DE527923C - Sicherheitsvorrichtung fuer umsteuerbare Brennkraftmaschinen - Google Patents
Sicherheitsvorrichtung fuer umsteuerbare BrennkraftmaschinenInfo
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B63—SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; RELATED EQUIPMENT
- B63H—MARINE PROPULSION OR STEERING
- B63H21/00—Use of propulsion power plant or units on vessels
- B63H21/22—Use of propulsion power plant or units on vessels the propulsion power units being controlled from exterior of engine room, e.g. from navigation bridge; Arrangements of order telegraphs
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B63—SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; RELATED EQUIPMENT
- B63H—MARINE PROPULSION OR STEERING
- B63H23/00—Transmitting power from propulsion power plant to propulsive elements
- B63H23/02—Transmitting power from propulsion power plant to propulsive elements with mechanical gearing
- B63H23/08—Transmitting power from propulsion power plant to propulsive elements with mechanical gearing with provision for reversing drive
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AH
23.JUNI 1931
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
JKi 527 KLASSE 65 a w GRUPPE
Fried. Krupp Germaniawerft Akt.-Ges. in Kiel-Gaarden*)
Patentiert im Deutschen Reiche vom 30. Oktober 1929 ab
Es ist bekannt, während des eigentlichen Umsteuervorganges, d. h. während der Zeit,
in der das Umsteuergestänge z. B. von der Vorauslage in die Zurücklage umgelegt wird,
durch mechanische Verriegelungen einerseits den Zutritt von Brennstoff zu der Maschine
zu verhindern sowie andererseits das Umlegen des Umsteuergestänges zu verhindern,
solange die Maschine mit Brennstoff betrieben wird. Weiterhin ist bekannt, durch die
Verbindung des Umsteuergestänges mit dem Maschinentelegraphen dafür zu sorgen, daß
das Umsteuergestänge nur in dem von dem Schiffsführer gewünschten Sinne ausgelegt
werden kann.
Durch diese Einrichtungen wird jedoch nicht verhindert, daß bei Schiffen, die aus
voller Fahrt »voraus« plötzlich gebremst und auf volle Fahrt »zurück« umgesteuert werden
ao sollen, die Maschine nicht in der kurzen Zeit zum Stillstand kommt, die bei Maschinen
moderner Bauart zum Umlegen des Umsteuerungegestänges erforderlich ist.
In diesem Falle wird insbesondere durch
as die kinetische Energie des Schiffes die Propellerwelle
und damit die Maschine noch lange Zeit weitergedreht. Wird nun nach erfolgter Umsteuerung die Brennstoffzufuhr zu
den Arbeitszylindern zu früh, d. h. während der Auslaufperiode, vorgenommen, so läuft die
Maischine in der alten Drehrichtung weiter, da die Zündung stets in solcher Nähe des
Totpunktes erfolgt, daß ein Abbremsen für die falsche Drehrichtung nicht eintritt. Hierdurch
entstehen große Gefahren für das Schiff, das nicht rechtzeitig zum Stillstand kommt, und außerdem wird infolge Einsetzens
der Zündungen zu unrichtigen Zeitpunkten ein hoher Druckanstieg in den Arbeitszylindern
und damit eine Überbeanspruchung der Maschine herbeigeführt.
Die Erfindung bezweckt, diese Gefahr zu vermeiden. Sie besteht darin, daß beim Umlegen
der Steuerung der Maschine, z. B. von »Voraus« auf »Zurück«, eine von der Drehung
der in der alten Richtung auslaufenden Maschine abgeleitete Bewegung die Brennstoffzufuhr
zu den Arbeitszylindern so lange absperrt, bis die Maschine die der Stellung des
Umsteuergestänges entsprechende neue Drehrichtung aufgenommen hat.
Auf der Zeichnung ist die Erfindung in einer Ausführungsform dargestellt.
Die Abb. 1 und 2 zeigen in schematischer Darstellung eine Brennkraftmaschine mit der
Anordnung der Sicherheitsvorrichtung, und die Abb. 3 und 4 ihre Einwirkung auf die
Brennstoffpumpen.
Mit A ist eine von der Kurbelwelle angetriebene Flüssigkeitspumpe bezeichnet, die im
vorliegenden Falle als Zahnradpumpe ausgebildet ist und somit ihre Förderrichtung bei
Änderung der Drehrichtung der Maschine umkehrt. Von der Zahnradpumpe A führen
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dr.-Ing. Karl Mohr in Kiel.
Rohrleitungen B1 und B2 zu zwei Dreiwegehähnen
C1 und C2, die beim Legen des Umsteuerhebels
L durch das Gestänge K verstellt werden (Abb. ι und 2). An die Dreiwegehähne
C1 und C" sind Leitungen D1 und D2
angeschlossen, die die beiden Hähne auf zwei verschiedenen Wegen miteinander verbinden.
In den Leitungen1 D1 und D2 befinden sich die
Rückschlagventile E1 und E2, die in der Leitung
D1 nur die Stromrichtung von C1 nach C2
und in der Leitung D2 nur die Stromrichtung von C2 nach C1 gestatten. Von der Leitung
D1 ist zwischen dem Rückschlagventil E1 und dem Dreiwegehahn C2 und von der Leitung
D2 zwischen dem Rückschlagventil E und dem Dreiwegehahn C1 jeweils eine Leitung
F abgezweigt, die nach ihrer Vereinigung in den Zylinder G münden. In dem
Zylinder G ist ein Kolben H angeordnet, der auf die Regulierwelle / für die Saugeventile
N der Brennstoffpumpen M einwirken kann.
Die Wirkungsweise der Einrichtung ist folgende:
Bei der in Abb. 1 dargestellten Lage des Umsteuerhebels L (Vorausgang der Maschine)
strömt die Kraftflüssigkeit von der Zahnradpumpe A in Richtung der eingezeichneten
ausgezogenen Pfeile durch den Dreiwegehahn C1, das Rückschlagventil E1 und den
Dreiwegehahn C2 in die Pumpe A zurück. Während dieses Kreislaufes der von der
Pumpe A geförderten Flüssigkeit ist auch die Leitung F mit Flüssigkeit gefüllt. Es findet
aber keine Druckwirkung auf den Kolben H statt, da die in das Rohrsystem gepumpte
Flüssigkeitsmenge auch wieder abgesaugt wird.
Wird nun der Umsteuerhebel aus der in Abb. ι dargestellten Lage »Voraus« in die
Lage nach Abb. 2 »Zurück« umgelegt, so werden die Dreiwegehähne C1 und C2 in der aus
diesen Abbildungen ersichtlichen Weise umgestellt. Die Maschine läuft aber noch in der
alten Drehrichtung aus. Es bleibt daher in Abb. 2 zunächst noch die Dreh- und Förderrichtung
der Pumpe A die gleiche wie in Abb. ι. Zufolge der neuen Stellung des Hahnes
C2 wird jedoch der Kreislauf unterbrochen und die von der Pumpe geförderte
Druckflüssigkeit nimmt ihren Weg in Richtung der gestrichelten Pfeile über den Hahn C1
in die Leitung F, die gegen die Saugseite der Pumpe durch das Rückschlagventil E2 einerseits
und die Sperrstellung des Hahnes C2 andererseits abgeschlossen ist. Die Druckflüssigkeit
bewegt daher den Kolben ff nach oben und stößt, wie aus Abb. 4 ersichtlich ist,
über die Regulierwelle / das Saugeventil N der Brennstoffpumpe M auf. Das bewirkt,
wie bekannt, daß während der Auslaufperiode kein Brennstoff in die Arbeitszylinder gefördert
wird.
Hat die Maschine ihren Auslauf beendet und ist in die der Lage des Umsteuerhebels
nach Abb. 2 entsprechende neue Drehrichtung übergegangen, so fördert auch die Pumpe in
umgekehrter Richtung. Dadurch wird die bisherige Druckleitung B1 (Abb. 2) zur Saugleitung
und die bisherige Saugleitung Bz zur Druckleitung der Pumpet. Die Flüssigkeit
strömt nunmehr in Richtung der ausgezogenen Pfeile im Kreislauf durch das Rohrsystem,
wobei das Rückschlagventil E2 kein Hindernis mehr bildet. Der Kolben H wird hierbei entlastet
und geht in seine Ausgangslage (Abb. 1) zurück. Dabei schließt sich das Saugaventil N
der Brennstoffpumpe M (Abb. 3), die nunmehr wieder fördert. Dieser Zustand bleibt
während des Rückwärtsganges der Maschine aufrechterhalten.
Wird nun der Steuerhebel L bei erneutem Umsteuern auf »Voraus« gelegt, so werden
die Hähne C1 und C2 wieder in die aus Abb. 1
ersichtliche Ausgangsstellung zurückgedreht. Die Maschine läuft aber noch in der alten
Drehrichtung aus, so daß die Pumpet in
Richtung der gestrichelten Pfeile fördert. Das Rückschlagventil E2 wird zugedrückt,
und der Flüssigkeitsdruck wirkt auf den KoI-ben H ein, so daß auch hier wieder die Brennstofförderung
unterbunden ist, bis die Maschine die der Lage der Umsteuerung entsprechende Drehrichtung aufgenommen hat
und die Pumpe, wie zu Beginn, im Kreislauf fördert.
Die beschriebene Einrichtung bewirkt also, gleichviel in welcher Richtung die Maschine
umgestellt wird, ein selbsttätiges Abstellen der Brennstofförderung während des Auslaufens
der Maschine und verhütet dadurch mit Sicherheit gefährliche Hochschläge.
Statt einer Pumpe, die mit der Drehrichtung auch ihre Förderrichtung von selbst
ändert, kann natürlich auch eine Pumpe angewendet werden, bei der das nicht der Fall
ist, wie z. B. eine Kolbenpumpe. In diesem Falle muß jedoch Vorsorge getroffen werden,
daß die Förderrichtung beim Umlegen des Steuergestänges durch an sich bekannte Ein- no
richtungen mit umgesteuert wird.
Die Sicherheitsvorrichtung als solche läßt sich im übrigen überall da anwenden, wo die
Verhältnisse ähnlich liegen, wie bei der beschriebenen Brennkraftmaschine, z. B. auch
bei Schiffsdampfmaschinen.
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Sicherheitsvorrichtung für umsteuerbare Brennkraftmaschinen, insbesondere Schiffsantriebsmaschinen, dadurch gekennzeichnet, daß beim Umlegen der Steue-rung der Maschine, ζ. Β. von »Voraus« auf »Zurück«, eine von der Drehung der in der alten Richtung auslaufenden Maschine abgeleitete Bewegung die Brennstoffzufuhr zu den Arbeitszylindern so lange absperrt, bis die Maschine die der Stellung des Umsteuergestänges entsprechende neue Drehrichtung aufgenommen hat.
- 2. Eine Ausführungsform der Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Rohrsystem durch eine Flüssigkeitspumpe, die ihre Förderrichtung mit der Drehrichtung der Maschine ändert, ein Flüssigkeitskreisstrom erzeugt wird, der beim Umlegen des Steuerhebels durch einen damit umgeschalteten Dreiwegehahn unterbrochen wird, während ein zweiter, von dem Steuerhebel bewegter Dreiwegehahn gleichzeitig die Druckseite der Pumpe auf einen Kraftkolben schaltet, durch dessen Bewegung die Brennstoffzufuhr zu den Arbeitszylindern unterbrochen wird, und daß bei Umkehr der Förderrichtung der Pumpe der Kraftkolben entlastet wird und durch seine rückläufige Bewegung die Brennstoffzufuhr wiederherstellt, wahrend in das Rohrsystem durch das öffnen eines Rückschlagventils ein neuer Flüssigkeits-Stromkreis in entgegengesetzter Richtung eintritt.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK117275D DE527923C (de) | 1929-10-30 | 1929-10-30 | Sicherheitsvorrichtung fuer umsteuerbare Brennkraftmaschinen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK117275D DE527923C (de) | 1929-10-30 | 1929-10-30 | Sicherheitsvorrichtung fuer umsteuerbare Brennkraftmaschinen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE527923C true DE527923C (de) | 1931-06-23 |
Family
ID=7243776
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEK117275D Expired DE527923C (de) | 1929-10-30 | 1929-10-30 | Sicherheitsvorrichtung fuer umsteuerbare Brennkraftmaschinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE527923C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1006207B (de) * | 1953-06-11 | 1957-04-11 | Eisen & Stahlind Ag | Sicherheitsvorrichtung fuer umsteuerbare Brennkraftmaschinen |
| DE1060188B (de) * | 1956-12-13 | 1959-06-25 | Motoren Werke Mannheim Ag | Sicherheitsvorrichtung fuer umsteuerbare Einspritz-Brennkraftmaschinen |
| DE1220200B (de) * | 1960-02-23 | 1966-06-30 | Simms Motor Units Ltd | Brennstoffeinspritzeinrichtung fuer Brennkraftmaschinen mit einer Vorrichtung zum Abstellen der Brennstoffzufuhr beim Rueckwaertsanlaufen |
-
1929
- 1929-10-30 DE DEK117275D patent/DE527923C/de not_active Expired
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1006207B (de) * | 1953-06-11 | 1957-04-11 | Eisen & Stahlind Ag | Sicherheitsvorrichtung fuer umsteuerbare Brennkraftmaschinen |
| DE1060188B (de) * | 1956-12-13 | 1959-06-25 | Motoren Werke Mannheim Ag | Sicherheitsvorrichtung fuer umsteuerbare Einspritz-Brennkraftmaschinen |
| DE1220200B (de) * | 1960-02-23 | 1966-06-30 | Simms Motor Units Ltd | Brennstoffeinspritzeinrichtung fuer Brennkraftmaschinen mit einer Vorrichtung zum Abstellen der Brennstoffzufuhr beim Rueckwaertsanlaufen |
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