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TECHNISCHES
FACHGEBIET
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vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Lötlegierung und eine gelötete Verbindung
einer elektrischen oder elektronischen Vorrichtung, die eine verbesserte
Umweltsicherheit besitzt.
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STAND DER
TECHNIK
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Blei-Zinn
(Pb-SN)-Lötlegierungen
sind herkömmlich
für eine
große
Anzahl gelöteter
Verbindungen elektrischer und elektronischer Vorrichtungen verschiedener
Art genutzt worden, weil sie einen niedrigen Schmelzpunkt und eine
gute Benetzbarkeit besitzen, selbst in oxidierender Atmosphäre wie Luft.
Jedoch wegen der Toxizität
von Pb sind für
alle Leistungen und Arbeitsabläufe,
die PB und Pb-haltige Legierungen nutzen, Richtlinien eingeführt worden,
so dass das Auftreten von PB-Intoxikationen gegenüber früher minimiert worden
ist.
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Die
jüngst
gewachsene Besorgnis über
die Zerstörung
der Umwelt wirft Fragen zur Entsorgung verschiedener industrieller
Vorrichtungen, die Pb-haltige Lötlegierungen
nutzen, wie elektrische und elektronische Vorrichtungen, auf.
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Elektrische
und elektronische Vorrichtungen sind in der Regel durch Verwertung
entsorgt worden wie im Fall gewöhnlicher
industrieller und nichtindustrieller Abfälle. Jedoch besteht Besorgnis über die
Einwirkung schädlicher
Einflüsse
auf Umwelt und lebende Organismen, die durch die Elution von Pb
hervorgerufen wird, wenn eine große Menge Abfälle aus
elektrischen oder elektronischen Vorrichtungen, die Pb-haltige Lötlegierungen
beinhalten, weiterhin durch Verwertung ohne Vorbehandlung entsorgt
wird.
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In
naher Zukunft wird es wahrscheinlich Pflicht sein, Pb von gebrauchten
elektrischen und elektronischen Vorrichtungen, die eine große Menge
Pb-haltiger Lötlegierung
enthalten, vor der Entsorgung zu separieren.
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Jedoch
ist es bis jetzt technologisch nicht möglich, Pb effizient und effektiv
aus den gebrauchten elektrischen und elektronischen Vorrichtungen
zu entnehmen. Es ist ebenfalls möglich,
dass die Kosten für
die Separierung von Pb eine Erhöhung
der Produktionskosten verursachen würden.
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Daher
ist es äußerst wünschenswert,
dass eine Pb-freie Lötlegierung
entwickelt wird, die kein Pb enthält.
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Als
Pb-freie Lötlegierung
wurde eine Legierung auf Sn-Basis,
kombiniert mit Additiven wie Zn, Ag, Bi und Cu, in den praktischen
Gebrauch eingeführt,
jedoch nur für
limitierte spezielle Anwendungen. Das rührt daher, dass die Legierung
keine gute Lötbarkeit
aufweist, das heißt
die essentiellen Eigenschaften der konventionellen Pb-Sn-Lötlegierung
für die
generelle Verwendung wie niedriger Schmelzpunkt, gute Benetzbarkeit,
Eignung für
das Reflow-Verfahren, Freiheit von Reaktionen mit dem Basismaterial,
die die Bildung einer spröden
Mischschicht oder einer versprödeten
Schicht verursachen würde.
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Die
Sn-Zn-Lötlegierung
ist gegenwärtig
die am besten einsetzbare Pb-freie Lötlegierung. Die Sn-Zn-Lötlegierung
hat einen Schmelzpunkt von nahe 200°C, und von ihr wird erwartet,
dass sie als Ersatz für die
konventionelle Sn-PB-Legierung
dienen kann.
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Jedoch
oxidiert Zn leicht und verfügt über eine
schlechte Lot-Benetzbarkeit, und es ist erforderlich, Stickstoffgas
oder andere nicht oxidierende Atmosphären zu verwenden, um eine gute
Lötbarkeit
sicher zu stellen. Um eine Sn-Zn-Lötlegierung
mit verbesserter Benetzbarkeit zur Verfügung stellen zu können, wurde der
Zusatz von Cu oder Ge vorgeschlagen, aber das führte nicht zu einer erwarteten
Verbesserung der Benetzbarkeit. Stattdessen verursacht der Cu-Zusatz
die rapide Bildung einer intermetallischen Cu-Zn-Verbindung in der Lötlegierung, die die Eigenschaften
der Lötlegierung
verschlechtert.
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Darüber hinaus
hat Zn eine derart hohe Reaktionsfähigkeit, dass sich beim Löten auf
Cu-Basismaterial leicht eine dicke Schicht einer intermetallischen
Cu-Zn-Verbindung selbst bei geringer Wärmezufuhr bildet, die die Verbindungsfestigkeit
reduziert. In diesem Fall hat die Grenzfläche Basismaterial/Lot wahrscheinlich
eine Struktur von Cu-Basis/β'-CuZn Schicht/γ-Cu5Zn8 Schicht/Lotschicht.
Eine intermetallische Cu-Zn-Verbindung besitzt eine sehr schwache
Verbindungsfestigkeit an der Grenzfläche mit dem Lot, und dies führt leicht
zum Abblättern.
Das kann nicht vermieden werden, wenn das Cu-Basismaterial mit Ni/Au,
Pd oder Pd/Au beschichtet wird.
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Daher
ist die Sn-Zn-Lötlegierung
bisher im Hinblick auf die Zuverlässigkeit von elektronischen
Vorrichtungen nicht in den praktischen Gebrauch eingeführt worden.
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OFFENBARUNG
DER ERFINDUNG
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Ziel
der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung einer Pb-freien
Lötlegierung
und einer Lötverbindung
unter Verwendung derselben, in der die Lötlegierung keinen schädlichen
Effekt auf die Umwelt besitzt, jedoch eine Lötbarkeit besitzt, die der der
konventionellen Pb-Sn-Lötlegierung
vergleichbar ist.
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Zur
Erreichung des Ziels wird entsprechend dem ersten Aspekt der vorliegenden
Erfindung wird eine Lötlegierung
bereitgestellt, die besteht aus:
| Zn: | 3,0–14,0 Gew.-%, |
| Al: | 0,0020–0,0080
Gew.-%, und |
dem Rest aus Sn und unvermeidbaren Verunreinigungen.
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Entsprechend
dem ersten Aspekt wird ebenfalls eine Lötverbindung einer elektrischen
oder elektronischen Vorrichtung bereitgestellt. Diese Verbindung
ist aus einer Lötlegierung
zusammengesetzt, die besteht aus:
| Zn: | 3,0–14,0 Gew.-%, |
| Al: | 0,0020–0,0080
Gew.-%, und |
dem Rest aus Sn und unvermeidbaren Verunreinigungen.
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Entsprechend
dem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Lötlegierung
bereitgestellt, die besteht aus:
| Zn: | 3,0–14,0 Gew.-%, |
| Bi: | 3,0–6,0 Gew.-%, |
| Al: | 0,0020–0,0100
Gew.-%, und |
dem Rest aus Sn und unvermeidbaren Verunreinigungen.
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Entsprechend
dem zweiten Aspekt wird ebenfalls eine Lötverbindung einer elektrischen
oder elektronischen Vorrichtung bereitgestellt. Diese Verbindung
ist aus einer Lötlegierung
zusammengesetzt, die besteht aus:
| Zn: | 3,0–14,0 Gew.-%, |
| Bi: | 3,0–6,0 Gew.-%, |
| Al: | 0,0020–0,0100
Gew.-%, und |
dem Rest aus Sn und unvermeidbaren Verunreinigungen.
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Die
Gehalte an den Elementen der Zusammensetzung sind durch folgende
Gründe
limitiert.
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Zn: 3–14 Gew.-% (1. und 2. Aspekt)
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Zn
ist eine entscheidende Komponente für einen niedrigen Schmelzpunkt
und bessere Benetzbarkeit der Lötlegierung.
Der Zn-Gehalt von 3–14
Gew.-% gewährleistet
stabil eine gute Benetzbarkeit. Ein Zn-Gehalt von entweder weniger
als 3 Gew.-% oder mehr als 14 Gew.-% verschlechtert die Benetzbarkeit.
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Al: 0,0020–0,0080
Gew.-% (1. Aspekt, Bi abwesend)
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Al: 0,0020–0,0100
Gew.-% (2. Aspekt, Bi anwesend)
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Al
unterdrückt
die Oxidation der Sn-Zn-Legierung, um eine gute Benetzbarkeit zu
gewährleisten.
Wie zuvor beschrieben oxidiert Zn leicht und bildet auf der Lotschicht
einen Oxidfilm, der zwischen der Lotschicht und dem Basismaterial
auftritt und das Benetzen des Basismaterials durch das Lot blockiert.
Um den Effekt der Oxidationsunterdrückung zu gewährleisten,
muss Al in einer Menge von 0,0020 Gew.-% oder mehr vorhanden sein.
Jedoch haben Experimente gezeigt, dass eine übermäßige Menge von Al die Bildung
eines dicken Oxidfilms verursacht, der die Benetzbarkeit verschlechtert.
Aus diesem Grund darf der Al-Gehalt nicht mehr als 0,0080 Gew.-%
für die
Legierung des ersten Aspektes und nicht mehr als 0,0100 Gew.-% für die Legierung
des zweiten Aspektes betragen.
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Bi: 3,0–6,0 Gew.-%
(2. Aspekt)
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Bi
senkt den Schmelzpunkt weiter ab und verbessert die Benetzbarkeit
der Lötlegierung.
Zur Gewährleistung
dieses Effektes muss der Bi-Gehalt 3,0 Gew.-% oder mehr betragen.
Jedoch verursachen übermäßige Mengen
von Bi eine übermäßig hohe
Härte des
Lots, die eine Versprödung
verursacht, so dass eine zuverlässige
Lötverbindung
nicht erzielt werden kann. Aus diesem Grund darf der Bi-Gehalt nicht
mehr als 6,0 Gew.-% betragen.
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Lötlegierungen,
insbesondere Lötlegierungen
zum Löten
elektrischer oder elektronischer Vorrichtungen, müssen die
folgenden Eigenschaften aufweisen.
- 1) Das Löten kann
bei niedriger Temperatur ausgeführt
werden, die möglichst
nahe an der für
konventionelle eutektische Sn-Pb-Lötlegierungen liegt. Genauer,
die Löttemperatur
sollte nicht weit über
200°C liegen,
vorzugsweise nicht über
etwa 220°C.
- 2) Eine gute Benetzung des Basismaterials ist gewährleistet.
- 3) Keine spröden
intermetallischen Verbindungen und keine versprödeten Schichten werden durch
die Reaktion der Lötlegierung
mit dem Basismaterial gebildet.
- 4) Die Legierungselemente bilden keine Oxide, die das Auftreten
von schlechter Benetzung, Hohlräumen, Brücken oder
anderen Defekten verursachen.
- 5) Die Lötlegierung
kann in einer Form bereitgestellt werden, die für die Verarbeitung und die
Beschickung zum Löten
auf Linien für
die Massenproduktion geeignet ist, zum Beispiel in Form einer Lotpaste,
in Form von Lotkügelchen
für BGA,
etc.
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Die
vorliegende Erfindung stellt eine Zn-Al-Sn-Lötlegierung
und eine Zn-Bi-Al-Sn-Lötlegierung
bereit, die nicht nur eine verbesserte Umweltsicherheit aufweist,
sondern auch alle oben aufgezählten
Anforderungen an die Eigenschaften erfüllt.
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KURZE BESCHREIBUNG DER
FIGUREN
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1 ist
eine Darstellung, die die Meniskus-Testmethode zur Bewertung der
Benetzbarkeit zeigt;
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2 ist
eine schematische Illustration, die die Methode zum Testen der Festigkeit
der Überlappungsverbindung
zeigt;
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3 ist
eine Darstellung, die die Relation zwischen dem Zn-Gehalt und dem
Schmelzpunkt von X Gew.-% Zn-0,0060 Gew.-% Al-Sn-Lötlegierungen
zeigt;
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4 ist
eine Darstellung, die die Relation zwischen dem Zn-Gehalt und der
Zeit zur Benetzung von X Gew.-% Zn-0,0060 Gew.-% Al-Sn-Lötlegierungen
bei unterschiedlichen Temperaturen zeigt;
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5 ist
eine Darstellung, die die Relation zwischen dem Al-Gehalt und der
Zeit zur Benetzung von 4 Gew.-% Zn-X Gew.-% Al-Sn-Lötlegierungen
bei unterschiedlichen Temperaturen zeigt;
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6 ist
eine Darstellung, die die Relation zwischen dem Al-Gehalt und der
Zeit zur Benetzung von 8 Gew.-% Zn-X Gew.-% Al-Sn-Lötlegierungen
bei unterschiedlichen Temperaturen zeigt;
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7 ist
eine Darstellung die die Relation zwischen dem Al-Gehalt und der
Zeit zur Benetzung von 10 Gew.-% Zn-X Gew.-% Al-Sn-Lötlegierungen
bei unterschiedlichen Temperaturen zeigt;
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8 ist
eine Darstellung, die die Relation zwischen dem Zn-Gehalt und dem
Schmelzpunkt von X Gew.-% Zn-3 Gew.-% Bi-0,0060 Gew.-% Al-Sn-Lötlegierungen
zeigt;
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9 ist
eine Darstellung, die die Relation zwischen dem Bi-Gehalt und dem
Schmelzpunkt von 8 Gew.-% Zn-X Gew.-% Bi-0,0060 Gew.-% Al-Sn-Lötlegierungen
zeigt;
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10 ist
eine Darstellung, die die Relation zwischen dem Bi-Gehalt und der
Zeit zur Benetzung von 8 Gew.-% Zn-X Gew.-% Bi-0,0060 Gew.-% Al-Sn-Lötlegierungen
bei unterschiedlichen Temperaturen zeigt;
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11 ist
eine Darstellung, die die Relation zwischen dem Al-Gehalt und der
Zeit zur Benetzung von 8 Gew.-% Zn-3 Gew.-% Bi-X Gew.-% Al-Sn-Lötlegierungen
bei unterschiedlichen Temperaturen zeigt;
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12 ist
eine Darstellung, die die Festigkeiten von Überlappungsverbindungen verschiedener
Lötlegierungen
vergleicht;
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13 ist
eine, Darstellung, die die Konzentrationsverteilung der Elemente
längs der
Tiefenrichtung in der Oberflächenregion
eines Pulverpartikels von einer Sn-Zn-Al-Lötlegierung
zeigt;
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14 zeigt
schematisch die Bildung von Lotkügelchen
in einer gelöteten
Verbindung, wenn Sn-Zn-Al-Lötlegierungspulver
verwendet wird;
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15 zeigt
Fotos von Lotkügelchen,
gebildet in gelöteten
Verbindungen, wenn ein Sn-Zn-Al-Lötlegierungs pulver und ein Sn-Zn-Bi-Al-Lötlegierungspulver
verwendet werden;
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16 ist
eine Darstellung, die die Relation zwischen dem Al-Gehalt von einem
Sn-Zn-Al-Lötlegierungspulver
und der Häufigkeit
des Auftretens von Lotkügelchen
in der gelöteten
Verbindung zeigt; und
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17 ist
eine Darstellung, die die Relation zwischen dem Al-Gehalt von einem
Sn-Zn-Bi-Al-Lötlegierungspulver
und der Häufigkeit
des Auftretens von Lotkügelchen
in der gelöteten
Verbindung zeigt.
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BESTE METHODE FÜR DIE DURCHFÜHRUNG DER
ERFINDUNG
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Lötlegierungen
mit unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen, wie in den Tabellen
1 und 2 zusammengestellt, wurden durch Schmelzen hergestellt, und
der Schmelzpunkt (Liquidustemperatur), die Zeit zur Benetzung und
die Verbindungsfestigkeit wurden durch die folgenden Methoden gemessen.
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Messung des Schmelzpunktes
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Die
DSC-Methode (differential scanning calorimetry) zur Messung des
Schmelzpunktes wurde genutzt, um die Liquidustemperatur als repräsentativen
Wert für
den Schmelzpunkt zu determinieren.
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Messung der Zeit zur Benetzung
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Ein
RHESCA Meniskus-Tester (Solder Checker Model SAT-5000) wurde verwendet, um die Zeit zur Benetzung
als repräsentativen
Wert für
die Benetzbarkeit durch den folgenden Meniskus-Test zu determinieren.
Die Testatmosphäre
war Luft. Um den Einfluss der Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre zu studieren,
wurden die Proben Nr. 45 und Nr. 61, die die selben chemischen Zusammensetzungen
hatten wie die entsprechenden Proben Nr. 44 und 60, in einer Stickstoffatmosphäre mit einem
Gehalt von 2000 ppm Sauerstoff getestet.
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Meniskus-Test
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Kupferplatten
(5 mm × 40
mm × 0,1
mm dick) wurden mit einer wässerigen
Lösung
aus Salzsäure
(1,2 mol/l) gereinigt, mit Flux vom Typ RMA (Tamura Kaken ULF-500VS)
behandelt und in Schmelzen von Lötlegierungen
bei 240, 250 und 260°C
getaucht, mit einer Eintauchgeschwindigkeit von 20 mm/s bis zu einer
Eintauchtiefe von 5 mm, wobei die Zeit zur Benetzung gemessen wurde.
Die Messzeit betrug bis zu 8 s. Der Meniskus-Test erbrachte ein Diagramm, wie in 1 gezeigt,
aus dem die Zeit zur Benetzung, die Benetzungskraft, die Ablösekraft
und andere Parameter determiniert wurden. Die Zeit zur Benetzung
wurde von diesen Parametern ausgewählt als einer der sensitivsten
für die
Legierungszusammensetzung, um die Benetzbarkeit zu bewerten.
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Messung der Verbindungsfestigkeit
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Ein
Tester für
die Festigkeit einer Überlappungsverbindung
wurde verwendet, um die Verbindungsfestigkeit zu determinieren.
Wie in 2 gezeigt, wurde ein Paar L-förmiger
Teststücke
aus Kupfer durch Löten verbunden
und mit einem Instron Zugfestigkeits-Tester mit einer Zuggeschwindigkeit
von 1 mm/min getestet.
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Bewertung der gemessenen
Daten
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Bewertung von Schmelzpunkt
und Benetzbarkeit
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(1) Zn-Al-Sn-Legierungen
(1. Aspekt der vorliegenden Erfindung)
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(1-1) Einfluss des Zn-Gehaltes
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Die 3 und 4 zeigen
die Relation zwischen dem Zn-Gehalt und dem Schmelzpunkt (Liquidustemperatur)
beziehungsweise die Relation zwischen dem Zn-Gehalt und der Zeit
zur Benetzung der Proben 1 bis 12 (1,0–20,0 Gew.-% Zn-0,0060 Gew.-% Al-Sn)
aus Tabelle 1. Der Al-Gehalt von 0,0060 Gew.-% befindet sich im
spezifizierten Bereich der vorliegenden Erfindung.
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Die
Proben 3 bis 11, die den oben genannten Al-Gehalt innerhalb des spezifizierten
Bereiches und Zn-Gehalte innerhalb des spezifizierten Bereiches
(3,0–14,0
Gew.-%) besitzen, hatten niedrige Schmelzpunkte (3)
und zeigten stabil eine gute Benetzbarkeit (kurze Zeit zur Benetzung: 4).
Im Gegensatz dazu zeigten, selbst mit einem Al-Gehalt innerhalb des oben genannten
spezifizierten Bereiches, die Proben 1 und 2 mit Zn-Gehalten von
weniger als der spezifizierte Bereich und Probe 12 mit einem Zn-Gehalt
von mehr als der spezifizierte Bereich eine schlechtere Benetzbarkeit
(lange Zeit zur Benetzung).
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(1-2) Einfluss des Al-Gehaltes
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Die 5, 6 und 7 zeigen
die Relation zwischen dem Al-Gehalt und der Zeit zur Benetzung der
Proben 13 bis 17 (4,0 Gew.-% Zn-0,0006–0,0206 Gew.-% Al-Sn), der
Proben 18 bis 29 (8,0 Gew.-% Zn-0,0006–0,7912 Gew.-% Al-Sn) und der
Proben 30 bis 34 (10,0 Gew.-% Zn-0,0006–0,0206 Gew.-% Al-Sn) aus Tabelle
1. Die Zn-Gehalte von 4,0 Gew.-%, 8,0 Gew.-% und 10,0 Gew.-% befinden
sich alle im spezifizierten Bereich der vorliegenden Erfindung.
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Die
Proben 15, 20 bis 23 und 32, die die oben genannten Zn-Gehalte innerhalb
des spezifizierten Bereiches und Al-Gehalte innerhalb des spezifizierten
Bereiches des ersten Aspektes der vorliegenden Erfindung besitzen,
zeigten stabil eine gute Benetzbarkeit (kurze Zeit zur Benetzung).
Im Gegensatz dazu zeigten, selbst mit den oben genannten Zn-Gehalten innerhalb
des spezifizierten Bereiches, die Proben 14, 18 bis 19 und 30 bis
31 mit Al-Gehalten von weniger als der spezifizierte Bereich und
die Proben 16 bis 17, 24 bis 29 und 33 bis 34 eine schlechte Benetzbarkeit
(lange Zeit zur Benetzung).
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(2) Zn-Bi-Al-Sn-Legierungen
(2. Aspekt)
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(2-1) Einfluss des Zn-Gehaltes
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8 zeigt
die Relation zwischen dem Zn-Gehalt
und dem Schmelzpunkt der Proben 46 bis 50 (1,0–20,0 Gew.-% Zn-3,0 Gew.-%
Bi-0,0060 Gew.-% Al-Sn) aus Tabelle 2. Der Bi-Gehalt von 3,0 Gew.-%
und der Al-Gehalt von 0,0060 Gew.-% befinden sich innerhalb der
jeweiligen spezifizierten Bereiche.
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Die
Proben, die die oben genannten Bi- und Al-Gehalte innerhalb der spezifizierten
Bereiche und Zn-Gehalte innerhalb des spezifizierten Bereiches besitzen,
hatten niedrige Schmelzpunkte.
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(2-2) Einfluss des Bi-Gehaltes
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Die 9 und 10 zeigen
die Relation zwischen dem Bi-Gehalt und dem Schmelzpunkt beziehungsweise
die Relation zwischen dem Bi-Gehalt und der Zeit zur Benetzung der
Proben 51 bis 56 (8,0 Gew.-% Zn-0–10,0 Gew.-% Bi-0,0060 Gew.-%
Al-Sn) aus Tabelle 2. Der Zn-Gehalt von 8,0 Gew.-% und der Al-Gehalt
von 0,0060 Gew.-% befinden sich innerhalb des spezifizierten Bereiches.
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Die
Proben 53 bis 54, die die oben genannten Zn- und Al-Gehalte innerhalb
der jeweiligen spezifizierten Bereiche und Bi-Gehalte innerhalb
des spezifizierten Bereiches (3,0–6,0 Gew.-%) besitzen, hatten
niedrige Schmelzpunkte (9) und zeigten stabil eine gute
Benetzbarkeit (kurze Zeit zur Benetzung: 10). Im
Gegensatz dazu zeigte, selbst mit Zn- und Al-Gehalten innerhalb
der jeweiligen spezifizierten Bereiche, die Probe 52, die einen
Bi-Gehalt von weniger als der spezifizierte Bereich besitzt, eine
schlechte Benetzbarkeit (lange Zeit zur Benetzung). Die Proben 55
bis 56, die Bi-Gehalte von mehr als das spezifizierte obere Limit
von 6,0 Gew.-% besitzen, hatten niedrige Schmelztemperaturen und
zeigten eine gute Benetzbarkeit, jedoch besaß die gelötete Verbindung eine zu große Härte für den praktischen
Gebrauch.
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(2-3) Einfluss des Al-Gehaltes
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11 zeigt
die Relation zwischen dem Al-Gehalt
und der Zeit zur Benetzung der Proben 35 bis 45 (8,0 Gew.-% Zn-3,0
Gew.-% Bi-0–0,6500
Gew.-% Al-Sn) aus Tabelle 2. Der Zn-Gehalt von 8,0 Gew.-% und der Bi-Gehalt
von 3,0 Gew.-% befinden sich im spezifizierten Bereich.
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Die
Proben 38 bis 40, die die oben genannten Zn- und Bi-Gehalte innerhalb
der jeweiligen spezifizierten Bereiche und Al-Gehalte innerhalb
des spezifizierten Bereiches (0,0020–0,100 Gew.-%) besitzen, zeigten stabil
eine gute Benetzbarkeit (kurze Zeit zur Benetzung). Im Gegensatz
dazu zeigten, selbst mit Zn- und Bi-Gehalten innerhalb der spezifizierten
Bereiche, die Proben 35 bis 37, die Al-Gehalte von weniger als der spezifizierte
Bereich besitzen, und die Proben 41 bis 42, die Al-Gehalte von mehr
als der spezifizierte Bereich besitzen, eine schlechte Benetzbarkeit
(lange Zeit zur Benetzung). Die Proben 43 bis 44, die noch größere Al-Gehalte
besitzen, zeigten eine verbesserte Benetzbarkeit (weiter reduzierte
Zeit zur Benetzung), werden jedoch eine Oberflächensegregation von Al während der
Produktion von Lotpulver (Pulverpartikelgröße mit einem Durchmesser von
20–45 μm) verursachen
und sind praktisch nicht akzeptabel.
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Die
Proben 57 bis 67 aus Tabelle 2 sind Vergleichsproben, bei welchen
Probe 57 eine konventionelle eutektische Pb-Sn-Legierung ist. Die
anderen Proben sind Pb-freie
Lötlegierungen
auf Sn-Basis: Probe 58 aus Ag-Cu-Sn, Probe 59 aus Zn-Sn, Proben
60 und 61 aus Zn-Bi-Sn, Proben 62 und 63 aus Zn-Bi-Cu-Sn, Probe 64
aus Zn-Bi-Ge-Sn und Probe 65 aus Zn-Bi-Ge-Sn.
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Die
Vergleichsproben 59, 60 und 62 bis 65 besaßen eine schlechte Benetzbarkeit,
und die Vergleichsprobe 58 besaß eine
gute Benetzbarkeit, hatte jedoch einen Schmelzpunkt, der so hoch
wie 221,1°C
lag, was praktisch nicht akzeptabel ist. Probe 61, die die selbe
Legierungszusammensetzung wie Probe 60 besitzt, wurde in einer Stickstoffatmosphäre mit 2000
ppm Sauerstoff getestet und zeigte eine gute Benetzbarkeit nur in der
nicht oxidierenden Atmosphäre
und ist deshalb praktisch nicht akzeptabel. Das selbe kann bei den
Proben 44 und 45 beobachtet werden, die einen Zn-Gehalt von 8,0
Gew.-% und einen Bi-Gehalt von 3,0 Gew.-% besitzen, die beide in
ihren jeweiligen spezifizierten Bereichen liegen, und Al-Gehalte
von mehr als der spezifizierte Bereich (0–0,6500 Gew.-%).
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Beurteilung der Verbindungsfestigkeit
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12 zeigt
die Verbindungsfestigkeiten von Probe 8 (8,0 Gew.-% Zn-0,0060 Gew.-%
Al-Sn), Probe 39 (8,0 Gew.-% Zn-3,0
Gew.-% Bi-0,0060 Gew.-% Al-Sn) und Probe 40 (8,0 Gew.-% Zn-3,0 Gew.-%
Bi-0,0100 Gew.-% Al-Sn) im Vergleich mit denen der konventionellen
eutektischen Pb-Sn-Lötlegierung
(Probe 57) und Pb-freien Lötlegierungen
außerhalb
des spezifizierten Bereiches (Proben 35, 42, 44 und 59). Wie aus 12 ersichtlich
ist, besaßen
die Lötlegierungen
entsprechend der vorliegenden Erfindung Verbindungsfestigkeiten vergleichbar
der konventionellen eutektischen Pb-Sn-Lötlegierung.
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Tabelle
1 Eigenschaften von Zn-Al-Sn-Lötlegierungen
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Anmerkung
1: Die Dezimalzahlen zeigen die Zeit bis zur Benetzung (s), und
die Brüche
wie "4/4" zeigen im Nenner
die Anzahl der Messungen und im Zähler die Anzahl der erfolgreichen
Messungen. Das Symbol "x" steht für "nicht messbar".
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Anmerkung
2: Der Benetzungstest wurde an der Luft durchgeführt
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Anmerkung
3: Bedingungen des Benetzungstests Material des Gegenstücks (Basismaterial):
unbehandeltes
Cu
Immersionsvolumen: (5 × 40 × 0,1) mm
Tester:
RHESCA Meniscus Tester (Solder Checker Model SAT-5000)
Test-Flux:
Flux-Typ RMA, Tamura Kaken ULF-500VS
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Tabelle
2 Eigenschaften von Zn-Bi-Al-Sn-Lötlegierungen
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Anmerkung
1: Die Dezimalzahlen zeigen die Zeit bis zur Benetzung (s), und
die Brüche
wie "4/4" zeigen im Nenner
die Anzahl der Messungen und im Zähler die Anzahl der erfolgreichen
Messungen. Das Symbol "x" steht für "nicht messbar".
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Anmerkung
2: Der Benetzungstest wurde an der Luft durchgeführt, außer Proben 45 und 61, die in einer
Stickstoffatmosphäre
mit 2000 ppm Sauerstoff getestet wurden.
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Anmerkung
3: Bedingungen des Benetzungstests Material des Gegenstücks (Basismaterial):
unbehandeltes
Cu
Immersionsvolumen: (5 × 40 × 0,1) mm
Tester:
RHESCA Meniscus Tester (Solder Checker Model SAT-5000)
Test-Flux:
Flux-Typ RMA, Tamura Kaken ULF-500VS
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Eigenschaft von Lotpulver
und Effekt von Al
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Es
wurde eine experimentelle Studie zum Effekt von Al auf die Eigenschaft
des Lotpulvers, das eine typische Form einer Sn-Zn-Lötlegierung
im industriellen Gebrauch für
gelötete
Verbindungen ist, durchgeführt.
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[1] Oxidationsunterdrückung durch
Al
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Die
Benetzbarkeit eines Lotes wird durch die Oxidation des Lotes verschlechtert.
In einem Lot auf Sn-Zn-Basis
ist Zn sehr oxidationsanfällig
und bildet einen dicken, losen Zn-Oxidfilm, der eine Verschlechterung
der Benetzbarkeit verursacht.
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Die
Benetzbarkeit eines Lotes auf Sn-Zn-Basis wird durch den Zusatz
von Al signifikant verbessert, weil Al im Vorzug zu Zn an der Lotoberfläche bei
Kontakt mit der umgebenden Luft oxidiert. Das geschieht, weil Al-Atome
im Vergleich zu Zn-Atomen leichter Elektronen freigeben, eine höhere Reaktivität mit Sauerstoff
zeigen, was aus den gut bekannten Daten ersichtlich ist, die in
der folgenden Tabelle zusammengefasst sind.
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Tabelle:
Elektronenfreisetzung von Zn und Al
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Ein
Al-Oxidfilm hat eine sehr hohe Dichte und verhindert, wenn er erst
einmal gebildet ist, das weitere Eindringen von Sauerstoff, was
den Al-Film dünn
hält, während die
Oxidation von Zn verhindert wird.
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Die
Bildung eines Al-Oxidfilms an der Oberfläche eines Lots auf Sn-ZN-Basis
wird signifikant durch die Segregation von Al in der Region der
Oberfläche,
des Lots beeinflusst. Die Erfinder studierten die Oberflächensegregation
von Al in einem Partikel von einem Lotpulver, das für den industriellen
Gebrauch als ein Hauptbestandteil einer Lotpaste anwendbar ist.
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13 zeigt
die Konzentrationsverteilung der Elemente längs der Tiefenrichtung ausgehend
von der Oberfläche
eines Partikels Lotpulver (40 μm
im Durchmesser) einer Legierung Sn-6,7 Gew.-% Zn-0,0024 Gew.-% Al.
Die Herstellung des Lotpulvers und die Messung der Konzentrationsverteilung
der Elemente wurden wie unten zusammengefasst durchgeführt.
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Herstellung
von Lotpulver
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Eine
Schmelze mit der passenden Zusammensetzung für das Erreichen der Zusammensetzung
einer Ziellegierung wurde bei 300°C
hergestellt und bei 220°C
gehalten, gefolgt von zentrifugalem Versprühen zur Herstellung eines Pulvers.
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Das
Pulver wurde dann klassiert, um eine Partikelgröße von 38 bis 45 μm im Durchmesser
zu erhalten. 13 zeigt das Ergebnis für ein Pulverpartikel
mit einem Durchmesser von 40 μm.
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Eine
ICP-Analyse wurde durchgeführt,
um die Zusammensetzung der Pulverlegierung zu bestimmen, die oben
behandelt wurde.
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Messung der Konzentrationsverteilung
der Elemente
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Eine
Auger-Analyse wurde durchgeführt,
um die Konzentrationsverteilung von Sn, Zn, Al und 0 längs der
Tiefenrichtung ausgehend von der Oberfläche des Partikels zu bestimmen,
unter Verwendung eines Auger-Analysators und unter den unten zusammen
gefassten Messbedingungen.
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Auger-Analysator
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- JEOL Ltd., Micro-Auger Electron Spectroscope JAMP-7800F
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Messbedingungen
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- Beschleunigungsspannung: 10 kV
- Bestrahlungsstrom: 3 nA
- Messintervall: 300 nm × 5
Durchläufe
- Etching-Geschwindigkeit: 30 nm/min (auf SiO2-Basis)
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Wie
aus 13 ersichtlich ist, ist Al in einer hohen Konzentration
innerhalb eine Oberflächenregion bis
zu einer Tiefe von einigen nm von der Partikeloberfläche segregiert.
Der beobachtete Sauerstoff beruht auf unvermeidbarer Oxidation während der
Erzeugung des Lotpulvers und ist ebenfalls in der Oberflächenregion zusammen
mit dem segregierten Al segregiert und legt nahe, dass ein Al-Oxidfilm mit einer
Stärke
von einigen nm an der Partikeloberfläche gebildet wird.
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Auf
diese Weise wird eine Legierung mit Al-Zusatz auf Sn-Zn-Basis mit
einer Oberflächenregion
versehen, die in hoher Konzentration segregiertes Al enthält und verhindert,
dass Zn oxidiert wird, wodurch eine gute Benetzbarkeit gewährleistet
wird. Ein Al-Oxidfilm ist wie oben beschrieben sehr dicht und verhindert
effektiv das Eindringen von Wasser, was einer gelöteten Verbindung
eine verbesserte Korrosionsresistenz bei hohen Temperaturen in Umgebungen
mit hoher Luftfeuchtigkeit verleiht.
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[2] Bildung von Lotkügelchen
und Al-Gehalt
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Wie
oben diskutiert, ist das Vorhandensein von Al sehr effektiv bei
der Verbesserung der Benetzbarkeit von Legierungen auf Sn-Zn-Basis
durch die Bildung eines Al-Oxidfilms.
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Jedoch
führt eine überhöhte Menge
von Al zu einer gelöteten
Verbindung mit unerwünschten
Lotkügelchen,
das heißt
Lotpulverpartikel bleiben beim Lötvorgang
ungeschmolzen und führen
zu einer schlechten Verbindung.
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Um
die Bildung von Lotkügelchen
in einer gelöteten
Verbindung zu verhindern, darf der Al-Gehalt nicht mehr als 0,0080
Gew.-% für
die Bi-freie Lötlegierung
und darf nicht mehr als 0,0100 Gew.-% für die Bi-haltige Lötlegierung
betragen, gemäß dem ersten
und dem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung.
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Die 14(1) bis 14(4) zeigen
schematisch das Auftreten von Lotkügelchen in einer gelöteten Verbindung,
in der ein Anschlussleiter Q mit einem Lot R auf einen Träger P gelötet ist.
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14(1) zeigt eine gelötete Verbindung R, gebildet
durch vollständiges
Schmelzen der Lotpulverpartikel, was erreicht wird, wenn der Al-Gehalt
des Lotpulvers innerhalb des Bereiches der vorliegenden Erfindung
liegt.
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Die 14(2) bis 14(4) zeigen
gelötete
Verbindungen R, gebildet wenn der Al-Gehalt das obere Limit des
Bereiches der Erfindung überschreitet:
(2) der Al-Gehalt ist leicht überhöht, so dass
eine kleine Anzahl von Lotkügelchen
B auf der Oberfläche
einer gelöteten
Verbindung R verstreut ist: (3) der Al-Gehalt ist weiter erhöht, was
zum Auftreten von Lotkügelchen
B führt,
die die gesamte Oberfläche
einer gelöteten
Verbindung R bedecken: und (4) der Al-Gehalt ist extrem überhöht, so dass die Lotpulverkügelchen überhaupt
nicht geschmolzen sind, und die gelötete Verbindung R besteht ausschließlich aus
zusammengesetzten Lotkügelchen B,
das heißt
aus ungeschmolzenen Lotpulverpartikeln. Es wird angemerkt, dass
die Lotkügelchen
B aus Gründen
der Anschaulichkeit vergrößert dargestellt
sind.
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Die 15(1) and 15(2) sind
Fotografien, die die äußere Erscheinung
von den gelöteten
Verbindungen zeigen, die durch Verwendung der Lötlegierungen Sn-7,0 Gew.-%
Zn-0,04 Gew.-% Al beziehungsweise Sn-7,0 Gew.-% Zn-3,0 Gew.-% Bi-0,04
Gew.-% Al gebildet wurden. In beiden Fällen übersteigt der Al-Gehalt das
obere Limit des Bereiches der vorliegenden Erfindung von 0,0080
Gew.-% für
die Bi-freie Zusammensetzung beziehungsweise 0,0100 Gew.-% für die Bi-haltige
Zusammensetzung, und eine große
Anzahl von Lotkügelchen
bedeckt vollständig
die Oberfläche
der gelöteten
Verbindung. Die jeweiligen Lotkügelchen
haben die gleiche Größe wie die
Lotpulverpartikel, die in einer Lotpaste gemischt wurden, und werden
als die jeweiligen Lotpulverpartikel betrachtet, die ungeschmolzen
bleiben.
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Die
Tabellen 3 und 4 zeigen das Auftreten von Lotkügelchen in gelöteten Verbindungen,
die durch Löten
mit Lotpulvern mit unterschiedlichen Al-Gehalten gebildet wurden.
Sie fassen die Anzahl von Lotkügelchen, die
Häufung
des Auftretens von Lotkügelchen
und die Qualität
einer gelöteten
Verbindung für
Bi-freie und Bi-haltige Lötlegierungen
des ersten beziehungsweise zweiten Aspektes der vorliegenden Erfindung
zusammen.
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Die 16 und 17 zeigen
die Relation zwischen dem Al-Gehalt und der Häufigkeit des Auftretens von
Lotkügelchen
auf der Grundlage der Daten aus den Tabellen 3 beziehungsweise 4.
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Tabelle
3 Sn-Zn-Al: Bildung von Lotkügelchen
in gelöteter
Verbindung
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Tabelle
4 Sn-Zn-Bi-Al: Bildung von Lotkügelchen
in gelöteter
Verbindung
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Diese
Daten zeigen klar, dass die Häufigkeit
des Auftretens von Lotkügelchen
stark ansteigt, wenn der Al-Gehalt
das obere Limit der vorliegenden Erfindung übersteigt.
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Darum
darf zur Gewährleistung
einer substantiellen Verhinderung der Bildung von Lotkügelchen
in gelöteten
Verbindungen der Al-Gehalt nicht über 0,0080 Gew.-% für Bi-freie Lötlegierungen
und darf nicht über 0,0100
Gew.-% für
Bi-haltige Lötlegierungen
liegen, gemäß dem ersten
beziehungsweise zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung.
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Die
Erfinder glauben, dass das Vorhandensein von Al in überhöhten Mengen
den starken Anstieg der Häufigkeit
des Auftretens von Lotkügelchen
aus folgenden Gründen
verursacht. Aluminiumoxid, Al2O3,
hat einen hohen Schmelzpunkt von 2015°C und wird bei Löttemperaturen
von ca. 200°C
nicht geschmolzen.
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Wenn
der Al-Gehalt innerhalb des Bereiches der vorliegenden Erfindung
liegt, insbesondere das spezifizierte obere Limit nicht übersteigt,
bildet ein Al-Oxidfilm, der an der Oberfläche von Lotpulverpartikeln
gebildet wurde, eine sehr dünne
und weiche Hülle,
so dass sie sich nicht selbst tragen kann, sondern bricht, wenn der
in der Hülle
eingekapselte Lotpartikel während
des Lötens
geschmolzen wird, sogar obwohl die Hülle selbst nicht geschmolzen
wird, und eine Koaleszenz der geschmolzenen Lotpuderpartikel miteinander
zur Bildung, einer fehlerlosen Verbindung gestattet. Der gebrochene
Al-Oxidfilm ist in der gelöteten
Verbindung als Spur einer Verunreinigung enthalten und hat keinen
substantiellen Einfluss auf die Qualität der Verbindung.
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Im
Gegensatz dazu, wenn der Al-Gehalt das spezifizierte obere Limit übersteigt,
bildet ein Al-Oxidfilm auf der Oberfläche von Lotpartikeln eine dicke
starke Hülle,
die nicht bricht, sondern als selbsttragende Struktur während des
Lötens
erhalten bleibt und die Koaleszenz der geschmolzenen Pulverpartikel
während
des Lötens
verhindert, so dass die entsprechenden Lotpulverpartikel als Lotkügelchen
nach Beendigung des Lötens
erhalten bleiben.
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Es
ist daher sehr wichtig, dass die vorliegende Erfindung einer Lötlegierung
das spezifizierte obere Limit des Al-Gehaltes nicht nur besitzt,
um die Lötlegierung
mit guter Benetzbarkeit auszustatten, sondern auch, um die Bildung
von Lotkügelchen
zu verhindern, wenn die Lötlegierung
in Pulverform verwendet wird.
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Wie
oben beschrieben, bieten die Lötlegierungen,
die die chemischen Zusammensetzungen innerhalb des spezifizierten
Bereiches haben, eine niedrige Schmelztemperatur und eine gute Benetzbarkeit
vergleichbar mit der einer konventionellen Pb-Sn-Lötlegierung,
ohne dass das umweltschädliche
Pb verwendet wird.
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Darüber hinaus
enthält
die Lötlegierung
der vorliegenden Erfindung billiges Zn als Hauptbestandteil und
ist genauso billig wie die PB-Sn-Lötlegierung, die konventionell
in großer
Menge für
elektrische und elektronische Vorrichtungen verwendet wird.
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Keine
Probleme treten auf, wenn die Lötlegierung
gemäß der vorliegenden
Erfindung unbedeutende Mengen Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff
oder anderer Elemente als Verunreinigung enthält. Jedoch sollte die Sauerstoffmenge
so gering wie möglich
sein, weil Sauerstoff, wenn er in großen Mengen präsent ist,
die Lötlegierung
verspröden
würde.
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INDUSTRIELLE ANWENDBARKEIT
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Zusammenfassend,
die vorliegende Erfindung stellt eine Pb-freie Lötlegierung und eine Lötverbindung unter
Verwendung derselben zur Verfügung,
bei der die Lötlegierung
keinen schädlichen
Einfluss auf die Umwelt hat, jedoch eine Lötbarkeit hat, die vergleichbar
der konventionellen Pb-Sn-Lötlegierung
ist.