DE4438479A1 - Firstbaustein und Dachkonstruktion unter Verwendung eines solchen Firstbausteins - Google Patents
Firstbaustein und Dachkonstruktion unter Verwendung eines solchen FirstbausteinsInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Firstbaustein
entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Die Erfindung bezieht sich ferner auf eine Dachkonstruk
tion, die unter Verwendung wenigstens eines solchen
Firstbausteins erstellt ist.
Aus der zugehörigen Hauptanmeldung P 44 00 533.4 ist ein
Firstbaustein bekannt, der durch einen im Querschnitt
dreieckförmigen Grundkörper gebildet wird, der einen
durchgehenden Hohlraum umschließt, wobei der Grundkörper
unterseitig zum dichtenden Anschließen an sich anschlie
ßende Dachflächen bestimmt und ausgestaltet ist. Der
Grundkörper besteht global aus zwei Seitenteilen, einer
den oberen Abschluß bildenden Abschlußleiste und einer
Bodenplatte, wobei die Seitenteile, die Bodenplatte und
die Abschlußleiste miteinander in einer Klebebverbindung
stehen. Die Seitenteile sind unter Zwischenanordnung
eines sich in Längsrichtung des Grundkörpers erstrecken
den Gelenkstabes unter Belassung eines Spaltes relativ
zueinander mit Abstand angeordnet, wobei der Gelenkstab
diesen Spalt überbrückt, einen kreisförmigen Querschnitt
aufweist und teilweise in Ausnehmungen der einander im
Bereich des Spaltes zugekehrten Seiten der Seitenteile
aufgenommen ist. Die Abschlußleiste, der Gelenkstab und
die Seitenteile bestehen aus einem Geopolymer-Schaum
werkstoff, wohingegen die Bodenplatte durch einen Gitter
rost gebildet wird, der vollständig in einen Geopolymer-
Werkstoff eingebunden ist. Sämtliche Komponenten dieses
Firstbausteins stehen untereinander in einer Klebever
bindung, wobei das System aus Seitenteilen und Gelenk
stab vor der Verklebung der Anpassung an unterschied
liche Dachschrägen dient. Der durch den Grundkörper
umschlossene Hohlraum ist gegenüber Umgebungseinflüssen
abgeschirmt und kann zur Aufnahme installationstech
nischer Einrichtungen genutzt werden.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, einen Firstbaustein
der eingangs bezeichneten Art mit Hinblick auf eine
Vereinfachung seines konstruktiven Aufbaus sowie mit
Hinblick auf eine vielseitigere Nutzung hin weiter
auszugestalten. Gelöst ist diese Aufgabe bei einem
solchen Baustein durch die Merkmale des Kennzeichnungs
teils des Anspruchs 1.
Erfindungswesentlich ist hiernach, daß der Firstbaustein
im einfachsten Fall durch einen einstückigen, aus einem
Geopolymer-Schaumwerkstoff bestehenden Grundkörper
gebildet wird, wobei ein Teil der Außenflächen dieses
Grundkörpers bezüglich einer Längsmittelebene beispiels
weise symmetrisch geneigte Dachflächen bildet. Der
Grundkörper umschließt einen durchgängigen Hohlraum. Zur
bauseitigen Handhabung der einfachsten Ausführungsform
eines solchen Firstbausteins entfallen somit jegliche,
dessen periphere Zusammensetzung betreffende Montagemaß
nahmen. Die Größe dieses Grundkörpers ist zweckmäßiger
weise dahingehend beschränkt, daß eine einfache manuelle
bauseitige Handhabbarkeit ohne die Notwendigkeit eines
schweren Hebezeugs möglich ist, so daß eine Vielzahl
derartiger Grundkörper stirnseitig entsprechend der
Länge des jeweiligen Firstes aneinandergesetzt werden
können, d. h. insbesondere stofflich homogen miteinander
verklebt werden können. Auf diese Weise ergibt sich
wiederum ein entsprechend der Länge des Firstes durch
gängiger Hohlraum, der über eine geeignete Querschnitts
bemessung und -gestaltung in vielfältiger Weise nutzbar
ist, und zwar nicht nur zur Aufnahme installationstech
nischer Einrichtungen, sondern gleichermaßen auch unmit
telbar als Medienleitung, nämlich zur Führung eines
flüssigen oder gasförmigen Mediums. Eine alternative
Nutzung dieses Hohlraums kann auch in einer statischen
Verstärkung der Firstkonstruktion dienen, wobei in
diesem Fall der Hohlraum mit Beton, ggf. in armierter
Form gefüllt wird.
Der Grundkörper ist entsprechend den Merkmalen des
Anspruchs 2 zweckmäßigerweise mit einem im Querschnitt
kreisförmigen Hohlraum ausgerüstet. Es ist dies die
zweckmäßigste Form beispielsweise zur Führung eines
flüssigen oder auch gasförmigen Mediums.
Der Grundkörper steht entsprechend den Merkmalen der
Ansprüche 3 und 4 mit den übrigen Dachteilen vorzugs
weise in einer Klebeverbindung und ist unterseitig mit
Anschlußflächen für sich anschließende Dachteile ver
sehen, die sich senkrecht zur Dachflächenebene er
strecken. Auf diese Weise ist eine zuverlässige Kraft
überleitung in Richtung der Dachebene gegeben, wobei
unterseitig bezüglich des Grundkörpers vorbereitete
Anschlußflächen die Montage desselben bauseitig erleich
tern.
Der Grundkörper weist entsprechend den Merkmalen des
Anspruchs 5 eine bezüglich einer vertikalen Längsmittel
ebene symmetrische Ausbildung auf, wobei es sich um eine
sechseckige, jedoch auch um eine sonstige polygonale
Außenkontur handeln kann. Wesentlich ist insoweit, daß
ein Teil der Außenkontur einen Teil der Dachfläche
bildet, so daß dieser Teil der Außenkontur ggf. kompakt,
d. h. ungeschäumt konditioniert ist. Grundsätzlich kommt
jedoch auch im Bereich dieser Dachflächenteile der
Außenkontur eine abgerundete, zum Beispiel zylindrische
Grundgestalt in Betracht.
Die Merkmale der Ansprüche 6 bis 9 sind auf unterschied
liche Varianten der oberseitigen Ausbildung des Grund
körpers gerichtet. Wesentlich ist im jeden Fall, daß
sich ausgehend von einem höchsten Punkt des Firstbau
steins ein eindeutiges Abströmen von Niederschlagswasser
ergibt. In der einfachsten Form kann der Grundkörper
oberseitig somit eine sich in dessen Längsrichtung
erstreckende Kante aufweisen, zu deren beiden Seiten
auftreffendes Niederschlagswasser abströmen kann. Es
kann der Grundkörper jedoch oberseitig auch mit einer
Abschlußleiste versehen sein, welche die Funktion einer
oberseitigen Kante übernimmt, wobei anstelle einer Kante
gleichermaßen auch eine konvex gekrümmte Struktur in
Betracht kommt, beispielsweise eine kreisabschnittför
mige Querschnittsgestaltung. Diese Abschlußleiste kann
als gesondertes Bauteil bauseitig bereitgestellt werden
und mit dem montierten Grundkörper in Verbindung ge
bracht werden, d. h. mit diesem vorzugsweise stofflich
homogen verklebt werden. Gleichermaßen kann das System
aus Grundkörper und Abschlußleiste auch als werkstoff
liche Einheit werkseitig als Fertigbauteil bereitge
stellt werden. Insbesondere im letzteren Fall verein
fachen sich naturgemäß bauseitig durchzuführende Montage
tätigkeiten.
Es ist weiterhin die Aufgabe der Erfindung, eine Dach
konstruktion unter Verwendung von Firstbausteinen der
eingangs bezeichneten Gattung bereitzustellen, welche
eine vielfältige Nutzung des Firstbausteins ermöglicht.
Gelöst ist diese Aufgabe bei einer solchen Dachkonstruk
tion durch die Merkmale des Kennzeichnungsteils des
Anspruchs 10.
Die sich an den Firstbaustein anschließenden Dachteile
werden hiernach durch eine Anordnung von seitlich dich
tend aneinander gesetzter Hohlkörper gebildet, die
werkstoffgleich mit dem Grundkörper ausgebildet sind und
über dessen Anschlußflächen mit diesem verklebt sind.
Die Hohlkörper umschließen jeweils Hohlräume, auf deren
Vorhandensein die vielfältige Nutzung des Hohlraums des
Firstbausteins beruht. Aufgrund der Ausbildung aus
einem Geopolymer-Schaumwerkstoff bestehen einfache
Möglichkeiten, aus diesen Hohlräumen ein flächendecken
des Leitungsnetzwerk zu bilden, welches der Führung
beliebiger Medien dienen kann. Ebenfalls auf Grund der
werkstofflichen Eigenschaft dieser Hohlkörper sowie der
Firstbausteine bestehen einfache nachträgliche Änderungs
möglichkeiten, indem vorhandene Bohrungen werkstofflich
homogen verschlossen und andere geöffnet werden. Es
ergibt sich auf diese Weise eine werkstofflich homogene
Struktur des gesamten Daches, bestehend aus Schräg
flächen und First, welche multifunktional nutzbar ist,
d. h. Elemente eines Daches mit solchen der Installations
technik oder auch der Klimatisierung, der Beheizung
sowie der Be- und Entlüftung in sich vereinigt.
Die Hohlkörper können sich innerhalb der Ebene einer
Dachschräge grundsätzlich beliebig erstrecken. So können
diese beispielsweise senkrecht zur Dachschräge verlau
fen. Vorzugsweise erstrecken sich die Hohlkörper ent
sprechend den Merkmalen des Anspruchs 11 jedoch in
Richtung der Dachschräge. Es können die Hohlkörper
ferner nicht nur mit dem Hohlraum der Firstbausteine in
Verbindung stehen, sondern auch untereinander ein in der
Fläche realisiertes Leitungsnetzwerk bilden.
Die Merkmale der Ansprüche 12 und 13 sind auf alterna
tive Formen der Nutzung des Systems der Hohlräume der
Firstbausteine sowie derjenigen der übrigen Dachteile
gerichtet. In Verbindung mit der Möglichkeit, den Geo
polymer-Werkstoff teilweise geschäumt und teilweise
kompakt einzustellen, besteht auf diese Weise die Mög
lichkeit, auf einer Seite des Daches Wärmestrahlung zu
absorbieren bzw. Wärmestrahlung zu emittieren und auf
der jeweils gegenüberliegenden Seite jeglichen Wärmeaus
tausch zu unterbinden. Diese teilweise strukturell
unterschiedliche Einstellung des Geopolymer-Werkstoffs
kann im Rahmen von großflächigen Wandheizungsanlagen
bzw. im Rahmen von Anlagen zur Absorbierung außen auf
treffender Sonnenstrahlung genutzt werden, oder zur
lediglich innenseitigen Abstrahlung von Wärme eines
Wärmeträgermediums, welches das System der genannten
Hohlräume durchströmt. Hier ergeben sich insbesondere
auch vielseitige Nutzungen in Verbindung mit Wärmepum
penanlagen oder sonstigen Wärmequellen.
Eine werkstoffgleiche außenseitige Beschichtung, welche
die Anordnung der Hohlkörper und ggf. einen Teil der
Firstbausteine überdeckt kann zu architektonischen
Zwecken entsprechend den Merkmalen des Anspruchs 14
vorgesehen sein.
Die Erfindung wird im folgenden unter Bezugnahme auf die
in den Zeichnungen schematisch wiedergegebenen Aus
führungsbeispiele näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Schnittdarstellung einer
mit einem erfindungsgemäßen Firstbaustein versehenen
Dachkonstruktion;
Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel einer mit einem anderen
erfindungsgemäßen Firstbaustein ausgerüsteten Dachkon
struktion in perspektivischer, teilweiser geschnittener
Darstellung.
Der erfindungsgemäße Firstbaustein 1 wird im wesent
lichen durch einen langgestreckten, einen Hohlraum 2
umschließenden Grundkörper 3 gebildet, wobei der Hohl
raum 2 einen kreisförmigen Querschnitt hat und sich in
Richtung der Längsachse des Grundkörpers 3 erstreckt.
Der Grundkörper 3 besteht aus einem Geopolymer-Schaum
werkstoff, dessen Dichte beispielsweise bei 0,35 gcm-3
eingestellt ist. Dieser Werkstoff ist in den, zu der
Längsmittelebene 4 symmetrisch geneigten Seitenflächen
5, die gleichzeitig Dachaußenflächen bilden, kompakt,
d. h. ungeschäumt konditioniert. Grundsätzlich, insbeson
dere dann, wenn diese Seitenflächen 5 beispielsweise aus
dekorativen Gründen beschichtet sind, kann der Grund
körper 3 jedoch auch zur Gänze geschäumt eingestellt
sein.
Entsprechend der Länge des jeweiligen Firstes sind
mehrere derartige Firstbausteine stirnseitig miteinander
verklebt, wobei die Länge des einzelnen Firstbausteins 1
lediglich durch dessen Handhabbarkeit begrenzt ist.
Zweckmäßigerweise ist diese Länge derart bemessen, daß
eine bauseitige Handhabbarkeit ohne die Notwendigkeit
eines schweren Hebezeuges möglich ist. Im verklebten
Zustand ergibt sich somit ein, durch die Gesamtheit der
Firstbausteine 1 bestimmter durchgehender Hohlraum, der
durch die Aneinanderreihung der Hohlräume 2 bestimmt
wird. Dieser Hohlraum kann in vielfältiger Weise genutzt
werden, worauf im folgenden noch näher eingegangen
werden wird.
Mit 6 ist eine, im Querschnitt kreisabschnittförmige
Abschlußleiste bezeichnet, die wiederum aus einem Geo
polymer-Schaumwerkstoff besteht, der in seinen, der
Außenseite zugekehrten Randschichten kompakt eingestellt
ist. Die konvexe Seite dieser Abschlußleiste 6 bildet
die Außenseite und es ist die ebene Unterseite zur
unmittelbaren Auflagerung auf der ebenfalls ebenen
Oberseite 7 des Firstbausteins 1 bestimmt, wobei die
Abschlußleiste 6 mit der genannten Oberseite verklebt
ist. Die Verklebung erfolgt zweckmäßigerweise stofflich
homogen, d. h. wiederum unter Verwendung eines Geopolymer-
Werkstoffs.
Die Abschlußleiste 6 erstreckt sich im übrigen in Längs
richtung des Firstbausteins 1, und zwar symmetrisch
bezüglich der vertikalen Längsmittelebene 4.
Der Firstbaustein 1 ist im übrigen bezüglich der Längs
mittelebene 4 symmetrisch ausgebildet und weist ein
sechseckiges Außenprofil auf. Dieses Profil ist mit
Anschlußflächen 8 versehen, die sich senkrecht zur Ebene
der sich an diese unmittelbar anschließenden Dachteile 9
erstrecken. Diese Ebene verläuft fluchtend zu der Ebene
der Seitenflächen 5 des Grundkörpers 3.
Die Dachteile 9, welche Teile eines Satteldachs bilden,
bestehen aus einzelnen, seitlich aneinandergesetzten,
langgestreckten, stabartigen, sich in Richtung der
Dachneigung erstreckenden Hohlkörpern 10, die jeweils im
Querschnitt kreisförmige, sich in deren Längsrichtung
erstreckende Hohlräume 11 umschließen. Die Hohlkörper 10
sind seitlich dichtend aneinandergesetzt und bilden
außenseitig eine geschlossene Dachfläche. Zu dekorativen
Zwecken, beispielsweise um außenseitig die Struktur
einer Ziegel- oder Schindeldeckung nachzubilden, können
diese Hohlkörper, wie an der Stelle 12 angedeutet,
beschichtet sein, wobei sich diese Beschichtung bis in
den Bereich der Abschlußleiste 6 - die Seitenflächen 5
somit gleichermaßen einbindend - erstrecken kann.
Die Hohlkörper 10 und gleichermaßen die außenseitig auf
diesen angebrachte Beschichtung bestehen wiederum aus
einem Geopolymer-Werkstoff, wobei im Bereich der An
schlußflächen 8 eine stumpfe, vorzugsweise stofflich
homogene, in jedem Fall dichtende Verklebung mit dem
Grundkörper 3 gegeben ist. Die Hohlkörper 10 sind in dem
gezeigten Ausführungsbeispiel in ihren Außenkonturen
vorzugsweise quadratisch oder rechteckig ausgebildet.
Grundsätzlich kommen jedoch auch andere Querschnitts
formen in Betracht, wobei ggf. zusätzliche Beschichtun
gen erforderlich werden, um eine außenseitig glatte
Oberfläche zu erzielen. Diese zusätzlichen Beschichtun
gen bestehen wiederum aus einem Geopolymer-Werkstoff.
Es sind vielseitige Nutzungen der Hohlräume 2, 11 mög
lich. So können zwischen wenigstens einzelnen der Hohl
räume 11 der Hohlkörper 10 und des Hohlraumes 2 des
Grundkörpers 3 durchgängige Verbindungen bestehen,
welches durch Anbringen von Bohrungen des Grundkörpers 3
ohne größeren Aufwand möglich ist. Das System der Hohl
räume 2, 11 kann in diesem Fall zur Aufnahme von Installationseinrichtungen,
zum Beispiel elektrischen Leitun
gen aller Art, jedoch auch Medienleitungen für Frisch
wasser, Abwasser, Belüftung und Entlüftung genutzt
werden.
Eine weitere Nutzung des Systems dieser Hohlräume be
steht darin, daß diese unmittelbar als Medienleitung
benutzt werden, wobei in diesem Fall entsprechend der
Art des Mediums eine Beschichtung der Innenseiten dieser
Hohlräume zweckmäßig ist.
Das System der Hohlräume 11 kann untereinander dahin
gehend in einer für ein Wärmeträgermedium durchgängigen
Verbindung stehen und ein die gesamte Dachfläche gleich
mäßig überdeckendes Netzwerk bilden. In Verbindung mit
einer kompakt eingestellten werkstofflichen Struktur der
Hohlkörper 10 auf der Außenseite, ggf. in Verbindung mit
einer dunklen Einfärbung kann auf diese Weise auftref
fende Sonnenstrahlung absorbiert und über das genannte
Wärmeträgermedium einer gebäudeseitigen Nutzung zuge
führt werden, beispielsweise in der Form von Warmwasser
oder auch in einer Wärmepumpenanlage. In diesem Fall ist
die Innenseite der Hohlkörper 10 zweckmäßigerweise
geschäumt ausgebildet, so daß in dieser Richtung kein
Wärmefluß stattfindet.
Es ist umgekehrt gleichermaßen möglich, die Innenseite
der Hohlkörper 10 wärmeleitfähig auszubilden, so daß
diese Innenseiten als großflächige Heizkörper für den
sich anschließenden Innenteil des Gebäudes wirken. In
diesem Fall sind die Außenseiten geschäumt eingestellt,
so daß ein Wärmeverlust in dieser Richtung nicht statt
findet. Beide Ausführungsvarianten können entsprechend
der Orientierung des Gebäudes relativ zu der einfallen
den Sonnenstrahlung auch gleichzeitig realisiert sein,
wobei über die eine Seite Sonnenstrahlung absorbiert
wird und wobei die andere Seite zur Raumheizung benutzt
wird. Der Firstbaustein 1, insbesondere dessen Hohlraum
2 kann besonders vorteilhaft in dieses Netzwerk einbe
zogen sein. Im Ergebnis steht somit eine Dachkonstruk
tion zur Verfügung, die in vielfältiger Weise zur Kli
matisierung, jedoch auch zu allgemeinen installations
technischen Zwecken nutzbar ist.
Die Wirkung der Abschlußleiste 6 besteht hauptsächlich
darin, daß durch diese ein gleichmäßiges Abströmen
auftreffender Niederschläge in Richtung auf die Dach
flächen hin gewährleistet ist. Darüberhinaus dient die
Abschlußleiste auch architektonischen Zwecken und kann -
soweit obige technische Funktion gewährleistet ist -
auch eine abweichende Querschnittsgestaltung aufweisen.
Schließlich besteht auch die Möglichkeit, den
Grundkörper 3 in seinem oberen Bereich spitzwinklig zu
gestalten, so daß obige Funktion der Abschlußleiste auf
diese Weise realisiert ist. Darüberhinaus kann das
System aus Grundkörper 3 und Abschlußleiste 6 auch
einstückig ausgebildet sein, ein Formgebungsvorgang, der
unter Verwendung eines Geopolymer-Schaumwerkstoffs
technisch in einfacher Weise durchführbar ist, und zwar
nach Maßgabe praktisch beliebiger Querschnittsprofile.
Ein weiterer Vorteil der gezeigten Dachkonstruktion
besteht darin, daß dieser als werkstofflich homogen
angesehen werden kann und aus einem Werkstoff besteht,
der im wesentlichen die Eigenschaften keramischer Werk
stoffe aufweist, d. h. als außerordentlich verschleißfest
und gegenüber Umgebungseinflüssen unempfindlich ange
sehen werden kann. Dies bringt praktisch eine lange
Lebensdauer dieser Konstruktionsform mit sich.
Aus werkstofflichen Gründen gestaltet sich auch die
Montage verhältnismäßig einfach, insbesondere sind die
gezeigten Bauteile sehr flexibel handhabbar, nachdem der
Geopolymer-Werkstoff in einfachster Weise zerspanend,
beispielsweise durch Sägen oder Bohren bearbeitet werden
kann, so daß das System der Hohlräume 2, 11 in sehr
flexibler Weise zu einem flächendeckenden Netzwerk
zusammengesetzt werden kann, und zwar ohne das ein
großer planerischer Aufwand hierzu erforderlich ist.
Gleichermaßen besteht eine einfache Möglichkeit nach
träglicher Änderungsmaßnahmen, da vorhandene Bohrungen
in einfacher Weise stofflich homogen durch Einsetzen
eines entsprechenden Bauteils verschlossen werden kön
nen, und zwar durch Klebung und in gleicher Weise andere
Bohrungen erstellt werden können, beispielsweise um
einzelne Hohlräume einer andersartigen Nutzung zuzufü
gen.
Schließlich besteht eine weitere Nutzungsmöglichkeit der
Hohlräume auch darin, diese mit einem baustatisch wirk
samen Werkstoff zum Beispiel Beton - ggf. in armierter
Form - auszufüllen, wenn eine erhöhte statische Trag
fähigkeit gefordert wird.
Es wird im folgenden auf das Ausführungsbeispiel gemäß
Fig. 2 Bezug genommen, in welchem Funktionselemente, die
mit demjenigen der Fig. 1 übereinstimmen auch ent
sprechend beziffert wird, so daß auf eine diesbezügliche
wiederholte Beschreibung verzichtet werden kann.
Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 entspricht dem
jenigen gemäß Fig. 1, wobei lediglich im Bereich der
Anschlußflächen 8 zylindrische, zum Einstecken in die
Hohlräume 11 bestimmte Vorsprünge 13 angeformt sind,
welche eine Montagehilfe bilden. Derartige Vorsprünge
können mit sämtlichen der Hohlkörper 10 zusammenwirken
oder auch nur mit einem Teil derselben, beispielsweise
dann, wenn ein anderer Teil zur Herstellung einer für
ein Medium oder für sonstige Installationszwecke durch
gängigen Verbindung mit dem Hohlraum 2 des Grundkörpers
3 steht. Gleichzeitig wird durch diese Vorsprünge 13 die
Klebefläche zwischen dem Hohlkörper 10 einerseits und
dem Grundkörper 3 vergrößert, so daß eine besonders
feste Verbindung zwischen den Dachteilen 9 und dem
Firstbaustein 1 gegeben ist.
Die Anschlußflächen 8 erstrecken sich wiederum senkrecht
zur Ebene der Dachteile 9.
Grundsätzlich kann auch der Kernbereich der Vorsprünge
13 durchbohrt sein um eine durchgängige Verbindung
zwischen den Hohlräumen 2, 11 bereitzustellen.
Claims (14)
1. Firstbaustein (1) zum oberseitigen Abschluß von
Dachkonstruktionen, die wenigstens zwei, bezüglich
einer vertikalen Längsmittelebene (4) geneigte Dach
flächen aufweisen, mit einem, einen durchgehenden
Hohlraum (2) umschließenden langgestreckten Grund
körper (3) , der unterseitig zum dichtenden Anschlie
ßen an die Dachflächen bestimmt und ausgestaltet ist,
wobei der Grundkörper (3) im wesentlichen aus einem
Geopolymer-Schaumwerkstoff besteht und wobei der
Geopolymer-Schaumwerkstoff lediglich in seinen Rand
schichten zumindest teilweise kompakt, d. h. unge
schäumt konditioniert ist (nach Patentanmeldung P 44 00 533.4-25),
dadurch gekennzeichnet,
- - daß der Grundkörper (3) einstückig ausgebildet ist und zwei bezüglich der Längsmittelebene (4) ge neigte Dachflächen aufweist und
- - daß der Hohlraum (2) im Umfangsbereich geschlossen ausgebildet ist.
2. Firstbaustein (1) nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet,
- - daß der Hohlraum (2) im Querschnitt kreisförmig ausgebildet ist.
3. Firstbaustein (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet,
- - daß der Grundkörper (3) unterseitig mit Anschluß flächen (8) für sich anschließende Dachteile (9) versehen ist, welche Anschlußflächen (8) sich senkrecht zur Dachflächenebene erstrecken.
4. Firstbaustein (1) nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet,
- - daß der Grundkörper (3) mit den übrigen Dachteilen (9) verklebt ist.
5. Firstbaustein (1) nach einem der vorangegangenen
Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
- - daß der Grundkörper (3) bezüglich der vertikalen Längsmittelebene (4) symmetrisch ausgebildet ist und eine sechseckige oder eine sonstige polygonale Außenkontur aufweist.
6. Firstbaustein nach einem der vorangegangenen An
sprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
- - daß der Grundkörper (3) eine ebene, horizontale Oberseite (7) aufweist, die der Auflagerung einer Abschlußleiste (6) dient.
7. Firstbaustein (1) nach Anspruch 6, dadurch gekenn
zeichnet,
- - daß die Abschlußleiste (6) werkstoffgleich mit dem Grundkörper (3) ausgebildet ist.
8. Firstbaustein (1) nach Anspruch 6 oder 7, dadurch
gekennzeichnet,
- - daß die Abschlußleiste (6) eine kreisabschnitt förmige Gestaltung aufweist, deren konvexer Teil die Oberseite bildet.
9. Firstbaustein (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
- - daß der Grundkörper (3) einstückig mit der Ab schlußleiste ausgebildet ist.
10. Dachkonstruktion unter Verwendung von wenigstens
einem Firstbaustein (1) gemäß einem der vorangegan
genen Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
- - daß die, sich an die Anschlußflächen (8) anschlie ßenden Dachteile (9) durch eine Anordnung von seitlich dichtend aneinandergesetzter, jeweils einen Hohlraum (11) umschließende, langgestreckte Hohlkörper (10) gebildet werden, und
- - daß die Hohlkörper (10) werkstoffgleich mit dem Grundkörper (3) ausgebildet und über die Anschluß flächen (8) mit letzterem verklebt sind.
11. Dachkonstruktion nach Anspruch 10, dadurch gekenn
zeichnet,
- - daß sich die Hohlkörper (10) in Richtung der Dach schräge erstrecken und
- - daß wenigstens ein Teil der Hohlräume (11) mit dem Hohlraum (2) des Firstbausteins (1) in durchgän giger Verbindung steht.
12. Dachkonstruktion nach Anspruch 10 oder 11, dadurch
gekennzeichnet,
- - daß das System der Hohlräume (2, 11) ein zumindest die Dachfläche überdeckendes, flächenhaftes Netz werk bildet, welches der Führung eines Wärmeträger mediums, Frischwasser oder Abwasser dient oder zu Zwecken der Be- und/oder Entlüftung genutzt ist.
13. Dachkonstruktion nach Anspruch 10 oder 11, dadurch
gekennzeichnet,
- - daß das System der Hohlräume (2, 11) zur Aufnahme von Installationseinrichtungen wie zum Beispiel elektrischen Leitungen und/oder Rohrleitungen eingerichtet ist.
14. Dachkonstruktion nach einem der vorangegangenen
Ansprüche 10 bis 13, gekennzeichnet durch eine werk
stoffgleiche außenseitige, zumindest die Anordnung
der Hohlkörper (10) überdeckende dekorativ wirkende
Beschichtung.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4438479A DE4438479C2 (de) | 1994-01-11 | 1994-10-27 | Firstbaustein und Dachkonstruktion unter Verwendung eines solchen Firstbausteins |
| DE9418680U DE9418680U1 (de) | 1994-10-27 | 1994-10-27 | Firstbaustein und Dachkonstruktion unter Verwendung wenigstens eines solchen Firstbausteins |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4400533A DE4400533C1 (de) | 1994-01-11 | 1994-01-11 | Firstbaustein |
| DE4438479A DE4438479C2 (de) | 1994-01-11 | 1994-10-27 | Firstbaustein und Dachkonstruktion unter Verwendung eines solchen Firstbausteins |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4438479A1 true DE4438479A1 (de) | 1996-05-02 |
| DE4438479C2 DE4438479C2 (de) | 1996-09-05 |
Family
ID=25932939
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4438479A Expired - Fee Related DE4438479C2 (de) | 1994-01-11 | 1994-10-27 | Firstbaustein und Dachkonstruktion unter Verwendung eines solchen Firstbausteins |
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| DE3034672A1 (de) * | 1980-09-13 | 1982-03-25 | Karl Heinz 3353 Bad Gandersheim Vahlbrauk | Bauelement zur herstellung eines dachfirstes |
| DE3210607A1 (de) * | 1982-03-23 | 1983-09-29 | Heinz Ing.(grad.) 8644 Pressig Carl | Dach aus vorgefertigten betonplatten |
| DE4241260A1 (de) * | 1992-12-08 | 1994-06-09 | Vahlbrauk Lorowerk | Dachkonstruktion |
-
1994
- 1994-10-27 DE DE4438479A patent/DE4438479C2/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3034672A1 (de) * | 1980-09-13 | 1982-03-25 | Karl Heinz 3353 Bad Gandersheim Vahlbrauk | Bauelement zur herstellung eines dachfirstes |
| DE3210607A1 (de) * | 1982-03-23 | 1983-09-29 | Heinz Ing.(grad.) 8644 Pressig Carl | Dach aus vorgefertigten betonplatten |
| DE4241260A1 (de) * | 1992-12-08 | 1994-06-09 | Vahlbrauk Lorowerk | Dachkonstruktion |
Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| Konferenzbericht der "American Ceramic Society" von der "12th Annual Conference on Composites and Advanced Ceramic Material, January 17-22 1988, S. 835-841, ISSN 0196-6219 * |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4438479C2 (de) | 1996-09-05 |
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