DE4021842A1 - Kupferlegierung, besonders fuer verbindungsstuecke fuer elektrische vorrichtungen - Google Patents
Kupferlegierung, besonders fuer verbindungsstuecke fuer elektrische vorrichtungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Kupferlegierung, besonders für
Verbindungsstücke für elektrische Vorrichtungen, welche eine
ausgezeichnete elektrische Leitfähigkeit, Haftung des Lots beim
Biegen des Verbindungsstücks, hohe Warm-Kriechfestigkeit und
Wanderungsbeständigkeit aufweist, so daß ein daraus hergestell
tes Verbindungsstück in einer Umgebung von hoher Temperatur und
hoher Feuchtigkeit dauerhaft benutzbar ist.
Bisher wurde üblicherweise als Material für Verbindungsstücke
zur Verwendung in verschiedenen elektrischen Vorrichtungen eine
Kupferlegierung verwendet, deren chemische Zusammensetzung (in
Gewichtsprozent) im wesentlichen 1,5 bis 9% Zinn (Sn), 0,03 bis
0,35% Phosphor (P) und Rest Kupfer (Cu) und unvermeidbar Verun
reinigungen ist (diese Legierung wird hiernach als "Phosphor
bronze" bezeichnet).
In den letzten Jahren wurden jedoch Verbindungsstücke dieser Art
gefordert, die kleiner, besonders auch dünner sind, komplizier
tere Formen aufweisen, jedoch eine höhere elektrische Leitfähig
keit haben sollen, um den steigenden Bedarf an verringerter
Größe, erhöhter Ausgangsleistung und größere Verdrahtungsdichte
von elektrischen Vorrichtungen zu befriedigen.
Weiterhin müssen mit steigender Ausgangsleistung und daher
steigender Verdrahtungsdichte bei abnehmender Größe der elek
trischen Vorrichtungen die Verbindungsstücke oft in kleinen
Abständen angeordnet werden, so daß die in den Verbindungstücken
entwickelte Wärme nicht leicht abgegeben werden kann, was zu
einer Überhitzung der Verbindungsstücke führt. Daher wurde auch
eine hohe Wärmefestigkeit für Verbindungsstücke gefordert.
Außerdem wurden neuerdings elektrische Vorrichtungen mit
erhöhter Verdrahtungsdichte, in denen Verbindungsstücke in
geringen Abständen angeordnet sind, in Kraftfahrzeugen, kleinen
Schiffen und dergleichen verwendet, die häufig in Umgebungen
betrieben werden, wo höhere Temperatur und höhere Feuchtigkeit
herrscht und wo sie manchmal mit Wasser bespritzt werden. In
solchen Umgebungen mit hoher Temperatur und hoher Feuchtigkeit
können Feuchtigkeit oder Wasser, die auf die Verbindungsstücke
gelangen, mit metallischen Elementen, welche die Verbindungs
stücke bilden, reagieren und die Ionisierung der metallischen
Elemente bewirken. Positive Ionen wandern zur Kathode des
Verbindungsstücks, wodurch in dessen Struktur kristalline metal
lische Körner oder Fasern wachsen können, welche manchmal zu
Kurzschlüssen zwischen den in kleinen Abständen angeordneten
Verbindungsstücken führen. Die üblichen Verbindungsstücke, deren
Größe verringert ist und die eine komplizierte Form haben, wei
sen kurze Abstände zwischen den Elektroden auf. Daher können sie
ihre richtige Funktion nicht voll befriedigend erfüllen. Außer
dem sind die Verbindungsstücke bei Verwendung in einem Kraft
fahrzeug oder kleinen Schiff Vibrationen und Biegekräften
unterworfen, welche ein Abblättern des Lots bewirken.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Kupferlegierung
besonders zur Verwendung für Verbindungsstücke für elektrische
Vorrichtungen zu schaffen, welche eine ausgezeichnete elek
trische Leitfähigkeit, Haftung des Lots beim Biegen des Verbin
dungsstücks, hohe Warm-Kriechfestigkeit und Wanderungsbeständig
keit und dabei ausreichende Zugfestigkeit und Dehnbarkeit und
Federeigenschaften beibehält, wodurch das Verbindungsstück einem
Langzeitgebrauch in einer Umgebung von hoher Temperatur und
hoher Feuchtigkeit widerstehen kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Kupfer
legierung mit ausgezeichneter elektrischer Leitfähigkeit,
Haftung des Lots beim Biegen, Warm-Kriechfestigkeit und
Wanderungsbeständigkeit, besonders zur Verwendung als elektri
sches Verbindungsstück, die im wesentlichen besteht aus (in
Gewichtsprozent) 0,5 bis 3% Ni, 0,1 bis 0,9% Sn, 0,08 bis
0,8% Si, 0,1 bis 3% Zn, 0,007 bis 0,25% Fe, 0,001 bis 0,2% P
und Rest Kupfer und unvermeidbare Verunreinigungen.
Bevorzugt ist eine solche Kupferlegierung mit einer Zusammen
setzung (in Gewichtsprozent) von 1,3 bis 2,7% Ni, 0,1 bis
0,7% Sn, 0,2 bis 0,8% Si, 0,2 bis 1,5% Zn, 0,01 bis 0,1% Fe,
0,002 bis 0,06% P und Rest Cu und unvermeidbare Verunreini
gungen.
Die Erfindung wird mit weiteren Einzelheiten und Vorteilen
erläutert durch die folgende Beschreibung. In den beigefügten
Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines stufenweise gebogenen
Prüfstücks aus einer Kupferlegierung und
Fig. 2 eine schematische Ansicht einer Vorrichtung zur Prüfung
des Wanderungswiderstandes eines Paars von Prüfstücken aus einer
Kupferlegierung.
Unter den oben angegebenen Verhältnissen haben die Erfinder
Untersuchungen durchgeführt, um eine Kupferlegierung für
Verbindungsstücke zu erhalten, die ausgezeichnete Haftung des
Lots am Verbindungsstück zeigt, wenn auf dieses eine äußere
Biegekraft einwirkt, ausgezeichnete Warm-Kriechfestigkeit beim
Erwärmen und ausgezeichnete Wanderungsbeständigkeit (Migrations
beständigkeit) aufweist, wenn das Verbindungsstück befeuchtet
oder mit Wasser bespritzt wird, während gleichzeitig befriedi
gende elektrische Leitfähigkeit gegeben ist, und haben dabei
folgendes festgestellt:
Ein Verbindungsstück, das aus einer Kupferlegierung geformt ist,
die im wesentlichen folgende Gewichtszusammensetzung hat:
Ni 0,5 bis 3%;
Sn 0,1 bis 0,9%;
Si 0,08 bis 0,8%;
Zn 0,1 bis 3%;
Fe 0,007 bis 0,25%;
P 0,001 bis 0,2%;
Cu und unvermeidbare Verunreinigungen: der Rest weit überlegene Eigenschaften der elektrischen Leitfähigkeit, Haftung des Lots am Verbindungsstück beim Biegen desselben, Warm-Kriechfestigkeit und Wanderungsbeständigkeit im Vergleich mit üblichen elektrischen Verbindungsstücken aufweist, während es letzteren hinsichtlich Zugfestigkeit bei Raumtemperatur, Dehnung und Federeigenschaft (Federgrenzwert, hiernach defi niert) im wesentlichen gleich kommt.
Ni 0,5 bis 3%;
Sn 0,1 bis 0,9%;
Si 0,08 bis 0,8%;
Zn 0,1 bis 3%;
Fe 0,007 bis 0,25%;
P 0,001 bis 0,2%;
Cu und unvermeidbare Verunreinigungen: der Rest weit überlegene Eigenschaften der elektrischen Leitfähigkeit, Haftung des Lots am Verbindungsstück beim Biegen desselben, Warm-Kriechfestigkeit und Wanderungsbeständigkeit im Vergleich mit üblichen elektrischen Verbindungsstücken aufweist, während es letzteren hinsichtlich Zugfestigkeit bei Raumtemperatur, Dehnung und Federeigenschaft (Federgrenzwert, hiernach defi niert) im wesentlichen gleich kommt.
Die Erfindung beruht auf diesen Erkenntnissen, und die
vorgeschlagene erfindungsgemäße Kupferlegierung ist demnach
besonders geeignet für elektrische Verbindungsstücke.
Die Anteile der Legierungselemente der erfindungsgemäßen
Kupferlegierung, besonders zur Verwendung für elektrische
Verbindungsstücke, wurden aus folgenden Gründen in der ange
gebenen Weise festgelegt:
Nickel und Silicium wirken zusammen unter Bildung einer
Verbindung, welche die Zugfestigkeit und den Federgrenzwert
stark erhöht, den Erweichungspunkt der Kupferlegierung erhöht
und die Kriechfestigkeit bei hoher Temperatur (Warm-Kriech
festigkeit) erhöht, ohne die elektrische Leitfähigkeit
wesentlich zu verschlechtern. Wenn jedoch der Nickelgehalt
weniger als 0,5% oder der Siliciumgehalt weniger als 0,08%
ist, kann die Nickel-Silicium-Verbindung nicht in genügender
Menge gebildet werden, und infolgedessen tritt die erwähnte
Wirkung nicht im gewünschten Ausmaß ein. Wenn andererseits der
Nickelgehalt 3% übersteigt oder der Siliciumgehalt 0,8% über
steigt, zeigt die Kupferlegierung eine verschlechterte Warm-
Verformbarkeit und verschlechterte elektrische Leitfähigkeit.
Daher wurde der Nickelgehalt auf einen Bereich von 0,5 bis 3%
und vorzugsweise von 1,3 bis 2,7% und der Siliciumgehalt auf
einen Bereich von 0,08 bis 0,8%, vorzugsweise 0,2 bis 0,8%
festgelegt.
Zinn dient dazu, den Federgrenzwert und die Biegsamkeit der
Kupferlegierung weiter zu verbessern. Wenn jedoch der Zinngehalt
weniger als 0,1% beträgt, tritt diese Wirkung nicht im
gewünschten Ausmaß ein. Wenn andererseits der Zinngehalt 0,9%
übersteigt, werden die Wanderungsbeständigkeit und die elektri
sche Leitfähigkeit verschlechtert. Daher wurde der Zinngehalt
auf einen Bereich von 0,1 bis 0,9%, vorzugsweise 0,1 bis 0,7%
festgelegt.
Zink verbessert die Haftung des Lots am Verbindungsstück, wenn
dieses gebogen wird, und die Wanderungsbeständigkeit. Wenn
jedoch der Zinkgehalt unter 0,1% liegt, tritt diese Wirkung
nicht im gewünschten Ausmaß ein. Wenn andererseits der Zinkge
halt 3% übersteigt, zeigt ein Verbindungsstück aus einer
solchen Kupferlegierung eine verschlechterte Lötbarkeit. Daher
wurde der Zinkgehalt auf einen Bereich von 0,1 bis 3%, vorzugs
weise 0,2 bis 1,5% festgelegt.
Eisen verbessert die Warm-Walzeigenschaft, indem es das
Auftreten von Oberflächenrissen und Zipfelrissen in der
Kupferlegierung verhindert, und verringert die Größe der
Ausfällungen der Nickel-Silicium-Verbindung, wodurch die
Haftfestigkeit einer beschichteten Oberfläche des Verbindungs
stücks aus dieser Kupferlegierung beim Erwärmen und damit die
Zuverlässigkeit des Verbindungsstücks verbessert wird. Wenn
jedoch der Eisengehalt unter 0,007% liegt, tritt diese Wirkung
nicht im gewünschten Ausmaß ein. Wenn andererseits der Eisenge
halt 0,25% übersteigt, wird die Warm-Walzfähigkeit nicht mehr
verbessert, sondern eher verschlechtert, und die elektrische
Leitfähigkeit kann nachteilig beeinflußt werden. Daher wurde der
Eisengehalt auf einen Bereich von 0,007 bis 0,25%, vorzugsweise
0,01 bis 0,1% festgelegt.
Phosphor verhindert eine Verschlechterung des Federgrenzwerts
des Verbindungsstücks aus der Kupferlegierung beim Biegen und
erleichtert damit das Einstecken und Herausziehen des Verbin
dungsstücks und verbessert auch die Wanderungsbeständigkeit
desselben. Wenn jedoch der Phosphorgehalt weniger als 0,001%
beträgt, tritt diese Wirkung nicht im gewünschten Ausmaß ein.
Wenn andererseits der Phosphorgehalt 0,2% übersteigt, zeigt das
Verbindungsstück aus einer solchen Kupferlegierung eine schlech
tere Haftung des Lots am Verbindungsstück beim Erwärmen. Daher
wurde der Phosphorgehalt auf einen Bereich von 0,001 bis 0,2%,
vorzugsweise 0,002 bis 0,06% festgelegt.
Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels weiter
erläutert.
Kupferlegierungen mit den in der Tabelle angegebenen chemischen
Zusammensetzungen wurden jeweils in einem üblichen Nieder
frequenz-Schmelzofen vom Kanaltyp geschmolzen. Dann wurden die
geschmolzenen Legierungen nach einem halbkontinuierlichen
Gießverfahren zu Kupferlegierungs-Barren von jeweils 150 mm
Dicke, 400 mm Breite und 1600 mm Länge gegossen. Die Barren
wurden jeder mit einer anfänglichen Warm-Walztemperatur im Bereich
von 750 bis 900°C zu einer warmgewalzten Platte mit einer Dicke
von 11 mm gewalzt. Die warmgewalzten Platten wurden jede mit
Wasser gekühlt und dann auf den entgegengesetzten Seiten 0,5 mm,
d.h. auf eine Dicke von 10 mm abgebeizt, um Risse und Zunder zu
entfernen, worauf sie wiederholt abwechselnd kaltgewalzt und
getempert wurden. Die kaltgewalzten Platten wurden zuletzt bei
einer Temperatur im Bereich von 250 bis 55°C eine Stunde lang
getempert und dann geschnitten, um die erfindungsgemäßen Kupfer
legierungsbleche Nr. 1 bis 9 für Verbindungsstücke zu erhalten.
Zum Vergleich wurden die Kupferlegierungsbleche Nr. 10 bis 18
für elektrische Verbindungsstücke in der gleichen Weise wie die
erfindungsgemäßen Stücke hergestellt, außer daß der Gehalt an
wenigstens einem Legierungselement außerhalb des erfindungs
gemäßen Bereichs liegt, wie in der Tabelle gezeigt (dieses
Element ist mit einem Stern gekennzeichnet). Die Vergleichs
legierungsbleche Nr. 17 und 18 für elektrische Verbindungsstücke
wurden jeweils aus einer Legierungsschmelze mit einer chemischen
Zusammensetzung hergestellt, die im Bereich der üblichen Kupfer
legierung (Phosphorbronze) für elektrische Verbindungsstücke
liegt.
Dann wurden die erfindungsgemäßen Kupferlegierungsbleche Nr. 1
bis 9 und die Vergleichslegierungsbleche Nr. 10 bis 18 Prüfungen
der Zugfestigkeit, des Federgrenzwerts, der elektrischen Leit
fähigkeit, der Hoch-Warmfestigkeit (durch Bestimmung des Span
nungs-Relaxations-Verhältnisses), Haftung des Lots am Verbin
dungsstück beim Biegen, Haftfestigkeit einer beschichteten
Oberfläche beim Erwärmen und Wanderungsbeständigkeit (durch
Messung des maximalen Leckstroms) unterworfen.
Es wurden Prüfstücke verwendet, die aus dem Kupferlegierungs
blech in der Walzrichtung gemäß JIS (Japanischer Industrie
standard) Prüfstück Nr. 5, geschnitten waren. An diesen wurden
die Zugfestigkeit und Dehnung bestimmt. Die Ergebnisse sind in
der Tabelle aufgeführt.
Es wurden Prüfstücke mit einer Größe von 0,25 mm Dicke, 10 mm
Breite und 80 mm Länge verwendet, die aus dem Kupferlegierungs
blech in der Walzrichtung geschnitten worden waren. Die Prüf
stücke wurden je einer Kurzzeitprüfung gemäß JIS H 3130 unter
worfen, um den Federgrenzwert zu bestimmen (hiernach bezeichnet
als "Federgrenzwert vor dem Biegen"). Der Ausdruck "Federgrenz
wert" ist definiert als der maximale Oberflächen-Spannungswert
(N/mm2/9,8 = MPa/9,8) der erreicht wird, wenn der durch Einwir
kung einer Last auf das Prüfstück erhaltene Betrag der dauernden
Biegung 0,075 mm erreicht. Die Ergebnisse sind in der Tabelle
angegeben.
Dann wurden Prüfstücke, wie in Fig. 1 gezeigt, von gleicher
Größe wie die obigen Prüfstücke (10) jedes mit einem Biegewinkel
von A = 130° gebogen, um einen Stufenteil mit einer Stufentiefe
D = 2 mm, jedoch ohne Biegungsradius und somit ein abgestuft
gebogenes Prüfstück zu erhalten. Die stufenweise abgebogenen
Prüfstücke wurden auch einer Kurzzeit-Prüfung nach JIS H 3130
unterworfen, um den Federgrenzwert zu messen (hiernach bezeich
net als Federgrenzwert nach dem Biegen). Die Prüfergebnisse sind
in der Tabelle angegeben.
Um die auf das Biegen zurückzuführende Verschlechterung der
Federeigenschaft zu bewerten, wurde der Verringerungsgrad (%)
des Federgrenzwerts entsprechend der folgenden Gleichung
bestimmt:
Die so bestimmten Werte des Verschlechterungsgrades sind in der
Tabelle angegeben.
Wenn ein Material einen großen Verschlechterungsgrad des
Federgrenzwerts hat, ist es zur Verwendung für elektrische
Verbindungsstücke nicht geeignet, da das Herstellungsverfahren
von Verbindungsstücken im allgemeinen Biegevorgänge umfaßt.
Die Kupferlegierungsbleche wurden jede auf elektrische Leit
fähigkeit nach JIS H 0505 geprüft. Die Ergebnisse sind in der
Tabelle angegeben (IACS = Intern. Annealed Copper Standard
= Standard-Leitfähigkeit nach IEC).
Prüfstücke von jeweils 0,25 mm Dicke, 12,7 mm Breite und 120 mm
Länge (= L0) wurden aus den Kupferlegierungsblechen geschnitten.
Zur Prüfung wurde eine Aufspannvorrichtung mit einer horizontal
angeordneten länglichen Rinne verwendet. Jedes Prüfstück wurde
in die Vorrichtung so eingesetzt, daß es mit seinen entgegenge
setzten Enden von den entgegengesetzten Enden der Rinne gehalten
wurde und nach oben gebogen war. Der Abstand von 110 mm zwischen
den entgegengesetzten Enden des eingesetzten gebogenen Prüf
stücks wird als L1 bezeichnet. Die eingesetzten Prüfstücke
wurden jedes tausend Stunden auf eine Temperatur von 150°C
erwärmt. Danach wurde jedes Prüfstück aus der Vorrichtung
entnommen und der Abstand L2 zwischen seinen entgegengesetzten
Enden im freien Zustand gemessen. Zur Bestimmung der
Warm-Kriechfestigkeit wurde das Spannungs-Relaxations-Verhältnis
jedes Prüfstücks unter Anwendung des folgenden Ausdrucks
bestimmt:
Die so bestimmten Werte des Spannungs-Relaxations-Verhältnisses
sind in der Tabelle angegeben.
Prüfstücke von jeweils 0,25 mm Dicke, 15 mm Breite und 60 mm
Länge wurden aus den Kupferlegierungsblechen geschnitten. Nach
Behandlung mit einem Harz-Flußmittel wurden die Prüfstücke
jeweils mit einem Lot beschichtet, indem man sie in ein Lotbad
tauchte, das mit einem geschmolzenen Lot einer 60%-Sn-40%-
Pb-Legierung bei einer Temperatur von 230°C gefüllt war. Nach
dem Herausnehmen aus dem Lotbad wurden die Prüfstücke jedes in
einer Luftatmosphäre bei 150°C tausend Stunden erwärmt und dann
um 180 Grad flach auf sich selbst und um 180 Grad zurückgebogen,
um die Haftung des Lots an dem Kupferlegierungsblech beim Biegen
zu bestimmen. Die Prüfstücke wurden jeweils auf Fehlen oder
Auftreten von Abblättern des Lots im gebogenen Bereich
untersucht. Die Ergebnisse sind in der Tabelle angegeben.
Prüfstücke von je 0,25 mm Dicke, 25 mm Breite und 100 mm Länge
wurden aus den Kupferlegierungsblechen geschnitten. Die Prüf
stücke wurden jeweils nach einem üblichen Heiß-Tauchverfahren
mit Silber bis zu einer Beschichtungsdicke von 2 µm beschichtet.
Die beschichteten Prüfstücke wurden jeweils drei Minuten auf
400°C erhitzt. Um die Haftfestigkeit der beschichteten
Oberfläche beim Erhitzen zu prüfen, wurden die beschichteten
Prüfstücke jeweils auf das Vorhandensein von Blasen in ihrer
beschichteten Oberfläche untersucht. Die Ergebnisse sind in der
Tabelle angegeben.
Ein Paar von Prüfstücken von je 0,25 mm Dicke, 5 mm Breite und
100 mm Länge, die aus den Kupferlegierungsblechen geschnitten
waren, wurde unter Verwendung einer Prüfvorrichtung wie in
Fig. 2 gezeigt, untersucht. Diese Prüfvorrichtung weist einen
elektrischen Stromkreis auf, der von einer auf konstante Span
nung geregelten Gleichstromquelle 1, einem Amperemeter 2, einem
Voltmeter 3, einem Wassertank 4, der Leitungswasser 5 enthält,
Prüfstücken 6 und einem isolierenden Kunstharzstück 7 mit einer
Dicke von 1 mm besteht, welches das Paar der Prüfstücke 6 auf
entgegengesetzten Oberflächen trägt. Das isolierende Kunstharz
stück 7 weist ein Loch 8 mit einem Durchmesser von 10 mm auf.
Leitungsdrähte 9 verbinden ein Prüfstück 6 mit einem positiven
Pol der Stromquelle 1 und das andere Prüfstück mit einem negati
ven Pol der Stromquelle. Die vom isolierenden Kunstharzstück 7
getragenen Prüfstücke 6 wurden drei Minuten in das Leitungswas
ser 5 im Wassertank 4 eingetaucht, wobei eine Spannung von 14 V
an sie angelegt wurde. Nach dem Herausnehmen aus dem Leitungs
wasser 5 wurden die beschichteten Prüfstücke drei Minuten
getrocknet. Der Zyklus des Eintauchens und Trocknens wurde
wiederholt. Um die Wanderungsbeständigkeit zu bewerten, wurde
der Maximalwert des Leckstroms bestimmt, der durch die Prüf
stücke 6 fließt, nachdem 50 Zyklen durchlaufen wurden. Die
Ergebnisse sind in der Tabelle angegeben.
Entsprechend den in der Tabelle angegebenen Ergebnissen sind die
erfindungsgemäßen Kupferlegierungen Nr. 1 bis 9 für elektrische
Verbindungsstücke hinsichtlich elektrischer Leitfähigkeit und
Haftung des Lots den Vergleichsmaterialien Nr. 17 und 18 (welche
übliche chemische Zusammensetzungen haben, nämlich Phosphor
bronze) überlegen, während sie fast die gleichen Werte der
Zugfestigkeit, Dehnung, Federgrenzwert und Haftfestigkeit der
beschichteten Oberfläche (bezogen auf die Anwesenheit oder
Abwesenheit von Blasen) zeigen, wie letztere. Weiter zeigen die
erfindungsgemäßen Legierungen Nr. 1 bis 9 sämtlich geringere
Werte des Spannungs-Relaxationsverhältnisses und des maximalen
Leckstroms als die Vergleichslegierungen Nr. 17 und 18, was
bedeutet, daß die erfindungsgemäßen Legierungen den letzteren
(Phosphorbronze) hinsichtlich Warm-Kriechfestigkeit und Wan
derungsbeständigkeit überlegen sind.
Andererseits zeigt die Vergleichs-Legierung Nr. 10 mit einem
niedrigeren Ni-Gehalt und einem niedrigeren Si-Gehalt als der
erfindungsgemäße Bereich schlechtere Werte der Zugfestigkeit,
des Federgrenzwerts vor dem Biegen und des Spannungs-Relaxa
tionsverhältnisses gegenüber den erfindungsgemäßen Legierungen.
Die Vergleichs-Legierungen Nr. 11 und 14, die jeweils einen
höheren Ni-Gehalt oder einen höheren Sn-Gehalt als der erfin
dungsgemäße Bereich aufweisen, zeigen keine befriedigend höhere
elektrische Leitfähigkeit als die Vergleichs-Legierungen Nr. 17
und 18 aus üblicher Phosphorbronze. Die Vergleichs-Legierungs
stücke Nr. 12 und 15 mit jeweils einem höheren Si-Gehalt oder
einem höheren P-Gehalt als der erfindungsgemäße Bereich zeigten
Abblättern des Lots an ihren gebogenen Abschnitten. Wenn sowohl
der Sn-Gehalt wie der Zn-Gehalt und der Fe-Gehalt außerhalb des
erfindungsgemäßen Bereichs liegen, wie beim Vergleichs-Legie
rungsstück Nr. 13, zeigen sich Abblättern des Lots und Blasen in
der beschichteten Oberfläche, der Federgrenzwert vor dem Biegen
ist wesentlich schlechter und der maximale Leckstrom wesentlich
größer und somit die Wanderungsbeständigkeit stark verschlech
tert.
Bei der erfindungsgemäßen Legierung ist P ein wichtiger Bestand
teil. Insbesondere wenn P nicht enthalten ist, wie im Ver
gleichs-Legierungsstück Nr. 16, nimmt der Verschlechterungsgrad
des Federgrenzwerts nach dem Biegen stark zu. Da Verbindungs
stücke für elektrische Vorrichtungen im allgemeinen durch Biegen
hergestellt werden, sind Verbindungsstücke aus Legierungen, die
große Verschlechterungsgrade des Federgrenzwerts beim Biegen
zeigen, nicht in der Lage, die oben erwähnten strengen Anforde
rungen zu erfüllen.
Wie oben angegeben, zeigt ein Verbindungsstück aus einer Kupfer
legierung, bei der der Gehalt an irgendeinem der Bestandteile
außerhalb des erfindungsgemäßen Bereichs liegt (in der Tabelle
mit einem Stern gekennzeichnet), keine höhere elektrische Leit
fähigkeit als die Vergleichs-Legierungen Nr. 17 und 18 aus
üblicher Phosphorbronze oder solche Verbindungsstücke zeigen
schlechtere Werte der Zugfestigkeit und Dehnung, des Federgrenz
werts vor dem Biegen oder des Spannungs-Relaxations-Verhält
nisses und damit der Warm-Kriechfestigkeit, oder sie zeigen
Abblättern des Lots nach dem Biegen oder Blasen in der beschich-
teten Oberfläche nach dem Erhitzen oder einen größeren maximalen
Leckstrom und damit schlechtere Wanderungsbeständigkeit.
Claims (3)
1. Kupferlegierung, besonders für elektrische Verbindungsstücke
mit ausgezeichneter elektrischer Leitfähigkeit, Haftung des Lots
beim Biegen, Warm-Kriechfestigkeit und Wanderungsbeständigkeit,
mit folgender Zusammensetzung (in Gewichtsprozent):
0,5 bis 3% Ni, 0,1 bis 0,9% Sn, 0,08 bis 0,8% Si, 0,1 bis 3% Zn,
0,007 bis 0,25% Fe, 0,001 bis 0,2% P und Rest Cu und
unvermeidbare Verunreinigungen.
2. Kupferlegierung nach Anspruch 1 mit der Zusammensetzung (in
Gewichtsprozent): 1,3 bis 2,7% Ni, 0,1 bis 0,7% Sn, 0,2 bis
0,8% Si, 0,2 bis 1,5% Zn, 0,01 bis 0,1% Fe, 0,002 bis
0,06% P und Rest Cu und unvermeidbare Verunreinigungen.
3. Verbindungsstück für elektrische Vorrichtungen bestehend aus
einer Kupferlegierung nach Anspruch 1 oder 2.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
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| DE4021842C2 DE4021842C2 (de) | 1994-01-05 |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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