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GEBIET DER
ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Verfahren und Kits, welche die Polypeptidsequenzierung
unter Verwendung von Massenspektrometrietechniken ermöglichen.
Die Verfahren und Kits sind insbesondere geeignet für die Identifizierung
von Polypeptiden mit hohem Molekulargewicht zur Verwendung beispielsweise
auf den Gebieten der Biologie, Pharmazie, persönlichen Körperpflege und Gewebereinigung.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Kürzlich wurde
die Matrix-unterstützte
Laserdesorptionsionisierung-(MAL-DI)
Massenspektrometrie und die Elektrospray-Ionisierung für hochsensitive
Peptid- und Polypeptidsequenzierungsanwendungen entwickelt. Vergleiche
z. B. Spengler et al. "Peptide
Sequencing by Matrix-assisted Laser-desorption Mass Spectrometry", Rapid Communications
in Mass Spectrometry, Bd. 6, S. 105 – 108 (1992); Spengler et al., "Fundamental Aspects
of Postsource Decay in Matrix-Assisted Laser Desorption Mass Spectrometry", Journal of Physical
Chemistry, Bd. 96, S. 9678 – 9684
(1992); Kaufmann et al., "Mass
Spectrometric Sequencing of Linear Peptides by Product-ion Analysis
in a Reflectron Time-of-flight Mass Spektrometer Using Matrix-assisted
Laser Desorption Ionization",
Rapid Communications in Mass Spectrometry, Bd. 7, S. 902 – 910 (1993);
Kaufmann et al., "Sequencing
of Peptides in a Time-of-flight Mass Spectrometer: Evaluation of
Postsource Decay Following Matrix-assisted Laser Desorption Ionisation
(MALDI), International Journal of Mass Spectrometry and Ion Processes,
Bd. 131, S. 355-385
(1994); Kaufmann et al., "Post-source
Decay and Delayed Extraction in Matrix-assisted Laser Desorption/Ionization
Refelctron Time-of-flight Mass Spectrometry", Rapid Communications in Mass Spectrometry,
Bd. 10, S. 1199 – 1208
(1996); und Spengler, "Post-source
Decay Analysis in Matrix-assisted Laser Desorption/Ionization Mass
Spectrometry of Biomolecules",
Journal of Mass Spectrometry, Bd. 32, S. 1019 – 1036 (1997); Carr et al., "Integration of Mass
Spectrometry in Analytical Biotechnology", Analytical Chemistry, Bd. 63, S. 2802 – 2824 (1991);
Yates III et al., "Mining
Genomes With MS",
Analytical Chemistry, Bd. 68, S. 534A – 540A (1996); Morris et al., "High Sensitivity
Collisionally Activated Decomposition Tandem Mass Spectrometry on
a Novel Quadrupole/Orthagonal Acceleration Time-of-Flight Mass Spectrometry", Rapid Communications
in Mass Spectrometry, Bd. 10, 889 – 896 (1996).
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MALDI
bietet einige Vorteile auf dem Gebiet der Massenspektrometrie. Beispielsweise
erbringt MALDI eine höhere
Empfindlichkeit als herkömmliche
Elektrospray-Triple-Quadrupol-Geräte. Bei der Verwendung in Kombination
mit Time-of-Flight-Massenanalysatoren
ist MALDI auch auf Peptide mit höherer
Masse anwendbar, als mit Triple-Quadrupol-Geräten analysiert werden können. MALDI
ist weiterhin für
die Analyse komplexer Mischungen bei minimaler Probenaufreinigung
geeignet. Andererseits kann die Elektrospray-Ionisierung einfach
mit wirksamen Trennungstechniken verknüpft werden, eingeschlossen
Flüssigkeits-Chromatographie (LC)
und verschiedene Formen der Kapillarelektrophorese (CE). Hochautomatisierte
Analysen sind möglich, wenn
LC und CE als Probenaufreinigungs- und Zufuhrvorrichtungen verwendet
werden.
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Jedoch
kann die herkömmliche
MALDI und in geringerem Umfang die Elektrospray-Ionisierungsmassenspektrometrie,
keine vorhersehbaren Tandemmassenspektrometrie-Fragmentierungsmuster
erbringen. Zum Beispiel werden typischerweise multiple Ionenreihen
(einschließlich
a-Ionen, b-Ionen und y-Ionen) beobachtet, was zu MALDI post-source
decay-Spektren führt,
die für
eine effiziente Interpretation und Sequenzierung zu komplex sind.
Multiple Ionenreihen (b- und
y-Ionen) sowie interne Fragmente als auch gleichzeitig einfach-
und mehrfachgeladene Ionen werden aus mehrfach-geladenen, durch
die Elektrospray-Ionisierung erzeugte Vorläuferinnen gebildet, und die
resultierenden Tandem-Massenspektren sind oftmals de novo nur schwer
zu interpretieren. Dementsprechend haben die Probleme der Fragmentierung
die Möglichkeit
begrenzt, schnell Polypeptide unter Verwendung der Massenspektrometrie
zu sequenzieren. Somit ist die Massenspektrometrie und insbesondere
die MALDI-Massenspektrometrie auf diesem Gebiet von geringem Wert.
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Einige
Forschungsgruppen haben versucht, die Verwendung der Massenspektrometrie
auf dem Gebiet der Polypeptidsequenzierung durch die Verwendung
chemischer Derivatisierungstechniken zu verbessern. Solche Techniken
wurden angewendet, um die Fragmentierung von Peptiden in den MSMS-Spektren
zu begünstigen
und zu steuern, mit dem Ziel, die Empfindlichkeit zu erhöhen und
die Komplexität
der sich ergebenden Spektren zu verringern. Die meisten dieser bekannten
Techniken sehen kationische Derivate vor. Vergleiche z. B. Kidwell
et al., "Sequencing
of Peptides by Secondary Ion Mass Spectrometry", Journal of the American Chemical Society,
Bd. 106, S. 2219 – 2220
(1984) (Derivatisierung mittels einer quaternären Ammoniumgruppe, Analyse
unter Verwendung des statischen SIMS-Ionisierungsverfahrens (vor
der Entwicklung sowohl der MALDI und der Elektrospray-Ionisierung)).
Die Anwendung solcher Techniken unter Verwendung von MALDI und Elektrospray-Ionisierung
mit Niederenergie- Kollisionsaktivierung
haben sich im allgemeinen als nicht wirksam herausgestellt.
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In
neuerer Zeit haben Forscher andere Derivatisierungstechniken verwendet,
um die Peptid/Polypeptid-Sequenzierung unter Verwendung von massenspektrometrischen
Verfahren zu verbessern. Beispielsweise konnte gezeigt werden, dass
die Oxidierung von Cysteinresten, welche in tryptischen Peptiden
vorliegen (Peptide, welche durch Digestion mit Trypsin erzeugt werden),
möglicherweise
die Fragmentierung bei Verwendung der Elektrospray-Tandemmassenspektrometrie
verbessern kann. Vergleiche beispielsweise Gaskell et al., "Role of the Site
of Protonation in the Low-Energy Decompositions of Gas-Phase Peptide
Ions", Journal of
the American Society of Mass Spectrometry, Bd. 7, S. 522 – 531 (1996)
und Gaskell et al., "Influence
of Cysteine to Cysteic Acid Oxidation on the Collision-Activated
Decomposition of Protonated Peptides: Evidence for Intraionic Interactions", Journal of the
American Society of Mass Spectrometry, Bd. 3, S. 337 – 344 (1992).
Insbesondere wurde die y-Ionenfragmentation unterstützt. Jedoch
besitzt diese Technik einige Beschränkungen. Beispielsweise wurde
diese Technik nicht auf MALDI-Verfahren ausgeweitet. Diese Technik
ist weiterhin auf die Analyse solcher Polypeptide beschränkt, die
Cysteinreste in der zu analysierenden Sequenz besitzen. Tatsächlich treten
jedoch Cysteine eher selten in natürlich vorkommenden Polypeptiden
auf, wodurch sich eine ernsthafte Limitierung der Verwendbarkeit
dieser Technik ergibt.
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Dementsprechend
herrscht ein Bedarf vor, ein Massenspektrometrieverfahren für die Sequenzierung von
Polypeptiden vorzusehen, das einfach, effizient und auf breiter
Basis auf Wildtyp und variance Polypeptide anwendbar ist. Die Erfinder
der vorliegenden Erfindung sehen hierin ein Verfahren für die hochsensitive
Polypeptidsequenzierung unter Verwendung von Massenspektrometrietechniken
vor. Die Erfinder der vorliegenden Erfindung haben herausgefunden,
dass mit relativ starken Säuregruppen
derivatisierte Polypeptide und Peptide daraus fast ausschließlich y-Ionenfragmentation
erbringen, wodurch sich Spektren ergeben, welche leicht de novo
interpretiert werden können.
Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin Kits, welche verwendet werden
können,
um zweckdienlich das vorliegende Verfahren durchzuführen.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Massenspektrometrieverfahren und
Kits, welche insbesondere geeignet sind für die Sequenzierung von Polypeptiden.
Diese Verfahren schließen
die Bestimmung der Aminosäuresequenz
eines Polypeptids ein, wobei die Schritte umfassen:
- (a) Derivatisieren des N-Terminus des Polypeptids oder der N-Termini
eines oder mehrere Peptide des Polypeptids mit einer oder mehreren
sauren Einheiten mit pKas von weniger als 2 bei Kupplung mit dem
Polypeptid oder den Peptiden, um einen oder mehrere derivatisierte
Analyte vorzusehen;
- (b) Analysieren eines oder mehrerer derivatisierter Analyte
unter Verwendung einer Massenspektrometrietechnik, um ein Fragmentationsmuster
vorzusehen; und (c) Interpretieren des Fragmentationsmusters.
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Die
Kits der vorliegenden Erfindung umfassen ein oder mehrere Reagenzien
mit sauren Einheiten, welche eine oder mehrere saure Einheiten mit
pKas von weniger als 2 vorsehen bei Kupplung mit dem Polypeptid;
und Mittel zur Derivatisierung des N-Terminus des Polypeptids oder
der N-Termini eines oder mehrerer Peptide des Polypeptids mit einem
oder mehreren Reagenzien mit sauren Einheiten. Die vorliegenden
Kits sind insbesondere geeignet in Verbindung mit der Durchführung dieser
Verfahren.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Die
erfindungsgemäßen Verfahren
und Kits sind geeignet für
die Sequenzierung von Polypeptiden, eingeschlossen beispielsweise
Wildtyp, variante und/oder synthetische Polypeptide. Die Verfahren
und Kits sind insbesondere geeignet für die Identifizierung von Polypeptiden
mit hohem Molekulargewicht für
die Verwendung beispielsweise auf biologischen, pharmazeutischen,
Körperpflege-
und Gewebereinigungsgebieten.
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Die
vorliegenden Verfahren und Kits besitzen eine breit gefächerte Anwendbarkeit.
Anwendungen schließen
ein, sind jedoch nicht begrenzt auf: die Erleichterung biologischer
Studien, welche die schnelle Bestimmung von Peptiden oder Polypeptidsequenzen
voraussetzen; Identifizierung von post-translationalen Modifikationen
in Proteinen sowie für
die Identifizierung von Aminosäuremodifikationen
in varianten Proteinen, wie solchen, wie sie beispielsweise in gewerblichen
Waschmittel- und Reinigungsmittelprodukten verwendet werden; der
Unterstützung
des Designs von Oligonucleotidproben für die Genklonierung; rasche
Charakterisierung von Produkten, die in gerichteten Evolutionsstudien
gebildet werden; kombinatorische Chemie und Peptidbibliothek-Identifizierung;
und die Proteomforschung.
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Die
vorliegende Erfindung beinhaltet die Anlagerung einer oder mehrerer
relativ starker Säuregruppen an
den N-Terminus des Polypeptids oder eines oder mehrerer Peptide,
welche durch Digestion des Polypeptids vor der massenspektrometrischen
Analyse gebildet werden. Ohne durch die Theorie beschränkt zu werden,
wird angenommen, dass das/die sich ergebende(n) negativ geladene(n) Derivate)
die Ladungsstellen-initiierte Fragmentation niedriger Energie begünstigen.
Dies ist insbesondere dort effektiv, wo die C-Termini des Polypeptids
oder der Peptide daraus basische oder hydrophobe, vorzugsweise basische
Rest sind. Wiederum wird angenommen, ohne sich durch die Theorie
zu beschränken,
dass dort, wo ein basischer Rest während der massenspektrometrischen
Analyse protoniert wird, die relativ starke Säuregruppe deprotoniert wird,
was die positive Ladung an dem basischen Rest ausgleicht. Ein zusätzliches
Proton zur Ionisierung des Derivats wird im wesentlichen "frei"gesetzt, um statistisch
die Hauptketten-Amidgruppen des Polypeptids / Peptids zu ionisieren,
da der am stärksten
basische Rest schon protoniert ist. Darüber hinausgehend wird, ohne
sich durch die Theorie zu beschränken,
angenommen, dass dort, wo eine zweite relativ starke Säuregruppe
in das Polypeptid / Peptid eingeführt wird, beide Säuregruppen
deprotoniert werden, wodurch zwei im wesentlichen "freie" Protonen vorgesehen
werden, die statistisch die Hauptketten-Amidgruppen des Polypeptids
/ Peptids ionisieren.
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Die
Anwendung des vorliegenden Verfahrens sieht eine beträchtliche
Zunahmen der Fragmentierungsausbeuten vor. Darüber hinaus werden erhöhte Fragmentionen-Signal-zu-Hintergrundrauschen-Verhältnisse
für derivatisierte
Peptide im Vergleich zu nicht-derivatisierten Peptiden beobachtet,
welche die gleiche Sequenz aufweisen. Die sich ergebenden einfachen
PSD MALDI und Elektrospray-Tandemmassenspektren können routinemäßig de novo
interpretiert werden.
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Alle
Prozentsätze,
Verhältnisse
und Anteile, die hierin verwendet werden, beziehen sich auf das
Gewicht, soweit nichts anderes angegeben ist.
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Wie
hierin verwendet, werden Abkürzungen
verwendet werden, um Aminosäuren
zu beschreiben. Solche Abkürzungen
werden in der nachfolgenden Tabelle I aufgeführt. Weiterhin werden in Tabelle
I durchschnittliche Aminosäurerestmassen
angegeben, die für
die Durchführung
der vorliegenden Erfindung hilfreich sind.
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Definitionen
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Wie
hierin verwendet, bezieht sich der Begriff "Desorptionsionisierung" auf den Übergang
eines Analyten aus der festen Phase in die Gasphase in Form von
Ionen.
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Wie
hierin verwendet, bezieht sich der Begriff "Desorption" auf den Austritt des Analyts aus der
Oberfläche
und/oder den Wiedereintritt des Analyts in die Gasphase.
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Wie
hierin verwendet, bezieht sich "Ionisierung" auf den Vorgang
der Erzeugung oder Beibehaltung einer elektrischen Ladung auf einem
Analyt, entsprechend plus/minus eine oder mehrere Elektroneneinheiten.
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Wie
hierin verwendet, bezieht sich der Begriff "MALDI" auf die Matrix-unterstützte Laserdesorptionsionisierung.
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Wie
hierin verwendet, bezieht sich der Begriff "Matrix" in Bezug auf "MAL DI" auf kleine saure, leicht absorbierende
Chemikalien, welche mit dem interessierenden Polypeptid oder Peptiden
daraus in Lösung
gemischt werden können,
in einer Art und Weise, so dass nach Trocknung auf dem Probentisch
die kristallinen, Matrix-eingebetteten Analyte nach Laserbestrahlung
erfolgreich aus der festen Phase in die Gas- oder Dampfphase desorbiert
und ionisiert werden können.
Alternativ dazu können
Lösungen
von Polypeptiden oder Peptiden daraus auf geeignete Matrizen geladen
werden, welche auf dem Probentisch vorgetrocknet sind. Nicht einschränkende Beispiele
geeigneter Matrizen schließen
Nicotinsäure,
Sinapinsäure,
4-Hydroxy-3-methoxyzimtsäure,
Kaffeesäure,
a-Cyano-4-hydroxycinnamonsäure
und a-Cyano-4-hydroxycinnamonsäure
in Mischung mit Nitrocellulose ein.
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Wie
hierin verwendet, bezieht sich der Begriff "Elektrospray-Ionisierung" auf ein Verfahren
der Herstellung von Ionen aus einer Lösung mittels elektrostatischem
Versprühen
der Lösung
aus einer Kapillarelektrode bei hoher Spannung in Bezug auf die
geerdete Gegenelektrode. Die Definition sollte in diesem Sinne gleichermaßen die
Elektrospray-Ionisierung und die pneumatisch unterstützte Elektrospray-Ionisierung,
welche auch als Ionenspray in Bezug genommen wird, einschließen. Wie
hierin verwendet, trifft der Begriff "Elektrospray-Ionisierung" auf alle Durchflußmengen
zu und sollte Mikrospray- und Nanosprayexperimente mit einschließen. Darüber hinaus
ist die Definition so zu verstehen, dass sie auf Analysen von Peptiden,
welche direkt in die Ionenquelle ohne Trennung eingespritzt werden,
und auf die Analyse von Peptiden oder Peptidmischungen, welche vor
der Elektrospray-Ionisierung getrennt werden, angewendet werden
kann. Geeignete prozessgekoppelte Trennungsverfahren schließen die
HPLC, kapillare HPLC und Kapillarelektrophorese ein, sind jedoch nicht
auf diese beschränkt.
Die Elektrospray-Ionisierungsexperimente können mittels einer Vielzahl
von Massenanalysegeräten
durchgeführt
werden, eingeschlossen, jedoch nicht beschränkt auf Triplequadrupole, Ionenfallen,
Orthogonal-Beschleunigungs-Time-of-Flight-Analysegeräte und Fourier-Umwandlungsionenzyklotron-Resonanzvorrichtungen.
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Wie
hierin verwendet, bezieht sich der Begriff "Polypeptid" auf ein Molekül mit zwei oder mehreren Aminosäureresten.
Das erfindungsgemäße Verfahren
ist geeignet für
die Sequenzaufklärung
von Polypeptiden mit hoher Masse.
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Wie
hierin verwendet, bezieht sich der Begriff "Wildtyp" auf ein Polypeptid, welches durch unmutierte Organismen
erzeugt wird.
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Wie
hierin verwendet, bezieht sich der Begriff "variant" auf ein Polypeptid, das eine Aminosäuresequenz
besitzt, die von der des Wildtyp-Polypeptids abweicht.
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Erfindungsgemäße Verfahren
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Das
vorliegende Verfahren ist geeignet zur Bestimmung der Aminosäuresequenz
eines Polypeptids. Mit der Verwendung des Ausdrucks "Bestimmung der Aminosäuresequenz" wollen die Erfinder
der vorliegenden Erfindung nicht auf die Bestimmung der Gesamtsequenz
eines gegeben Polypeptids beschränkt
sein. Vielmehr wird mit diesem Ausdruck gemeint, dass ein Teil oder
Teile und/oder die Gesamtsequenz bestimmt wird.
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Das
vorliegende Verfahren schließt
die Anlagerung einer oder mehrerer relativ starker Säuregruppen an
den N-Terminus eines Polypeptids oder eines oder mehrerer Peptide
daraus ein, um einen oder mehrere derivatisierte Analyte für die Massenspektrometrieanalyse
zu erzeugen. Die Polypeptide / Peptide werden anschließend unter
Verwendung einer massenspektrometrischen Technik analysiert, um
ein Fragmentationsmuster vorzusehen. Das sich ergebende Fragmentationsmuster
wird ausgewertet, wodurch das Polypeptid sequenziert werden kann.
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Die
Erfinder der vorliegenden Erfindung haben herausgefunden, dass die
Säurestärke der
Derivatisierungsgruppe(n) (saure Einheit) einen tiefgreifenden Effekt
auf die sich ergebenden Massenspektren hat. Überraschenderweise führen solche
sauren Einheiten mit einem pKa von weniger als etwa 2 zu Fragmentationsmustern,
die leicht auszuwerten sind, um die gewünschte Sequenzinformation vorzusehen,
wenn diese mit einem Polypeptid oder Peptid daraus gekoppelt sind.
Der Fachmann ist in der Lage, die pKa-Werte, wie hierin beschrieben,
unter Verwendung von Standardverfahren, wie sie im Stand der Technik
bekannt sind, zu messen. Nicht beschränkende Beispiele solcher Verfahren
schließen
beispielsweise Titrations- und elektrochemische Verfahren ein. Das
bevorzugte Verfahren für
die Messung von pKa-Werten erfolgt mittels Titration.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
kann wie folgt durchgeführt
werden: Derivatisierung des Polypeptids und / oder Peptide des Polypeptids
Ein wichtiges Merkmal der vorliegenden Erfindung ist die Derivatisierung
eines interessierenden Polypeptids oder Peptiden eines Polypeptids
mit einer oder mehreren relativ starken Säuren, d. h., saure Einheiten
mit pKas von weniger als etwa 2, vorzugsweise weniger als etwa 0
und am meisten bevorzugt weniger als etwa –2, bei Kopplung mit einem
Polypeptid oder Peptiden des Polypeptids. Mit "Peptiden eines Polypeptids" ist hierin gemeint,
dass das Polypeptid in zwei oder mehrere Peptide verdaut oder anderweitig
gespalten wird (hierin zusammenfassend als "Digestion" oder ähnliches in Bezug genommen).
Die sich ergebenden Peptide werden in Übereinstimmung mit dem vorliegenden
Verfahren derivatisiert. Mit "bei
Kopplung" wird hierin
gemeint, dass die pKas der sauren Einheiten nach kovalenter Bindung
mit einem Polypeptid oder Peptid gemessen werden.
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Das
Polypeptid oder die Peptide daraus können auf jede erdenkliche Art
und Weise hergestellt werden. Beispielsweise wird das zu untersuchende
Polypeptid für
die Analyse falls notwendig isoliert. Unterschiedliche Verfahren
können
für die
Isolierung verwendet werden, eingeschlossen beispielsweise die eindimensionale
und zweidimensionale Gelelektrophorese. Als ein weiteres Beispiel
können
Polypeptide mittels kombinatorischer chemischer Verfahren, die aus
dem Stand der Technik bekannt sind, synthetisiert werden.
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Die
Digestion kann durch eine Anzahl von Verfahren erfolgen, einschließlich im
Gel oder auf einer Membran, vorzugsweise im Gel. Vergleiche z. B.
Shevchenko et al., "Mass
Spectrometric Sequencing of Proteins from Silver-Stained Polyacrylamide
Gels", Analytical
Chemistry, Bd. 68, S. 850 – 858
(996). Jedoch ist es möglich,
die Polypeptide entweder enzymatisch oder chemisch, vorzugsweise
enzymatisch, zu digerieren. Es ist am meisten bevorzugt, ein Digestionsverfahren
zu verwenden, welches am oder nahe des C-Terminus der sich ergebenden
Peptide einen basischen oder hydrophoben Rest erzeugt, am meisten
bevorzugt einen basischen Rest. Mit "am" wird
gemeint, dass der basische oder hydrophobe Rest der C-terminale
Rest des Peptids ist. Mit "nahe" wird hierin gemeint,
dass der basische oder hydrophobe Rest vorzugsweise innerhalb etwa
40 Aminosäureresten
vom C-Terminus des Peptids entfernt liegt, noch bevorzugter etwa
innerhalb 30 Resten, weiter bevorzugt etwa 20 Resten, und am meisten
bevorzugt innerhalb etwa 10 Aminosäureresten ausgehend vom C-Terminus
des Peptids.
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Obwohl
viele Methoden für
dieses Verfahren verwendet werden können, ist es bevorzugt, die
Polypeptide enzymatisch unter Verwendung z. B. von Trypsin, Endoproteinase
Lys C, Endoproteinase Arg C oder Chymotrypsin, vorzugsweise Trypsin,
Endoproteinase Lys C oder Endoproteinase Arg C, und am meisten bevorzugt
Trypsin, zu verdauen. Trypsin, Endoproteinase Lys C und Endoproteinase
Arg C sind bevorzugt, da die erzeugten Peptide des Polypeptids typischerweise
am C-Terminus mit einem Arginin- oder Lysinrest (basische Reste),
natürlich
mit der Ausnahme des ursprünglichen
C-Terminus des Polypeptids, enden. Weiterhin sind andere Enzyme
geeignet, insbesondere falls basische Reste am oder nahe des C-Terminus
der erzeugten Peptide auftreten. Chymotrypsin, welches typischerweise
an hydrophoben Aminosäureresten
schneidet, wird auch für
die Digestion bevorzugt. Weiterhin ist die chemische Digestion anwendbar.
Geeignet ist beispielsweise die Cyanbromiddigestion.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
kann gemäß dem in
Patterson et al., US-Patent
Nr. 5,821,063, erteilt an PerSeptive Biosystems, Inc., Erteilung
am 13. Oktober 1998 beschriebenen angepasst werden, insbesondere
in Bezug auf die darin beschriebenen Digestionstechniken. Zum Beispiel
kann eine Mehrzahl von Proben, die unterschiedliche Verhältnisse
von Agens zu Polypeptid aufweisen, entsprechend der vorliegenden
Erfindung verwendet und derivatisiert werden.
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Jedoch
ist eine Digestion nicht immer notwendig, insbesondere wenn kleine
Polypeptide sequenziert werden (jedoch bestimmt nicht beschränkt darauf).
Wie hierin verwendet, schließen "kleine" Polypeptide solche
ein, welche vorzugsweise weniger als etwa fünfzig Aminosäurereste
besitzen, noch bevorzugter weniger als etwa vierzig Reste, darüber hinaus
weiter bevorzugt weniger als etwa dreißig Reste, und noch weiter
bevorzugt weniger als etwa zwanzig Reste, am meisten bevorzugt weniger
als etwa zehn Aminosäurereste.
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Beispielsweise
können
Polypeptide charakterisiert werden, welche mittels bekannter Verfahren
synthetisiert werden, eingeschlossen kombinatorische Chemieverfahren
(ein "synthetisches
PolyPpeptid"). In
diesem Fall ist es am meisten bevorzugt, ein Polypeptid zu synthetisieren,
welches basische oder hydrophobe Reste, vorzugsweise basische (am
meisten bevorzugt Arginin oder Lysin) am oder nahe dem C-Terminus
des erhaltenen Polypeptids besitzt.
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Das
Polypeptid (falls das Polypeptid ausreichend "klein" ist, wie hierin oben definiert) oder
die Peptide des Polypeptids werden mit einer oder mehreren sauren
Einheiten derivatisiert, die pKas von weniger als etwa 2, vorzugsweise
weniger als etwa 0 und am meisten bevorzugt von weniger als etwa –2 (bei
Kopplung mit dem Polypeptid oder den Peptiden) besitzen, um einen
derivatisierten Analyt vorzusehen. Die sauren Einheiten des derivatisierten
Analyts werden mittels Kopplung mit einem Reagens mit sauren Einheiten
hergestellt. Das Reagens mit sauren Einheiten ist nicht beschränkt, unter
der Voraussetzung, dass eine saure Einheit auf dem Polypeptid oder
den Peptiden zu dem hierin beschriebenen pKa führt. Nicht beschränkende Beispiele
für Reagenzien
mit sauren Einheiten, die für
die Kopplung verwendet verwendet werden können, schließen beispielsweise
Dithiobis(sulfosuccinimidylpropionat), S-Acetylmercaptosuccinsäureanhydrid,
2-Iminothiolan (welches
auch als Trauts Reagens in Bezug genommen werden kann), Dithiodiglykolsäureanhydrid,
Tetrafluorsuccinsäureanhydrid,
Hexafluorglutarsäureanhydrid,
Sulfosuccinsäureanhydrid,
cyclisches 2-Sulfobenzoesäureanhydrid,
Chlorsulfonylacetylchlorid und 1,3-Propansulton ein. Die Verwendung
von Reaktionsmitteln, wie beispielsweise S-Acetylmercaptosuccinsäureanhydrid,
2-Iminothiolan und Dithiodiglykolsäureanhydrid, erfordern die
Oxidation nach der Derivatisierung mit dem Peptid, um die saure
Einheit zu erzeugen. Reagenzien mit sauren Einheiten, die den Oxidationsschritt
nicht voraussetzen, schließen
beispielsweise Tetrafluorsuccinsäureanhydrid,
Hexafluorglutarsäureanhydrid,
Sulfosuccinsäureanhydrid,
cyclisches 2-Sulfobenzoesäureanhydrid und
Chlorsulfonylacetylchlorid ein. Diese Reaktionsmittel sind oftmals
bedingt durch eine wirksamere Synthese und/oder das Fehlen der verkomplizierenden
Oxidation labiler Reste innerhalb des Polypeptids oder der Peptide
daraus bevorzugt. Die Kopplung eines Reagens mit sauren Einheiten
an den N-Terminus eines Cystein enthaltenden Peptids, gefolgt von
einer Oxidation der Cysteinsulfhydrylgruppe zu Cysteinsäure ist
eine Möglichkeit,
Peptide zu erzeugen, die zwei saure Einheiten (Sulfonsäuren) enthalten.
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Die
sauren Einheiten sind am meisten bevorzugt eine Sulfonsäure. Innerhalb
dieser schließen
die bevorzugteren sauren Funktionen die 2-Sulfoacetyl-Einheit, 3-Sulfopropionyl-Einheit
und 2-Sulfobenzoyl-Einheit ein.
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Weiterhin
ist die Verwendung von Disulfonsäurederivaten
bevorzugt. Die Verwendung der Disulfonsäurederivate führt vorzugsweise
dazu, dass beide Sulfonsäuregruppen
nahe dem N-Terminus des Peptids vorliegen. Beispielsweise stellt
die Kopplung eines Reagens mit sauren Einheiten an den N-Terminus
eines Cystein enthaltenden Peptids, gefolgt von der Oxidation der
Cysteinsulfhydrylgruppe, zu Cysteinsäure eine Möglichkeit zur Erzeugung von
Peptiden, welche zwei saure Einheiten besitzen (Sulfonsäuren) dar.
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Der
Fachmann wird in der Lage sein, die relativ einfachen Kopplungsverfahren,
die von der vorliegenden Erfindung vorausgesetzt werden, durchzuführen. Jedoch
werden zum Zwecke der Einfachheit nicht beschränkende Beispiele der Derivatisierung
von Polypeptiden oder Peptiden des interessierenden Polypeptids im
folgenden veranschaulicht:
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Cyclisches
2-Sulfobenzoesäureanhydrid
(kommerziell erhältlich
von Aldrich Chemical Co., Milwaukee, WI) wird auf eine Konzentration
von 0,1 M in wasserfreiem Tetrahydrofuran vor der Verwendung hergestellt. Das
Polypeptid ASHLGLAR (1 nMol, kommerziell erhältlich von Sigma Chemical Co.,
St. Louis, MO) (SEQ ID NR: 1) wird in 20 μl 0,05 M Trimethylamin gelöst. Die
Lösung
von cyclischem 2-Sulfobenzoesäureanhydrid
(2 μl) wird
zugegeben und die Reaktionsmischung für 30 Sekunden gevortext. Die
Reaktion erfolgt bei Raumtemperatur über ungefähr 2 Minuten vor dem Verdünnen des
sich ergebenden derivatisierten Analyts und der Massenspektrumanalyse.
Die Konzentration des Reagens mit sauren Einheiten wird um einen
Faktor von bis zu 100 verringert, falls kleinere Mengen derivatisiert
werden.
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ASHLGLAR
(1 nMol, kommerziell erhältlich
von Sigma Chemical Co., St. Louis, MO) (SEQ ID NR: 1) wird mit 2 μl 0,02 M
Sulfoessigsäure
gemischt, die wiederum durch Mischen von 2 μl reinem Chlorsulfonylacetylchlorid
(kommerziell erhältlich
von Aldrich Chemical Co., Milwaukee, WI) mit 500 μl Wasseer
erzeugt wird. Die Mischung wird getrocknet und anschließend in
20 μl Tetrahydrofuran:Diisopropylethylamin
(4:1 V:V) aufgenommen. 0,1 M Chlorsulfonylacetylchlorid (2 μl, kommerziell
erhältlich
von Aldrich Chemical Co., Milwaukee, WI) in trockenem Tetrahydrofuran
wird zugegeben und die Mischung für 30 Sekunden gevortext. Die
Derivatisierungsreaktion vollzieht sich bei Umgebungstemperatur über ungefähr zwei
Minuten. Das derivatisierte Analyt wird getrocknet, in 20 μl Wasser
aufgenommen und vor der Massenspektrumanalyse weiter verdünnt. Chlorsulfonylacetylchlorid
ist weiterhin ein sehr nützliches
Reaktionsmittel für
die Derivatisierung von Isolaten aus 2D-Gel, jedoch führt ein
modifiziertes Syntheseverfahren zu konsistenteren Produktausbeuten.
Das modifizierte Verfahren wird in Beispiel 14 diskutiert.
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S-Acetylmercaptosuccinsäureanhydrid
(kommerziell erhältlich
von Aldrich Chemical Co., Milwaukee, WI) wird vor Verwendung auf
eine Konzentration von 0,1 M in wasserfreiem Tetrahydrofuran hergestellt.
ASHLGLAR (1 nMol, kommerziell erhältlich von Sigma Chemical Co.,
St. Louis, MO) (SEQ ID NR: 1) wird in 20 μl 0,05 M Trimethylamin gelöst. Die
S-Acetylmercaptosuccinsäureanhydrid-Lösung (5 μl) wird zugegeben und die Reaktionsmischung
für 30
Sekunden gevortext. Die Reaktion erstreckt sich bei Raumtemperatur über etwa 2
Minuten und wird anschließend
mit 10 μl
Ameisensäure
(88 %): H2O2 (30
%), hergestellt in einem Verhältnis von
19:1 (V:V), oxidiert. Die Oxidation erstreckt sich bei Raumtemperatur über 16 Stunden,
und die Probe wird vor dem Verdünnen
und der Massenspektrumanalyse getrocknet. Die Konzentration des
Reagens mit sauren Einheiten wird um einen Faktor von bis zu 100
verringert, falls kleinere Mengen derivatisiert werden.
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Zu
ASHLGLAR (1 nMol, kommerziell erhältlich von Sigma Chemical Co.,
St. Louis, MO) (SEQ ID NR: 1) in 0,1 M Trimethylamin (20 μl) wird 2-Iminothiolan
(Trauts Reagens, kommerziell erhältlich
von Aldrich Chemical Co., Milwaukee, WI) (3 μl, 0,1 M in entionisiertem Wasser)
gegeben. Die Reaktion erstreckt sich bei Raumtemperatur über 5 Minuten.
Das Produkt wird mit 3 μl
Ameisensäure
(88 %) : H2O2 (30
%), hergestellt in einem Verhältnis
von 19:1 (V:V) oxidiert. Die Oxidation erstreckt sich bei Raumtemperatur über 5 Minuten
und das derivatisierte Analyt wird vor der Massenspektrumanalyse
getrocknet.
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Das
Polypeptid CDPGYIGSR (kommerziell erhältlich von Sigma Chemical Co.,
St. Louis, MO) (SEQ ID NR: 2) wird mittels Mischen von 1 bis zu
5 nM Polypeptid (in 5 – 20 μl Wasser)
mit 10 μl
Ameisensäure
(88 %) : H2O2 (30
%), hergestellt in einem Verhältnis
von 19:1 (V:V) oxidiert. Die Oxidation erstreckt sich bei Raumtemperatur über 30 Minuten
und das derivatisierte Analyt wird vor der Massenspektrumanalyse
getrocknet.
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Dithiobis(sulfosuccinimidylpropionat)
(DTSSP) (kommerziell erhältlich
von Pierce Chemical Co., Rockford, IL) wird in Phosphat-gepufferter
Salzlösung
bei 50 nM /20 μl
aufgenommen und der pH mit 1N NaOH auf 7,7 eingestellt. Die Lösung (20 μl) wird zu
1 μl des
Peptids HLGLAR (bei 1 nM/μL)
(SEQ ID NR: 3) gegeben und für
30 Minuten zur Reaktion gebracht. Die Reaktion wird mit Tris-hydroxymethyl-aminomethan
(0,1 M, 20 μl)
gestoppt. Die Probe wird entsalzt und mit 10 μl Ameisensäure (88 %) : H2O2 (30 %), hergestellt in einem Verhältnis von
19:1 (V:V), oxidiert. Die Oxidation erstreckt sich bei Raumtemperatur über 30 Minuten
und das derivatisierte Analyt wird vor der Massenspektrumanalyse
getrocknet.
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Dithiodiglykolsäure (0,93
g, 5,1 mMol, kommerziell erhältlich
von Sigma Chemical Co., St. Louis, MO) (alternativ dazu kann ein
Polymer oder Anhydrid daraus (cyclisch oder acyclisch) verwendet
werden) wird in Dichlormethan (20 ml) gelöst und unter eine inerte Atmosphäre verbracht.
Dicyclohexylcarbodiimid (1,05 g, 5,1 mMol) wird in einem Schritt
komplett zugegeben. Nach etwa 96 Stunden wird das Präzipitat
mittels Filtration entfernt und das Filtrat im Vakuum konzentriert.
Das sich ergebende Material wird in Diethylether aufgenommen und
filtriert. Das Filtrat wird erneut im Vakuum konzentriert, um Dithiodiglykolsäureanhydrid
vorzusehen.
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Dithiodiglykolsäureanhydrid
(die cyclische Form wird in diesem Beispiel gezeigt) wird vor der
Verwendung in einer Konzentration von 0,1 M in trockenem Tetrahydrofuran
hergestellt. ASHLGLAR (1 nMol) (SEQ ID NR: 1) wird in 20 μl 0,05 M
Trimethylamin verdünnt.
Die Dithiodiglykolsäureanhydridlösung (5 μl) wird zugegeben
und die Reaktionsmischung für
30 Sekunden gevortext. Die Reaktion erstreckt sich bei Raumtemperatur über etwa
zwei Minuten. Das sich ergebende Produkt wird mit 2 μl Ameisensäure (88
%) : H2O2 (30 %), hergestellt
in einem Verhältnis
von 19:1 (V:V), oxidiert. Die Oxidation erstreckt sich bei Raumtemperatur über 30 Minuten
und das derivatisierte Analyt wird vor der Massenspektrumanalyse
getrocknet. Die Konzentration des Reagens mit sauren Einheiten wird
um einen Faktor von bis zu 100 verringert, falls kleinere Mengen
derivatisiert werden.
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3-Sulfopropionsäureanhydrid
wird vor der Verwendung in einer Konzentration von 0,1 M in wasserfreiem
Tetrahydrofuran hergestellt. ASHLGLAR (1 nMol) (SEQ ID NR: 1) wird
in 20 μl
Tetrahydrofuran:Diisopropylethylamin 4:1 (V:V) verdünnt. Die
3-Sulfopropionsäureanhydridlösung (2 μl) wird zugegeben
und die Reaktionsmischung für
30 Sekunden gevortext. Die Reaktion erstreckt sich bei Raumtemperatur
vor Verdünnen
und Massenspektrumanalysen über
etwa zwei Minuten. Die Konzentration des Reagens mit sauren Einheiten
wird um einen Faktor von bis zu 100 verringert, falls kleinere Mengen
derivatisiert werden.
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Tetrafluorsuccinsäureanhydrid
wird vor der Verwendung in einer Konzentration von 0,1 M in wasserfreiem
Tetrahydrofuran hergestellt. ASHLGLAR (1 nMol) (SEQ ID NR: 1) wird
in 20 μl
0,05 M Trimethylamin gelöst.
Die Tetrafluorsuccinsäureanhydridlösung (2 μl) wird zugegeben
und die Reaktionsmischung für
30 Sekunden gevortext. Die Reaktion erstreckt sichbei Raumtemperatur
vor Verdünnen
und Massenspektrumanalysen über
ungefähr
zwei Minuten. Die Konzentration des Kopplungsmittels wird um einen
Faktor von ungefähr 100
verringert, falls kleinere Mengen derivatisiert werden.
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Das
Polypeptid CDPGYIGSR (kommerziell erhältlich von Sigma Chemical Company,
St. Louis, MO) (SEQ ID NR: 2) wird mit 2 μl 0,02M Sulfoessigsäure gemischt,
die durch Mischen von 2 μl
reinem Chlorsulfonylacetylchlorid (kommerziell erhältlich von
Aldrich Chemical Co., Milwaukee, WI) mit 500 μl Wasser erzeugt wird. Die Mischung
wird getrocknet und in 20 μl
Tetrahydrofuran:Diisopropylethylamin (4:1, V/V) aufgenommen. 0,1
M Chlorsulfonylacetylchlorid (2 μl
in wasserfreiem Tetrahydrofuran wird zugegeben und die Mischung für 30 Sekunden
gevortext. Die Derivatisierungsreaktion vollzieht sich bei Umgebungstemperatur über etwa
2 Minuten. Das derivatisierte Analyt wird getrocknet und in 10 μl Wasser
aufgenommen. Zu dieser Lösung
werden 10 μl
Ameisensäure
(88 %) H2O2 (30
%), hergestellt in einem Verhältnis
von 19:1 (V:V), gegeben. Die Oxidation erstreckt sich bei Raumtemperatur über 5 Minuten,
wodurch das derivatisierte Peptid erzeugt wird, das zwei Sulfonsäuregruppen
nahe dem N-Terminus aufweist.
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Analyse unter
Verwendung der Massenspektrometrie-Technik
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Nach
der Derivatisierung wird das Polypeptid oder eines oder mehrere
Peptide des Polypeptids unter Verwendung der Massenspektrometrie-Technik
analysiert. Während
die verwendete Technik nicht beschränkt ist, sind bevorzugte Techniken
die Post-source-Decay (PSD) Matrix-unterstützte Laserdesorptionsionisierung (MALDI)
und Elektrospray-Ionisierungs-Tandemmassenspektrometrie. Vgl. beispielsweise
Spengle et al., "Peptide
Sequencing by Matrix-assisted Laserdesorption Mass Spectrometry", Rapid Communications
in Mass Spectrometry, Bd. 6, S. 105 – 108 (1992); Spengler et al., "Fundamental Aspects
of Postsource Decay in Matrix-Assisted Laser Desorption Mass Spectrometry", Journal of Physical
Chemistry, Bd. 96, S. 9678 – 9684
(1992); Kaufmann et al., "Mass
Spectrometric Sequencing of Linear Peptides by Product-ion Analyss
in a Reflectron Time-of-flight
Mass Spectrometer Using Matrix-assisted Laser Desorption Ionization", Rapid Communications
in Mass Spectrometry, Bd. 7, S. 902 – 910 (1993); Kaufmann et al., "Sequencing of Peptides
in a Time-of-flight Mass Spectrometer: Evaluation of Postsource
Decay Following Matrix-assisted Laser Desorption Ionization (MALDI),
International Journal of Mass Spectrometry and Ion Processes, Bd.
131, S. 355 – 385 (1994);
Kaufmann et al., "Post-source
Decay and Delayed Extraction in Matrix-assisted Laser Desorption/Ionization-Reflectron
Time-of-Flight Mass Spectrometry",
Rapid Communications in Mass Spectrometry, Bd. 10, S. 1199 – 1208 (1996);
und Spengler, "Post-source
Decay Analysis in Matrix-assisted Laser Desorption/Ionization Mass
Spectrometry of Biomolecules",
Journal of Mass Spectrometry, Bd. 32, S. 1019 – 1036 (1997); Carr et al., "Integration of Mass
Spectrometry in Analytical Biotechnology", Analytical Chemistry, Bd. 63, S. 2802 – 2824 (1991);
Yates III et al., "Mining
Genomes With MS",
Analytical Che mistry, Bd. 68 , S. 534A – 540A (1996); Morris et al., "High Sensitivity
Collisionally Activated Decomposition Tandem Mass Spectrometry on
a Novel Quadrupole/Orthagonal Acceleration Time-of-Fligth Mass Spectrometer", Rapid Communications
in Mass Spectrometry, Bd. 10, 889 – 896 (1996). Am meisten bevorzugt
sind die angewendeten Techniken, die positive Ionen-Modus PSD MALDI
und Elektrospray-Ionisierungs-Tandemmassenspektrometrie. Einfachheitshalber
beschreiben die Beispiele 11 und 12 unten, massenspektrometrische
Techniken, die zur Analyse des Polypeptids oder der Peptide daraus
verwendet werden können.
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Wie
die Erfinder der vorliegenden Erfindung überraschend herausgefunden
haben, ergeben geeignet derivatisierte Peptide oder Peptide des
Polypeptids MSMS Spektren, welche hauptsächlich durch y-Ionen charakterisiert
sind. Wie im Stand der Technik bekannt ist, weisen y-Ionen auf ionisierte
Fragmente hin, welche den ursprünglichen
C-Terminus des Polypeptids oder Peptids enthalten. Wie hierin verwendet,
umfasst der Begriff "y-Ion" weiterhin (y-NH3)-Ionen;
zur Veranschaulichung: unvollständige
Digestionsprodukte, die (beispielsweise) einen zweiten basischen
Rest enthalten, führen
oftmals zu vermehrten (y-NH3)-Ionen. Vorzugsweise sind die durch
dieses Verfahren erzeugten Spektren im wesentlichen frei von a-Ionen
und b-Ionen. A-Ionen und b-Ionen werden durch Spaltungen beiderseits
der Hauptketten-Carbonylgruppen gebildet. Im wesentlichen wird die
Ladung mit dem N-terminalen Fragment mit a-Ionen und b-Ionen erhalten.
Wie hierin verwendet, bedeutet der Begriff "im wesentlichen frei von" in Bezug auf a-Ionen
und/oder b-Ionen, dass im Vergleich zu der dominanten y-Ionenreihe,
a-Ionen und b-Ionen eine gemeinsame relative Häufigkeit von weniger als etwa
20 %, vorzugsweise weniger als etwa 10 % und am meisten bevorzugt
weniger als etwa 5 % besitzen.
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Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren
ist es nicht notwendig, alle Digestionsprodukte zu analysieren und/oder
zu identifizieren, um das Polypeptid daraus zu identifizieren, insbesondere
falls die Sequenz des Polypeptids sich in einer Sequenzbibliothek
finden läßt.
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Beispiel 11 – PSD MALDI
Sequenzierungstechnik
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Bei
diesem Beispiel wird die Massenspektrometrietechnik auf einem Voyager
DE-RP oder Voyager DE-STR (PerSeptive Biosystems, Inc., Framingham,
MA) (oder einem geeigneten Äquivalent)
durchgeführt, das
mit einem N2-Laser (337 nm, 3 nsec Pulsbreite, 20 Hz Wiederholungsrate)
ausgestattet ist. Die Massenspektren werden im Reflektronmodus bei
verzögerter
Extraktion aufgezeichnet. Die externe Massenkalibrierung wird mit
einem Peptidstandard niedriger Masse durchgeführt, und die Genauigkeit der
Massenbestimmung liegt typischerweise bei ± 0,3 Da. Das derivatisierte
Polypeptid oder die Peptide werden auf etwa 10 pM/μl in 0,1
% Trifluoressigsäure
(TFA) verdünnt.
Die Proben werden anschließend
fünffach
bis zehnfach in a-Cyano-4-hydroxycinnamonsäure (alphaCN) weiter verdünnt, welche
mittels Auflösen
von 10 mg in 1 ml wässrigem,
50 %-igem Acetonitril, enthaltend 0,1 % TFA hergestellt wird. Vgl.
beispielsweise Beavis et al., "a-Cyano-4-hydroxycinnamic
Acid as a Matrix for Matrix-assisted Laser Desorption Mass Spectrometry", Organic Mass Spectrometry,
Bd. 27, S. 156 – 158
(1992). Gelisolate werden ausgehend von dünnen Filmoberflächen von
a-Cyano-4-hydroxycinnamonsäure/Nitrocellulose
(alphaCN/NC) analysiert, hergestellt durch das Schnellverdampfungsverfahren.
Vgl. beispielsweise Arnott et al., "An Integrated Approach to Proteome Analysis:
Identification of Proteins Associated with Cardiac Hypertrophy", Analytical Biochemistry,
Bd. 258, S. 1 – 18 (1998).
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PSD
MALDI Tandemmassenspektren für
das derivatisierte Analyt werden nach Isolierung des geeigneten
Vorläuferions
unter Verwendung der ...... Ionenselektion aufgezeichnet. Die derivatisierten
Analyte können
unter Verwendung einer Vielzahl von MALDI-Matrizen analysiert werden,
eingeschlossen, jedoch nicht beschränkt auf alphaCN, alphaCN/NC
und 2,5-Dihydroxybenzoesäure
(DHB). Fragmentionen werden auf den Enddetektor mittels Abstufen
der dem Reflektron zugeführten
Spannung refokussiert. Typische verwendete Spannungsverhältnisse
sind wie folgt: 1,0000 (Vorläuferionensegment),
0,9126, 0,6049, 0,4125, 0,2738, 0,1975 und 0,1213 (Fragmentsegmente).
Die einzelnen Segmente werden unter Verwendung von Software, die
kommerziell von PerSeptive Biosystems, Framingham, MA erhältlich ist
("PSD" wird im Analysefenster
angewäht)
zusammengeführt
(oder "miteinander
vermascht", wie
es im Stand der Technik heißt).
Alle Vorläuferionensegmente
werden bei niedriger Laserleistung aufgezeichnet (einstellbares
Dämpfungsglied
= 1450) für < 256 Laserpulse,
um die Sättigung
des Detektors zu verhindern. Die Laserleistung wird (einstellbares
Dämpfungsglied
= 1650) für
die verbleibenden Segmente der PSD MALDI-Aufzeichnungen erhöht. Typischerweise werden
256 Laserpulse für
jedes Fragmentionensegment benötigt.
Die Daten werden bei einer Digitalisierungsrate von 20 MHz aufgezeichnet.
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Beispiel 12 – Elektrospray-Ionisierungstandem-massenspektrometrische
Sequenzierungstechnik
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Bei
diesem Beispiel werden die Massenspektren unter Verwendung eines
kapillaren LC-Systems (Perkin Elmer Biosystems, Foster City, CA),
gekoppelt an ein LCQ-Ionenfallenmassenspektrometer (ThermoQuest,
San Jose, CA) ausgestattet mit einer selbstgebauten Mikroelektronensprayquelle
(uES) aufgezeichnet. Eine 0,5 × 150
mm C18 LC-Säule
(Perkin Elmer Biosystems, Foster City, CA) wird mit einer Durchflussgeschwindigkeit
von 5 μl/min
verwendet. Die mobilen Phasen der LC sind Wasser und Acetonitril,
wobei beide 0,02 % TFA enthalten. Ein typischer Gradient ist 15
% Acetonitril über
5 Minuten, anschließend
15 – 60
% Acetonitril über
40 Minuten. Durchflussgeschwindigkeiten von 0,5 μl/min zur uES-Quelle und 4,5 μl/min zu
einem UV-Detektor werden mittels Plazieren eines Trennungs-T-Stücks (1 /
16", 0,25 mm Öffnung,
Valco, Houston, TX) nach der LC-Säule erzielt.
Die derivatisierten Peptid- oder Polypeptidproben werden mit einem
Autosampler auf die LC-Säule
aufgebracht (ALCOTT, Modell 719, Norcross, GA). Die uES-Quelle befindet
sich auf einem X,Y,Z-Mikrometer (New Focus, Inc., Santa Clara, CA),
das an der Vorderseite des Geräts
angebracht ist. Die Mikroelektrospraynadel ist eine PicoTip (FS360-50-15D)
von New Objective (Cambridge, MA).
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Die
Elektrospray-Tandemmassenspektren werden unter Verwendung der folgenden
Geräteeinstellungen
aufgezeichnet: Sprühnadelspannung
1,5 kV, Kapillarheiztemperatur 200°C und Kollisionsenergie 35 eV. Bei
jedem vollständigen
MS-Scan wird ein Massebereich von 300 – 2000 m/z verwendet. Die Elektrospray-Tandemmassenspektren
werden unter Verwendung eines Datenabhängigem Scannvorgangs im "Triple-play"-Modus aufgezeichnet,
der aus drei aufeinanderfolgenden Mikroscanvorgängen besteht: I) vollständiger MS-Scan,
2) Zoom auf ausgewählte
Ionen, um die Ladungszustände
zu bestimmen und 3) MS/MS-Scanvorgänge geeigneter Ionen, ausgewählt aus
den Zoomscanvorgängen.
Diese drei Scanereignisse werden während des LC-Laufs wiederholt.
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Interpretation des Fragmentationsmusters
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Das
durch die massenspektrometrische Analyse erzeugte Fragmentationsmuster
wird ausgewertet, um das Polypeptid zu sequenzieren. Ein Fachmann
auf dem Gebiet der Massenspektrometrie wird in der Lage sein, die
Fragmentationsmuster kleiner Polypeptide de novo von Hand ohne Zuhilfenahme
von kommerziell erhältlicher
Software oder von Sequenzbibliotheken zu interpretieren. Demgemäß wird der
Fachmann weiterhin fähig
sein, die Peptide der Polypeptide (Digestionsprodukte) de novo zu
sequenzieren. Alternativ dazu kann der Fachmann bekannte Hilfsmittel
für die
Interpretation verwenden, eingeschlossen beispielsweise kommerziell
erhältliche
Software oder Sequenzbibliotheken.
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Zum
Beispiel werden Sequenzen des Polypeptids oder der Peptide daraus
effizient und genau mit dem y-Ionenfragmentationsmuster bestimmt,
welches mittels dieser Erfindung erzeugt wird. Die Identifizierung
einzelner Aminosäurereste
kann de novo mittels Messen der Massenunterschiede zwischen sich
benachbarten Mitgliedern in den y-Ionenreihen erreicht werden. Die
Identifizierung wird sodann durch Vergleichen der gemessenen Massenunterschiede
mit den bekannten Massen von Aminosäureresten (vgl. Tablle I, oben)
erreicht. Zum Bei spiel korrespondiert eine gemessene Massendifferenz
von 71,1 Da zu Alanin. Die Leserichtung wird weiterhin direkt aus
dem Massenspektrum abgeleitet. Die Richtung verläuft vom C-Terminus zum N-Terminus,
wenn von niedriger Masse zu hoher Masse gemessen wird. Die Leserichtung
verläuft
vom N-Terminus zum C-Terminus, falls von hoher Masse zu niedriger
Masse gemessen wird.
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Die
Sequenzen des Polypeptids und der Peptide daraus kann weiterhin
effizient und genau unter Verwendung von Software, welche Massenspektrum-Fragmentationsdaten,
entweder uninterpretierte y-Ionenreihenmassen oder Sequenzkennungen,
abgeleitet aus den y-Ionenmassen, als Eingaben für Sequenzbibliotheksuchen verarbeitet,
bestimmt werden. Solche Suchsoftware, welche üblicherweise vom Fachmann verwendet
wird, schließt
ein, ist jedoch nicht beschränkt
auf "Protein Prospector" (kommerziell erhältlich von
der University of California in San Francisco oder http://prospector.ucsf.edu)
und "Peptide Search" (kommerziell erhältlich vom
European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg, Deutschland
oder http:/www.-mann.embl-heidelberg.de).
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Eine
Anzahl von Sequenzbibliotheken kann mit den durch diese Erfindung
erzeugten Fragmentationsmustern durchsucht werden einschließlich, jedoch
nicht beschränkt
auf die NCBI-non-redundant Bibliothek (ncbi-nlm.nih.gov/blast/db.nr.z),
SWISPROT (ncbi.nlm.gov/repository/SWISSPROT/sprot33.dat.z), EMBL (FTP://ftp.ebi.ac.uk/pub/databases/peptidseearch/),
OWL (ncbi.nlm.nih. gov/repository/owl/FASTA.z), dbEST (ncbi.nlm.nih.giv/repository/dbEST/db
EST.weekly.fasta.mmddyy.z) und Genebank (ncbi.nlm.nih.gov/genebank/gen
pept.fsa.z). Die Gesamtsequenz des zu untersuchenden Polypeptids
kann oftmals aus den Sequenzbibliotheken mittels Suchen nach den
Fragmentationsdaten, die durch ein oder mehrere der relevanten, durch
die erfindungsgemäßen Verfahren
gebildeten Peptidderivate erzeugt werden, gewonnen werden.
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Natürlich ist
es, falls Datenbanksuchtechniken verwendet werden, am effizientesten,
die Suche durch die Spezifikation zu begrenzen, dass nur y-Ionen
oder (y-NH3)-Ionen erlaubte Fragmente sind, da y- und (y-NH3)-Ionen
die am häufigsten
vorliegenden beobachteten Spezies in den Fragmentationsmustern der
vorliegenden Verfahren sind. Andere Innenfragment-Typen, wie a-,
b- (b+H2O), (b-H2O), (b-NH3) und interne Spaltungsionen können ausgeschlossen
werden, da diese selten in den Spektren der, unter Verwendung der erfindungsgemäßen Verfahren
derivatisierten, Peptide vorliegen. Derivate, welche mittels der
vorliegenden Erfindung gebildet werden, sehen einfache Fragmentationsmuster
vor, die oftmals eine größere Datenbanksuchspezifität erbringen,
als dies durch Spektren derselben Peptide ohne Derivatisierung erhalten
werden kann.
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Die
erfindungsgemäßen Verfahren
werden weiter durch die folgenden nicht beschränkenden Beispiele veranschauchlicht.
In diesen Beispielen wird der Fachmann erkennen, dass die Zahl der
erzeugten "Proteinkandidaten" von den hierin offenbarten
abweichen kann, da kontinuierlich neue Proteine den Datenbanken
hinzugefügt
werden.
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Beispiel 13
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Die
PSD MALDI-Tandemmassenspektrometrie von Polypeptiden mit hoher Masse
wird mit oxidiertem Insulin B-Kette demonstriert FVNQHLC(SO3H)GSHLVEALYLVC(SO3H)GERGFFYTPKA
(SEQ ID NR: 4) (MM-berechnet = 3495,9 Da) (kommerziell erhältlich von
Sigma Chemical Co., St. Louis, MO). Die Masse dieses Polypeptids überschreitet
bei weitem die obere Grenze der meisten herkömmlichen Triplequadrupol-Geräte. Das
Tandemmassenspektrum des nativen Polypeptids zeigt eine relativ
starke Ionenreihe, bestehend hauptsächlich aus y-Ionen. Alle y-Ionen
zwischen y9 und y24 sind stark vertreten. Die Sequenz-spezifischen Fragmente,
die den N-Terminus des Moleküls
definieren, y25 bis y29, fehlen in dem Spektrum.
-
Das
Spektrum dieses Polypeptids wird durch die Derivatisierung unter
Verwendung des Reagens mit sauren Einheiten cyclisches Sulfobenzoesäureanhydrid
(kommerziell erhältlich
von Aldrich Chemical Co., St. Louis, MO) verbessert. Das derivatisierte
Polypeptid zeigt eine signifikante Verstärkung der y-Ionen, abgeleitet von
der N-terminalen Region des Moleküls (y25, y26, y27, y28 und
y29). Eine vollständige
Reihe von y-Ionen von y8 bis y29 wird nach Derivatisierung beobachtet.
Es werden keine auffallenden b-Ionen detektiert.
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Beispiel 14
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Ein
mittels zweidimensionaler Gelelektrophorese getrenntes Polypeptid
wird im Gel mit Trypsin verdaut, um Peptide des Polypeptids zu erzeugen.
Die Peptide zeigen einige starke MH+-Signale im MALDI, eingeschlossen
Ionen bei einem m/z von 1060,8, 1090,8, 1271,0, 1299,0, 1312,0,
1344,0, 1399,1, 1450,1, 1460,1 und 1794,4. Das Durchsuchen der Datenbanken
unter Verwendung der Protein Prospector Software nach Einträgen in der
NCBI-Proteinsequenzbibliothek erzeugt eine Liste von einundvierzig
Proteinkandidaten, welche fünf
oder mehr der eingegebenen tryptischen Massen (Suchparameter: MW-Bereich
1.000 bis 150.000, isoelektrischer Punkt von 3,0 bis 10,0, oxidiertes
Met, erlaubt als eine Nebenreaktion und konservative Massentoleranz
von +/– 0,6
Da) entsprechen.
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Die
Peptide des Polypeptids können
mit einem oder mehreren der in den vorstehenden Beispielen beschriebenen
Reaktionsmitteln derivatisiert werden. Diese schließen ein,
sind jedoch nicht beschränkt
auf, cyclisches 2-Sulfobenzoesäureanhydrid,
3-Sulfopropionsäureanhydrid
oder Chlorsulfonylacetylchlorid. In diesem Beispiel wird Chlorsulfonylacetylchlorid
als das Reagens mit sauren Ein heiten verwendet. Das Derivatisierungsverfahren
für Niedrigmengenpeptide,
welche aus einer 2D Gelelektrophorese isoliert werden, wird angepasst,
um die Reproduzierbarkeit und Derivatausbeuten zu verbessern. Typischerweise
wird das aus dem 2D Gel extrahierte Peptid auf einer Speedvac bis
fast zur Trockenheit konzentriert (5 bis 10 μl). Die Konzentrate werden mit
15 μl 0,1
%-iger TFA angesäuert
und mittels kommerziell erhältlicher
C18-Minisäulen
gereinigt (ZipTipTM, Millipore Corporation,
Bedford, MA 01730). Die reinigte Probe wird auf einer Speedvac getrocknet und
in 10 μl
Basis aufgenommen (THF : DIEA 19:1 V/V). Bei diesem Beispiel werden
2 μl einer
Chlorsulfonylacetylchloridlösung
(2 μl der
reinen Flüssigkeit
in 1 ml THF) zugegeben und die Reaktion erfolgt über 1 bis 2 Minuten bei Raumtemperatur.
Die derivatisierten Proben werden wieder auf einer Speedvac getrocknet
und in 10 μl
0,1 % TFA vor der Analyse rekonstituiert. An diesem Punkt kann die
Probe mit MALDI-Matrix gemischt werden und ein Teil auf den Probentisch
zur Analyse geladen werden, oder sie kann nochmals mittels Verwendung
einer kommerziell erhältlichen
C18-Minisäule
(ZipTipTM, Millipore Corporation) aufgereinigt werden. Die aufgereinigte
Probe kann anschließend
direkt aus der ZipTip auf den MALDI-Probentisch in einem 1 – 2 μl Volumen
von Acetonitril : 0,1 % TFA (I:I, V/V) enthaltend 10 mg/ml MALDI-Matrix,
eluiert werden. Dieses letztere Verfahren erlaubt die Beladung der
gesamten gewonnenen Derivate auf den MALDI-Probentisch zur Analyse, wodurch
die Gesamtempfindlichkeit des Verfahrens verbessert wird. Das derivatisierte
Peptid, welches etwa 1572 Da wiegt, wird der PSD MALDI-Tandemmassenspektrometrie
unterworfen. Eine Sequenzkennung wird erhalten mit y-Ionen bei m/z
574,5, 661,7, 875,9, 1003,8, 1103,9, 1204,6, 1304,1, und dem (MH+-Derivat)
Ion bei m/z 1451,0. Das Spektrum wird mit der Proteinsequenz-Datenbank
verglichen, und sechs Proteinkandidaten (sämtliche mitochondrialen Aspartataminotransferasen)
werden geefunden (Suchparameter: MW-Bereich 1.000 bis 150.000, Stammionenmassentoleranz
+/– 0,6
Da, Ionenfragmentmassentoleranz +/– 2,5 Da, Par(mi)Frag(av),
erlaubte Anzahl an fehlenden Ionen = 1). Dieser Grad an Spezifität wird erreicht,
da die Datenbanksuche gezwungenermaßen nur y-Ionen als einzig
erlaubte Fragmente ausgibt. Diese Suchbeschränkung ist möglich, da N-terminale und interne Spaltungsionen
in den Massenspektren dieser Derivate nicht auftauchen (aufgrund
der Derivatisierung gemäß der vorliegenden
Erfindung). Weitaus geringere Spezifität wird erhalten (239 ausgegebene
Proteinkandidaten), wenn dasselbe Tandemmassenspektrum mit der gesamten Bibliothek
verglichen wird und alle Fragmentionentypen (a, b, (b + H2O), (b – NH3),
(b – H2O),
interne und y) erlaubt werden. Das identifizierte Peptid war FVTVQTISGTGALR
(SEQ ID NR: 5).
-
Die
Bestätigung
der Proteinidentifizierung erfolgt mittels PSD MALDI des Derivats,
das etwa 1916 Da wiegt. Das Spektrum enthält 7 Fragmentionen bei m/z
724,6, 1154,2, 1299,3, 1439,0, 1551,9, 1665,5 und 1779,2, zusätzlich zu
den protonierten Vorläuferinnen.
Dieses Spektrum wird mit der Datenbank verglichen, wobei angenommen
wird, dass die Fragmente y-Ionen sind. Die Suche führt nicht
zu mitochondrialer Aspartataminotransferase oder irgendeinem anderen
Proteinkandidaten. Bei der Durchsuchung der Datenbank, wobei gleichermaßen y- und
(y-NH3)-Ionen erlaubt sind, werden 16 Proteinkandidaten ausgegeben,
wobei 10 davon mitochondriale Aspartataminotransferasen sind. Diese
letztere Suche bestätigt
die Proteinidentifizierung. Der Einschluss der (y-NH3)-Ionen als
mögliche
Fragmente wird für
diese spezielle Suche benötigt,
da das Peptid ein nicht vollständiges
tryptisches Produkt (ILIRPLYSNPPLNGAR) (SEQ ID NR: 6) ist, welches
einen zweiten Argininrest enthält.
Wie oben angeführt,
zeigt die Derivatisierung von nicht vollständig verdauten Produkten oftmals
(y-NH3)-Fragmentionen in den PSD-Tandemmassenspektren.
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Beispiel 15
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Eine
tryptische Digestion eines Proteins im Gel, welches durch eine 2D-Gelelektrophorese
isoliert wurde, wird mittels LC-Elektrospray-Tandemmassenspektrometrie
auf einer LCQ-Ionenfalle analysiert, gefolgt von Derivatisierung
gemäß Beispiel
14 hierin. Alle Spektren werden in einem unbeaufsichtigten automatisierten
datenabhängigen
Modus unter Verwendung der "Triple
play"-Sequenzen
von Mikroscanvorgängen
durchgeführt. Das
Tandemmassenspektrum eines derivatisierten tryptischen Peptids (MH+
= 971,5) zeigt mehrere Produktionen vom y-Typ, eingeschlossen m/z
401,1, 538,3, 651,3, 750,4. Die gemessenen y-Ionen werden für die Suche
in der Datenbank als Eingaben verwendet, zusammen mit der MH+ Masse
des underivatisierten tryptischen Peptids (971,5 – 122 =
849,5). Die Durchsuchung der Datenbank unter Verwendung der Protein
Prospector Software gegen die NCBI Proteinsequenzbibliothek führt zu 3
Proteinkandidaten (Suchparameter: MW-Gesamtbereich, Stammionentoleranz
+/– 0,6
Da, Fragmentionentoleranz +/– 1,0
Da, monoisotopische Stamm- und Fragmentionen, weiterhin sind keine
fehlenden Ionen erlaubt). Alle drei der durch die Datenbanksuche
ausgegebenen Proteinkandidaten sind Haptoglobine. Das Peptid wurde
als VVLHPER (SEQ ID NR: 7) identifiziert.
-
Die
Bestätigung
dieser Proteinidentifizierung erfolgt durch Durchsuchen der Datenbank
unter Verwendung des aus einem zweiten derivatisierten Peptid erzeugten
Tandemmassenspektrums (MH+ des Derivats = 771,4 Da). Das Spektrum
zeigte einige Ionen, eingeschlossen y-Typ-Ionen bei m/z 322,1, 436,2
und 535,3. Dieselben Suchparameter, wie oben, wurden verwendet,
drei Peptidse quenzen stimmten mit den eingegebenen Daten aus dem
Elektrospray-Tandemmassenspektrum überein. Eine der drei Peptidsequenzen
korrespondierte zu der von Haptoglobin. Das Peptid wurde als NVNFR
(SEQ ID NR: 8) identifiziert. Dieses Ergebnis bestätigt die
Identität
des Proteins.
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Beispiel 16
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
kann leicht verwendet werden, um variante Polypeptide zu identifizieren.
Das MALDI-Massenspektrum eines tryptischen Verdaus eines Enzymisolats
zeigt viele tryptische Massen, welche identisch sind zu denen der
kommerziellen Protease Savinase® (kommerziell
erhältlich
von Novo Nordisk, Copenhagen, Dänemark).
Eines der erwarteten tryptischen Peptide GVLWAASGNSGAGSTSYPAR (MH+
= 1933 Da) (SEQ ID NR: 9) fehlt in dem Spektrum, und ein unbekanntes
Ion wird bei m/z 1963 beobachtet. Dies legt nahe, dass das Isolat
eine Savinase®-Variante
ist. Elf unterschiedliche einzelne Aminosäureaustausche könnten für die beobachtete
+ 30 Da-Massenverschiebung (4 G → S,
4 A → T
und 3 V → E)
verantwortlich sein. Das PSD MALDI-Tandemmassenspektrum wird nach
der Derivatisierung, wie in Beispiel 2 hierin beschrieben, erhalten.
Für das
21 Aminosäurepeptid
wird eine vollständige
Reihe von y-Ionen beobachtet. Das Spektrum bestätigt, dass das Glycin von Rest
14 zu einem Serin umgewandelt wird. Die Massen sämtlicher y-Ionen werden in
diesem Spektrum gemessen. Das Spektrum wird automatisch unter Verwendung
des Peptidleitersequenzierungsprogramms interpretiert, welches in
das PerSeptive Biosystems MALDI-Datensystem eingebettet ist.
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Beispiel 17
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Die
Verwendung von Disulfonsäurederivaten,
mit beiden Sulfonsäuregruppen
nahe dem N-Terminus des Peptids, wird durch den Vergleich der MALDI-PSD-Spektren, erzeugt
aus CDPGYIGSR (SEQ ID NO: 2), derivatisiert gemäß Beispiel 5 und gemäß Beispiel
10 hierin, demonstriert. Das durch die Säureoxidation der Sulfhydrylgruppe
des Cysteinrests (Beispiel 5) erzeugte Derivat wird unter Verwendung
der PSD MALDI analysiert, ausgehend von einer Matrix von alpha-Cyano-4-hydroxycinnamonsäure. Das
sich ergebende PSD-Spektrum wird von dem y7-Fragmention dominiert,
gebildet durch Spaltung der labilen Asp-Pro-Amidbindung. y-Typ-Ionen niedriger Masse
zeigen relativ geringe Häufigkeit.
Beispielsweise liegen die Häufigkeiten
für die
y3- und y4-Ionen relativ zum y7-Ion nur bei etwa 8 % und 5 %, respektive
(Peakhöhenverhältnisse).
Ohne durch die Theorie beschränkt
zu sein, wird angenommen, dass das "frei bewegliche" Ionisierungsproton vorzugsweise an
dem basischen Asp-Pro-Amidstickstoffatom lokalisiert ist, da der
Pro-Amidstickstoff basischer ist als die anderen Hauptketten-Amidgruppen. Es wird
angenommen, dass diese Ladungslokalisierung zu einer vorzugsweisen
Fragmentierung der Amidbindung zwischen Asp und protoniertem Pro
führt.
Dieses Problem wird durch die Anlagerung einer zweiten Sulfonsäuregruppe
nahe dem N-Terminus des Peptids gemäß Beispiel 10 minimiert. Die
Anlagerung einer zweiten Sulfonsäuregruppe
bedarf des Anlagerns eines zweiten "frei beweglichen" Protons, um das positiv geladene Ion
zur Verwendung für
die MALDI PSD-Analyse zu erzeugen. Es wird wiederum angenommen,
ohne sich durch die Theorie zu beschränken, dass dieses zweite Proton
frei ist, um andere Hauptketten-Amidgruppen zu ionisieren, da die
relative basische Pro-Gruppe schon ionisiert ist. Die Protonierung
anderer Hauptketten-Amidgruppen führt zu einer verbesserten Fragmentation dieser
Gruppen und einer erhöhten
relativen Häufigkeit
der korrespondierenden y-Ionen in dem MALDI PSD-Spektrum. Im PSD-Spektrum des gemäß Beispiel
10 gebildeten Derivats ist die Häufigkeit
der y3- und y4-Ionen
auf etwa 41 % und 57 % respektive (Peakhöhenverhältnisse), relativ zu der des
y7-Ions erhöht.
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Kits der vorliegenden
Erfindung
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Eine
weitere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung sind Kits, welche verwendet werden können, um
die Aminosäuresequenz
eines Polypeptids zu bestimmen. Die Kits umfassen:
- (a) ein oder mehrere Reagenzien mit sauren Einheiten, welche
eine oder mehrere saure Einheiten mit pKas von weniger als 2 vorsehen
bei Kupplung mit dem Polypeptid oder einem oder mehreren Peptiden
des Polypeptids; und
- (b) Mittel zur Derivatisierung des N-Terminus des Polypeptids
oder der N-Termini
eines oder mehrerer Peptide des Polypeptids mit einem oder mehreren
Reagenzien mit sauren Einheiten.
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Die
Kits der vorliegenden Erfindung können auf ähnliche Art und Weise wie der
Probenhalter für
ein Massenspektrometer angepasst werden, beispielsweise beschrieben
in Patterson, US-Patent Nr. 5,827,659, erteilt an PerSeptive Biosystems,
Inc., Erteilung 27. Oktober 1998.
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Wahlweise
können
die Kits weiterhin eines oder mehrere Verifizierungspeptide zum
Testen, beispielsweise der Genauigkeit der Massenspektrometrietechnik,
umfassen. Weiterhin können
wahlweise Referenz-Massenspektrumdaten eingeschlossen sein.
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Die
Reagenzien mit sauren Einheiten, welche durch die Kits umfasst sein
können,
werden oben beschrieben.
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Besonders
bevorzugte Mittel zur Derivatisierung schließen solche ein, welche eine
leichte Derivatisierung durch den Anwender oder irgendeine andere
Person ermöglichen,
die daran interessiert ist, das derivatisierte Polypeptid oder die
Peptide zu erhalten. Ein besonders bevorzugtes Mittel zum Derivatisieren
um fasst ein oder mehrere Behältnisvorrichtungen,
um beispielsweise das Reagens mit sauren Einheiten zu enthalten und
letztendlich das (die) interessierende(n) Polypeptid / Peptide.
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Geeignete
Behältnisvorrichtungen
schließen
beispielsweise Glasfläschchen,
Röhren,
Pipettenspitzen, Platten, Probenhalter und Mehrfach-Muldenplatten
ein. Eine wahlweise Erleichterung wird dort vorgesehen, wo das Reagens
mit sauren Einheiten innerhalb der Behältnisvorrichtung vorliegt,
so dass es nicht durch den Anwender zugegeben werden muss. Beispielsweise
kann das Reagens mit sauren Einheiten an der Innenseite einer Pipettenspitze
vorliegen und aktiviert werden, wenn das Polypeptid oder die Peptide
mit einem geeigneten Puffer in die Spitze gesaugt werden. Die Behältnisvorrichtung
ist am meisten bevorzugt, jedoch nicht zwingenderweise, zum einmaligen
Gebrauch bestimmt.
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Das
Reagens mit sauren Einheiten kann weiterhin auf einem festen Träger gebunden
vorliegen. Beispielsweise kann das Reaktionsmittel trägergebunden
in einer Pipettenspitze vorliegen. Das zu untersuchende Polypeptid
oder die Peptide können
in einem geeigneten Puffersystem aufgenommen werden und wiederholt über das
gebundene Reaktonsmittel gezogen werden. Nach der Reaktion kann
eine geeignete Menge des derivatisierten Folypeptids oder der Peptide
direkt auf den MALDI Massenspektrometer-Probentisch geladen werden
oder in eine Elektrospray-Ionisierungsmassenspektrometerie-Vorrichtung
gespritz werden.
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Weiterhin
kann ein oder mehrere Puffersysteme, welche zur Erleichterung der
Derivatisierung verwendet werden, in die Kits der vorliegenden Erfindung
einbezogen sein. Das geeignete beigelegte Puffersystem ist abhängig von
dem vorhandenen Reagens mit sauren Einheiten. Beispiele für bevorzugte
Puffersysteme werden in den oben angeführten Derivatisierungsbeispielen
offenbart. Besonders geeignete Puffersysteme schließen tertiäre Aminlösungen (gleichermaßen wässrige und
nicht-wässrige
(zum Beispiel Lösungen
in Tetrahydrofuran)) und reine tertiäre Amine ein, sind jedoch nicht
auf diese beschränkt.
Besonders bevorzugte tertiäre
Amine schließen
Trimethylamin, Triethylamin und Diisopropylethylamin ein.
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Die
erfindungsgemäßen Kits
können
weiterhin eine oder mehrere Digestionshilfen umfassen, wie beispielsweise
solche wie hierin oben beschrieben. Die Digestionshilfen können chemischer
oder enzymatischer Art sein. Beispielsweise Trypsin, Endoproteinase
Lys C, Endoproteinase Arg C und/oder Chymotrypsin, vorzugsweise
Trypsin, Endoproteinase Lys C und/oder Endoproteinase Arg C, und
am meisten bevorzugt kann Trypsin als Digestionshilfe beigelegt
sein. Chemische Digestionshilfen, wie beispielsweise Cyanbromid,
können
weiterhin hierin eingeschlossen sein.