DE4112896C2 - Gasdetektor mit geschichtetem Aufbau - Google Patents
Gasdetektor mit geschichtetem AufbauInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Gasdetektor mit geschichtetem
Aufbau, umfassend
eine Detektierelektrode, die eine vorgegebene Menge eines Me tallelementes enthält und die eine Oberfläche hat, die mit einem nachzuweisenden Gas in Kontakt bringbar ist;
eine Polarisationselektrode;
eine Bezugselektrode;
einen ersten Trockenelektrolyten, der zwischen der Detektier elektrode und der Polarisationselektrode vorgesehen ist;
einen zweiten Trockenelektrolyten, der zwischen der Polarisa tionselektrode und der Bezugselektrode vorgesehen ist;
eine Gleichstromversorgung, die gegebenenfalls über einen Po laritätsschalter an die Detektierelektrode und die Polarisa tionselektrode angeschlossen ist und die eine Gleichspannung zwischen ihnen anlegt.
eine Detektierelektrode, die eine vorgegebene Menge eines Me tallelementes enthält und die eine Oberfläche hat, die mit einem nachzuweisenden Gas in Kontakt bringbar ist;
eine Polarisationselektrode;
eine Bezugselektrode;
einen ersten Trockenelektrolyten, der zwischen der Detektier elektrode und der Polarisationselektrode vorgesehen ist;
einen zweiten Trockenelektrolyten, der zwischen der Polarisa tionselektrode und der Bezugselektrode vorgesehen ist;
eine Gleichstromversorgung, die gegebenenfalls über einen Po laritätsschalter an die Detektierelektrode und die Polarisa tionselektrode angeschlossen ist und die eine Gleichspannung zwischen ihnen anlegt.
Ein derartiger Gasdetektor ist beispielsweise aus der JP-A-
61-200 456 bekannt und dient dort dazu, elektrische Entladun
gen in einer mit SF₆-Gas gefüllten Schaltanlage festzustel
len. Ein derartiger Gasdetektor erzeugt ein elektrisches
Signal, wenn elektrische Entladungen in der Schaltanlage
auftreten. Der herkömmliche Gasdetektor hat einen Aufbau, der
in Fig. 4 schematisch in einem Schaltbild dargestellt ist.
Nach Fig. 4 hat der Gasdetektor eine Versorgungselektrode 1,
die aus gitterförmigen Platindrähten besteht und eine Detek
tierelektrode 2 mit Elektrizität versorgt. Die Detektier
elektrode 2 besteht aus einer abgeschiedenen metallischen
Kupferschicht bekannter Menge. Die Kupferschicht als De
tektierelektrode 2 ist auf einer Oberfläche eines leitenden
Trockenelektrolyten 3 aus Rb₄Cu₁₆I₇Cl₁₃, die Kupferionen als
elektrische Ladungsträger enthält, gebildet. Eine Gegenelek
trode 13, die aus einem Gemisch aus dem leitenden Trocken
elektrolyten und Kupfer besteht, ist auf einer Oberfläche des
leitenden Trockenelektrolyten 3 gebildet, die von der Ober
fläche mit der aufgebrachten Detektierelektrode 2 fernliegt.
Eine von einer Stromversorgung 17 zugeführte Gleichspannung
wird über Anschlüsse 11a, 11b parallel an die Versorgungs
elektrode und die Gegenelektrode 13 angelegt.
Der Betrieb dieses herkömmlichen Gasdetektors läuft wie
folgt ab:
Wenn die vorher auf der Detektierelektrode 2 abgeschiedene
Kupferschicht mit einem Konstantstrom von der Stromversorgung
17 elektrolysiert wird, d. h. wenn zwischen der als Anode
wirkenden Detektierelektrode 2 und der als Kathode wirkenden
Gegenelektrode 13 eine Gleichspannung angelegt wird, erfolgt
die Dissoziation des metallischen Kupfers der Detektierelek
trode 2 zu Cu⁺- bzw. Kupferionen in den leitenden Trocken
elektrolyten 3. Die Kupferionen im leitenden Trockenelektro
lyten 3 wandern als Folge der angelegten Gleichspannung in
Richtung der Gegenelektrode 13. Kupfer wird auf der Gegen
elektrode 13 an der Grenzfläche zwischen dieser und dem lei
tenden Trockenelektrolyten 3 abgeschieden.
Bei der obigen Elektrolyse ändert sich eine mit einem Poten
tiometer 14 gemessene Klemmenspannung in Abhängigkeit von der
Zeit, wie das Diagramm von Fig. 5 zeigt, das die Klemmen
spannung über die Zeit bei dem herkömmlichen Gasdetektor
wiedergibt. Die Klemmenspannung zwischen den Anschlüssen 11a, 11b
wird als Konstantspannung aufrechterhalten, solange Kupfer
in der Detektierelektrode 2 vorhanden ist. Bei Abwesenheit
von metallischem Kupfer in der Detektierelektrode 2 steigt
die Klemmenspannung abrupt an (Fig. 5), weil keine Kupfer
ionen als elektrische Ladungsträger mehr vorhanden sind. Das
Zeitintervall zwischen dem Anlegen der Klemmenspannung an die
Anschlüsse 11a, 11b und dem abrupten Anstieg der Klemmen
spannung ist der Menge an metallischem Kupfer proportional,
die auf der Detektierelektrode 2 abgeschieden ist. Die Kup
fermenge auf der Detektierelektrode 2 ist gegeben durch die
Subtraktion einer Cu-Menge, die durch die Reaktion mit nach
zuweisendem Gas verbraucht wird, von einer ursprünglichen
Kupfermenge, die ursprünglich als die Detektierelekrode 2
vorhanden war.
Fig. 5 zeigt die Beziehung zwischen dem auf der Abszisse auf
getragenen Zeitintervall und der auf der Ordinate aufgetra
genen Klemmenspannung bei dem herkömmlichen Gasdetektor.
Dabei zeigt eine Kurve B die Beziehung in dem Zustand, wenn
das metallische Kupfer auf der Detektierelektrode 2 noch
nicht mit dem nachzuweisenden Gas in Reaktion getreten ist,
und eine Kurve A zeigt die Beziehung, wenn das metallische
Kupfer auf der Detektierelektrode 2 mit dem nachzuweisenden
Gas reagiert hat. Die Zeitdifferenz Δt zwischen den Zeitpunk
ten des abrupten Spannungsanstiegs wird gemessen und dient
als Wert zur Anzeige der Menge von zersetztem Gas im
herkömmlichen Gasdetektor. Mit dem herkömmlichen Gasdetektor
kann die zur Reaktion gebrachte Menge des nachzuweisenden
Gases, d. h. des durch elektrische Entladung in der gasiso
lierten Schaltanlage erzeugten zersetzten SF₆-Gases, gemessen
werden, und der Gasdetektor dient als Gassensor zur Bestim
mung von elektrischen Entladungen.
Da dieser herkömmliche Gasdetektor klein und leicht ist und
das zersetzte Gas in Form eines elektrischen Signals messen
kann, dient er in einer gasisolierten Schaltanlage zur Über
wachung von inneren Entladungen. Es treten aber die folgenden
Probleme auf:
- a) Es ist eine spezielle Vorrichtung, wie beisielsweise ein Schreibgerät erforderlich, um die Meßdaten aufzuzeichnen, weil der herkömmliche Gasdetektor keine Selbstaufzeich nungsfunktion für die Meßdaten hat; und
- b) es müssen eine Stromversorgung zur Lieferung eines Kon stantstroms und eine Schaltung zur Messung des Zeitintervalls vorgesehen werden, weil das zersetzte Gas durch Messung des Zeitintervalls bis zum abrupten Anstieg der Klemmenspannung bei Anliegen eines Konstantstroms nachgewiesen wird. Daher braucht der herkömmliche Gasdetektor komplizierte periphere Einrichtungen.
Ein Gasdetektor mit geschichtetem Aufbau der eingangs genann
ten Art ist auch aus der DE 30 19 072 C2 bekannt, welche eine
Vorrichtung zur Bestimmung der Sauerstoffkonzentration in ei
nem Verbrennungsgas betrifft. Die Vorrichtung soll dort gemäß
der angegebenen Aufgabenstellung geeignet sein, die Sauer
stoffkonzentration in einem Verbrennungsgas in zuverlässiger
Weise zu bestimmen, also diese Bestimmung unabhängig davon zu
gewährleisten, ob die Luft/Brennstoffmischung stöchiometrisch
ist oder weit von dem stöchiometrischen Zustand entfernt ist,
mit anderen Worten unabhängig davon, ob das Luft/Brennstoff
gemisch sehr fett oder sehr mager ist.
Ferner ist es gemäß der DE 30 19 072 C2 angestrebt, eine Vor
richtung mit festen Elektrolyten zur Bestimmung der Sauer
stoffkonzentration anzugeben, die auch dann gute Meßergeb
nisse liefern soll, wenn der Sauerstoffpartialdruck in dem
Verbrennungsgas besonders gering ist.
Bei der Vorrichtung gemäß der DE 30 19 072 C2 werden zur Lö
sung der dort angesprochenen Probleme spezielle Materialien
für die festen Elektrolyten angegeben, die dort im einzelnen
erläutert sind. Außerdem werden spezielle Schichtenkörper für
den Gasdetektor im Zusammenhang mit den Figuren der Zeichnun
gen erläutert. Bei den dort beschriebenen Ausführungsformen
wird jeweils die Sondenspannung zwischen zwei Elektroden ge
messen, welche der Polarisationselektrode einerseits und der
Bezugselektrode andererseits beim gattungsgemäßen Gasdetektor
entsprechen. Dabei ergeben sich spezielle Charakteristiken in
Abhängigkeit von dem jeweiligen Luft/Brennstoff-Verhältnis.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Gasdetektor
der eingangs genannten Art anzugeben, mit dem kontinuierlich
das Auftreten von etwaigen elektrischen Entladungen in einer
gasisolierten Schaltanlage überwacht werden kann und der
einen einfachen Aufbau hat und unabhängig von einer Zeitmes
sung arbeitet.
Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, einen Gasdetektor
der eingangs genannten Art so auszubilden, daß auf gegenüber
liegenden Bereichen der Detektierelektrode im Abstand vonein
ander Meßanschlüsse ausgebildet sind und daß zwischen die
Meßanschlüsse ein Widerstandsmesser geschaltet ist, mit dem
der jeweilige Widerstand der Detektierelektrode meßbar ist,
der sich in Abhängigkeit von der Reaktion der Detektierelek
trode mit dem nachzuweisenden Gas ändert.
Bei einer speziellen Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Gasdetektors ist vorgesehen, daß die Elektroden aus Silber
bestehen oder Silber enthalten und daß die Trockenelektroly
ten zwischen den Elektroden aus Silber enthaltenden Verbin
dungen, insbesondere aus Ag₃SI, RbAg₄I₅, Ag₆I₄WO₄ oder AgI
bestehen.
Bei einer anderen speziellen Ausführungsform des erfindungs
gemäßen Gasdetektors ist vorgesehen, daß die Elektroden aus
Kupfer bestehen oder Kupfer enthalten und daß die Trocken
elektrolyten zwischen den Elektroden aus Kupfer enthaltenden
Verbindungen, insbesondere aus Rb₄Cu₁₆I₇Cl₁₃, CuPb₃Br₇, einem
Gemisch aus CuBr und C₆H₁₂N₄CH₃Br oder einem Gemisch aus CuBr
und C₆H₁₂N₂(CH₃Br)₂ bestehen.
Bei einer anderen speziellen Ausführungsform des erfindungs
gemäßen Gasdetektors ist vorgesehen, daß die Elektroden aus
Lithium bestehen oder Lithium enthalten und daß die Trocken
elektrolyten zwischen den Elektroden aus Lithium enthaltenden
Verbindungen, insbesondere aus LiI, Li₃N und Li₄GeO₄-Li₃VO₄
bestehen.
Bei einer weiteren speziellen Ausführungsform des erfindungs
gemäßen Gasdetektors ist vorgesehen, daß die Elektroden aus
Natrium bestehen oder Natrium enthalten und daß die Trocken
elektrolyten zwischen den Elektroden aus einer Natrium ent
haltenden Verbindung, insbesondere aus Na-β′′Al₂O₃ oder
NaSiCON bestehen.
Mit dem erfindungsgemäßen Gasdetektor wird die Aufgabe in zu
friedenstellender Weise gelöst. Dabei ist es weder erforder
lich, die Meßdaten aufzuzeichnen noch aus aufgezeichneten
Meßkurven Zeitdifferenzen zu bestimmen, denn das von dem Wi
derstandsmesser gelieferte Meßsignal stellt bereits eine An
zeige für das festzustellende Ereignis dar.
Der Gasdetektor nach der Erfindung kann die Meßdaten in Form
eines elektrischen Potentials speichern, so daß also ein
Gerät zum Aufzeichnen der Meßdaten wie etwa ein Schreibgerät
nicht vorgesehen sein muß.
Da das Ergebnis der Gasdetektierung in ein Potential umgewan
delt und in Form eines Potentials gespeichert wird, benötigt
der Gasdetektor nach der Erfindung keine Schaltung zur Mes
sung eines Zeitintervalls für das Anlegen eines Konstant
stroms.
Ferner kann der Gasdetektor nach der Erfindung das Auftreten
von elektrischen Entladungen in der gasisolierten Schaltan
lage ständig überwachen und wegen seiner einfachen Konstruk
tion und geringen Größe ohne weiteres in die gasisolierte
Schaltanlage eingebaut werden.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Beschreibung von Ausfüh
rungsbeispielen und unter Bezugnahme auf die beiliegenden
Zeichnungen näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen in:
Fig. 1 einen Schnitt durch ein Ausführungsbeispiel des
Gasdetektors nach der Erfindung mit zugehörigem
Schaltbild;
Fig. 2 ein Diagramm, das die Beziehung zwischen dem Strom
und der Zeit bei dem Gasdetektor von Fig. 1 zeigt;
Fig. 3 ein Diagramm, das das Polarisationspotential über
die Zeit bei dem Gasdetektor von Fig. 1 zeigt;
Fig. 4 einen Schnitt durch einen herkömmlichen Gasdetektor
mit zugehörigem Schaltbild; und
Fig. 5 ein Diagramm der Klemmenspannung über die Zeit bei
dem herkömmlichen Gasdetektor von Fig. 4.
Selbstverständlich sind einige bzw. sämtliche Figuren nur
schematische Darstellungen zum Zweck der Erläuterung und
geben nicht notwendigerweise die tatsächlichen relativen
Größen oder Positionen der gezeigten Elemente wieder.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele des Gasdetektors werden nach
stehend unter Bezugnahme auf die Fig. 1-3 erläutert. In Fig.
1 ist auf einer Detektierelektrode 2 eine Versorgungselek
trode 1 aus Platindrähten in Gitterform zum Zuführen von
elektrischer Energie gebildet. Die Detektierelektrode 2 be
steht aus einer aufgebrachten Silber-(Ag)-Schicht, die
der Reaktion mit dem zersetzten SF₆-Gas wie etwa Fluorgas
dient. Ein erster leitender Trockenelektrolyt 3, der für den
Kontakt mit einer Oberfläche der Detektierelektrode 2 gebil
det ist, besteht aus Silbersulfidiodid (Ag₃SI). Eine Polari
sationselektrode 4 aus Silberselenid (Ag₂Se) ist auf einer
Oberfläche des ersten leitenden Trockenelektrolyten 3, die
der Oberfläche mit der Detektierelektrode 2 entgegengesetzt
ist, vorgesehen. Ein zweiter leitender Trockenelektrolyt 5,
der auch aus Silbersulfidiodid ist, ist auf der Oberfläche
der Polarisationselektrode 4 gebildet. Eine aus Silber beste
hende Bezugselektrode 6 ist auf der Oberfläche des zweiten
leitenden Trockenelektrolyten 5 vorgesehen.
Eine Stromversorgung 7 liefert eine Gleichspannung über einen
Polaritätsschalter 15 und Anschlüsse 11a und 11b an die Ver
sorgungselektrode 1 und die Polarisationselektrode 4. Der An
schluß 11a ist mit der Versorgungselektrode 1 verbunden, wäh
rend der Anschluß 11b mit der Polarisationselektrode 4 ver
bunden ist. Die Polarität der Gleichspannung von der Strom
versorgung 7 kann durch den Polaritätsschalter 15 umgeschal
tet werden. Das Potential zwischen der Polarisationselektrode
4 und der Bezugselektrode 6 wird von einem Polarisationspo
tentiometer 8 aufgenommen, das zwischen den mit der Bezugs
elektrode 6 verbundenen Anschluß 12a und den mit der Polari
sationselektrode 4 verbundenen Anschluß 12b geschaltet ist.
Der Widerstand zwischen der Versorgungselektrode 1 und der
Detektierelektrode 2 wird von einem Widerstandsmesser 9 ge
messen, der zwischen die Anschlüsse 10a, 10b geschaltet ist,
die auf einander gegenüberliegenden Bereichen
der Detektierelektrode 2 sitzen. Die Anschlüsse 10a, 10b sind
für die Messung des Widerstandswerts vorgesehen. Die An
schlüsse 11a, 11b sind zur Zuführung elektrischer Spannung
vorgesehen. Die Anschlüsse 12a, 12b dienen der Messung des
Polarisationspotentials.
Nachstehend wird der Betrieb dieses Gasdetektors bei der De
tektierung von Fluorgas (F₂) beschrieben, das eines der bei
der Zersetzung von SF₆ resultierenden Gase ist.
In einem ersten Schritt werden, bevor die Detektierelektrode
2 dem nachzuweisenden Gas ausgesetzt wird, die Detektierelek
trode 2 und die Polarisationselektrode 4 von der Stromver
sorgung 7 gespeist, so daß Silberionen (Ag⁺) vom ersten lei
tenden Trockenelektrolyten 3 in Richtung der Detektierelek
trode 2 fließen. Infolgedessen wird auf der Detektierelektrode
2 Silber niedergeschlagen, wie die folgende Reaktionsglei
chung zeigt:
Ag⁺ + e- → Ag (1).
Mit anderen Worten, es wird eine vorbestimmte Menge von Metallionen
des ersten leitenden Trockenelektrolyten 3 auf der Detek
tierelektrode 2 abgelagert, und zwar durch Elektrifizierung,
indem die Polarisationselektrode 4 zur Anode und die Detek
tierelektrode 2 zur Kathode gemacht werden.
Unter diesen Umständen werden von der Polarisationselektrode
4 (Ag₂Se) nur wenige Silberionen zum ersten leitenden
Trockenelektrolyten 3 (Ag₃SI) geliefert, und somit weist der
der Polarisationselektrode 4 benachbarte erste leitende
Trockenelektrolyt 3 einen Anionenüberschuß auf. Daher wird
eine dem Überschuß an Anionen entsprechende positive Ladung
an der Polarisationselektrode 4 induziert, und es wird eine
Potentialdifferenz zwischen der Polarisationselektrode 4 und
der Bezugselektrode 6, d. h. das Polarisationspotential Va,
erzeugt. Eine Elektrifizierung von der Stromversorgung 7 über
die Detektierelektrode 2 und die Polarisationselektrode 4 ist
solange möglich, bis das Polarisationspotential Va ein Zer
setzungspotential des leitenden Trockenelektrolyten erreicht.
Wenn als leitender Trockenelektrolyt Silbersulfidiodid
(Ag₃SI) eingesetzt wird, ist die Elektrifizierung möglich,
bis das Polarisationspotential Va ca. 0,6 V erreicht. Das
Zersetzungspotential ist gegeben als das Minimumpotential,
bei dem ein elektrochemischer Prozeß kontinuierlich mit einer
merklichen Geschwindigkeit ablaufen kann.
Der vorgenannte Zustand, in dem die Gleichspannung der als
Kathode dienenden Detektierelektrode 2 zugeführt wird, ist
durch einen Kurvenabschnitt a-b in Fig. 2 und Fig. 3 gezeigt.
Dabei zeigt Fig. 2 den zugeführten Strom über die Zeit zwi
schen der Detektierelektrode 2 und der Polarisationselektrode
4, und Fig. 3 zeigt das Polarisationspotential über die Zeit
zwischen der Polarisationselektrode 4 und der Bezugselektrode
6. Das Polarisationspotential Va ist der Metallmenge, die auf
der Detektierelektrode 2 abgeschieden wird, d. h. der Metall
menge im Verhältnis zu der von der Stromversorgung 7 zuge
führten Elektrizitätsmenge, direkt proportional. Daher ent
spricht die auf der Detektierelektrode 2 abgeschiedene Me
tallmenge einem Polarisationspotential Va0 von Fig. 3.
Wenn das nachzuweisende Gas, hier Fluorgas, das durch elek
trische Entladung in SF₆-Gas erzeugt wird, mit der Detek
tierelektrode 2 in Kontakt tritt, wird ein Teil des Silbers
(Ag) in der Detektierelektrode 2 zu Silberfluorid (AgF) durch
eine Reaktion mit Fluorgas umgewandelt, das aus dem zersetzten
SF₆-Gas erzeugt wird. Die Reaktionsgleichung ist folgende:
F₂ + 2Ag → 2AgF (2).
Das metallische Silber wird durch die obige Reaktion ver
braucht. Die Menge des metallischen Silbers in der Detektier
elektrode 2 nimmt durch die Reaktion ab, und der Wert dieser
Abnahme ist durch die Reaktionsmenge mit dem nachzuweisenden
Gas, hier Fluorgas, bestimmt. Daher ist die Reaktionsmenge
der Fluorgaskonzentration proportional.
Nachdem die Detektierelektrode 2 dem zersetzten SF₆-Gas aus
gesetzt war, wird die Polarität der Gleichspannung von der
Stromversorgung 7 durch den Polaritätsschalter 15 umgeschal
tet. Daher wird das verbliebene metallische Silber, das noch
nicht in der Detektierelektrode 2 umgesetzt wurde, durch
Anlegen einer Sperr-Vorspannung zwischen der Detektierelek
trode 2 und der Polarisationselektrode 4 durch den ersten
leitenden Trockenelektrolyten 3 ionisiert. Infolgedessen
kehren die Silberionen zum ersten leitenden Trockenelektro
lyten 3 zurück, und das Polarisationspotential Va nimmt ent
sprechend der Silbermenge, die zum ersten leitenden Trocken
elektrolyten 3 zurückkehrt, ab. Dieser Zustand ist in Fig. 2
und Fig. 3 durch die Strecke c-d bezeichnet. Das Polari
sationspotential Va in diesem Zustand ist Va1, wie Fig. 3
zeigt. Dieses polarisationspotential Va1 bleibt nach der
Unterbrechung der Spannungszufuhr von der Stromversorgung 7
im wesentlichen konstant. Die Potentialdifferenz zwischen Va0
und Va1 ist der Reaktionsmenge mit dem nachzuweisenden Gas
proportional.
Fig. 2 zeigt einen Zeitpunkt c. D. h., ein Startzeitpunkt, zu
dem der Sperrstrom zu fließen beginnt, kann im Gasdetektor
beliebig eingestellt werden. Der Zeitpunkt c sollte beginnen,
wenn das nachzuweisende Gas in der gasisolierten Schaltsta
tion nachgewiesen wird. Die Messung des Gases kann durch den
Widerstandsmesser 9 erfolgen, der zwischen die Anschlüsse 10a
und 10b der Detektierelektrode 2 geschaltet ist. Das Gas kann
durch eine Änderung des Widerstandswerts der Detektierelek
trode 2 mit dem Widerstandsmesser 9 gemessen werden. Versuche
haben ergeben, daß die Erzeugung von Fluorgas an der Ober
fläche oder in der Schicht der Detektierelektrode 2 Silber
fluorid erzeugt und den Widerstand zwischen den Anschlüssen
10a und 10b ändert. Wenn die Änderung des Widerstands erfaßt
wird, kann zu diesem Zeitpunkt die Sperr-Vorspannung an den
Gasdetektor mit Hilfe einer bekannten automatischen Schalt
einrichtung im Polaritätsumschalter 15 angelegt werden, und
dann beginnt der Gasdetektor mit der Messung der Menge des
zersetzten SF₆-Gases.
Abgesehen von dem vorhergehenden Ausführungsbeispiel, bei dem
Silber in Form von Metall und von Silbersulfidiodid (Ag₃SI)
für erste und zweite leitende Trockenelektrolyten 3
bzw. 5 eingesetzt wird, kann ein modifiziertes Ausführungs
beispiel so ausgebildet sein, daß das Metall und der ionen
leitende Trockenelektrolyt entsprechend der Tabelle 1 auf
gebaut sind:
| Metall | |||||||||
| ionenleitender Trockenelektrolyt | |||||||||
| Ag | |||||||||
| Ag₃SI, RbAg₄I₅, Ag₆I₄WO₄, AgI | |||||||||
| Cu | Rb₄Cu₁₆I₇Cl₁₃, CuPb₃Br₇ @ | Gemisch aus 94 mol% CuBr und 12,5 mol% C₆H₁₂N₄CH₃Br @ | Gemisch aus 94 mol% CuBr und 6 mol% C₆H₁₂N₂(CH₃Br)₂ usw. @ | Li | LiI, Li₃N, 0,6Li₄GeO₄-0,4Li₃VO₄ usw. @ | Na | Na-β′′Al₂O₃, NaSiCON usw. |
Außer dem vorgenannten Ausführungsbeispiel, bei dem das nach
zuweisende Gas Fluorgas (F₂) im zersetzten SF₆-Gas ist, kann
bei einer abgewandelten Ausführungsform vorgesehen sein, daß
das nachzuweisende Gas Chlorgas (Cl₂), Schwefeldioxidgas (SO₂),
Schwefelwasserstoffgas (H₂S) oder dergleichen ist.
Claims (6)
1. Gasdetektor mit geschichtetem Aufbau, umfassend
- - eine Detektierelektrode (2), die eine vorgegebene Menge eines Metallelementes enthält und die eine Oberfläche hat, die mit einem nachzuweisenden Gas in Kontakt bring bar ist,
- - eine Polarisationselektrode (4),
- - eine Bezugselektrode (6),
- - einen ersten Trockenelektrolyten (3), der zwischen der Detektierelektrode (2) und der Polarisationselektrode (4) vorgesehen ist,
- - einen zweiten Trockenelektrolyten (5), der zwischen der Polarisationselektrode (4) und der Bezugselektrode (6) vorgesehen ist, und
- - eine Gleichstromversorgung (7), die gegebenenfalls über einen Polaritätsschalter (15) an die Detektierelektrode (2) und die Polarisationselektrode (4) angeschlossen ist und die eine Gleichspannung zwischen ihnen anlegt,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf gegenüberliegenden Bereichen der Detektierelektrode (2) im Abstand voneinander Meßanschlüsse (10a, 10b) ausgebil det sind
und daß zwischen die Meßanschlüsse (10a, 10b) ein Wider standsmesser (9) geschaltet ist, mit dem der jeweilige Wider stand der Detektierelektrode (2) meßbar ist, der sich in Abhängigkeit von der Reaktion der Detektierelektrode (2) mit dem nachzuweisenden Gas ändert.
daß auf gegenüberliegenden Bereichen der Detektierelektrode (2) im Abstand voneinander Meßanschlüsse (10a, 10b) ausgebil det sind
und daß zwischen die Meßanschlüsse (10a, 10b) ein Wider standsmesser (9) geschaltet ist, mit dem der jeweilige Wider stand der Detektierelektrode (2) meßbar ist, der sich in Abhängigkeit von der Reaktion der Detektierelektrode (2) mit dem nachzuweisenden Gas ändert.
2. Gasdetektor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektroden (2, 4, 6) aus Silber (Ag) bestehen oder Silber enthalten
und daß die Trockenelektrolyten (3, 5) zwischen den Elektro den (2, 4, 6) aus Silber enthaltenden Verbindungen, insbeson dere aus Ag₃SI, RbAg₄I₅, Ag₆I₄WO₄ oder AgI bestehen.
daß die Elektroden (2, 4, 6) aus Silber (Ag) bestehen oder Silber enthalten
und daß die Trockenelektrolyten (3, 5) zwischen den Elektro den (2, 4, 6) aus Silber enthaltenden Verbindungen, insbeson dere aus Ag₃SI, RbAg₄I₅, Ag₆I₄WO₄ oder AgI bestehen.
3. Gasdetektor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektroden (2, 4, 6) aus Kupfer (Cu) bestehen oder Kupfer enthalten
und daß die Trockenelektrolyten (3, 5) zwischen den Elektro den (2, 4, 6) aus Kupfer enthaltenden Verbindungen, insbeson dere aus Rb₄Cu₁₆I₇Cl₁₃, CuPb₃Br₇, einem Gemisch aus CuBr und C₆H₁₂N₄CH₃Br oder einem Gemisch aus CuBr und C₆H₁₂N₂(CH₃Br)₂ bestehen.
daß die Elektroden (2, 4, 6) aus Kupfer (Cu) bestehen oder Kupfer enthalten
und daß die Trockenelektrolyten (3, 5) zwischen den Elektro den (2, 4, 6) aus Kupfer enthaltenden Verbindungen, insbeson dere aus Rb₄Cu₁₆I₇Cl₁₃, CuPb₃Br₇, einem Gemisch aus CuBr und C₆H₁₂N₄CH₃Br oder einem Gemisch aus CuBr und C₆H₁₂N₂(CH₃Br)₂ bestehen.
4. Gasdetektor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektroden (2, 4, 6) aus Lithium (Li) bestehen oder Lithium enthalten
und daß die Trockenelektrolyten (3, 5) zwischen den Elektro den (2, 4, 6) aus Lithium enthaltenden Verbindungen, insbesondere LiI, Li₃N und Li₄GeO₄-Li₃VO₄ bestehen.
daß die Elektroden (2, 4, 6) aus Lithium (Li) bestehen oder Lithium enthalten
und daß die Trockenelektrolyten (3, 5) zwischen den Elektro den (2, 4, 6) aus Lithium enthaltenden Verbindungen, insbesondere LiI, Li₃N und Li₄GeO₄-Li₃VO₄ bestehen.
5. Gasdetektor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektroden (2, 4, 6) aus Natrium (Na) bestehen oder Natrium enthalten
und daß die Trockenelektrolyten (3, 5) zwischen den Elektro den (2, 4, 6) aus einer Natrium enthaltenden Verbindung, ins besondere aus Na-β′′Al₂O₃ oder NaSiCON bestehen.
daß die Elektroden (2, 4, 6) aus Natrium (Na) bestehen oder Natrium enthalten
und daß die Trockenelektrolyten (3, 5) zwischen den Elektro den (2, 4, 6) aus einer Natrium enthaltenden Verbindung, ins besondere aus Na-β′′Al₂O₃ oder NaSiCON bestehen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP2107479A JP2938514B2 (ja) | 1990-04-25 | 1990-04-25 | ガスセンサー |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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