DE19632899A1 - Vorrichtung zum Bestäuben bewegter Gegenstände, insbesondere bedruckter Papierbögen - Google Patents
Vorrichtung zum Bestäuben bewegter Gegenstände, insbesondere bedruckter PapierbögenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bestäuben beweg
ter Gegenstände, insbesondere bedruckter Papierbögen, gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Derartige Vorrichtungen zum Bestäuben werden in Abstapelvor
richtungen für die bedruckten Papierbögen in einer Bo
genoffset-Druckmaschine eingesetzt. Dabei tritt das Problem
auf, daß der sehr feinkörnige Puder, der mit einem Luftstrom
auf die Papierbögen aufgebracht wird, nur zu einem geringen
Teil auf dem Papierbogen abgelegt wird. Aufgrund der sehr
hohen Transportgeschwindigkeiten der Papierbögen - ca. 15000
Bögen pro Stunde - treten starke Luftverwirbelungen auf, so
daß ein großer Teil des Puders nicht den Papierbogen er
reicht, sondern zur Verschmutzung der Druckmaschine bzw. der
Umgebungsluft beiträgt.
Zur Verbesserung des Wirkungsgrades der Bestäubung wurde
gemäß der DE-OS 26 46 798 vorgeschlagen, die Puderteilchen
aufzuladen und in geladenem Zustand auf den Papierbogen
aufzubringen. Dadurch wird zwar eine verbesserte Haftung der
Puderteilchen auf dem Papierbogen bewirkt, jedoch hat diese
bekannte Vorrichtung den Nachteil, daß der geladene Puder
nicht nur besser auf den Papierbögen haftet, sondern auch an
sämtlichen insbesondere metallisch neutralen Gegenständen,
insbesondere den Transportmitteln für die Papierbögen stär
ker anhaftet. Die Transportmittel, das sind in der Regel
Greifer, sind nach kurzer Zeit mit einer dicken Schicht
Puder beladen.
Aus der DE-OS 29 36 754 ist eine Vorrichtung bekannt, mit
der der auf dem Papierbogen abzulagernde Puder im wesentli
chen elektrisch neutral aus Düsen abgegeben und vor dem
Auftreffen auf dem Papierbogen durch eine Korona-Entladung
aufgeladen wird. Es hat sich herausgestellt, daß die Puder
teilchen nur unzureichend aufgeladen werden und eine Ver
schmutzung der Druckmaschine und der Transportmittel für die
Papierbögen noch nicht genügend reduziert ist, da sich die
geladenen Puderteilchen weiterhin an den auf Massenpotential
liegenden Transportmitteln und Maschinenteilen fest anhaf
ten. Auch bei dieser Vorrichtung werden im Laufe der Be
triebszeit diese elektrisch neutralen Metallteile mit einer
dicken Schicht geladener Puderteilchen überzogen.
Aus dieser Erkenntnis heraus wurde eine Vorrichtung vorge
schlagen (DE-OS 33 30 665), bei der der Puder beim Austritt
aus der Düse ein elektrisches Wechselfeld durchläuft und
somit die Puderteilchen elektrisch neutralisiert werden.
Dadurch ist zwar das elektrostatische Anhaften von Puder auf
metallischen Maschinenteilen vermieden, aber es treten dann
wieder die ursprünglichen Probleme auf, daß der sehr fein
körnige Puder durch die Luftverwirbelungen große Bereiche
der Druckmaschine und die Umgebung verschmutzt. Nur ein
geringer Teil des Puders kann auf den Papierbögen abgelagert
werden.
Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der
Erfindung, eine verbesserte Vorrichtung zum Bestäuben beweg
ter Gegenstände bereitzustellen, mit der der Puder effektiv
auf den Gegenständen abgelegt werden kann und die gewährlei
stet, daß eine geringere Verschmutzung auftritt.
Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den
Merkmalen des Anspruchs 1.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist in bekannter Weise
Mittel zum elektrischen Aufladen der Puderteilchen mit einer
bestimmten Polarität auf. Wenn die Mittel zum Transport der
Gegenstände, wie bedruckte Papierbögen, elektrische Ladungen
tragen mit der gleichen Polarität wie die Puderteilchen,
werden diese von den Transportmitteln elektrostatisch abge
stoßen und bleiben nicht an diesen haften. Dadurch bleiben
die Transportmittel verschmutzungsfrei, obwohl sie während
des Bestäubens dem Puder unmittelbar benachbart sind.
Aufgrund der elektrischen Aufladung der Puderteilchen blei
ben diese besser am Papierbogen haften und können mittels
elektrostatischer Kräfte besser von der Tragluft getrennt
und auf den Papierbogen gebracht werden. Insgesamt läßt sich
damit eine effektivere Bestäubung der Papierbögen bewerk
stelligen, wobei gleichzeitig die Verschmutzung der Maschine
durch nicht auf den Papierbögen abgelagerten Puder reduziert
ist.
Die Transportmittel bestehen in der Regel aus Metall und
sind isolierend gelagert, so daß sie über einen elektrischen
Anschluß auf ein elektrisches Potential gelegt werden kön
nen. Vorteilhafterweise sind die Transportmittel jedoch
gemäß Anspruch 3 mit einer isolierenden Schicht aus einem
Material mit hohem spezifischem Widerstand und guten Aufla
deeigenschaften überzogen. Dann müssen die Transportmittel
selbst nicht auf ein elektrisches Potential gelegt werden,
sondern die isolierende Schicht hält die einmal aufgebrach
ten Ladungen.
Dazu ist gemäß Anspruch 4 eine Aufladevorrichtung vorgese
hen, die entgegen der Transportrichtung im Abstand von der
Düse angeordnet ist. Dann wird durch die Aufladevorrichtung
das elektrische Feld zum Laden der Puderteilchen nicht
gestört, so daß konstante Bedingungen herrschen.
Geeignete Kunststoffe für die isolierende Schicht sind
Polyäthylen, Polypropylen, Polyester oder Fluorkohlenwasser
stoffe.
Vorteilhafterweise tragen nicht nur die Transportmittel,
sondern auch eine die Sprühdüse aufweisende Sprühstange
Ladungen mit der gleichen Polarität wie die des Puders. Dann
kann sich auch an der Sprühstange kein Puder ablagern.
Wenn die Sprühdüse gemäß Anspruch 8 in einem Gehäuse unter
gebracht ist, ist der Puder vorwiegend auf das Innere des
Gehäuses beschränkt und die restliche Maschine kann nicht
verschmutzen. Vorteilhafterweise sind die Gehäusewände
zumindest innenseitig aufgeladen, damit auch an den Wänden
kein Puder haften bleibt. Das Gehäuse wirkt vorteilhafter
weise wie ein Faraday′scher Käfig.
Wenn die Papierbögen über ein Bogenleitblech gemäß Anspruch
9 geführt sind, das elektrisch neutral oder gegenpolig zu
den Puderteilchen aufgeladen ist, ist oberhalb des Bogen
leitblechs ein elektrisches Feld aufgebaut, so daß auf die
geladenen Puderteilchen eine Kraft in Richtung auf den
Papierbogen ausgeübt wird. Dadurch ergibt sich eine verbes
serte Trennung der Puderteilchen von der Tragluft.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird eingesetzt in einer
Abstapelvorrichtung für bedruckte Papierbögen einer Bo
genoffset-Druckmaschine gemäß Anspruch 9. Vorteilhafterweise
sollten die der Bestäubungsvorrichtung benachbarten Maschi
nenteile der Abstapelvorrichtung ebenfalls entsprechende
Ladungen tragen, damit sich kein Puder ablagern kann.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbei
spiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung im einzelnen
erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung ei
ner erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 2 eine weitere Ausführungsform der
Vorrichtung,
Fig. 3 eine dritte Ausführungsform.
Eine erfindungsgemäße Vorrichtung 10 zum Bestäuben bewegter
Gegenstände weist wenigstens eine Sprühdüse 12 auf, mit der
ein Puder-Luft-Gemisch 14 auf einen beispielsweise in einer
Bogenoffset-Druckmaschine bedruckten Papierbogen 16 auf
sprühbar ist. Wenn mehrere Sprühdüsen 12 vorgesehen sind,
sind diese an einer Sprühstange 18, die sich quer zu einer
Transportrichtung 20 zumindest über die Breite des Papierbo
gens 16 erstreckt, angebracht.
Transportmittel 22 ziehen den Papierbogen 16 in Trans
portrichtung 20. Die Transportmittel 22 umfassen Greifer 24,
die den Papierbogen 16 an seiner Vorderkante erfassen.
Die Sprühdüse 12 weist wenigstens eine Nadelelektrode 26,
mit beispielsweise negativer Polarität und eine Gegenelek
trode 28, beispielsweise auf Massepotential, auf, zwischen
denen ein durch Feldlinien 30 dargestelltes elektrisches
Feld besteht. Zwischen den Elektroden 26 und 28 kann eine
Korona-Entladung brennen, so daß die die Entladung durch
fliegenden Puderteilchen elektrisch, beispielsweise negativ,
aufgeladen werden. Eine derartige Sprühdüse ist in der DE-OS
33 30 665 im einzelnen beschrieben.
Der Greifer 24 ist ebenfalls elektrisch aufgeladen mit der
gleichen Polarität wie die Puderteilchen - im dargestellten
Ausführungsbeispiel von Fig. 1 elektrisch negativ.
Der Papierbogen 16 ist über ein Bogenleitblech 32 geführt,
das in dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 elektrisch
neutral ist.
Somit werden die Puderteilchen einerseits durch die Tragluft
und andererseits aufgrund der elektrischen Kräfte eines
zwischen dem Greifer 24 und dem Bogenleitblech 32 gebildeten
und durch Linien 34 dargestellten elektrischen Feldes auf
den Papierbogen 16 geführt.
In einer ersten Ausführungsform bestehen die Transportmittel
24 aus elektrisch leitendem Material, wie Metall, und sind
isolierend in der Druckmaschine gelagert, so daß sie über
einen elektrischen Anschluß auf ein elektrisches Potential -
in Fig. 1 elektrisch negativ - legbar sind.
In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform gemäß Fig. 2
ist der Greifer 24 elektrisch neutral und weist auf seiner
Oberfläche eine isolierende Schicht 36 aus einem Material
mit hohem spezifischen Widerstand und guten Aufladeeigen
schaften auf.
Entgegen der Transportrichtung 20 vor der Sprühdüse ist in
einem Abstand a eine Aufladevorrichtung 38 angeordnet,
mittels derer über eine Elektrode 40 die isolierende Schicht
36 des in Transportrichtung 20 bewegten Greifers 24 auflad
bar ist. Die isolierende Schicht besteht vorzugsweise aus
einem Kunststoff, wie Polyäthlyen, Polypropylen, Polyester
oder aus Fluorkohlenwasserstoffen. In Fig. 2 ist die Aufla
dung der isolierenden Schicht 36 mit gleicher Ladung wie die
der geladenen Puderteilchen - hier also negativ - darge
stellt. In diesem Ausführungsbeispiel liegt das Bogenleit
blech 32 auf positivem Potential.
In einer weiteren, in Fig. 3 dargestellten, bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung ist die Sprühdüse 12 zusammen
mit der Sprühstange 18 in einem Gehäuse 42 untergebracht.
Die Gehäusewände 44, 46 und 48 sind zumindest innenseitig
elektrisch aufgeladen mit der gleichen Polarität wie der
Puder, beispielsweise negativ. Unter dem nach unten offenen
Gehäuse 42 ist der in Fig. 3 nicht dargestellte Greifer 24
zusammen mit dem Papierbogen 16 und über das Bogenleitblech
32 durchführbar.
In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist das Bogenleit
blech positiv geladen, so daß sich zwischen dem Gehäuse 42
und dem Bogenleitblech 32 das mit Feldlinien 50 dargestellte
Feld aufbaut, das auf die in diesem Beispiel negativ aufge
ladenen Puderteilchen eine Kraft in Richtung auf den Papier
bogen ausübt.
Obwohl das Bogenleitblech 32 in den dargestellten Ausfüh
rungsbeispielen entweder elektrisch neutral oder gegenpolig
zu dem Puder aufgeladen ist, wird sich am Bogenleitblech 32
kein Puder ablagern, da die Sprühdüse 12 gepulst arbeitet
und das Puder-Luft-Gemisch nur abgibt, wenn ein Papierbogen
16 sich im Sprühbereich befindet.
Claims (10)
1. Vorrichtung zum Bestäuben bewegter Gegenstände, insbe
sondere bedruckter Papierbögen (16), mit wenigstens
einer Sprühdüse (12) zur Abgabe eines Puder-Luft-
Gemisches (14) und Mittel (26, 28) zum elektrischen
Aufladen der Puderteilchen mit einer bestimmten Pola
rität, sowie mit Mitteln (22, 24) zum Transport der
Gegenstände,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Transportmittel (24) elektrische Ladungen tragen
mit der gleichen Polarität wie die Puderteilchen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Transportmittel (24) aus elektrisch leitendem
Material bestehen und isolierend gelagert sind, so daß
sie über einen elektrischen Anschluß auf ein elektri
sches Potential legbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Transportmittel (24) mit einer isolierenden
Schicht (36) aus einem Material mit hohem spezifischem
Widerstand und guten Aufladeeigenschaften überzogen
sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, gekennzeichnet
durch eine Aufladevorrichtung (38) zum Aufladen der
isolierenden Schicht (36) der Transportmittel (24).
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufladevorrichtung (38) entgegen einer Trans
portrichtung (20) im Abstand vor der Sprühdüse (12)
angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die isolierende Schicht (36) aus
einem Kunststoff, wie Polyäthylen, Polypropylen, Poly
ester oder aus Fluorkohlenwasserstoffen besteht.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Sprühdüse (12) an ei
ner Sprühstange (18) angeordnet ist, die Ladungen
trägt mit der Polarität des Puders.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Sprühdüse (12) in ei
nem Gehäuse (42) untergebracht ist, durch das der zu
bestäubende Gegenstand (16) durchführbar ist und daß
die Gehäusewände (44, 46, 48) zumindest innenseitig
aufgeladen sind mit der gleichen Polarität wie der Pu
der.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die bewegten Gegenstände
(16) über ein Bogenleitblech (32) geführt sind, das
elektrisch neutral oder gegenpolig zu den Puderteil
chen aufgeladen ist.
10. Abstapelvorrichtung für bedruckte Papierbögen einer
Bogenoffset-Druckmaschine mit einer Vorrichtung zum
Bestäuben der Papierbögen nach einem der vorhergehen
den Ansprüche.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19632899A DE19632899A1 (de) | 1996-08-16 | 1996-08-16 | Vorrichtung zum Bestäuben bewegter Gegenstände, insbesondere bedruckter Papierbögen |
| PCT/EP1997/004393 WO1998007568A1 (de) | 1996-08-16 | 1997-08-13 | Vorrichtung zum bestäuben bewegter gegenstände, insbesondere bedruckter papierbögen |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19632899A DE19632899A1 (de) | 1996-08-16 | 1996-08-16 | Vorrichtung zum Bestäuben bewegter Gegenstände, insbesondere bedruckter Papierbögen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19632899A1 true DE19632899A1 (de) | 1998-02-19 |
Family
ID=7802702
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19632899A Withdrawn DE19632899A1 (de) | 1996-08-16 | 1996-08-16 | Vorrichtung zum Bestäuben bewegter Gegenstände, insbesondere bedruckter Papierbögen |
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| Country | Link |
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| DE (1) | DE19632899A1 (de) |
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