DE4328276A1 - Verfahren zur Verbrennung von Treibstoff - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren
zur Verbrennung von Treibstoff. Insbesondere bezieht sich die
Erfindung auf ein Verfahren zur Verbrennung von Treibstoff
unter verringerter Abgabe von Ruß und NOx.
Ruß wird erzeugt, wenn beim Verbrennen nicht genug Sauer
stoff um die Treibstoff-Moleküle oder -Teilchen herum vorhanden
ist. Solcher Ruß wird in die Atmosphäre abgegeben und verur
sacht Luftverschmutzung. Deshalb wurden große Anstrengungen
unternommen, um die Rußbildung zu verhindern. In der Technik
der Verbrennungsmotoren, die Treibstoff in einer Verbrennungs
kammer verbrennen, wird z. B. die Verbrennung anfangs unter der
Bedingung eines fetten Treibstoff-Luft-Gemisches durchgeführt
und später unter der Bedingung eines mageren Treibstoff-Luft-
Gemisches, um die Rußbildung während der späteren Verbrennung
zu begrenzen, wie in der japanischen Offenlegungsschrift Nr.
3-3920 offenbart.
Wird aber die Treibstoff-Luft-Mischung unter der Bedingung
eines fetten Treibstoff-Luft-Gemisches verbrannt, wird immer
Ruß erzeugt, und deshalb wird bei der anfänglichen Verbrennung
im genannten Verbrennungsmotor Ruß erzeugt. Es ist schwierig,
die Rußbildung bei der anfänglichen Verbrennung in Verbren
nungsmotoren und aufanderen Gebieten zu verhindern. Das hängt
damit zusammen, daß der Mechanismus der Rußbildung nicht aufge
klärt ist. Wenn der Mechanismus der Rußbildung aufgeklärt ist,
kann die Erzeugung von Ruß verhindert werden.
Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung eines Verfah
rens zur Verbrennung von Treibstoff ohne Rußbildung, indem der
Mechanismus der Rußbildung aufgeklärt wird.
Andere Aufgaben und Vorteile der Erfindung werden aus der
folgenden, detaillierten Beschreibung in Verbindung mit den
beigefügten Patentansprüchen ersichtlich.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen:
Die Fig. 1 bis 7 sind Ansichten, die den Ablauf der Ruß
bildung darstellen.
Fig. 8 ist eine schematische Ansicht einer Vorrichtung,
die in einem Beispiel der Erfindung verwendet wird.
Fig. 9 ist eine Grafik, die die NO-Reinigung darstellt,
die mit einer Anlage nach Fig. 8 erzielt wird.
Detaillierte Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen:
Gemäß der Erfindung wird ein neues Verfahren zur Verbren
nung von Treibstoff bereitgestellt, das die erwähnten Probleme
vermeidet und einen Verbrennungsprozeß für Treibstoff mit redu
zierter Ruß- und NOx-Bildung bereitstellt. Das Verfahren der
vorliegenden Erfindung umfaßt die folgenden Schritte: Verbren
nen eines Treibstoffes; In-Kontakt-bringen einer inneren
Schale, die im Verlauf der Rußbildung erzeugt wird, mit anderen
Bestandteilen in einem Verbrennungsgas, um die chemischen Reak
tionen mit diesen anderen Bestandteilen im Verbrennungsgas zu
fördern, bevor sich eine äußere Schale bildet; gleichzeitiges
Verhindern der Bildung der äußeren Schale um die innere Schale.
Indem die innere Schale mit den anderen Bestandteilen im
Verbrennungsgases in Kontakt gebracht wird, wird wegen der
hohen Reaktivität der inneren Schale eine chemische Reaktion
mit den anderen Bestandteilen im Gas gefördert. Zeitgleich wird
die Bildung der äußeren Schale um die innere Schale verhindert
und damit die Rußbildung.
Unter Bezugnahme auf die Fig. 1 bis 7 wird der Mechanismus
der Rußbildung beschrieben, der von den Autoren dieser Anmel
dung aufgeklärt wurde. Fig. 1 bis 7 zeigen den Mechanismus der
Rußbildung in einem Dieselmotor, jedoch wurde bestätigt, daß
jeder beliebige, bei der Verbrennung zur Anwendung kommende
Treibstoff Ruß mit einem ähnlichen Mechanismus bildet.
Fig. 1 zeigt ein Beispiel eines Treibstoffmoleküls, das im
Leichtöl enthalten ist. Dieses Treibstoffmolekül hat ein Mol
gewicht von ungefähr 200 und eine Konfiguration, in der die
Kohlenstoffatome linear gebunden sind.
Am Beginn einer Verbrennung von Treibstoff nehmen die
Treibstoffmoleküle die Gestalt cyclischer Strukturen von C6 bis
C10 an, wie in Fig. 2 dargestellt, dann werden sie kugelförmige
Cluster 10 mit C60 oder C72, wie in Fig. 3 gezeigt. Diese Clu
ster 10 bestehen aus einer Kombination von 6gliedrigen und
5gliedrigen Ringstrukturen.
Wie in Fig. 4 gezeigt, stapeln sich während der Verbrennung
Teilkugel-Strukturen 12, bestehend aus einer Kombination von
6gliedrigen und 5gliedrigen Ringstrukturen, nach und nach um
die Cluster 10. Ein auf diese Weise gebildetes Teilchen wächst
weiter und wird am Ende dieses Schrittes ein Teilchen mit einer
Teilchengröße von etwa 3 nm.
Als nächstes konglomerieren einige dieser Teilchen und bil
den ein Aggregat von Teilchen, wie in Fig. 5 dargestellt. Die
ses Aggregat wird als eine innere Schale bezeichnet. Jedes der
Teilchen, die die innere Schale bilden, hat eine hohe Aktivi
tät, weil es von einer Struktur 12 umgeben ist, die aus insta
bilen 5gliedrigen Ringstrukturen besteht. Deshalb hat die
innere Schale eine hohe Aktivität.
Mit Fortschreiten der Verbrennung bilden sich stabile Gra
phitelemente, und diese Graphitelemente 14 stapeln sich nach
und nach um die innere Schale, wie in Fig. 6 gezeigt. Auf diese
Weise wächst ein Teilchen, das aus einer inneren Schale und
Graphitelementen 14 um die innerer Schale herum besteht, weiter
und wird am Ende dieses Schrittes ein Teilchen mit einer Teil
chengröße von ungefähr 30 nm. Wie beschrieben, besteht ein
Teilchen während dieses Schrittes aus einer inneren Schale und
einer Schicht aus Graphitelementen 14 um diese innere Schale
herum, und diese Schicht aus Graphitelementen wird als äußere
Schale bezeichnet. Diese Graphitelemente sind stabil und haben
eine geringe Aktivität. Deshalb hat diese äußere Schale keine
Aktivität.
Als nächstes verbinden sich die in Fig. 6 dargestellten
Teilchen linear, wie in Fig. 7 dargestellt. Solche Teilchen
gruppen, wie in Fig. 7 gezeigt, stellen das Material dar, das
Ruß genannt wird.
Wie vorstehend beschrieben, wird bei der Rußbildung während
der Verbrennung von Leichtöl, wie es in Dieselmotoren Verwen
dung findet, eine äußere Schale um eine innere Schale gebildet.
Allerdings ist bei Ruß, der bei der Verbrennung von Benzin ent
steht, wie es in Benzinmotoren Verwendung findet, die Grenze
zwischen innerer und äußerer Schale etwas unklar. D.h., Benzin
verbrennt ähnlich, wie in Fig. 1 bis 4 dargestellt, aber die in
Fig. 4 dargestellten Teilchen agglomerieren nicht, wie in
Fig. 5 gezeigt. Wenn die in Fig. 4 dargestellten Teilchen zu
wachsen beginnen, stapeln sich Graphitelemente drumherum und
bilden die äußere Schale. Das ist ein Typ von Ruß, der sich
bildet, wenn eine Vormischung verbrannt wird. Deshalb bildet
sich dieser Ruß in ähnlicher Weise, wenn Kerosin oder Schweröl
in einem Heizkessel verbrannt wird.
Obwohl die Grenze zwischen innerer und äußerer Schale etwas
unklar ist, ist es offensichtlich, daß die äußere Schale um die
innere Schale gebildet wird. Deshalb besteht Ruß, der sich im
Verlauf der Verbrennung des Treibstoffs bildet, sicher aus
einer inneren und einer äußeren Schale. Also bildet jeder
Brennstoffim Verlauf der Rußbildung zuerst eine innere Schale
mit hoher Aktivität, und dann bildet sich eine inaktive, äußere
Schale um die innere.
Wie schon beschrieben, ist die äußere Schale inaktiv. Des
halb kann der Ruß, sobald sich die äußere Schale gebildet hat,
nicht mehr brennen, selbst wenn genug Sauerstoff um den Ruß
herum vorhanden ist, und der Ruß bleibt, wie er ist. Nach bis
heriger technischer Lehre wird angenommen, daß Ruß eine geringe
Reaktivität hat und keine chemischen Reaktionen eingeht, da er
einen inaktiven Zustand erreicht hat.
Die Autoren dieser Erfindung aber haben gefunden, daß es
eine Stufe im Verlauf der Rußbildung gibt, auf der der Ruß eine
hohe Aktivität besitzt, d. h. es bildet sich eine innere Schale
mit hoher Aktivität im Verlauf der Rußbildung. So können unter
Verwendung solch einer inneren Schale mit hoher Aktivität ver
schiedene chemische Reaktionen ablaufen. Wenn es z. B. genug
Sauerstoff gibt, wenn die innere Schale erzeugt wird, kann sie
sofort oxidiert werden und es bildet sich kein Ruß. Es macht
nämlich keinen Sinn, genug Sauerstoff in der Umgebung der äuße
ren Schale bereitzustellen, wenn sie sich erst einmal gebildet
hat. Es muß genug Sauerstoff in der Umgebung der inneren Schale
zum Zeitpunkt ihrer Bildung anwesend sein.
Wenn ein Material in der Umgebung der inneren Schale anwe
send ist, das reduziert werden kann, wie z. B. ein Oxid, kann
die innere Schale den Sauerstoffaus einem solchen Oxid entfer
nen und das Oxid wird reduziert. Es macht ebenfalls keinen
Sinn, genug Oxid in der Umgebung der äußeren Schale bereitzu
stellen, wenn sie sich erst einmal gebildet hat. Es muß genug
Oxid in der Umgebung der inneren Schale zum Zeitpunkt ihrer
Bildung anwesend sein.
Wenn Ruß, der aus einer inneren Schale mit hoher Aktivität
besteht, in Kontakt mit anderen Bestandteilen gebracht wird,
bevor sich die inaktive, äußere Schale um die innere Schale
bildet, wird eine chemische Reaktion der anderen Bestandteile
im Verbrennungsgas durch den Ruß, der aus einer inneren Schale
besteht, gefördert. Das ist das Prinzip des Verfahrens zur Ver
brennung von Treibstoff gemäß der vorliegenden Erfindung unter
Ausnutzung der hohen Aktivität der inneren Schale.
Ein Beispiel für "Treibstoff, der im Verlauf der Verbren
nung Ruß erzeugen kann," schließt typischerweise verschiedene
Petroltreibstoffe, wie z. B. Benzin, Leichtöl, Schweröl und ähn
liches, ein, ist aber nicht beschränkt auf Petroltreibstoff. Er
schließt gasförmige Treibstoffe, wie z. B. Erdgas, und feste
Treibstoffe, wie z. B. Kohle, ein. Ein nicht einschränkendes
Beispiel eines "Verbrennungsortes und eines Abgabeortes von
Verbrennungsgas" schließt einen Benzinmotor, einen Dieselmotor,
einen Heizkessel, verschiedene Verbrennungsheizgeräte und ihre
Auspuffsysteme, wie z. B. Auspuffkrümmer und Auspuffleitungen,
ein. Beispiele für "bestimmte Bestandteile außer Ruß im Ver
brennungsgas" schließen Stickoxide (NOx) ein, die Luftver
schmutzung verursachen. Es besteht der Wunsch, dieses NOx durch
eine Reduktionsreaktion zu Stickstoffgas (N2) zu reduzieren.
Die bestimmten Bestandteile schließen auch verschiedene
bekannte und unbekannte Materialien ein, die im Verbrennungsgas
vorhanden sind oder erzeugt werden und eine gewünschte chemi
sche Reaktion mit der inneren Schale eingehen können.
Wenn es einen zweiten Bestandteil im Verbrennungsgas gibt
(ein anderer als die Bestandteile, die die chemische Reaktion
fördern sollen), der eine Reaktivität bezüglich einer inneren
Schale aufweist, ist es denkbar, daß die innere Schale bevor
zugt mit einem solchen, zweiten Bestandteil reagiert. In einem
solchen Fall ist es bevorzugt, die innere Schale erst in Kon
takt mit einem Bestandteil, der ihre chemische Reaktion fördern
soll, zu bringen, wenn die Konzentration des zweite Bestand
teils auf natürliche Weise oder durch geeignete Mittel verrin
gert worden ist. Ein Beispiel eines solchen Falles ist die
Situation, daß Sauerstoff als zweiter Bestandteil wirkt, wäh
rend das in einem Dieselmotor erzeugte NOx durch Kontakt mit
der inneren Schale reduziert werden soll.
Läßt man einen Bestandteil, der die chemische Reaktion der
inneren Schale fördern soll, mit ihr in Kontakt zu treten, wird
ihr Wachstum zum Ruß unterbunden. Diese innere Schale kann
leicht oxidiert und zerstört werden, wenn sie mit Sauerstoff in
Verbindung gebracht wird. Deshalb kann die Menge an abgegebenem
Ruß gemäß der Erfindung reduziert werden.
Zur Illustration des Effekts der Erfindung wird das fol
gende Beispiel angegeben. In diesem Beispiel wird die NO-Reini
gung im Verhältnis zur Temperatur gemessen, indem ein Modell-
Gas mit einer definierten Konzentration an NO in Kontakt mit
der getrennt erzeugten, inneren Schale gebracht wird.
Fig. 8 ist eine schematische Darstellung einer Vorrichtung,
die in diesem Beispiel Verwendung findet. In Fig. 8 wird ein NO
enthaltendes Modell-Gas im Gaszylinder 21 durch das Ventil 22
in die Leitung 23 gelassen. Dann wird das Modell-Gas die das
Reaktionsrohr 25 eingelassen, das mit der Heizung 24 versehen
ist. Ein Differential-Auspuff 26, der durch Bogenentladung an
Graphit eine innere Schale mit ungefähr 3 nm Durchmesser
erzeugt, ist mit einem Ende des Reaktionsrohres 25 durch die
Leitung 27 verbunden. Das Gas, das aus dem anderen Ende des
Reaktionsrohres 25 austritt, wird zu einem NOx-Meßgerät 28
geleitet- von dem die NO-Konzentration im Modell-Gas und damit
die NO-Reinigung gemessen wird.
Fig. 9 illustriert ein Ergebnis der Messung der NO-Reini
gung des Modell-Gases, bei der das Modell-Gas und die innere
Schale im erhitzten Reaktionsrohr 25 in Kontakt miteinander
gebracht werden, während die Temperatur langsam erhöht wurde.
In Fig. 9 stellt die Abszisse die Temperatur innerhalb des
Reaktionsrohres 25 dar und die Ordinate die NO-Reinigung (%).
Fig. 9 zeigt, daß NO besonders oberhalb von 355°C wirkungsvoll
gereinigt wird.
Claims (6)
1. Verfahren zur Verbrennung von Treibstoff umfassend die
Schritte: Verbrennen eines Treibstoffes; In-Kontakt-bringen
einer inneren Schale, die im Verlauf der Rußbildung erzeugt
wird, mit anderen Bestandteilen in einem Verbrennungsgas zur
Förderung einer chemischen Reaktion der genannten, anderen
Bestandteile im Verbrennungsgas, bevor eine äußere Schale
gebildet wird; gleichzeitiges Verhindern der Bildung einer
äußeren Schale um die innere Schale.
2. Verfahren nach Anspruch 1, worin der andere Bestandteil
NOx-Gas ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, worin abgegebenes NOx-Gas
reduziert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, worin die Menge des abgegebe
nen Rußes verringert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, worin der Treibstoff aus der
Gruppe ausgewählt ist, bestehend aus flüssigem Petroltreib
stoff, Gas-Treibstoff und festem Treibstoff.
6. Verfahren nach Anspruch 1, das in einem Benzinmotor,
einem Dieselmotor, einem Heizkessel und verschiedenen Verbren
nungsheizgeräten oder ihren Auspuffsystemen angewendet wird.
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