofaktor für die Entwicklung östrogenstimulierter Krebsarten darstellt oder keine signifikante kardiovaskuläre Toxizität zeigt.
  • BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
  • Die Erfinder haben überraschenderweise herausgefunden, dass die vorgenannten Anforderungen durch östrogene Substanzen erfüllt werden, die durch die folgende Formel repräsentiert werden
    Figure 00030001
    wobei in der Formel R1, R2, R3, R4 unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom, eine Hydroxylgruppe oder eine Alkoxygruppe mit 1–5 Kohlenstoffatomen sind.
  • Ein bekannter Vertreter dieser Gruppe östrogener Substanzen ist 1,3,5-(10)-Estratrien-3, 15α,16α,17β-tetrol, ebenfalls bekannt unter dem Namen Estetrol, Östetrol und 15a-Hydroxyestriol. Estetrol ist ein Östrogen, das durch die fötale Leber während der Schwangerschaft beim Menschen produziert wird.
  • Mengen von unkonjugiertem Estetrol in maternalem Plasma erreichen ihren Höchstwert bei etwa 1,2 ng/ml in der Schwangerschaft mit normalem Zeitverlauf und sind etwa 12 Mal höher bei fötalen Plasma als in maternalem Plasma (Tulchinsky et al., 1975. J. Clin. Endocrinol. Metab, 40, 460,467).
  • US 5,340,585 und US 5,340,584 beschreiben Zusammensetzungen und Verfahren zur Behandlung benigner gynäkologischer Funktionsstörungen wie beispielsweise des prämenstrualen Syndroms, umfassend die kombinierte Verabreichung einer GnRH-Verbindung und einer östrogenen Verbindung. US 5,340,585 erwähnt ferner die Verwendung eines solchen Verfahrens zur Reduktion des Risikos von Brustkrebs und Eierstockkrebs. Die nachgenannten Krebsarten werden grundsätzlich als östrogenempfindliche Krebsarten angesehen, das heißt, als Krebsarten, deren Bildung und Wachstum durch Östrogene stimuliert wird, anders als die östrogenen Verbindungen gemäß der vorliegenden Erfindungen, insbesondere Östrogene ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus 17β-Estradiol, Ethinylestradiol sowie aus Precursoren und Metaboliten hiervon.
  • Es ist sehr überraschend, dass die vorliegenden östrogenen Substanzen das Risiko der östrogenstimulierten Tumoren nicht erhöhen, da der Fachmann erwarten würde, dass östrogene Substanzen die Bildung und das Wachstum solcher Tumoren steigert. Da die vorliegenden östrogenen Substanzen keine östrogenantagonistischen Eigenschaften zu zeigen scheinen, ist diese Entdeckung wahrlich unerwartet.
  • Bei den folgenden östrogenen Substanzen wurde festgestellt, dass sie eine relativ hohe Affinität für den ERα-Rezeptor oder umgekehrt eine relativ niedrige Affinität für den ERβ-Rezeptor haben. Es wird angenommen, dass diese Rezeptorausprägung auf irgendeine Weise mit der Beobachtung in Verbindung steht, dass die vorliegenden Substanzen, anders als gewöhnlich verwendete Östrogene, die Proliferation bei östrogenstimulierten Geweben nicht anregen. Der Mechanismus, der die ER-Signalgebungswege lenkt, die für dieses Phänomen verantwortlich sind, ist jedoch trotz der wissenschaftlichen Bemühungen auf dem Gebiet noch sehr wenig verstanden.
  • Es ist bekannt, dass die meisten Östrogene an beide ERs binden, welche in der Gegenwart von gewebespezifischen Co-Aktivatoren und/oder Co-Suppresoren an ein Östrogen-Antwortelement im regulatorischen Bereich der Gene binden oder an andere Transkriptionsfaktoren. Aufgrund der Komplexität der ER-Signalgebung und der gewebespezifischen Unterdrückung von ERα und ERβ und dessen Co-Faktoren wird nun erkannt, dass ER-Liganden als Östrogenagonisten oder sogar als Östrogen-Antagonisten auf gewebespezifische Weise agieren können.
  • Es ist ebenfalls bekannt, dass Östrogen die zelluläre Pharmakologie durch Genexpression moduliert und dass die Östrogenwirkung durch die Östrogenrezeptoren vermittelt wird. Die Wirkung des Östrogenrezeptors auf die Genregulation kann durch direktes Binden des ER an das Östrogen- Antwortelement, durch Binden von ER an andere Transkriptionsfaktoren wie beispielsweise NF-?B, C/EBPβ und durch nicht genomische Wirkungen einschließlich Ionenkanal-Rezeptoren vermittelt werden. Der Fortschritt über die letzten Jahre hat gezeigt, dass ER sich mit Co-Aktivatoren (beispielsweise SRC-1, CBP und SRA) und Co-Unterdrückern (beispielsweise SMART und N-CoR) verbindet, die ebenfalls die transkriptionale Aktivität von ER in gewebespezifischer und ligandenspezifischer Weise modulieren. Zusätzlich suggerieren die Anzeichen nun, dass die Mehrheit von Östrogen-regulierten Genen kein klassisches Östrogenantwortelement hat. In solchen Fällen interagiert ER mit den Transkriptionsfaktoren, die kritisch für die Regulation dieser Gene sind. Transkriptionsfaktoren, von denen bekannt ist, dass ihre Aktivität durch ER moduliert wird, schließen beispielsweise AP-1, NF-?B, C/EBP und Sp-1 ein.
  • Aufgrund der Komplexität der ER-Signalgebung sowie der unterschiedlichen Gewebearten, die ER und seine Co-Faktoren exprimieren, wird allgemein angenommen, dass ER-Liganden nicht länger einfach als entweder reine Antagonisten oder Agonisten klassifiziert werden können. Diese Ansicht wird durch die Entdeckungen von Paech et al. (Science 277, 1508–1510, 1997) gestützt, die berichtet haben, dass 17β-Estradiol eine AP-1 Stelle in der Gegenwart von ERα aktiviert, aber dieselbe Stelle in der Gegenwart von ERβ inhibiert. Im Gegensatz dazu stimulieren die ER-Liganden Raloxifen (Eli Lilly & Co.) und Tamoxifen und ICI-182, 780 (Zeneca Pharmaceuticals) die AP-1 Stelle durch ERβ, aber inhibieren diese Stelle in der Gegenwart von ERα.
  • Es ist bekannt, dass ERα und ERβ beide überlappende und unterschiedliche Gewebeverteilungen haben, wie überwiegend durch RT-PCR oder in-situ Hybridisierung analysiert worden ist. Sehr häufig exprimieren Gewebe sowohl ERα und ERβ, aber die Rezeptoren werden in unterschiedlichen Zelltypen lokalisiert.
  • Zusammenfassend ist es offensichtlich, dass die östrogene Verbindung sich von östrogenen Substanzen wie beispielsweise 17β-Estradiol und Ethinylestradiol unterscheidet und dass sie eine relativ hohe Affinität für den ERα-Rezeptor im Vergleich zu dem ERβ-Rezeptor zeigt, obwohl die Mechanismen, durch welche die vorliegende östrogene Verbindung ihre bevorzugte Wirkung ausübt, noch unbekannt ist. Es wird außerdem ebenfalls aus dem oben Gesagten deutlich, dass diese Spezifität gut verantwortlich sein kann für die Wirksamkeit der vorliegenden östrogenen Verbindung bei der Behandlung oder Vorbeugung von Östrogen-supprimierten Tumoren ohne einer nachteiligen Steigerung des Risikos östrogenstimulierter Tumoren sowohl bei Männern als auch Frauen.
  • DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
  • Entsprechend betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung einer östrogenen Verbindung zur Herstellung eines Medikaments für die Verwendung bei der Behandlung von Kolorektal-Tumoren oder Prostata-Tumoren in einem Säuger, wobei die Verwendung das Verabreichen einer therapeutisch wirksamen Menge einer östrogenen Verbindung an den Säuger umfasst, wobei die östrogene Verbindung ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Substanzen, die durch die folgende Formel repräsentiert werden,
    Figure 00060001
    wobei in der Formel R1, R2, R3, R4 unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom, eine Hydroxylgruppe oder eine Alkoxygruppe mit 1–5 Kohlenstoffatomen sind; Precursoren, die fähig sind, eine Substanz gemäß der vorbenannten Formel freizusetzen, wenn sie bei dem vorliegenden Verfahren verwendet werden, wobei die Precursoren Derivate dieser Substanzen sind, bei denen das Wasserstoffatom wenigstens einer der Hydroxylgruppen durch ein Acylradikal einer Kohlenwasserstoff-Carbonsäure, Sulfonsäure oder Sulfaminsäure mit 1–25 Kohlenstoffatomen ersetzt worden ist, Tetrahydrofuranyl; Tetrahydropyranyl oder ein geradkettiger oder verzweigter Glykosidrest ist, der 1–20 Glykosideinheiten pro Rest enthält; und Mischungen von einer oder mehreren der vorgenannten Substanzen und/oder Precursoren.
  • Wie hierin verwendet, bezieht sich der Begriff des „Tumors" auf ein neues Wachstum von Gewebe, in dem die Vervielfältigung von Zellen unkontrolliert und progressiv ist. Der Begriff Tumor umfasst sowohl maligne als auch benigne Tumoren.
  • Der Begriff „Östrogen-supprimierter Tumor" bezieht sich auf einen Tumor, dessen Bildung und Wachstum durch die Verabreichung von Östrogenen unterdrückt wird und ist nicht beschränkt auf Tumoren, deren Bildung und Wachstum direkt durch Östrogene beeinflusst wird. Beispielsweise umfasst ein Östrogen-supprimierter Tumor auch Tumoren, deren Bildung und Wachstum durch Androgene stimuliert werden und deren Bildung und Wachstum durch die Verabreichung von Östrogen in einer Menge, die wirksam ist, um die endogene Produktion von Androgenen zu inhibieren, unterdrückt werden kann. Beispiel solcher Androgen-stimulierter Tumoren, die als Östrogensupprimierte Tumoren betrachtet werden müssen, schließen Prostata-Tumoren und Prostatahypertrophie ein.
  • Der Begriff „Östrogen-stimulierter Tumor" bezieht sich auf einen Tumor, dessen Bildung und Wachstum durch (endogene oder exogene) Östrogene stimuliert wird, die anders sind als die östrogenen Verbindungen gemäß der vorliegenden Erfindung, insbesonders Östrogene, die aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus 17β-Estradiol, konjugierten Pferde-Östrogenen, Ethinylestradiol sowie Precursoren und Metaboliten hiervon bestehen.
  • Der Begriff „Krebs" bezieht sich auf Zellen, die eine maligne Veränderung erfahren haben, die sie für den Wirtsorganismus pathologisch macht.
  • Die vorliegenden Östrogensubstanzen sind sowohl von den biogenen als auch synthetischen Östrogenen verschieden, die üblicherweise in pharmazeutischen Rezeptoren angewendet werden dadurch, dass der fünfgliedrige Ring des Steroidskeletts 3 Hydroxylsubstituenten statt 0–2 umfasst. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform repräsentiert zumindest einer der R1, R2, R3 und R4 eine Hydroxylgruppe, was bedeutet, dass die Östrogensubstanz zumindest 4 Hydroxylgruppen umfasst. Vorzugsweise ist die östrogene Verbindung, die als aktive Verbindung in der vorliegenden Zusammensetzung angewendet wird, ein so genanntes biogenes Östrogen, das heißt ein Östrogen, das im menschlichen Körper natürlich vorkommt, ein Precursor eines biogenen Östrogens oder eine Mischung hiervon. Weil biogene Östrogene in dem fötalen und weiblichen Körper natürlich vorkommen, wird nicht erwartet, dass Nebenwirkungen auftreten, insbesondere deswegen nicht, weil die Serummengen aus der exogenen Verabreichung solcher Östrogene resultieren, die natürlich vorkommende Konzentrationen nicht wesentlich überschreiten.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält die östrogene Substanz 4 Hydroxylgruppen. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind nicht mehr als 3 der R1, R2, R3, R4 Wasserstoffatome. Außerdem repräsentiert in der vorgenannten Formulierung R1 vorzugsweise ein Wasserstoffatom. In besagter Formel repräsentieren zumindest 2, am stärksten bevorzugt zumindest 3 der Gruppen R1, R2, R3 und R4 ein Wasserstoffatom.
  • Die östrogenen Verbindungen gemäß der Formel umfassen verschiedene Enantiomere, da Kohlenstoffatome, die Hydroxyl-Substituenten tragen, chiral aktiv sind. In einer bevorzugten Ausführungsform ist die vorliegende östrogene Substanz 15a-Hydroxy-substituiert. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Substanz 16a-Hydroxy-substituiert. In noch einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Substanz 17β-Hydroxy-substituiert. Am meisten bevorzugt sind die östrogenen Substanzen 15α,16α,17β-Trihydroxy-substituiert. Die anderen chiral aktiven Kohlenstoffatome in dem Steroidskelett der vorliegenden östrogenen Verbindungen haben vorzugsweise dieselbe Konfiguration wie die korrespondierenden Kohlenstoffatome in 17β-Estradiol und anderen biogenen Östrogenen.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung repräsentiert R3 eine Hydroxylgruppe oder eine Alkoxygruppe. In noch einer bevorzugten Ausführungsform werden die Gruppen R1, R2 und R4 Wasserstoffatome repräsentiert, in diesem Fall ist die Substanz 1,3,5-(10)-Estratrien-3,15,16,17-tetrol. Ein bevorzugtes Isomer der letztgenannten Substanz ist 1,3,5(10)-Estratrien-3,15α,16α,17β-tetrol (Estetrol).
  • Die Erfindung schließt ebenfalls die Verwendung von Precursoren der östrogenen Substanzen ein, welche die aktive Komponente in dem vorliegenden Verfahren bilden. Die Precursoren sind in der Lage, die vorgenannten östrogenen Substanzen freizusetzen, wenn sie in dem vorliegenden Verfahren verwendet werden, beispielsweise als Ergebnis der metabolischen Umwandlung, und sind Derivate der vorliegenden Östrogensubstanzen, wobei das Wasserstoffatom von zumindest einer der Hydroxylgruppen durch ein Acylradikal einer Kohlenwasserstoffcarbonsäure, Sulfonsäure oder Sulfaminsäure mit 1–25 Kohlenstoffatomen, Tetrahydrofuranyl, Tetrahydropyranyl oder einem geradkettigen oder verzweigten Glykosidrest, der 1–20 Glykosideinheiten pro Rest enthält, ersetzt worden ist. Typische Beispiele von Precursoren, die geeigneterweise gemäß der Erfindung verwendet werden können, sind Ester, die durch Umsetzung der Hydroxylgruppen der Östrogensubstanzen mit Substanzen erhalten werden können, die eine oder mehrere Carboxy (M+-OOC)-Gruppen enthalten, wobei M+ ein Wasserstoff oder (Alkali) Metallkation darstellt. Daher sind in einer besonders bevorzugten Ausführungsform die Precursoren Derivate der Östrogensubstanzen, wobei das Wasserstoffatom von zumindest einer der Hydroxylgruppen in besagter Formel durch – CO-R substituiert worden ist, wobei R ein Kohlenwasserstoffradikal ist, das 1–25 Kohlenstoffatome umfasst. Vorzugsweise ist R Wasserstoff oder ein Alkyl, Alkenyl oder ein Radikal, das 1–20 Kohlenwasserstoffatome umfasst.
  • Die Verwendung gemäß der vorliegenden Erfindung umfasst die Behandlung von Säugern, wie Rinder, Haustiere und insbesondere Menschen. Die Verwendung umfasst ebenfalls die Behandlung von Frauen und Männern, sei es, dass sie besonders nutzbringend ist, wenn sie bei Frauen verwendet wird. Die Behandlung kann vorteilhaft vor, während oder nach der Menopause von Frauen angewendet werden.
  • Die vorliegende Verwendung ist besonders wirksam, wenn die Verabreichung für einen verlängerten Zeitraum fortgeführt wird. Normalerweise umfasst die Verwendung die ununterbrochene Verabreichung der östrogenen Verbindung während eines Zeitraumes von zumindest 5 Tagen. Vorzugsweise wird die ununterbrochene Verabreichung zumindest 30 Tage lang fortgeführt, bevorzugter zumindest 90 Tage lang.
  • Die vorliegende Verwendung kann geeigneter Weise die enterale oder parenterale Verabreichung der östrogenen Verbindung einsetzen. Der Begriff „parenterale Verabreichung", wie hier verwendet, umfasst die transdermale, intravenöse, intranasale, intravaginale, pulmonäre, bukkale, subkutane, intramuskuläre und intrauterine Verabreichung. Der Begriff „enterale Verabreichung" umfasst die orale ebenso wie die rektale Verabreichung.
  • Vorzugsweise ist der Verabreichungsmodus ausgewählt aus der Gruppe, die aus einer oralen, transdermalen, intravenösen, intranasalen, intravaginalen, pulmonären, rektalen, bukkalen, subkutanen, intramuskulären oder intrauterinen Verabreichung besteht. Noch bevorzugter ist der Verabreichungsmodus ausgewählt aus der Gruppe, die aus oraler, transdermaler, intravenöser, subkutaner, intranasaler, pulmonärer und vaginaler Verabreichung besteht. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird für die vorliegende Verwendung eine orale, transdermale, intranasale oder subkutane Verabreichung angewendet. Noch mehr bevorzugt wird für die vorliegende Verwendung eine orale oder transdermale Verabreichung verwendet. Orale, intravenöse, subkutane, intramuskuläre, intranasale, rektale, bukkale und pulmonäre Verabreichung sind ideal geeignet für (zumindest) eine Verabreichung einmal täglich. Transdermale und intravaginale Verabreichung werden bevorzugt mit Häufigkeiten zwischen einmal pro Tag und einmal pro Monat angewendet. Eine intrauterine Verabreichung ist bevorzugt, die mit Verabreichungshäufigkeiten zwischen einmal wöchentlich und einmal monatlich angewendet wird. Subkutane und intramuskuläre Verabreichungen können ebenfalls ausgeführt werden in der Form von Depotinjektionen in Intervallen von einer Woche bis zu sechs Monaten, vorzugsweise in Intervallen von 4 Wochen bis 3 Monaten.
  • Zur Vereinfachung nutzt die vorliegende Verwendung Verabreichungsintervalle von einem Tag, einer Woche oder einem Monat. Kuren, die einmal täglich eine orale, subkutane oder intravenöse oder intranasale Verabreichung, einmal wöchentlich eine transdermale oder einmal monatlich eine intravaginale oder subkutane Verabreichung anwenden, sind besonders bevorzugt.
  • Ungeachtet des Verabreichungsmodus wird die östrogene Verbindung vorzugsweise in einer Menge verabreicht, die wirksam ist, um eine Blutserumkonzentration von zumindest 1 Nanogramm pro Liter, bevorzugter von zumindest 10 Nanogramm pro Liter, am meisten bevorzugt von zumindest 100 Nanogramm pro Liter, zu erreichen. Grundsätzlich soll die resultierende Blutserumkonzentration der östrogenen Verbindung 100 μg pro Liter, vorzugsweise 50 μg pro Liter und am meisten bevorzugt 25 μg pro Liter, nicht überschreiten.
  • In Übereinstimmung mit der vorliegenden Verwendung wird die östrogene Verbindung üblicherweise in einer Menge von weniger als 1 mg/kg Körpergewicht pro Tag, vorzugsweise von weniger als 0,4 mg/kg Körpergewicht pro Tag verabreicht. Um einen bedeutenden Einfluss aus der Verabreichung der östrogenen Verbindung zu erzielen, ist es ratsam, diese in einer Menge von zumindest 1 μg/kg Körpergewicht pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise beträgt die verabreichte Menge zumindest 5 μg/kg Körpergewicht pro Tag.
  • Eine orale Verabreichung der aktiven Verbindungen wird vorzugsweise in einer Menge von weniger als 400 μg/kg Körpergewicht pro Tag vorgenommen, vorzugsweise weniger als 200 μg/kg Körpergewicht pro Tag. Um eine erhebliche Beeinflussung aus der Verabreichung der aktiven Komponente zu erzielen, ist es ratsam, orale Verabreichungen in einer Menge von zumindest 200 μg/kg Körpergewicht pro Tag vorzunehmen. Vorzugsweise beträgt die verabreichte Menge zumindest 5 μg/kg Körpergewicht pro Tag. Bei der vorliegenden Behandlung, insbesondere wenn sie bei Menschen eingesetzt wird, wird die östrogene Verbindung in einer durchschnittlichen Dosierung von zumindest 0,05 mg pro Tag, vorzugsweise von zumindest 0,1 mg pro Tag, verabreicht. Die Maximaldosierung wird normalerweise bei unter 40 mg pro Tag, vorzugsweise unter 20 mg pro Tag, gehalten.
  • Die vorliegende Behandlung umfasst die Verabreichung einer wirksamen Menge der östrogenen Verbindung an einen Säuger, der eine solche Therapie benötigt. Die Menge, die benötigt wird, um wirksam zu sein, wird von Individuum zu Individuum abweichen und ist beschränkt durch Faktoren wie das Geschlecht des Individuums, Körpergewicht, Verabreichungsweg und Wirksamkeit der speziellen verwendeten östrogenen Verbindung.
  • Bei der vorliegenden Behandlung, insbesondere wenn sie bei Menschen eingesetzt wird, wird die östrogene Verbindung üblicherweise oral verabreicht in einer Durchschnittsdosierung von zwischen 0,01 und 20 mg pro Tag, vorzugsweise von zwischen 0,05 und 10 mg pro Tag. In gleicher Weise beträgt die Parentaldosierung vorzugsweise zumindest 0,05, bevorzugter zumindest 0,1 mg pro Tag. Die durchschnittliche maximale parentale Dosierung wird normalerweise unter 40 mg pro Tag, vorzugsweise unter 20 mg pro Tag gehalten.
  • In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird für die Verwendung eine orale Verabreichung der aktiven östrogenen Verbindung durchgeführt. Der Begriff orale Verabreichung, wie hier verwendet, schließt auch eine orale Sondenverabreichung ein. Die Erfinder haben herausgefunden, dass, trotz seiner niederen Potenz, Estetrol und damit in Verbindung stehende östrogene Substanzen in vorteilhafter Weise oral verabreicht werden können. Obwohl die Erfinder nicht auf eine bestimmte Theorie festgelegt werden wollen, wird angenommen, dass die Wirkung der oral verabreichten Estetrol-ähnlichen Substanzen aus der Kombination spezieller pharmakokinetischer (ADME) und pharmakodynamischer Eigenschaften dieser Substanzen herrührt.
  • Die Erfinder haben entdeckt, dass die orale Bioverfügbarkeit der Estetrol-ähnlichen Substanzen ungewöhnlich hoch ist und dass ihre in-vivo Halbwertzeit beträchtlich länger ist als das von gewöhnlich verwendeten biogenen Östrogenen. Daher können sie, obwohl Estetrol und Estetrolähnliche Substanzen eine relativ geringe östrogene Wirkungskraft haben, wirksam oral verabreicht werden, weil die erforderlichen oralen Dosierungen zum Erreichen des gewünschten Effekts ähnlich denen sind, die bereits verwendet wurden, beispielsweise für 17β-Estradiol.
  • Ein weiterer wichtiger Vorteil der oralen Verabreichung von Estetrol und Estetrol-ähnlichen Substanzen liegt in der Tatsache, dass diesen Substanzen zugeschrieben wird, dass die hepathischen Effekte minimal sind, da sie durch den so genannten „ersten Durchlauf" kaum metabolisiert werden. Der „erste Durchlaufeffekt" von Medikamenten, die oral verabreicht werden, bezieht sich auf den Prozess des Medikamentenabbaus durch die Leber während des Übergangs eines Medikaments von der anfänglichen Aufnahme bis zur Zirkulation im Blutstrom. Nach Resorption aus dem Intestinallumen treten oral gegebene aktive Zutaten über die Leber in den Organismus ein. Diese Tatsache ist von besonderer Bedeutung für östrogene Agenzien, da die Leber ein Zielorgan für Östrogene ist; eine orale Aufnahme von Östrogenen resultiert in starken östrogenen Effekten in der Leber. Therapeutisch äquivalente Dosierungen von üblicherweise verwendeten biogenen Östrogenen, wenn sie oral verabreicht werden, führen zu deutlichen Antworten hepatischer Parameter, wie beispielsweise der Steigerung von SHBG, CBG und Angiotensinogen. Diese hepatischen Wirkungen von Östrogenen werden ebenfalls beobachtet, wenn vom Pferd stammende östrogenen Formulierungen (so genannte konjugierte Östrogene) verwendet werden.
  • Im Fall der Behandlung oder Vorbeugung von Prostatakrebs wird die vorliegende östrogene Verbindung geeigneterweise in einer Menge verabreicht, die wirksam ist, um die endogene Produktion von Androgenen zu inhibieren. Die vorliegende östrogene Verbindung ist am vorteilhaftesten bei der Prävention oder Behandlung von kolorektalen Tumoren, noch bevorzugter bei der Vorbeugung oder Behandlung von Kolon-Tumoren.
  • In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird die östrogene Verbindung verwendet, um einen Säuger zu behandeln, der unter einem benignen oder malignen Tumor leidet oder gelitten hat, insbesondere unter kolorektalen Tumoren. Das Risiko eines Östrogen-stimulierten Krebses wird in Säugern als besonders hoch eingeschätzt, die bereits Tumoren (einschließlich Adenome) entwickelt haben, selbst wenn diese Tumoren chirurgisch entfernt oder auf andere Weise eliminiert worden sind. Folglich treten die Vorteile der vorliegenden Verwendung besonders bei der Behandlung solcher Säuger hervor, da die Behandlung mit gewöhnlichen Östrogenen eine ernsthafte Gefährdung darstellen würde. Die vorliegende östrogene Verbindung wird am vorteilhaftesten bei der therapeutischen Behandlung von Säugern eingesetzt, die unter kolorektalen oder Prostata-Tumoren leiden.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die vorliegende Verwendung die Co-Administration eines Progestogens in einer wirksamen Menge, um die endogene Östrogenproduktion zu unterdrücken. Die Co-Administration von Progestogen bietet den zusätzlichen Vorteil, dass Progestogene dafür bekannt sind, den proliferativen Effekt von Östrogenen auf das Endometrium zu unterdrücken. Obwohl die vorliegenden östrogenen Verbindungen, anders als gewöhnliche Östrogene, keinen erhöhten proliferativen Effekt auf das Endometrium zu haben scheinen, kann die Co-Administration von Progestogen ratsam sein, um alle möglichen Risiken auszuschließen.
  • Beispiele von Progestogenen, die gemäß der vorliegenden Erfindung geeigneterweise verwendet werden können, schließen ein: Progesteron, Levonorgestrel, Norgestimat, Norethisteron, Dydrogesteron, Drospirenon, 3-Beta-Hydroxydesogestrel, 3-Keto-Desogestrel (=Etonogestrel), 17-Deacetylnorgestimat, 19-Norprogesteron, Acetoxypregnenolon, Allylestrenol, Anageston, Chlormadinon, Cyproteron, Demegeston, Desogestrel, Dienogest, Dihydrolgesteron, Dimethisteron, Ethisteron, Ethynodiol-Diacetat, Fluorogestonacetat, Gastrinon, Gestoden, Gestrinon, Hydroxymethylprogesteron, Hydroxyprogesteron, Lynestrenol (=Lynoestrenol), Medrogeston, Medroxyprogesteron, Megestrol, Melengestrol, Nomegestrol, Norethindron (=Norethisteron), Norethynodrel, Norgestrel (umfasst d-Norgestrel und dl-Norgestrel), Norgestrienon, Normethisteron, Progesteron, Quingestanol, (17alpha)-17-Hydroxy-11-Methylen-19-Norpregna-4,15-dien-20-yn-3-on, Tibolon, Trimegeston, Algeston, Acetophenid, Nestoron, Promegeston, 17-Hydroxyprogesteronester, 19-nor-17-Hydroxyprogesteron, 17alpha-Ethinyl-Testosteron, 17alpha-Ethinyl-19-nor-Testosteron, d-17beta-Acetoxy-13beta-ethyl-17alpha-ethinyl-gon-4-en-3-on Oxim und Precursoren dieser Verbindungen, die in der Lage sind, diese Progestogene in vivo freizusetzen, wenn sie in dem vorliegenden Verfahren verwendet werden. Vorzugsweise wird das Progestogen, das in dem vorliegenden Verfahren verwendet wird, aus der Gruppe ausgewählt, die aus Progesteron, Desogestrel, Etono gestrel, Gestoden, Dienogest, Levonorgestrel, Norgestimat, Norethisteron, Drospirenon, Trimegeston, Dydrogesteron, Precursoren dieser Progesterone und Mischungen hiervon besteht.
  • Im Prinzip können GnRH-Zusammensetzungen, wie beschrieben in US 5,340,584 und US 5,340,585 , auch in dem vorliegenden Verfahren eingesetzt werden. Vorzugsweise verwendet das vorliegende Verfahren jedoch eine solche GnRH-Verbindung nicht.
  • Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine pharmazeutische Verbindung, enthaltend:
    • a. zumindest 0,05 mg einer östrogenen Verbindung, wie vorstehend definiert,
    • b. zumindest 0,01 mg einer Anti-Tumorverbindung, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus 5α-Reduktase-Inhibitoren; Anti-Androgenen; Cytochrom P45017α-Inhibitoren; α1 Adrenozeptor-Blockern; und Mikrotubulus-Inhibitoren; und einen
    • c. pharmazeutisch annehmbaren Exzipienten.
  • Die Behandlung und Prophylaxe von Östrogen-supprimierten Tumoren mit einer Kombination der vorliegenden östrogenen Komponente und den vorgenannten Anti-Tumorverbindungen ist wirksamer als die Behandlung oder Prophylaxe mit der östrogenen Verbindung oder der Anti-Tumorverbindung allein. Eine solche Kombinationsbehandlung ist besonders wirksam, wenn die Anti-Tumorverbindung in der Lage ist, eine in-vivo Androgenwirkung zu inhibieren, beispielsweise durch Inhibieren der Biosynthese von Androgenen (5α-Reduktase-Inhibitoren und Cytochrom P45017α-Inhibitoren) oder durch konkurrierendes Binden an den Androgenrezeptor (Anti-Androgen).
  • In einem Übersichtsartikel von Jarman et al. („Inhibitors of enzymes of androgen biosynthesis: cytochrome P45017α and 5α-steroid reductase", Nat Prod Rep. 1998 Oct; 15(5):495–512) wird erklärt, dass 5α-Reduktase-Inhibitoren und Cytochrom P45017α-Inhibitoren als potenzielle Waffen im Kampf gegen prostatisches Karzinom und benigne prostatische Hypertrophie verwendet werden können. Die Autoren beobachten, dass etwa 80% der Patienten mit prostatischem Krebs eine androgen-abhängige Fehlfunktion haben und auf eine hormonelle Ablation reagieren. Da Cytochrom P45017α-Inhibitoren der Biosynthese des Androgens Dehydroepiandrosteron vorbeugen, welches ein Precursor von Testosteron und 5α-Dihydrotestosteron ist, und 5α-Reduktase-Inhibitoren der Biosynthese von 5α-Dihydrotestosteron verhindern, wobei das Androgen als besonders gefährlich eingeschätzt wird, können diese Enzym-Inhibitoren vorteilhaft bei der Behandlung von prostatischen Krebsarten eingesetzt werden.
  • Beispiele von 5α-Reduktase-Inhibitoren, die auf geeignete Weise in Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden können, schließen Finasterid, Dutasterid (GI-198745), Epristerid, Turosterid und Lipidosterol-Extrakt ein. Abirateron ist ein Beispiel eines Cytochrom P45017α-Inhibitors, der vorteilhaft in Übereinstimmung mit der Erfindung eingesetzt werden kann. Anti-Androgene zur Verwendung mit dem vorliegenden Verfahren sind vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Cyproteron-Acetat, Osateron-Acetat, Chlormadinon-Acetat, Flutamid, Nilutamid und Bicalutamid.
  • Behandlungsfehler bei Prostatakrebs treten für gewöhnlich aufgrund der Entwicklung von Androgen-Unabhängigkeit und Resistenz gegenüber chemotherapeutischen Medikamenten in einem fortgeschrittenen Stadium auf. Jüngst wurde berichtet, dass α1-Adrenozeptor-Antagonisten, wie beispielsweise Terazosin, in der Lage sind, das Prostatakrebszellwachstum zu inhibieren. Xu et al. („The alpha1-adrenoceptor antagonist terazosin induces prostate cancer cell death through a p53 and Rb independent pathway", Oncol Rep. 2003 Sep-Oct; 10(5):1555–60) berichten, dass Terazosin nicht nur das Prostatakrebszellwachstum inhibiert, sondern auch die Koloniebildungsfähigkeit, was das Hauptziel der Chemotherapie ist. Beispiele eines α1-Adrenozeptor-Antagonisten, der in Übereinstimmung mit der Erfindung verwendet werden kann, schließen Terazosin, RBT-980, ABT-627, Doxazosin, Prazosin, Alfuzosin, Indoramin und Tamsulosin ein.
  • Mikrotubulusinhibitoren wurden als chemotherapeutische Agenzien bei der Behandlung von Prostatakrebs vorgeschlagen. Picus und Schultz („Docetaxel (Taxotere) as monotherapy in the treatment of hormon-refractory prostate cancer: preliminary results", Semin Oncol. 1999 Oct; 26(5 Suppl 17):14–8) berichten von einer wesentlichen andauernden Aktivität für Docetaxel als Einzelagenstherapie für hormonunempfänglichen Prostatakrebs. Geeignete Beispiele für Mikrotubulusinhibitoren schließen Taxoter und Paclitaxel ein.
  • Eine spezifische Ausführungsform der Erfindung wird mit einem Medikamentenzuführungssystem verbunden, welches eine pharmazeutische Zusammensetzung wie oben definiert umfasst, wobei das Medikamentenzuführsystem ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus einer oralen Dosiereinheit, einem injizierbaren Fluid, einem Zäpfchen, einem Gel und einer Creme.
  • Eine weitere spezifische Ausführungsform betrifft ein pharmazeutisches Kit, das eine oder mehrere Dosierungseinheiten umfasst, die zumindest 0,05 mg der östrogenen Verbindung, wie oben definiert, enthält, und einen pharmazeutisch akzeptablen Arzneistoffträger und eine oder mehrere Dosierungseinheiten, die zumindest 0,01 mg einer Anti-Tumorverbindung enthält, ausgewählt aus der Gruppe, die aus 5α-Reduktase-Inhibitoren, Anti-Androgenen, Cytochrom P45017α- Inhibitoren; α1- Adrenozeptor-Blockern und Mikrotubulus-Inhibitoren besteht, und einen pharmazeutisch geeigneten Arzneistoffträger. Die Erfindung wird weiter anhand der folgenden Beispiele veranschaulicht:
  • BEISPIELE
  • Beispiel 1
  • Eine Studie wurde ausgeführt, um die Wirkung von Estetrol auf 1,2 Dimethylhydrazin (DMH)-induzierten Kolorektalkrebs auf ovariektomierte weibliche Ratten zu untersuchen.
  • Eine DMH-induzierte Krebsentwicklung wird als ein Modell für "Östrogen-unterdrückte Tumoren" ausgewählt, da es die Situation von Kolorektalkarzinomen in Menschen sehr nahe kommend nachstellt:
    • 1) Tumoren wachsen orthotopisch und können als Adenocarcinom mit denselben histologischen Untersuchungen klassifiziert werden,
    • 2) Der Weg der Metastasenbildung ist derselbe (Tumoren wachsen relativ langsam und entwickeln sich vom Adenom zum Krebs)
    • 3) 17β-Estradiol gewährt Schutz in dem Modell, wie bereits zuvor publiziert worden ist (Greene et al., 1987, J. Surgical Research, 43, 476–487; Madara et al., 1983, Am. J. Pathology, 110, 230–235; Smirnoff et al., 1999, Oncology Research, 11, 255–264).
  • Eine Woche vor Einführung des Kolorektalkarzinoms wurden 50 geschlechtlich ausgewachsene weibliche Sprague-Dorley-Ratten, die zwischen 150 und 200 g wogen (Harlan, The Netherlands), chirurgisch durch Entfernen der Eierstöcke sterilisiert. Während dieses Experiments wurden die Ratten in getrennten Plastikkäfigen bei Zyklen von 12 Stunden Licht/Dunkelheit gehalten, und es wurde ihnen freier Zugang zu Futter (Purina Chow) und Wasser gewährt.
  • Die Tiere wurden zufällig einer von 5 Gruppen zugeordnet, von denen jede aus 10 Ratten bestand, welche, drei Tage nach Ovariektomie und Beenden der Autopsie beginnend, eine Placebo- oder Estetrol-Behandlung während des Experiments wie folgt erhielten:
    • • Tiere der Gruppe 1 erhielten eine orale Placebobehandlung mit 3,0 ml/kg pro Tag Wirkstoffträgern (20 Gew.%/Vol. Lösung Hydroxypropyl-beta-cyklodextrin in Wasser)
    • • Tiere der Gruppe 2 erhielten Estetrol mit einer einzigen Tagesdosis von 0,1 mg/kg oral;
    • • Tiere der Gruppe 3 erhielten Estetrol mit einer einzigen Tagesdosis von 0,3 mg/kg oral;
    • • Tiere der Gruppe 4 erhielten Estetrol mit einer einzigen Tagesdosis von 1,0 mg/kg oral;
    • • Tiere der Gruppe 5 erhielten Estetrol mit einer einzigen Tagesdosis von 3,0 mg/kg oral;
  • Eine Woche nach der Ovariektomie beginnend wurden allen Tieren mit wöchentlichen Intervallen DMH-Injektionen (14,7 mg DMH Dihydrochlorid pro 100 g Körpergewicht subkutan verabreicht über 5 aufeinander folgende Wochen, unter Verwendung einer frisch hergestellten DMH Dihydrochlorid in Hank's Balance Salzlösung.
  • Fünfzehn Wochen nach der ersten DMH-Verabreichung wurden die Ratten getötet. Nach der Nekropsie wurde jedes Tier aufgeschnitten und der Kolorektal geöffnet und gründlich nach jeglichen grob sichtbaren Tumoren untersucht, bevor zur mikroskopischen Analyse weiter verfahren wurde. Die Kriterien zur Bestimmung von Bösartigkeit basieren auf der Untersuchung histologischer Merkmale der Tumoren und auf der Beobachtung von Nachweisen für eine Tumorinvasion in submukosale Schichten. Nur maligne Tumoren werden in der Wirksamkeitsanlayse eingeschlossen.
  • Bei Ratten, die lediglich mit dem Wirkstoffträger behandelt wurden, führt die Verabreichung von DMH unverändert zu der Entwicklung maligner Colon-Tumoren. Bei Gruppen von Tieren, die mit dem steigenden Dosierungsbereich von Estetrol so wie ausgeführt behandelt wurden, fällt die Anzahl maligner Tumoren als Funktion der steigenden täglichen oralen Estetrolgabe von 0,1 auf 3,0 mg/kg/Tag.
  • Beispiel 2
  • Bestehende kompetitive Steroid-Bindungsassays wurden verwendet, um die relative Bindungsaffinität von Estetrol (E4) im Vergleich zu 17α-Ethinylestradiol (EE) und 17β-Estradiol (E2) auf menschliche Östrogenrezeptor-(ER) α- und β-Formen zu bestimmen.
  • Das angewendete Verfahren wurde aus der Wissenschaftsliteratur adaptiert und detailliert von Osbourn et al. (1993, Biochemistry, 32, 6229–6236) beschrieben. Rekombinante humane ERα- und ERβ-Proteine wurden aus transfizierten Sf9-Zellen gereinigt. Die in-vitro-Assays schlossen die Verwendung entweder von ERα- oder ERβ-Proteinen und [3H]E2 mit einer festgelegten Konzentration von 0,5 nM als den markierten Liganden ein. Rekombinante menschliche ERα- und ERβ-Proteine wurden in Bindungspuffer (10 mM Tris-HCL, pH 7,5, 10% Glycerol, 1 mM DTT, 1 mg/ml BSA) gelöst und die verdoppelten Aliquote wurden dann mit [3H] E2 bei einer Endkonzentration von 0,5 nM zusammen mit einer Trägerkontrolle (0,4% DMSO) oder mit der gleichen Trägermenge mit steigenden Konzentrationen von nicht markierten Steroid-Liganden als Kompetitoren inkubiert. Nach zweistündigem Inkubieren bei 25°C wurden die nicht gebundenen Liganden entfernt, und die Mengen von [3H] E2, die entweder an ERα- oder an ERβ-Proteine gebunden hatten, wurden gemessen. Die durchschnittlichen Mengen an [3H] E2, die entweder an Erα- oder an Erβ-Proteine bei jeder Kompetitor-Konzentration gebunden waren, wurden verwendet, um Inhibierungskurven zu erstellen. IC50-Werte wurden nachfolgend durch eine nichtlineare Least-Square-Regressionsanalyse bestimmt. Die Inhibierungskonstanten (Ki) wurden unter Verwendung der Gleichung von Cheng und Prusoff (Cheng et al., 1973, Biochem. Pharmacol., 22, 3099–3108) unter Verwendung des gemessenen IC50 der getesteten Verbindungen, der Konzentration von Radioliganden, die in dem Assay eingesetzt wurden, und der histologischen Werte für den Kd des Radioliganden, die als 0,2 nM beziehungsweise als 0,13 nM für ERα und ERβ entsprechend festgestellt wurden, berechnet.
  • Biochemische Assay-Ergebnisse für E4 werden als Inhibierung in Prozent der spezifischen Verbindung bei drei getrennten Experimenten (Tabelle 1) präsentiert. Zum Vergleichen der Bindungsaffinitäten von E4, EE und E2 an humane ERα- und ERβ-Proteine, werden die experimentell beobachteten Ki-Werte in Tabelle 2 gezeigt. Wie verglichen mit EE und E2, zeigt E4 ein einzigartiges Bindungsprofil mit einer starken Bevorzugung (400%) zur Bindung an das ERα-Protein (Tabelle 2). Im Gegensatz sind Ki-Werte für ERβ-Protein eher für EE und E2 Steroidliganden angegeben (Tabelle 2). Tabelle 1: Prozentuale Inhibierung einer spezifischen Bindung an Erα- und ERβ-Proteine unter Verwendung von E4 als nicht markiertem Steroidliganden und 0,5 nM [3H] als markierter Kompetitor. Die Ergebnisse von drei getrennten Experimenten sind gezeigt.
    E4 Endkonzentration Prozentuale Angabe spezifischer Bindung bei
    ERα Steroid-Bindungsassay ERβ Steroid-Bindungsassay
    Test 1 Test 2 Test 3 Test 1 Test 2 Test 3
    1 μM 98 nd nd 87 90 95
    0,3 μM 92 94 101 74 74 77
    0,1 μM 83 85 86 56 54 50
    0,03 μM 64 66 63 19 25 30
    10 nM 43 32 28 nd nd nd
    3 nM 26 17 11 nd nd nd
    • nd: nicht bestimmt
    Tabelle 2: Experimentell bestimmte Inhibierungskonstanten (Ki) für Estetrol (E4), 17α-Ethinylestradiol (EE) und 17β-Estradiol (E2) an humane ERα- und ERβ-Proteine. Die relative Bevorzugung zur Bindung an ERα-Protein ist ebenfalls gezeigt.
    Steroidliganden Ki ERα (nM) Ki ERβ (nM) Relative Bevorzugung ERα/Erβ (%)
    EE 0.23 0.025 11
    E2 0.21 0.015 7
    E4 4.9 19 400
  • Beispiel 3
  • Um weiter die Anti-Tumor-Wirksamkeit der erfindungsgemäßen östrogenen Substanzen zu bestimmen, wurde Estetrol in dem 7,12-Dimethyl-benz(a)athrazen(DBMA)-induzierten Tumormodell in Ratten getestet. Dieses Modell, das ursprünglich von Huggins et al., 1961 (Nature, 19, 204–207) entwickelt worden war, ist weit verbreitet und ein allgemein anerkanntes Modell mit Vorhersagewert für Antitumoragenzien bei Menschen. Das Wachstum der DMBA-induzierten Tumoren bei Ratten repräsentiert ein Beispiel von „östrogenstimulierten Krebsarten" und ist abhängig von endogen produziertem Estradiol oder exogen verabreichten Estrogenen und Prolaktin (Sylvester et al., 1982, Cancer Research, 42, 4943–4947), Ovariektomie (Hollingsworth et al., 1998, Breast Cancer Research and Treatment, 47, 63–70), Androgene (Dauvois et al., 1989, Breast Cancer Treatment, 14, 299–306), Tamoxifen (Hollingsworth et al., 1998, Breast Cancer Research and Treatment, 47, 63–70), Progestrogene (Kelly et al., 1979, Eur. J. Cancer, 15, 1243–1251; Russo et al., 1987, Lab. Invest. 57, 112–137) und GnRH-Analoge (Hollingsworth et al., 1998, Breast Cancer Research and Treatment, 47, 63–70) stellten sich als wirksame Antitumorbehandlungsmittel in dem DMBA-Modell heraus.
  • Vierundachtzig weibliche Sprague-Dawley-Ratten (Harlan, The Netherlands) wurden bei einer 12-stündigen Hell-/Dunkel-Umgebung als Gruppe gehalten und mit einer sojafreien Diät (SDS England) und Wasser ernährt. Die Tiere wurden auf wöchentlicher Basis gewogen. Eine Woche vor der Induktion ad libitum eines Mamma-Karzinoms wurden 12 Tiere (43 Tage alt) chirurgisch durch Entfernung der Eierstöcke sterilisiert. Im Alter von 50 Tagen wurde den Tieren eine einzelne orale Gabe von 16 mg DMBA verabreicht, um die Tumorentwicklung zu induzieren. Die Tiere wurden nachfolgend in eine von sieben Gruppen (n = 12) gegeben und erhielten ein Placebo oder eine Behandlung wie folgt:
    • • Tiere der Gruppe 1 erhielten eine orale Placebo-Behandlung mit 3,0 ml/kg/Tag Wirkstoffträger (20 Gewichts%/Volumen Lösung an Hydroxypropyl-beta-cyclodextrin in Wasser);
    • • Die chirurgisch sterilisierten Tiere Gruppe 2 erhielten eine Placebo-Behandlung mit 3,0 mg/kg/Tag Wirkstoffträger;
    • • Tiere der Gruppe 3 erhielten das Antiestrogen Tamoxifen, das in einer einzigen Tagesdosis von 3 mg/kg verabreicht wurde;
    • • Tiere der Gruppe 4 erhielten Ethinylestradiol (EE) mit einer einzigen Tagesdosis von 0,025 mg/kg oral;
    • • Tiere der Gruppe 5 erhielten Ethinylestradiol (EE) mit einer einzigen Tagesdosis von 0,125 mg/kg oral;
    • • Tiere der Gruppe 6 erhielten Estetrol (E4) mit einer einzigen Tagesdosis von 0,5 mg/kg oral; und
    • • Tiere der Gruppe 7 erhielten Estetrol (E4) oral mit einer einzigen Tagesdosis von 2,5 mg/kg.
  • Die Dosen von EE und E4 basierten auf den Daten vorhergegangener Untersuchungen und zeigten eine Äquipotenz von 0,025 mg/kg/Tag EE und 0,5 mg/kg/Tag E4 in Agonistenmodellen zur Verhinderung von Knochenresorption, Verhinderung von Hitzewallungen und Vaginalverhornung. In gleicher Weise zeigten die Dosen von 0,125 mg/kg/Tag EE und 2,5 mg/kg/Tag E4 eine Äquipotenz hinsichtlich der in-vivo Estrogenizität zur Verhinderung von Knochenresorption, Verhinderung von Hitzewallungen und Vaginalverhornung.
  • Während der Behandlungsperiode von 8 Wochen wurde das Auftauchen von augenfälligen Tumoren und die Anzahl von Tumoren wöchentlich bestimmt. Nach 8 Wochen wurden nach der Nekroskopie abschließende Messungen unternommen. Die Anzahl der Tumoren bei Nekroskopie sind in 1 herausgestellt. Wie durch die Abwesenheit von Tumoren bei den ovariektomierten Tieren (Gruppe 2) deutlich gezeigt, ist die Entwicklung von DMBA-induzierten Mamma-Tumoren östrogenabhängig. Wie erwartet, zeigte Tamoxifen ebenfalls Anti-Tumor-Eigenschaften durch Inhibierung der Entwicklung von Brust-Tumoren in diesem Modell. Überraschend und im Gegensatz zu der Wirkung, die mit der 0,125 mg/kg/Tag Dosis von EE gezeigt wurde, unterdrückt die E4 mit einer äquipotenten antagonistischen Dosierung von 2,5 mg/kg/Tag bemerkenswert die Tumorentwicklung. Ferner war diese spezielle Dosierung von E4 genauso wirksam wie Tamoxifen bei der Vorbeugung des Wachstums von DMBA-induzierten Tumoren.
  • Figure 00200001
    Fig. 1. Anzahl der Tumoren pro Behandlungsgruppe (n = 12)
    • Gruppe 1 orale Behandlung mit 3,0 mg/kg/Tag Wirkstoffträger;
    • Gruppe 2 chirurgisch sterilisierte Tiere, die Placebo Behandlung mit 3,0 ml/kg/Tag Wirkstoffträger erhielten;
    • Gruppe 3 Tamoxifen 3 mg/kg/Tag oral;
    • Gruppe 4 Ethinylestradiol (EE) 0,025 mg/kg/Tag oral;
    • Gruppe 5 EE 0,125 mg/kg/Tag oral;
    • Gruppe 6 Estetrol (E4) 0,5 mg/kg/Tag oral;
    • Gruppe 7 E4 2,5 mg/kg/Tag oral.

Claims (17)

  1. Verwendung einer östrogenen Verbindung, ausgewählt aus der Gruppe von: Substanzen, die durch die folgende Formel repräsentiert werden,
    Figure 00210001
    wobei in der Formel R1, R2, R3, R4 unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom, eine Hydroxylgruppe oder eine Alkoxygruppe mit 1 bis 5 Kohlenstoffatomen sind; Precursoren, die fähig sind, eine Substanz gemäß der vorgenannten Formel freizusetzen, wenn sie bei dem vorliegenden Verfahren verwendet werden, wobei die Precusoren Derivate dieser Substanzen sind, bei denen das Wasserstoffatom wenigstens einer der Hydroxylgruppen durch ein Alkylradikal einer Kohlenwasserstoff-Carbonsäure, Sulfonsäure oder Sulfaminsäure mit 1–25 Kohlenstoffatomen ersetzt worden ist; Tetrahydrofuranyl; Tetrahydropyranyl; oder ein geradkettiger oder verzweigter Glycosidrest ist, der 1–20 Glycosideinheiten pro Rest enthält; und Mischungen von einer oder mehreren der vorgenannten Substanzen und/oder Precursoren; bei der Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung zur Verwendung bei einem Verfahren zur Behandlung oder Vorbeugung von kolorektalen oder Prostata-Tumoren in einem Säuger, wobei das Verfahren die Verabreichung einer therapeutisch wirksamen Menge der östrogenen Verbindung an den Säuger umfasst.
  2. Verwendung nach Anspruch 1, wobei nicht mehr als drei von R1, R2, R3, R4 Wasserstoffatome sind.
  3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, wobei R3 eine Hydroxylgruppe oder eine Alkoxygruppe darstellt.
  4. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei zumindest 3 der Gruppen R1, R2, R3 und R4 Wasserstoffatome repräsentieren.
  5. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Verfahren die ununterbrochene Verabreichung der östrogenen Verbindung während einer Zeitspanne von zumindest 5 Tagen, vorzugsweise von zumindest 30 Tagen, umfasst.
  6. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Verfahren eine orale, transdermale, intravenöse oder subkutane Verabreichung der östrogenen Verbindung umfasst.
  7. Verwendung nach Anspruch 6, wobei das Verfahren eine orale Verabreichung umfasst.
  8. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die östrogene Verbindung in einer Menge von zumindest 1 μg pro kg Körpergewicht pro Tag, vorzugsweise von zumindest 5 μg pro kg Köpergewicht pro Tag, verabreicht wird.
  9. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei der Säuger unter gutartigen oder bösartigen Tumoren, insbesondere kolorektalen Tumoren leidet oder gelitten hat.
  10. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei der Säuger weiblich ist, insbesondere eine menschliche Frau.
  11. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei das Verfahren die Ko-Verabreichung eines Progestogens umfasst.
  12. Pharmazeutische Zusammensetzung, enthaltend: a. zumindest 0,05 mg einer östrogenen Verbindung wie in Anspruch 1 definiert, b. zumindest 0,01 mg einer Anti-Tumorverbindung, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus 5α-Reduktase-Inhibitoren, Anti-Androgene, Cytochrom P45017α-Inhibitoren, α1-Andrenoceptor-Blocker, und Mikrotubulus-Inhibitoren, und c. einen pharmazeutisch verträglichen Arzneistoffträger.
  13. Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 12, wobei die Anti-Tumorverbindung ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus 5α-Reduktase-Inhibitoren, Anti-Androgene, und Cytochrom P45017α-Inhibitoren.
  14. Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 13, wobei die Anti-Tumorverbindung ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Finasterid, Dutasterid (GI-198745), Epristerid, Turosterid, Lipidosterolextrakt, Cyproteronacetat, Osateronacetat, Chlormadinonacetat, Flutamid, Nilutamid, Bicalutamid und Abirateron.
  15. Arzneimittelabgabesystem, umfassend eine pharmazeutische Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, wobei das Arzneimittelabgabesystem ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus einer oralen Dosierungseinheit, einem injizierbaren Fluid, einem Zäpfchen, einem Gel und einer Creme.
  16. Pharmazeutischer Kit, umfassend eine oder mehrere Dosierungseinheiten, die zumindest 0,05 mg der in Anspruch 1 definierten östrogenen Verbindung und einen pharmazeutisch verträglichen Arzneistoffträger enthalten; und eine oder mehrere Dosierungseinheiten, die zumindest 0,01 mg einer Anti-Tumorverbindung ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus 5α-Reduktase-Inhibitoren, Anti-Androgene, Cytochrom P45017α-Inhibitoren, α1 Adrenoceptorblocker; und Mikrotubulus-Inhibitoren und einen pharmazeutisch verträglichen Arzneistoffträger enthalten.
  17. Pharmazeutischer Kit nach Anspruch 16, wobei die Dosierungseinheiten orale Dosierungseinheiten sind.
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