DE4323312A1 - Vorrichtung zum Entladen der Wände einer Kunststoffkabine - Google Patents
Vorrichtung zum Entladen der Wände einer KunststoffkabineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entladen der
Wände einer Kunststoffkabine, in der Werkstücke mittels
einer Pulversprühvorrichtung beschichtet werden, wobei das
Pulver in der Pulversprühvorrichtung unter Spannung gesetzt
und das Werkstück geerdet wird.
In Kunststoff-Kabinen für den beschriebenen Zweck sollten
die Innenwände von Zeit zu Zeit aus folgenden Gründen elek
trisch neutralisiert werden: nicht alle Pulverteilchen werden
in der Pulversprühvorrichtung (Sprühpistole) negativ aufge
laden. Es entsteht vielmehr stets auch ein kleiner Anteil
entgegengesetzt geladener Teilchen, besonders im Feinkornbe
reich. Daraus ergibt sich, daß nach längerem Betrieb der
Kunststoffkabine sich auf deren Innenwänden ein stark haf
tender Belag aus ungeladenen und zum Teil positiv geladenen
Feinkorn-Pulverteilchen bildet (die Wände der Kunststoffka
bine sind negativ geladen). Bei der von Zeit zu Zeit erfol
genden Kabinenreinigung ist dieser Belag nur sehr schwer zu
entfernen, da er beim mechanischen Abblasen sogleich wieder
elektrostatisch von den Wänden angezogen wird und erneut
daran anhaftet.
Durch den Belag wird die erwünschte negative Ladung der
Innenwände nach längerem Betrieb teilweise kompensiert. Dies
mindert die sogenannte "Drückerelektrodenwirkung" der Kunst
stoffwände, welche normalerweise die ja ebenfalls negativ
geladenen Pulverteilchen abstößt und somit in Richtung auf
das geerdete Werkstück lenkt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die genannten
Nachteile zu vermeiden und eine Vorrichtung der im Oberbe
griff des Anspruchs 1 angegebenen Art zu schaffen, mittels
der sich eine wirksame Entfernung oder mindestens Vermin
derung von Oberflächenladungen der Innenwände der Kunst
stoffkabine erreichen läßt.
Diese Aufgabe ist bei einer Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 durch ein in die Kunststoffkabine einzubrin
gendes geerdetes Metallgestell mit nach außen zu den Wänden
der Kunststoffkabine hin weisenden Spitzenelektroden gelöst.
Handelt es sich um eine Kunststoffkabine, bei welcher die
Werkstücke mittels einer geerdeten Fördervorrichtung durch
die Kunststoffkabine bewegt werden, so ist vorteilhaft, wenn
das erfindungsgemäße Metallgestell Haken oder dergleichen
zum Anhängen an die Fördervorrichtung und zur Mitnahme durch
diese aufweist.
Bei einer konstruktiven Ausführung ist das Metallgestell von
zwei parallelen, über Streben verbundenen Lochblechen gebil
det, von deren Umfängen die Spitzenelektroden nach allen
Seiten hin wegstehen. Die Lochbleche sind im Falle der Bewe
gung der Werkstücke durch die Kunststoffkabine mittels der
Fördervorrichtung quer zur Bewegungsrichtung angeordnet.
Vorzugsweise sind die Spitzenelektroden in den Ebenen der
Lochbleche angeordnet, und jedes Lochblech kann einen Auf
hängebügel zum Aufhängen des Gestells an eine Fördervorrich
tung aufweisen.
Ein Verfahren zum elektrischen Entladen der Wände einer
Kunststoffkabine weist die Merkmale des Anspruchs 6 auf.
Das Verfahren und die Vorrichtung nach der Erfindung schaffen
eine wirksame Entladung der Innenwände einer Kunststoffka
bine, an denen sich die sehr feinen Pulverpartikel aufgrund
der statischen Aufladung absetzen. Die Entladung der Pulver
kabine ist insbesondere bei einem Farbwechsel sinnvoll. Die
Entladung erfolgt dabei nicht mechanisch sondern mit Hilfe
der Spitzenelektroden an dem durch die Kunststoffkabine
bewegten Metallgestell elektrostatisch. Die Spitzenelektro
den, die in möglichst kleinem Abstand an dem Metallgestell
angeordnet sind, saugen bei ihrer Bewegung entlang den In
nenwänden die Ladungen von den Innenwänden ab und neutra
lisieren sie dadurch.
Die Erfindung ist im folgenden anhand einer Zeichnung an
einem Ausführungsbeispiel mit weiteren Einzelheiten näher
erläutert.
Die einzige Figur zeigt eine perspektivische Darstellung
eines Metallgestelles in einer strichpunktiert angedeuteten
Kunststoffkabine. Das insgesamt mit der Bezugszahl 2 be
zeichnete Metallgestell hat zwei im Abstand angeordnete
Lochbleche 4, 4, die parallel zueinander und quer zur Bewe
gungsrichtung (Pfeil A) eines nicht gezeigten Förderers
stehen und durch Streben 6 voneinander im Abstand gehalten
sind. Jedes Lochblech weist einen Aufhängebügel 8 mit daran
befestigtem Haken 10 auf. Über die Haken 10 wird das Metall
gestell 2 an ein bewegtes Förderorgan (angedeutet durch die
strichpunktierte Linie 12) eingehängt, so daß das Metallge
stell längs des Pfeiles A mittels des Förderorganes 12 durch
eine strichpunktiert angedeutete Kunststoffkabine 20 hindurch
bewegbar ist. Die Frontseite 22 ist ebenso wie die Rückseite
dieser Kunststoffkabine 20 offen bzw. mittels Türen ver
schließbar, wenn ein Sprühvorgang stattfindet. In diesem
Fall werden statt des Metallgestells 2 Werkstücke mittels
des Hängeförderers 12 durch die Kunststoffkabine 20 gefördert
und in bekannter Weise mittels elektrostatischen Sprühvor
richtungen beschichtet. In der Decke 24 der Kunststoffkabine
20 ist ein Schlitz 26 angeordnet, um die Haken 10 zum Auf
hängen des Metallgestells 2 nach oben zum außerhalb angeord
neten Förderer 12 durchzulassen.
Jedes Lochblech 4 ist um seinen gesamten, bei dem gezeigten
Ausführungsbeispiel entsprechend dem Querschnitt der Kunst
stoffkabine quadratisch ausgebildeten Umfang mit eng benach
barten Spitzenelektroden 5 besetzt, die zu den Innenwänden,
d. h. dem Boden 23, der Decke 24 und den beiden Seitenwänden
28, 30 der Kunststoffkabine 20 hin, in der Ebene des jeweili
gen Lochblechs 4 orientiert sind.
Zum Entladen der nach einer gewissen Betriebsdauer aufgela
denen Innenwände 23, 24, 28, 30 wird anstelle von Werkstücken
das Metallgestell 2 durch die Kunststoffkabine 20 in Richtung
des Pfeiles A mittels des Hängeförderers 12 bewegt. Dabei
saugen die Spitzenelektroden 5 ähnlich wie Blitzableiter die
Ladungen von den Innenwänden ab und neutralisieren diese
dadurch.
Zusätzlich können an dem Gestell Borsten aus leitfähigem
Kunststoff befestigt sein, die eine direkte leitende Verbin
dung zur Kabinenwand herstellen (nicht gezeigt).
Claims (6)
1. Vorrichtung zum Entladen der Wände (23, 24, 28, 30)
einer Kunststoffkabine (20), in der Werkstücke mit
tels einer Pulversprühvorrichtung beschichtet werden
können, wobei das Pulver in der Pulversprühvorrich
tung unter Spannung gesetzt und das Werkstück geerdet
wird, gekennzeichnet durch ein in die
Kunststoffkabine (20) einzubringendes geerdetes
Metallgestell (2) mit nach außen zu den Wänden (23,
24, 28, 30) der Kunststoffkabine hin weisenden
Spitzenelektroden (5).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der die Werkstücke
mittels einer geerdeten Fördervorrichtung (12) durch
die Kunststoffkabine bewegt werden, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Metallgestell (2) Haken
(10) oder dergleichen zum Anhängen an die Fördervor
richtung (12) und Mitnahme durch diese aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Metallgestell (2)
von zwei parallelen, über Streben (6) verbundenen
Lochblechen (4) gebildet ist von deren Umfängen die
Spitzenelektroden (5) nach allen Seiten hin weg
stehen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Spitzenelektroden (5) in den
Ebenen der Lochbleche (4) angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß jedes Lochblech (4)
einen Aufhängebügel (8) zum Aufhängen des Gestells an
eine Fördervorrichtung (12) aufweist.
6. Verfahren zum elektrischen Entladen der Wände (23,
24, 28, 30) einer Kunststoffkabine (20), in der
Werkstücke von einem Förderer (12) durch die Kabine
(20) bewegt und dabei mittels einer Pulversprühvor
richtung elektrostatisch beschichtet werden, wobei
das Pulver in der Pulversprühvorrichtung unter Span
nung gesetzt und das Werkstück geerdet wird, dadurch
gekennzeichnet, daß jeweils nach einem
Beschichtungszyklus anstelle von Werkstücken ein mit
Spitzenelektroden (5) versehenes Metallgestell (2)
durch die Kunststoffkabine (20) gefördert wird,
wobei die Spitzenelektroden (5) auf die zu entla
denden Wände (23, 24, 28, 30) der Kunststoffkabine
(20) hingerichtet sind und die Pulversprühvorrichtung
stillgelegt ist.
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