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Die
vorliegende Erfindung betrifft Kulturmedien, Vorrichtungen und Verfahren
für den
Nachweis und die zahlenmäßige Bestimmung
von Mikroorganismen in einer Probe, insbesondere Medien, Vorrichtungen
und Verfahren, bei denen pH-Indikatoren mit Ballast verwendet werden.
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Verfahren
für den
Nachweis von Mikroorganismenwachstum, bei denen pH-Indikatoren verwendet werden,
sind seit langem bekannt. Das Vorhandensein von Mikroorganismen
wird üblicherweise
durch eine visuelle Farb- oder Fluoreszenzveränderung des pH-Indikators in
einem die wachsende Mikroorganismenkolonie umgebenden Hof nachgewiesen,
wobei diese Veränderung
durch die Reaktion des Indikators mit von den wachsenden Mikroorganismen
produzierter Säure
verursacht wird.
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Ein
häufiges
Problem bei der Verwendung von pH-Indikatoren besteht darin, daß die gefärbten oder fluoreszierenden
Indikatorhöfe
mit fortgesetzter Säureproduktion
der wachsenden Mikroorganismen größenmäßig zunehmen und es vorkommen
kann, daß sie
mit den Indikatorhöfen
der umgebenden Kolonien in der Nähe
zusammenzufließen
bzw. mit diesen zu überlappen
beginnen. Nach einer typischen Inkubationszeit von 18 bis 24 Stunden
diffundieren die nebeneinanderliegenden Indikatorhöfe typischerweise
miteinander, wodurch es schwierig wird, zwischen den einzelnen Indikatorhöfen, die
einzelnen Kolonien entsprechen, zu unterscheiden bzw. diese zahlenmäßig zu bestimmen.
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Die
deutsche Patentanmeldung DE-A-19617338 betrifft ein Verfahren und
eine Vorrichtung für
die Identifikation von Mikroorganismen, Pilzen und Kleinorganismen,
wobei Indikatorperlen verwendet werden. Die Indikatoren sind dauerhaft
an die Oberfläche
einer Perle gebunden, und es wird behauptet, daß statt einer Anzahl von Einzelplatten
eine einzelne Flüssigkultur
ausreicht, um den Organismus zu identifizieren.
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In
jüngster
Zeit wurde gezeigt, daß die
Verwendung von pH-Indikatoren in sehr hohen Konzentrationen die
Nachweiszeit für
coliforme Bakterien in einem Kulturmedium verkürzt, ohne sich negativ auf
das Bakterienwachstum auszuwirken. Hohe Kolonienzahlen können jedoch
trotz einer verkürzten
Nachweiszeit einen Beobachter daran hindern, zwischen Kolonien,
die Säure
produzieren, und Kolonien, die nicht Säure produzieren, unterscheiden
zu können,
da die Indikatorhöfe
während
der Inkubation größenmäßig zunehmen
und miteinander diffundieren können.
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Ein
weiteres mögliches
Problem bei der Auswahl von pH-Indikatoren besteht darin, daß manche
Indikatoren, die gute Indikations- und/oder Spektraleigenschaften
aufweisen, für
mikrobielles Wachstum toxisch sind.
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In
diesem Fachgebiet besteht ein Bedarf an Medien, die die Nachteile
des bekannten Stands der Technik überwinden und die das Ausbreiten
von Indikatorhöfen
bei der Verwendung von pH-Indikatoren begrenzen. Insbesondere besteht
ein Bedarf an Medien, Vorrichtungen und Verfahren zu ihrer Verwendung,
die das Ausbreiten von Indikatorhöfen bei der Verwendung von
pH-Indikatoren steuern.
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Ein
erster Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft ein Kulturmedium
umfassend ein Medium für
die Züchtung
von Mikroorganismen, einschließlich
eines pH-Indikators,
der chemisch an eine hydrophile Substanz mit hohem Molekulargewicht,
die einen wasserlöslichen
pH-Indikator mit Ballast bereitstellt, gebunden ist, wodurch das
Medium zur Züchtung
von Mikroorganismen ein hydratisiertes Wachstum unterstützendes
Nährstoffgel
bilden kann.
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Das
Medium weist Wachstumsnährstoffe
für die
Zielmikroorganismen auf, oder es werden Wachstumsnährstoffe
für die
Verwendung zugegeben. Vorzugsweise handelt es sich bei dem Medium
um ein kaltwasserlösliches
Pulver. In der vorliegenden Erfindung können verschiedene pH-Indikatoren
verwendet werden, darunter eventuell manche Indikatoren, die normalerweise
toxisch für
mikrobielles Wachstum sind. Zu den Indikatoren zählen Monoazofarbstoffe, Polyazofarbstoffe,
Amino-, Hydroxy- und
Aminohydroxyarylmethane, darunter Di- und Triarylmethane, modifizierte
Phenolphthaleine, modifizierte Sulfonphthaleine, Anthrachinone, Xanthene,
polycyclische Aromaten und Naphthofluoresceine. Zu den bevorzugten
Arten von Ballast zählen Substanzen
mit hohem Molekulargewicht aus der Gruppe Cellulose, modifizierte
Cellulosen, Polyvinylalkohole, Dextrane, aminomodifizierte Dextrane,
Guargumme, modifizierte Guargumme, Xanthangumme und Johannisbrotkerngummen
sowie andere Polykohlenhydratgummen.
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In
einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung beinhaltet eine
Vorrichtung für
den Nachweis und/oder die zahlenmäßige Bestimmung von Mikroorganismen
ein wie oben beschriebenes Kulturmedium. Eine bevorzugte Vorrichtung
umfaßt
ein selbsttragendes wasserfestes Substrat, einen gegebenenfalls
vorhandenen Schaum-Abstandhalter
sowie einen Deckel.
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Bei
einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung beinhaltet ein
Verfahren für
den Nachweis und die zahlenmäßige Bestimmung
von Mikroorganismen in einer Probe die Schritte, daß man eine
Probe, von der vermutet wird, daß sie Mikroorganismen enthält, zu dem
obengenannten Kulturmedium zugibt, die Mikroorganismen in Gegenwart
des Kulturmediums züchtet
und eine Farb- oder
Fluoreszenzveränderung
des pH-Indikators in dem Kulturmedium nachweist.
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Mit
der vorliegenden Erfindung werden Nachteile des Stands der Technik
dadurch überwunden,
daß man
die Ausbreitung der gefärbten
oder fluoreszierenden Indikatorhöfe über ein
Kulturmedium steuert. Die Steuerung der gefärbten oder fluoreszierenden
Indikatorhöfe
wird dadurch erzielt, daß man
den pH-Indikator an einen Ballast bindet. Überraschenderweise steuern
diese mit Ballast versehenen pH-Indikatoren die Ausbreitung der
Indikatorhöfe
in dem Kulturmedium, ohne sich auf die Säureproduktionsfähigkeit
der Kolonien in dem Medium negativ auszuwirken. Das Zusammenfließen von
nebeneinanderliegenden Indikatorhöfen wird so reduziert oder
ausgeschaltet, und die Differenzierung zwischen einzelnen Indikatorhöfen kann
auch nach längerer
Inkubationszeit verbessert sein.
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Die
vorliegende Erfindung stellt auch Medien, Vorrichtungen und Verfahren
bereit, die die Verwendung von pH-Indikatoren, die normalerweise
als toxisch für
mikrobielles Wachstum gelten würden,
gestatten. Dadurch, daß die
pH-Indikatoren mit Ballast versehen werden, können die Indikatoren möglicherweise
nichttoxisch auf die Mikroorganismen wirken.
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1 ist
eine Darstellung einer Vorrichtung mit einer Dünnschichtkulturplatte, die
das erfindungsgemäße Kulturmedium,
das einen mit Ballast versehenen pH-Indikator umfaßt, enthält.
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Die
vorliegende Erfindung stellt Medien, Vorrichtungen und Verfahren
bereit, die für
den Nachweis und die zahlenmäßige Bestimmung
von Mikroorganismen in einer Probe verwendet werden können. Obwohl
für den
Nachweis und die zahlenmäßige Bestimmung
von Mikroorganismen in einer Probe verschiedene Produkte und Verfahren
verwendet werden können,
wird mit den erfindungsgemäßen Medien,
Vorrichtungen und Verfahren solch ein Nachweis und eine zahlenmäßige Bestimmung
von Mikroorganismen wesentlich dadurch vereinfacht, daß man Indikatoren
mit Ballast verwendet. Mit den Kulturmedien, Vorrichtungen und Verfahren
können
nicht nur rasch Ergebnisse bestimmt werden, sondern auch klar abgegrenzte
Indikatorhöfe
auch nach einer längeren
Inkubationszeit aufrechterhalten werden.
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Außerdem kann
die vorliegende Erfindung gegebenenfalls die Verwendung von pH-Indikatoren
gestatten, die über
erwünschte
Spektraleigenschaften und pH-Indikatoreigenschaften verfügen, jedoch
für Mikroorganismen
toxisch sind. Dadurch, daß diese
Indikatoren mit Ballast versehen werden, kann gegebenenfalls solch
eine Toxizität
dadurch verringert oder ausgeschaltet werden, daß der Indikator am Eindringen
in die Mikroorganismenzelle und so am Verursachen von verringerter
Aktivität
oder Zelltot gehindert wird.
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Für die Zwecke
der vorliegenden Erfindung bedeutet „Ballast" eine hydrophile Substanz mit hohem Molekulargewicht,
die chemisch an einen pH-Indikator bindet, jedoch die Funktion des
pH-Indikators nicht wesentlich behindert. Ein „pH-Indikator mit Ballast" bedeutet einen pH-Indikator,
an den chemisch ein Ballast gebunden ist. „Mit Ballast versehen" bedeutet, einen
Ballast an einen pH-Indikator zu binden. „Indikatorhof" bedeutet eine typischerweise
kreisrunde Region, die eine wachsende Mikroorganismenkolonie umgibt
und die aufgrund der Reaktion der von der Kolonie produzierten Säure mit
einem pH-Indikator eine unterschiedliche Farbe oder Fluoreszenz
als das umgebende Kulturmedium aufweist. Je stärker die Diffusion oder Ausbreitung des.
Indikators über
das Medium eingeschränkt
wird, desto kleiner wird der entstandene „Indikatorhof". Die Indikatorhöfe unterscheiden
sich daher im allgemeinen visuell in ihrem Erscheinungsbild vom
Rest des Kulturmediums.
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Die
vorliegende Erfindung beinhaltet ein wie oben definiertes Kulturmedium
mit einem pH-Indikator mit Ballast. Es eignen sich verschiedene
Kulturmedien für
die Verwendung bei der vorliegenden Erfindung. Je nach den Zielmikroorganismen
enthält
das Medium verschiedene Nährstoffe,
oder es werden ihm Nährstoffe zugesetzt.
Ein typisches Kulturmedium umfaßt
eine Kohlenstoffquelle wie ein Kohlenhydrat, eine Stickstoffquelle
wie Aminosäuren
oder Proteinhydrolysate, sowie Spurennährstoffe. Das Kulturmedium
kann auch mindestens ein Geliermittel beinhalten. Ein bevorzugtes
Medium ist ein kaltwasserlösliches
Pulver, wie z.B. gemäß US-Patent
Nr. 5,232,838.
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Bei
den Ballasten der vorliegenden Erfindung handelt es sich um hydrophile
Substanzen mit hohem Molekulargewicht. Diese Substanzen sind zu
einer Bindung an einen pH-Indikator fähig. Vorzugsweise weisen die
Ballaste mindestens eine reaktionsfähige funktionelle Gruppe, wie
eine Hydroxy-, Carboxyl- oder Aminogruppe, auf, die chemisch an
den pH-Indikator bindet. Vorzugsweise liegt das Molekulargewicht
des Ballasts über
ungefähr
5000, stärker
bevorzugt liegt das Molekulargewicht über ungefähr 40 000. Zu geeigneten Arten von
Ballast, die sich für
die vorliegende Erfindung eignen, zählen Cellulosen, modifizierte
Cellulosen, Polyvinylalkohol (PVA), Dextrane, aminomodifizierte
Dextrane, modifizierte Guargummen, Guargummen, Xanthangummen und
Johannisbrotkerngummen, wobei Polyvinylalkohol und aminomodifizierte
Dextrane aufgrund der guten Reaktionsfähigkeit dieser Arten von Ballast
mit pH-Indikatoren bevorzugt sind. Weiterhin zählen zu pH-Indikatoren mit
Ballast solche mit Ballaste, die relativ leicht in verschiedene
Medien eingearbeitet werden können.
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Bei
der vorliegenden Erfindung können
verschiedene pH-Indikatoren verwendet werden. Geeignete Indikatoren
verändern
mit verändertem
Säuregehalt
des Kulturmediums ihre Farbe oder Fluoreszenz. Wenn eine Mikroorganismenkolonie
heranwächst,
produziert die Kolonie Säure,
die mit dem pH-Indikator unter Bildung eines die Kolonie umgebenden
Indikatorhofs reagiert, der eine unterschiedliche Farbe oder Fluoreszenz als
der Rest des Kulturmediums aufweist. So bildet der Indikator Carboxyphenolrot
beispielsweise im allgemeinen ein rotgefärbtes Kulturmedium, das sich
mit steigendem Säuregehalt
nach Gelb verändert.
Zusätzlich
zu pH-Indikatoren mit Ballast, die ihre Farbe verändern, können auch
pH-Indikatoren mit Ballast, die ihre Fluoreszenz verändern, in
den erfindungsgemäßen Kulturmedien,
Vorrichtungen und Verfahren verwendet werden. Bei solchen mit Ballast
versehenen pH-Indikatoren fluoreszieren die Indikatorhöfe in Gegenwart
von größeren Säuremengen,
während
das Kulturmedium, das nicht in Kontakt mit erhöhten Säuremengen steht, nicht fluoresziert.
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Zu
geeigneten pH- oder Säure-Basen-Indikatoren,
die sich für
die vorliegende Erfindung eignen, zählen Indikatoren, die im allgemeinen
in Monoazofarbstoffe, Polyazofarbstoffe, Amino-, Hydroxy- und Aminohydroxyarylmethane
(Di- und Triarylmethane), modifizierte Phenolphthaleine und Sulfonphthaleine,
Anthrachinone, Xanthene, polycyclische Aromaten und Naphthofluoresceine
eingeteilt werden. Zu bevorzugten pH-Indikatoren zählen modifizierte
Phenolphthaleine und Sulfonphthaleine, Naphthofluoresceine sowie
die Monoazofarbstoffe. Zu repräsentativen
Farbstoffen aus den aufgeführten
Gruppen zählen
Carboxyphenolrot und Aminophenolrot (die beide modifizierte Sulfonphthaleine
sind), Methylrot, Ethylrot und 2-(2,4-Dinitrophenyl-azo)-6-[N-methyl-N-(2-hydroxysulfonyloxyethylsulfonyl)-amido]-1-naphthol-3-sulfonsäure („DNSA") (die alle Monoazofarbstoffe
sind), sowie CarboxySNARFTM und CarboxySNAFLTM (die beide Naphthofluoresceine sind).
DNSA-Indikator kann wie in US-Patent Nr. 4,029,598 (Neisius et al.)
hergestellt werden, und CarboxySNARFTM und
CarboxySNAFLTM sind von Molecular Probes,
Eugene, OR, USA, erhältlich.
Besonders bevorzugte Farbstoffe sind Carboxyphenolrot, Carboxychlorphenolrot,
Aminophenolrot, Aminochlorphenolrot, CarboxySNARFSTM, CarboxySNAFLSTM sowie DNSR. Verfahren für eine geeignete
Modifikation von Indikatorfarbstoffen, so daß eine entsprechende funktionelle
Gruppe für
die anschließende
kovalente Bindung an einen Ballast mit hohem Molekulargewicht verfügbar ist,
sind bekannt. So beschreibt z.B. die europäische Patentanameldung Nr.
0 519 198 A2 (Robotti) ein Verfahren für solch eine Modifikation von
verschiedenen pH-Indikatorfarbstoffen des Phthaleintyps.
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Im
allgemeinen kann für
die Bindung des Indikators an einen Ballast mit hohem Molekulargewicht
ein beliebiger pH-Indikator, der seine Farbe oder Fluoreszenz in
dem gewünschten
pH-Bereich für
den gewünschten
Mikroorganismus verändert
und der eine oder mehrere reaktionsfähige Gruppen besitzt, die nicht
in der Säure-Base-Reaktionschemie
des Indikators teilnimmt, verwendet werden. Vorzugsweise bindet
der pH-Indikator kovalent an den Ballast, ohne den pKa-Wert des
Indikators wesentlich negativ zu beeinflussen.
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Zu
besonders bevorzugten erfindungsgemäßen pH-Indikator- und Ballastkombinationen
zählen
aufgrund der Einfachheit der Reaktion sowie der Einarbeitung in
die Medien an Polyvinylalkohol gebundener DNSA-Indikator sowie an
ein aminomodifiziertes Dextran mit einem Molekulargewicht von ungefähr 40 000
oder darüber
gebundenes Carboxyphenolrot.
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Als
Hilfsmittel bei der Bindung des pH-Indikators an einen Ballast können Kopplungsmittel
verwendet werden. So können
z.B. Kopplungsmittel EDC [1-(3-Dimethylaminopropyl)-3-ethylcarbodiimid-hydrochlorid] und
HOBt (1-Hydroxybenzotriazol-hydrat) die kovalente Bindung der Carboxylgruppe
des Carboxyphenolrots an die Aminogruppe eines aminomodifizierten
Dextrans unterstützen.
Die Verwendung solcher Kopplungsmittel ist in „Advanced Organic Chemistry" [Fortgeschrittene organische
Chemie] von Jerry March, Wiley InterScience, 4. Ausgabe, 1992, S.
420–421,
beschrieben.
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Die
erfindungsgemäßen pH-Indikatoren
mit Ballast schränken
das Ausbreiten der Indikatorhöfe
in dem Kulturmedium ein bzw. begrenzen es. Ein gesteuertes Ausbreiten
der Indikatorhöfe
führt zu
kleineren oder stärker
abgegrenzten Indikatorhöfen,
die mit geringerer Wahrscheinlichkeit miteinander diffundieren und
so leichter voneinander unterschieden werden können. Ein geringeres Ausbreiten
der Indikatorhöfe
führt zu
einem einfacheren und genaueren Nachweis bzw. einer einfacheren
und genaueren zahlenmäßigen Bestimmung
der wachsenden Mikroorganismenkolonien. Das Ausbreiten der Indikatorhöfe ist besonders
dann ein Problem, wenn relativ viele säureproduzierende Kolonien vorliegen.
Die pH-Indikatoren mit Ballast können
sich auch für
die bessere Unterscheidung zwischen säureproduzierenden Kolonien
und denjenigen, die keine Säure
produzieren, in einer Mischprobe eignen.
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Die
erfindungsgemäßen pH-Indikatoren
mit Ballast können
gegebenenfalls auch die Toxizität
von pH-Indikatoren für
eine wachsende Mikroorganismenkolonie verringern oder ausschalten.
Der Grund dafür, daß die Toxizität verringert
ist, könnte
darauf zurückzuführen sein,
daß der
pH-Indikator mit Ballast nicht fähig ist,
in die Mikroorganismenzellen einzudringen. Es wird angenommen, daß der pH-Indikator
aus irgendeinem Grund, z.B. aufgrund seiner Größe, Ladung usw., nicht die
Zellmembran durchdringen kann. Dadurch, daß der pH-Indikator auf diese
Weise mit dem Molekül
als Ballast versehen wird, kann gegebenenfalls verhindert werden,
daß der
pH-Indikator in die Mikroorganismenzelle eindringt und zu verringerter
Zellaktivität
oder zum Zelltod führt.
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Für die Verwendung
in der vorliegenden Erfindung eignen sich viele Vorrichtungen. Jede
beliebige Vorrichtung, die die oben beschriebenen Medien beinhaltet
und sich für
den Nachweis und/oder die zahlenmäßige Bestimmung von Mikroorganismen
eignet, kann verwendet werden. 1 beschreibt
eine bevorzugte erfindungsgemäße Vorrichtung.
Anhand 1 wird ein Dünnschichtkulturgerät dargestellt.
Dünnschichtkulturgeräte sind
bereits in den US-Patenten Nr. 4,565,383, 5,089,413 und 5,232,838
beschrieben worden.
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Weiterhin
beinhaltet anhand von 1 das Dünnschichtkulturgerät 10 ein
Bauteil mit einem selbsttragenden, im wesentlichen wasserfesten
Substrat 12. Bei dem Substrat 12 handelt es sich
vorzugsweise um ein relativ steifes Material aus einem wasserfesten
Material wie Polyester, Polypropylen oder Polystyrol, das nicht wesentlich
Wasser absorbiert. Zu weiteren geeigneten wasserfesten Materialien
zählen
Substrate wie Papier mit einer wasserfesten Polyethylenbeschichtung.
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Eine
Oberfläche
des Substrats 12 wird mit einer Schicht Kulturmedium 14 beschichtet,
und dieses wird anschließend
getrocknet, wodurch man ein trockenes Medium auf Substrat 12 erhält. Man
kann jedoch auch ein Substrat 12 mit einer Klebstoffschicht
(nicht dargestellt) beschichten, die dazu dient, ein Kulturmedium,
das in Pulverform aufgetragen werden kann, aufzunehmen. Die Klebstoffe
sind vorzugsweise im hydratisierten Zustand so durchsichtig, daß man die
auf der Oberfläche
des Substrats wachsenden Bakterienkolonien durch das beschichtete
Substrat hindurch beobachten kann. Das Substrat wird mit dem Klebstoff
so dick beschichtet, daß das
Substrat im wesentlichen einheitlich mit trockenem Kulturmedium
beschichtet werden kann, ohne das Medium vollständig in dem Klebstoff einzubetten.
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Soll
das flüssige
erfindungsgemäße Kulturmedium
in trockener Form oder als Trockenpulver verwendet werden, so werden
die Reagenzien, Nährstoffe,
Gummen, und der pH-Indikator mit Ballast in Form einer Flüssigkeit
zu dem Substrat zugegeben und anschließend getrocknet. Das erfindungsgemäße Kulturmedium kann
leicht dadurch getrocknet werden, daß man Flüssigmedium in einem Ofen auf
ungefähr
100°C erhitzt,
bis im wesentlichen alles Wasser in der Flüssigkeit verdampft ist. Wird
das Medium jedoch erhitzt, nachdem das Wasser verdampft ist, so
kann das Medium beginnen, sich zu zersetzen.
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Ein
optionaler Schaum-Abstandhalter 16 mit einer Öffnung in
dem Schaum wird auf die mit Medium beschichtete Oberfläche des
Substrats 12 fixiert. Der Schaum-Abstandhalter, der im
wesentlichen die Umgebung des Substrats 12 bedeckt, definiert
diejenige Fläche,
die mit einer Probe zu inokulieren ist und dient dazu, die Probe
vom Substrat abzuhalten. In einer anderen Ausführungsform kann eine Vorrichtung
keine Schaumschicht beinhalten, und die Probenmenge wird auf dem
Substrat nur durch die Komponenten des Mediums gehalten.
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An
eine Kante der Oberfläche
des Schaum-Abstandhalters 16 kann eine Abdeckung 20 befestigt
sein. 1 zeigt ein Abdeckblatt 20, das vorzugsweise
aus einem durchsichtigen Film- oder Folienmaterial besteht, um das
Auszählen
von auf dem Substrat befindlichen Bakterienkolonien zu erleichtern.
Außerdem
ist das Abdeckblatt 20 vorzugsweise für Bakterien und Wasserdampf
undurchlässig,
um die Gefahr zu vermeiden, daß die
Bestandteile kontaminiert werden und verderben. Ein bevorzugtes
Material für
ein Abdeckblatt 20 ist biaxial orientiertes Polypropylen.
Das Abdeckblatt wird gegebenenfalls mit zusätzlichen Gummen und mit einem
zweiten Indikator, wie Triphenyltetrazoliumchlorid (TTC), beschichtet.
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Bei
den erfindungsgemäßen Verfahren
wird die Probe zu einem wie oben beschriebenen Medium zugegeben.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform
wird die Probe zu einer Vorrichtung, wie der in 1 dargestellten
Vorrichtung, die ein erfindungsgemäßes Medium beinhaltet, gegeben.
Das Inokulum kann über
das Substrat 12 ausgestrichen werden, und eine Abdeckung
kann über
das Substrat 12 gelegt werden. Ein Verfahren für das Ausstreichen
des Inokulums beinhaltet die Verwendung eines beschwerten Werkzeugs,
das sich über
die Abdeckung bewegt und das Inokulum ausstreicht. Bei trockenen
Medien hydratisiert das Medium beim Kontaktieren des Inokulums und
seiner Ausbreitung auf dem Substrat 12 und bildet so ein
Wachstum unterstützendes
Nährstoffgel.
Die inokulierte Vorrichtung wird dann über einen vorbestimmten Zeitraum
inkubiert, wonach die Anzahl der Kolonien oder Mikroorganismen,
die auf dem Substrat wachsen, gezählt werden kann.
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Obwohl
die Verwendung des Kulturmediums, das pH-Indikatoren mit Ballast
auf einer Dünnschichtvorrichtung
enthält,
oben beschrieben ist, wird dem Durchschnittsfachmann klar, daß das Kulturmedium,
das pH-Indikatoren mit Ballast enthält, in anderen fachbekannten
Kulturvorrichtungen verwendet werden kann. So kann das Kulturmedium
z.B. als Bouillon verwendet werden und für die Züchtung von Bakterien in Suspension verwendet
werden, oder das Kulturmedium kann für die Züchtung von Bakterien auf Agarplatten
verwendet werden.
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BEISPIELE
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Die
folgenden Beispiele werden zum besseren Verständnis der vorliegenden Erfindung
bereitgestellt und sollen deren Schutzumfang nicht einschränken. Falls
nicht anders angegeben, sind alle Teile und Prozente Gewichtsteile
bzw. Gewichtsprozente.
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Beispiel 1
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Herstellung eines pH-Indikators
mit Ballast (DNSA-Indikator/Polyvinylalkohol)
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Polyvinylalkohol
(100 g, Molekulargewicht 31 000-50
000, Aldrich Chemicals, Milwaukee, WI, USA) wurde durch Rühren bei
ungefähr
80°C in
entionisiertem Wasser (800 ml) gelöst. In einem anderen Becher wurden
DNSA-pH-Indikator
[2-(2,4-Dinitrophenylazo)-6-(N-methyl-N-(2-hydroxysulfonyloxyethylsulfonyl)amido)-1-naphthol-3-sulfonsäure] (2
g, 3,1 Millimol, E. Merck, Darmstadt, wie in US-Patent Nr. 4,029,598
beschrieben) und Na2CO3 (32
g, 300 Millimol, J. T. Baker Company, Phillipsburg, NJ, USA) durch
Rühren
bei Raumtemperatur in entionisiertem Wasser (150 ml) gelöst. Zu der
Polyvinylalkohollösung
wurde eine 32%ige Natronlauge (20 ml) gegeben und das ganze wurde
durch Rühren
auf einer Magnetrührerplatte
gemischt. Die DNSA-Lösung
wurde dann in 2-ml-Portionen zugegeben, wobei zwischen den Portionen
gewartet wurde, bis die zugegebene Portion vollständig mit
der Polyvinylalkohollösung
vermischt war. Der Ansatz wurde 6 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Das
entstandene DNSA-Polyvinylalkohol-Gemisch wurde in 4 Portionen dadurch
gefällt,
daß man
250 ml des Ansatzes tropfenweise unter starkem Rühren mit einem über dem
Becher angeordneten propellerartigen Rührblatt mit 21 Methanol versetzte.
Das gefällte
Polymer wurde dadurch isoliert, daß man die Mischung durch ein
80-Mesh Drahtsieb goß.
Der Niederschlag wurde anschließend
3mal mit Methanol gewaschen (ungefähr 500 ml pro Waschschritt),
bis keine blaue Farbe mehr eluierte. Anschließend an das Waschen mit Methanol
wurde 3mal mit Ether gewaschen (ungefähr 500 ml pro Waschschritt).
Das gewaschene Polymer wurde anschließend über Nacht in einer großen unbedeckten
Folienschale an der Luft getrocknet.
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Das
getrocknete Polymer wurde anschließend durch Rühren bei
ungefähr
80°C in
entionisiertem Wasser (800 ml) gelöst und nochmals wie oben umrissen
gefällt,
isoliert und gewaschen. Das gewaschene Polymer wurde über Nacht
an der Luft und anschließend
bei Raumtemperatur im Vakuum getrocknet. Die gewichtsmäßige Ausbeute
an pH-Indikator mit DNSA-Polyvinylalkohol-Ballast betrug 80 g.
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Im
Vergleich dazu wurde eine DNSA/Ethanol-Probe auf gleiche Art und
Weise hergestellt, nur daß die Reaktion
in 50% (v/v) Ethanol als Lösungsmittel
durchgeführt
wurde.
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Beispiel 2
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Menge des
an Polyvinylalkohol gebundenen DNSA-Indikators
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Das
Ziel dieses Beispiels bestand darin, die Menge an DNSA-Indikator,
die an den in Beispiel 1 hergestellten pH-Indikator mit DNSA/Polyvinylalkohol-Ballast
gebunden war, zu bestimmen.
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Der
Extinktionskoeffizient des DNSA-pH-Indikators in 0,1 M Natronlauge
wurde spektrophotometrisch bei einer Wellenlänge mit einer Maximalextinktion
von 589 Nanometern (nm) als 23 220 L/mol cm bestimmt.
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Mit
diesem Extinktionskoeffizienten wurde die Menge an DNSA-Indikator
in einer Lösung
von DNSA/Polyvinylalkohol in 0,1 M NaOH bestimmt. Die Spektren des
freien DNSA in Lösung
und des DNSA mit Ballast in Lösung
sind visuell identisch und es wurde daher angenommen, daß der Extinktionskoeffizient
von gebundener DNSA und von DNSA in Lösung gleich ist. Die Menge
an DNSA, die an den Polyvinylalkohol gebunden ist, wurde durch Vergleichen
der Extinktion einer Lösung
von DNSA mit Ballast und einer DNSA-Lösung mit einer bekannten Konzentration
bei 589 nm als ungefähr
5 mg DNSA pro g Polyvinylalkohol bestimmt. Theoretisch werden daher
pro 100 g in dem obengenannten Verfahren verwendetem Polyvinylalkohol
500 mg DNSA an den Polyvinylalkohol gebunden.
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Beispiel 3
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Herstellung der den DNSA-Indikator/Polyvinylalkohol
enthaltenden Dünnschichttrockenkulturvorrichtung
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Der
in Beispiel 1 hergestellte pH-Indikator mit DNSA/Polyvinylalkoholballast
(6 g) wurde durch 30minütiges
Rühren
bei 80–90°C in entionisiertem
Wasser (100 ml) gelöst.
Die erhaltene dunkelblaue Lösung wurde
auf Raumtemperatur abgekühlt,
und anschließend
wurden Nährstoffe
und Gallensalze zugegeben, wodurch man zu einem EB-Kulturmedium
gelangte (das EB-Kulturmedium ist das gleiche wie Difco VRBA ohne Indikatorfarbstoff
und mit 5% Glukose statt Lactose; siehe S. 1053 des 1984 herausgegebenen „Difco
Manual", Difco Labs,
Detroit, MI, USA). Diese Mischung wurde anschließend auf 50°C erwärmt und mit MI50 Guargummi
(1 g, Rhone-Poulenc, Kreuzlingen, Schweiz) versetzt. Die erhaltene
warme viskose Mischung wurde in einer Dicke von 20 mil auf einen
7-mil-Polyestersubstratfilm (Imperial Chem. Industries, Wilmington,
DE, USA) aufgetragen und dann 20 Minuten lang bei ungefähr 143°C getrocknet.
Anschließend
wurde eine Dünnschichtkulturvorrichtung,
die den pH-Indikator mit DNSA/Polyvinylalkoholballast enthielt,
mit einem mit Guargummi beschichteten Polypropylen-Abdeckblatt und
einen Styrofoam-Abstandhalter, wie in Beispiel 1 von US-Patent Nr.
5,723,308 beschrieben, konstruiert. Vergleichsvorrichtungen wurden
auf gleiche Art und Weise hergestellt, nur daß der pH-Indikator mit DNSA/Polyvinylalkoholballast
durch äquivalente
molare Mengen an entweder DNSA-Indikator alleine oder DNSA/Ethanolindikator
(aus Beispiel 1) ersetzt wurde.
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Die
relativen Mengen an diesen Indikatoren wurden durch Messungen der
optischen Dichte bei einer Wellenlänge von 589 nm bestimmt, wobei
angenommen wurde, daß der
DNSA-Indikator und seine Addukte wie in Beispiel 2 beschrieben den
gleichen Extinktionskoeffizienten aufwiesen.
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Beispiel 4
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Nachweis von
Bakterienwachstum
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Sowohl
E. Coli 149 (ATCC 55535) als auch C1 (Serratia liquifaciens) wurden
nach dem in Beispiel 1 von US-Patent Nr. 5,723,308 beschriebenen
Verfahren 24 Stunden lang bei 37°C
auf den in Beispiel 3 beschriebenen Dünnschichtkulturvorrichtungen
gezüchtet.
Die Durchmesser der entstandenen gefärbten Höfe wurden bestimmt, und die
Ergebnisse der Vorrichtung, die pH-Indikator mit DNSA/Polyvinylalkohol
(PVA)-Ballast enthielt, wurden mit den Ergebnissen der Vorrichtungen,
die entweder den freien DNSA-Indikator oder DNSA/Ethanol-Indikator
enthielten, verglichen. Die Bakterienarten E. coli 149 und C1 wurden
deshalb gewählt, weil
sie den Gesamtbereich der säureproduzierenden
Bakterien von sehr niedriger Säureproduktion
(C1) bis zu sehr hoher Säureproduktion
(E. coli 149) umfassen.
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Die
Ergebnisse sind in Tabelle 1 dargestellt. Diese Ergebnisse zeigen
die Unterschiede bezüglich
der Durchmesser der gefärbten
Höfe, die
sowohl auf die Veränderungen
der pKa-Werte als auch die Veränderungen
durch die Ballastierung des DNSA-pH-Indikators zurückzuführen sind.
So war der Durchmesser der gefärbten
Höfe durch
Umsteigen von der Vorrichtung mit dem freien DNSA-Indikator (pKa-Wert
= 7,6) auf die Vorrichtung mit DNSA/Ethanol (pKa-Wert = 6,9) signifikant
verringert. Der Durchmesser des gefärbten Hofs wurde weiterhin
dadurch signifikant verringert, daß man von der Vorrichtung mit
DNSA/Ethanol (pKa-Wert = 6,9) auf die Vorrichtung mit DNSA/Polyvinylalkohol
(pKa-Wert = 6,9) umstieg. Diese zuletzt genannten Ergebnisse zeigen
deutlich die Auswirkung, wie der Durchmesser des gefärbten Hofs
verringert wird, wenn man einen Ballast mit hohem Molekulargewicht,
wie Polyvinylalkohol, statt einer Verbindung mit niedrigem Molekulargewicht,
wie Ethanol, verwendet. Die Ergebnisse legen nahe, daß der Nachweis
von durch wachsende Bakterien verursachten gefärbten Höfen dadurch unterstützt werden
kann, daß man
eine Dünnschichtkulturvorrichtung,
die DNSA/Polyvinylalkohol enthält,
verwendet, da die Durchmesser der gefärbten Höfe verringert wären und
mit geringerer Wahrscheinlichkeit während der Inkubationsdauer
miteinander diffundieren würden.
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BEISPIEL 5
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Herstellung von pH-Indikatoren
mit Ballast (an aminomodifizierte Dextrane gebundener Carboxyphenolrot-pH-Indikator)
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Für die kovalente
Bindung von Carboxyphenolrot-pH-Indikator
an aminomodifizierte Dextrane mit unterschiedlichem Molekulargewicht
ging man folgendermaßen
vor.
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Aminomodifiziertes
Dextran (0,5 g, MG = 10 000, Molecular Probes, Eugene, OR, USA)
wurde durch Rühren
in Dimethylformamid (DM F, 20 ml, Aldrich Chemical) suspendiert.
Carboxyphenolrot (CPR, Curtis Laboratories, Philadelphia PA, USA)-Indikator
(120 mg) wurde in DMF (20 ml) gelöst, und anschließend wurden die
Kopplungsmittel EDC [1-(3-Dimethylaminopropyl)-3-ethyl-carbodiimid-hydrochlorid]
(178 mg, Aldrich Chemical) und HOBt (1-Hydroxybenzotriazol-hydrat)
(81 mg, Aldrich Chemicals) zugegeben. Dann wurde die Indikator/EDC/HOBt-Überstandslösung zu
der Dextranlösung
gegeben und der Ansatz wurde 3 Tage lang gerührt. Die entstandene Aufschlämmung wurde
anschließend
mit einem Buchner-Trichter an einem Vakuumkolben über Whatman
Nr. 4 Filterpapier filtriert. Der erhaltene Filterkuchen wurde anschließend in
4 ml 10 mM Natriumphosphatpuffer (pH 8,0) gelöst. Ungelöste Substanzen wurden absetzen
gelassen, und der klare Überstand
wurde in einen Dialysebeutel mit einer molekularen Ausschlußgrenze
von 6000–8000
Dalton übergeführt. Nach
24stündiger
Dialyse gegen 4 l destilliertes Wasser (mit 4maligem Wasserwechsel)
wurden die Dialysebeutel auf eine Glasplatte gegeben und 4–6 Stunden
mit festem Ficoll (MG = 40 000, Sigma Chemical, St. Louis, MO, USA)
bedeckt, bis das Volumen der Dextran-CPR-Konjugatlösung um
mindestens 50% reduziert war. Diese Lösung wurde bis zur Verwendung
bei 4°C
aufbewahrt. Ein pH-Indikator mit CPR-Dextran (MG = 40K)-Ballast
wurde wie oben beschrieben hergestellt, nur daß das aminomodifizierte Dextran
ein Molekulargewicht von 40 000 aufwies.
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Beispiel 6
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Herstellung einer Dünnschichtkulturvorrichtung,
die CPR-Dextran-Indikatoren enthält
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Die
Menge an CPR-Chromatophor, die in jedem der wie in Beispiel 5 beschrieben
hergestellten pH-Indikatoren mit CPR-Dextran-Ballast vorlag, wurde
analog dem in Beispiel 2 beschriebenen Verfahren spektrophotometrisch
bei einer Wellenlänge
von 560 nm bestimmt. Wäßrige Lösungen von
CPR-Dextran-Indikatoren wurden einzeln mit EB-Kulturmedium wie in
Beispiel 3 beschrieben vermischt, wodurch man zu Medien, die 0,2
mg CPR/ml enthielten, gelangte. Mit den entstandenen Kulturmedien
wurden anschließend
Dünnschichtkulturvorrichtungen
wie in Beispiel 3 beschrieben hergestellt. Eine Vergleichsvorrichtung
wurde auf die gleiche Art und Weise hergestellt, nur daß man den
pH-Indikator mit CPR-Dextran(MG = 10K bzw. 40K)-Ballast durch eine äquivalente
molare Menge an CPR-Indikator allein ersetzte.
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Beispiel 7
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Nachweis von
Bakterienwachstum
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Sowohl
E. Coli 149 (ATCC 55535) und C1 (Serratia liquifaciens) wurden 24
Stunden bei 37°C
auf den in Beispiel 6 beschriebenen Dünnschichtkulturvorrichtungen
gezüchtet.
Die Durchmesser der entstandenen gefärbten Höfe und die Ergebnisse der Vorrichtungen,
die die pH-Indikatoren mit CRP-Dextran-Ballast enthielten, wurden
mit den Ergebnissen der Vorrichtung, die den freien CPR-Indikator
enthielt, verglichen. Die Durchmesser der gefärbten Höfe wurden auf der Vorrichtung
an so vielen Kolonien wie möglich
bestimmt. Kolonien, die sehr knapp an der Kante der Schaumeindämmung oder
weniger als 2 mm von einer anderen Kolonie entfernt wuchsen, wurden
nicht bestimmt. Eine visuelle Überprüfung der
Leichtigkeit, mit der abgegrenzte gefärbte Höfe gezählt werden konnten, wurde ebenfalls
notiert.
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Die
Ergebnisse sind in Tabelle 2 dargestellt. Bei der Prüfung mit
dem starken Säureproduzenten
E. coli 149 zeigen die Ergebnisse, daß die Durchmesser der gefärbten Höfe durch
Ballastierung des CPR-pH-Indikators mit aminomodifiziertem Dextran
tendenzmäßig kleiner
waren, und die Werte geben an, daß die Auswirkung auf die Reduktion
des Hofdurchmessers bei dem Dextran mit dem höheren Molekulargewicht größer war.
Bei der Prüfung
mit dem schwachen Säureproduzenten
Cl waren die Durchmesser der gefärbten
Höfe nicht
signifikant unterschiedlich. Es wurde jedoch die visuelle Beobachtung
gemacht, daß die
Bakterienkolonien der Vorrichtung mit dem CPR-Dextran(MG = 40K)-Indikator
deutlicher ausgeprägte
Grenzen aufwiesen und in bezug auf fusionierte Höfe leichter zu bestimmen waren,
als die Bakterienkolonien auf der Vorrichtung mit dem freien CPR-Indikator.
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