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1. Gebiet der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft Verfahren zur Identifizierung von spezifischen
Proteinen in komplexen Proteingemischen. Insbesondere betreffen
die erfindungsgemäßen Verfahren
die schnelle Identifizierung von unterschiedlich exprimierten Proteinen
aus zwei unterschiedlichen Proben, beispielsweise unterschiedlichen
Geweben, unterschiedlichen Zelltypen oder unterschiedlichen Zellzuständen mittels
Massenspektrometrie.
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2. Beschreibung des Stands
der Technik
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Es
wurde gut gezeigt, dass die meisten Erkrankungsprozesse und Erkrankungsbehandlungen sich
auf Proteinebene manifestieren. Die Wirkmechanismen für die meisten
Pharmazeutika auf dem Markt werden tatsächlich durch Proteine vermittelt. Eine
vergleichende Analyse von Proteinprofilen aus normalen und erkrankten
Zuständen
mit oder ohne Arzneimittelbehandlung kann die systematische Untersuchung
von Proteinen erleichtern, die in jedem biologischen System oder
der Erkrankung beteiligt sind, was neue Einblicke in diese Mechanismen
liefert, neue Ziele identifiziert, Information über Arzneimittel-Wirkungsmechanismen
und Toxizität
liefert und Ersatzmarker identifiziert. Man nimmt an, dass Proteomuntersuchungen
zu wichtigen neuen Einblicken in Erkrankungsmechanismen und verbesserten Arzneimittelauffindungsstrategien
zur Erlangung von neuen Therapeutika führen werden.
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Die
herkömmlichste
Technologieplattform für Proteomuntersuchungen
ist bisher die integrierte Verwendung der zweidimensionalen (2D)
Gelelektrophorese für
die Auffindung von Proteinen und die Massenspektrometrie für Proteinanalyse
und Identifizierung, wie dies beispielsweise in Quadroni et al., Electrophoresis,
1999, 20: 664–677
beschrieben ist. Proteingemische, die von Zellen oder Geweben von normalen
oder erkrankten Zuständen
stammen, werden durch 2D PAGE getrennt und durch Färben sichtbargemacht.
Quantitative Vergleiche von Bildern können durchgeführt werden,
nachdem die Bilder der dargestellten Proteine digital in einen Computer
eingescannt wurden. Die Flecken, die entweder einzigartig sind oder
die, welche unterschiedlich exprimiert werden, werden dann identifiziert.
Nach dem Ausschneiden dieser Flecken und einem in situ Verdau kann
eine Vielzahl an Massenspektrometrietechniken verwendet werden,
um einen Peptidfingerabdruck und eine Peptidsequenzinformation zu
erhalten, die zur Suche in einer Sequenzdatenbank unter Identifizierung
der Proteine verwendet werden. Wenn diese Proteine für die Erkrankung
spezifisch sind, kann jedes potentiell ein neues Ziel für eine Arzneimittelauffindung
sein oder kann als Krankheitsmarker verwendet werden. Derzeit ist
die 2D-PAGE immer noch die umfassendste Methode, um Proteine darzustellen.
2D-Gele sind seit der Einführung
von Streifen mit einem immobilisierten pH Gradienten (IPG) für die Auftrennung
in der ersten Dimension sehr reproduzierbar. Sie ist zur Auftrennung
von Tausenden an Proteinen fähig
und liefert ein empfindliches Verfahren zur Quantifizierung der
Proteinexpression, wenn sie mit Silber oder Fluoreszenzfarbstoffen
gefärbt wird.
Trotzdem gibt es einige Defizite bei der Technologie. Hierunter
befindet sich vor allem die Unfähigkeit
zur Darstellung aller Proteinkomponenten, wie Membranproteine, Proteine
mit extremen pI's
und Proteine mit geringer Kopiezahl. Nicht ausreichende Trennkraft
ist ein weiterer Nachteil der Technik. Bis zu 20–40% aller Flecken können mehr
als ein Protein enthalten, das einen quantitativen Vergleich von
Proteinexpressionen und eine Interpretation von Experimenten sehr
schwierig macht. Obwohl während
der letzten Jahre große
Fortschritte gemacht wurden, werden Proteomanalysen mittels 2D Gelen
immer noch als schwierige Technologie in Bezug auf Automatisierung
und Durchsatz angesehen. Die 2D Gel elektrophorese, die Färbung und
die Bildanalyse sind nur einige der Schritte, die voll automatisiert
werden müssen,
bevor man den Prozess als einen mit hohem Durchsatz bezeichnen kann.
Alternativen zu dieser Technologie, insbesondere der Ersatz der
Verwendung von 2D Gelen, werden mit der Hoffnung untersucht, einen
höheren
Durchsatz und eine höhere Empfindlichkeit
zu erreichen.
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Ein
Ansatz, der 2D Gele vermeidet, ist die Verwendung von multidimensionalen
Flüssigphasetrenntechniken,
wie Chromatographie und/oder isoelektrische Fokussierung in Lösung, um
die Proteingemische oder ihre verdauten Peptidprodukte wie beschrieben
teilweise aufzutrennen, beispielsweise gemäß Eng et al., J. Am. Soc. Mass.
Spectrom. 1994, 5: 976–989,
McCormack et al., Anal. Chem. 1997, 69: 767–776, Opiteck et al., Anal.
Chem. 1997, 69: 2283–2291,
Opiteck et al., Anal. Chem. 1997, 69: 1518–1524, Opiteck et al., Anal.
Biochem. 1998, 258: 349–361,
Kojima et al., J. Chromatogr. 1982, 239: 565–570, Isobe et al., J. Chromatogr.
1991, 588: 115–123,
Wall et al., Anal. Chem. 2000, 72: 1009–1111, Jensen et al., Anal.
Chem. 1999, 71: 2076–2084
und Pasa-Tolic et al., J. Am. Chem. Soc. 1999, 121: 7949–7950. Massenspektrometrie
(MS) mit zusätzlicher
Auflösungskraft
wird zur Identifizierung des vereinfachten Gemisches verwendet.
Da die Trennung in der flüssigen
Phase passiert, ist das Automatisierungspotential viel höher, als
die auf Gel basierende Plattform. Wenn sie in einem präparativen
Maßstab
ausgeführt
wird, ist die Probenauftragung signifikant größer als die, die mittels 2D
PAGE erreichbar ist. Zusätzlich
verringert dieser Ansatz die Protein/Peptidgewinnungsverluste, die
mit der 2D-Geltechnologie assoziiert sind, da die schließlich getrennten
Proteine/Peptide in Lösung
sind. Ein negativer Aspekt ist, dass die gewonnene quantitative Information,
die aus einer 2D-Gelbildgebung erhalten wird, mit diesen Methoden
noch nicht erreichbar ist.
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Die
Isotopenverdünnung
wurde lange für eine
quantitative Analyse eines Arzneimittels in biologischen Materialien
verwendet. Es wird ein interner Standard, der in der Struktur isotopisch
unterschiedlich ist, zu den Proben gegeben, um eine genaue Quantifizierung
einer bestimmten Verbindung zu erreichen. Aufgrund des internen
Standards sind Variablen, wie Probenverlust während der Probenvorbereitung,
Matrixeffekte, Detektionswechselwirkungen, und sonstige nicht länger Probleme
für eine
akurate Quantifizierung. Um dasselbe Prinzip auf eine relative Proteinquantifizierung
anzuwenden, wurden Versuche in Richtung von Proteinanhangs- oder
Isotopenmarkierungsmethoden unternommen. Die Markierung eines Proteinpools
kann metabolisch oder chemisch ausgeführt werden. Bei der Evaluierung
einer unterschiedlichen Expression von Proteinen werden zwei Proteinpools
(das heißt
ein normaler gegen einen erkrankten Zustand) einer markiert (mit
einem schweren Isotop) und der andere unmarkiert (das heißt mit dem
natürlichen
leichten Isotop) gemischt, proteolytisch verdaut und analysiert.
Jedes Paar an Peptidsignalen mit und ohne Markierung wird ein interner
Standard für
das jeweils andere und ermöglicht
den quantitativen Vergleich einer unterschiedlichen Proteinexpression.
Während
der Peptidfingerabdruck und die Peptidsequenzinformation, die aus der
MS Analyse erhalten wurden, die Identifizierung von Proteinen liefert,
bietet die Markierung ein Mittel zur Unterscheidung der zwei Populationen
und eine akkurate Quantifizierung jedes Proteins. Die Proteinauffindung,
Quantifizierung und Identifizierung werden daher in einem einzigen
Schritt ausgeführt.
Oda et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 1999, 96: 6591–6596 haben
einen solchen Ansatz gezeigt, bei dem die Proteine metabolisch während einer
Zellkultur in einem mit N15 angereicherten
Kulturmedium markiert werden. Es können auch ähnliche Strategien über Aminosäure-spezifische Markierung
von Proteinen angewendet werden, die metabolisch während der
Zellkultivierung erreicht wird, wie dies beispielsweise beschrieben
ist in Chen et al., Anal. Chem. 2000, 72, 1134–1143. Gygi et al., Nature
Biotech. 1999, 17: 994–999
haben ein chemisches Derivatisierungsschema entwickelt, das Isotopen-kodierte
Affinitätsanfügung (ICAT)
genannt wird, um eine Markierung an allen Cystein-enthaltenden Proteinen auszuführen. Mit
diesem Ansatz wird die relative Proteinquantifizierung durch die
Verwendung von zwei isotopisch unterschiedlichen, leichten und schweren Anhängen erreicht.
Das Verfahren wurde erfolgreich auf eine Vielzahl an zellulären Systemen
zur Erlangung eines quantitativen Vergleichs der Proteinexpression
angewendet. Der eingebaute Affinitätsanhang in der Markierung
ermöglicht
die Verringerung der Komplexität
des Proteingemisches durch selektive Anreicherung nur der Cystein-enthaltenden Peptide.
Sie riskiert aber auch den Verlust der Information über nicht-Cystein-enthaltende
Proteine und der Information bezüglich
posttranslationalen Proteinmodifikationen. Die Datenanalyse kann
mit diesen Methoden langatmig sein. Es gibt keinen eingebauten Mechanismus,
um eine subtraktive Analyse zur Erlangung eines schnellen Fokus
auf Proteine auszuführen,
die sich in ihrer Expression am meisten ändern. Stattdessen muss jedes
Peptidpaar an leichten und schweren Anhängen identifiziert und die
relative Quantifizierung für
alle Proteine ausgeführt
werden, bevor man eine Rangordnung erhält. Dynamische Bereiche sind
ein weiterer limitierender Faktor bei den Verfahren. Signale von
Peptiden mit sowohl leichten als auch schweren Isotopanhängen müssen quantitativ
detektiert werden, um eine genaue Quantifizierung der Proteinexpression
zu erhalten. In einer extremen Situation, bei der nur ein Signal
des Paares detektiert wird, kann das Signal als chemischer Hintergrund
verwechselt werden oder von einem nicht-Cystein-enthaltenden Peptid
statt von einem Protein, das stark unterschiedlich exprimiert wurde. Zusätzlich erfordern
die hier erwähnten
Markierungsmethoden alle spezielle Reagenzien (auf Anfrage synthetisierte
Chemikalien oder isotopisch angereicherte Kulturmedien) und einen
zusätzlichen
Aufwand, die Markierungen einzuführen,
die für
ein analytisches Proteinlabor oder ein MS Labor leicht oder auch
nicht so leicht zugänglich
sein können.
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Während die
obigen Verfahren die Identifizierung und Quantifizierung der unterschiedlich
exprimierten Proteine in komplexen Proteingemischen erlauben, fehlt
den Methoden entweder die Geschwindigkeit/der Durchsatz, die Empfindlichkeit,
die Fähigkeit,
alle Proteine zu erfassen oder die Fähigkeit, extreme Veränderungen
der Expression oder kovalente Veränderungen im Protein zu identifizieren.
Demnach wäre
es erwünscht,
ein Verfahren zur Identifizierung von verschiedenen Klassen an unterschiedlich
exprimierten Proteinen in komplexen Proteingemischen bereitzustellen,
das schnell ist, einen hohen Durchsatz aufweist, empfindlich ist
und zur unzweifelhaften Identifizierung aller Veränderungen
in der Proteinexpression (quantitativ oder qualitativ) fähig ist.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Ausführung einer
Proteinmarkierung für
vergleichende Proteomanalysen, die inverse Markierung genannt wird
und zur Identifizierung von unterschiedlich exprimierten Proteinen
innerhalb von komplexen Proteingemischen verwendet werden kann.
Insbesondere erlaubt das erfindungsgemäße Verfahren die Identifizierung
von unterschiedlich exprimierten Proteinen in zwei unterschiedlichen
Proben, beispielsweise unterschiedlichen Gewebe- oder Zelltypen,
Erkrankungen oder Entwicklungsstufen.
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Das
hierin beschriebene Verfahren überwindet
auch die Nachteile, die bei derzeit verfügbaren Verfahren inhärent vorhanden
sind, dadurch dass es eine schnelle, empfindliche, verlässliche
und un zweifelhafte Identifizierung mit hohem Durchsatz von verschiedenen
Klassen an unterschiedlich exprimierten Proteinen bereitstellt.
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In
einem Aspekt wird ein Verfahren zur Identifizierung eines unterschiedlich
exprimierten Proteins in zwei unterschiedlichen Proben bereitgestellt, die
eine Proteinpopulation enthalten, das umfasst:
- a)
Bereitstellung von zwei gleichen Proteinpools aus jeweils einer
Referenzprobe und einer Experimentalprobe,
- b) Markierung der Proteinpools mit einem im wesentlichen chemisch
identischen isotopisch unterschiedlichen Markierungsreagenz für Proteine, worin
ein Pool jeweils aus dem Referenz- und Experimentalpool mit einem
isotopisch schweren Proteinmarkierungsreagenz unter Bildung eines isotopisch
schwer markierten Referenzpools und eines isotopisch schwer markierten
Experimentalpools markiert wird und worin die verbleibenden Referenz-
und Experimentalpools mit einem isotopisch leichten Proteinmarkierungsreagenz
unter Bildung eines isotopisch leicht markierten Referenzpools und
eines isotopisch leicht markierten Experimentalpools markiert werden,
- c) Kombination des isotopisch leicht markierten Referenzpools
mit dem isotopisch schwer markierten Experimentalpool unter Bildung
eines ersten Gemisches,
- d) Kombination des isotopisch schwer markierten Referenzpools
mit dem isotopisch leicht markierten Experimentalpool unter Bildung
eines zweiten Gemisches,
- e) Detektion der markierten Proteine jeweils aus den zwei Gemischen,
und
- f) Vergleich des für
die markierten Proteine aus den ersten und zweiten Gemischen erhaltenen Markierungsmusters,
worin ein inverses Markierungsmuster eines Proteins im zweiten Gemisch im
Vergleich mit dem Markierungsmuster des Proteins im ersten Gemisch
das unterschiedlich exprimierte Protein in den zwei unterschiedlichen Proben
anzeigt.
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In
einem weiteren Aspekt wird ein Verfahren zur Identifizierung eines
unterschiedlich exprimierten Proteins in zwei unterschiedlichen
Proben bereitgestellt, die eine Proteinpopulation enthalten, das
umfasst
- a) Bereitstellung von zwei gleichen
Proteinpools aus jeweils einer Referenzprobe und einer Experimentalprobe,
- b) Proteolyse jedes Proteinpools während der Markierung jedes
der Proteinpools mit isotopisch markiertem Wasser, worin jeweils
ein Pool der Referenz- und der Experimentalpools mit 18O-Wasser
unter Bildung eines 18O-markierten Referenzpools
und eines 18O-markierten Experimentalpools
markiert wird und worin die verbleibenden Referenz- und Experimentalpools
mit 16O-Wasser unter Bildung eines 16O-markierten
Referenzpools und eines 16O-markierten Experimentalpools
markiert werden,
- c) Kombination des 16O-markierten Referenzpools mit
dem 18O-markierten Experimentalpool unter Bildung
eines ersten Gemisches, das 16O- und 18O-markierte Peptide enthält,
- d) Kombination des 18O-markierten Referenzpools
mit dem 16O-markierten Experimentalpool unter
Bildung eines zweiten Gemisches, das 18O- und 16O-markierte Peptide enthält,
- e) Detektion der markierten Peptide jeweils aus den zwei Gemischen,
und
- f) Vergleich der für
die markierten Peptide in den ersten und zweiten Gemischen erhaltenen
Markierungsmuster, worin ein inverses Markierungsmuster, das für ein Peptid
im zweiten Gemisch erhalten wurde, im Vergleich mit dem Markierungsmuster,
das für
das Peptid im ersten Gemisch erhalten wurde, das unterschiedlich
exprimierte Protein anzeigt, von dem das Peptid stammt.
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In
einem weiteren Aspekt wird ein Verfahren zur Identifizierung eines
unterschiedlich exprimierten Proteins in zwei unterschiedlichen
Proben bereitgestellt, die eine Proteinpopulation enthalten, das
umfasst
- a) Bereitstellung von zwei gleichen
Proteinpools aus jeweils einer Referenzprobe und einer Experimentalprobe,
- b) Proteolyse der Proteine in jedem Proteinpool unter Bildung
von Peptidpools,
- c) Markierung jedes Peptidpools mit isotopisch markiertem Wasser,
worin jeweils ein Peptidpool der Referenz- und der Experimentalpools
mit 18O-Wasser unter Bildung eines 18O-markierten Referenzpeptidpools und eines 18O-markierten Experimentalpeptidpools markiert
wird und worin die verbleibenden Referenz- und Experimentalpeptidpools
mit 16O-Wasser unter Bildung eines 16O-markierten Referenzpeptidpools und eines 16O-markierten Experimentalpeptidpools markiert werden,
- d) Kombination des 16O-markierten Referenzpools
mit dem 18O-markierten Experimentalpool unter
Bildung eines ersten Gemisches, das 16O- und 18O-markierte Peptide enthält,
- e) Kombination des 18O-markierten Referenzpools
mit dem 16O-markierten Experimentalpool unter
Bildung eines zweiten Gemisches, das 18O- und 16O-markierte Peptide enthält,
- f) Detektion der markierten Peptide jeweils aus den zwei Gemischen,
und
- g) Vergleich der für
die markierten Peptide in den ersten und zweiten Gemischen erhaltenen
Markierungsmuster, worin ein inverses Markierungsmuster, das für ein Peptid
im zweiten Gemisch erhalten wurde, im Vergleich mit dem Markierungsmuster,
das für
das Peptid im ersten Gemisch erhalten wurde, das unterschiedlich
exprimierte Protein anzeigt, von dem das Peptid stammt.
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In
einem weiteren Aspekt wird ein Verfahren zur Identifizierung eines
unterschiedlich exprimierten Proteins in zwei unterschiedlichen
Proben bereitgestellt, die eine Proteinpopulation enthalten, das
umfasst
- a) Bereitstellung von zwei gleichen
Proteinpools aus jeweils einer Referenzprobe und einer Experimentalprobe,
worin ein Pool aus jedem der Referenz- und Experimentalpools durch
Kultivierung in einem Kulturmedium, das eine isotopisch schwer markierte,
assimilierbare Quelle enthält, unter
Bildung eines isotopisch schwer markierten Referenzpools und eines
isotopisch schwer markierten Experimentalpools hergestellt wird
und worin die verbleibenden Referenz- und Experimentalpools durch
die Kultivierung in einem Kulturmedium, das eine isotopisch leicht
markierte, assimilierbare Quelle enthält, unter Bildung eines isotopisch
leicht markierten Referenzpools und eines isotopisch leicht markierten
Experimentalpools hergestellt werden,
- b) Kombination des isotopisch leicht markierten Referenzpools
mit dem isotopisch schwer markierten Experimentalpool unter Bildung
eines ersten Proteingemisches,
- c) Kombination des isotopisch schwer markierten Referenzpools
mit dem isotopisch leicht markierten Experimentalpool unter Bildung
eines zweiten Proteingemisches,
- d) Detektion der markierten Proteine jeweils aus den zwei Gemischen,
und
- e) Vergleich des für
die markierten Proteine aus den ersten und zweiten Gemischen erhaltenen Markierungsmusters,
worin ein inverses Markierungsmuster eines Proteins im zweiten Gemisch im
Vergleich mit dem Markierungsmuster des Proteins im ersten Gemisch
das unterschiedlich exprimierte Protein in den zwei unterschiedlichen Proben
anzeigt.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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1 – Das inverse
Markierungsverfahren zur schnellen Identifizierung der Marker-/Zielproteine.
Zu Erläuterungszwecken
sind Proteine, die in den zwei Proteinpools unverändert bleiben,
gleich im Vorkommen dargestellt. (In der Praxis müssen sie
nicht notwendigerweise gleich im Vorkommen sein, sondern sie können in
einem konstanten Verhältnis
vorkommen, das nicht gleich eins ist.) Die 18O-Markierung
der Proteinproteolyse wird in diesem schematischen Diagramm zur
Erläuterung
verwendet.
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2 – Detektion
durch Flüssigchromatographie/Massenspektrometrie
(LC/MS) eines invers 18O-markierten tryptischen BSA Peptids.
(A): MS der 16O-Kontrolle- 18O "behandelte" Probe, (B): MS der 18O-Kontrolle- 16O-"behandelten" Probe, (C): MS/MS des
Peptids in (A) und (D): MS/MS des Peptids in (B). Eine 2 Da Massenverschiebung
zwischen (A) und (B) der am häufigsten
vorkommenden Isotopenionen zeigt eine signifikant unterschiedliche
Expression des Proteins an. Die Massenverschiebung wird ferner in
den MS/MS Spektren (C) und (D) durch die 2 Da Verschiebung aller
Y Ionen verifiziert/bestätigt, die auch
hilft, die Y Ionen und B Ionen zu identifizieren und so bei der
Interpretation der Spektren hilft. Das BSA Protein wird ausschließlich durch
eine Datenbanksuche unter Verwendung der Y Ionen identifiziert (jene
mit einer 2 Da Verschiebung).
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3 – LC/MS
Detektion eines invers 18O-markierten tryptischen
Aldolasepeptids. (A): MS der 16O-Kontroll- und 18O-"behandelten" Probe, (B): MS der 18O-Kontroll- und 16O-"behandelten" Probe, (C): MS/MS
des Peptids in (A) und (D): MS/MS des Peptids in (B). Eine 4 Da
Massenverschiebung zwischen (A) und (B) der am häufigsten vorkommenden Isotopenionen
zeigt eine signifikant unterschiedliche Expression des Proteins.
Die Massenverschiebung wird ferner in den MS/MS Spektren (C) und
(D) durch die 4 Da Verschiebung aller Y Ionen verifiziert/bestätigt, die
auch hilft, die Y Ionen und B Ionen zu identifizieren und so bei
der Interpretation der Spektren hilft. Das Aldolaseprotein wird
ausschließlich
durch die Datenbanksuche unter Verwendung der Y Ionen identifiziert
(jene mit einer 4 Da Verschiebung).
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4 – MALDI
TOF Detektion der inversen 18O-markierten
tryptischen Verdaus der Gemische aus 8 Proteinen. (A): 16O-Kontroll-
und 18-O"behandelte" Probe, (B) 18O-Kontroll- und 16O-"behandelte" Probe, (C): Monoisotopenmuster
eines BSA Peptids MH+ 1567,9 in (A) (oben)
und (B) (unten) und (D): Monoisotopenmuster eines Aldolasepeptids
MH+ 2107,3 in (A) (oben) und (B) (unten).
Die Massenverschiebungen oder die Umkehr des 16O/18O-Intensitätsverhältnisses zeigt eine unterschiedliche
Expression der Proteine: "Herabregulation" von BSA und "Heraufregulation" der Aldolase.
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5 – MALDI
PSD Spektren eines invers 18O-markierten
tryptischen Aldolasepeptids MH+ 2107,3.
(A): In der 16O-Kontroll- und 18O-"behandelten" Probe und (B): In
der 18O-Kontroll- und 16O-"behandelten" Probe. Die 4 Da
Massenverschiebung, die beim Molekularion in 4(D) beobachtet
wird, wird ferner in den PSD Spektren durch die 4 Da Verschiebung
aller Y Ionen verifiziert/bestätigt.
Dies hilft auch bei der Identifizierung von Y Ionen und B Ionen und
hilft daher bei der Interpretation der PSD Spektren. Das Aldolaseprotein
wird ausschließlich
aus der Datenbanksuche mittels der Y Ionen identifiziert (die mit
einem 4 Da Verschiebung).
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6 – LC/MS
Detektion eines tryptisch verdauten PTP (Proteintyrosinphopshatase)
Peptids aus einem CHO Zelllysat, das mit PTP-1B versetzt wurde.
(A): MS der 16O-PTP10- 18O-PTP30
Probe, (B): MS der 18O-PTP10- 16O-PTP30
Probe, (C): MS/MS des Peptids in (A) im Satz und (D): MS/MS des
Peptids in (B) im Satz, worin PTP10 0,25 mg eines CHO Zelllysats
darstellt, das mit 10 pmol PTP-1B versetzt wurde, PTP30 0,25 mg
eines CHO Zelllysats darstellt, das mit 30 pmol PTP-1B versetzt
wird. Nach dem Zusetzen werden die Proteingemische proteolytisch
verdaut und anschließend
unter Bildung der zwei Gemische A und B invers 18O-markiert.
Eine 4 Da Massenverschiebung zwischen (A) und (B) (Insertionen)
der häufigsten
Isotopenionen zeigt eine signifikant "unterschiedliche Expression" des Proteins. Die
Massenverschiebung wird ferner in den MS/MS Spektren durch die 4
Da Verschiebung aller Y Ionen verifiziert/bestätigt, die auch bei der Identifizierung der
Y Ionen und B Ionen und so bei der Interpretation der MS/MS Spektren
hilft. Das PTP-1B Protein wird exklusiv aus der Datenbanksuche unter
Verwendung der Y Ionen (jene mit einer 4 Da Verschiebung) identifiziert.
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7 – MALDI
TOF Detektion von tryptischen Verdaus eines invers 15N-markierten
Systems mit 2 Proteinen mit PTP Protein, das in der "behandelten" Probe dreifach heraufreguliert
ist. (A): 14N-Kontroll- und 15N-"behandelte" Probe, (B): 15N-Kontroll- und 14N-"behandelte" Probe. Die unteren
Darstellungen sind selektiv vergrößerte m/z Regionen.
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8 – MALDI
TOF Detektion der tryptischen Verdaus eines inversen 15N-markierten
Systems mit 2 Proteinen mit PTP Protein, das in der "behandelten" Probe hundertfach
herabreguliert ist. (A): 14N-Kontroll- und 15N-"behandelte" Probe, (B): 15N-Kontroll- und 14N-"behandelte" Probe. Die unteren
Darstellungen sind selektiv vergrößerte m/z Regionen.
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9 – LC/MS-MS/MS
Detektion von tryptischen Verdaus eines invers 15N-markierten
Systems mit 2 Proteinen mit PTP Protein, das in der "behandelten" Probe dreifach herabreguliert
ist. (A): MS der 14N-Kontroll- und 15N-"behandelten" Probe, (B): MS der 15N-Kontroll- und 14N-"behandelten" Probe, (a) Basispeakionenchromatogramme
der zwei LC/MS-MS/MS Läufe,
(b) MS Spektren eines Peptids in (a), das ein inverses Markierungsmuster
(Massenverschiebung) zeigt und (c) MS/MS Spektren des Peptids in
(b) (des zweifelhaft geladenen Ions). Das PTP Protein wird ausschließlich durch
die Datenbanksuche mittels der MS/MS Daten des 14N-Peptids identifiziert
(oberes (c)).
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10 – LC/MS-MS/MS
Detektion von tryptischen Verdaus eines invers 15N-markierten
Algenzelllysats, das mit PTP Protein versetzt ist, wobei das PTP
in der "behandelten" Probe dreifach herabreguliert
ist. (A): MS der 14N-Kontroll- und 15N-"behandelten" Probe, wobei das
Spektrum über
ein 3 Minuten LC/MS Fenster gemittelt wird, (B): MS der 15N-Kontroll- und 14N-"behandelten" Probe, wobei das
Spektrum über
ein 3 Minuten LC/MS Fenster gemittelt wird, (C): MS/MS des Peptids
in (A) m/z 623,5 und (D): MS/MS des Peptids in (B) m/z 631,3, worin
die 14N-Kontrolle 0,05 mg eines 13C-Algenproteins darstellt, die mit 10 pmol
PTP-1B versetzt ist, die 15N-Kontrolle 0,05
mg eines 13C-15N-Algenproteins darstellt,
die mit 10 pmol 15N-PTP versetzt ist, die 14N-"behandelte" Probe 0,05 mg eines 13C-Algenproteins darstellt, die mit 0,3
pmol PTP-1B versetzt ist, und die 15N-"behandelte" Probe 0,05 mg eines 13C-15N-Algenproteins
darstellt, die mit 0,3 pmol 15N-PTP versetzt
ist. Die Massenverschiebungen oder das inverse Markierungsmuster
zwischen (A) und (B) werden anhand der markierten Ionen (*) beobachtet.
Die inverse Markierung oder die unterschiedliche Expression wird
ferner durch MS/MS Spektren ihrer ähnlichen Fragmentierungsmuster
verifiziert/bestätigt.
Das PTP-1B Protein wird ausschließlich aus der Datenbanksuche
unter Verwendung der MS/MS Daten des 14N-Peptids
(C) identifiziert.
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11 – MALDI
TOF Detektion der tryptischen Verdaus eines invers ICAT-markierten
Systems mit 6 Proteinen. (A): D0-Kontroll-
und D8-"behandelte" Probe, (B) De-Kontroll-
und D0-"behandelte" Probe. Die unteren
Darstellungen sind die selektiv vergrößerten m/z Regionen. Die Massenverschiebungen
oder die Umkehr des D0-/D8-Intensitätsverhältnisses,
zeigt eine unterschiedliche Expression von Proteinen an.
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12 – LC/MS
Detektion von tryptischen Verdaus eines invers ICAT-markierten Systems
mit 6 Proteinen. (A): Basispeakionenchromatogramm der D0-Kontroll-
und D8-"behandelten" Probe, (B): Basispeakionenchromatogramm
der D8-Kontroll- und D0-"behandelten" Probe. Die Signale
des charakteristischen inversen Markierungsmusters der Massenverschiebungen
werden deutlich detektiert. Die unterschiedlich exprimierten Proteine
werden schnell mittels ihrer MS Daten identifiziert.
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Beschreibung der Erfindung
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Der
Ausdruck "unterschiedlich
exprimiert" bezieht
sich in Bezug auf die Proteine auf quantitative Veränderungen
der Expressionsmenge wie auch auf qualitative Veränderungen,
wie kovalente Veränderungen,
beispielsweise posttranslationale Modifikationen, wie Proteinphosphorylierung,
Proteinglycosylierung, Proteinacetylierung und Proteinprozessierung
des C- oder N-Terminus eines Proteins.
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Der
Ausdruck "Probe", wie er hierin verwendet
wird, wird im breitesten Sinn verwendet. Geeignete Proben umfassen
unter anderem Zellhomogenate, Zellfraktionen, Gewebehomogenate,
biologische Flüssigkeiten,
wie Blut, Urin und cerebrospinale Flüssigkeiten, Tränen, Fäkalien,
Speichel und Lavageflüssigkeiten,
wie Lungen- oder Peritoneallavagen.
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Der
Ausdruck "stabiles
Isotop" bezieht
sich auf eine nicht radioaktive Isotopenform eines Elements.
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Der
Ausdruck "radioaktives
Isotop" bezieht sich
auf eine Isotopenform eines Elements, das eine Radioaktivität zeigt,
das heißt
die Eigenschaft von einigen Kernen, spontan Gammastrahlen oder subatomare
Partikel zu emittieren (beispielsweise α- und β-Strahlen).
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Der
Ausdruck "isotopisch
leichtes Proteinmarkierungsreagenz" bezieht sich auf ein Proteinmarkierungsreagenz,
das eine leichte Form eines Elements eingearbeitet aufweist, beispielsweise
H, 12C, 14N, 16O oder 32S.
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Der
Ausdruck "isotopisch
schweres Proteinmarkierungseagenz" bezieht sich auf ein Proteinmarkierungsreagenz,
das eine schwere Form eines Elements eingearbeitet aufweist, beispielsweise 2H, 13C, 15N, 17O, 18O oder 34S. Isotopisch
leichte und isotopisch schwere Proteinmarkierungsreagenzien werden
hierin jeweils auch als unmarkierte und markierte Reagenzien bezeichnet.
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Der
Ausdruck "inverses
Markierungsmuster" meint
eine qualitative Massenverschiebung oder eine Umkehr des Verhältnisses
der Isotopenpeakintensität,
das heißt
vom stärkeren
schwer markierten Signal zum stärkeren
leicht markierten Signal (oder umgekehrt), das zwischen den zwei
invers markierten Gemischen detektiert wird.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Ausführung einer
Proteinmarkierung für
vergleichende Proteomanalysen, das als inverse Markierung bekannt
ist und die schnelle Identifizierung von Marker- oder Zielproteinen
erlaubt, deren Expressionsmengen bei einer Pertubation signifikant verändert wurden
oder bei denen kovalente Veränderungen
auf eine Pertubation aufgetreten sind, beispielsweise als Ergebnis
eines Krankheitszustands oder einer Arzneimittelbehandlung, einem
Kontakt mit einem potentiell toxischen Material oder einer Veränderung
in der Umgebung (beispielsweise Nährstoffspiegel, Temperatur,
Zeitdauer). Die schnelle Identifizierung von unterschiedlich exprimierten
Proteinen kann in Richtung der Aufklärung von neuen Krankheitsmechanismen,
der Ermittlung von Arzneimittel-Wirkungsmechanismen
und der Untersuchung der Arzneimitteltoxizität angewendet werden. Das Verfahren
umfasst die Ausführung
von zwei entgegengesetzt zusammenwirkenden Markierungsexperimenten parallel
auf zwei unterschiedliche Proben, die jeweils eine Proteinpopulation
enthalten. Die zwei unterschiedlichen Proben werden daher als Referenz-
und Experimentalproben bezeichnet. Diese Proben können sich
im Zelltyp, Gewebetyp, Organellentyp, physiologischen Zustand, Krankheitszustand, Entwicklungszustand,
Umgebungs- oder Ernährungsbedingungen,
chemischen oder physikalischen Stimuli oder Zeitperioden unterscheiden.
Beispielsweise können
die Referenz- und Experimentalproben jeweils normale Zellen und
Krebszellen, jeweils eine Behandlung ohne und mit einem Arzneimittel
und dergleichen darstellen.
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Das
Verfahren umfasst die Bereitstellung von zwei gleichen Proteinpools
jeweils aus der Referenz- und der Experimentalprobe. Jeder Proteinpool wird
dann mit einem Proteinmarkierungsreagenz markiert, das im wesentlichen
chemisch identisch ist, außer
dass es sich in der Masse durch die Einarbeitung eines entweder
schweren oder leichten Isotops unterscheidet. Das Isotop kann ein
stabiles Isotop oder ein radioaktives Isotop sein. Die Einarbeitung
eines stabilen Isotops in das Proteinmarkierungsreagenz ist bevorzugt,
da es über
die Zeit stabil ist und hierbei die Variationen aufgrund von Handhabung
minimiert und so genauere, quantitative Messungen bereitstellt und
umweltfreundlicher ist, als ein radioaktives Isotop.
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Im
Hinblick auf die Markierung der Proteinpools wird jeweils ein Proteinpool
der Referenz- und der Experimentalproben mit einem isotopisch schweren
Proteinmarkierungsreagenz unter Bildung eines isotopisch schwer
markierten Referenzpools und eines isotopisch schwer markierten
Experimentalpools markiert. Der verbleibende Pool aus jeweils den
Referenz- und Experimentalproben wird mit einem isotopisch leichten
Proteinmarkierungsreagenz unter Bildung eines isotopisch leicht
markierten Referenzpools und eines isotopisch leicht markierten
Experimentalpools markiert.
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Das
Proteinmarkierungsreagenz kann jedes geeignete Reagenz sein, das
zur Markierung von Proteinen verwendet wird. Das Isotop ist im Reagenz enthalten
und wird so in die Proteine eingeführt. Die Markierung kann chemisch,
metabolisch, proteolytisch oder durch andere geeignete Mittel zur
Einarbeitung des Isotops in die Proteine erreicht werden.
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In
einer Ausführungsform
kann das Proteinmarkierungsreagenz ein Reagenz sein, das eine Gruppe
enthält,
die mit einer bestimmten funktionellen Gruppe eines Proteins reagiert,
das heißt
eine chemische Markierung des Proteins. Beispiele für reaktive
Gruppen von Proteinmarkierungsreagenzien umfassen die, welche mit
Sulfhydrylgruppen, Aminogruppen, Carboxylgruppen, Estergruppen,
Phosphatgruppen, Aldehyd- und Ketongruppen und dergleichen reagieren.
Beispiele für
Thiol-reaktive Gruppen sind unter anderem Nitrile, sulfonierte Alkyl-
oder Arylthiole, Maleimid, Epoxide und α-Halogenacylgruppen. Beispiele
für Amino-reaktive
Gruppen umfassen unter anderem, Isocyanate, Isothiocyanate, aktive
Ester, beispielsweise Tetrafluorphenylester und N-Hydroxysuccinimidylester,
Sulfonylhalogenide, Säureanhydride
und Säurehalogenide.
Beispiele für
Carbonsäure-reaktive
Gruppen umfassen unter anderem Amine oder Alkohole in Gegenwart
eines Kupplungsreagenzes, wie Dicyclohexylcarbodiimid oder 2,3,4,5-Tetrafluorphenyltrifluoracetat.
Beispiele für
Ester-reaktive Gruppen umfassen unter anderem Amine, die mit Homoserin
oder Lacton reagieren. Beispiele für Phosphat-reaktive Gruppen
umfassen unter anderem Chelat-gebundenes Metall, beispielsweise
Fe(III) oder Ga(III), das mit Nitriltriessigsäure oder Iminodiessigsäure im Chelat
gebunden ist. Aldehyd- oder Keton-reaktive Gruppen umfassen unter anderem
Amine und NaBH4 oder NaCNBH4,
wie sie in Chemical Reagents for Protein Modification von R. Lundbald
(CRC Press 1991) beschrieben sind.
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Ein
besonders brauchbarer Typ eines Proteinmarkierungsreagenzes ist
das einen Affinitätsanhang
enthaltende Reagenz. Die Verwendung eines Affinitätsanhang-enthaltenden
Reagenzes ist besonders vorteilhaft, da spezifische Klassen von
Proteinen, beispielsweise diejenigen, die Phosphatgruppen enthalten,
einer Affinitätsreinigung
unterzogen werden können,
die unerwünschte
Proteine eliminieren kann und hierbei die Komplexität der Proteinpools
verringert und ferner die bestimmten Proteinklassen anreichert.
Zusätzlich
können
solche einen Affinitätsanhang
enthaltenden Reagenzien auch unerwünschte Kontaminanten eliminieren,
die nicht kompatibel sind oder die eine Identifizierung der spezifischen
Proteine mit einer Massenspektrometrie maskieren würden. Beispielsweise
können
die obigen Proteinpools mit einem isotopisch schweren und isotopisch
leichten Biotin-enthaltenden Proteinmarkierungsreagenz biotinyliert
werden. Mit Biotin markierte Proteine, die in den Proteinpools vorkommen, können dann über eine
Biotin-Avidin-Chromatographie gereinigt werden. Dasselbe Prinzip
kann auf Peptide nach einer Proteolyse der markierten Proteingemische
angewendet werden, um bestimmte Peptidklassen anzureichern oder
die Gemischkomplexität
und so eine potentielle Wechselwirkung mit der Identifizierung von
spezifischen Proteinen mit der Massenspektrometrie zu reduzieren.
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Der
Affinitätsanhang
für die
selektive Isolierung eines Proteins oder Peptids, das mit einem
Proteinmarkierungsmittel modifiziert ist, kann zur selben Zeit wie
die Isotopeneinarbeitung oder in einer getrennten Reaktion vor oder
nach der Proteinisotopenmarkierung erfolgen. Im Fall eines spezifischen
Reagenzes mit Affinitätsanhang,
das als Isotopen-kodiertes Affinitätsanhangsreagenz (ICAT) bekannt
ist, wie dies von Gygi et al., siehe obige Literaturstelle beschrieben
ist, ist der Biotinaffinitätsanhang
Teil des Proteinmarkierungsreagenzes und wird so zur selben Zeit
eingeführt,
wie die Isotopenmarkierung. Johnson et al. und Shaler et al., 2001,
The 49th ASMS Conference on Mass Spectrometry
and Allied Topics, Chicago, Illinois, wobei beide Affinitätsanhänge beschreiben,
die vor einer Isotopenmarkierung durch eine Aminosäure-spezifische
Chemie eingeführt
werden. Nach der Affinitätsanreicherung
der den Anhang enthaltenden Proteine/Peptide, können die Isotopenmarkierungen
durch ein allgemeines Modifikationsschema eingeführt werden, wie N-terminale
Acylierung, C-terminale Veresterung oder Cysteinchemie, falls ein
abspaltbarer Anhang verwendet wird, wie dies beispielsweise in Johnson
et al., siehe obige Literaturstelle beschrieben ist. Eine Einführung eines Affinitätsanhangs
kann auch nach einer Isotopenmarkierung erfolgen. In solchen Beispielen
enthalten ist die Verwendung eines Cystein-spezifischen Biotinylierungsreagenzes
zur Umsetzung und Heraushebung von Cystein-enthaltenden Proteinen/Peptiden nachdem
ein allgemeines Markierungsverfahren ausgeführt wurde, wie eine N-terminale
Acylierung, C-terminale
Veresterung oder andere nicht-chemische Markierungsverfahren, wie
metabolische 15N-Markierung, wie sie beispielsweise in
Conrads et al., Anal. Chem. 2001, 73: 2132–2139 beschrieben ist.
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Ein
Beispiel für
ein spezifisches, einen Affinitätsanhang
enthaltendes Proteinmarkierungsreagenz, das zur Markierung von Proteinen
verwendet wurde, die aus unterschiedlichen Proben zur Untersuchung
der unterschiedlichen Proteinexpression stammen, ist das ICAT Reagenz,
wie dies in Gygi et al. siehe obige Literaturstelle und WO 00/11208
A beschrieben wurde. Die Struktur des ICAT Reagenzes besteht aus
drei funktionellen Elementen: 1) einem Biotinaffinitätsanhang,
2) einem Linker, der entweder H oder 2H
eingearbeitet aufweist und 3) einer Protein-reaktiven Gruppe, beispielsweise
einer Sulfhydryl-reaktiven
Gruppe. Im ICAT Verfahren werden die Seitenketten von Aminosäureresten,
beispielsweise Cysteinylresten, in einer reduzierten Proteinprobe
mit der isotopisch leichten Form des ICAT Reagenzes modifiziert.
Dieselben Gruppen werden in einer zweiten Proteinprobe mit einer
isotopisch schweren Form des ICAT Reagenzes modifiziert. Die zwei
markierten Proteinproben werden kombiniert und dann unter Bildung
von Peptidfragmenten einer Proteolyse unterzogen, von denen einige
markiert sind. Die markierten (Cystein-enthaltenden) Peptide werden
durch Avidinaffinitätschromatographie
isoliert und dann abgetrennt und durch LC-MS/MS analysiert. Ein
Beispiel für
ein ICAT Reagenz ist Biotinyliodacetylamidyl-4,7,10-trioxatridecandiamin, das aus
einer Biotingruppe für
eine Affinitätsreinigung,
einem chemisch inerten Spacer, der isotopisch mit stabilen Isotopen für eine Massenspektrumsanalyse
markiert werden kann und einer Iodacetamidylgruppe zur Reaktion mit
Sulfhydrylgruppen auf Proteinen besteht, wie dies beispielsweise
in WO 00/11208 A beschrieben ist. Ähnliche Strategien können auf
die Verwendung von anderen Reagenzien angewendet werden, die unterschiedliche
reaktive Gruppen für
Proteine enthalten.
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In
einer anderen Ausführungsform
kann das Proteinmarkierungsreagenz ein Reagenz sein, das in das
Protein eingearbeitet werden kann, beispielsweise durch metabolische
Markierung der Proteinpools. Beispielsweise können die Proteinpools der Referenz-
und Experimentalproben unterschiedliche Zelltypen repräsentieren,
die in einem Kulturmedium kultiviert wurden, das eine isotopisch
schwer oder leicht markierte, assimilierbare Quelle enthält, wie
unter anderem Ammoniumsalze (beispielsweise Ammoniumchlorid), Glucose
oder Wasser oder eine oder mehrere isotopisch schwer oder leicht
markierte Aminosäuren,
beispielsweise Cystein, Methionin, Lysin usw., um markierte Proteine
bereitzustellen, die das schwere oder leichte Isotop einbauen, wie
jeweils 15N und 14N, 13C und 12C, 2H und H oder 35S
und 32S.
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In
einer besonders brauchbaren Ausführungsform
werden die Proteine als direktes Ergebnis einer Proteolyse markiert,
die mit dem Proteinmarkierungsreagenz 18O-
und 16O-markiertem Wasser ausgeführt wird,
wie dies in Rose et al., Biochem. J. 1983, 215: 273–277 und
Rose et al., Biochem. J. 1988, 250: 253–259 beschrieben ist und später detaillierter
beschrieben ist.
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Wenn
die Markierung der Pools abgeschlossen ist, wird der isotopisch
leicht markierte Referenzpool mit dem isotopisch schwer markierten
Experimentalpool unter Bildung eines ersten Gemisches kombiniert.
Der isotopisch schwer markierte Referenzpool wird dann mit dem isotopisch
leicht markierten Experimentalpool unter Bildung eines zweiten Gemisches
kombiniert. Demnach stammen im ersten Gemisch die isotopisch schwer
markierten Proteine vom Experimentalpool, während im zweiten Gemisch die
isotopisch schwer markierten Proteine vom Referenzpool stammen.
Durch die Isotopenmarkierung wird das identische Protein in den
Referenz- und Experimentalproben durch die Masse unterschieden, um
eine unabhängige
Detektion und einen quantitativen Vergleich zwischen den zwei Proben
durch geeignete Techniken zu erlauben, wie beispielsweise Massenspektrometrietechniken.
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Die
Proteine in den ersten und zweiten Gemischen werden vorzugsweise
enzymatisch oder chemisch in Peptide unter Verwendung von Proteasen,
beispielsweise Trypsin, Chemikalien, beispielsweise Cyanogenbromid
oder verdünnte
Säuren,
beispielsweise Chlorwasserstoff gespalten. Vorzugsweise werden die
markierten Proteine mit Trypsin verdaut. Typische Trypsin : Proteinverhältnisse
(Gewicht Gewicht), die zu jeder Proteinlösung gegeben werden, reichen
von etwa 1:200 bis etwa 1:20. Der Verdau kann bei etwa 37°C für etwa 2
bis etwa 30 Stunden ablaufen. Der Verdau der Proteine in Peptide kann
auch vor oder während
der Markierung von jedem der Proteinpools der Referenz- und Experimentalproben
ausgeführt
werden, wie dies später
detaillierter beschrieben ist. Der Verdauschritt kann eliminiert
werden, wenn kleine Proteine analysiert werden.
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Die
verdauten, markierten Peptide oder markierten Proteine aus den ersten
und zweiten Gemischen werden dann durch jede geeignete Technik detektiert,
die zur Detektion des Unterschieds in der Masse zwischen dem isotopenmarkierten
Peptid oder isotopenmarkierten Protein fähig ist, das aus den Referenz-
und Experimentalproben stammt. Vorzugsweise werden die verdauten
markierten Peptide oder markierten Proteine getrennt und anschließend durch
gut bekannte Fraktionierungstechniken, wie sie später beschrieben
sind, gekuppelt mit MS Techniken analysiert, die in der Technik
gut bekannt sind. Während
mehrere MS und Tandem MS (MS/MS) Techniken verfügbar sind und zur Detektion
der Peptide verwendet werden können,
sind die Matrix unterstütze
Laserdesorptionsionisations-MS (MALDI/MS) und die Elektrosprayionisations-MS
bevorzugt. Der quantitative Vergleich der getrennten, markierten Peptide
oder der getrennten, markierten Proteine wird durch die relativen
Signalintensitäten
für Peptid- oder
Proteinionen reflektiert, die die identische Sequenz aufweisen und
die mit dem isotopisch schwer und leicht markierten Proteinreagenz
markiert sind. Die chemisch identischen Peptid- oder Proteinpaare können leicht
während
eines massenspektrometrischen Durchlaufs sichtbargemacht werden,
da sie durch Chromatographie co-eluieren oder nahe zusammen eluieren
und sich in der Masse unterscheiden. Falls die Expression eines
Proteins herauf- oder herunterreguliert wurde, das heißt eine
wirkliche Verschiebung in den Signalintensitäten des leichten und schweren
Isotops im ersten Gemisch beobachtet wird, sollte das Inverse bei
der Analyse des zweiten Gemisches aufgrund einer inversen Markierung
beobachtet werden. Falls die Expression eines Proteins nach einer
Pertubation unverändert
bleibt, tritt kein signifikanter Unterschied im Markierungsmuster
zwischen den ersten und zweiten Gemischen auf. Demnach werden mit
der inversen Markierung anstelle der quantitativen Berechnung des
Verhältnisses
der isotopisch leichten zu den isotopisch schweren Signalen für jedes
Peptid, wie dies bei Isotopenmarkierungsmethoden des Stands der
Technik zur Identifizierung der unterschiedlich exprimierten Proteine ausgeführt wird,
zwei Datensätze
einfach verglichen, zum schnell Peptide mit solchen qualitativen
Veränderungen
zu identifizieren, die unterschiedlich exprimierte Proteine anzeigen.
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Selektive
massenspektrometrische Detektion kann auch zur selektiven Detektion
einer bestimmten Gruppe an Peptiden nach einem allgemeinen Markierungsschema
verwendet werden, wie durch Vorläuferionenscanning
zur Detektion von Phosphopeptiden oder Glycopeptiden, wie dies beispielsweise
in Wilm et al., Anal. Chem. 1996, 68: 527 beschrieben ist.
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Die
Sequenz eines oder mehrerer markierter, kleiner Proteine oder markierter
Peptide wird durch Standardtechniken bestimmt, beispielsweise Tandemmassenspektrometrie
(MS/MS) oder Post-Source Decay (PSD). Zumindest eine der Peptidsequenzen,
die von einem unterschiedlich exprimierten Protein stammt, zeigt
das Protein an und dessen Vorkommen in den Referenz- und Experimentalproben.
Zusätzlich
können
Peptidfingerabdruckdaten durch MS erzeugt werden. Anschließend können Daten,
die durch MS von Peptidfingerabdrücken generiert wurden oder
eine Peptidsequenzinformation zur Suche in einer Proteindatenbank
zur Proteinidentifizierung verwendet werden.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
des vorliegenden Verfahrens, wie es später beispielhaft dargestellt
wird, werden Proteinpools der Referenz- und Experimentalproben unter
Verwendung von Trypsin vorher oder gleichzeitig mit der Markierung
mit 18O- und 16O-Wasser
proteolytisch verdaut. Ein 18O-Atom und
ein 16O-Atom werden in den neu gebildeten
Carboxyterminus als Folge der Hydrolyse während der Proteolyse eingearbeitet.
Ein zusätzliches 18O und 16O kann
in die terminale Carboxygruppe durch einen Mechanismus eines durch Protease
katalysierten Austausches eingearbeitet wer den, wie dies beispielsweise
in Rose et al., 1988, siehe obige Literaturstelle beschrieben ist.
Daher werden nach einem Verdau durch Trypsin alle entstehenden Peptide
außer
die C-terminalen Peptide, denen Lys oder Arg am C-Terminus fehlen,
entweder mit einem oder zwei 18O- und 16O-Atomen am C-Terminus markiert (meistens
2, falls genug Zeit für
den Austausch vorhanden ist). Vor allem um das teure 18O-Wasser
zu sparen, wurde sowohl die Einarbeitung der 18O-Markierungen
während
oder nach der Proteolyse untersucht. Gemäß vorherigen Untersuchungen
können 18O-Markierungen in Peptide an der C-terminalen
Carboxygruppe durch einen Protease-katalysierten Austausch eingearbeitet
werden. (Siehe beispielsweise Rose et al., 1988, siehe obige Literaturstelle
und Schnolzer et al., Electrophoresis 1996, 17: 945–953.) Dies
wird durch die Beobachtung bestätigt,
dass die Mehrzahl der nicht-C-terminalen Peptide mehr als ein 18O-Atom aufgenommen hat, wenn ein Protein
in 18O-Wasser verdaut wird. Durch die Zugabe
eines sehr kleinen Volumens an 18O-Wasser
(~10 μl)
zu einem vollständig
getrockneten Peptidgemisch nach der Proteolyse (mit oder ohne der
Zugabe von zusätzlichem
Trypsin) und einer Ermöglichung
des Austausches bei Raumtemperatur für 5–12 Stunden, wird dasselbe
Ausmaß des 18O-Einbaus wie bei der Markierung während der Proteolyse
erreicht.
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Die
Markierung nach der Proteolyse kann sehr vorteilhaft sein, wenn
man mit Proteinen oder Peptidgemischen arbeitet, für die die
Verringerung des Volumens problematisch ist. Bei der Ausführung der
Markierung nach der Proteolyse kann der Verdau auf normale Weise
in einem normalen Wasserpuffer mit dem Zelllysat oder den Membranproteinen
ausgeführt
werden, ohne sich über
die Proteinausfällung während der
Konzentration oder der Verwendung einer großen Menge des teuren 18O-Wassers Sorgen machen zu müssen, um
eine überwiegende 18O-Umgebung für die Markierung zu erreichen.
Wenn die Proteine zu Peptiden proteolytisch verdaut wurden, ist
die Konzentrierung und Ausfällung
normalerweise ein geringeres Problem und der Markierungsprozess über den
durch Protease katalysierten Austausch kann mittels einer sehr kleinen
Menge an 18O-Wasser ausgeführt werden.
Ein weiterer Bereich, bei dem eine Markierung nach einer Proteolyse
sehr brauchbar sein kann, ist die Ausführung von 18O-Markierungsexperimenten
von durch Gel getrennten Proteinen über einen Verdau im Gel. Durch
die Ausführung der 18O-Markierung nach der Proteolyse wird die
erforderliche Menge an 18O-Wasser wesentlich
verringert, da die Markierung mit den getrockneten, extrahierten
Peptiden ausgeführt
wird. Im Gegensatz dazu wird die Markierung auf Gelen bei einer
Markierung während
der Proteolyse ausgeführt,
wo ausreichend 18O-Wasser verwendet werden
muss, um alle gequollenen Gelstücke
zu bedecken.
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Theoretische
Berechnungen mit Peptiden bis zu einer Größe von 3000 Da zeigen an, dass
eine Veränderung
von 2,5-fach oder höher
in der Proteinexpression wahrscheinlich erforderlich ist, um eine klare
und verlässliche
Beobachtung der charakteristischen 16O-/18O-Intensitätsumkehr oder Massenverschiebung
bei den Peptiden zwischen den zwei Experimenten zu erreichen. Demnach
wird in den später
beispielhaft dargestellten zwei Modellsystemen ein dreifacher Unterschied
zur Verwendung ausgewählt.
In beiden Fällen
werden die Peptide des charakteristischen inversen Markierungsmusters
klar detektiert und mit den Daten werden. die erwarteten Proteine
exklusiv aus den Datenbänken
identifiziert. In der Realität
wird bei einer unterschiedlichen Proteinexpression typischerweise
ein zweifacher oder größerer Unterschied
in den Expressionsmengen als statistisch signifikant betrachtet.
In einer typischen Proteomanalyse, die eine Erkrankung und normales Säugermaterial
umfasst, können
50–300
solcher einzigartigen oder unterschiedlich exprimierten Proteine identifiziert
werden, wie dies beispielsweise in Page et al., Drug Discovery Today
1999, 4: 55–62
beschrieben ist. Eine Ausschlussgrenze von fünffach oder mehr bei Proteinänderungen
kann angewendet werden, um auf die wichtigsten Proteine zu fokussieren.
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Zusätzliche
Fraktionierungsschemata auf Protein- oder Peptidebene können zur
Verringerung der Komplexität
der Proteine in den Referenz- und Experimentalproben und der Komplexität der Proteingemische
oder Peptidgemische, die das Massenspektrometer erreichen, erforderlich
sein, um die Wahrscheinlichkeit der Wechselwirkung von getrennten
Peptiden oder kleinen Proteinen zu verringern und somit die Detektion
der inversen Markierungsmuster und der Identifizierung der Proteine
zu verdeutlichen. Herkömmliche
Fraktionierungstechniken zur Verringerung der Komplexität der Proteingemische
umfassen unter anderem Ammoniumsulfatfällung, isoelektrische Fokussierung,
Größenausschlusschromatographie,
Ionenaustauschchromatographie, Adsorptionschromatographie, Umkehrphasenchromatographie,
Affinitätschromatographie,
Ultrafiltration, Immunfällung
und Kombinationen hiervon. Herkömmliche
Fraktionierungstechniken zur Verringerung der Komplexität von Peptidgemischen umfassen
unter anderem Größenausschlusschromatographie,
Ionenaustauschchromatographie, Adsorptionschromatographie, Umkehrphasenchromatographie,
Affinitätschromatographie,
Immunfällung
und Kombinationen hiervon. Beispielsweise können allgemeine Affinitätsverfahren
nach einem allgemeinen Markierungsschema angewendet werden, um eine bestimmte
Peptidklasse zu isolieren. Solche Beispiele umfassen die Verwendung
von immobilisierten Metallaffinitätssäulen (IMAC) zur Anreicherung
von Phosphopeptiden und die Verwendung von ConA Kügelchen
zur Isolierung von glycosylierten Peptiden, wie dies in Chakraborty
et al. und Regnier, 2001, The 49th ASMS
Conference on Mass Spectrometry and Allied Topics, Chicago, Illinois
beschrieben ist.
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Die
inverse Markierungsmethode ist schematisch in 1 gezeigt.
In diesem Verfahren wird jeder der zwei Proteinpools, die unterschiedlich
verglichen werden sollen (beispielsweise eine Kontrolle gegen einen
Erkrankungszustand) in zwei gleiche Portionen aufgeteilt. Eine Portion
von jedem der zwei Pools wird beispielsweise mit einem Reagenz,
das ein schweres Isotop enthält,
wie 18O durch das obige Verfahren markiert,
während
die verbleibende Portion nicht markiert wird, das heißt mit einem
leichten Isotop, wie 16O (1).
Dann wird eine Portion aus der Kontrolle und eine Portion aus der
Pertubationsprobe so kombiniert, dass im ersten Experiment die markierten
Proteine vom Pertubationspool stammen und im zweiten Experiment
die markierten Proteine vom Kontrollpool stammen. Falls die Expression
eines Proteins signifikant durch die Pertubation herauf- oder herabreguliert
wurde (das heißt
eine echte Verschiebung in den Signalintensitäten von 16O
und 18O in einer Analyse beobachtet wird)
sollte das Umgekehrte in der Analyse der anderen Probe aufgrund der
inversen Markierung beobachtet werden.
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Wie
in 1 gezeigt, wird die schnelle Identifizierung der
unterschiedlich exprimierten Proteine durch eine schnelle Identifizierung
der von diesen Proteinen stammenden Peptide erreicht, die das charakteristische
inverse Markierungsmuster zeigen. Für die meisten Proteine bleibt
der Expressionsspiegel nach der Pertubation unverändert, was
in einem ähnlichen
Mengenprofil von Pool 1 und Pool 2 widergespiegelt wird. Daher ist
in den Markierungsmustern zwischen den zwei inversen Markierungsexperimenten
kein signifikanter Unterschied (das heißt eine ähnliche Menge der 16O-
und 18O-Signale in beiden Experimenten)
und diese Signale können
im Prinzip durch die vergleichende Analyse der zwei Datensätze heraussubtrahiert
werden. Die C-terminalen Peptide ohne 18O-Markierung
werden ebenfalls heraussubtrahiert. Für ein Protein, bei dem die
Expressionsmenge signifikant durch die Pertubation nach oben oder
unten reguliert wurde, werden Veränderungen in den 16O-
und 18O-Signalintensitäten beobachtet.
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Wenn
die Kontrolle nicht markiert wird und die Pertubationsprobe 18O-markiert ist, ist das 18O-Signal
stärker,
falls das Protein herausreguliert wurde, wobei im Gegensatz dazu
das 16O-Signal stärker ist, falls eine Herabregulierung
stattgefunden hat. Das Umgekehrte wird in der zweiten Analyse beobachtet, bei
der die Markierung umgekehrt ist. In Abhängigkeit der Richtung der Umkehr
des Intensitätsverhältnisses
zwischen den zwei Analysen kann die Richtung der unterschiedlichen
Expression des Proteins (das heißt Heraufregulation oder Herabregulation)
bestimmt werden. Falls beispielsweise ein Protein durch einen Krankheitszustand
in Pool 2 im Vergleich zu Kontrollpool 1 wesentlich heraufreguliert
wird und wenn die Krankheitsprobe 18O-markiert
ist, werden höhere
Intensitäten
der 18O-Signale für alle Peptide, die von diesem
Protein stammen beobachtet, außer für das C-terminale
Peptid. Wenn die Markierung im zweiten Experiment umgekehrt wird,
worin der Kontrollpool 18O-markiert ist
während
der Krankheitspool nicht markiert ist, sind die 16O-Signale
für diese
Peptide stärker.
Daher findet eine 2/4 Da Abwärtsmassenverschiebung
des intensiveren Isotopenions zwischen den zwei inversen Markierungsexperimenten statt
(das heißt
vom 18O-Signal im ersten Experiment zum 16O-Signal im zweiten Experiment). In der
Realität
kann für
Peptide mit größeren Massen
(beispielsweise 1300 Da oder größer) die
Massenverschiebung zwischen den zwei Analysen des intensivsten Ions
als 1/3 Da statt 2/4 Da aufgrund der 13C-Interferenz detektiert
werden, falls die unterschiedliche Proteinexpression nicht ausreichend
signifikant ist, um den 13C-Effekt zu überwinden.
Die Massenverschiebung des intensivsten Isotopenions spiegelt hier
die Umkehr des Intensitätsverhältnisses
wider. Mit diesem Verfahren muss man, statt das Verhältnis der 16O- zu den 18O-Signalen
für jedes
Peptid quantitativ zu berechnen, nur die zwei Datensätze vergleichen und
die Peptide mit der charakteristischen Massenverschiebung identifizieren,
was schnell und potentiell automatisch erreicht werden kann. Die
Richtung der Verschiebung impliziert entweder eine Herauf- oder
Herabregulation der betroffenen Proteine.
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Bei
der Identifizierung von unterschiedlich exprimierten Proteinen überwindet
der inverse Markierungsansatz unter Verwendung jedes geeigneten Markierungsverfahrens
Schwierigkeiten, die bei anderen Ansätzen des Stands der Technik
inhärent sind,
die eine Massenspektrometrie verwenden, wie dies später beschrieben
ist.
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Jede
statistisch signifikante Veränderung
in der Proteinexpressionsmenge sollte ein inverses Markierungsmuster
in den inversen Markierungsexperimenten zeigen. Für eine metabolische 15N-Markierung
ist die Massenzunahme bei der Markierung eine Variable, die von
der Sequenz der Peptide abhängt
(mit einem Bereich von etwa 1,0–1,5%
des Peptidmolekulargewichts, im Mittel etwa 1,2%). Der variable
oder unvorhersagbare Massenunterschied macht es extrem schwierig,
die Peptidisotopenpaare mittels eines herkömmlichen Massenspektrometers zu
korrelieren, falls die Spektren hoch komplex sind. Die Verwendung
der ultrahoch auflösenden
FT ICR (Fouriertransformationsionencyclotronresonanz) MS wurde für die Messung
mit hoher Genauigkeit vorgeschlagen, um genaue Massenunterschiede
zwischen den Peaks zu erhalten und so die Isotopenpeptidpaare mit
hoher Zuverlässigkeit
zuzuordnen. Eine weitere mögliche,
aber unpraktikable Lösung
ist die Verwendung der Tandem-MS. Das Isotopenpaar der Peptide sollte
ein ähnliches
Fragmentierungsmuster aufweisen und so mit den MS/MS Daten korreliert werden
können.
Bei der Anwendung des inversen Markierungsverfahrens schaut man
auf die qualitativen Massenverschiebungen und nicht auf das Isotopenmuster
und auch nicht auf die genauen Massenverschiebungen. Daher besteht
keine starke Anforderung auf das Auflösungsvermögen der MS Geräte. Eine
Massenverschiebung wird leicht erkannt, auch wenn die Isotopenpeaks
für die
Peptidionen mit höheren Ladungszuständen mittels
eines Standardmassenspektrometers für die Einheitsauftrennung nicht
vollkommen getrennt sind. Die Beobachtung/Schlussfolgerung wird
ferner durch das ähnliche Fragmentierungsmuster
der MS/MS Daten unterstützt,
das im logischen anschließenden
Schritt im Verfahren zur Erzielung der Identifizierung der Proteine
erhalten wird. Bei den anderen Lösungen
würde man
eine doppelte Arbeit entweder durch die Messung der genauen Massenunterschiede
von mehreren Signalpaaren zur Auswahl eines am besten passenden
Paares oder durch Ausführung
der MS/MS auf alle Signale und der Auffindung eines korrelierten Paares
auf der Grundlage der Ähnlichkeit
des Fragmentierungsmusters ausführen
müssen.
Der Ansatz der Verwendung eines MS/MS Fragmentierungsmusters zur
Erreichung einer Korrelation der Isotopenpaare erfordert nicht nur
eine enorme Menge an Gerätezeit
zur Gewinnung der Daten, sondern erfordert auch einen großen Aufwand
bei der Verarbeitung der Daten (unmöglich, dies manuell zu machen). Es
würden
immer Schwierigkeiten auftreten, wenn ein Isotopensignal zu schwach
für eine
genaue Massenmessung oder die Gewinnung von brauchbaren MS/MS Daten
ist. Wenn keine inverse Markierung ausgeführt wird, ist die Zweideutigkeit
ein echtes Problem, wenn ungepaarte (Isotopen) Signale im Fall von
kovalenten Proteinveränderungen
oder extremen Expressionsunterschieden detektiert werden. Detektierte
ungepaarte Signale können
mit ungepaarten Peptiden/Proteinen oder chemischem Hintergrund verwechselt
werden. Eine qualitative Verschiebung wird mit einer inversen Markierung
beobachtet, falls eine echte Veränderung
bei einem Protein quantitativ oder qualitativ aufgetreten ist. Bei
dem Ansatz der inversen Markierung kann man jedes Massenspektrometer
mit Standardauftrennung verwenden und nur die minimalen, essentiellen
Daten gewinnen, um eine schnelle Identifizierung von unterschiedlich
exprimierten Proteinmarkern/Zielen ohne Zweideutigkeit zu erreichen.
Eine relative Quantifizierung der Expressionsmenge kann wieder nur
für die unterschiedlich
exprimierten Proteine (oder Proteine von Interesse) erforderlichenfalls
anschließend
ausgeführt
werden.
-
Die
folgenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung, sollen
aber den Umfang hiervon nicht beschränken.
-
BEISPIELE
-
Materialien
-
18-O Wasser (95% Atom) wird von Isotech Inc.
(Miamiburg, OH) bezogen.
-
13C-Algenproteinextrakt und 13C-15N-Algenproteinextrakt werden von Isotech
Inc. (Miamisburg, OH) bezogen.
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ICAT
Reagenz (sowohl leichtes D0 als auch schweres
D8) wird von Applied Biosystems (Cambridge,
MA) bezogen.
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Beispiel 1
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Inverse 18O-Markierung
unter Verwendung eines Modellsystems mit 8 Proteinen
-
Im
Handel erhältliche
Proteine wie BSA, Aldolase, Carbonsäureanhydrase, β-Casein,
Hühneralbumin,
Apotransferrin, β-Lactoglobulin
und Cytochrom C (Sigma) werden ohne weitere Reinigung verwendet.
Die 8 Proteine werden in einem molaren Verhältnis von 1:1:1:1:1:1:1:1 für den "Kontrollpool" und 0,3:3:1:1:1:1:1:1
für den "behandelten Pool" gemischt. Zwei identische
Aliquots, die jeweils 10 pmol der unveränderten Komponenten enthalten,
werden von jedem Pool entnommen und mittels einer Speedvac getrocknet.
Die 18O-Markierung wird mittels zweier Verfahren
während
der Proteolyse und der Postproteolyse ausgeführt. Für eine Proteolysemarkierung
wird eines der zwei getrockneten Aliquots mit 20 μl normalem
Wasser und das andere mit 20 μl 18O-Wasser rekonstituiert, wobei beide 50
mM Ammoniumbicarbonat enthalten. Trypsin (modifiziert, Promega)
wird mit einem 1:100 Trypsin-zu-Protein Verhältnis (Gewicht : Gewicht) zu
jeder Lösung
gegeben und der Verdau kann bei 37°C für ~20 Stunden ablaufen. Für die Markierung
nach der Proteolyse werden alle Trypsinverdaus in einem normalen
Wasser-Ammoniumbicarbonatpuffer
mit demselben Trypsin-zu-Protein Verhältnis für ~12 Stunden ausgeführt. Die
entstehenden Peptidgemische werden dann mit einer Speedvac vollständig getrocknet.
10 μl an 18O oder normalem Wasser werden jeweils zu
den getrockneten Peptidgemischen für die 18O-Markierung nach
der Proteolyse gegeben. Das Verfahren kann bei Raumtemperatur für ~12 Stunden
ablaufen. Vor der Analyse wird sowohl für die Markierung während der
Proteolyse als auch nach der Proteolyse die 16O-Kontrollprobe mit
der 18O-"behandelten" Probe und die 18O-Kontrollprobe mit der 16O-"behandelten" Probe gemischt.
Es wird dieselbe MS Analyse mit beiden Gemischen ausgeführt.
-
Beispiel 2
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Inverse 18O-Markierung
unter Verwendung eines Ganzzelllysats, das mit PTP (Protein-Tyrosin-Phosphatase)
versetzt ist.
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Etwa
5 × 107 geerntete CHO Zellen werden mechanisch
(Einfrieren/Auftauen) mittels eines Puffers lysiert, der 10 mM Tris,
1 mM EDTA, pH 7,4 enthält.
Das entstehende Zelllysat aus 2,5 ml mit 0,4 mg/ml Proteinkonzentration
wird in 4 Aliquots aufgeteilt. Zwei werden mit 10 pmol PTP-1B Protein
(intern exprimiert, Reste 1–298)
(PTP10) versetzt und die anderen zwei mit 30 pmol PTP-1B (PTP30).
Es wird Trypsin zu jeder Lösung
mit einem 1:100 (Gewicht : Gewicht) Trypsin-zu-Gesamtprotein Verhältnis gegeben,
um den Verdau zu starten. Die Proteolyse kann für ~12 Stunden bei 37°C ablaufen.
Die entstehenden Lösungen
werden zentrifugiert und der Feststoff wird verworfen. Die Lösungen werden
dann in einer Speedvac vollständig
getrocknet. Sowohl bei PTP10 als auch bei PTP30 wird jeweils eines
der identischen Aliquots mit 10 μl
an 18-O Wasser und das andere mit 10 μl an normalem
Wasser rekonstituiert. Der 18-O Einbau nach
der Proteolyse kann bei Raumtemperatur für ~12 Stunden ablaufen. Nach
der Analyse werden die 16O-PTP10 und 18O-PTP30 Proben gemischt und ebenfalls die 18O-PTP10 und 16O-PTP30 Proben. Jedes
Gemisch wird mit 100 μl
der mobilen Phase A (0,1% Ameisensäure – 0,01% TFA in Wasser) verdünnt und
durch ein 0,4 μm
Microcon-Filter filtriert. Das Filtrat wird auf LC/MS zur Analyse
injiziert.
-
Beispiel 3
-
LC/MS und LC/MS/MS Peptidanalyse
der invers 18O-markierten Peptidgemische
-
Die
MS Analyse der invers 18O-markierten Peptidgemische
wird durch LC-ESI MS mittels eines Finnigan LCQ Ionenfallenmassenspektrometers
ausgeführt.
Es wird eine 1,0 × 150
mm Vydac C18 Säule für die online
Peptidtrennung mit einem Gradienten aus 2-2-20-45-98-98% B bei 0-2-10-65-66-70
Minuten verwendet. Die mobile Phase A ist 0,1% Ameisensäure – 0,01%
TFA in Wasser und B ist 0,1% Ameisensäure – 0,01% TFA in Acetonitril.
Die Flussrate beträgt
50 μl/min.
Nach der LC Säule
wird der Fluss 9:1 aufgetrennt, wobei etwa 5 μl/min in die MS gehen und 45 μl/min für eine spätere Verwendung gewonnen
werden. Das LCQ Ionenfallenmassenspektrometer wird in einem datenabhängigen Modus gefahren,
das automatisch eine MS/MS mit dem intensivsten Ionen jedes Scans
ausführt,
wenn die Signalintensität
einen voreingestellten Grenzwert überschreitet. Erforderlichenfalls
werden die gesammelten Proben konzentriert und erneut unter Bildung
von MS/MS Daten analysiert, die nicht automatisch im ersten Lauf
für die
Peptide von Interesse gewonnen wurden. Die relative Kollisionsenergie
wird auf 45% eingestellt. Unter dieser Bedingung fragmentieren erfahrungsgemäß die meisten
Peptide. Ein 8 Da Fenster wird für
die Vorläuferionenselektion
verwendet.
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Beispiel 4
-
MALDI TOF MS Peptidanalyse
der invers 18O-markierten Peptidgemische
-
Die
Gemischproben werden einfach 1:3 bis 1:5 mittels der MALDI Matrixlösung (gesättigte α-Cyano-4-hydroxyzimtsäure in 50%
Acetonitril – 0,1% TFA)
verdünnt
und ~1 μl
der schließlichen
Lösung (enthält etwa
500 fmol basierend auf den unveränderten
Komponenten für
das Achtproteinsystem) werden auf das MALDI Ziel zur Analyse aufgetragen. Die
Analyse wird auf einem Bruker REFLEX III MALDI TOF Massenspektrometer
ausgeführt,
das im Reflektronmodus mit einer verzögerten Ionenextraktion gefahren
wird. Erforderlichenfalls wird auch ein Post Source Decay (PSD)
mit den Peptidionen von Interesse ausgeführt.
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Beispiel 5
-
Datenbanksuche der invers 18O-markierten Peptide
-
Die
Suchsoftware PROWL (Proteometrics, New York, NY) und MASCOT (Matrix
Science, London, UK) werden zur Suche in den Proteindatenbanken
zur Identifizierung von Proteinen mittels Peptidfingerabdrücken, MS/MS
Fragmenten und prozessierten PSD Spektren verwendet. Zur Suche mittels Peptidfinderabdruck
Information werden die Peptidionen, die ein inverses Markierungsmuster
oder eine Massenverschiebung von 2 oder 4 Da des am häufigsten
vorkommenden Isotopenions zwischen den zwei Markierungsexperimenten
aufweisen, auf der Grundlage der Massenverschiebung (nach oben oder
unten) aussortiert. Jede Liste wird getrennt für eine Datenbanksuche zur Identifizierung
der Proteine verwendet. Für
Suchen mittels Peptidsequenzinformation werden die MS/MS Spektren
eines Peptids aus den zwei inversen Markierungsexperimenten verglichen
und Y Ionen mit einer Massenverschiebung von 2 oder 4 Da werden
identifiziert. Diese Ionen werden alleine oder in Kombination mit
B Ionen verwendet, um unter Identifizierung der Proteine die Proteindatenbanken
zu durchsuchen. Eine iterative Suche, die die Daten der Peptidkarte
und MS/MS kombiniert, wird ebenfalls durchgeführt. Alle Ionen, die ein klares,
inverses Markierungsmuster in der Karte zeigen und durch Massenverschiebungen
von Fragmentionen in den MS/MS Daten unterstützt werden, werden identifiziert,
indem man zuerst ihre MS/MS Fragmente/Sequenzanfügungen verwendet. Die mit den
identifizierten Proteinen assoziierten Peptide werden dann aus der
Liste entfernt und es wird eine zweite Suchrunde mittels der Massen
der verbleibenden Peptide gestartet. Für die Ionen, für die keine überzeugende
Schlussfolgerung getroffen werden kann, wird eine zweite Analyse
mittels der gewonnenen Probe ausgeführt, um MS/MS Daten von ihnen
zu erhalten. Die entstehenden Daten werden auf dieselbe Weise verwendet,
um die Datenbanken bezüglich
einer Proteinidentifizierung zu durchsuchen.
-
Beispiel 6
-
MS Analyse der inversen 18O-Markierungsmethode mittels des Modelsystems
aus 8 Proteinen
-
Die
inverse 18O-Markierung und die MS Analyse
werden auf ähnliche
Weise ausgeführt,
wie dies in 1 mit dem aus 8 Proteinen bestehenden
Modellsystem gezeigt ist, worin BSA um den Faktor 3 "herunterreguliert" wird und Aldolase
um den Faktor 3 "heraufreguliert" wird. Bei einer
Analyse mittels eines LCQ mit einer anschließenden RP LC wird ein klar
inverses Markierungsmuster oder eine 2/4 Da Massenverschiebung für mehrere
Peptide beobachtet (2–3 (A, B)).
Nach einer Datananalyse werden schnell zwei Listen mit Peptidmassen
erstellt, die auf der Richtung der Massenverschiebung beruhen. Wenn
jede getrennt zum Durchsuchen der Datenbank verwendet wird, wird
nur die Aldolase mittels der Liste einer 2/4 Abwärtsverschiebung identifiziert, die
einer Hochregulation der Proteinexpression entspricht, während BSA
mittels der Liste der Aufwärtsmassenverschiebung
identifiziert wird, die eine Herabregulation der Proteinexpression
entspricht. MS/MS Spektren werden automatisch in einem datenabhängigen Modus
für wenige
der Peptide erhalten. Es wird auch ein iteratives Suchschema angewendet,
wobei die vereinigte Massenliste aller Verschobenen ohne Berücksichtigung
der Richtung der Verschiebung angewendet wird. Wenn ein Protein mit
hoher Sicherheit (in diesem Fall Aldolase), entweder mit der Massenliste
oder einem MS/MS Spektrum identifiziert ist, werden die damit zusammenhängenden
Peptide des Proteins von der Massenliste entfernt. Dann wird eine
zweite Suche mit der verbleibenden Liste zur Identifizierung des
zweithäufigsten Proteins
(in diesem Fall BSA) ausgeführt.
Als Konsequenz der inversen Markierung wird eine sehr reichhaltige
Information in die MS/MS Daten eingebettet. Zuerst sind, da die
Markierung am C-Terminus jedes Peptids eingeführt wurde, die Y Ionen in einem MS/MS
Spektrum die Fragmente, die die Markierung tragen und das charakteristische
inverse Markierungsmuster für
Proteine zeigen, die unterschiedlich exprimiert werden. Wie in den 2–3 (C,
D) gezeigt, wird für
Proteine, deren "Expressionsmenge" signifikant durch "Pertubation" geändert wird,
das inverse Markierungsmuster oder eine 2/4 Da Massenverschiebung,
die auf molekularem Ionenlevel an den Peptiden beobachtet werden
an die Y Ionen in den MS/MS Massenspektren weitergegeben. Die Beobachtung
des charakteristisch inversen Markierungsmusters der Fragmentionen
in den MS/MS Spektren liefert eine weitere Verifizierung und Bestätigung einer
unterschiedlichen Proteinexpression. Da die meisten Peptidfragmente
weniger Ladungen tragen, als das Elternmolekül (meistens einzeln geladen in
den in dieser Schrift gezeigten Figuren) ist die Massenverschiebung
deutlicher und daher leichter zu erkennen im Vergleich zu der des
mehrfach geladenen Vorläuferions.
Zweitens liefert das inverse Markierungsmuster, das in den Y Ionen
der MS/MS Spektren reflektiert wird, ein sehr leichtes Verfahren zur
Identifizierung von Y Ionen und B Ionen zur Interpretation eines
MS/MS Spektrums. Die Fragmente mit Massenverschiebungen sind Y und
Y-verwandte Ionen und die ohne Massenverschiebung sind B oder B-verwandte
Ionen. Obwohl die Interpretation nicht zum Durchsuchen der Datenbanken
mittels MS/MS Daten erforderlich ist, hilft eine angefügte Spezifität bei der
Erhöhung
der Effizienz und Genauigkeit der Proteinidentifizierung über eine
Datenbanksuche. Sowohl BSA als auch Aldolase werden positiv mittels der
MS/MS Daten und der Y/B Ionenzuordnungen (2–3)
identifiziert. Tatsächlich
werden alle erwarteten Proteine mittels der MS/MS Daten und der
Y/B Ionenzuordnungen (2–3 und 5–6)
identifiziert. Diese Vorteile sind wichtiger, wenn man mit neuen
Proteinen umgeht, bei denen eine de novo Sequenzierung erforderlich
ist. Die Fähigkeit
zur Zuordnung von Y und B Ionen erleichtert sehr stark das "Auslesen" der Sequenz aus
einem MS/MS Spektrum. Obwohl eine genaue Quantifizierung der Proteinexpression
nicht die beabsichtigte Verwendung des Verfahrens ist, ist die Information sowohl
mit MS als auch MS/MS Daten erhältlich,
falls man die Aufgabe durchführen
möchte
(das heißt
die Signalintensitäten
von 16O zu 18O nach
der Korrektur der natürlichen 13C-Isotopenverteilung). MALDI TOF MS, die
direkt auf das Gemisch ohne jede Trennung ausgeführt wird, führt zu einem Peptidkartenspektrum,
das deutliche Überlappungen
zeigt, die die Dateninterpretation erschweren (4 (A,
B)). Trotzdem kann das inverse Markierungsmuster immer noch für mehrere
Ionen beobachtet werden (4 (C, D)). Die PSD wird mit
wenigen Ionen ausgeführt und
die Proteine können
mittels der PSD Daten identifiziert werden (5).
-
Beispiel 7
-
MS Analyse der inversen 18O-Markierung mittels eines PTP-versetzten
Zelllysatsystems
-
Mit
dem Ganzzelllysatsystem, bei dem PTP-1B Protein in zwei verschiedenen
Mengen mit der Intention zur Nachahmung eines komplexen Proteingemischsystems
versetzt wird, werden viele Peptidsignale mit guten Signalintensitäten detektiert
(Daten nicht gezeigt). Sogar mit einer anschließenden On-line-LC-Trennung erwartet man deutliche Überlappungen
und beobachtet diese auch. Trotzdem werden, wenn die zwei Datensätze aus
der inversen Markierung analysiert und verglichen werden, einige Ionen
mit dem charakteristischen, inversen Markierungsmuster, primär mit einer
4 Da Verschiebung identifiziert (6 (A, B)).
Die getrennten und gewonnenen Proben werden einer zweiten Analyserunde
unterzogen, um ihre MS/MS Daten zu erhalten. Die MS/MS Daten mit
Y Ionen, die das inverse Markierungsmuster einer 4 Da Verschiebung
zwischen den zwei Parallelexperimenten zeigen, verifizieren/bestätigen die
Massenverschiebung, die mit den Vorläuferpeptiden beobachtet wird
und somit die unterschiedliche Expression des Proteins (6 (C, D)).
Eine Datenbanksuche mittels der leicht erkannten Y Ionen der Massenverschiebung
führt zur schlussfolgernden
Identifizierung des Proteins als humanes PTP-1B. In diesem bestimmten
Fall mit Ganzzelllysat liefert die MALDI MS Peptidkartierung erwartungsgemäß nicht
so viel brauchbare Information aufgrund der starken Überlappung
der Peptidsignale (Daten nicht gezeigt).
-
Im
Gegensatz zum metabolischen Markieren der Proteine während der
Zellkultur (13C/15N/2H) erfordert dieser Ansatz keine speziellen
Kenntnisse und/oder Einrichtungen. Die Analyse von Gewebeproteinen
und die Identifizierung der Marker-/Zielproteine von Geweben kann
leicht durchgeführt
werden. Im Gegensatz zur chemischen Markierung umfasst dieses Verfahren
keine zusätzlichen
Umsetzungs-/Aufarbeitungsschritte. Daher vermeidet es einen potentiellen
Probenverlust, der mit zusätzlichen Schritten
assoziiert ist. Ein weiterer Nachteil, der mit der für Reste
spezifischen chemischen Markierung assoziiert ist, nämlich die
hohe Wahrscheinlichkeit, posttranslationale Modifikationsinformation
zu verlieren, wird auch vermieden. Da zwei zusammenwirkende Analysen
mit der inversen Markierungsmethode ausgeführt werden, können Signale
ohne isotopische Gegendetektion entweder aufgrund von extremen Veränderungen
in der Expressionsmenge und der dynamischen Bereichslimitierung
der MS Detektion oder von kovalenten Modifikationen von Proteinen
ohne Zweifel identifiziert werden.
-
Beispiel 8
-
Inverse 15N-Markierung
unter Verwendung eines Modellsystems mit 2 Proteinen
-
Normales
und 15N-markiertes PTP Protein (1–298) und
normales und 15N-markiertes HtrA Protein
(161–373)
werden intern mittels Standardkulturbedingungen mit den 15N-markierten Materialien hergestellt, die
durch Fermentation von 15N-angereicherten Kulturmedien
hergestellt werden. Die Authentizität der Proteine und das Ausmaß des Isotopeneinbaus werden
durch MS der Proteinendprodukte ermittelt. Die Markierungsausbeute
beträgt
mehr als 90% für beide
Proteine gemäß den MS
Ergebnissen. Die Modellsysteme mit 2 Proteinen werden hergestellt
durch Zusammenmischen der zwei einzelnen Proteine, nämlich PTP
und HtrA, mit dem regulären 14N-Gemisch, das das Gemisch aus den zwei 14N-Proteinen ist, und dem 15N-Gemisch,
das das Gemisch der zwei 15N-markierten
Proteine ist. Die "Kontrolle" ist ein Gemisch
der zwei Proteine in einem molaren Verhältnis von 1:1. Die Materialien
des "behandelten" oder "veränderten
Zustands" werden
so hergestellt, dass sie vier unterschiedliche Stufen einer "unterschiedlichen Proteinexpression" für das PTP
Protein nachahmen, während
das Ausmaß der "Expression" von HtrA unverändert bleibt.
Die molaren Verhältnisse
von PTP : HtrA für
die vier "behandelten" Gemische sind 3:1, 100:1,
0,3:1 und 0,01:1, die jeweils eine dreifache und eine hundertfache
Heraufregulierung und eine dreifache und hundertfache Herabregulierung
nachahmen. Die normalen 14N-Gemische und
die markierten 15N-Gemische werden auf dieselbe
Weise hergestellt. Um die inversen Markierungsexperimente auszuführen, wird
ein Aliquot einer 14N-Kontrolle mit einem
Aliquot einer 15N-"behandelten" gemischt (die jeweils dieselbe Menge
eines HtrA Proteins enthalten), wobei die inverse Markierung durch
die Kombination der 15N-Kontrolle mit der 14N-"behandelten" auf dieselbe Weise
erreicht wird. (Somit werden für
jedes vergleichende Proteomanalyse-Experiment zwei inverse Markierungsgemische
hergestellt). Dasselbe Verfahren wird für alle vier "unterschiedlichen" Stufen ausgeführt. Der
anschließende
Trypsinverdau wird mit allen Gemischen in einem 1:50 Trypsin-zu-Proteinverhältnis (Gewicht
: Gewicht) (modifiziertes Trypsin von Promega, Sequenzierungsreinheit)
bei 37°C für ~7 Stunden
in 50 mM Ammoniumbicarbonatpuffer ausgeführt (die zwei Proteine lassen
sich unter diesen Bedingungen bekanntermaßen ohne vorherige Reduktion
und Alkylierung verdauen). Eine MS Analyse sowohl mittels MALDI
als auch Elektrospray LC/MS wird mit allen Peptidgemischen ausgeführt. Aliquots,
die jeweils 10 pmol HtrA Peptide enthalten, werden für die LC/MS
Analyse verwendet.
-
Beispiel 9
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Inverse 15N-Markierung
unter Verwendung von Algenzelllysaten die mit PTP Protein versetzt
sind
-
1
ml einer Lösung,
die 6 M Guanidin HCl – 50 mM
Tris – 50
mM NaCl pH 7,4 enthält,
wird jeweils zu 10 mg eines 13C-Algenproteinextrakts
und eines 13C-15N-Algenproteinextrakts
gegeben. Die Gemische werden gevortext und für 40 Minuten zur Solubilisierung
der Proteine ultrabeschallt. Nach der Zentrifugation bei 20 000
Upm für
20 Minuten werden die Überstände für eine weitere
Verwendung entnommen. Eine große
Menge an unlöslichem
Material wird verworfen. 10 mM DTT wird zu den Lösungen gegeben und die Reduktionsreaktion
wird für
1 Stunde bei 50°C
fortgesetzt. Die Cysteinalkylierung wird durch die Zugabe von 40
mM Iodessigsäure-Natriumsalz ausgeführt, wonach
bei Raumtemperatur im Dunkeln für
1 Stunde geschüttelt
wird. Ein Centricon-Filter mit 1 kDa Molekulargewicht Ausschlussgrenze
wird anschließend
verwendet, um den Überschuss
an Reagenzien zu entfernen und den Puffer mit 50 mM Ammoniumbicarbonat
auszutauschen. Die Proteinkonzentration der Extrakte wird mittels
der Bradford Standardmethode gemessen. 10 pmol des normalen PTP
Proteins wird zu einem Aliquot an 13C-Algenproteinextrakt
zugesetzt, der etwa 0,05 mg Gesamtprotein enthält, um die 14N-"Kontrolle" herzustellen und 10
pmol 15N-PTP werden zu einem Aliquot an 13C-15N-Algenproteinextrakt
als 15N-"Kontrolle" zugesetzt, der etwa
0,05 mg Gesamtprotein enthält.
Für die "behandelten" Proben wird eine
dreifache Herabregulierung durch das Zusetzen von 3 pmol PTP zu einem
identischen Aliquot eines Algenextrakts erzeugt und eine hundertfache
Herabregulierung wird durch Zusetzen von 0,1 pmol PTP zu einem weiteren Aliquot
eines Algenextrakts hergestellt. Das 14N-Material
ist das Ergebnis der Zusetzung von 14N-PTP
zu dem Aliquot des 13C-Algenextrakts und
das 15N-Material wird durch Zusetzen von 15N-PTP zu einem Aliquot des 13C-15N-Algenextrakts hergestellt. Die inversen
Markierungsexperimente laufen auf dieselbe Weise ab, indem die Aliquots
der 14N-Kontrolle mit 15N-"behandelt" und der 15N-Kontrolle mit 14N-"behandelt" kombiniert werden. Ein Trypsinverdau
der vier entstehenden, inversen Markierungsgemische (zwei für unterschiedliche
Mengen) wird mit einem 1:100 Trypsin-zu-Proteinverhältnis (Gewicht
: Gewicht) bei 37°C
für ~16
Stunden in 50 mM Ammoniumbicarbonatpuffer ausgeführt. Alle Verdaus werden durch Elektrospray
LC/MS analysiert.
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Beispiel 10
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MALDI TOF MS Peptidanalyse
der invers 15N-markierten Peptidpemische
-
Alle
Verdaugemische der zwei Proteinmodellsysteme werden durch MALDI
TOF MS analysiert. Die Gemischproben werden 1:5 mittels der MALDI
Matrixlösung
(gesättigte α-Cyano-4-hydroxyzimtsäure in 50%
Acetonitril – 0,1%
TFA) verdünnt und
jeweils ~1 μl
der schließlichen
Lösungen
(enthalten etwa 500 fmol an HtrA Peptiden) wird auf das MALDI Ziel
zur Analyse aufgetragen. Die Analyse wird auf einem Bruker REFLEX
III MALDI TOF Massenspektrometer ausgeführt, das im Reflektronmodus
mit einer verzögerten
Ionenextraktion gefahren wird.
-
Beispiel 11
-
LC/MS und LC/MS/MS Peptidanalysen
der invers 15N-markierten Peptidgemische
-
Alle
Verdaugemische der Modellsysteme mit 2 Proteinen und die aus den
Algenmarkierungssystemen werden durch LC/MS-MS/MS analysiert. Die Analyse
wird durch Elektronenspray LC/MS mittels eines Finnigan LCQ Ionenfallenmassenspektrometers
ausgeführt.
Es wird eine 1,0 × 150
mm Vydac – C18
Säule für eine Online-Peptidtrennung
verwendet. Ein Gradientenprogramm von 2-20-45-98-89% B bei 0-10-65-66-70
Minuten wird verwendet. Die mobile Phase A ist 0,25% Ameisensäure in Wasser
und die mobile Phase B ist 0,25% Ameisensäure in Acetonitril. Die Flussrate
beträgt
50 μl/min.
Nach der Elution von der LC Säule
wird der Fluss 9:1 aufgeteilt, wobei etwa 5 μl/min in die MS gehen und 45 μl/min zur
späteren
Verwendung gesammelt werden. Das LCQ Ionenfallenmassenspektrometer
wird in einem Daten-abhängigen
Modus gefahren, wobei die MS/MS automatisch mit dem intensivsten
Ion jedes Scans ausgeführt
wird, wenn die Signalintensität
einen voreingestellten Grenzwert überschreitet. Erforderlichenfalls
werden die gesammelten Proben konzentriert und erneut unter Gewinnung
von MS/MS Daten analysiert, die nicht automatisch im ersten Lauf
für die
Peptide von Interesse gewonnen wurden. Die relative Kollisionsenergie
wird auf 45% eingestellt, bei der die meisten Peptide wirksam fragmentieren.
Ein 5 Da Fenster wird für
die Vorläuferionenselektion
verwendet.
-
Beispiel 12
-
Datenbanksuche der invers 15N-markierten Peptide
-
Die
Suchsoftware PROWL (Proteometrics, New York, NY) und MASCOT (Matrix
Science, London, UK) werden zur Suche der Proteindatenbanken zur
Identifizierung von Proteinen mittels Peptidfingerabdrücken und
MS/MS Fragmenten verwendet. Für die
Suche unter Verwendung der Peptidfingerab druckinformation werden
Peptidionen, die ein inverses Markierungsmuster zwischen den zwei
inversen Markierungsexperimenten aufweisen, auf der Grundlage der
Richtung der Massenverschiebung (zunehmend oder abnehmend) aussortiert.
Jede Liste wird getrennt für
eine Datenbanksuche zur Identifizierung der Proteine verwendet.
Für Suchen
mittels Peptidsequenzinformation werden die MS/MS Spektren eines
Peptids aus den zwei inversen Markierungsexperimenten verglichen
und ihre Korrelation wird weiter durch ihr ähnliches Fragmentierungsmuster
verifiziert/bestätigt.
Das MS/MS Spektrum des 14N-Peptids (geringer
in der Masse) wird zur Datenbanksuche für die Proteinidentifizierung
verwendet.
-
Beispiel 13
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MS Analyse für das inverse 15N-Markierungsverfahren mittels des Modellsystems
mit 2 Proteinen
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Es
wird eine direkte MALDI Analyse erfolgreich mit den Gemischen des
Modellsystems mit 2 Proteinen ausgeführt. Eine Off-line Kupplung
der Trennung (wie mit zweidimensionaler Chromatographie) und einer
MALDI TOF MS mit einem Verdau eines komplexen Proteingemisches (beispielsweise
einem Gesamtzelllysat) kann in jeder Fraktion die hier gezeigte
Situation widerspiegeln. Im Gegensatz zum inversen Markierungsverfahren
kann bei einer Anwendung eines Einzelexperimentansatzes sogar in Fällen, bei
denen die unterschiedliche Proteinexpression nicht so drastisch
ist, dass beide Isotopenpaare deutlich detektiert werden (beispielsweise
eine dreifache Veränderung, 7(A)), eine Korrelation von Isotopenpaaren
immer noch schwer zu erreichen sein, wie die, die im m/z Bereich
von 1550–1600
gezeigt ist. Jedoch können
durch einen Subtraktionsvergleich von zwei MALDI Spektren aus dem
inversen Markierungsexperiment (7–8 (A,
B)) die Signalpaare aus Proteinen ohne signifikante, differentielle
Expression heraussubtrahiert werden (wie die, die mit Pfeilen entlang
der horizontalen Achse markiert sind) und zu sehr viel einfacheren
Spektren für
eine leichtere Korrelation führen.
Wenn die unterschiedliche Proteinexpression nicht zu drastisch ist (beispielsweise
tausendfach oder weniger) und beide Isotopensignale detektiert werden,
wird leicht erkannt, dass die Umkehr des Signalintensitätsverhältnisses
die Korrelation unterstützt
(7 (A, B)). Falls keine inverse Markierung verwendet
wird, treten Fehler wahrscheinlicher bei der Korrelation von Isotopenpaaren
auf, wenn eine deutlichere unterschiedliche Expression aufgetreten
ist, so dass die schwächeren Isotopensignale
aufgrund der Limitation des dynamischen Bereichs in der MS Detektion
nicht detektiert werden. In dieselbe Kategorie fällt eine kovalente Veränderung
des Proteins als Ergebnis einer Pertubation, bei der kovalente Modifikationen
von Proteinen auftreten, wie eine Proteinprozessierung am Terminus
oder posttranslationale Modifikationen. Die die kovalenten Veränderungen
tragenden Peptide werden ohne das isotopische Gegenstück detektiert,
da die Modifikationen im Kontrollzustand nicht vorkommen. Die inverse
Markierung bietet eine einfache Lösung für diese Probleme. Obwohl eine
hundertfache Herabregulierung nicht drastisch genug ist, um die schwächeren Isotopensignale
vollständig
aus der Detektion verschwinden zu lassen, ist es ein gutes Beispiel,
um die Vorteile des Ansatzes zu demonstrieren. Wie in 8 gezeigt
(A, B) wird das inverse Markierungsmuster leicht nach einer subtraktiven Bereinigung
von Signalen von Proteinen ohne signifikant unterschiedliche Expression
erkannt. (Man sollte im Kopf behalten, dass der Bereich an Stickstoffatomen
pro Peptidsequenz normalerweise größer als 1% des Peptidmolekulargewichts
und kleiner als 1,5% des Peptidmolekulargewichts sein sollte und
im Mittel etwa 1,2% des Molekulargewichts beträgt). Die Verdaugemische aus
den Modellsystemen mit 2 Proteinen werden auch durch Elektrospray LMC/MS
(9 (a–c))
analysiert. Die Daten legen nahe, dass die Isotopenpaare keine signifikante Trennung durch
Umkehrphasenchromatographie zeigen. Ein schneller Vergleich der
zwei Grundpeakionenchromatogramme aus einem inversen Markierungsexperiment
(9(a)) führt zur schnellen Identifizierung
der Grundpeakpeptide des inversen Markierungsmusters (Massenverschiebungen)
oder von Proteinen mit unterschiedlicher Expression. Auf jeden Fall
muss man die MS Daten prozessieren, um andere Peptide des inversen
Markierungsmusters zu identifizieren, die in geringerer Menge vorkommen oder
mit den häufiger
vorkommenden Peptiden co-eluieren. Wenn die Peptidsignale mit einem
inversen Markierungsmuster identifiziert sind, werden die MS/MS
Daten analysiert, die automatisch in einem datenabhängigen Funktionsmodus
erhalten wurden. Ihr ähnliches
Fragmentierungsmuster würde
die Korrelation von Isotopenpaaren und so die korrekte Schlussfolgerung
einer unterschiedlichen Proteinexpression bestätigen. Die Daten werden dann
zur Suche in den Proteindatenbanken zur Proteinidentifizierung verwendet
(9(c)). In diesem Fall wird das PTP-1B
Protein leicht aus der Datenbank identifiziert. In der Praxis kann
bei der Bearbeitung eines komplexen Proteinsystems ein iteratives
Suchschema, das die Ionendaten mit dem inversen Markierungsmuster aus
der Peptidkarte und der MS/MS kombiniert, ausgeführt werden. Alle Ionen, die
ein klar inverses Markierungsmuster in der Karte zeigen und ferner
durch ähnliche
Fragmentierungsmuster der MS/MS Daten unterstützt werden, werden zuerst mittels
ihrer MS/MS Daten identifiziert (des 14N-Ions
oder einer geringeren Masse). Die mit den identifizierten Proteinen
assoziierten Peptide können
von der Peptidliste entfernt werden und es wird eine zweite Suchrunde mittels
der MS/MS Daten der verbleibenden Peptide mit einem inversen Markierungsmuster
gestartet. Für die
Ionen, für
die keine MS/MS Daten automatisch erhalten wurden, wird eine zweite
Analyse mittels der gewonnenen Probe unter Gewinnung ihrer MS/MS Daten
ausgeführt.
Die Daten werden dann auf dieselbe Weise für die Suche in den Datenbanken
zur Proteinidentifizierung verwendet.
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Beispiel 14
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MS Analyse der inversen 15N-Markierungsmethode mittels des versetzten
Algenzelllysatsystems
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Um
die Anwendung des Ansatzes auf ein komplexeres Gemisch zu demonstrieren,
wird PTP-1B Protein, sowohl unmarkiert als auch 15N-markiert,
zum Algenzelllysat gegeben, und jeweils 13C und 13C/15N in verschiedenen
Mengen (dreifache und hundertfache Herabregulierung), um die unterschiedliche
Proteinexpression nachzuahmen. Das inverse Markierungsexperiment
wird dann ausgeführt
und die Gemische werden durch LC/MS-MS/MS analysiert. Wenn zwei
Datensätze
aus jedem inversen Markierungsexperiment verglichen werden, werden mehrere
Ionen, die die charakteristischen, inversen Markierungsmassenverschiebungen
aufweisen, extrahiert (10 (A, B)). Die aufgespaltenen
und gesammelten Proben werden einer zweiten Analyse unterzogen,
um MS/MS Daten mit den Ionen zu erhalten, die das inverse Markierungsmuster
zeigen. Ihr ähnliches
Fragmentierungsmuster validiert klar die Massenverschiebung oder
das inverse Markierungsmuster, das mit den Vorläuferpeptiden erhalten wurde
und so die unterschiedliche Expression des Vorläuferproteins (10 (C,
D)). Eine Datenbanksuche mittels der MS/MS Daten des 14N-Peptids
führt zu
der ausschließlichen
Identifizierung des humanen PTP-1B Proteins.
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Beispiel 15
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Inverse ICAT Markierung
mittels eines Modellsystems mit 6 Proteinen
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Im
Handel erhältliche
Proteine wie BSA, Aldolase, β-Casein,
Apotransferrin, β-Lactoglobulin und
Cytochrom C (Sigma) werden ohne weitere Reinigung verwendet. Die
sechs Proteine werden in einem molaren Verhältnis von 1:1:1:1:1:1 für die "Kontrolle" und 0,3:3:1:1:1:1
für den "behandelten" Pool gemischt. Das
empfohlene Protokoll ist folgendes. Die Proteingemische der Kontrolle
und der "behandelten" Probe werden zuerst
reduziert und denaturiert. Dann wird eine ICAT Derivatisierung mittels
inverser Markierung (1) ausgeführt, wobei eine Hälfte des
Gemisches mit dem D0-ICAT Reagenz und die
verbleibende Hälfte
mit dem D8-ICAT Reagenz umgesetzt wird.
Die inverse Markierung läuft
durch Mischen der D0-Kontrolle mit der D8-"behandelten" und der D8-Kontrolle mit der D0-"behandelten". Der Trypsinverdau
wird dann mit beiden Gemischen mit einem 1:50 (Gewicht : Gewicht)
Trypsin-zu-Protein Verhältnis
für ~16
Stunden bei 37°C
ausgeführt.
Die entstehenden Peptidgemische gehen zuerst durch einen Kationenaustauschschritt,
um die überschüssigen Reagenzien,
Denaturierungsmittel und Reduktionsmittel usw. wegzureinigen. Dann
gehen sie durch eine Avidinsäule
zur Affinitätsanreicherung
der markierten (Cystein-enthaltenden) Peptide. Aliquots, die jeweils
10 pmol der unveränderten
Komponenten enthalten, werden aus jedem Pool entnommen und mittels
einer Speedvac getrocknet. Sie werden mit einer mobilen Phase A
vor der LC/MS und der MALDI TOF MS Analyse rekonstituiert.
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Beispiel 16
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LC/MS und LC/MS/MS Peptidanalysen
von inversen ICAT-markierten Peptidgemischen
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Die
MS Analyse der ICAT-markierten Peptidgemische (siehe Beispiel 15)
wird ausgeführt,
wie dies in Beispiel 3 beschrieben ist, außer dass ein 5 Da Fenster für die Vorläuferionenselektion
verwendet wird.
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Beispiel 17
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MALDI TOF MS Peptidanalyse
von invers ICAT-markierten Peptidgemischen
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Aliquots
der mittels Speedvac getrockneten Gemischproben aus Beispiel 15
werden demselben Verfahren unterzogen, wie dies in Beispiel 4 beschrieben
ist.
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Beispiel 18
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Datenbanksuche der invers
ICAT-markierten Peptide
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Die
Suchsoftware PROWL (Proteometrics, New York, NY) und MASCOT (Matrix
Science, London, UK) werden zur Suche der Proteindatenbanken zur
Identifizierung von Proteinen mittels Peptidfingerabdrücken und
MS/MS Fragmenten verwendet. Für die
Suche unter Verwendung der Peptidfingerabdruckinformation werden
Peptidionen, die ein inverses Markierungsmuster der Massenverschiebungen zwischen
den zwei inversen Markierungsexperimenten aufweisen, auf der Grundlage
der Richtung der Massenverschiebung (zunehmend oder abnehmend) aussortiert.
Jede Liste wird getrennt für
eine Datenbanksuche zur Identifizierung der Proteine verwendet.
Eine iterative Suche, die die Ionendaten der inversen Markieurngsmuster
aus der Peptidkarte und der MS/MS kombiniert, wird ebenfalls durchgeführt. Alle
Ionen, die ein klares, inverses Markierungsmuster in der Karte zeigen
und ferner in den MS Daten durch ihr ähnliches Fragmentierungsmuster
und Fragmente mit und ohne Massenverschiebungen unterstützt werden,
werden mittels ihrer MS/MS Fragmente identifiziert. Die mit den
identifizierten Proteinen assoziierten Peptide werden dann aus der
Liste entfernt und es wird eine zweite Suchrunde mittels der Massen
der verbleibenden Peptide mit inversen Markierungsmustern gestartet.
Für die
Ionen, für
die keine überzeugende
Schlussfolgerung getroffen werden kann, wird eine zweite Analyse
mittels der gewonnenen Probe ausgeführt, um MS/MS Daten von ihnen
zu erhalten. Die entstehenden Daten werden auf dieselbe Weise verwendet,
um die Datenbanken bezüglich
einer Proteinidentifizierung zu durchsuchen.
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Beispiel 19
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MS Analyse der inversen
ICAT Markierungsmethode unter Verwendung des Modellsystems mit 6
Proteinen
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Die
inverse Markierung und MS Analyse werden auf dieselbe Weise, wie
sie in 1 gezeigt sind, mit dem Modellsystem mit 6 Proteinen
ausgeführt, worin
BSA dreifach "herabreguliert" und die Aldolase dreifach "heraufreguliert" wird. Eine MALDI
TOF MS, die direkt mit dem Gemisch ohne Trennung ausgeführt wird,
zeigt immer noch deutlich, obwohl sie ein hohes Maß an Signalüberlappung
zeigt, wie die inverse Strategie hilft, die Peptidsignale schnell
zu identifizieren, die aus Proteinen mit einer unterschiedlichen
Expression abgeleitet sind. Ohne die inverse Markierungsstrategie
müsste
man ein einzelnes Spektrum (beispielsweise 11(A))
evaluieren und nach dem ±8/16/24
Da Paar für
jedes und alle Peptide suchen und eine Quantifizierung ausführen. Unter
Verwendung der inversen Markierungsstrategie muss man nur die zwei
Spektren übereinanderlegen
(11 (A, B)) und ein "fokussieren und herausfischen" zur Identifizierung
der Peaks ausführen,
die die charakteristische Massenverschiebung zwischen den zwei Spektren
zeigen. Sehr schnell (in diesem Fall nur einige Minuten) nach dieser
Ausführung
des qualitativen Vergleichs werden die Peaks des charakteristischen
inversen Markierungsmusters identifiziert (beispielsweise Massen-markierte
Peaks). Es ist ersichtlich, dass bei einer Anwendung der inversen
Markierung ein schneller quantitativer Vergleich der zwei Datensätze zur
schnellen Identifizierung der Peptide von Interesse führen kann.
Eine Quantifizierung und eine PSD oder MS/MS Analyse für eine Proteinidentifizierung
kann dann mit diesen Peptiden ausgeführt werden. Wenn die Proben
mittels einer LCQ mit einer unmittelbar anschließenden RP LC analysiert werden,
wird das charakteristische inverse Markierungsmuster der Massenverschiebung
auch deutlich bei mehreren Peptiden beobachtet (12 (A,
B)). Die Massenverschiebungen variieren in Abhängigkeit der Anzahl an Cysteinen
in der Sequenz und des Ladungszustands des detektierten Peptids. Nach
einer Datenanalyse werden schnell zwei Listen an Peptidmassen erzeugt,
die auf der Richtung der Massenverschiebung beruhen. Diese zwei
Listen werden zur Suche in der Datenbank verwendet. Die Aldolase
wird ausschließlich
mittels der Liste der Abnahme in der Massenverschiebung detektiert,
die einer Herabregulierung der Proteinexpression entspricht. Das
BSA wird mittels der Liste der zunehmenden Massenverschiebung identifiziert,
was einer Herabregulation der Proteinexpression entspricht. Man
erhält
MS/MS Spektren automatisch in einer datenabhängigen Weise für mehrere
Peptide. Um eine Breitbandspektrumsituation zu emulieren, bei der mehrere
Proteine herauf- oder herabreguliert werden, wird auch ein iteratives
Suchschema angewendet. In diesem Fall wird eine kombinierte Massenliste aller
Peptide, die eine Massenverschiebung zeigen, ohne Berücksichtigung
der Richtung der Verschiebung verwendet. Nachdem ein Protein mit
hoher Sicherheit entweder unter Verwendung der Massenliste oder
eines MS/MS Spektrums identifiziert ist (Aldolase im vorliegenden
System), werden alle Peptide, die von diesem Protein stammen, aus
der Massen liste entfernt. Das Verfahren wird dann wiederholt, um das
nächste
Protein zu identifizieren, das die Massenverschiebung zeigt (BSA
im vorliegenden Fall). Es sollte herausgestellt werden, dass zusätzliche
Information in den MS und MS/MS Daten enthalten ist. Die Massenverschiebungen
zeigen an, wie viele Cysteine in einer Sequenz vorhanden sind. Wenn
dies für
eine Datenbanksuche verwendet wird, hilft diese zusätzliche
Spezifität
die Kandidatenliste einzuengen und die Effizienz und Genauigkeit
der Suchergebnisse zu erhöhen.
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Es
ist verständlich,
dass verschiedene Modifikationen ausgeführt werden können, um
die Ausführungsformen
und/oder Beispiele zu verstehen, die hierin beschrieben sind. Daher
sollte die obige Beschreibung nicht als beschränkend, sondern als beispielsgebend
für die
bevorzugten Ausführungen
betrachtet werden.