-
Hintergrund
der Erfindung
-
Im
Allgemeinen betrifft die Erfindung Schwefelpentafluoridverbindungen
mit einer substituierten Silylgruppe, in der mindestens einer der
Substituenten gehindert ist, sowie Verfahren zu ihrer Herstellung
und Verwendung. Außerdem
betrifft die Erfindung die Verwendung dieser Verbindungen, z.B.
als Vorläufer
für Flüssigkristallkomponenten,
Tenside, bioaktive Verbindungen in agrochemischen und pharmazeutischen
Zusammensetzungen oder in Polymeren.
-
Verschiedene
Forschergruppen haben die Entwicklung synthetischer Methodiken für die Einführung von
Schwefelpentafluorid- oder Pentafluorsulfuranylgruppen ("SF5") in organische Verbindungen
mit großem Interesse
vorangetrieben. Man nimmt an, dass die SF5-Gruppe
diesen organischen Verbindungen einzigartige Eigenschaften verleihen
kann, darunter eine niedrige Oberflächenenergie, hohe chemische
Beständigkeit, hohe
Wärmestabilität, hohe
Elektronegativität,
Hydrophobie und eine hohe Dielektrizitätskonstante. Beispielsweise
kann der hohe Elektronegativitätswert
der SF5-Gruppe von 3.62 auf der Pauling-Skala
und die gesteigerte Fähigkeit,
Elektronen zu entziehen, diese Verbindung zu einer attraktiven Alternative
für die
Trifluormethylgruppe ("CF3")
machen, die man in vielen handelsüblichen Produkten findet.
-
SF
3 enthaltende organische Zusammensetzungen
sind in verschiedenen Anwendungen eingesetzt worden. Beispielsweise
beschreibt das Hansen und Savu erteilte Patent
EP 0 444 822 fluoraliphatische Pentafluorsulfuranylverbindungen,
die als Tenside verwendet werden. Das zitierte Dokument, Kovacina
et. al., Ind. Eng. Chem. Prod. Res. Dev. 1983, 22, 2, 170, beschreibt
SF
5 enthaltende Polymere, die aus mit Mono-
und Bis(pentafluorschwefel) substituierten Diacetylenen hergestellt
wurden. Diese Polymere sind in fluorierten Lösungsmitteln löslich und
im Vergleich zum Kohlenwasserstoffanalogon nicht empfindlich gegen
Erschütterungen.
US-A-6,136,838 beschreibt Schwefelpentafluorphenylpyrazole, die
zur Bekämpfung ökoparasitärer Infektionen
eingesetzt werden. Schließlich
beschreibt das Kirsch et al. ("Kirsch") erteilte Patent
DE 19 748 109 die Herstellung
ver schiedener Schwefelpentafluoridderivate, die zur Herstellung
von Flüssigkristallmedien
verwendet werden.
-
Ethinylschwefelpentafluorid
(SF5CCH) ist schon oft als synthetisches
Intermediat oder als Träger
für die
Einführung
der SF5-Komponente in komplexe organische
Verbindungen verwendet worden. Mit den derzeit verfügbaren Verfahren
zur Isolierung von SF5CCH wurden nur Reaktionen
im kleinen Maßstab
und mit mehreren Schritten erreicht (siehe z.B. Hoover und Coffman,
J. Org. Chem. 1964, 3567 ("Hoover"); Canich et. al., Inorg.
Chem. 1985, 24, 3668 ("Canich"). Sowohl Hoover
als auch Canich beschreiben Vierschritt-Reaktionen zur Herstellung
von SF5CCH aus Acetylen und entweder Schwefelchlorid
oder Schwefelbromidpentafluorid. Die Ausbeute aus diesen Reaktionen
lag im Bereich von 9 bis 19 %. Canich beschreibt auch ein Verfahren
zur Isolierung von Ethinylschwefelpentafluorid über die Dehydrobromierung von
SF5CH=CHBr mit einer Ausbeute von 49 %.
Im ersten Schritt wurde SF5CH=CHBr mit einer
Ausbeute von 80 % durch die Reaktion von Acetylen und SF5Br hergestellt, die etwa vier Tage dauerte
und bei 57°C
durchgeführt
wurde. Auf dieser Grundlage könnte
man nach Abschluss der zweiten Stufe eine Ausbeute an Ethinylschwefelpentafluorid
von etwa 39 % erwarten. Die Dehydrohalogenierung des Acetylen-SF5CH=CHCl lieferte Produktausbeuten von nur
1 bis 2 % des erwünschten
Alkins. Die relativ geringen Ausbeuten, die Ineffizienz und die
langen Zykluszeiten können diese
Prozesse unpraktisch für
industrielle Anwendungen im großen
Maßstab
machen. Außerdem
kann die Reaktion von Acetylen mit SF5Br
oder SF5Cl bei hohen Temperaturen explosionsartig
verlaufen.
-
Ethinylschwefelpentafluorid
kann auch durch die Desilylierung seines Trialkylsilylderivats hergestellt werden
(siehe Wessel et. al. Chem. Ber. 1986, 119, 45 ("Wessel")). Wie bei den vorstehend beschriebenen Verfahren
zur Isolierung von SF5CCH, kann das Trimethylsilylderivat
von Ethinylschwefelpentafluorid praktisch nicht im industriellen
Maßstab
hergestellt werden. Das wie von Wessel beschrieben hergestellte
Trimethylsilylderivat von Ethinylschwefelpentafluorid wurde nur
mit einer isolierten Ausbeute von 12 % erhalten.
-
Folglich
besteht in der Technik Bedarf, neuartige Verbindungen zur Verfügung zu
stellen, die die SF5-Gruppe in eine organische
Verbindung einführen.
Je nach Anwendung kann es außerdem
erforderlich sein, neuartige Verbindungen zur Verfügung zu
stellen, die eine substituierte Silylgruppe in eine organische Verbin- Jung einführen. Ferner
besteht in der Technik Bedarf an sicheren industriellen Prozessen
zur Herstellung von synthetischen SF5-Intermediaten
in größerer Ausbeute,
mit kürzerer
Zykluszeit, niedrigeren Verfahrenstemperaturen, geringerer Flüchtigkeit
sowie in einem einzigen Reaktionsgefäß. Aufgrund der Schwierigkeiten
in der Technik, das Trimethylsilylderivat von Ethinylschwefelpentafluorid
zu isolieren, ist es daher überraschend
und unerwartet, neuartige Schwefelpentafluoridverbindungen mit substituierter
Silylgruppe in relativ hohen Ausbeuten herzustellen, wenn mindestens
einer der Substituenten der Silylgruppe gehindert ist.
-
Alle
hier zitierten Veröffentlichungen
werden durch Bezugnahme in ihrer Gesamtheit in diese Anmeldung aufgenommen.
-
Kurze Zusammenfassung
der Erfindung
-
Bei
der Erfindung geht es teilweise um Schwefelpentafluorid enthaltende
Verbindungen mit einer substituierten Silylgruppe. Genauer wird
in einer Ausführungsform
der Erfindung eine Verbindung der Formel
zur Verfügung gestellt, in der die Substituenten
R, R' und R'' ein Alkyl, ein substituiertes Alkyl,
ein Aryl, ein substituiertes Aryl oder Kombinationen davon sind
und mindestens einer der Substituenten gehindert ist.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
umfassen R, R' und
R'' Isopropyl. In einer
anderen bevorzugten Ausführungsform
umfassen R und R' Methyl
und R'' t-Butyl.
-
In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung wird eine Verbindung zur Verfügung gestellt, die eine Schwefelpentafluoridgruppe
und eine durch eine C-C-Dreifachbindung
an die Schwefelpentafluoridgruppe gebundene substituierte Silylgruppe
umfasst. Die substituierte Silylgruppe weist aus der aus einem Alkyl,
einem substituierten Alkyl, einem Aryl, einem substituierten Aryl
oder Kombinationen davon bestehenden Gruppe ausgewählte Substituenten
auf und mindestens einer der Substituenten ist gehindert. In einer
anderen Ausführungsform
der Erfindung werden Flüssigkristallvorläufer zur
Verfügung
gestellt, die erfindungsgemäße Verbindungen
umfassen.
-
In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung einer substituierten
Silylschwefelpentafluoridethingruppe zur Verfügung gestellt, bei dem die
Substituenten auf der Silylgruppe aus der aus einem Alkyl, einem
substituierten Alkyl, einem Aryl, einem substituierten Aryl oder
Kombinationen davon bestehenden Gruppe ausgewählt werden und mindestens einer
der Substituenten gehindert ist. Das Verfahren umfasst folgende
Schritte:
das Kombinieren einer substituierten silylacetylenischen
Verbindung mit einem SF5 enthaltenden Halogenid unter
Bedingungen, die ausreichen, um ein Zwischenprodukt zu bilden; und
das Einwirkenlassen einer Base auf das Zwischenprodukt unter Bedingungen,
die ausreichen, um die Ethinverbindung herzustellen. In bestimmten
bevorzugten Ausführungsformen
wird der Schritt des Kombinierens in Gegenwart eines Lösungsmittels
durchgeführt.
-
Diese
und andere Aspekte der Erfindung gehen aus der folgenden detaillierten
Beschreibung hervor.
-
Detaillierte
Beschreibung der Erfindung
-
Bei
der Erfindung geht es um Schwefelpentafluorid enthaltende Verbindungen
mit einer substituierten Silylgruppe und Verfahren zur ihrer Herstellung
und Verwendung. Die erfindungsgemäßen Verbindungen eignen sich
zur alleinigen Verwendung oder zum Einführen von Schwefelpentafluoridgruppen
und/oder Silylgruppen in eine Vielzahl organischer Verbindungen.
Außerdem
kann man mit den erfindungsgemäßen Verfahren Schwefelpentafluorid
enthaltende Verbindungen mit Produktionsausbeuten erzielen, die
bisher nicht erreichbar waren.
-
Die
erfindungsgemäßen Verbindungen
umfassen mindestens eine Schwefelpentafluoridgruppierung, die über eine
ungesättigte
Kohlenstoffbindung mit einer substituierten Silylgruppe verbunden
ist. Vorzugsweise ist die Verbindung eine Ethinverbindung, in der
die Schwefelpentafluoridgruppe über
eine C-C-Dreifachbindung mit der substituierten Silylgruppe verbunden
ist. Mindestens einer der Substituenten auf dem Siliciumatom ist
gehindert. Der hier verwendete Beg riff "gehindert" oder "sterisch gehindert" bezieht sich auf Radikalgruppen, die
aufgrund ihrer Größe eine
bestimmte Reaktion mit einem anderen Molekül behindern. Einige nicht einschränkende Beispiele
gehinderter Alkylgruppen umfassen große primäre (1°) Alkylgruppen wie Octadecyl oder
Nonadecyl, sekundäre
(2°) Alkylgruppen
wie Isopropyl, Isobutyl oder Isopentyl oder tertiäre (3°) Alkylgruppen
wie tert-Butyl ("t-Butyl") oder tert-Pentyl
("t-Pentyl").
-
In
bestimmten bevorzugten Ausführungsformen
hat die Schwefelpentafluorid enthaltende Verbindung die folgende
Formel:
-
Die
Silylgruppe in der Verbindung ist mit den Resten R, R' und R'' substituiert, vorzugsweise dreifach substituiert.
Die Substituenten R, R' und
R'' stehen für einen
oder mehrere, gleiche oder unterschiedliche Substituenten, die eine
Alkylgruppe, eine substituierte Alkylgruppe, eine Arylgruppe, eine
substituierte Arylgruppe oder Kombinationen davon umfassen können. Mindestens
einer der Substituenten auf dem Siliciumatom ist gehindert.
-
Wie
vorstehend erwähnt,
können
die Substituenten R, R' und
R'' eine Alkylgruppe
oder eine substituierte Alkylgruppe sein. Der hier verwendete Begriff "Alkyl" umfasst geradkettige,
verzweigte oder cyclische Alkylgruppen, die vorzugsweise 1 bis 20
Kohlenstoffatome, stärker
bevorzugt 1 bis 10 Kohlenstoffatome enthalten. Dies gilt auch für Alkylkomponenten,
die in anderen Gruppen wie Halogenalkyl, Alkaryl oder Aralkyl enthalten
sind. Der Begriff "substituiertes
Alkyl" bezeichnet
Alkylkomponenten mit Substituenten, die Heteroatome wie O, N, S
oder Halogenatome; OCH3; OR (R = H, Alkyl
C1-10 oder Aryl C6-10);
Alkyl C1-10 oder Aryl C6-10;
NO2; SO3R (R = H,
Alkyl C1-10 oder Ary1 C6-10);
oder NR2 (R=H, Alkyl C1-10 oder
Aryl C6-10) einschließen. Der hier verwendete Begriff "Halogen" umfasst Fluor, Chlor,
Brom und Iod. In bestimmten bevorzugten Ausführungsformen sind R, R' und R'' einzeln 2°- oder 3°-Alkylgruppen oder Kombinationen
von 1 °,
2° und 3° Alkylgruppen
mit mindestens einem 2° oder
3° Alkyl.
-
In
bevorzugten Substituenten sind R, R' und R'' jeweils
Isopropyl oder wenn R und R' CH3 sind, ist R'' t-Butyl.
-
Die
Substituenten R, R' und
R'' können auch
eine Arylgruppe oder substituierte Arylgruppe sein. Der hier verwendete
Begriff "Aryl" steht für sechs-
bis zwölfgliedrige
Kohlenstoffringe mit aromatischem Charakter. Der hier verwendete
Begriff "substituiertes
Aryl" umfasst Arylringe
mit Substituenten, die Heteroatome wie O, N, S oder Halogenatome,
OCH3; OR (R=H, Alkyl C1-10,
oder Aryl C6-10); Alkyl C1-10 oder
Aryl C6-10; NO2;
SO3R (R=H, Alkyl C1-10,
oder Aryl C1-10); oder NR2 (R=H,
Alkyl C1-10 oder Aryl C6-10)
einschließen.
-
Die
erfindungsgemäßen Verbindungen
werden bevorzugt in einem Zweischrittverfahren hergestellt, wie
im Folgenden durch die Schritte I und II dargestellt. Dieses Verfahren
kann in einem einzigen Reaktionsgefäß durchgeführt werden. Mit diesem Zweischrittverfahren
konnte man das erwünschte
Produkt in ausgezeichneter Ausbeute von etwa 80 % bis etwa 99 %
der theoretischen Ausbeute herstellen, wenn mindestens einer der
Substituenten auf dem Siliciumatom gehindert war. Im Gegensatz dazu
erhält
man dann, wenn der Substituent auf dem Siliciumatom relativ ungehindert
ist, wie z.B. CH3, das Produkt in geringerer
Ausbeute, weil sich die Silylgruppe während des zweiten oder Eliminierungsschrittes
spaltet.
-
In
Schritt I wird ein substituiertes Silylacetylen, vorzugsweise ein
dreifach substituiertes Silylacetylen, in dem mindestens einer der
Substituenten gehindert ist, mit einem SF5 enthaltenden
Halogenid umgesetzt, um ein Vinylpentafluorsulfuranylintermediat
herzustellen. Die Substituenten auf dem Siliciumatom können beliebige
Substituenten der hier offenbarten Art sein. In Schritt II werden
der Wasserstoff und das Halogenid im Vinylpentafluorsulfuranylintermediat
in Gegenwart einer Base eliminiert, um das Endprodukt zu bilden.
-
-
Der
erste Schritt des Verfahrens beinhaltet die Reaktion einer substituierten
Silylacetylenverbindung mit einem SF5 enthaltenden
Halogenid wie SF5Br oder SF5Cl,
um ein Zwischenprodukt herzustellen. Dabei handelt es sich um Alken,
das ein Halogenidatom und eine -SF5-Gruppe
auf benachbarten Kohlenstoffen trägt. Mindestens einer der Substituenten
auf dem Siliciumatoms ist gehindert. Diese Reaktion kann in Gegenwart eines
Lösungsmittels
ablaufen. In Ausführungsformen,
wo ein Lösungsmittel
verwendet wird, reagiert das ausgewählte Lösungsmittel nicht mit dem SF5 enthaltenden Halogenid oder dem Zwischenprodukt.
Geeignete Lösungsmittel
umfassen unter anderem Kohlenwasserstoffe (z.B. Pentan oder Hexan),
Halogenkohlenstoffe (z.B. Freon 113), Ether (z.B. Ethylether (Et2O) oder Tetrahydrofuran ("THF")), Nitrile (z.B.
CH3CN) oder aromatische Verbindungen (z.B.
Benzotrifluorid). Die Reaktionstemperatur kann im Bereich von –78°C bis zum
Siedepunkt des Lösungsmittels
liegen. Die Reaktionszeit für
den ersten Schritt kann im Bereich von etwa 0 Stunden oder sofort
bis etwa 8 Stunden, vorzugsweise etwa 0,1 bis etwa 6 Stunden oder
stärker
bevorzugt etwa 0,5 bis etwa 4 Stunden liegen. Die erwartete Ausbeute
des Zwischenprodukts liegt im Bereich von etwa 80 % bis etwa 99
% der theoretischen Ausbeute.
-
Im
zweiten oder Eliminierungsschritt wird das Vinylpentafluorsulfuranyl-Zwischenprodukt
aus dem ersten Schritt mit einer Base kombiniert, um die substituierte
Silylschwefelpentafluoridethinverbindung zu bilden. Der hier verwendete
Begriff "Base" bezeichnete jede
Verbindung, die negativ geladene Ionen austauschen kann, darunter
unter anderem Hydroxid-, Halogenid-, Alkoxid-, Amid-, Organolithium-
oder Organomagnesiumionen. Beispiele für geeignete Basen um fassen
Alkalimetall- und Erdalkalimetallhydroxide. In einigen Ausführungsformen
kann der zweite Schritt in Gegenwart eines Lösungsmittels durchgeführt werden.
Lösungsmittel,
die im zweiten Schritt verwendet werden können, umfassen alle Lösungsmittel,
die im ersten Schritt zum Einsatz kommen, sowie Wasser. Die Temperatur
für den
zweiten Schritt kann im Bereich von –78°C bis zum Siedepunkt des Lösungsmittels
liegen. Die Reaktionszeit für
den zweiten Schritt kann im Bereich von etwa 0 bis etwa 24 Stunden
und bevorzugt etwa 1 bis etwa 16 Stunden liegen. Die erwartete Ausbeute
der Ethinverbindung liegt im Bereich von etwa 80 bis etwa 99 % der
theoretischen Ausbeute. Das Molekulargewicht der Ethinverbindung
liegt im Bereich von etwa 225 bis etwa 800, bevorzugt etwa 225 bis
etwa 400. Das Endprodukt kann durch Standardverfahren wie Destillation
oder Chromatographie gereinigt werden.
-
Die
erfindungsgemäßen Verbindungen
können
als synthetische Zwischenprodukte oder Ausgangsreagenzien in jeder
organischen Zusammensetzung verwendet werden, in die SF
5 und/oder
Silylgruppen eingeführt
werden sollen. Die Verbindungen können für verschiedene Derivate brauchbare
Ausgangsreagenzien sein, wie z.B. gesättigter Ether, Vinylether,
Pyrazole, cyclische Alkene und SF
5 enthaltende
Alkene und Alkine, aber nicht darauf beschränkt. Diese Verbindungen können auch
als attraktive Alternative zu Reagenzien verwendet werden, die die
CF
3-Gruppe
enthalten. In diesem Zusammenhang können die erfindungsgemäßen Verbindungen
anstelle der die CF
3-Gruppe enthaltenden
Derivate als Vorläufer
für Flüssigkristallzusammensetzungen
der in US-A-5,728,319 und 5,792,386 beschriebenen An verwendet werden.
Die substituierte Silylgruppe kann während der Herstellung der Flüssigkristallzusammensetzung
extrahiert werden. Die erfindungsgemäßen Verbindungen können auch
in Tensidzusammensetzungen verwendet werden, wie z.B. in
EP 0 444 822 beschrieben.
Weitere Anwendungen für
die erfindungsgemäßen Verbindungen
umfassen Vorläufer
oder Reagenzien in pharmazeutischen Zubereitungen wie Zubereitungen
der in US-A-6,136,838 beschriebenen Art.
-
Die
erfindungsgemäßen Verbindungen
können
in Polymere wie Polyacrylate, Polyester, Polyurethane, Polyamide
und Polyvinylether inkorporiert werden, die durch herkömmliches
schrittweises Wachstum, Kettenwachstum oder Pfropfpolymerisationstechniken
und -verfahren hergestellt wurden. In einigen Fällen können die ethylenisch ungesättigten
erfindungsgemäßen Verbindungen
homopolymerisiert werden, um Homopolymere herzustellen, oder mit
copolymerisierbaren Monomeren copolymerisiert werden, um statistische,
alternierende, Block- oder Pfropfpolymere herzustellen. In diesen
Anwendungen kann die Silylgruppe der Verbindung z.B. entweder vor
Abschluss aus der Polymerzusammensetzung entfernt werden oder im
Polymer verbleiben, um bestimmte Eigenschaften des Polymers zu verbessern,
wie z.B. die Haftfestigkeit.
-
Die
Erfindung wird jetzt anhand folgender Beispiele detaillierter erläutert, ist
aber selbstverständlich nicht
darauf beschränkt.
Die Gaschromatographieanalysen ("GC") wurden auf einer
30M RTX-5 Säule
durchgeführt.
Die G.C.M.S. Spektren für
die Beispiele wurden auf einer Hewlett Packard 5890 Serie 11 G.C.
und einem massenselektiven Detektor der Serie 5972 mit einem HP-5MS
erstellt. Die nuklearen NMR-Analysen für die Beispiele wurden auf
einer Brukem CP-300 FT Spektrometer erhalten, der bei 282,4 MHz
(19F), 300,13 MHz (1H)
arbeitete. Die chemischen Verschiebungen wurden in CFCl3 (19F) und CHCl3 (1H) bereinigt. Die Ergebnisse der Beispiele
sind in Tabelle 1 aufgeführt.
-
Beispiele
-
Vergleichsbeispiel 1:
Zugabe von SF5Br zu Trimethylsilylacetylen
-
Ein
Reaktionsgemisch, das 20 mMol Trimethylsilylacetylen, 10 ml Freon
113 und 17 mMol Kaliumfluorid enthielt, wurde in einen mit einem
magnetischen Rührstab
ausgerüsteten
30 ml Parr-Reaktor aus rostfreiem Stahl eingebracht. Der Reaktor
wurde an eine Vakuumleitung aus rostfreiem Stahl angeschlossen,
die mit zwei 300 cc Ballaststücken
aus rostfreiem Stahl, einem Druckmesser, einer Natronkalkfalle und
einer Vakuumpumpe ausgerüstet
war. Der Reaktor wurde entgast und mit einem Trockeneis/Aceton-Bad
auf –35°C gekühlt. Dann
wurde eine 25 mMol Menge an SF5Br in das
Gemisch kondensiert. Der Reaktor wurde versiegelt und unter Rühren auf
Raumtemperatur erwärmen
gelassen. Nach drei Stunden wurde der Reaktor entlüftet und mit
N2 gespült.
Das Reaktionsgemisch wurde langsam zu einer kalten Natriumbicarbonatlösung gegeben.
Die organische Schicht wurde isoliert und das Lösungsmittel durch Rotationsverdampfung
eliminiert. Die GC-Analyse zeigte, dass das Zwischenprodukt, 1-Brom-1-trimethylsilyl-2-pentfluorsulfuranylethen,
zu 95 % rein war. Das Molekulargewicht des Zwischenprodukts betrug
305. Die NMR-Ergebnisse für
das Zwischenprodukt waren wie folgt: 1H
NMR δ 0,3
(s, 9H), 7,5 (1H, m); 19F NMR δ 64 (4F,
d), 80 (1F, pent).
-
Im
Eliminierungsschritt wurde eine Menge von 20 mMol des 1-Brom-1-trimethylsilyl-2-pentafluorsulfuranylethen-Zwischenprodukts
mit 25 ml Decan und 60 mMol pulverisiertem Kaliumhydroxid vermischt
und dann 17 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Die Lösung wurde filtriert. Laut
GC-Analyse enthielt die Lösung 44
% des Produkts, 1-Pentafluorsulfuranyl-2-trimethylsilylethin. Man
nimmt an, dass dann, wenn der Substituent auf dem Siliciumatom relativ
ungehindert ist, wie z.B. CH3, das Produkt
in geringerer Ausbeute erhalten wird, weil sich die Silylgruppe
während
des zweiten oder Eliminierungsschrittes spaltet.
-
Das
Molekulargewicht dieses Produkts betrug 224. Die NMR-Ergebnisse
für dieses
Produkt waren wie folgt: 1H NMR δ 0,9 (9H,
s); 19F NMR δ 75 (1F, pent), 80 (4F, d);
GC/MS m/z = 209 (CH3)2SiC2SF5 +;
127 SFS +; 89 SF3 +.
-
Beispiel 2: Zugabe von
SF5Br zu t-Butyldimethylsilylacetylen
-
Das
Zwischenprodukt, 1-Brom-1-t-butyldimethylsilyl-2-pentafluorsulfuranylethen,
wurde wie vorstehend in Vergleichsbeispiel 1 beschrieben aus einem
anfänglichen
Reaktionsgemisch hergestellt, das 20 mMol t-Butyldimethylsilylacetylen,
10 ml Freon 113 und 17 mMol Kaliumfluorid enthielt. Wie die GC-Analyse zeigte, war
das Zwischenprodukt, 1-Brom-1-t-butyldimethylsilyl-2-pentafluorsulfuranylethen,
zu 98 % rein. Das Molekulargewicht des Zwischenprodukts betrug 347.
Die NMR-Ergebnisse für
das Zwischenprodukt waren wie folgt: 1H
NMR δ 0,35
s (6H), 1,0 s (9H), 7,6 (m, 1H); 19F NMR δ 65 (4F,
d), 80 (1 F, pent).
-
Im
Eliminierungsschritt wurde eine Menge von 20 mMol des 1-Brom-1-t-butyldimethylsilyl-2-pentafluorsulfuranylethen-Zwischenprodukts
mit 25 ml Pentan und 60 mMol pulverisiertem Kaliumhydroxid gemischt und
dann 17 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Die Lösung wurde filtriert und das
Lösungsmittel
durch Rotationsverdampfen entfernt.
-
Wie
die GC-Analyse zeigt, enthielt die Lösung 97 % des Produkts, 1-t-Butyldimethylsilyl-2-pentafluorsulfuranylethin.
Man nimmt an, dass die Ausbeute deswegen höher ist als in Vergleichsbeispiel
1, weil einer der Substituenten auf der Silylgruppe gehindert ist.
Das Produkt wurde durch Vakuumdestillation, die bei 0,5 Torr und
Raumtemperatur mit einem Trockeneis/Aceton-Bad zum Auffangen durchgeführt wurde,
zusätzlich gereinigt.
Das Molekulargewicht des Produkts betrug 266. Die NMR-Ergebnisse
für dieses
Produkt waren wie folgt: 1H NMR δ 0,2 s, 0,9
s; 19F NMR δ 76 (1F, pent), 81 (4F, d);
GC/MS m/z = 266 tBu(CH3)2SiC2SF5 +;
247 tBu(CH3)2SiC2SF4 +;
209 (CH3)2SiC2SF5 +;
127 SF5; 57 tBu+.
-
Beispiel 3: Zugabe von
SF5Br zu Triisopropylsilylacetylen
-
Das
Zwischenprodukt, 1-Brom-1-triisopropylsilyl-2-pentafluorsulfuranylethen,
wurde wie vorstehend in Vergleichsbeispiel 1 aus einem Reaktionsanfangsgemisch
hergestellt, das 20 mMol Triisopropylsilylacetylen, 10ml Freon 113
und 17 mMol Kaliumfluorid enthielt. Wie die GC-Analyse zeigte, war
das Zwischenprodukt, 1-Brom-l-triisopropylsilyl-2-pentafluorsulfuranylethen,
zu 90 % rein. Das Molekulargewicht dieses Produkts betrug 389. Die
NMR-Ergebnisse für
dieses Produkt waren wie folgt: 1H NMR δ 1,6 (21H,
m), 7,8 (1H, m); 19F NMR δ 64 (4F,
d), 80 (1 F, pent).
-
Im
Eliminierungsschritt wurde eine Menge von 20 mMol des 1-Brom-i-triisopropylsilyl-2-pentafluorsulfuranylethenprodukts
mit 25 ml Pentan und 60 mMol pulverisiertem Kaliumhydroxid gemischt
und dann 17 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Die Lösung wurde filtriert und das
Lösungsmittel
durch Rotationsverdampfen entfernt. Wie die GC-Analyse zeigte, war
das Produkt, 1-Pentafluorsulfuranyl-2-triisopropylsilylethin zu
90 % rein. Man nimmt an, dass die Ausbeute größer ist als in Vergleichsbeispiel
1, weil einer der Substituenten auf der Silylgruppe gehindert ist.
Das Produkt wurde durch eine bei 0,5 Torr und 26°C durchgeführte Vakuumdestillation zusätzlich gereinigt.
Das Molekulargewicht dieses Produkts betrug 308. Die NMR-Ergebnisse für dieses
Produkt waren wie folgt: 1H NMR δ 1,1 (m,
21H); 19F NMR δ 76 (1 F, pent), 81 (4F,d);
GC/MS m/z = 308 (iPr)3SiC2SF5 +; 265 (iPr)2SiC2SF5 +.
-
Beispiel 4: Zugabe von
SF5Br zu Triisopropylsilylacetylen ohne
Isolierung des Zwischenprodukts
-
Ein
Reaktionsgemisch, das 90 mMol Triisopropylsilylacetylen und 140
ml Pentan enthielt, wurde in einen mit einem magnetischen Rührstab ausgerüsteten 300
ml Parr-Reaktor aus rostfreiem Stahl eingebracht. Der Reaktor wurde
an eine Vakuumleitung aus rostfreiem Stahl angeschlossen, die mit
zwei 300 cc Ballaststücken
aus rostfreiem Stahl, einem Druckmesser, einer Natronkalkfalle und
einer Vaku umpumpe ausgerüstet war.
Das Gemisch wurde mit einem Trockeneis/Aceton-Bad auf –35°C gekühlt und entgast. Dann wurde
eine Menge von 46 mMol SF5Br in das Gemisch
kondensiert. Der Reaktor wurde versiegelt und unter Rühren auf Raumtemperatur
erwärmen
gelassen. Nach 1,5 Stunden wurde der Reaktor wieder auf –35°C gekühlt. Dann wurden
weitere 46 mMol SF5Br in das Gemisch kondensiert.
Nach 2 Stunden wurde der Reaktor entlüftet und mit N2 gespült. Das
Reaktionsgemisch wurde einer kalten Natriumbicarbonatlösung langsam
zugesetzt und die organische Schicht aus dem Gemisch isoliert. Die
GC-Analyse zeigte, dass das Zwischenprodukt 1-Brom-1-triisopropylsilyl-2-pentafluorsulfuranylethen,
zu 95 % rein war. 276 mMol pulverisiertes Kaliumhydroxid wurden der
das Zwischenprodukt enthaltenden organischen Schicht zugesetzt und über Nacht
gerührt.
Die Lösung wurde
filtriert und das Lösungsmittel
durch Rotationsverdampfen entfernt. Wie die GC-Analyse zeigte, war
das Produkt, 1-Pentafluorsulfuranyl-2-triisopropylsilylethin zu 95 % rein.
Das Molekulargewicht dieses Produkts betrug 308. Die NMR-Ergebnisse
für dieses
Produkt waren wie folgt: 1H NMR δ 1,1 (m,
21H); 19F NMR δ 76 (1F, pent), 81 (4F,d); GC/MS
m/z = 308 (iPr)3SiC2SF5 +; 265 (iPr)2SiC2SF5 +.
-