DE4305182A1 - Seilförderanlage in einer Fließfertigung - Google Patents
Seilförderanlage in einer FließfertigungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Seilförderanlage zum Trans
port insbesondere schwerer Werkstücke in einer Fließfer
tigungs-Montageanlage mit an das umlaufende Förderseil
ankuppelbaren Gehängen zur Aufnahme der Werkstücke. Unter
den Begriff der Fließfertigung soll dabei auch die sog.
Taktfertigung fallen.
Übliche Förderanlagen bei einer Montageanlage in Fließ
fertigung sind Einschienenhängebahnen mit Gehängen, die
entweder einzeln angetrieben werden oder mittels einer
Kette durch die Montagelinien transportiert werden. Anla
gen mit Einzelantrieb verursachen relativ hohe Investi
tionen und können auch im Hinblick auf die Zuverlässig
keit kritisch sein, während die sog. Power + Free-Anlagen
mit Kettenantrieb einen relativ hohen Wartungsaufwand be
dingen. Demgegenüber geringer ist der Wartungsaufwand bei
Seilförderanlagen, von denen eine für eine Fließferti
gungs-Montageanlage geeignete Ausführungsform in der
DE-OS 22 44 979 gezeigt ist. In der Praxis haben sich jedoch
Fließfertigungs-Nontageanlagen für schwere zu transpor
tierende Werkstücke noch nicht durchgesetzt, während im
Seilbahnbau heute bereits extrem große Lasten transpor
tiert werden können.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine für eine Fließferti
gungs-Montageanlage geeignete Seilförderanlage aufzuzei
gen, mit der insbesondere auch schwere Werkstücke trans
portiert werden können.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist eine Laufschiene zur
schwerkraftmäßigen Abstützung der Gehänge vorgesehen.
Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen der Erfindung sind
Inhalt der Unteransprüche.
Während die bereits zitierte DE-OS 22 44 979 eine Seil
förderanlage für industrielle Zwecke zeigt, bei der le
diglich ein einziges umlaufendes Seil vorhanden ist, das
gleichzeitig die Funktion eines Zugseiles und eines
Tragseiles übernimmt, sind im Seilbahnbau Seilförderanla
gen mit separaten Tragseilen und Zug- bzw. Förderseilen
üblich. Während mit der erstgenannten Seilförderanlage
schwere Lasten nicht transportiert werden können, kann
eine für schwere Lasten geeignete seilbahnähnliche Aus
führung mit einem Tragseil in der industriellen Fertigung
auch keine Anwendung finden, da die Position der einzel
nen Gehänge bzw. Werkstücke im Raum durch das Tragseil
nicht ausreichend exakt bestimmt wird. Die Schwingfähig
keit des Tragseiles nämlich macht eine einfache Übertra
gung des bekannten Seilbahnbaus in die industrielle Fer
tigung unmöglich. Erfindungsgemäß sind daher Laufschienen
vorgesehen, auf denen sich die Gehänge schwerkraftmäßig
abstützen. Die Schwerkraft der einzelnen Gehänge sowie
der daran befestigten Werkstücke wird somit von der Lauf
schiene aufgenommen, während der Transport der Ge
hänge/Werkstücke mittels eines umlaufenden Förderseiles
erfolgt.
Ähnlich wie bei Seilbahnen sollen auch in der vorliegend
beschriebenen industriellen Seilförderanlage die einzel
nen Gehänge an das Förderseil angekuppelt bzw. von diesem
abgekuppelt werden können. Beispielsweise kann hierdurch
ein Pufferbereich, der seinerseits mit einem Kettentrans
fer ausgestattet sein kann, dargestellt werden. Vorteil
hafterweise können hiermit auch Höhen- und Gefällstrecken
überwunden werden, ohne daß Hubeinrichtungen bzw. sepa
rate Hubstationen zum Einsatz kommen. Das Ankuppeln bzw.
Abkuppeln an das Förderseil erfolgt bevorzugt über eine
schaltbare Seilklemme, die neben zumindest einem Laufrad,
über das sich das Gehänge auf der Laufschiene abstützt,
am Gehänge befestigt ist. Bevorzugt wird das Förderseil
oberhalb sowie seitlich versetzt zur Laufschiene geführt,
um die Seilklemme im wesentlichen mittig über dem Laufrad
anordnen zu können, was eine günstige Kräfteeinleitung
ermöglicht. Zur Führung des Förderseiles sind selbstver
ständlich Seilstützräder und/oder Umlenkräder erforder
lich, die in besonders günstiger Weise an Stützen oder
Hängebügeln, die die Laufschienen tragen, befestigt sein
können.
Das Förderseil dient als Antriebselement für eine Ein
schienenhängebahn mit den als Einzelfahrzeugen oder Dop
pelfahrzeugen ausgebildeten Gehängen. Es empfiehlt sich,
das endlose Förderseil derart gespleißt auszuführen, daß
die Seilklemme an jeder Stelle ankuppelbar ist. Ist dabei
die Seilklemme insbesondere über Hebel beweglich am Ge
hänge bzw. Fahrzeug angebunden, so ist es möglich, diese
Seilklemme - falls erforderlich - wegzuschwenken. Insbe
sondere soll die Seilklemme um eine im wesentlichen pa
rallel zur Laufschiene bzw. zum Förderseil verlaufende
Achse schwenkbar sein, um dann in der vom Förderseil weg
geschwenkten Position vollständig unterhalb der durch das
Förderseil beschriebenen Ebene zum Liegen zu kommen. Da
mit kann das Gehänge bzw. das Fahrzeug das Förderseil un
terfahren. Ferner ist es möglich, hiermit horizontale
Seilrollen bzw. Seilstützräder, die insbesondere im Be
reich des Antriebs vorgesehen sind, zu passieren. Ferner
können mit einer derartigen Anordnung der Seilklemme auch
Weichen durchfahren werden.
Damit das Förderseil zusätzlich eine Führungsfunktion
übernehmen kann, ist die Seilklemme bevorzugt an der Vor
derseite des Gehänges bzw. Fahrzeuges angeordnet, wobei
mehrere Laufräder der Stabilität des Gehänges dienlich
sind und zusätzlich Führungsfunktionen übernehmen können.
Dabei empfiehlt es sich, das Gehänge bzw. Fahrzeug so
auszuführen, daß Transfers auf der Vorderseite und auf
der Rückseite den Transport der Fahrzeuge formschlüssig
übernehmen können. Hiervon kann insbesondere auch in ei
nem Pufferbereich Gebrauch gemacht werden. Wie auch be
reits an Kettenförderanlagen üblich, kann das Ge
hänge/Fahrzeug darüber hinaus mit einem Schaltlineal zur
Überwachung bzw. Betätigung elektrischer Schalter verse
hen sein.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im
folgenden erläutert. Fig. 1 zeigt eine Aufsicht auf eine
Seilförderanlage, Fig. 2A den Schnitt A aus Fig. 1, Fig.
2B . . . . 2G die jeweiligen Schnitte B . . . . G aus Fig. 1, Fig. 3
die Ansicht X aus Fig. 1, sowie Fig. 4 die Ansicht
eines Gehänge-Laufrades mit am Gehänge bzw. Fahrzeug be
festigter Seilklemme.
Mit der Bezugsziffer 1 ist eine in sich eine geschlossene
Kurve bildende Laufschiene einer Seilförderanlage zum
Transport schwerer Werkstücke in einer Fließfertigungs-
Montageanlage bezeichnet. Auf dieser Laufschiene 1 können
hintereinander eine Vielzahl von nicht gezeigten Gehängen
bzw. Fahrzeugen geführt werden, wobei der Antrieb dieser
Gehänge durch ein umlaufendes Förderseil 2 erfolgt. Wie
Fig. 4 zeigt ist jedes dieser Gehänge mit zumindest einem
Laufrad 3 versehen, an dem eine Seilklemme 4 befestigt
ist. Diese Seilklemme 4 ist an das umlaufende Förderseil 2
ankuppelbar bzw. von diesem abkuppelbar, so daß das Ge
hänge vom umlaufenden Förderseil 2 entweder mitgenommen
wird oder auf der Laufschiene 1 in seiner jeweiligen Po
sition stehen bleiben kann.
Für die Laufschiene 1 sind eine Vielzahl von Laufschie
nen-Stützen 5 vorgesehen, die auch als Portale ausgebil
det sein können (ähnlich Fig. 2a, Fig. 2b). Auf diesen
Laufschienen-Stützen sind gleichzeitig Seilstützräder 6
oder Seilumlenkräder 7 befestigt. Auch die in Fig. 2a se
parat dargestellte einzige Antriebs- und Spannstation 8
der gezeigten Seilförderanlage weist - wie im Seilbahnbau
üblich - drei derartige Seilumlenkräder 7 auf.
In Fig. 1 ist unter der Bezugsziffer 9 eine Pufferstation
dargestellt, die über zwei Weichen an die Laufschiene 1
angekoppelt ist. In dieser Pufferstation werden jedoch
die Gehänge nicht mehr vom Förderseil 2 angetrieben, son
dern hier ist der Einfachheit halber ein üblicher Ketten
transfer vorgesehen. Hier kann auch eine Hubstation in
stalliert werden, auf der ein Kettentransfer mitfährt.
Fig. 3 zeigt einen besonderen Vorteil einer erfindungsge
mäßen Seilförderanlage. Mit einer derartigen Anlage ist
es nämlich möglich, Höhen- und Gefällstrecken überwinden
zu können, ohne daß hierfür separate Hubeinrichtungen er
forderlich würden. Die Laufschiene kann einfach den je
weiligen Anforderungen entsprechend verlegt werden;
ebenso kann das Förderseil mittels mehrerer Seilstützrä
der 6 parallel zur Laufschiene 1 geführt werden.
In Fig. 4 ist ferner gezeigt, daß die Seilklemme 4
schwenkbar am Gehänge angeordnet ist, so daß mit Hilfe
einer Seilklemmenführung 10 die Seilklemme 4 vom Förder
seil abgekoppelt und gemäß Pfeilrichtung 11 verschwenkt
werden kann. Befindet sich die Seilklemme 10 in ihrer
vollständig abgeschwenkten Position, so liegt diese Seil
klemme unterhalb der durch das Förderseil beschriebenen
Ebene, so daß das Förderseil unterfahren werden kann, so
daß ferner horizontale Seilrollen passiert werden können
und so daß das Gehänge auch Weichen durchfahren kann.
Claims (7)
1. Seilförderanlage zum Transport insbesondere schwerer
Werkstücke in einer Fließfertigungs-Montageanlage
mit an das umlaufende Förderseil (2) ankuppelbaren
Gehängen zur Aufnahme der Werkstücke,
gekennzeichnet durch eine Laufschiene (1) zur
schwerkraftmäßigen Abstützung der Gehänge.
2. Seilförderanlage nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gehänge zumindest
ein auf der Laufschiene (1) geführtes Laufrad (3)
sowie eine schaltbare Seilklemme (4) aufweist, mit
der das Gehänge an das oberhalb sowie seitlich ver
setzt zur Laufschiene durch Seilstützräder (6)
und/oder Seilumlenkräder (7) geführte Förderseil (2)
ankuppelbar ist.
3. Seilförderanlage nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Seilstützräder (6)
und Seilumlenkräder (7) an Laufschienen-Stützen (5)
befestigt sind.
4. Seilförderanlage nach einem der vorangegangenen An
sprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Seilklemme (4) um
eine im wesentlichen parallel zur Laufschiene (1)
verlaufende Achse schwenkbar ist, um in der vom För
derseil (2) weggeschwenkten Position vollständig un
terhalb der durch das Förderseil beschriebenen Ebene
zum Liegen zu kommen.
5. Seilförderanlage nach einem der vorangegangenen An
sprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Seilklemme (4) in
Zugrichtung betrachtet an der Vorderseite des zumin
dest zwei hintereinander angeordnete Laufräder (3)
aufweisenden Gehänges befestigt ist.
6. Seilförderanlage nach einem der vorangegangenen An
sprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das endlose Förderseil
(2) derart gespleißt ist, daß die Seilklemme (4) an
jeder Stelle ankuppelbar ist.
7. Seilförderanlage nach einem der vorangegangenen An
sprüche mit einer einzigen Antriebs- und Spannsta
tion (8) sowie einer über zwei Laufschienen-Weichen
befahrbaren Pufferstation (9).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934305182 DE4305182C2 (de) | 1993-02-19 | 1993-02-19 | Seilförderanlage in einer Fließfertigung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934305182 DE4305182C2 (de) | 1993-02-19 | 1993-02-19 | Seilförderanlage in einer Fließfertigung |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4305182A1 true DE4305182A1 (de) | 1994-08-25 |
| DE4305182C2 DE4305182C2 (de) | 1996-01-18 |
Family
ID=6480906
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19934305182 Expired - Lifetime DE4305182C2 (de) | 1993-02-19 | 1993-02-19 | Seilförderanlage in einer Fließfertigung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4305182C2 (de) |
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- 1993-02-19 DE DE19934305182 patent/DE4305182C2/de not_active Expired - Lifetime
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| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4305182C2 (de) | 1996-01-18 |
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Legal Events
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| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
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