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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von substituierten
Chinolinderivaten für
die Hemmung des Wachstums von arzneimittelresistenten Mycobakterienstämmen, darunter
auch die Hemmung des Wachstums von mehrfach arzneimittelresistenten
Mycobakterienstämmen.
Die substituierten Chinolinderivate können daher für die Behandlung
oder die Vorbeugung von mycobakteriellen Krankheiten, die durch
arzneimittelresistente, insbesondere mehrfach arzneimittelresistente,
Mycobakterien verursacht werden, eingesetzt werden. Ganz besonders
können
die vorliegenden Chinolinderivate für die Behandlung oder die Vorbeugung von
mycobakteriellen Krankheiten, die durch arzneimittelresistente,
darunter auch mehrfach arzneimittelresistente, Mycobacterium tuberculosis
verursacht werden, eingesetzt werden. Die vorliegende Erfindung
betrifft auch eine Kombination von (a) einem substituierten Chinolinderivat
der vorliegenden Erfindung und (b) einem oder mehreren sonstigen
antimycobakteriellen Mitteln.
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ALLGEMEINER STAND DER TECHNIK
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Mycobacterium
tuberculosis ist der Verursacher der Tuberkulose (TB), einer weltweit
verbreiteten ernsthaften Infektionskrankheit, die auch zum Tod führen kann.
Schätzungen
der Weltgesundheitsorganisation haben ergeben, daß jedes
Jahr über
8 Millionen Menschen an TB erkranken und 2 Millionen Menschen pro Jahr
an Tuberkulose sterben. In den letzten 10 Jahren haben die TB-Fälle weltweit
um 20% zugenommen, wobei die stärkste
Belastung in den ärmsten
Bevölkerungsschichten
auftritt. Wenn sich an diesen Trends nichts ändert, werden in den nächsten 20
Jahren die TB-Fälle
um 41% zunehmen. 50 Jahre nach der Einführung einer wirksamen Chemotherapie
ist TB nach wie vor – nach
AIDS – weltweit
die häufigste
Ursache von infektionsbedingten Todesfällen bei Erwachsenen. Was die
TB-Epidemie noch komplizierter macht, ist das ansteigende Vorkommen
von mehrfach arzneimittelresistenten Stämmen und die tödliche Kombination
mit HIV. Bei Menschen, die HIV-positiv sind und an TB-Infektion
leiden, ist die Wahrscheinlichkeit, aktive TB zu entwickeln, 30mal
höher als
bei Menschen, die HIV-negativ sind, und TB ist weltweit für den Tod
von einer von drei Personen mit HIV/AIDS verantwortlich.
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Bei
allen existierenden Ansätzen
für die
Behandlung der Tuberkulose wird eine Kombination von mehrfachen
Mitteln verwendet. So ist zum Beispiel das vom Public Health Service
der Vereinigten Staaten empfohlene Behandlungsschema eine Kombination
von Isoniazid, Rifampicin und Pyrazinamid über zwei Monate und danach
im Anschluß weitere
vier Monate Isoniazid und Rifampicin allein. Diese Arzneistoffe
werden bei Patienten, die an HIV-Infektion leiden, noch weitere
sieben Monate weiter verwendet. Bei Patienten, die mit mehrfach
arzneimittelresistenten Stämmen
von M. tuberculosis infiziert sind, werden noch Mittel wie Ethambutol,
Streptomycin, Kanamycin, Amikacin, Capreomycin, Ethionamid, Cycloserin,
Ciprofoxacin und Ofloxacin zusätzlich
zu den Kombinationstherapien eingesetzt. Es existiert weder ein
einziges Mittel, das bei der klinischen Behandlung der Tuberkulose
wirksam ist, noch irgendeine Kombination von Mitteln, die die Möglichkeit einer
Therapie mit einer Dauer von weniger als sechs Monaten ermöglicht.
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In
der Medizin besteht ein großer
Bedarf an neuen Arzneistoffen, die die derzeitige Behandlung dadurch
verbessern, daß sie
Behandlungsschemata ermöglichen,
die eine Erleichterung für
die Compliance von Patient und medizinischem Betreuer ermöglichen.
Behandlungsschemata, die kürzer
sind und die weniger Betreuung erfordern, sind der beste Weg, dies
zu erreichen. Der größte Nutzen
der Behandlung tritt in den ersten 2 Monaten während der intensiven (oder
bakteriziden) Phase auf, wenn vier Arzneistoffe gemeinsam verabreicht
werden; die bakterielle Belastung wird stark reduziert, und die
Patienten werden nichtansteckend. Die 4 bis 6 Monate lange Folgebehandlung
oder sterilisierende Phase ist erforderlich, um persistente Bazillen
zu eliminieren und das Risiko eines Rückfalls zu minimieren. Ein
wirksamer sterilisierender Arzneistoff, der die Behandlung auf 2
Monate oder weniger verkürzt,
wäre äußerst nützlich.
Arzneistoffe, die die Compliance dadurch erleichtern, daß sie eine
weniger intensive Betreuung erfordern, sind ebenfalls von Nöten. Eine
Verbindung, die sowohl die Gesamtlänge der Behandlung als auch
die Häufigkeit
der Verabreichung des Arzneistoffs reduziert, wäre natürlich am nützlichsten.
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Was
die TB-Epidemie noch komplizierter macht, ist das immer stärker werdende
Auftreten von mehrfach arzneimittelresistenten Stämmen, auch
MDR-TB genannt. Es wird geschätzt,
daß es
sich bei bis zu 4% aller Fälle
weltweit um MDR-TB handelt, wobei diese gegenüber den wirksamsten Arzneimitteln
des aus vier Arzneimitteln bestehenden Cocktails, nämlich Isoniazid
und Rifampin, resistent sind. Bleibt die MDR-TB unbehandelt, so
verläuft
sie tödlich
und kann mittels der üblichen
Therapie nicht gut genug behandelt werden, und bei der Behandlung
sind daher bis zu 2 Jahre mit Arzneimitteln „zweiter Wahl" erforderlich. Diese
Arzneimittel sind häufig
toxisch, teuer und nur wenig wirksam. Da es an einer wirksamen Therapie
fehlt, verbreiten ansteckende MDR-TB-Patienten nach wie vor die
Krankheit, was zu neuen Infektionen mit MDR-TB-Stämmen
führt. Es
besteht ein starker Bedarf in der Medizin an Arzneimitteln, die
eine Wirksamkeit gegen resistente Stämme und/oder MDR-Stämme aufweisen.
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Bei
dem im obigen bzw. folgenden Text verwendeten Begriff „arzneimittelresistent" handelt es sich
um einen Begriff, mit dem der Fachmann auf dem Gebiet der Mikrobiologie
gut vertraut ist. Ein arzneimittelresistentes Mycobakterium ist
ein Mycobakterium, das auf mindestens einen zuvor wirksamen Arzneistoff
nicht mehr anspricht, das die Fähigkeit
entwickelt hat, einem antibiotischen Angriff durch mindestens einen
zuvor wirksamen Arzneistoff standzuhalten. Ein arzneimittelresistenter
Stamm kann diese Fähigkeit,
standzuhalten, an seine Nachkommenschaft weitergeben. Diese Resistenz
kann das Ergebnis von zufälligen
genetischen Mutationen in der bakteriellen Zelle sein, die ihre
Empfindlichkeit gegenüber
einem einzelnen Arzneistoff oder gegenüber unterschiedlichen Arzneistoffen
verändern.
Die MDR-Tuberkulose ist eine spezifische Form der arzneimittelresistenten
Tuberkulose, die von einem Bakterium verursacht wird, das gegenüber mindestens
Isoniazid und Rifampicin resistent ist (mit oder ohne Resistenz
gegenüber
anderen Arzneistoffen), wobei es sich hierbei um die zwei zur Zeit
am stärksten
gegen TB wirkenden Arzneistoffe handelt. Wird im vorhergehenden oder
folgenden Text der Begriff „arzneimittelresistent" verwendet, so beinhaltet
er auch mehrfache Arzneimittelresistenz.
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Unerwarteterweise
wurde nun gefunden, daß sich
die erfindungsgemäßen substituierten
Chinolinderivate sehr gut für
die Hemmung des Wachstums von arzneimittelresistenten, insbesondere
mehrfach arzneimittelresistenten, Mycobakterien eignen und sich
daher gut für
die Behandlung von Erkrankungen, die von arzneimittelresistenten,
insbesondere mehrfach arzneimittelresistenten, Mycobakterien verursacht
werden, eignen, insbesondere von solchen Krankheiten, die durch
arzneimittelresistente, insbesondere mehrfach arzneimittelresistente,
pathogene Mycobacterium (M.) tuberculosis, M. bovis, M. avium, M.
fortuitum, M. leprae und M. marinum, stärker bevorzugt Mycobacterium
tuberculosis, verursacht werden.
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Die
substituierten Chinolinderivate, auf die sich die vorliegende Erfindung
bezieht, sind bereits in
WO 2004/011436 beschrieben
worden. In dieser Druckschrift wird die antimycobakterielle Eigenschaft
der substituierten Chinolinderivate gegen empfindliche, suszeptible
Mycobakterienstämme
beschrieben, es wird jedoch nichts über ihre Wirksamkeit gegen
arzneimittelresistente, insbesondere mehrfach arzneimittelresistente
Mycobakterien gesagt.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft daher die Verwendung eines substituierten
Chinolinderivats für
die Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung eines warmblütigen Säugetiers,
des mit einem arzneimittelresistenten Mycobakterienstamm infiziert
ist, wobei es sich bei dem substituierten Chinolinderivat um eine
Verbindung gemäß Formel
(Ia) oder Formel (Ib)
ein pharmazeutisch annehmbares
Säure-
oder Basenadditionssalz davon, eine stereochemisch isomere Form davon,
eine tautomere Form davon oder eine N-Oxidform davon handelt, mit
den folgenden Bedeutungen:
R
1 bedeutet
Wasserstoff, Halogen, Halogenalkyl, Cyano, Hydroxy, Ar, Het, Alkyl,
Alkyloxy, Alkylthio, Alkyloxyalkyl, Alkylthioalkyl, Ar-Alkyl oder Di(Ar)alkyl;
p
bedeutet eine ganze Zahl gleich 1, 2, 3 oder 4;
R
2 bedeutet
Wasserstoff, Hydroxy, Mercapto, Alkyloxy, Alkyloxyalkyloxy, Alkylthio,
Mono- oder Di(alkyl)amino oder
einen Rest der Formel
wobei Y CH
2,
O, S, NH oder N-Alkyl bedeutet;
R
3 bedeutet
Alkyl, Ar, Ar-Alkyl, Het oder Het-Alkyl;
q bedeutet eine ganze Zahl
gleich Null, 1, 2, 3 oder 4;
R
4 und
R
5 bedeuten jeweils unabhängig voneinander
Wasserstoff, Alkyl oder Benzyl oder
R
4 und
R
5 gemeinsam und inklusive dem N, an den
sie gebunden sind, können
einen Rest aus der Gruppe Pyrrolidinyl, 2H-Pyrrolyl, 2-Pyrrolinyl,
3-Pyrrolinyl, Pyrrolyl, Imidazolidinyl, Pyrazolidinyl, 2-Imidazolinyl,
2-Pyrazolinyl, Imidazolyl, Pyrazolyl, Triazolyl, Piperidinyl, Pyridinyl,
Piperazinyl, Imidazolidinyl, Pyridazinyl, Pyrimidinyl, Pyrazinyl,
Triazinyl, Morpholinyl und Thiomorpholinyl, die gegebenenfalls durch
Alkyl, Halogen, Halogenalkyl, Hydroxy, Alkyloxy, Amino, Mono- oder
Dialkylamino, Alkylthio, Alkyloxyalkyl, Alkylthioalkyl und Pyrimidinyl substituiert
sind, bilden;
R
6 bedeutet Wasserstoff,
Halogen, Halogenalkyl, Hydroxy, Ar, Alkyl, Alkyloxy, Alkylthio, Alkyloxyalkyl,
Alkylthioalkyl, Ar-Alkyl oder Di(Ar)alkyl oder
zwei benachbarte
R
6-Reste können gemeinsam einen zweiwertigen
Rest der Formel -CH=CH-CH=CH- bilden;
r bedeutet eine ganze
Zahl gleich 1, 2, 3, 4 oder 5 und
R
7 bedeutet
Wasserstoff, Alkyl, Ar oder Het;
R
8 bedeutet
Wasserstoff oder Alkyl;
R
9 bedeutet
Oxo oder
R
8 und R
9 gemeinsam
bilden den Rest =N-CH=CH-;
Alkyl bedeutet einen geradkettigen
oder verzweigten gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, oder einen
cyclischen gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen, oder einen cyclischen
gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen, der an einen
geradkettigen oder verzweigten gesättigten Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen gebunden ist; wobei jedes Kohlenstoffatom
gegebenenfalls durch Halogen, Hydroxy, Alkyloxy oder Oxo substituiert
sein kann;
Ar bedeutet einen Homocyclus aus der Gruppe Phenyl,
Naphtyl, Acenaphtyl, Tetrahydronaphtyl, die jeweils gegebenenfalls
durch 1, 2 oder 3 Substituenten substituiert sind, wobei jeder Substituent
unabhängig
aus der Gruppe Hydroxy, Halogen, Cyano, Nitro, Amino, Mono- oder
Dialkylamino, Alkyl, Halogenalkyl, Alkyloxy, Halogenalkyloxy, Carboxyl,
Alkyloxycarbonyl, Aminocarbonyl, Morpholinyl und Mono- oder Dialkylaminocarbonyl stammt;
Het
beutetet einen monocyclischen Heterocyclus aus der Gruppe N-Phenoxypiperidinyl,
Pyrrolyl, Pyrazolyl, Imidazolyl, Furanyl, Thienyl, Oxazolyl, Isoxazolyl,
Thiazolyl, Isothiazolyl, Pyridinyl, Pyrimidinyl, Pyrazinyl und Pyridazinyl,
oder einen bicyclischen Heterocyclus aus der Gruppe Chinolinyl,
Chinoxalinyl, Indolyl, Benzimidazolyl, Benzoxazolyl, Benzisoxazolyl,
Benzothiazolyl, Benzisothiazolyl, Benzofuranyl, Benzothienyl, 2,3-Dihydrobenzo[1,4]dioxinyl
oder Benzo[1,3]dioxolyl wobei jeder monocyclische und bicyclische
Heterocyclus gegebenenfalls an einem Kohlenstoffatom durch 1, 2
oder 3 Substituenten aus der Gruppe Halogen, Hydroxy, Alkyl oder
Alkyloxy substituiert sein kann;
Halogen bedeutet einen Substituenten
aus der Gruppe Fluor, Chlor, Brom und Iod und
Halogenalkyl
bedeutet einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder einen cyclischen
gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen, wobei eines
oder mehrere Kohlenstoffatome durch ein oder mehrere Halogenatome
substituiert sind.
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Stärker bevorzugt
betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung eines substituierten
Chinolinderivats für
die Herstellung eines Arzneimittels für die Behandlung einer Infektion
mit einem arzneimittelresistenten Mycobakteriumstamm, wobei es sich
bei dem substituierten Chinolinderivat um eine Verbindung gemäß Formel
(Ia) oder Formel (Ib) handelt.
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Die
Verbindungen gemäß Formel
(Ia) und (Ib) sind insofern miteinander verwandt, als zum Beispiel eine
Verbindung gemäß Formel
(Ib), in der R9 Oxo bedeutet, das tautomere Äquivalent
einer Verbindung gemäß Formel
(Ia), bei der R2 Hydroxy bedeutet, ist (Keto-Enol-Tautomerie).
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Im
Zusammenhang mit der vorliegenden Anmeldung bedeutet Alkyl einen
geradkettigen oder verzweigten gesättigten Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, oder einen cyclischen gesättigten Kohlenwasserstoffrest
mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen, oder einen cyclischen gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen, der an einen
geradkettigen oder verzweigten gesättigten Kohlenwasserstoffrest mit
1 bis 6 Kohlenstoffatomen gebunden ist; wobei jedes Kohlenstoffatom
gegebenenfalls durch Halogen, Hydroxy, Alkyloxy oder Oxo substituiert
sein kann. Vorzugsweise bedeutet Alkyl Methyl, Ethyl oder Cyclohexylmethyl.
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Im
Zusammenhang mit der vorliegenden Anmeldung bedeutet Ar einen Homocyclus
aus der Gruppe Phenyl, Naphtyl, Acenaphtyl, Tetrahydronaphtyl, die
jeweils gegebenenfalls durch 1, 2 oder 3 Substituenten substituiert
sind, wobei jeder Substituent unabhängig aus der Gruppe Hydroxy,
Halogen, Cyano, Nitro, Amino, Mono- oder Dialkylamino, Alkyl, Halogenalkyl,
Alkyloxy, Halogenalkyloxy, Carboxyl, Alkyloxycarbonyl, Aminocarbonyl,
Morpholinyl und Mono- oder Dialkylaminocarbonyl stammt. Vorzugsweise
bedeutet Ar Naphtyl oder Phenyl, das jeweils gegebenenfalls durch
ein oder zwei Halogensubstituenten substituiert ist.
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Im
Zusammenhang mit der vorliegenden Anmeldung bedeutet Het einen monocyclischen
Heterocyclus aus der Gruppe N-Phenoxypiperidinyl, Pyrrolyl, Pyrazolyl,
Imidazolyl, Furanyl, Thienyl, Oxazolyl, Isoxazolyl, Thiazolyl, Isothiazolyl,
Pyridinyl, Pyrimidinyl, Pyrazinyl und Pyridazinyl, oder einen bicyclischen
Heterocyclus aus der Gruppe Chinolinyl, Chinoxalinyl, Indolyl, Benzimidazolyl,
Benzoxazolyl, Benzisoxazolyl, Benzothiazolyl, Benzisothiazolyl,
Benzofuranyl, Benzothienyl, 2,3-Dihydrobenzo[1,4]dioxinyl oder Benzo[1,3]dioxolyl, wobei
jeder monocyclische und bicyclische Heterocyclus gegebenenfalls
an einem Kohlenstoffatom durch 1, 2 oder 3 Substituenten aus der
Gruppe Halogen, Hydroxy, Alkyl oder Alkyloxy substituiert sein kann.
Vorzugsweise bedeutet Het Thienyl.
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Im
Zusammenhang mit der vorliegenden Anmeldung bedeutet Halogen einen
Substituenten aus der Gruppe Fluor, Chlor, Brom und Iod, und Halogenalkyl
bedeutet einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder einen cyclischen
gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen, wobei eines
oder mehrere Kohlenstoffatome durch ein oder mehrere Halogenatome
substituiert sind. Vorzugsweise bedeutet Halogen Brom, Fluor oder
Chlor, und Halogenalkyl bedeutet vorzugsweise Trifluormethyl. Ist
Alkyl durch mehr als ein Halogenatom substituiert, so kann jedes
Halogenatom gleich oder verschieden sein.
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Vorzugsweise
betrifft die Erfindung die wie obendefinierte Verwendung der Verbindungen
der Formel (Ia) oder (Ib),
ein pharmazeutisch
annehmbares Säure-
oder Basenadditionssalz davon, eine stereochemisch isomere Form davon,
eine tautomere Form davon oder eine N-Oxidform davon, mit den folgenden
Bedeutungen:
R
1 bedeutet Wasserstoff,
Halogen, Halogenalkyl, Cyano, Hydroxy, Ar, Het, Alkyl, Alkyloxy,
Alkylthio, Alkyloxyalkyl, Alkylthioalkyl, Ar-Alkyl oder Di(Ar)alkyl;
p bedeutet
eine ganze Zahl gleich 1, 2, 3 oder 4;
R
2 bedeutet
Wasserstoff, Hydroxy, Mercapto, Alkyloxy, Alkyloxyalkyloxy, Alkylthio,
Mono- oder Di(alkyl)amino oder
einen Rest der Formel
wobei Y CH
2,
O, S, NH oder N-Alkyl bedeutet;
R
3 bedeutet
Alkyl, Ar, Ar-Alkyl, Het oder Het-Alkyl;
q bedeutet eine ganze Zahl
gleich Null, 1, 2, 3 oder 4;
R
4 und
R
5 bedeuten jeweils unabhängig voneinander
Wasserstoff, Alkyl oder Benzyl oder
R
4 und
R
5 gemeinsam und inklusive dem N, an den
sie gebunden sind, können
einen Rest aus der Gruppe Pyrrolidinyl, 2H-Pyrrolyl, 2-Pyrrolinyl,
3-Pyrrolinyl, Pyrrolyl, Imidazolidinyl, Pyrazolidinyl, 2-Imidazolinyl,
2-Pyrazolinyl, Imidazolyl, Pyrazolyl, Triazolyl, Piperidinyl, Pyridinyl,
Piperazinyl, Imidazolidinyl, Pyridazinyl, Pyrimidinyl, Pyrazinyl,
Triazinyl, Morpholinyl und Thiomorpholinyl, die gegebenenfalls durch
Alkyl, Halogen, Halogenalkyl, Hydroxy, Alkyloxy, Amino, Mono- oder
Dialkylamino, Alkylthio, Alkyloxyalkyl, Alkylthioalkyl und Pyrimidinyl substituiert
sind, bilden;
R
6 bedeutet Wasserstoff,
Halogen, Halogenalkyl, Hydroxy, Ar, Alkyl, Alkyloxy, Alkylthio, Alkyloxyalkyl,
Alkylthioalkyl, Ar-Alkyl oder Di(Ar)alkyl oder
zwei benachbarte
R
6-Reste können gemeinsam einen zweiwertigen
Rest der Formel =C-C=C=C- bilden;
r bedeutet eine ganze Zahl
gleich 1, 2, 3, 4 oder 5 und
R
7 bedeutet
Wasserstoff, Alkyl, Ar oder Het;
R
9 bedeutet
Wasserstoff oder Alkyl;
R
9 bedeutet
Oxo oder
R
9 und R
9 gemeinsam
bilden den Rest =N-CH=CH-;
Alkyl bedeutet einen geradkettigen
oder verzweigten gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, oder einen
cyclischen gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen, oder einen cyclischen
gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen, der an einen
geradkettigen oder verzweigten gesättigten Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen gebunden ist; wobei jedes Kohlenstoffatom
gegebenenfalls durch Halogen, Hydroxy, Alkyloxy oder Oxo substituiert
sein kann;
Ar bedeutet einen Homocyclus aus der Gruppe Phenyl,
Naphtyl, Acenaphtyl, Tetrahydronaphtyl, die jeweils gegebenenfalls
durch 1, 2 oder 3 Substituenten substituiert sind, wobei jeder Substituent
unabhängig
aus der Gruppe Hydroxy, Halogen, Cyano, Nitro, Amino, Mono- oder
Dialkylamino, Alkyl, Halogenalkyl, Alkyloxy, Halogenalkyloxy, Carboxyl,
Alkyloxycarbonyl, Aminocarbonyl, Morpholinyl und Mono- oder Dialkylaminocarbonyl stammt;
Het
beutetet einen monocyclischen Heterocyclus aus der Gruppe N-Phenoxypiperidinyl,
Pyrrolyl, Pyrazolyl, Imidazolyl, Furanyl, Thienyl, Oxazolyl, Isoxazolyl,
Thiazolyl, Isothiazolyl, Pyridinyl, Pyrimidinyl, Pyrazinyl und Pyridazinyl,
oder einen bicyclischen Heterocyclus aus der Gruppe Chinolinyl,
Chinoxalinyl, Indolyl, Benzimidazolyl, Benzoxazolyl, Benzisoxazolyl,
Benzothiazolyl, Benzisothiazolyl, Benzofuranyl, Benzothienyl, 2,3-Dihydrobenzo[1,4]dioxinyl
oder Benzo[1,3]dioxolyl wobei jeder monocyclische und bicyclische
Heterocyclus gegebenenfalls an einem Kohlenstoffatom durch 1, 2
oder 3 Substituenten aus der Gruppe Halogen, Hydroxy, Alkyl oder
Alkyloxy substituiert sein kann;
Halogen bedeutet einen Substituenten
aus der Gruppe Fluor, Chlor, Brom und Iod und
Halogenalkyl
bedeutet einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder einen cyclischen
gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen, wobei eines
oder mehrere Kohlenstoffatome durch ein oder mehrere Halogenatome
substituiert sind.
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Die
Erfindung betrifft auch die wie oben definierte Verwendung von Verbindungen
der Formel (Ia) oder (Ib), mit den folgenden Bedeutungen:
R
1 bedeutet Wasserstoff, Halogen, Halogenalkyl,
Cyano, Hydroxy, Ar, Het, Alkyl, Alkyloxy, Alkylthio, Alkyloxyalkyl,
Alkylthioalkyl, Ar-Alkyl
oder Di(Ar)alkyl;
p bedeutet eine ganze Zahl gleich 1, 2, 3
oder 4;
R
2 bedeutet Wasserstoff, Hydroxy,
Mercapto, Alkyloxy, Alkyloxyalkyloxy, Alkylthio, Mono- oder Di(alkyl)amino oder
einen Rest der Formel
wobei Y CH
2,
O, S, NH oder N-Alkyl bedeutet;
R
3 bedeutet
Alkyl, Ar, Ar-Alkyl, Het oder Het-Alkyl;
q bedeutet eine ganze Zahl
gleich Null, 1, 2, 3 oder 4;
R
4 und
R
5 bedeuten jeweils unabhängig voneinander
Wasserstoff, Alkyl oder Benzyl oder
R
4 und
R
5 gemeinsam und inklusive dem N, an den
sie gebunden sind, können
einen Rest aus der Gruppe Pyrrolidinyl, 2H-Pyrrolyl, 2-Pyrrolinyl,
3-Pyrrolinyl, Pyrrolyl, Imidazolidinyl, Pyrazolidinyl, 2-Imidazolinyl,
2-Pyrazolinyl, Imidazolyl, Pyrazolyl, Triazolyl, Piperidinyl, Pyridinyl,
Piperazinyl, Imidazolidinyl, Pyridazinyl, Pyrimidinyl, Pyrazinyl,
Triazinyl, Morpholinyl und Thiomorpholinyl, die gegebenenfalls durch
Alkyl, Halogen, Halogenalkyl, Hydroxy, Alkyloxy, Amino, Mono- oder
Dialkylamino, Alkylthio, Alkyloxyalkyl, Alkylthioalkyl und Pyrimidinyl substituiert
sind, bilden;
R
6 bedeutet Wasserstoff,
Halogen, Halogenalkyl, Hydroxy, Ar, Alkyl, Alkyloxy, Alkylthio,
Alkyloxyalkyl, Alkylthioalkyl, Ar-Alkyl oder Di(Ar)alkyl
r
bedeutet eine ganze Zahl gleich 1, 2, 3, 4 oder 5 und
R
7 bedeutet Wasserstoff, Alkyl, Ar oder Het;
R
6 bedeutet Wasserstoff oder Alkyl;
R
9 bedeutet Oxo oder
R
6 und
R
9 gemeinsam bilden den Rest =N-CH=CH-;
Alkyl
bedeutet einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, oder einen
cyclischen gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen, oder einen cyclischen
gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen, der an einen
geradkettigen oder verzweigten gesättigten Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen gebunden ist; wobei jedes Kohlenstoffatom
gegebenenfalls durch Halogen, Hydroxy, Alkyloxy oder Oxo substituiert
sein kann;
Ar bedeutet einen Homocyclus aus der Gruppe Phenyl,
Naphtyl, Acenaphtyl, Tetrahydronaphtyl, die jeweils gegebenenfalls
durch 1, 2 oder 3 Substituenten substituiert sind, wobei jeder Substituent
unabhängig
aus der Gruppe Hydroxy, Halogen, Cyano, Nitro, Amino, Mono- oder
Dialkylamino, Alkyl, Halogenalkyl, Alkyloxy, Halogenalkyloxy, Carboxyl,
Alkyloxycarbonyl, Aminocarbonyl, Morpholinyl und Mono- oder Dialkylaminocarbonyl stammt;
Het
beutetet einen monocyclischen Heterocyclus aus der Gruppe N-Phenoxypiperidinyl,
Pyrrolyl, Pyrazolyl, Imidazolyl, Furanyl, Thienyl, Oxazolyl, Isoxazolyl,
Thiazolyl, Isothiazolyl, Pyridinyl, Pyrimidinyl, Pyrazinyl und Pyridazinyl,
oder einen bicyclischen Heterocyclus aus der Gruppe Chinolinyl,
Chinoxalinyl, Indolyl, Benzimidazolyl, Benzoxazolyl, Benzisoxazolyl,
Benzothiazolyl, Benzisothiazolyl, Benzofuranyl, Benzothienyl, 2,3-Dihydrobenzo[1,4]dioxinyl
oder Benzo[1,3]dioxolyl wobei jeder monocyclische und bicyclische
Heterocyclus gegebenenfalls an einem Kohlenstoffatom durch 1, 2
oder 3 Substituenten aus der Gruppe Halogen, Hydroxy, Alkyl oder
Alkyloxy substituiert sein kann;
Halogen bedeutet einen Substituenten
aus der Gruppe Fluor, Chlor, Brom und Iod und
Halogenalkyl
bedeutet einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder einen cyclischen
gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen, wobei eines
oder mehrere Kohlenstoffatome durch ein oder mehrere Halogenatome
substituiert sind.
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Die
Erfindung betrifft auch die wie oben definierte Verwendung von Verbindungen
der Formel (Ia) oder (Ib), mit den folgenden Bedeutungen:
R
1 bedeutet Wasserstoff, Halogen, Cyano, Ar,
Het, Alkyl, Alkyloxy;
p bedeutet eine ganze Zahl gleich 1,
2, 3 oder 4;
R
2 bedeutet Wasserstoff,
Hydroxy, Alkyloxy, Alkyloxyalkyloxy, Alkylthio oder einen Rest der
Formel
wobei Y O bedeutet;
R
3 bedeutet Alkyl, Ar, Ar-Alkyl oder Het;
q
bedeutet eine ganze Zahl gleich Null, 1, 2 oder 3;
R
4 und R
5 bedeuten
jeweils unabhängig
voneinander Wasserstoff, Alkyl oder Benzyl oder
R
4 und
R
5 gemeinsam und inklusive dem N, an den
sie gebunden sind, können
einen Rest aus der Gruppe Pyrrolidinyl, Imidazolyl, Triazolyl, Piperidinyl,
Piperazinyl, Pyrazinyl, Morpholinyl und Thiomorpholinyl, die gegebenenfalls
durch Alkyl und Pyrimidinyl substituiert sind, bilden;
R
6 bedeutet Wasserstoff, Halogen oder Alkyl;
oder
zwei benachbarte R
6-Reste können gemeinsam
einen zweiwertigen Rest der Formel -CH=CH-CH=CHbilden;
r bedeutet
eine ganze Zahl gleich 1; und
R
7 bedeutet
Wasserstoff;
R
8 bedeutet Wasserstoff
oder Alkyl;
R
9 bedeutet Oxo; oder
R
8 und R
9 gemeinsam
bilden den Rest =N-CH=CH-;
Alkyl bedeutet einen geradkettigen
oder verzweigten gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, oder einen
cyclischen gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen, oder einen cyclischen
gesättigten
Kohlenwasserstoffrest mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen, der an einen
geradkettigen oder verzweigten gesättigten Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen gebunden ist; wobei jedes Kohlenstoffatom
gegebenenfalls durch Halogen oder Hydroxy substituiert sein kann;
Ar
bedeutet einen Homocyclus aus der Gruppe Phenyl, Naphtyl, Acenaphtyl,
Tetrahydronaphtyl, die jeweils gegebenenfalls durch 1, 2 oder 3
Substituenten substituiert sind, wobei jeder Substituent unabhängig aus
der Gruppe Halogen, Halogenalkyl, Cyano, Alkyloxy und Morpholinyl
stammt;
Het bedeutet einen monocyclischen Heterocyclus aus
der Gruppe N-Phenoxypiperidinyl, Furanyl, Thienyl, Pyridinyl, Pyrimidinyl,
oder einen bicyclischen Heterocyclus aus der Gruppe Benzothienyl,
2,3-Dihydrobenzo[1,4]dioxinyl oder Benzo[1,3]dioxolyl, wobei jeder
monocyclische und bicyclische Heterocyclus gegebenenfalls an einem
Kohlenstoffatom durch 1, 2 oder 3 Alkylsubstituenten substituiert
sein kann; und
Halogen bedeutet einen Substituenten aus der
Gruppe Fluor, Chlor und Brom.
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Bei
Verbindungen nach jeder der Formeln (Ia) und (Ib) bedeutet R1 vorzugsweise Wasserstoff, Halogen, Ar,
Alkyl oder Alkyloxy. Stärker
bevorzugt bedeutet R1 Halogen. Am stärksten bevorzugt
bedeutet R1 Brom.
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Vorzugsweise
ist p gleich 1.
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R2 bedeutet vorzugsweise Wasserstoff, Alkyloxy
oder Alkylthio. Stärker
bevorzugt bedeutet R2 Alkyloxy, insbesondere
C1-4-Alkyloxy. Am stärksten bevorzugt bedeutet R2 Methyloxy.
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C1-4-Alkyl ist ein geradkettiger oder verzweigter
gesättigter
Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen wie zum Beispiel
Methyl, Ethyl, Propyl, 2-Methylethyl und dergleichen.
-
Vorzugsweise
bedeutet R3 Naphthyl, Phenyl oder Thienyl,
das jeweils gegebenenfalls durch 1 oder 2 Substituenten substituiert
ist, wobei es sich bei diesem Substituenten vorzugsweise um ein
Halogen oder Halogenalkyl und am stärksten bevorzugt um ein Halogen
handelt. Stärker
bevorzugt bedeutet R3 Naphtyl oder Phenyl,
das jeweils gegebenenfalls durch Halogen, vorzugsweise 3-Fluor,
substituiert ist. Noch stärker
bevorzugt bedeutet R3 Naphtyl oder Phenyl.
Am stärksten
bevorzugt bedeutet R3 Naphtyl.
-
Vorzugsweise
ist q gleich null, 1 oder 2. Stärker
bevorzugt ist q gleich 1.
-
Vorzugsweise
bedeuten R4 und R5 jeweils
unabhängig
Wasserstoff oder Alkyl, insbesondere Wasserstoff oder C1-4-Alkyl,
ganz besonders C1-4-Alkyl, stärker bevorzugt
Wasserstoff, Methyl oder Ethyl, am stärksten bevorzugt Methyl.
-
C1-4-Alkyl ist ein geradkettiger oder verzweigter
gesättigter
Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen wie zum Beispiel
Methyl, Ethyl, Propyl, 2-Methylethyl und dergleichen.
-
Vorzugsweise
bilden R4 und R5 gemeinsam
und inklusive dem N, an den sie gebunden sind, einen Rest aus der
Gruppe Imidazolyl, Triazolyl, Piperidinyl, Piperazinyl und Thiomorpholinyl,
die gegebenenfalls durch Alkyl, Halogen, Halogenalkyl, Hydroxy,
Alkyloxy, Alkylthio, Alkyloxyalkyl oder Alkylthioalkyl substituiert sind
und vorzugsweise durch Alkyl und am stärksten bevorzugt durch Methyl
oder Ethyl substituiert sind.
-
Vorzugsweise
bedeutet R6 Wasserstoff, Alkyl oder Halogen.
Am stärksten
bevorzugt bedeutet R6 Wasserstoff. Vorzugsweise
bedeutet r 0, 1 oder 2.
-
R7 bedeutet vorzugsweise Wasserstoff oder
Methyl, stärker
bevorzugt Wasserstoff.
-
Bei
Verbindungen die nur der Formel (Ib) entsprechen, bedeutet R8 vorzugsweise Alkyl, vorzugsweise Methyl,
und R9 Sauerstoff.
-
Eine
interessante Gruppe von Verbindungen sind die Verbindungen gemäß Formel
(Ia), die pharmazeutisch annehmbaren Säure- oder Basenadditionssalze
davon, die stereochemisch isomeren Formen davon, die tautomeren
Formen davon oder die N-Oxidformen davon.
-
Eine
interessante Gruppe von Verbindungen sind die Verbindungen gemäß Formel
(Ia), die pharmazeutisch annehmbaren Säure- oder Basenadditionssalze
davon, die stereochemisch isomeren Formen davon, die tautomeren
Formen davon oder die N-Oxidformen davon, in denen R1 Wasserstoff,
Halogen, Ar, Alkyl oder Alkyloxy bedeutet, p = 1, R2 Wasserstoff,
Alkyloxy oder Alkylthio bedeutet, R3 Naphtyl,
Phenyl oder Thienyl, die gegebenenfalls durch ein oder zwei Substituenten
aus der Gruppe Halogen und Halogenalkyl substituiert sind, bedeuten,
q = 0, 1, 2 oder 3, R4 und R5 jeweils
unabhängig
Wasserstoff oder Alkyl bedeuten oder R4 und
R5 gemeinsam und inklusive dem N, an den
sie gebunden sind, einen Rest aus der Gruppe Imidazolyl, Triazolyl, Piperidinyl,
Piperazinyl und Thiomorpholinyl bedeuten, R6 Wasserstoff,
Alkyl oder Halogen bedeutet, r = 0 oder 1 ist und R7 Wasserstoff
bedeutet.
-
Vorzugsweise
handelt es sich bei der Verbindung um:
- – 1-(6-Brom-2-methoxychinolin-3-yl)-2-(3,5-difluorphenyl)-4-dimethylamino-1-phenylbutan-2-ol;
- – 1-(6-Brom-2-methoxychinolin-3-yl)-4-dimethylamino-2-naphthalin-1-yl-1-phenylbutan-2-ol,
was 6-Brom-α- [2-(Dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol
entspricht;
- – 1-(6-Brom-2-methoxychinolin-3-yl)-2-(2,5-difluorphenyl)-4-dimethylamino-1-phenylbutan-2-ol;
- – 1-(6-Brom-2-methoxychinolin-3-yl)-2-(2,3-difluorphenyl)-4-dimethylamino-1-phenylbutan-2-ol;
- – 1-(6-Brom-2-methoxychinolin-3-yl)-4-dimethylamino-2-(2-fluorphenyl)-1-phenylbutan-2-ol;
- – 1-(6-Brom-2-methoxychinolin-3-yl)-4-dimethylamino-2-naphthalin-1-yl-1-p-tolylbutan-2-ol;
- – 1-(6-Brom-2-methoxychinolin-3-yl)-4-methylamino-2-naphthalin-yl-1-phenylbutan-2-ol;
- – 1-(6-Brom-2-methoxychinolin-3-yl)-4-dimethylamino-2-(3-fluorphenyl)-1-phenylbutan-2-ol
und
- – 1-(6-Brom-2-methoxychinolin-3-yl)-4-dimethylamino-2-phenyl-1-phenylbutan-2-ol;
ein
pharmazeutisch annehmbares Säure-
oder Basenadditionssalz davon, eine stereochemisch isomere Form davon,
eine tautomere Form davon oder eine N-Oxidform davon.
-
Noch
stärker
bevorzugt handelt es sich bei der Verbindung um
- – 1-(6-Brom-2-methoxychinolin-3-yl)-4-dimethylamino-2-(3-fluorphenyl)-1-phenylbutan-2-ol;
- – 1-(6-Brom-2-methoxychinolin-3-yl)-4-dimethylamino-2-phenyl-1-phenylbutan-2-ol;
- – 1-(6-Brom-2-methoxychinolin-3-yl)-4-dimethylamino-2-naphthalin-1-yl-1-phenylbutan-2-ol,
was 6-Brom-α-[2-(Dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol
entspricht;
ein pharmazeutisch annehmbares Säure- oder
Basenadditionssalz davon, eine stereochemisch isomere Form davon,
eine tautomere Form davon oder eine N-Oxidform davon.
-
Eine
alternative chemische Bezeichnung für 1-(6-Brom-2-methoxychinolin-3-yl)-4-dimethylamino-2-naphthalin-1-yl-1-phenylbutan-2-ol
ist 6-Brom-α-[2-(Dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol.
Diese Verbindung kann auch folgendermaßen dargestellt werden:
-
Am
stärksten
bevorzugt handelt es sich bei der Verbindung um eine der folgenden
Verbindungen:
6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol,
ein pharmazeutisch annehmbares Säure-
oder Basenadditionssalz davon, eine stereochemisch isomere Form
davon, eine tautomere Form davon oder eine N-Oxidform davon; oder
6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol,
oder ein pharmazeutisch annehmbares Säureadditionssalz davon, oder
6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol,
oder eine stereochemische isomere Form davon;
6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol,
oder eine N-Oxidform davon; oder
(αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol,
d. h. die Verbindung 12, oder ein pharmazeutisch annehmbares Säureadditionssalz
davon; oder
(αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol,
d. h. die Verbindung 12.
-
Am
stärksten
bevorzugt handelt es sich also bei der Verbindung um (αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolin-ethanol,
das (1R,2S)-1-(6-Brom-2-methoxychinolin-3-yl)-4-dimethylamino-2-naphthalin-1-yl-1-phenylbutan-2-ol
entspricht. Diese Verbindung kann auch folgendermaßen dargestellt
werden:
-
Die
Definition der pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalze umfaßt die therapeutisch
wirksamen nichttoxischen Säureadditionssalzformen,
die die Verbindungen gemäß einer
beliebigen Formel (Ia) und (Ib) bilden können. Diese Säureadditionssalze
können
dadurch erhalten werden, daß man
die Basenform der Verbindungen gemäß einer beliebigen Formel (Ia)
und (Ib) mit entsprechenden Säuren,
zum Beispiel anorganischen Säuren,
zum Beispiel Halogenwasserstoffsäure,
insbesondere Chlorwasserstoffsäure,
Bromwasserstoffsäure,
Schwefelsäure,
Salpetersäure
und Phosphorsäure;
organischen Säuren,
zum Beispiel Essigsäure,
Hydroxyessigsäure,
Propansäure,
Milchsäure,
Brenztraubensäure,
Oxalsäure,
Malonsäure,
Bernsteinsäure,
Maleinsäure,
Fumarsäure, Äpfelsäure, Weinsäure, Zitronensäure, Methansulfonsäure, Ethansulfonsäure, Benzolsulfonsäure, p- Toluolsulfonsäure, Cyclaminsäure, Salicylsäure, p-Aminosalicylsäure und
Pamoasäure
behandelt.
-
Die
Verbindungen gemäß einer
beliebigen Formel (Ia) und (Ib), die saure Protonen enthalten, können auch
in ihre therapeutisch wirksamen nichttoxischen Basenadditionssalzformen
umgewandelt werden, und zwar durch Behandeln mit entsprechenden
organischen und anorganischen Basen. Geeignete Basensalzformen umfassen
zum Beispiel die Ammoniumsalze, die Alkali- und Erdalkalimetallsalze,
insbesondere Lithium-, Natrium-, Kalium-, Magnesium- und Calciumsalze,
Salze mit organischen Basen z. B. die Benzathin-, N-Methyl-D-glucamin-, Hybraminsalze,
sowie Salze mit Aminosäuren,
zum Beispiel Arginin und Lysin.
-
Umgekehrt
wiederum können
die genannten Säure-
oder Basenadditionssalzformen durch Behandeln mit einer entsprechenden
Base oder Säure
in die freien Formen umgewandelt werden.
-
Der
Begriff Additionssalz umfaßt
im Zusammenhang mit der vorliegenden Anmeldung auch die Solvate,
die die Verbindung gemäß einer
beliebigen Formel (Ia) oder (Ib) sowie die Salze davon bilden können. Solche
Solvate sind zum Beispiel Hydrate und Alkoholate.
-
Der
Begriff „stereochemisch
isomere Formen" definiert
im vorliegenden Zusammenhang alle möglichen isomeren Formen, in
der die Verbindungen nach einer beliebigen Formel (Ia) und (Ib)
vorliegen können. Falls
nicht anders erwähnt
oder angegeben, bedeutet die chemische Bezeichnung der Verbindungen
die Mischung aller möglichen
stereochemisch isomeren Formen, wobei diese Mischungen alle Diastereomere
und Enantiomere der molekularen Grundstruktur umfassen. Ganz im
Besonderen können
stereogene Zentren die R- oder S-Konfiguration aufweisen; Substituenten
an zweiwertigen cyclischen (teilweise) gesättigten Resten können entweder
die cis- oder die
trans-Konfiguration aufweisen. Stereochemisch isomere Formen der
Verbindungen gemäß einer
beliebigen der Formeln (Ia) und (Ib) sollen natürlich mit umfaßt sein.
-
Gemäß Konventionen
der CAS-Nomenklatur wird, wenn in einem Molekül zwei stereogene Zentren mit
bekannter absoluter Konfiguration vorhanden sind, ein R- bzw. S-Deskriptor (entsprechend
der Cahn-Ingold-Prelog-Sequenzregel)
dem chiralen Zentrum mit den niedrigsten Nummern, d. h. dem Referenzzentrum, zugeordnet.
Die Konfiguration des zweiten stereogenen Zentrums wird mit den
relativen Deskriptoren [R*, R*] bzw. [R*, S*], wobei R* stets als
das Referenzzentrum gilt und [R*, R*] Zentren mit der gleichen Chiralität und [R*,
S*] Zentren mit einer anderen Chiralität bezeichnet. So würde zum
Beispiel, wenn das chirale Zentrum mit der niedrigsten Nummer im
Molekül
eine S-Konfiguration aufweist und das zweite Zentrum R ist, der
Stereodeskriptor als S-[R*, S*] angegeben werden. Verwendet man „α" und „β", so befindet sich
die Position mit der höchsten
Priorität
am asymmetrischen Kohlenstoffatom in dem Ringsystem mit der niedrigsten
Ringnummer definitionsgemäß immer
in „α"-Stellung an der
durch das Ringsystem festgelegten Mittelebene. Die Stellung des
Substituenten mit der höchsten
Priorität
am anderen asymmetrischen Kohlenstoffatom im Ringsystem bezogen
auf die Position des Substituenten mit der höchsten Priorität am Referenzatom
wird mit „α" bezeichnet, wenn
es sich auf der gleichen Seite der durch das Ringsystem festgelegten
Mittelebene befindet, bzw. als „β", wenn er sich auf der anderen Seite
der durch das Ringsystem festgelegten Mittelebene befindet.
-
Verbindungen
gemäß einer
beliebigen der Formeln (Ia) und (Ib) und manche der Zwischenstufen
weisen ohne Fehl mindestens zwei stereogene Zentren in ihrer Struktur
auf, was zu mindestens 4 stereochemisch unterschiedlichen Strukturen
führen
kann.
-
Die
tautomeren Formen der Verbindungen gemäß einer beliebigen der Formeln
(Ia) und (Ib) sollen diejenigen Verbindungen gemäß einer beliebigen der Formeln
(Ia) und (Ib) umfassen, in der zum Beispiel eine Enolgruppe in eine
Ketogruppe umgewandelt wird (Keto-Enol-Tautomerie).
-
Die
N-Oxidformen der Verbindungen gemäß einer beliebigen der Formeln
(Ia) und (Ib) sollen diejenigen Verbindungen gemäß einer beliebigen der Formeln
(Ia) und (Ib) umfassen, in denen eines oder mehrere tertiäre Stickstoffatome
zum so genannten N-Oxid oxidiert sind.
-
Die
Verbindungen gemäß einer
beliebigen der Formeln (Ia) und (Ib), wie sie bei den unten beschriebenen
Verfahren anfallen, können
in Form von racemischen Mischungen von Enantiomeren, welche voneinander
nach fachbekannten Trennverfahren getrennt werden können, dargestellt
werden. Die racemischen Verbindungen gemäß einer beliebigen der Formeln
(Ia) und (Ib) können
durch Umsetzen mit einer geeigneten chiralen Säure in die entsprechenden diastereomeren
Salzformen umgewandelt werden. Diese diastereomeren Salzformen werden
anschließend
getrennt, zum Beispiel durch selektive oder fraktionelle Kristallisation,
und die Enantiomeren werden daraus durch Alkali freigesetzt. Eine
andere Art der Trennung der enantiomeren Formen der Verbindungen
gemäß einer
beliebigen der Formeln (Ia) und (Ib) umfaßt die Flüssigkeitschromatographie unter
Verwendung einer chiralen stationären Phase. Diese reinen stereochemisch
isomeren Formen können
auch von den entsprechenden reinen stereochemisch isomeren Formen
der jeweiligen Ausgangsmaterialien abgeleitet werden, vorausgesetzt,
daß die
Reaktion stereospezifisch abläuft.
Vorzugsweise wird, wenn ein bestimmtes Stereoisomer erwünscht ist,
diese Verbindung mittels stereospezifischer Herstellungsverfahren
dargestellt werden. Bei diesem Verfahren wird man sich vorteilhaft
enantiomerenreiner Ausgangsmaterialien bedienen.
-
Die
Erfindung umfaßt
weiterhin Derivatverbindungen (die gewöhnlich als „Prodrugs" bezeichnet werden) der pharmakologisch
wirksamen erfindungsgemäßen Verbindungen,
die in vivo zu den erfindungsgemäßen Erfindungen
abgebaut werden. Prodrugs haben gewöhnlich (jedoch nicht immer)
eine niedrigere Wirksamkeit an Zielrezeptor als die Verbindungen,
zu denen sie abgebaut werden. Prodrugs sind besonders nützlich,
wenn die gewünschte
Verbindung chemische oder physikalische Eigenschaften aufweist,
durch die ihre Verabreichung schwierig oder ineffizient wird. So
kann es beispielsweise der Fall sein, daß die gewünschte Verbindung nur schlecht
löslich
ist, nur schlecht über
das Schleimhautepithel transportiert wird oder eine unerwünscht kurze
Plasma-Halbwertzeit hat. Weitere Diskussionen zu Prodrugs finden
sich in Stella, V. J. et al., "Prodrugs", Drug Delivery Systems,
1985, S. 112–176,
und Drugs, 1985, 29, S. 455–473.
-
Bei
den Prodrug-Formen der pharmakologisch wirksamen erfindungsgemäßen Verbindungen
handelt es sich im allgemeinen um Verbindungen gemäß einer
beliebigen Formel (Ia) und (Ib), deren pharmazeutisch annehmbare
Säure-
oder Basenadditionssalze, deren stereochemisch isomere Formen und
deren N-Oxidformen mit einer Säuregruppe,
die verestert oder amidiert ist. Unter diese veresterte Säuregruppen
fallen auch Gruppen der Formel -COOR
x, in
denen R
x C
1-6-Alkyl,
Phenyl, Benzyl oder eine der folgenden Gruppen bedeutet:
-
Zu
den amidierten Gruppen zählen
Gruppen der Formel -CONRyRz,
in der Ry, H, C1-6-Alkyl,
Phenyl oder Benzyl bedeutet und Rz -OH,
H, C1-6-Alkyl, Phenyl oder Benzyl bedeutet.
-
Erfindungsgemäße Verbindungen
mit einer Aminogruppe können
mit einem Keton oder einem Aldehyd wie Formaldehyd unter Bildung
einer Mannich-Base derivatisiert werden. Diese Base hydrolysiert
in wäßriger Lösung mit
einer Kinetik erster Ordnung.
-
Eine
interessante Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung eines substituierten
Chinolinderivats gemäß Formel
(Ia) oder Formel (Ib), insbesondere von (αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol,
für die
Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung einer Infektion mit
einem arzneimittelresistenten Mycobakterienstamm, wobei es sich
bei dem arzneimittelresistenten Mycobakterienstamm Stamm von M.
Tuberculosis handelt.
-
Eine
interessante Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung eines substituierten
Chinolinderivats gemäß Formel
(Ia) oder Formel (Ib), insbesondere von (αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol,
für die
Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung eines Menschen, der
mit einem arzneimittelresistenten Mycobakterienstamm, insbesondere einem
arzneimittelresistenten Stamm von M. tuberculosis, infiziert ist.
-
Eine
weitere interessante Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung eines substituierten
Chinolinderivats gemäß Formel
(Ia) oder Formel (Ib), insbesondere von (αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol
für die Herstellung
eines Arzneimittels für
die Behandlung einer Infektion mit einem mehrfach arzneimittelresistenten Mycobakterienstamm,
insbesondere eines mehrfach arzneimittelresistenten Stamms von M.
tuberculosis, insbesondere für
die Herstellung eines Arzneimittels für die Behandlung eines Säugetiers,
darunter auch des Menschen, das mit einem mehrfach arzneimittelresistenten
Mycobakterienstamm, insbesondere einem mehrfach arzneimittelresistenten
Stamm von M. tuberculosis, infiziert ist.
-
Wie
bereits oben festgestellt, können
die Verbindungen der Formel (Ia) oder Formel (Ib) für die Behandlung
von arzneimittelresistenten, darunter auch mehrfach arzneimittelresistenten,
mycobakteriellen Krankheiten eingesetzt werden. Die genaue Dosierung
und Häufigkeit
der Verabreichung hängt
von der jeweiligen eingesetzten Verbindung der Formel (Ia) oder
(Ib), der jeweiligen Krankheit, die behandelt wird, der Schwere
der Krankheit, die behandelt wird, dem Alter, Gewicht und allgemeinen
körperlichen
Zustand des jeweiligen Patienten sowie von anderen Medikamenten,
mit denen der Patient gegebenenfalls behandelt wird, ab, wie dem
Fachmann gut bekannt ist. Weiterhin ist klar, das diese wirksame
Tagesmenge je nach der Reaktion des behandelten Patienten und/oder
entsprechend der Beurteilung durch den Arzt, der die Verbindungen der
vorliegenden Erfindung verschreibt, gesenkt oder erhöht werden.
-
Angesichts
der Tatsache, daß die
Verbindungen der Formel (Ia) und (Ib) gegen arzneimittelresistente, darunter
auch mehrfach arzneimittelresistente, Mycobakterienstämme wirksam
sind, können
die vorliegenden Verbindungen mit anderen antimycobakteriellen Mitteln
kombiniert werden, um mycobakterielle Krankheiten wirksam zu bekämpfen.
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft daher auch eine Kombination von (a)
einer Verbindung der Formel (Ia) oder (Ib), insbesondere (αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol,
oder einem pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalz davon und
(b) einem oder mehreren antimycobaktierellen Mitteln.
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft auch eine Kombination von (a) einer
Verbindung der Formel (Ia) oder (Ib), insbesondere (αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol,
oder einem pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalz davon und
(b) einem oder mehreren antimycobaktierellen Mitteln zur Verwendung
als Medizin.
-
Die
vorliegende Erfindung umfaßt
auch eine pharmazeutische Zusammensetzung, umfassend einen pharmazeutisch
annehmbaren Träger
und als Wirkstoff eine therapeutisch wirksame Menge von (a) einer
Verbindung der Formel (Ia) oder (Ib), insbesondere (αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol,
oder einem pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalz davon und
(b) einem oder mehreren antimycobaktierellen Mitteln.
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft auch die Verwendung einer Kombination
oder pharmazeutischen Zusammensetzung wie oben definiert für die Behandlung
einer Infektion mit einem arzneimittelresistenten Mycobakterienstamm,
insbesondere einem arzneimittelresistenten Stamm von M. tuberculosis.
-
Die
oben definierte Kombination oder pharmazeutische Zusammensetzung
kann auch für
die Behandlung einer Infektion mit einem suszeptiblen Mycobakterienstamm,
insbesondere einem suszeptiblen Stamm von M. tuberculosis, eingesetzt
werden.
-
In
der oben definierten Kombination oder pharmazeutischen Zusammensetzung
ist die Verbindung der Formel (Ia) oder (Ib) vorzugsweise eine Verbindung
der Formel (Ia).
-
Die
anderen mycobakteriellen Mittel, die mit den Verbindungen der Formel
(Ia) oder (Ib) kombiniert werden können, sind zum Beispiel Rifampicin
(= Rifampin); Isoniazid; Pyrazinamid; Amikacin; Ethionamid; Moxifloxacin;
Ethambutol; Streptomycin; para-Aminosalicylsäure; Cycloserin; Capreomycin;
Kanamycin; Thioacetazon; PA-824; Chinolone/Fluorchinolone, wie zum
Beispiel Ofloxacin, Ciprofloxacin und Sparfloxacin; Makrolide wie
zum Beispiel Clarithromycin, Clofazimin, Amoxycillin mit Clavulansäure; Rifamycine;
Rifabutin; Rifapentin.
-
Vorzugsweise
werden die vorliegenden Verbindungen der Formeln (Ia) und (Ib),
insbesondere (αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol,
in Kombination mit Rifapentin und Moxifloxacin eingesetzt.
-
Eine
weitere interessante erfindungsgemäße Kombination ist eine Kombination
von (a) einer Verbindung der Formel (Ia) oder (Ib), insbesondere
(αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol
oder einen pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalz davon, und (b)
einem oder mehreren antimycobakteriellen Mitteln, wobei das eine
oder mehrere andere antimycobakterielle Mittel Pyrazinamid umfaßt. Die
vorliegende Erfindung betrifft daher auch eine Kombination von einer
Verbindung der Formel (Ia) oder (Ib), insbesondere (αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol
oder einem pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalz davon, und
Pyrazinamid und gegebenenfalls einem oder mehreren anderen antimycobakterielle
Mitteln. Beispiele für
solche Kombinationen sind die Kombination von (αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol oder
einem pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalz davon, und
Pyrazinamid; die Kombination von (αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol
oder einem pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalz davon, Pyrazinamid
und Rifapentin; die Kombination von (αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol
oder einem pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalz davon, Pyrazinamid
und Isoniazid; die Kombination von (αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol
oder einem pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalz davon, Pyrazinamid
und Moxifloxacin; die Kombination von (αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol
oder einem pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalz davon, Pyrazinamid
und Rifampin. Es wurde gefunden, daß eine Verbindung der Formel
(Ia) oder (Ib), insbesondere (αS,βR)-6-Brom-α-[2-(dimethylamino)ethyl]-2-methoxy-α-1-naphthalinyl-β-phenyl-3-chinolinethanol
oder ein pharmazeutisch annehmbares Säureadditionssalz davon, und
Pyrazinamid synergistisch wirken.
-
Weiter
interessante Kombinationen sind diejenigen Kombinationen, die eine
Verbindung der Formel (Ia) oder (Ib) wie in Tabellen 11 und 12 beschrieben
umfassen.
-
Eine
pharmazeutische Zusammensetzung umfassend einen pharmazeutisch annehmbaren
Träger und
als Wirkstoff eine therapeutisch wirksame Menge der Wirkstoffe,
die in den oben genannten Kombinationen angeführt sind, ist ebenfalls von
der vorliegenden Erfindung umfaßt.
-
Die
vorliegende pharmazeutische Zusammensetzung kann verschiedene Darreichungsformen
für Verabreichungszwecke
aufweisen. Als geeignete Zusammensetzungen lassen sich alle Zusammensetzungen nennen,
die üblicherweise
für die
systemische Verabreichung von Arzneistoffen eingesetzt werden. Zur
Herstellung der erfindungsgemäßen pharmazeutischen
Zusammensetzungen wird eine wirksame Menge der jeweiligen Verbindungen,
gegebenenfalls in Additionssalzform, als Wirkstoff innig mit einem
pharmazeutisch annehmbaren Träger
vermischt, wobei der Träger
je nach der für
die Verabreichung gewünschten
Präparatform verschiedenste
Formen annehmen kann. Diese pharmazeutischen Zusammensetzungen liegen
gerne in Einzeldosisform vor, in der sie sich insbesondere für die orale
Verabreichung oder für
die Verabreichung durch parenterale Injektion eignen. So können zum
Beispiel bei der Herstellung von Zusammensetzungen in oraler Darreichungsform
beliebige der üblichen
pharmazeutischen Medien eingesetzt werden, wie zum Beispiel Wasser,
Glykole, Öle,
Alkohole und dergleichen bei flüssigen
Oralpräparaten
wie Suspensionen, Sirupen, Elixieren, Emulsionen und Lösungen;
oder feste Träger
wie Stärken,
Zucker, Kaolin, Streckmittel, Gleitmittel, Bindemittel, Sprengmittel
und dergleichen bei Pulvern, Pillen, Kapseln und Tabletten. Aufgrund
ihrer einfachen Verabreichung stellen Tabletten und Kapseln die
vorteilhaftesten oralen Einzeldosisformen dar, wobei natürlich feste pharmazeutische
Träger
eingesetzt werden. Für
Parenteralzusammensetzungen wird der Träger üblicherweise zumindest größtenteils
aus sterilem Wasser bestehen, obwohl andere Bestandteile ebenfalls
mit verwendet werden können,
zum Beispiel, um die Löslichkeit
zu verbessern. So können
zum Beispiel Injektionslösungen hergestellt
werden, bei denen der Träger
Kochsalzlösung,
Glukoselösung
oder eine Mischung aus Kochsalz- und Glukoselösung umfaßt. Es können auch Injektionssuspensionen
hergestellt werden, wobei entsprechende flüssige Träger, Suspendiermittel und dergleichen
eingesetzt werden können.
Ebenfalls umfaßt
sind Präparate in
fester Form, die kurz vor der Verwendung in Präparate in flüssiger Form
umzuwandeln sind.
-
Je
nach dem Verabreichungsweg umfaßt
die pharmazeutische Zusammensetzung vorzugsweise von 0,05 bis 99
Gew.-%, stärker
bevorzugt von 0,1 bis 70 Gew.-% Wirkstoffe und von 1 bis 99,95 Gew.-%,
stärker bevorzugt
von 30 bis 99,9 Gew.-%, eines pharmazeutisch annehmbaren Trägers, wobei
sich alle Prozentsätze auf
die Gesamtzusammensetzung beziehen.
-
Die
Gewichtsverhältnisse
der Verbindung der Formel (Ia) oder (Ib) und (b) des/der anderen
antimycobaktierellen Mittel(s) kann bei Verabreichung als Kombination
vom Fachmann bestimmt werden. Dieses Verhältnis und die genaue Dosis
und Häufigkeit
der Verabreichung hängt
von der jeweiligen Verbindung der Formel (Ia) oder (Ib) und dem/den
anderen eingesetzten antimycobakteriellen Mittel(n), der Schwere
der Krankheit, die behandelt wird, dem Alter, Gewicht und allgemeinen
körperlichen
Zustand des jeweiligen Patienten sowie von anderen Medikamenten,
mit denen der Patient gegebenenfalls behandelt wird, ab, wie dem
Fachmann gut bekannt ist. Weiterhin ist klar, das diese wirksame
Tagesmenge je nach der Reaktion des behandelten Patienten und/oder
entsprechend der Beurteilung durch den Arzt, der die Verbindungen
der vorliegenden Erfindung verschreibt, gesenkt oder erhöht werden
kann.
-
Die
Verbindungen der Formel (Ia) oder (Ib) und das/die eine oder mehreren
andere(n) antimycobaktierellen Mittel können in einem einzigen Präparat kombiniert
werden, oder sie können
in getrennten Präparaten
formuliert werden, so daß sie
gleichzeitig, getrennt oder der Reihe nach verabreicht werden können. Die vorliegende
Erfindung betrifft daher auch ein Produkt enthaltend (a) eine Verbindung
der Formel (Ia) oder (Ib) und (b) ein oder mehrere antimycobakterielle
Mittel als Kombinationspräparat
für die
gleichzeitige, getrennte oder aufeinanderfolgende Verwendung bei
der Behandlung von mycobakteriellen Krankheiten.
-
Die
pharmazeutische Zusammensetzung kann zusätzlich verschiedene andere
fachbekannte Bestandteile enthalten, zum Beispiel ein Gleitmittel,
einen Stabilisator, einen Puffer, einen Emulgator, ein Verdickungsmittel,
ein Tensid, einen Konservierungsstoff, einen Geschmacksstoff oder
einen Farbstoff.
-
Die
oben genannten pharmazeutischen Zusammensetzungen werden zwecks
Einfachheit der Verabreichung und Einheitlichkeit der Dosierung
besonders vorteilhaft in Einheitsdosisform formuliert. Der Begriff Einheitsdosisform
bedeutet im vorliegenden Zusammenhang physikalisch getrennte Einheiten,
die sich als Einzeldosis eignen, wobei jede Einheit eine vorbestimmte
Menge an Wirkstoff enthält,
die so berechnet ist, daß in
Kombination mit dem erforderlichen pharmazeutischen Träger der
gewünschte
therapeutische Effekt auftritt. Beispiele für solche Einheitsdosisformen
sind Tabletten (darunter auch Tabletten mit Bruchkerbe oder Filmtabletten),
Kapseln, Pillen, Papierkapseln, Oblaten, Zäpfchen, Injektionslösungen oder
-suspensionen und dergleichen, sowie deren getrennt Mehrfache.
-
Die
Tagesdosis der erfindungsgemäßen Verbindung
wird natürlich
von der verwendeten Verbindung, dem Verabreichungsweg, der gewünschten
Behandlung und der mycobakteriellen Krankheit, die indiziert ist, abhängen. Im
allgemeinen werden jedoch dann zufriedenstellende Ergebnisse erhalten
werden, wenn die erfindungsgemäße Verbindung
in einer täglichen
Dosis verabreicht wird, die 1 Gramm nicht überschreitet, z. B. im Bereich
von 10 bis 50 mg/kg Körpergewicht.
-
Die
Verbindungen der Formel (Ia) und (Ib) und ihre Herstellung ist in
WO 2004/011436 beschrieben.
-
Von
manchen Verbindungen wurde die absolute stereochemische Konfiguration
des/der darin befindlichen stereogenen Kohlenstoffatoms/atome nicht
experimentell bestimmt. In diesen Fällen wird die stereochemisch
isomere Form, die zuerst isoliert wurde „A" genannt und die zweite „B", ohne daß weiter
auf die tatsächliche
stereochemische Konfiguration Bezug genommen wird. Diese isomeren
Formen „A" und „B" können jedoch
vom Fachmann mit fachbekannten Verfahren wie zum Beispiel Röntgendiffraktion
eindeutig charakterisiert werden.
-
Wenn „A" und „B" stereoisomere Mischungen
sind, so können
diese weiter aufgetrennt werden, wodurch die jeweiligen ersten Fraktionen,
die isoliert werden, „A1" und „B1" und die zweiten „A2" und „B2" genannt werden,
ohne daß weiter
auf die tatsächliche
stereochemische Konfiguration Bezug genommen wird.
-
In
den folgenden Tabellen sind Verbindungen der Formel (Ia) und (Ib)
aufgeführt,
die alle nach den in
WO 2004/011436 beschriebenen
Verfahren hergestellt werden. Tabelle
1:
Tabelle
3:
Tabelle
4:
Tabelle
5:
Tabelle
6:
-
Pharmakologische Beispiele
-
In-vitro-Verfahren zum Testen von Verbindungen
gegenüber
resistenten Mycobakterienstämmen.
-
Die
in-vitro-Aktivität
wurde dadurch bestimmt, daß man
die minimale Hemmkonzentration (MHK: die MHK ist die niedrigste
Arzneistoffkonzentration, die mehr als 99% des bakteriellen Wachstums
auf einem Kontrollmedium ohne Antibiotika hemmt) in festem Medium
bestimmte.
-
Für den In-vitro-Test
wurde das folgende Medium verwendet: mit 10% Ölsäurealbumindextrosekatalase
(OADC) angereichertes 7H11-Medium.
-
Als
Inokulum wurde folgendes verwendet: zwei geeignete Verdünnungen
einer je nach der Mycobakterienart 3 bis 14 Tage alten mit 10% OADC
angereicherten 7H9-Bouillonkultur
(Endinocula = ungefähr
102 und 104 KBE
(kolonienbildende Einheiten)).
-
Es
wurde je nach der Mycobakterienart 3 bis 42 Tage bei 30°C oder 37°C inkubiert.
-
In
den Tabellen 7 und 8 sind die MHK (mg/l) bei unterschiedlichen klinischen
Isolaten von resistenten Mycobakterienstämmen angeführt. In den Tabellen 9 und
10 sind die MHK (mg/l) gegen unterschiedliche klinische Isolate
von gegen Fluorochinolone resistenten Mycobakterienstämmen angeführt. In
den Tabellen werden auch Rifampin und Ofloxacin als Bezugssubstanz
mitgeführt. Tabelle 7:
| Stämme | Rifampin | Verbindung
12 | Verbindung
109 | Verbindung
2 |
| M.
tuberculosis schwach isoniazidresistent | 0,5 | 0,06 | 0,12 | 0,25 |
| M.
tuberculosis stark isoniazidresistent | 0,5 | ≤ 0,01 | 0,03 | ≤ 0,01 |
| M.
tuberculosis rifampinresistent | > 256 | 0,06 | 0,12 | 0,06 |
Tabelle 8:
| Stämme | Rifampin | Verbindung
12 |
| M.
tuberculosis stark isoniazidresistent | 0,25 | 0,01 |
| M.
tuberculosis stark isoniazidresistent | 0,5 | 0,06 |
| M.
tuberculosis stark isoniazidresistent | 0,12 | 0,03 |
| M.
tuberculosis stark isoniazidresistent | ≤ 0,06 | 0,01 |
| M.
tuberculosis stark isoniazidresistent und streptomycin-resistent | 0,25 | 0,01 |
| M.
tuberculosis rifampinresistent | 256 | 0,03 |
| M.
tuberculosis rifampinresistent | 16 | 0,03 |
| M.
tuberculosis rifampinresistent | 256 | 0,01 |
| M.
tuberculosis streptomycinresistent | 0,5 | 0,01 |
| M.
tuberculosis ethambutolresistent | 0,25 | 0,01 |
| M.
tuberculosis pyrazinamidresistent | 0,5 | 0,03 |
Tabelle 9:
| Stämme | Rifampin | Verbindung
12 | Ofloxacin |
| M.
tuberculosis | 1 | 0,06 | 8
(Ala83Val Ser84Pro)* |
| M.
tuberculosis | 2 | 0,12 | 32
(Asp87Gly)* |
| M.
avium | 16 | 0,007 | 128
(Ala83Val)* |
| * Die Angaben
zwischen den Klammern beziehen sich auf die Mutationen in dem für Ofloxacinresistenz
verantwortlichen Protein |
Tabelle 10:
| Stämme | Rifampin | Verbindung
12 | Ofloxacin |
| M.
smegmatis | 64 | 0,01 | 8
(Asp87Gly)* |
| M.
smegmatis | 64 | 0,01 | 32
(Ala83Val und Asp87Gly)* |
| M.
smegmatis | 64 | 0,01 | 32
(Ala83Val und Asp87Gly)* |
| M.
smegmatis | 128 | 0,007 | 2
(Ala83Val)* |
| M.
smegmatis | ND | 0,003 | 32
(Asp87Gly)* |
| M.
fortuitum | 128 | 0,01 | 1 |
| M.
fortuitum | 128 | 0,007 | 1
(Ser84Pro)* |
| M.
fortuitum | > 64 | 0,01 | 1,5
(Asp87Gly)* |
| * Die Angaben
zwischen den Klammern beziehen sich auf die Mutationen in dem für Ofloxacinresistenz
verantwortlichen Protein |
-
Aus
diesen Ergebnissen geht hervor, daß die vorliegenden Verbindungen
gegen arzneimittelresistente Mycobakterienstämme hochaktiv sind. Nichts
weist auf eine Kreuzresistenz zu Arzneistoffen gegen Tuberkulose,
nämlich
Isoniazid, Rifampin, Streptomycin, Ethambutol und Pyrazinamid, hin.
-
Ebenso
weist nichts auf eine Kreuzresistenz zu Fluorchinolonen hin.
-
Die
Verbindung 12 wurde auch gegen zwei mehrfach arzneimittelresistente
Stämme
von M. tuberculosis, d. h. einen Stamm, der gegenüber 10 mg/l
Isoniazid und gegen Rifampin resistent ist und einen Stamm, der
gegenüber
0,2 mg/l Isoniazid und gegenüber
Rifampin resistent ist, getestet. Die für Verbindung 12 bei beiden
Stämmen
erhaltene MHK beträgt
0,03 mg/l.
-
In-vivo-Verfahren für das Testen von Kombinationen
bei mit M. tuberculosis infizierten Mäusen.
-
Vier
Wochen alte weibliche Hausmäuse
wurden intravenös
mit 5 × 106 KBE des M. tuberculosis Stamms H37Rv infiziert.
Am 1. und 14. Tag nach der Infektion wurden 10 Mäuse getötet, um die Baseline-Werte
des Milzgewichts und der KBE-Werte in den Milzen und Lungen nach
der Inokulation zu Beginn der Behandlung zu bestimmen. Die restlichen
Mäuse wurden
den folgenden Behandlungsgruppen zugeordnet: eine unbehandelte Kontrollgruppe
für die
Verfolgung des Überlebens,
zwei Positivkontrollgruppen, davon eine mit einem Behandlungsschema
für suszeptible
Tuberkulose, die 2 Monate mit 25 mg/kg Isoniazid, 10 mg/kg Rifampin,
150 mg/kg Pyrazinamid pro Tag behandelt wurde und die andere mit
einem Behandlungsschema für
mehrfach arzneimittelresistente Tuberkulose, die 2 Monate täglich mit
150 mg/kg Amikacin, 50 mg/kg Ethionamid, 100 mg/kg Moxifloxacin
und 150 mg/kg Pyrazinamid behandelt wurde. Drei Negativkontrollgruppen
wurden 2 Monate mit einem der folgenden Arzneistoffe behandelt:
10 mg/kg Rifampin pro Tag, 100 mg/kg Moxifloxacin pro Tag und 25
mg/kg Verbindung 12 pro Tag. Alle geprüften Behandlungsschemata, sowohl
für suszeptible Tuberkulose
als auch für
MDR-Tuberkulose, sind in Tabelle 11 zusammengefaßt. Alle Gruppen enthielten
10 Mäuse
und wurden 8 Wochen lang 5 Tage pro Woche von Tag 14 bis Tag 70
behandelt. Die für
die Beurteilung der Schwere der Infektion und der Wirksamkeit der
Behandlungen eingesetzten Parameter lauteten: Überlebensrate, Milzgewicht,
Lungenlesionen insgesamt sowie KBE-Werte in Milz und Lunge.
-
Überlebensrate:
Die unbehandelten Mäuse
begannen am 21. Tag nach der Infektion zu sterben, und am 28. Tag
der Infektion waren alle Mäuse
tot. Alle Behandlungen konnten die Mortalität der Mäuse verhindern, und wenige
Mäuse starben
aufgrund von Fehlern, die mit der Schlundsonde begangen wurden. Tabelle
11. Versuchsaufbau
-
Die
folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse des zweimonatigen Versuchs. Tabelle 12. Mittleres Milzgewicht und
Anzahl KBE pro Milz und Lunge von mit M. tuberculosis infizierten
Mäusen,
die 2 Monate lang mit verschiedenen Behandlungen behandelt worden
waren.
| Gruppea | Anzahl Mäuse | Milzgewicht (mg) | mittlere-KBE
(log10) pro |
| Milz | Lunge |
| Vorbehandlung | 10 | 631±121 | 6,40±0,30 | 6,94±0,51 |
| R
10 mg/kg | 9 | 391±70 | 2,75±0,34 | 1,89±0,50 |
| M
100 mg/kg | 10 | 400±99 | 3,53±0,34 | 2,89±0,57 |
| J
25 mg/kg | 8 | 248±47 | 1,24±0,50 | 0,22±0,32 |
| RHZ | 10 | 326±78 | 1,91±0,52 | 0,97±0,61 |
| AEtZM | 10 | 331±86 | 1,60±0,38 | 0,10±0,09 |
| RH | 10 | 400±100 | 2,49±0,42 | 1,09±0,36 |
| RJ | 9 | 304±61 | 2,06±0,61 | 1,63±0,77 |
| HJ | 8 | 293±56 | 1,27±0,31 | 0,36±0,40 |
| RHJ | 9 | 297±74 | 0,64±0,63 | 0,19±0,36 |
| HZJ | 7 | 257±40 | 0,07±0 | 0,07±0 |
| RZJ | 9 | 281±56 | 0,07±0 | 0,07±0 |
| RHZJ | 10 | 265±47 | 0,12±0,15 | 0,07±0 |
| AEtZ | 10 | 344±46 | 2,75±0,25 | 1,20±0,26 |
| AEtZJ | 9 | 331±86 | 0,10±0,10 | 0,07±0 |
| AMZ | 10 | 287±31 | 1,89±0,51 | 0,75±0,55 |
| AMZJ | 8 | 296±63 | 0,07±0 | 0,07±0 |
| AEtMZJ | 8 | 285±53 | 0,07±0 | 0,07±0 |
| a: Außer
den Vorbehandlungswerten, die von Mäusen, die am 14. Tag nach der
Inokulation getötet
wurden, erhalten wurden, stammten die restlichen Ergebnisse von
Mäusen,
die am 42. Tag nach der Inokulation getötet wurden. Die Behandlung
begann am 14. Tag und erfolgte 5mal pro Woche 4 Wochen lang. Isoniazid (H),
Rifampin (R), Moxifloxacin (M), Pyrazinamid (Z), Verbindung12 (J),
Amikacin (A), Ethionamid (Et). |
-
In-vitro-Test von vollsuszeptiblen und
mehrfach arzneimittelresistenten Stämmen von M. tuberculosis gegen die
Verbindung 12 in einem Assay auf festem Medium.
-
Das
Ansprechen von 73 Stämmen
von M. tuberculosis auf Verbindung 12 wurde in einem Assay in festem
Medium (Agarplatten) getestet. Die Gruppe der Stämme beinhaltete Stämme (41),
die auf standardmäßige Arzneistoffe
gegen Tuberkulose voll ansprachen, sowie mehrfach arzneimittelresistente
(MDR) Stämme (32),
d. h. Stämme,
die gegen mindestens eines aus der Gruppe Rifampin und Isoniazid
resistent waren.
-
Die
Agarplatten wurden mit Lösungen
vereinigt, die die Verbindung 12 in einer Konzentration von 0,002
mg/l bis 0,256 mg/l enthielten (es wurden 8 unterschiedliche Konzentrationen
geprüft).
Anschließend wurden
Isolate von M. tuberculosis auf jede Agarplatte gegeben, und die
Platten wurden verschlossen und 3 Wochen lang bei 36°C inkubiert.
-
Das
Wachstum der Isolate wurde 3 Wochen nach dem Inokulieren der Platte
analysiert, und die MHK eines Isolats wurde als diejenige erste
Konzentration, bei der kein Wachstum beobachtet wurde, definiert.
-
Bei
allen Prüfstämmen wurde
bei Konzentrationen über
0,064 mg/l kein Wachstum beobachtet, die meisten Stämme wiesen
eine MHK von 0,032 mg/l auf.
-
Zwischen
voll ansprechenden Stämmen
und MDR-Stämmen
von M. tuberculosis wurde kein Unterschied bezüglich der MHK beobachtet.
-
In-vivo-Test
des Ansprechens von M. tuberculosis auf Verbindung 12 in Kombination
mit anderen antimycobakteriellen Mitteln.
-
Hausmäuse wurden
intravenös
mit 10
6 log Kolonien bildenden Einheiten
(KBE) des Stamms H37Rv inokuliert. Die Verbindung 12 (J) wurde 5
Tage/pro Woche (bei der Behandlungsgruppe einmal pro Tag) oder einmal
pro Woche vom 14. Tag bis zu 70. Tag nach der Inokulation mittels
Schlundsonde verabreicht, und zwar entweder als Einzeltherapie oder
in Kombination mit Isoniazid (H), Rifampin (R), Pyrazinamid (Z)
oder Moxifloxacin (M). die KBE in der Lungen wurde nach 1- oder
2monatiger Behandlung bestimmt. Die Ergebnisse sind in den Tabellen
13 und 14 zusammengefaßt. Tabelle 13: Ergebnisse für die Gruppe „einmal
pro Tag" nach 1
und 2 Monaten
| KBE | %
positive Mäuse
2. Monat | Absinken
1 M i. vgl. zu D0 | Absinken
2 M i. vgl. zu D0 |
| | 1
Monat | 2
Monate | | | |
| D0 | | 7,23 | | | |
| R | 6,01 | 4,07 | 10/10 | –1,22 | –3,16 |
| H | 4,89 | 4,72 | 10/10 | –2,34 | –2,51 |
| Z | 6,17 | 6,43 | 7/7 | –1,06 | –0,8 |
| M | 5,51 | 4,3 | 10/10 | –1,72 | –2,93 |
| J | 4,14 | 2,28 | 8/10 | –3,09 | –4,95 |
| RH | 5,07 | 3,12 | 10/10 | –2,16 | –4,11 |
| RZ | 5,38 | 1,91 | 8/10 | –1,85 | –5,32 |
| HZ | 5,47 | 3,93 | 10/10 | –1,76 | –3,3 |
| RM | 5,52 | 3,13 | 8/10 | –1,71 | –4,1 |
| JR | 4,67 | 1,89 | 7/10 | –2,56 | –5,34 |
| JH | 3,75 | 1,91 | 8/10 | –3,48 | –5,32 |
| JZ | 1,61 | 0 | 0/10 | –5,62 | –7,23 |
| JM | 4,61 | 2,13 | 7/9 | –2,62 | –5,1 |
| RHZ | 3,87 | 2,22 | 9/g | –3,36 | –5,01 |
| RMZ | 4,59 | 1,36 | 8/10 | –2,64 | –5,87 |
| JHZ | 1,71 | 0,18 | 2/9 | –5,52 | –7,05 |
| JHR | 4,37 | 1,15 | 8/10 | –2,86 | –6,08 |
| JMR | 4,42 | 1,37 | 8/9 | –2,81 | –5,86 |
| JRZ | 2,31 | 0,07 | 3/10 | –4,92 | –7,16 |
| JMZ | 1,44 | 0,03 | 2/9 | –5,79 | –7,2 |
Tabelle 14: Ergebnisse für die Gruppe „einmal
pro Woche" nach
2 Monaten
| | KBE
in der Lunge* | %
positive Mäuse |
| D0 | 7,23 | |
| J
M
P | 1,99
+/– 0,75
6,44
+/– 0,5
3,26
+/– 0,58 | 9/9
7/7
10/10 |
| JP | 1,63
+/– 0,92 | 8/9 |
| JPM | 1,85
+/– 0,7 | 10/10 |
| JPH | 1,48
+/– 0,79 | 10/10 |
| JPZ | 0,23
+/– 0,72 | 1/10 |