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Technisches
Gebiet
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Lötmaterial zum Verbinden einer
externen Elektrode einer elektronischen Komponente mit einem auf
einer Platine (oder einem Substrat) gebildeten Lötauge, um die elektronische
Komponente im Herstellungsprozess einer Elektronikplatine auf der
Platine zu befestigen. Ferner bezieht sich die vorliegende Erfindung
auf eine Verbindungsstruktur, die solch ein Lötmaterial verwendet und eine
elektronische oder elektrische Vorrichtung, in welcher solch ein
Lötmaterial
zum Verbinden verwendet wird.
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Stand der
Technik
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In
den letzten Jahren ist die Nachfrage nach portablen elektronischen
Geräten,
wie etwa Mobiltelefonen, Digitalkameras oder dergleichen, angestiegen
und die Verkleinerung und Optimierung für höhere Leistungen solch eines
elektronisches Gerätes
erfolgte stufenweise. Gleichzeitig wurde es dringend gewünscht, die Zuverlässigkeit
einer Elektronikplatine, welche in dem elektronischen Gerät enthalten
ist, zu steigern. Daher besteht das Verlangen, die mechanische Festigkeit
und die wärmebeständige Ermüdungsfestigkeit
eines Lötmaterials,
welches in einem Befestigungsprozess der elektronischen Komponenten
verwendet wird, zu steigern.
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Darüber hinaus
wird, während
die Bedenken über
den Schutz der globalen Umwelt weltweit anwachsen, eine Verordnung
oder ein Gesetzessystem erstellt, um die Aufbereitung von industriellen
Abfällen
zu regeln. Bezogen auf die Elektronikplatine, die in das elektronische
Gerät eingebaut
ist, kann das in einem zum Verbinden der elektronischen Komponente
mit der Platine dienende Lötmaterial
enthaltene Blei die Umwelt verschmutzen, wenn es einer unzureichenden
Abfallaufbereitung unterworfen wird, so dass Untersuchungen und
Entwicklungen bezogen auf ein Lötmaterial,
welches kein Blei enthält
(z. B. ein sogenanntes blei freies Lötmaterial), als eine Alternative
zu dem Blei enthaltenden Lötmaterial
ausgeführt
werden.
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Ein
Lötmaterial,
welches üblicherweise
bisher verwendet wurde, ist ein Zinn-Blei (Sn-Pb) basiertes Lötmaterial,
welches Sn und Pb als Hauptbestandteile (oder – komponenten) beinhaltet.
Eine eutektische Mischung einer Sn-Pb-Legierung ist 63Sn-37Pb (nämlich eine
Mischung aus Gewichtsanteilen von 63 % Sn und 37 % Pb auf Basis
des Ganzen) und die Sn-Pb-Legierung besitzt den niedrigsten Schmelzpunkt
von 183°C
bei eutektischer Mischung. Aufgrund solch einer niedrigsten Schmelztemperatur
wird die Sn-Pb basierte Legierung mit eutektischer Mischung üblicherweise
als Lötmaterial
verwendet. Nachstehend wird auf solche eine Sn-Pb basierte Legierung
mit eutektischer Mischung auch als „eutektisches Sn-Pb-Legierungsmaterial" oder „eutektisches
Sn-Pb-Lötmaterial" Bezug genommen.
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Eine
Elektronikplatine, bei der Verbindungen mittels oben beschriebenem
gewöhnlichen
Lötmaterial ausgebildet
sind, wird im Folgenden beschrieben. 1 zeigt
schematisch eine vergrößerte Teilschnittansicht einer
Elektronikplatine, bei der eine Chipkomponente als elektronische
Komponente auf der Platine befestigt ist. Bezug nehmend auf 1,
d. h. auf die Elektronikplatine 10, ist die Chipkomponente 7,
die an ihrem Rand eine darunter liegende Elektrode 2, eine
Zwischenelektrode 3 und eine externe Elektrode 4 aufweist,
auf der Platine (oder dem Substrat) 6 durch Verbinden der
externen Elektrode 4 und einem Lötauge 5 mittels eines Lötmaterials 1 befestigt.
Hinsichtlich dieser Elemente der Elektronikplatine ist beispielsweise
die darunter liegende Elektrode 2 aus Silber, die Zwischenelektrode 3 aus
Nickel, die externe Elektrode 4 und das Lötmaterial 1 aus
dem eutektischen Sn-Pb-Legierungsmaterial gefertigt, und das Lötauge 5 besteht
aus Kupfer.
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Die
in 1 gezeigte Elektronikplatine 10 wird
wie folgt hergestellt. Zuerst wird das Lötmaterial 1 mittels
eines Siebdruckverfahrens oder dergleichen auf dem Lötauge 5 aufgebracht,
welches auf einer vorbestimmten Position der Platine 6 durch Ätzen oder
dergleichen vorher ausgebildet wurde. Danach wird die Chipkomponente 7 mit
der darunter liegenden Elektrode 2, der Zwischenelektrode 3 und
der externen Elektrode 4 auf ihrem Rand, die eine flächige Form
aufweisen, auf der Platine 6 platziert, um die externe
Elektrode 4 mit dem Lötmaterial 1 in
Kontakt zu bringen. Dann wird die Platine 6, auf der die
Chipkomponente 7 platziert ist, durch einen Reflow-Lötofen oder
dergleichen geführt,
um das Lötmaterial
auf seinen Schmelzpunkt oder höher (z.
B. 230 °C)
aufzuheizen und dabei das Lötmaterial 1 zu
schmelzen, und hiernach wird es auf Raumtemperatur gekühlt, um
das Lötmaterial
zu verfestigen. Während
dieses Vorgangs steigt das geschmolzene Lötmaterial 1 benetzend über eine
Oberfläche
der externen Elektrode 4 und verfestigt sich, während der
Benetzungszustand eingehalten wird, z. B. in der Art, wie in 1 gezeigt.
Dadurch ist die Chipkomponente 7 (elektronische Komponente)
auf der Platine 6 befestigt.
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2 zeigt
schematisch eine vergrößerte Teilschnittansicht
einer anderen Elektronikplatine, bei der eine verdrahtete Komponente
als elektronische Komponente auf der Platine befestigt ist. Bezug
nehmend auf 2, d. h. auf die Elektronikplatine 11,
ist die eine aus ihrem Körper
kommende Zwischenelektrode 3 und eine externe Elektrode 4,
die die Zwischenelektrode 3 bedeckt, aufweisende verdrahtete
Komponente 8 durch Verbinden der externen Elektrode mit
einem Lötauge 5 mittels
eines Lötmaterials 1 auf
der Platine 6 befestigt. Materialien dieser Elemente der
Elektronikplatine 11 und ein Verfahren zum Befestigen der
verdrahteten Komponente (elektronische Komponente) sind mit denen ähnlich,
die oben unter Bezugnahme auf 1 beschrieben
wurden.
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Als
bleifreies Lötmaterial
anstatt des Blei enthaltenden Lötmaterials
wie oben beschrieben, wird das Verwenden eines Sn-Ag basierten Legierungsmaterials
vorgeschlagen, welches Sn und Ag als Hauptbestandteile beinhaltet.
Eine eutektische Mischung einer Sn-Ag-Legierung ist Sn-3.5Ag (nämlich eine
Mischung aus Gewichtsanteilen von 96,5 % Sn und 3,5 % Ag auf der
Basis des Ganzen), und die Sn-Ag-Legierung besitzt den niedrigsten
Schmelzpunkt von 221 °C
bei eutektischer Mischung. Dieses bleifreie Lötmaterial aus Sn-3.5Ag besitzt
eine vorteilhafte mechanische Festigkeit verglichen mit dem eutektischen
Sn-Pb-Lötmaterial, welches üblicherweise
verwendet wird.
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Jedoch
ist der Schmelzpunkt des bleifreien Sn-3.5Ag-Lötmaterials (z. B. 221 °C) höher als
der des eutektischen Sn-Pb-Lötmaterials
(z. B. 183 °C),
so dass das Sn-3.5Ag Lötmaterial
zum Schmelzen auf eine höhere
Temperatur aufgeheizt werden muss, verglichen mit dem Fall des eutektischen
Sn-Pb-Lötmaterials.
Resultierend daraus wird die Platine, auf der die elektronischen
Komponenten aufgelötet
werden, während
des Befestigungsvorgangs der elektronischen Komponenten einer höheren Temperatur
ausgesetzt, um das Sn-Ag basierte, bleifreie Lötmaterial zu schmelzen. In
diesem Fall ist es problematisch, dass einige elektronische Komponenten
beschädigt
werden können,
da diese höhere
Temperatur über
einer Wärmebeständigkeitstemperatur
der elektrischen Komponente liegt.
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Darüber hinaus
enthält
die externe Elektrode der zu lötenden
elektronischen Komponente oftmals Blei, und wenn in solch einem
Fall das bleifreie Lötmaterial
verwendet wird, entsteht das Problem einer geringeren Verbindungsfestigkeit
der elektronischen Komponente mit der Platine und einer geringeren
Zuverlässigkeit
der Elektronikplatine, da eine schwache (oder spröde) Legierung
in einem Verbindungsbereich zwischen dem Großteil des Lötmaterials und der externen
Elektrode (oder in der Nähe
der Grenzfläche
zwischen dem Lötmaterial
und der externen Elektrode) ausgebildet wird.
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Offenbarung
der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung bezweckt, die oben beschriebenen Probleme
zu mindern oder zumindest teilweise zu lösen und ein verbessertes bleifreies
Lötmaterial
bereitzustellen, welches bevorzugt als Verbindungsmaterial in dem
Befestigungsvorgang einer elektronischen Komponente auf einer Platine
verwendet wird.
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Es
sollte beachtet werden, dass „Lötmaterial" verwendet wird,
um auf ein metallisches Material zu verweisen, welches einen relativ
niedrigen Schmelzpunkt besitzt (z. B. 100 bis 250 °C), welches
sich bei normaler Temperatur in einem festen Zustand befindet und
zum elektrischen und physikalischen (oder mechanischen) Verbinden
von Elektroden verwendet wird (in anderen Worten zum Löten von
Elektroden). Z. B. wird das Lötmaterial
beim Befestigungsvorgang einer elektronischen Komponente verwendet,
um eine externe Elektrode der elektronischen Komponente mit einem
auf einer Platine ausgebildeten Lötauge (oder einer Verdrahtung) elektrisch
und physikalisch zu verbinden.
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Wie
bisher im Gebiet der physikalischen Metallurige bekannt ist 42Sn-58Bi
(nämlich
eine Mischung aus Gewichtsanteilen von 42 % Sn und 58 % Bi auf der
Basis des Ganzen) eine eutektische Mischung einer Sn-Bi-Legierung,
und die Sn-Bi-Legierung
besitzt den niedrigsten Schmelzpunkt von ungefähr 138 °C bei eutektischer Mischung.
Dieser Schmelzpunkt ist beträchtlich
niedriger verglichen mit dem der eutektischen Sn-3.5Ag-Legierung
(z. B. ungefähr
221 °C),
wie oben beschrieben. Daher wird in einer ternären Sn-Ag-Bi-Legierung, die
aus dem Hinzufügen
von Bi zu einer binären
Sn-Ag-Legierung resultiert, der Schmelzpunkt der Sn-Ag-Bi-Legierung
gesenkt, indem der Gehalt von Bi in der Sn-Ag-Bi Legierung bei Aufrechterhalten
des Gehalts von Ag bei einem Gewichtsanteil von ungefähr 3,5 %
gesteigert wird.
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Jedoch
senkt der Anstieg des Gehalts von Bi in der Sn-Ag-Bi basierten Legierung
nicht nur den Schmelzpunkt, sondern erzeugt und intensiviert außerdem die
Sprödigkeit.
Das spröde
Legierungsmaterial besitzt daher eine schlechte mechanische Festigkeit
und eignet sich nicht als Lötmaterial,
da eine hohe Festigkeit zum Befestigen der elektronischen Komponente
notwendig ist.
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Die
vorliegenden Erfinder haben herausgefunden, dass eine Legierung
mit einem niedrigeren Schmelzpunkt bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung
einer hohen mechanischen Festigkeit durch Hinzufügen von Ni und In zu der oben
beschriebenen Sn-Ag-Bi basierten Legierung realisiert werden kann.
Dies kann wie nachfolgend erklärt
werden:
Im Fall der Sn-Ag-Bi basierten Legierung mit einem
großen
Gehalt von Bi wird eine relative große Phase von Bi (oder eine
Anhäufung
von Bi) nach Verfestigung der geschmolzenen Legierung ausgebildet,
und die verfestigte Legierung zeigt infolge der zu mechanischer
Festigkeit führenden
Bi-Phase Sprödigkeit.
Andererseits kann im Falle der Sn-Ag-Bi-Ni basierten Legierung,
die aus der Addition von Ni zu der Sn-Ag-Bi basierten Legierung
resultiert, die Ausbildung der oben beschriebenen großen Phase
von Bi verhindert werden, da sich nach der Verfestigung der geschmolzenen
Legierung Bi chemisch an Ni bindet, um eine feine Mischung zu bilden,
wie etwa in Ni-Bi, Ni-Bi3 oder dergleichen.
D. h., es ist geplant, dass die Addition von Ni die Bi-Phase in
eine feine und/oder separate Phase umwandelt, um das Sinken der
mechanischen Festigkeit zu vermeiden.
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Daher
wird aus einer Sn-Ag-Bi-Ni basierten Legierung gemäß der vorliegenden
Erfindung ein bleifreies Lötmaterial
bereitgestellt, dessen Material eine Zusammensetzung besitzt, die
in geeigneter Weise zum Aufweisen eines für ein Lötmaterial bevorzugten Schmelzpunkts
und einer mechanischen Festigkeit, z. B. zum Befestigen einer elektronischen
Komponente auf einer Platine, ausgewählt ist. Die Zusammensetzung
des bleifreien Lötmaterials
aus der Sn-Ag-Bi-Ni basierten Legierung wird bevorzugt so ausgewählt, dass
es einen Schmelzpunkt im Bereich zwischen 160 °C und 250 °C besitzt. Ein Teil Sn des bleifreien
Lötmaterials
gemäß der vorliegenden
Erfindung kann mit Cu ersetzt werden.
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Das
Lötmaterial
gemäß der vorliegenden
Erfindung besteht aus Gewichtsanteilen von 1,0 bis 4,0 % Ag, 1,0
bis 20 % Bi, 2,5 bis 15 % In, 0,1 bis 1,9 % Ni und der restliche
Teil Sn, abgesehen von Unreinheiten.
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Bevorzugte
Ausgestaltungen sind wie folgt:
Das Lötmaterial beinhaltet ferner
einen Gewichtsanteil von 0,1 bis 1,0 % aus Kupfer (es wird darauf
hingewiesen, dass in dieser Ausgestaltung ein Teil von Sn durch
Cu ersetzt ist);
Eine Verbindungsstruktur besitzt eine externe
Elektrode, die mit dem Lötmaterial
gemäß einem
der Ansprüche 1
und 2 mit dem Lötmaterial
verbunden ist, wobei die externe Elektrode aus einem Material hergestellt
ist, dessen Hauptkomponente aus der Gruppe bestehend aus Sn, Pd,
Sn-Bi, Sn-Cu und Sn-Ag ausgewählt
ist;
Ein Verbindungsteil hergestellt aus dem Lötmaterial
gemäß einem
der Ansprüche
1 und 2;
Ein elektrisches oder elektronisches Gerät, bei dem
das Lötmaterial
gemäß einem
der Ansprüche
1 und 2 zum Ausbilden einer Verbindung verwendet ist;
Eine
Elektronikplatine, bei der eine externe Elektrode einer elektronischen
Komponente mit einem auf einer Platine gebildeten Lötauge mittels
Lötmaterial
gemäß einem
der Ansprüche
1 und 2 verbunden ist; und
Ein Befestigungsverfahren einer
elektronischen Komponente auf einer Platine, wobei das Verfahren
das Verbinden einer externen Elektrode der elektronischen Komponente
mit einem auf einer Platine geformten Lötauge mittels Lötmaterial
gemäß einen
der Ansprüche
1 und 2 umfasst.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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1 zeigt
schematisch eine vergrößerte Teilschnittansicht
einer Elektronikplatine, bei der eine Chipkomponente als elektronische
Komponente auf einer Platine befestigt ist; und
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2 zeigt
schematisch eine vergrößerte Teilschnittansicht
einer weiteren Elektronikplatine, bei der eine verdrahtete Komponente
als elektronische Komponente auf einer Platine befestigt ist.
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Die
folgenden Nummerierungen bezeichnen die folgenden Elemente: 1 Blei
enthaltendes Lötzinn; 2 Unten
liegende Elektrode; 3 Zwischenelektrode; 4 externe
Elektrode; 5 Lötauge; 6 Platine; 7 Chipkomponente; 8 verbleite
Komponente; und 10 und 11 Elektronikplatine
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Detaillierte Beschreibung
der Erfindung
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Nachfolgend
wird die vorliegende Erfindung im Detail beschrieben.
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Gemäß einem
Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Lötmaterial bereitgestellt, welches
aus Gewichtsanteilen von 1,0 bis 4,0 % Ag, 1,0 bis 20 % Bi, 2,5
bis 15 % In, 0,1 bis 1,0 % Ni und zum restlichen Teil aus Sn besteht.
Das Lötmaterial
kann unvermeidbare Unreinheiten aufweisen.
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Die
hier verwendeten „Gewichtsanteile
von ...%" basieren
auf einem Gesamtgewicht des Lötmaterials, wobei
das Gewicht der unvermeidbaren Unreinheit vom Gesamtgewicht ausgenommen
ist. Daher ist die Gesamtanzahl von Verhältnissen in „Gewichtsanteilen
von ...%" Ag, Bi,
In, Ni und Sn theoretisch gleich 100.
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Besonders
bevorzugt ist der Anteil von Bi im Bereich von Gewichtsanteilen
von 1,0 bis 5,0 % und bevorzugter bei einem Gewichtsanteil von ungefähr 3 %.
Zusätzlich
ist der Gehalt von Ni bevorzugt im Bereich von Gewichtsanteilen
von 0,1 bis 0,5 % und bevorzugter bei einem Gewichtsanteil von ungefähr von 0,3
%.
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Die
unvermeidbare Unreinheit kann Unreinheiten einschließen, die
von Natur aus in einem Rohmaterial zur Herstellung des Lötmaterials
enthalten sind. Unreinheiten, die versehentlich während der
Herstellung des Lötmaterials
eingeschlossen wurden. Die unvermeidbare Unreinheit kann ferner
ein Element enthalten, welches während
eines Lötvorgangs
unter Verwendung des Lötmaterials
der vorliegenden Erfindung vom Anschlussdraht einer elektronischen
Komponente beim Löten
in das Lötmaterial übertragen
wurde. Als unvermeidbare Unreinheit ist beispielsweise eine Menge
eines Elementes, wie etwa Pb, Cu und dergleichen vorhanden, wobei
sich das Element unabsichtlich im Lötmaterial befindet. Daher kann
es so verstanden werden, dass die Verhältnisse der Zusammensetzung
des Lötmaterials
durch unabsichtlich hinzugefügte
Elemente in gewissem Maße
geändert
werden können.
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Auf
diese Art und Weise wird ein Lötmaterial
bereitgestellt, welches aus Sn, Ag, Bi, In und Ni besteht, wobei
die Zusammensetzung eine solche ist, dass das Material einen Schmelzpunkt
im Bereich von 160 bis 215 °C
besitzt und bevorzugt im Bereich von 160 bis 210 °C. Das Lötmaterial
kann unvermeidbare Unreinheiten wie oben beschrieben beinhalten.
Solch ein Lötmaterial
kann wie oben beschrieben durch Auswahl seiner Zusammensetzung erhalten
werden.
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Gemäß solch
einem Lötmaterial
der vorliegenden Erfindung wird ein bleifreies Lötmaterial bereitgestellt, welches
einen Schmelzpunkt besitzt, der niedriger als der vom Sn-3.5Ag-Lötmaterial
(221 °C)
und auf einem ähnlichen
Niveau mit dem des eutektischen Sn-Pb-Lötmaterials (183 °C) liegt
und auch eine für
ein Lötmaterial
ausreichende mechanische Festigkeit besitzt. Das Lötmaterial
der vorlie genden Erfindung besitzt eine ausreichende Wärmebeständigkeit
oder thermische Beständigkeit
(oder thermische Ermüdungsfestigkeit),
so dass es seine kontinuierliche Belastung über einen ausgedehnten Zeitraum überstehen
kann. Zusätzlich
besitzt das Lötmaterial
der vorliegenden Erfindung eine ausreichende Stoßfestigkeit und eine Dichte,
die geringer als die des eutektischen Sn-Pb-Lötmaterials
ist (und daher ein geringeres Gewicht als das des eutektischen Sn-Pb Lötmaterials
besitzt), so dass es insbesondere bevorzugt für ein mobiles Gerät usw. verwendet
wird. Darüber
hinaus besitzt das Lötmaterial
der vorliegenden Erfindung eine gute elektrische Leitfähigkeit
auf gleichem Niveau mit oder besser als die des eutektischen Sn-Pb-Lötmaterials
oder des Sn-3.5Ag-Lötmaterials,
so dass es bevorzugt für
ein Hochleistungsgerät
verwendet werden kann, das eine Hochgeschwindigkeitsverarbeitung
ausführt.
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In
einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung beinhaltet das Lötmaterial
der vorliegenden Erfindung ferner Gewichtsanteile von 0,1 bis 1,0
% und bevorzugt 0,5 bis 0,8 % Cu, welches einen Teil einer Menge Sn
des Lötmaterials
der vorliegenden Erfindung ersetzt. In ähnlicher Weise zu dem vorangehenden
ist die Gesamtanzahl der Verhältnisse
als „Gewichtsanteile
in ... %" von Ag,
Bi, In, Ni, Cu und Sn theoretisch gleich 100. Gewiss kann das Lötmaterial
unvermeidbare Unreinheiten beinhalten, wie oben beschrieben.
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Das
Beinhalten von Cu in einem geeigneten Anteil hat den Effekt, dass
die Sprödigkeit
des Lötmaterials,
die durch Ausbildung der relativ großen Bi-Phase induziert wird,
ferner verhindert wird. Wenn der Gehalt von Cu kleiner als ein Gewichtsanteil
von 0,1 % ist, kann solch ein Effekt nicht in ausreichendem Maße erhalten werden.
Wenn der Anteil von Cu größer als
ein Gewichtsanteil von 1,0 ist, kann die Sprödigkeit gegenproduktiv erhöht werden.
Daher beinhaltet das Lötmaterial
Cu bevorzugt im oben beschriebenen Anteil.
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Das
Lötmaterial
besitzt bevorzugt eine Zusammensetzung, die aus Gewichtsanteilen
von 1,0 bis 4,1 % Ag, 1,0 bis 10 % Bi, 0,1 bis 0,5 % Ni, 1,0 bis
10 % In und zum restlichen Teil Sn (in anderen Worten 75,5 bis 96,9
% Sn) besteht.
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Das
Enthalten von In mit einem geeigneten Anteil hat den Effekt, dass
ein Schmelzpunkt des Lötmaterials
der vorliegenden Erfindung gesenkt wird und ebenso, dass die Sprödigkeit
des Materials, die vom Bi her rührt,
ferner durch eine Duktilität
von In verhindert wird.
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Darüber hinaus
besitzt, im Falle, dass das Lötmaterial
In und Cu zur gleichen Zeit enthält,
das Lötmaterial
besonders bevorzugt eine Zusammensetzung, die aus Gewichtsanteilen
von 1,0 bis 4,0 % Ag, 1,0 bis 10 % Bi, 0,1 bis 0,5 % Ni, 1,0 bis
10 % In, 0,5 bis 0,7 % Cu und zum restlichen Teil Sn (in anderen
Worten zu Gewichtsanteilen von 74,8 bis 96,4 % Sn) besteht.
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Das
wie oben beschriebene Lötmaterial
der vorliegenden Erfindung kann in jeder Form verwendet werden.
Z. B. kann es in der Form eines Lötdrahts, eines Lötzinns zum
Fließ-
(oder Wellen-) Löten,
einer Lötkugel,
einer Lötcreme
(oder Lötpaste)
oder dergleichen verwendet werden. Das Lötmaterial der vorliegenden Erfindung
kann in Mischung mit anderen Komponenten, wie etwa einem Flussmittel,
einem Aktivator, Harz, einem thixotropen Mittel und dergleichen
verwendet werden.
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Das
Lötmaterial
der vorliegenden Erfindung ist ein blei-(z. B. Pb) freies Lötmaterial,
und daher ist eine externe Elektrode einer mittels diesem Lötmaterial
zu lötenden
elektronischen Komponente bevorzugt aus einem bleifreien Material
hergestellt. Für
den Fall, dass das Lötmaterial
und das Material der externen Elektrode so ausgewählt werden,
dass sie kein Blei enthalten, wird keine spröde Legierung im Verbindungsbereich
zwischen einem Körper
des verfestigten Lötmaterials
und der externen Elektrode ausgebildet, so dass eine ausreichend
hohe Verbindungsfestigkeit und Zuverlässigkeit der Verbindung sichergestellt
werden kann.
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Daher
wird in einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung eine Verbindungsstruktur
bereitgestellt, bei der die externe Elektrode mit dem Lötmaterial
der vorliegenden Erfindung, wie oben beschrieben, beispielsweise
mit einer Platine als Gegenstand verbunden wird.
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Bevorzugt
wird die externe Elektrode aus einem Material hergestellt, welches
Sn, Pd, Sn-Bi, Sn-Cu oder Sn-Ag als Hauptbestandteile beinhaltet.
Der Ausdruck „Hauptbestandteil" bedeutet primärer (oder
dominanter) Bestandteil, wobei das Material irgendeinen anderen
Bestandteil mit einer relativ kleinen Menge beinhalten kann.
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Ferner
wird in einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung ein Verbindungsteil
bereitgestellt, welches aus dem oben beschriebenen Lötmaterial
der vorliegenden Erfindung hergestellt ist. Das Verbindungsteil
wird im Allgemeinen durch Löten
gebildet, wobei das Lötmaterial
der vorliegenden Erfindung verwendet wird. Solch ein Verbindungsteil
kann einen anderen Bestandteil als das oben beschriebene Lötmaterial
enthalten, wie etwa einen Bestandteil, der aus der externen Elektrode
(wie etwa ein Beschichtungsmaterial davon) in das geschmolzene Lötmaterial
eluiert ist. Das Verbindungsteil kann ferner Bestandteile beinhalten,
die ursprünglich
in einem anderen Material als das Lötmaterial der vorlie genden
Erfindung existierten und in das geschmolzene Lötmaterial nach Kontaktieren
dieses anderen Materials mit dem geschmolzenen Lötmaterial zum Ausbilden des
Verbindungsteils übertragen
wurde.
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Das
Lötmaterial
der vorliegenden Erfindung ist für
verschiedene elektrische/elektronische Geräte einsetzbar, wobei jedes
von diesen eine Verbindungsstruktur besitzt, bei der mindestens
eine externe Elektrode mit einen bestimmten Gegenstand verbunden
ist, wie etwa eine Platine mit dem Lötmaterial. Der Begriff „elektrische/elektronische
Geräte" beinhaltet verschiedene
Geräte
oder Vorrichtungen, wie etwa elektrische Haushaltsgeräte, Audio-/visuelle
Systeme und Informations-/Kommunikationsvorrichtungen. Die elektrischen
Haushaltsgeräte
beinhalten beispielsweise einen Kühlschrank, eine Waschmaschine,
eine Klimaanlage usw. Die Audio-/visuellen Systeme beinhalten z.
B. eine Digitalkamera, einen Camcorder, einen Videobandrecorder (oder
einen Videobandplayer), einen Fernseher, einen digitalen Plattenspieler,
wie etwa einen Minidiscplayer und einen Compactdiscplayer, einen
Stereokassettenrecorder mit Kopfhörer usw., und bevorzugt portable
Varianten hiervon (z. B. tragbare Audiogeräte). Ferner beinhalten die
Informations-/Kommunikationsvorrichtungen z. B. einen Personal Computer,
ein Mobiltelefon, ein Zubehörteil
für den
Personal Computer, wie etwa eine PC-Karte, ein KFZ-Navigationssystem
usw.
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Folglich
wird gemäß einem
anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung ein elektrisches/elektronisches
Gerät (oder
eine Vorrichtung) bereitgestellt, bei dem das Lötmaterial der vorliegenden
Erfindung wie oben beschrieben verwendet ist.
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Genauer
gesagt wird eine Elektronikplatine bereitgestellt, bei der eine
externe Elektrode einer elektronischen Komponente mit einem auf
der Platine ausgebildeten Lötauge
mittels des Lötmaterials
der vorliegenden Erfindung wie oben beschrieben verbunden ist.
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Ferner
wird gemäß einem
weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ein Befestigungsverfahren
einer elektronischen Komponente bereitgestellt, wobei dieses Verfahren
das Verbinden einer externen Elektrode der elektronischen Komponente
mit einem auf der Platine ausgebildeten Lötauge mittels des Lötmaterials
der vorliegenden Erfindung wie oben beschrieben aufweist. In anderen
Worten wird ein Verfahren zum Herstellen der Verbindungsstruktur,
des Verbindungsteils, des elektrischen oder elektronischen Geräts oder
der Elektronikplatinen wie oben beschrieben bereitgestellt.
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Nachfolgend
werden Beispiele der vorliegenden Erfindung wie auch vergleichende
Beispiele detailliert beschrieben. Es ist zu beachten, dass jede
Zusammensetzung in der Einheit „Gewichtsanteil in ... %" auf Basis des ganzen
Gewichts des Lötmaterials
in den Beispielen und den vergleichenden Beispielen ausgedrückt wird.
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(Beispiel 1)
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In
diesem Beispiel wurde ein Lötmaterial
durch Schmelzen und Mischen von Metallmaterialien in einem Zusammensetzungsverhältnis, wie
in den Tabellen 5 bis 16 gezeigt, angefertigt, so dass verschiedene Lötmaterialien
hergestellt wurden. Die Lötmaterialzusammensetzungen
innerhalb des Umfangs der vorliegenden Erfindung werden in den Tabellen
11 bis 16 gezeigt. Es ist zu beachten, dass ein Verhältnis von
Sn in den Tabellen 5 bis 16 nicht gezeigt wird, jedoch das Verhältnis Sn
mit dem restlichen Anteil, der aus dem Abziehen von in den Tabellen
gezeigten Verhältnissen
von Metallmaterialien (oder-elementen) außer Sn resultiert, korrespondiert.
Ferner wird jedes Zusammensetzungsverhältnis in der Ein heit „Gewichtsanteile
in ... %" auf der Basis
des Gesamten wie oben beschrieben gezeigt, und eine Leerstelle in
der Tabelle zeigt das Nichtvorhandensein (z. B. ein Anteil von 0).
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Der
Schmelzpunkt (melting point, m.p., im folgenden mit „SP" bezeichnet) (°C) jedes
auf diese Weise angefertigten Lötmaterials
wurde als die Temperatur mittels eines Differenzialthermoanalysators
gemessen, bei der das Lötmaterial
vollständig
schmilzt. Die gemessenen Schmelzpunkte werden ebenfalls in den Tabellen 5
bis 16 gezeigt.
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Zusätzlich wurde
die Zugfestigkeit jedes der Lötmaterialien
mittels einer Instron Zugversuchsmaschine gemessen. Die gemessenen
Werte werden ebenfalls in den Tabellen 5 bis 16 gezeigt. Es ist
zu beachten, dass die Zusammensetzungsverhältnisse für die Bestandteile bis auf
Sn gezeigt werden (daher besteht der restliche Teil ausschließlich aus
Sn). Ferner werden die Werte der Zugfestigkeit in der Einheit „kgf/mm2" und
zusammen mit dementsprechend in die Einheit „106 Pa" umgewandelten Werten
in Klammern gezeigt.
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Darüber hinaus
wurden die Eigenschaften Wärmefestigkeit,
Stoßfestigkeit,
Leichtigkeit und elektrische Leitfähigkeit bewertet, wobei alle
diese für
ein Lötmaterial
notwendig sind, das für
ein elektrisches/elektronisches Gerät verwendet wird, unter Verwendung
von fünf
Rangstufen bewertet, die von nachfolgenden Kriterien für die Bewertung
abhängen:
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(1) Wärmefestigkeit
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Elektronikplatinen
wurden durch Verbinden von elektronischen Komponenten mit Platinen
mittels oben beschriebenen verschiedenen Lötmaterialien hergestellt, und
auf diese Weise hergestellte Platinen wurden in eine Atmosphäre bei einer
konstanten Temperatur von 125 °C
platziert, während
sie alle 500 Stunden einer Sichtprüfung unterzogen wurden, ob
in einem aus dem Lötmaterial
hergestellten Verbindungsbereich ein Bruch festgestellt wird. Auf
diese Weise wurde die Wärmefestigkeit
(oder thermische Ermüdungsfestigkeit)
für jedes
der Lötmaterialen
gemäß der Kriterien
von untenstehender Tabelle 1 bewertet. Wird bei einer Untersuchung
beispielsweise nach einer verstrichenen Zeit von 1500 Stunden in
der Elektronikplatine ein Bruch festgestellt, obwohl er nicht nach
einer Zeit von 1000 Stunden festgestellt wurde, wird das für die Platine
verwendete Lötmaterial
mit der Rangstufe 3 bewertet. Es ist bevorzugt, dass das Lötmaterial
im Allgemeinen mit der Rangstufe 3 oder höher bewertet wird, um es besser
als Lötmaterial
zum Überdauern
einer kontinuierlichen Last über
einen langen Zeitraum zu verwenden, obwohl dies nicht essentiell
ist, da die Zuverlässigkeitsanforderung
abhängig
von jeder Elektronikplatine variiert.
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Tabelle
1 – Kriterium
für die
Bewertung der Wärmefestigkeit
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(2) Stoßfestigkeit
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Elektronikplatinen
wurden jeweils durch Verbinden von elektronischen Komponenten mit
Platinen mittels oben beschriebener verschiedener Lötmaterialen
hergestellt, und so hergestellte Platinen wurden dem Falltest aus
einer Höhe
von 0,1 m unterworfen und danach deren elektrische Funktionen geprüft durch
Bewerten, ob die elektronischen Komponenten normal funktionieren
(dieser Test wird auch als Funktionstest bezeichnet). Wenn die Elektronikplatinen
im Funktionstest jeweils ein gutes Ergebnis erbrachten, wurden anschließend die
Oberflächen
ihrer aus dem Lötmaterial
hergestellten Verbindungsbereiche einer Sichtprüfung unterzogen. Auf diese
Weise wurde die Stoßfestigkeit
des Lötmaterials
für jede
der Platinen gemäß der Kriterien aus
unten stehender Tabelle 2 bewertet. Wenn z. B. durch den elektrischen
Funktionstest herausgefunden wurde, dass eine Elektronikplatine
einen Defekt aufweist, wird das für die Platine verwendete Lötmaterial
mit der Rangstufe 1 bewertet. Falls eine Elektronikplatine gemäß dem elektrischen
Funktionstest gut ist, aber ein feiner Bruch im Lötmaterialbereich
entdeckt wird, wird das für
die Platine verwendete Lötmaterial
mit der Rangstufe 3 bewertet. Es ist bevorzugt, dass das Lötmaterial
im Allgemeinen mit der Rangstufe 3 oder höher bewertet wird, um zum Löten verwendet
zu werden, obwohl dies nicht essentiell ist. Es ist weiter bevorzugt,
dass das Lötmaterial
mit der Rangstufe 5 bewertet wird, um es insbesondere in einem Gerät zu verwenden,
welches eine hohe Stoßfestigkeit
benötigt,
wie etwa ein portables Gerät.
Es ist zu beachten, dass der Ausdruck „Falte", wie er in Tabelle 2 verwendet wird,
ein Faltungsphänomen
auf einer Oberfläche
des erstarrten Lötmaterials
bedeutet, wobei dieses Phänomen
kurz vor dem Wachsen aus der Falte in den Bruch beobachtet wird.
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Tabelle
2 – Kriterien
zum Bewerten der Stoßfestigkeit
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(3) Leichtigkeit
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Eine
spezifische Dichte „dn" gemäß der oben
beschriebenen Lötmaterialien
wurde gemessen, und die Leichtigkeit im Gewicht davon wurde gemäß den Kriterien
der unten stehenden Tabelle 3 durch Vergleichen der auf diese Weise
gemessenen spezifischen Dichte mit der des konventionellen Sn-Pb
eutektischen Lötmaterials „d0" bewertet.
Es ist bevorzugt, dass das Lötmaterial
mit der Rangstufe 4 oder höher
bewertet wird, um eine Leichtigkeit zu erreichen, die mindestens
der des konventionellen eutektischen Sn-Pb-Lötmaterials ist, obwohl dies
nicht essentiell ist. Es wird darauf hingewiesen, dass d0 8,3 g/cm3 beträgt.
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Tabelle
3 – Kriterium
zum Bewerten der Leichtigkeit
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(4) Elektrische Leitfähigkeit
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Ein
elektrischer Widerstand „Rn" jedes
der oben beschriebenen verschiedenen Lötmaterialien wurde gemessen,
und die elektrische Leitfähigkeit
davon wurde gemäß den Kriterien
aus der unten stehenden Tabelle 4 durch Vergleichen des auf diese
Weise gemessenen elektrischen Widerstandes mit dem des konventionellen
eutektischen Sn-Pb-Lötmaterials „R0" bewertet.
Es ist bevorzugt, dass das Lötmaterial
mit der Rangstufe 5 bewertet wird, um die elektrische Leitfähigkeit
zu erreichen, die mindestens ähnlich
der des konventionellen eutektischen Sn-Pb-Lötmaterials
ist, obwohl dies nicht essentiell ist. Es ist zu beachten, dass
R0 0,2 μΩ·m ist.
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Tabelle
4 – Kriterium
zum Bewerten der elektrischen Leitfähigkeit
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Die
auf diese Weise bewerteten Ergebnisse werden ebenfalls in den unten
stehenden Tabellen 5 bis 16 gezeigt, in Bezug auf die Eigenschaften
von (1) der Wärmefestigkeit,
(2) der Stoßfestigkeit,
(3) der Leichtigkeit und (4) der elektrischen Leitfähigkeit
der verschiedenen Lötmaterialien
jeweils basierend auf den Kriterien zur Bewertung wie oben beschrieben.
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Diese
Bezeichnungen werden in den Tabellen 6 bis 16 nicht beschrieben,
sind aber ebenso anwendbar auf die Tabellen 6 bis 16.
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(Vergleichendes Beispiel
1)
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Zusätzlich,
als vergleichendes Beispiel in Bezug auf Beispiel 1, wurden das
konventionelle eutektische Sn-Pb-Lötmaterial (z. B. das 63Sn-37Pb-Legierungsmaterial)
und das eutektische Sn-3.5Ag-Lötmaterial
(z. B. 96.5Sn-3.5Ag-Legierungsmaterial)
wie auch Materialien, die jeweils durch Hinzufügen von In, Cu und/oder Ni zu
einem Sn-Ag-Bi basierten Lötmaterial
angefertigt wurden, um eine bestimmte Zusammensetzung außerhalb
des Umfangs der vorliegenden Erfindung zu besitzen, ähnlich wie
in Beispiel 1 bewertet. Die Ergebnisse werden in den Tabellen 17
und 18 gezeigt. Es ist zu beachten, dass Werte und Rangstufen in
der gleichen Weise dargestellt werden wie in den Tabellen 5 bis
16.
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Tabelle
17 (vergleichendes Beispiel 1)
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Die
in den Tabellen 5 bis 16 gezeigten Schmelzpunkte der Lötmaterialien
aus Beispiel 1 lagen im Bereich von 162 bis 218 °C, niedriger als der von 221 °C des in
Tabelle 17 gezeigten Sn-3.5Ag-Lötmaterials (Nummer
2 des vergleichenden Beispiels 1) und auf einem ähnlichen Niveau wie das von
183 °C des
ebenfalls in Tabelle 17 gezeigten eutektischen Sn-Pb-Lötmaterials
(Nummer 1 des vergleichenden Beispiels 1).
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Die
mechanische Festigkeit kann wie oben beschrieben basierend auf der
Zugfestigkeit als Maß bewertet
werden. Die Lötmaterialien
aus Beispiel 1 besaßen
eine Zugfestigkeit im Bereich von 4,2 bis 63 kgf/mm2 (von
41,2 × 106 bis 61,7 × 106 Pa)
verweisend auf die Tabellen 5 bis 16. Solche Werte der Zugfestigkeit
waren ausreichend höher
als die von 3,8 kgf/mm2 (37,2 × 106 Pa) des eutektischen Sn-Pb-Lötmaterials
(Nummer 1 des vergleichenden Beispiels 1) und von 3,5 kgf/mm2 (29,4 × 106 Pa) des Sn-3.5Ag-Lötmaterials (Nummer 2 des vergleichenden
Beispiels 1), gezeigt in Tabelle 17. Ferner waren diese Werte ebenso
höher als
die im Bereich von 2,5 bis 3,0 kgf/mm2 (von
24,5 × 106 bis 29,4 × 106 Pa)
des Sn-Ag-Bi basierten Lötmaterials,
dessen Zusammensetzungen außerhalb
des Umfangs der vorliegenden Erfindung sind (Nummern 3 bis 18 des
vergleichenden Beispiels 1). Daher besaßen die Lötmaterialien aus Beispiel 1
eine ausreichend hohe mechanische Festigkeit und es kann so verstanden
werden, dass die mechanische Festigkeit des Sn-Ag-Bi basierten Lötmaterials
durch Auswahl seiner Zusammensetzung innerhalb des Umfangs der vorliegenden
Erfindung erhöht
werden kann.
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Zusätzlich,
verweisend auf die Tabellen 5 bis 16, wurde die Wärmefestigkeit
aller Lötmaterialien
aus Beispiel 1 mit der Rangstufe 5 bewertet. Daher besaßen die
Lötmaterialien
aus Beispiel 1 eine ausreichende thermische Ermüdungsfestigkeit und wurden
als befähigt
angesehen, eine kontinuierliche Last über eine lange Dauer zu überstehen.
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Ebenfalls
verweisend auf die Tabellen 5 bis 16 lag die Stoßfestigkeit der Lötmaterialien
aus Beispiel 1 auf gleichem Niveau wie die des eutektischen Sn-Pb-Lötmaterials und des Sn-3.5Ag-Lötmaterials,
gezeigt in Tabelle 17 (Nummern 1 und 2 des vergleichenden Beispiels
1) und höher
als die des Sn-Ag-Bi basierten Lötmaterials,
welches eine Zusammensetzung außerhalb
des Umfangs der vor vorliegenden Erfindung besitzt (Nummern 3 bis
18 des vergleichenden Beispiels 1). Daher besaßen die Lötmaterialien des Beispiels
1 eine ausreichend hohe Stoßfestigkeit,
und es kann so verstanden werden, dass die Stoßfestigkeit des Sn-Ag-Bi basierten
Lötmaterials
durch Auswahl seiner Zusammensetzung innerhalb des Umfangs der vorliegenden
Erfindung erhöht
werden kann.
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Die
Lötmaterialien
aus Beispiel 1 besaßen
eine spezifische Dichte niedriger als die des eutektischen Sn-Pb-Lötmaterials
und wurden aufgrund der Leichtigkeit im Gewicht, wie in den Tabellen
5 bis 16 gezeigt, mit der Rangstufe 5 bewertet. Daher können die
Lötmaterialien
aus Beispiel 1 bevorzugt in einer Vorrichtung verwendet werden,
wie beispielsweise in einem portablen Gerät.
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Darüber hinaus
wurden die Lötmaterialien
aus Beispiel 1 gemäß ihrer
elektrischen Leitfähigkeit,
wie in den Tabellen 5 bis 16 gezeigt, mit der Rangstufe 5 bewertet
und besaßen
eine Leitfähigkeit ähnlich der
des eutektischen Sn-Pb-Lötmaterials
und des Sn-3.5Ag Lötmaterials,
gezeigt in Tabelle 17 (Nummern 1 und 2 des vergleichenden Beispiels
1) und höher
als die der Sn-Ag-Bi basierten Lötmaterialien,
von denen jedes eine Zusammensetzung besitzt, die außerhalb
des Umfangs der vorliegenden Erfindung liegt (Nummern 3 bis 18 des vergleichenden
Beispiels 1). Daher können
die Lötmaterialien
aus Beispiel 1 ähnlich
wie das konventionelle eutektische Sn-Pb-Lötmaterial bevorzugt in einer
Vorrichtung verwendet werden, die eine Hochgeschwindigkeitsverarbeitung
ausführt.
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Es
kann aus diesen oben beschriebenen Resultaten so verstanden werden,
dass das Lötmaterial
der vorliegenden Erfindung im Gewicht leichter als das eutektische
Sn-Pb-Lötmaterial
ist und einen niedrigeren Schmelzpunkt als das Sn-3.5Ag-Lötmaterial
besitzt, sowie eine ausreichend hohe mechanische Festigkeit, Wärmefestigkeit,
Stoßfestigkeit
und elektrische Leitfähigkeit.
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Gewerbliche
Anwendbarkeit
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Gemäß dem Lötmaterial
der vorliegenden Erfindung kann ein bleifreies Lötmaterials bereitgestellt werden,
welches eine ausreichende mechanische Festigkeit besitzt, als auch
einen Schmelzpunkt, der niedriger als der des Sn-3.5Ag-Lötmaterials ist und ähnlich dem
des eutektischen Sn-Pb-Lötmaterials
ist. Das Lötmaterial
der vorliegenden Erfindung besitzt eine ausreichende Wärmefestigkeit
(oder thermische Ermüdungsfestigkeit),
so dass es unter kontinuierlicher Belastung einen langen Zeitraum überdauern
kann. Zusätzlich
besitzt das Lötmaterial
der vorliegenden Erfindung eine ausreichende Stoßfestigkeit und aufgrund seiner
geringeren spezifischen Dichte als die des eutektischen Sn-Pb-Lötmaterials ein leichteres Gewicht,
so dass es bevorzugt insbesondere für ein portables Gerät usw. verwendet
wird. Darüber
hinaus besitzt das Lötmaterial
der vorliegenden Erfindung eine gute elektrische Leitfähigkeit,
die ähnlich
oder besser als die des eutektischen Sn-Pb-Lötmaterials und des Sn-3.5Ag-Lötmaterials
ist, so dass es bevorzugt für
ein Hochleistungsgerät
verwendet werden kann, welches eine Hochgeschwindigkeitsverarbeitung
ausführt.
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Zusätzlich kann
ebenso eine Verbindungsstruktur und/oder ein Verbindungsbereich
mit einer ausreichenden Verbindungsfestigkeit durch Verwenden des
Lötmaterials
der vorliegenden Erfindung bereitgestellt werden. Das Lötmaterial
der vorliegenden Erfindung wird bevorzugt als Lötmaterial zum Befestigen einer
elektronischen Komponente auf einer Platine in einem Herstellungsverfahren
insbesondere einer Elektronikplatine verwendet, es kann jedoch für verschiedene
elektronische oder elektrische Geräte verwendet werden.
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Die
vorliegende Erfindung beansprucht eine Priorität gemäß der Pariser Verbandsübereinkunft
der japanischen Patentanmeldung Nr. 2000-281718, eingereicht am
18. September 2000, mit dem Titel „Lötmaterial und elektrisches/elektronisches
Gerät,
in dem dieses verwendet wird".