DE4226169A1 - Verfahren zum Ausrollen der Längskanten einer textilen Warenbahn und Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Ausrollen der Längskanten einer textilen Warenbahn und Vorrichtung zum Durchführen des VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ausrollen, wie Aus
breiten oder Glattstreichen, der Längskanten einer textilen
Warenbahn bei der Naßbehandlung in einer Behandlungsflüssig
keit. Sie betrifft ferner eine Vorrichtung zum Durchführen
des Verfahrens.
Bahnförmiges Textilgut, dessen Längskanten zum Einrollen
neigen, z. B. Maschenware, Stretchartikel oder dergleichen,
wird bei Bearbeitung im ausgebreiteten Zustand nicht nur in
der Trockenausrüstung, sondern auch bei der Naßbehandlung
mit Hilfe von Breithaltern, Ausbreitwalzen oder dergleichen
oder durch Erfassen der Stoffbahnränder so transportiert,
daß ein auf der Fläche überall gleiches Behandlungsergebnis
zu erzielen ist. Die Längskanten eines solchen zum Einrollen
neigenden Textilguts sollen natürlich auch bei Behandlung
unter Wasser, in einer Applikations- oder Farbflotte oder
dergleichen Tauchbad, zumindest überall dort ausgerollt bzw.
glatt gestrichen oder glatt gehalten werden, wo die Waren
bahn um eine Umlenkwalze herumgeführt, durch einen Quetsch
spalt hindurchgeleitet wird usw. Das Glattstreichen der
Längskanten einer textilen Warenbahn ist immer wichtig, wenn
eine auf der Fläche gleiche Breitbehandlung, z. B. auch in
einer Breitwaschmaschine, vorgesehen ist.
Gegebenenfalls werden unter dem Niveau der jeweiligen Be
handlungsflüssigkeit arbeitende Ausstreich- oder Ausrollmit
tel gebraucht, die nicht nur unempfindlich gegenüber der Be
handlungsflüssigkeit sein müssen, sondern auch wenig Platz
einnehmen dürfen und die vor allem beim Wechseln des Behand
lungsmittels oft zusammen mit den übrigen Behältern sowie
Transportmitteln zu reinigen sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Ausstreichmit
tel für die einrollenden Kanten einer textilen Warenbahn zu
schaffen, das unterhalb eines Flottenniveaus einsetzbar ist,
wenig Platz wegnimmt und bei einem Flottenwechsel leicht zu
reinigen ist.
Die erfindungsgemäße Lösung besteht für das eingangs genann
te Verfahren darin, daß innerhalb der Behandlungsflüssigkeit
eine Strömung von der Warenbahnmitte zu den Längskanten er
zeugt wird.
Dadurch, daß erfindungsgemäß zum Ausrollen, Ausbreiten,
Glattstreichen oder Glatthalten der Warenbahnkanten eine
Strömung der die Warenbahn ohnehin umgebenden Flüssigkeit
vorgesehen wird, ergeben sich durch das Kantenausrollen
praktisch keine mechanischen Belastungen der Warenbahn.
Gemäß weiterer Erfindung wird ein Teil der die Warenbahn
umgebenden Flüssigkeit im Kreislauf schräg nach außen in Be
zug auf die Warenbahnmitte gegen wenigstens eine gegen die
Richtung der Flüssigkeitsströmung zum Einrollen neigende Wa
renbahnlängskante gefördert. Die Ausrollmittel können aus
einer einzelnen Düse, aus einer Reihe bzw. einem Feld von
Düsen bestehen, die eine Strömung in der Behandlungsflüssig
keit erzeugen, welche aus Richtung der Warenbahnmitte zu den
Warenbahnkanten fließt.
Besonders wirksam wird die erfindungsgemäß zum Ausrollen der
Warenbahnkanten erzeugte und eingesetzte Strömung des flüs
sigen Behandlungsmittels, wenn gemäß noch weiterer Erfindung
die Strömung an der Auflaufstelle bzw. -linie der Warenbahn
auf eine Walze erzeugt und für die Betriebsdauer auf rechter
halten wird, weil sich die Warenbahn dort an den Mantel der
darunter befindlichen Walze anlegen kann. Ersichtlich ist
das erfindungsgemäße Verfahren nur dann einsetzbar, wenn die
Einrolltendenz der Strömung entgegengerichtet ist. Die zum
Ausrollen vorgesehene Flüssigkeitsströmung soll also auf der
Seite/Fläche der Warenbahn erzeugt werden, nach der hin das
Einrollen erfolgt bzw. ohne die Ausbreitströmung erfolgen
würde.
Gemäß weiterer Erfindung besteht die Lösung bei einer Vor
richtung zum Durchführen des Verfahrens zum Ausrollen der
Längskanten einer textilen Warenbahn bei der Naßbehandlung
darin, daß auf wenigstens eine Längskante der Warenbahn min
destens eine Flüssigkeitsausströmdüse in einer Richtung von
der Warenbahnmitte zur Warenbahnkante gerichtet ist und daß
die Düse in einen Zwangskreislauf der die Warenbahn umgeben
den Behandlungsflüssigkeit selbst eingeschaltet ist.
Mit Hilfe einzelner oder reihen- bzw. feldweise angeordneter
Düsen die von der Warenbahnmitte weg schräg nach außen zur
Warenbahnkante hin gerichtet werden, läßt sich eine Flüssig
keitsströmung entgegen einer Einrolltendenz in Richtung auf
die Warenbahnkanten erzeugen. Zum Herstellen eines Kreis
laufs der aus den Düsen ausströmenden Flüssigkeit können ge
mäß noch weiterer Erfindung eine Ansaugstelle oder mehrere
solcher Ansaugstellen des Kreises seitlich der angeströmten
Längskanten neben der Warenbahn vorgesehen werden. Die Flüs
sigkeit wird dann durch eine Leitung mit Pumpe von einer An
saugstelle neben der Warenbahn zur jeweiligen Düse geför
dert.
In ähnlicher Weise wie bei dem beschriebenen Foulard mit
Tauchtrog kann das Ausrollen von Warenbahnkanten unterhalb
des Niveaus einer Behandlungsflüssigkeit auch in anderen
Naßbehandlungsmaschinen, z. B. in einer Breitwaschmaschine,
erfolgen. Auch in diesem Fall werden überall dort, wo die
Warenbahn glatt ausgebreitet um eine Umlenkwalze unterhalb
eines Flüssigkeitsniveaus herumzuführen ist, erfindungsgemäß
Ausbreitströmungen erzeugt, die die eventuell vorher der
Strömung entgegen eingerollten Kanten glattstreichen.
Anhand der schematischen Darstellung eines Ausführungsbei
spiels einer Trogtauchanlage werden Einzelheiten der Erfin
dung erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Aufriß einer Naßbehandlungsmaschine, ins
besondere eines Foulards mit Tauchtrog und
Quetsche; und
Fig. 2 einen Schnitt der Vorrichtung nach Fig. 1 längs
der Linie II-II.
Gemäß Fig. 1 und 2 wird eine an den Kanten zum Einrollen
neigende textile Warenbahn 1 über eine Einlaufwalze 2 in
eine in einem Trog 3 befindliche Behandlungsflüssigkeit hin
ein, unter dem Flüssigkeitsniveau 5 um eine Tauchwalze 6
herum und nach dem Verlassen der Behandlungsflüssigkeit
durch eine Foulardquetsche 7 geleitet. An der Tauchwalze 6
werden die Kanten 8 der Warenbahn 1 angedeutet.
In Fig. 2 wird vorausgesetzt, daß sich die Warenbahn-Kanten
8 ohne ein erfindungsgemäßes Ausrollen oder Glattstreichen
von beiden Seiten her in Richtung auf die Warenbahnmitte 9
einrollen würden, so daß sich an der Oberfläche 10 der
Tauchwalze 6 nach außen in Bezug auf den Walzenmantel und in
Richtung auf die Warenbahnmitte 7 gerollte Kantenroller 11
ergeben.
Erfindungsgemäß werden in etwa an der Auflauflinie 12, das
heißt einschließlich des Bereichs unmittelbar davor oder da
hinter mit Abstand von der Walzenoberfläche 10 einzelne Dü
sen bzw. Reihen oder Felder von Düsen 13 vorgesehen, die
durch ihre Positionierung schräg in Richtung auf die Kante 8
ein Ausroll-Strömungsfeld 14 (der Behandlungsflüssigkeit) in
etwa parallel zur Oberfläche 15 der Warenbahn 1 erzeugen.
Durch dieses Strömungsfeld 14 werden beim Passieren der Wa
renbahn 1 an der Auflauflinie 12 in etwa vorhandene Kanten
roller 11 ausgebreitet bzw. glattgestrichen.
Die Wirksamkeit des Ausroll-Strömungsfeldes 14 im Sinne ei
nes möglichst vollständigen Glattstreichens der Warenbahn
kanten 8 an der Oberfläche der Tauchwalze 6 wird umso größer
je stärker die zugehörige Strömung ist. Die Strömungsstärke
kann dadurch beeinflußt und erhöht werden, daß für einen
Kreislauf der aus den Düsen 13 ausströmenden Flüssigkeit
seitlich der Kante 8 neben der Warenbahn 1 eine Ansaugstelle
16 eines Flüssigkeitskreislaufsystems 17 mit Pumpe 18 vorge
sehen wird. Ein solches Umlaufsystem der Behandlungsflüssig
keit kann ein nahezu ungestörtes Strömungsfeld 14 von der
Warenbahnmitte 9 zur Warenbahnkante 8 erzeugen und dadurch
auch mehrfach eingerollte Kanten 8 an beiden Rändern der Wa
renbahn 1, insbesondere an der Auflaufstelle einer Umlenk
walze, vollständig glattstreichen.
Die Düsen 13, die das Strömungsfeld 14 erzeugen, sind so
verstellbar, daß die Strömungsfelder der Warenbreite
angepaßt werden können, daher sind Warenbahnkanten von Bah
nen verschiedener Breite gleich gut auszurollen bzw. glatt
zustreichen.
Nach der Erfindung lassen sich bei der Naßbehandlung einer
an den Kanten zum Einrollen neigenden textilen Warenbahn
eingerollte Kanten unterhalb des Flüssigkeitsniveaus ausrol
len bzw. glattstreichen, wenn innerhalb der Flüssigkeit,
insbesondere an einer Auflaufstelle auf eine Umlenkwalze,
der Einrolltendenz entgegen eine Ausbreitströmung derselben
Flüssigkeit aus einer Richtung von der Warenbahnmitte zur
eingerollten Warenbahnkante erzeugt wird.
Bezugszeichenliste
1 Warenbahn
2 Einlaufwalze
3 Trog
4 Behandlungsflüssigkeit
5 Flüssigkeitsniveau
6 Tauchwalze
7 Foulard-Quetschwerk
8 Warenbahnrand
9 Warenbahnmitte
10 Oberfläche (6)
11 Kantenroller
12 Auflauflinie
13 Düse
14 Strömungsfeld
15 Oberfläche (1)
16 Ansaugstelle
17 Kreislaufsystem
18 Pumpe
2 Einlaufwalze
3 Trog
4 Behandlungsflüssigkeit
5 Flüssigkeitsniveau
6 Tauchwalze
7 Foulard-Quetschwerk
8 Warenbahnrand
9 Warenbahnmitte
10 Oberfläche (6)
11 Kantenroller
12 Auflauflinie
13 Düse
14 Strömungsfeld
15 Oberfläche (1)
16 Ansaugstelle
17 Kreislaufsystem
18 Pumpe
Claims (6)
1. Verfahren zum Ausrollen, wie Ausbreiten oder Glattstrei
chen, der Längskanten (8) einer textilen Warenbahn (1) bei
der Naßbehandlung in einer Behandlungsflüssigkeit,
dadurch gekennzeichnet,
daß innerhalb der Behandlungsflüssigkeit (4) eine Strömung
(14) von der Warenbahnmitte (9) zu den Längskanten (8) er
zeugt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Flüssigkeitsströmung an oder vor einer Auflauflinie
(12) der Warenbahn (1) auf eine Walze (6) erzeugt wird.
3. Vorfahren nach Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Teil der die Warenbahn (1) umgebenden Behandlungs
flüssigkeit (4) im Kreislauf (17) schräg nach außen in Bezug
auf die Warenbahnmitte (1) gegen eine entgegen der Flüssig
keitsströmung (14) zum Einrollen neigende Längskante (8) der
Warenbahn (1) gefördert wird.
4. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach minde
stens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf wenigstens eine der Längskanten (8) der Warenbahn
(1) mindestens eine Flüssigkeitsausströmdüse (13) in einer
Richtung von der Warenbahnmitte (9) zur Warenbahnkante (B)
gerichtet ist und daß die Düse (13) in einen Zwangskreislauf
(17) der die Warenbahn umgebenden Behandlungsflüssigkeit (4)
selbst eingeschaltet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich eine Ansaugstelle (16) des Flüssigkeitskreislaufs
(17) seitlich der angeströmten Längskante (8) neben der Wa
renbahn (1) befindet.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Düsen (13) als Einzeldüse oder Düsenfeld schräg nach
außen in Bezug auf die Warenbahnmitte (9) an oder vor einer
Auflauflinie (12) der Warenbahn (1) auf eine Umlenkwalze (6)
gerichtet sind.
Priority Applications (4)
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Publications (1)
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Family Applications (1)
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