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meßstab zum messen des Lochabstands regelmäßiger Perforationen In
der kinematographischen Technik ist die genaue Messung des mittleren Abstandes zweier
benachbarter Perforationslöcher des Films von Wichtigkeit. Während es mit den modernen
Perforationsmaschinen leicht isst, eine große Gleichmäßigkeit dieser Abstände zu
gewährleisten, gibt es keine Möglichkeit, die absolute Größe derselben konstant
zu halten, weil der Film während der Lagerung und weiteren Verarbeitung eine Schrumpfung
erleidet. Es ist daher notwendig, den jeweiligen Abstand der Perforationslöcher,
den sogenannten Schritt, mit möglichster Ge= nauigkeit und Schnelligkeit zu messen.
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Zur Messung dieses Abstandes verfuhr man bisher im allgemeinen so,
daß man den Abstand zwischen dem ersten und beispielsweise dem einundvierzigsten
Loch maß und den erhaltenen Wert durch die Anzahl der Löcher im vorliegenden Fall
also durch q.o dividierte. Da man beim Einzellochabstand mindestens eine Genauigkeit
von o,oi mm, möglichst von o,ooi mm, verlangt, so muß die Messung bei der Strecke
von q.o Löchern auf wenige hundertstel Millimeter genau sein. Hierzu braucht man
ein Gerät, welches wenigstens eine parallaxenfreie Ablesung mit Hilfe eines mittels
Mikrotneterschraube verschiebbaren Strichmarke oder mit Hilfe eines genauen Nonius
ermöglicht. Es ist nun gelungen, ein Meßgerät herzustellen, welches einfacher als
die bisher verwendeten Instrumente ist, die Fehlerquellen, auch bei der Benutzung
durch technisch ungeschultes Personal, vermeidet und trotzdem den bisher üblichen
Meßinstrumenten an Genauigkeit gleichkommt.
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Das Gerät verwendet die bekannte Lochbreite, welche beispielsweise
bei kinematographischem Film nach der jetzigen Norm trotz Schrumpfung stets zwischen
Z,oo und 1,98 mm liegt, als Maßstab und beruht auf dem Interferenzprinzip, nach
welchem es möglich ist, eine unbekannte Perforation mit einer bekannten in der Weise
zu vergleichen, daß man beide so aufeinanderlegt, daß die ersten Löcher beider Perforationen
sich genau decken. Wenn die Lochabstände beider Perforationen voneinander verschieden
sind, so erscheinen die entsprechenden Löcher beider Perforationen von Loch zu Loch
immer mehr gegeneinander versetzt, bis schließlich die rechte Kante eines Loches
der oberen Perforationsreihe genau über der linken Kante eines Loches der unteren
Perforationsreihe liegt. Diese Interferenzstelle ist sehr deutlich zu erkennen und
wird zur Ablesung benutzt. Der Abstand dieser Stelle von dem ersten Perforationsloch
der beiden Reihen kann gemessen werden, und wenn der Lochabstand
der
unteren Perforationsreihe bekannt ist, kann man den Lochabstand der oberen Perforationsreihe
errechnen.
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Auf dieser Grundlage kann ein Meßgerät für kinematographischen Film
in folgender Weise hergestellt werden. Ein Holz- oder Metallstab von etwa 30o mm
Länge und 5o mm Breite erhält in der Mitte parallel zur Längsrichtung eine 35_mm
breite und etwa i mm tiefe Ausfräsung. An dem einen Ende des Stabes werden in dieser
Ausfräsung zwei Haltestifte aus Stahl angebracht, deren Abstand und Querschnitt
genau dem Abstand und der Lochform der Perforation entspricht, so daß es möglich
ist, hier einen Filmstreifen so einzuhängen, daß er genau in die Ausfräsung zu liegen
kommt. In der Ausfräsung ist in Höhe eines der beiden Haltestifte parallel zu den
Seitenkanten der Ausfräsung eine Strichmarkenreihe angebracht, welche beispielsweise
in Form eines Aufdrucks von schwarzen, 2 mm breiten Strichmarken auf weißem Grunde,
mit einem Mittenabstand von 4,770 mm, das Abbild einer Perforation darstellt.
Seitwärts von der Ausfräsung befindet sich eine Skala, welche entsprechend den einzelnen
Strichmarken in der Ausfräsung Zahlenangaben trägt. Die Zahlen dieser Skala lassen
sich errechnen oder durch empirische Eichung mit Hilfe von Filmstreifen bekannten
Lochabstandes ermitteln. Bekannt sind folgende Größen: der Strichmarkenabstand a
des Meßstabes, die Zahl z der Perforationszwischenräume von den Haltestiften bis
zur Interferenzstelle, der Abstand s der Interferenzstelle von der äußeren Kante
der Haltestifte und die Lochbreite der Perforationsreihe, z. B. beim Kinofilm 2
mm. Gesucht wird der Lochabstand b des zu messenden Filmes. Der Abstand s der Interferenzstelle
von der äußeren Kante der Haltestifte kann einerseits ausgedrückt werden durch s
= a # z, anderseits aber durchs - b # z + 2. Hieraus ergibt
sich
Legt man beispielsweise auf die beschriebene Skala einen Filmstreifen mit einem
Lochabstand von 4,730 mm, so liegt die oben beschriebene Interferenzstelle in einem
Abstand von 23,85 mm von der linken Kante des Haltestiftes. An dieser Stelle erhält
demnach die Skala die Zahlenangabe 4,730 mm.
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Die Genauigkeit der Ablesung ist daraus ersichtlich, daß an dieser
Skala der Strich für den Lochabstand 4,732 min auf der Skala um 1,69 mm weiter zu
liegen kommt. Es entsprechen also an dieser Stelle 1,69 mm Skalenlänge einer Differenz
des Lochabstandes von 0,002 mm. Mit dem Meßstab lassen sich daher noch tausendstel
Millimeter mühelos ablesen. Wie aus der Zeichnung ersichtlich ist, ist die Genauigkeit
des Meßstabes um so größer, je weiter die Interferenzstelle von den Haltestiften
entfernt ist. Um für den praktisch bei kinematographischen Filmen in Frage kommenden
Meßbereich von 4,70o bis 4755 mm Lochabstand eine möglichst gleichmäßige Genauigkeit
zu haben, ist es empfehlenswert, außer der oben beschriebenen Strichmarkenreihe
mit dem Mittenabstand 4,700 mm eine weitere Strichmarkenreihe, beispielsweise mit
einem Abstand von 4,790 mm und einer entsprechenden Skala auf der anderen Längsseite
der Ausfräsung vorzusehen. Mit Hilfe dieser beiden Skalen wird die wünschenswerte
Meßgenauigkeit für alle vorkommenden Lochabstände an Filmen erreicht.
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Die auf dem Meßstabe anzubringenden Strichmarkenreihen können auch
andere Strichmarkenbreiten und Mittenabstände haben als oben angegeben wurde. Die
oben beschriebene Strichmarkenreihe hat sich jedoch für den vorliegenden Zweck als
besonders geeignet erwiesen.
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Abb. i stellt einen Meßstab in der Aufsicht dar. i, i sind die Haltestifte
aus Metall, in die der Film eingehängt wird. 2 und 3 sind die rechts und links von
der für das Auflegen des Films bestimmten Fläche angebrachten Skalen mit einer Einteilung,
welche die verschiedenen Perforationsschritte in Millimetern angibt, 4 und 5 sind
zwei Strichmarkenreihen.
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Abb. 2 stellt denselben Maßstab- mit einem zur Messung daraufgelegten
und in die Haltestifte eingehängten Filmstreifen 6 dar. Die Interferenzstelle liegt
hier bei der mit 7 bezeichneten Strichmarke, welcher auf der linken. Skala .die
Angabe 4,730, d. h. Perforationsschritt von 4,730 mm, entspricht. Auf der rechten
Skala, deren zugehörigen Strichmarken, wie oben beschrieben, einen andern Abstand
haben, liegt die Interferenzstelle ebenfalls bei der Skalenmarke 4,730. Diese ist
jedoch aus zeichnerischen Gründen nicht dargestellt, da, um den Meßstab in natürlicher
Größe abzubilden, nur das obere und untere Drittel dargestellt werden konnte.