DE4042153C2 - Verfahren zur Lenkwinkelfehlerkompensierung bei einer vollhydraulischen Lenkung und vollhydraulische Lenkung - Google Patents
Verfahren zur Lenkwinkelfehlerkompensierung bei einer vollhydraulischen Lenkung und vollhydraulische LenkungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Lenkwinkelfeh
lerkompensierung bei einer vollhydraulischen Lenkung,
bei dem beim Auslenken eines Lenkhandrades ein Lenkhandradwinkel
und ein Lenkmotorwinkel sowie die Lenkhandradgeschwindigkeit
ermittelt werden und der Fluidstrom
zwischen einer Lenksteuereinheit und einem Lenkmotor
in Abhängigkeit vom Lenkwinkelfehler und der
Lenkhandradgeschwindigkeit verändert wird, und eine
vollhydraulische Lenkung, insbesondere für Fahrzeuge,
mit einem Lenkmotor, einer mit diesem über einen Fluidpfad
verbundene Lenksteuereinrichtung, die mit Hilfe
eines Lenkhandrades betätigbar ist, einem Lenkhandradsensor,
einem Lenkmotorsensor, einer Verarbeitungseinrichtung
und einem Hilfsfluidpfad, der vom Fluidpfad
abzweigt und die Lenksteuereinrichtung umgeht und eine
Ventileinrichtung zur Steuerung des durch den Hilfsfluidpfad
fließenden Hilfsfluidstroms aufweist, die von
der Verarbeitungseinrichtung betätigbar ist, wobei die
Verarbeitungseinrichtung einen Differenzenbildner zur
Ermittlung des Lenkwinkelfehlers und einen Differentiator
zur Ermittlung der Lenkhandradgeschwindigkeit aufweist.
Lenkungen werden im allgemeinen in Fahrzeugen verwendet.
Hierbei werden gelenkte Räder oder Ruder um einen
Winkel verschwenkt, der einem bestimmten Umdrehungswinkel
des Lenkhandrades entspricht. Der Begriff "Lenkung"
soll für die vorliegende Anmeldung jedoch weiter verstanden
werden. Er betrifft auch die Steuerung von Betätigungsorganen,
bei der eine Auslenkung eines Arbeitsmotors
proportional zur Betätigung eines Bedienungshebels
erfolgt. Der Bedienungshebel wird im folgenden
der Einfachheit halber als "Lenkhandrad" bezeichnet.
Die Bewegung des Lenkhandrades muß sich nicht
auf rotatorische Bewegungen beschränken. Wenn als Lenkhandrad
ein Bedienungshebel verwendet wird, können
ebenfalls translatorische Bewegungen gemessen werden.
Dem Lenkhandradwinkel entspricht dann eine Strecke.
Beispielsweise kann ein Lenkmotor einen Ausleger einer
Arbeitsmaschine in eine bestimmte Position bringen, die
von der Stellung des Lenkhandrades abhängig ist. Um das
Verständnis zu erleichtern, wird die folgende Beschreibung
jedoch anhand einer Fahrzeuglenkung vorgenommen
werden.
Bei einer aus der gattungsbildenden US 47 03 819 bekannten Lenkung wird
das Hinterrad eines Dreiradgabelstaplers vollhydraulisch
gesteuert. Dabei soll die Stellung des Hinterrades
der Winkellage des Lenkhandrades entsprechen. Diese
Lage ist durch einen Knopf auf dem Lenkhandrad gekennzeichnet.
Abweichungen der beiden Stellungen voneinander
können beispielsweise durch Leckagen auftreten. Die
Abweichung zwischen der Winkelstellung des Lenkhandrades
und der Winkelstellung des gelenkten Rades wird im
folgenden als Lenkwinkelfehler bezeichnet. Zur Kompensierung
des Lenkwinkelfehlers ist es bei der bekannten
Lenkung vorgesehen, einen Teil des Fluidstromes von der
Lenksteuereinheit zum Lenkmotor direkt zum Tank hin
abzuzweigen, so daß das Lenkhandrad gedreht werden
kann, ohne daß der Lenkmotor weiter ausgelenkt wird.
Hiermit läßt sich eine Übereinstimmung zwischen der
Lenkhandrad- und der Lenkmotorposition erzielen. Eine
Ausführungsform der bekannten Lenkung beinhaltet ein
manuell betätigbares Ventil, das in der Neutralstellung
des Lenkmotors betätigt werden kann. Nach Betätigung
des Ventils kann das Lenkhandrad ebenfalls in die Neutralstellung
verbracht werden, ohne daß das Hinterrad
mitgelenkt wird. Bei einer anderen Ausführungsform erfolgt
die Lenkwinkelfehlerkompensierung unter der
Steuerung einer Verarbeitungseinrichtung. Hierbei wird
die Lenkhandradposition und die Lenkmotorposition mit
Hilfe von Sensoren gemessen. Die gemessenen Werte werden
von einem Mikrocomputer verarbeitet, der ein
Magnetventil betätigt, das einen Leitungsabschnitt von
der Lenksteuereinrichtung zum Lenkmotor mit dem Tank
verbindet. Die Lenkwinkelfehlerkompensierung erfolgt
jedoch nur, wenn die Geschwindigkeit des Lenkhandrades
eine vorbestimmte Mindestgeschwindigkeit überschreitet
oder der Lenkwinkelfehler eine bestimmte Mindestgröße
hat. Unterhalb dieser Werte befürchtet man, daß eine
Bedienungsperson das Lenkhandrad zwar drehen kann, dies
jedoch nicht zu einer Richtungsänderung des Fahrzeugs
führt.
Die US 4 792 008 beschreibt ein ähnliches System, bei
dem zusätzlich die Richtungsabhängigkeit der Drehung
des Lenkhandrades berücksichtigt wird.
Die JP 2-164 673 A beschreibt ein Verfahren zur Lenkwinkelfehlerkompensierung,
bei dem eine Korrektur nur bezüglich
der Neutralstellungen des Lenkmotors und des Lenkhandrades
erfolgen soll. Ein erstes Hilfsventil wird
bei einer Neutralstellung geöffnet, wohingegen ein
zweites Hilfsventil geöffnet werden soll, wenn die
Lenkmotorposition nicht mit der Lenkhandradposition
übereinstimmt.
Die JP 63-188569 A offenbart eine vollhydraulische Lenkung,
bei der eine Lenkwinkelfehlerkorrektur dadurch erfolgt,
daß einem unter Druck stehenden Arbeitsraum eines Lenkmotors
zusätzliche Hydraulikflüssigkeit zugeführt wird,
und zwar an der Lenksteuereinrichtung vorbei, wobei
aber keine Aussagen darüber gemacht werden, wie der
Lenkwinkelfehler und die Lenkhandradgeschwindigkeit
miteinander verarbeitet werden.
Die JP 60-261 778 A beschreibt ebenfalls eine vollhydraulische
Lenkung mit Lenkwinkelfehlerkorrektur. Hierbei
wird zur Kompensierung eines Lenkwinkelfehlers dem
Lenkmotor mit Hilfe einer zusätzlichen Pumpe zusätzliches
hydraulisches Fluid zugeführt, so daß die Positionen
von Lenkhandrad und Lenkmotor wieder in Übereinstimmung
gebracht werden können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zur Lenkwinkelfehlerkompensierung und eine vollhydrau
lische Lenkung anzugeben, mit deren Hilfe der Lenkungs
komfort verbessert werden kann.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs
genannten Art dadurch gelöst, daß die Kompensierung bei
jeder Lenkhandradgeschwindigkeit und jedem Lenkwinkelfehler
erfolgt, wobei der Lenkwinkelfehler mit der
Lenkhandradgeschwindigkeit multipliziert wird und die
Veränderung des Fluidstroms in Abhängigkeit von dem so
erhaltenen Produkt vorgenommen wird.
Erfindungsgemäß gibt es also keine Bereiche, in denen
keine Korrektur oder Kompensierung vorgenommen wird.
Der für die Kompensierung notwendige Eingriff in den
Fluidstrom, den auch die Bedienungsperson merkt, ist
jedoch nicht nur von dem Lenkwinkelfehler, sondern auch
von der Geschwindigkeit des Lenkhandrades abhängig.
Wenn die Bedienungsperson das Lenkhandrad mit einer
geringen Geschwindigkeit dreht, ist sie gegenüber Ein
flüssen, die auf das Lenkhandrad wirken, sehr empfind
lich. Dreht sie hingegen das Lenkhandrad mit einer größe
ren Geschwindigkeit, machen sich größere Kompensations-
oder Korrektureinflüsse nicht mehr so stark bemerkbar.
Bei größeren Geschwindigkeiten des Lenkhandrades
kann
die Bedienungsperson auch nicht mehr so genau wahrnehmen,
ob die Position des Lenkmotors mit der Position des
Lenkhandrades übereinstimmt. Eine Lenkwinkelfehlerkompen
sierung läßt sich hierbei relativ schnell durchführen,
ohne daß die Bedienungsperson irgendwelche störenden
Einflüsse bemerkt. Bei langsameren Geschwindigkeiten
des Lenkhandrades hingegen muß die Kompensierung entspre
chend vorsichtiger erfolgen, um das Komfortgefühl der
Bedienungsperson nicht negativ zu beeinträchtigen.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens
wird zur Veränderung des Fluidstroms zwischen Lenksteuer
einheit und Lenkmotor ein Hilfsfluidstrom unter Umgehung
der Lenksteuereinheit zugeführt oder entnommen. Wenn
der Hilfsfluidstrom entnommen wird, folgt der Lenkmotor
der Position des Lenkhandrades nicht vollständig. Hier
durch kann ein Nacheilen des Lenkhandrades gegenüber
der Position des Lenkmotors kompensiert werden. Wird
ein Hilfsfluidstrom zugeführt, kann ein Vorauseilen
des Lenkhandrades vor dem Lenkmotor kompensiert werden,
d. h. der Lenkmotor wird durch das zusätzliche Hilfsfluid
weiter bewegt als er nur durch die Steuerung des Lenk
handrades bewegt werden würde.
Bevorzugterweise wird der Hilfsfluidstrom proportional
zur Lenkhandradgeschwindigkeit eingestellt. Es ergibt
sich im wesentlichen ein lineares Verhältnis zwischen
der Kompensierung und der Lenkhandradgeschwindigkeit.
Auch ist von Vorteil, daß der Hilfsfluidstrom proportio
nal zum Lenkwinkelfehler eingestellt wird. Bei einem
größeren Lenkwinkelfehler ist eine entsprechend größere
Kompensierung erforderlich.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird
der Lenkwinkelfehler nur zu einem Zeitpunkt ermittelt,
an dem der Lenkmotor seine Neutralstellung durchläuft,
wobei der Hilfsfluidstrom nur über eine in Abhängigkeit
vom Lenkwinkelfehler errechnete Zeitdauer aufrechterhal
ten wird. Bei diesem Verfahren können relativ preiswerte
Sensoren verwendet werden. Es ist nicht notwendig, daß
die Position des Lenkmotors über seinen gesamten Arbeits
bereich erfaßt wird. Die Lenkwinkelfehlerkompensierung
erfolgt hierbei zwar im wesentlichen nur dann, wenn
der Lenkmotor die Neutralstellung passiert hat. Dies
ist jedoch auch der hauptsächliche Fall, wo ein Lenkwin
kelfehler stört. Die Bedienungsperson möchte sich hierbei
nämlich darauf verlassen können, daß das gelenkte Fahr
zeug auch geradeaus fährt, wenn sie eine Geradeausfahrt
am Lenkhandrad eingestellt hat.
Hierbei ist bevorzugt, daß die Zeitdauer T nach folgender
Beziehung errechnet wird:
T = D× F/q,
wobei D die Verdrängung des Meßmotors, F der Lenkwinkel
fehler und q die Größe des Hilfsfluidstroms ist. Die
Größe des Hilfsfluidstroms kann in diesem Fall von der
Lenkhandradgeschwindigkeit abhängig gemacht werden.
Da die Verdrängung des Meßmotors bekannt ist, läßt sich
aus der genannten Beziehung bestimmen, wie lange der
Hilfsfluidstrom fließen muß, um einen Lenkwinkelfehler
zu kompensieren. Nach dieser Zeitdauer geht man davon
aus, daß der Fehler kompensiert ist. Der Hilfsfluidstrom
wird dann abgeschaltet, wenn in der Zwischenzeit nicht
eine neue Bestimmung des Lenkwinkelfehlers erfolgt ist,
beispielsweise beim erneuten Durchlaufen der Neutralstel
lung des Lenkmotors.
Um auch die Möglichkeit zu erfassen, einen während der
Kompensierung entstehenden neuen Lenkwinkelfehler zu
kompensieren, wird der Lenkwinkelfehler vorzugsweise
mit einem adaptiven Verstärkungsfaktor multipliziert,
dessen Größe in Abhängigkeit von nacheinander auftreten
den Lenkwinkelfehlern bestimmt wird. Die Kompensierung
der Lenkwinkelfehler wird dadurch entscheidend ver
bessert.
Hierbei ist bevorzugt, daß der Verstärkungsfaktor ver
größert wird, wenn die Größe des Lenkwinkelfehlers zu
nimmt, daß er konstant gehalten wird, wenn sie abnimmt,
und daß er verkleinert wird, wenn der Lenkwinkelfehler
sein Vorzeichen wechselt. Hierdurch wird erreicht, daß
sich der Verstärkungsfaktor adaptiv so einstellt, daß
immer eine möglichst gute Kompensierung des Lenkwinkel
fehlers erreicht werden kann, auch wenn in der Zwischen
zeit neue Fehlerursachen, beispielsweise Leckagen, auf
treten.
Die Aufgabe wird bei einer vollhydraulischen Lenkung
der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß ein Multi
plizierer vorgesehen ist, der die Ausgänge des Differen
zenbildners und des Differentiators miteinander multipli
ziert, wobei der Ausgang des Multiplizierers über ein
Proportionalglied mit einer mit der Ventileinrichtung
signalmäßig verbundenen Ventilsteuereinrichtung verbunden
ist.
Der Multiplizierer ermittelt das Produkt aus Lenkwinkel
fehler und Lenkhandradgeschwindigkeit. Vorzugsweise
gibt er den Betrag dieses Produkts aus. Das Produkt
wird an die Ventilsteuereinrichtung weitergegeben, die
in Abhängigkeit von diesem Produkt die Ventileinrichtung
betätigt. Bei einer großen Lenkhandradgeschwindigkeit
oder bei einem Lenkwinkelfehler wird ein großer Hilfs
fluidstrom in die Leitung zwischen der Lenksteuereinrich
tung und dem Lenkmotor eingespeist oder daraus entnommen.
Bei einer kleinen Lenkhandradgeschwindigkeit oder einem
kleinen Lenkwinkelfehler ist der Hilfsfluidstrom entspre
chend kleiner. Der Multiplizierer und der Differenzen
bildner können, wie auch der Differentiator, sowohl
analog als auch digital ausgebildet sein. Der Fluidpfad
beinhaltet die beiden Leitungen von der Lenksteuerein
richtung zum Lenkmotor. Je nach der Richtung, in der
der Lenkmotor ausgelenkt werden soll, ist eine der beiden
Leitungen mit Pumpendruck und die andere mit Tankdruck
beaufschlagt.
Hierbei ist bevorzugt, daß der Hilfsfluidpfad eine Ver
bindung zwischen Fluidpfad und Pumpe und/oder Fluidpfad
und Tank herstellt. Je nachdem, auf welcher Seite des
Lenkmotors ein Fehler aufgetreten ist, d. h. ob das Lenk
handrad dem Lenkmotor nachhinkt oder voreilt, kann eine
Kompensierung durch ein Ablassen des Hilfsfluidstromes
vom oder ein Zufügen des Hilfsfluidstroms zum Hauptfluid
strom sinnvoll sein.
Bevorzugterweise weist die Ventileinrichtung pulsbreiten
modulierte Magnetventile auf. Hierbei muß keine Durch
gangsöffnung eingestellt werden. Vielmehr öffnen die
Magnetventile beim Eintreffen eines entsprechenden Pulses
vollständig. Nach dem Ende des Pulses schließen sie
wieder vollständig. Im Mittel wird das Magnetventil
dann eine Fluidmenge durchlassen, die ein Ventil durch
lassen würde, dessen Teil-Öffnungsweite im Verhältnis
zur Voll-Öffnungsweite dem Tastverhältnis, also dem
Verhältnis von Pulsen zu Periodendauern, entspricht.
Pulsbreitenmodulierte Magnetventile sind leicht ansteuer
bar und relativ wartungsarm.
Bevorzugterweise sind Vorzeichendiskriminatoren vorge
sehen, die das Vorzeichen des Lenkwinkelfehlers und
der Lenkhandradgeschwindigkeit ermitteln und an die
Ventilsteuereinrichtung weiterleiten. Die Ventilsteuer
einrichtung kann unter Berücksichtigung des Lenkwinkel
fehlers und der Lenkhandradgeschwindigkeit die notwen
digen Ventile betätigen.
Auch ist von Vorteil, daß eine Vergleichseinrichtung
vorgesehen ist, die mindestens zwei zu verschiedenen
Zeitpunkten ermittelte Lenkwinkelfehler miteinander
vergleicht und deren Ausgang mit einem Verstärker mit
variabler Verstärkung verbunden ist, der zwischen dem
Differenzenbildner und dem Multiplizierer angeordnet
ist. Die Vergleichseinrichtung ändert dabei den Verstär
kungsfaktor. Mit Hilfe der Vergleichseinrichtung läßt
sich eine adaptive Anpassung des Verstärkungsfaktors
an die Bedürfnisse des Systems erreichen, um die Regel
genauigkeit zu verbessern und den Lenkwinkelfehler immer
mit dem notwendigen Hilfsfluidstrom zu kompensieren.
Stellt sich heraus, daß sich der Lenkwinkelfehler ver
größert, muß der für die Fehlerkompensierung verwendete
Hilfsfluidstrom vergrößert werden. In diesem Fall steigt
der Verstärkungsfaktor. Wird der Lenkwinkelfehler hin
gegen kleiner, ist dies ein Zeichen dafür, daß man auf
dem richtigen Weg ist. In diesem Fall kann der Verstär
kungsfaktor konstantgehalten werden. Wenn sich das Vor
zeichen des Lenkwinkelfehlers umdreht, ist dies ein
Zeichen dafür, daß der Verstärkungsfaktor zu groß war.
In diesem Fall wird der Verstärkungsfaktor verkleinert.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Lenkmotor
sensor als Schalter ausgebildet, der beim Durchfahren
einer vorbestimmten Stellung des Lenkmotors, insbesondere
der Neutralstellung, ein Abtastsignal erzeugt, aufgrund
dessen der Differenzenbildner den Lenkwinkelfehler ermit
telt und hält. In diesem Fall ist es nicht notwendig,
den kompletten Arbeitsbereich des Lenkmotors mit einem
Sensor abzutasten und die Stellung des Lenkmotors genau
zu erfassen. Hierfür wäre ein relativ teurer und aufwen
diger Lenkmotorsensor erforderlich. Wenn man die Fehler
kompensierung auf die Position beschränkt, in der der
Lenkmotor sich in seiner Neutralstellung befindet, läßt
sich die gesamte Lenkung wesentlich einfacher und preis
günstiger ausführen. Ein Verzicht auf Komfort muß damit
nicht verbunden sein, da eine Korrektur in der Umgebung
der Neutralstellung ausreichend ist.
Wenn eine genauere Auflösung gewünscht ist, kann vorge
sehen sein, daß der Lenkmotorsensor eine Mehrzahl von
Schaltern aufweist, die entlang des Arbeitsbereichs
des Lenkmotors angeordnet sind. In diesem Fall erfolgt
eine Auflösung der Position des Lenkmotors in diskrete
Schritte. Die Anzahl der Schalter entspricht dabei der
Anzahl der Bereiche, in der die Position des Lenkmotors
aufgelöst werden kann.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten
Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung
beschrieben. Darin zeigt die einzige Figur eine voll
hydraulische Lenkung.
Eine vollhydraulische Lenkung 1 weist eine Pumpe 2 auf,
die Hydraulikfluid aus einem Tank 3 über einen Pumpenan
schluß P zu einer Lenksteuereinrichtung 4 fördert. Die
Lenksteuereinrichtung weist einen Tankanschluß T auf,
über den Hydraulikfluid wieder in den Tank 3 zurück
fließt. Die Lenksteuereinrichtung 4 ist mit einem Lenk
handrad 5 verbunden. Auf dem Lenkhandrad ist ein Knopf
6 angeordnet, mit dessen Hilfe eine Bedienungsperson
feststellen kann, in welcher winkelmäßigen Position
sich das Lenkhandrad befindet. Die Position des Lenk
handrades 5 wird über einen Lenkhandradsensor 7 abge
tastet.
Die Lenksteuereinrichtung 4 ist über zwei Arbeitsan
schlüsse R, L mit den beiden Arbeitsräumen 9, 10 eines
Lenkmotors 8 verbunden. Der Lenkmotor 8 steuert ein
gelenktes Rad 11, das an einem nicht dargestellten Fahr
gestell eines Fahrzeugs drehbar befestigt ist. Die Posi
tion des Lenkmotors 8 wird über einen Lenkmotorsensor
12 erfaßt.
Die beiden Leitungen R, L zwischen der Lenksteuereinrich
tung 4 und dem Lenkmotor 8 bilden einen Hauptfluidpfad,
durch den die Pumpe 2 einen durch die Lenksteuereinrich
tung 4 gesteuerten Hauptfluidstrom fördert. Soll bei
spielsweise das Rad 11 nach rechts gelenkt werden, stellt
die Lenksteuereinrichtung 4 einen Pfad von dem Pumpenan
schluß P zur Leitung R her. Hierbei wird der rechte
Arbeitsraum 10 des Lenkmotors 8 mit Druck versorgt.
Das Rad 11 dreht sich im Uhrzeigersinn und das Fahrzeug
wendet sich nach rechts. Das aus dem linken Arbeitsraum
9 des Lenkmotors 8 verdrängte Fluid fließt über die
Leitung L und die Lenksteuereinrichtung 4 sowie über
den Anschluß T in den Tank 3 zurück. Die Lenksteuerein
richtung mißt in bekannter Weise mit Hilfe eines nicht
extra dargestellten Meßmotors die durch sie fließende
Fluidmenge und unterbricht die Verbindung zwischen der
Pumpenleitung P und der Arbeitsleitung R, wenn eine
Fluidmenge durch sie hindurchgeströmt ist, die den Lenk
motor 8 in eine Position gebracht hat, die der Winkelpo
sition des Lenkhandrades 5 entspricht. Aufgrund unver
meidlicher Leckagen, beispielsweise durch nicht vollstän
dig dichtende Ventile in der Lenksteuereinrichtung 4,
kann es allerdings vorkommen, daß sich im Laufe der
Zeit eine fehlende Übereinstimmung zwischen der Position
des Lenkmotors 8 und der Position des Lenkhandrades
5 ergibt. Beispielsweise ist der Knopf 6 auf dem Lenk
handrad bereits in der Neutralstellung, auch wenn sich
der Lenkmotor 8 noch nicht in der Neutralstellung befin
det. Die Bedienungsperson, die sich auf die durch den
Knopf 6 auf dem Lenkhandrad 5 versorgte Anzeige verläßt
und geradeaus fahren will, fährt in Wirklichkeit einen
leichten Bogen. Dies macht sich unangenehm bemerkbar.
Zur Kompensierung dieser Erscheinung ist eine Verarbei
tungseinrichtung 13 vorgesehen, die mit Hilfe einer
Ventileinrichtung 14 einen derartigen Lenkwinkelfehler,
d. h. eine mangelnde Übereinstimmung zwischen der Position
des Lenkmotors 8 und der Position des Lenkhandrades 5,
kompensiert.
Die Ventileinrichtung 14 verbindet den Hauptfluidpfad
L, R mit einem durch eine Hilfspumpenleitung 15 und
eine Hilfstankleitung 16 gebildeten Hilfsfluidpfad.
Die Ventileinrichtung 14 ist zwischen der Lenksteuerein
richtung 4 und dem Lenkmotor 8 angeordnet. Der Hilfs
fluidpfad umgeht die Lenksteuereinrichtung 4, d. h. die
Hilfspumpenleitung 15 ist mit dem Pumpenanschluß P ver
bunden. Die Hilfstankleitung 16 ist mit dem Tankanschluß
T der Lenksteuereinrichtung 4 verbunden. Die Ventilein
richtung 14 weist ein erstes Plusventil 17, das die
Hilfspumpenleitung 15 mit der Arbeitsleitung L verbindet,
ein zweites Plusventil 18, das die Hilfspumpenleitung
15 mit der anderen Arbeitsleitung R verbindet, ein erstes
Minusventil 19, das die Arbeitsleitung L mit der Hilfs
tankleitung 16 verbindet, und ein zweites Minusventil
20 auf, das die andere Arbeitsleitung R mit der Hilfs
tankleitung 16 verbindet. Über die beiden Plusventile
17, 18 läßt sich ein Hilfsfluidstrom zusätzlich zu dem
Hauptfluidstrom im Hauptfluidpfad L, R hinzufügen. Mit
Hilfe der Minusventile 19, 20 läßt sich ein Hilfsfluid
strom aus dem Hauptfluidstrom abzweigen. Die Plusventile
17, 18 und die Minusventile 19, 20 sind pulsbreitenmodu
lierte Magnetventile, d. h. die Ventile werden in einer
vorbestimmten Periode über einen vorbestimmten Anteil
der Periode geöffnet und über den übrigen Teil der Perio
de geschlossen gehalten. Der mittlere Öffnungsgrad ergibt
sich dabei aus dem Tastverhältnis, d. h. aus dem Verhält
nis von Öffnungszeit zu Periodenlänge der Ventile.
Die Steuerung der Ventileinrichtung 14 erfolgt mit Hilfe
der Verarbeitungseinrichtung 13. Die Verarbeitungsein
richtung 13 ist einerseits mit dem Lenkhandradsensor
7 und andererseits mit dem Lenkmotorsensor 12 verbunden.
Das Ausgangssignal WL des Lenkhandradsensors 7 wird
einerseits einem Differentiator 21 und andererseits
einem Differenzenbildner 22 zugeführt. Dem Differenzen
bildner 22 wird ebenfalls das Ausgangssignal WM des
Lenkmotorsensors 12 zugeführt. Der Differentiator 21
bildet die zeitliche Ableitung des Signals WL nach der
Zeit, also die Lenkhandradgeschwindigkeit. Diese zeit
liche Ableitung wird in der Zeichnung durch einen Punkt
über dem W gekennzeichnet. Der Differenzenbildner 22
bildet eine Differenz F = WM-WL und leitet sie an
einen Verstärker 23 weiter, der einen variablen Verstär
kungsfaktor K aufweist. Am Ausgang des Verstärkers 23
erscheint das Signal F*. Dieses wird einem Multiplizierer
24 zugeführt, der den Betrag des Produktes von F*×WL
bildet. Der Ausgang des Multiplizierers 24 ist mit einem
Proportionalglied 25 verbunden. Der Ausgang des Propor
tionalglieds 25 ist mit einer Ventilsteuereinrichtung
26 verbunden. Die Ventilsteuereinrichtung 26 hat für
jedes Plusventil 17, 18 und für jedes Minusventil 19,
20 einen Ausgang.
Die Verarbeitungseinrichtung 13 weist weiterhin einer
seits einen Vorzeichendiskriminator 27 für das Vorzeichen
des Lenkwinkelfehlers F, also der Differenz WM-WL
und andererseits einen Vorzeichendiskriminator 28 für
das Vorzeichen der Lenkhandradgeschwindigkeit WL auf.
Die Ausgänge der Vorzeichendiskriminatoren 27, 28 werden
der Ventilsteuereinrichtung 26 zugeführt. Aufgrund der
von den Vorzeichendiskriminatoren 27, 28 zur Verfügung
gestellten Informationen kann die Ventilsteuereinrichtung
die Plusventile 17, 18 und die Minusventile 19, 20 so
steuern, daß eine Kompensierung des Lenkwinkelfehlers
F erfolgt.
Die Verarbeitungseinrichtung weist ferner ein Schiebe
register 29 auf, in dem zwei zeitlich aufeinanderfolgende
Werte F(n), F(n-1) des Lenkwinkelfehlers F gespeichert
werden. Ein Anpassungsglied 30 bildet die Differenz
der beiden aufeinanderfolgenden Lenkwinkelfehler F(n),
F(n-1). Das Anpassungsglied 30 beeinflußt den Verstär
kungsfaktor K des Verstärkers 23. Wenn der Lenkwinkelfeh
ler F steigt, d. h. wenn die Differenz F(n), F(n-1) größer
als Null ist, wird der Verstärkungsfaktor vergrößert.
Wenn der Lenkwinkelfehler F abnimmt, d. h. die Differenz
kleiner als Null ist, wird der Verstärkungsfaktor K
konstantgehalten. Wenn der Lenkwinkelfehler F sein Vor
zeichen wechselt, wird der Faktor K vermindert.
Solange das Lenkhandrad 5 nicht gedreht wird, ist seine
Geschwindigkeit Null. Es erfolgt keine Kompensierung,
d. h. der Lenkmotor 8 wird weder über den Hauptfluidpfad
L, R noch über den Hilfsfluidpfad 15, 16 mit Hydraulik
fluid versorgt. Wenn das Lenkhandrad jedoch gedreht
wird, kann eine Kompensierung eines möglicherweise vor
handenen Lenkwinkelfehlers F erfolgen. Hierbei wird
das Produkt aus der Lenkhandradgeschwindigkeit und dem
Lenkwinkelfehler gebildet, das gegebenenfalls mit Hilfe
von Proportionalfaktoren modifiziert worden ist. Daraus
ergibt sich, daß bei einer kleinen Lenkhandradgeschwin
digkeit die Kompensierung behutsam erfolgt, d. h. es
wird lediglich ein kleiner Hilfsfluidstrom durch die
Ventileinrichtung 14 für die Kompensierung benutzt.
Wird das Lenkhandrad 5 hingegen mit einer größeren Ge
schwindigkeit bewegt, kann die Kompensierung eines mög
licherweise vorhandenen Lenkwinkelfehlers F auch mit
einem größeren Hilfsfluidstrom erfolgen.
Der Lenkmotorsensor 12 wurde bisher als Sensor betrach
tet, der kontinuierlich über den gesamten Arbeitsbereich
des Lenkmotors 8 die Position des Lenkmotors 8 erfassen
kann. In einer vereinfachten Ausführungsform ist der
Lenkmotorsensor 12 jedoch nur noch als Schalter ausgebil
det, der ein Signal genau zu dem Zeitpunkt abgibt, an
welchem der Lenkmotor 8 seine Neutralstellung durchläuft.
Da in diesem Fall der Lenkmotorwinkel WM gleich Null
ist, läßt sich die Leitung zwischen Lenkmotorsensor
12 und dem Differenzenbildner 22 auch für die Übertragung
eines Abtast- und Haltesignals verwenden. Der Differen
zenbildner 22 erfaßt zu diesem Zeitpunkt den Ausgang
WL des Lenkhandradsensors 7 und hält diesen Wert fest.
Dieser Wert entspricht dann dem Lenkwinkelfehler F.
Er kann auf die übliche Weise verarbeitet werden. Da
die Verdrängung des Meßmotors der Lenksteuereinrichtung
4 und die Größe des durch die Plusventile 17, 18 bzw.
die Minusventile 19, 20 eingestellten Hilfsfluidstromes
bekannt ist, läßt sich ausrechnen, zu welchem Zeitpunkt
bzw. nach welcher Zeitdauer genügend Hilfsfluid geflossen
ist, um eine Lenkwinkelfehlerkompensierung abschließen
zu können. Diese Zeitdauer T wird nach der folgenden
Beziehung ermittelt:
T = D × F/q,
wobei D die Verdrängung des Meßmotors, F der Lenkwinkel
fehler und q die Größe des Hilfsfluidstromes ist. Ge
gebenenfalls muß anstelle des Lenkwinkelfehlers F der
korrigierte Lenkwinkelfehler F* verwendet werden. Die
Größe des Hilfsfluidstromes läßt sich aus dem Druck
der Pumpe 2 und dem Öffnungsgrad der Ventile 17 bis 20
errechnen. Die Plusventile 17, 18 bzw. die Minusventile
19, 20 werden also bei Auftreten eines Lenkwinkelfehlers
F nach dem Durchlaufen der Neutralstellung durch den
Lenkmotor 8 lediglich für die Zeitdauer T geöffnet gehal
ten. Danach kann man davon ausgehen, daß der Fehler
kompensiert ist. Damit die Ventilsteuereinrichtung 26
diese Zeitdauer T ausrechnen kann, kann ihr auch noch
die Größe des Lenkwinkelfehlers F zugeführt werden.
Durch die adaptive Anpassung des Verstärkungsfaktors K
des Verstärkers 23 läßt sich auch der Nachteil ausglei
chen, daß möglicherweise während der Kompensierung des
Lenkwinkelfehlers F weitere Fehlerursachen auftreten,
also beispielsweise zusätzliche Leckagen. Die nächste
Lenkwinkelkompensierung erfolgt dann eben mit einem
entsprechend größeren Hilfsfluidstrom. Sollte der Lenk
motor 8 während der Zeit der Kompensierung die Neutral
stellung erneut durchlaufen, wird ein neuer Kompensa
tionszyklus begonnen, d. h. eine neue Kompensationszeit
T ermittelt. Alternativ kann man während der Korrektur
zeit T auf das Takten des jeweiligen Magnetventils ver
zichten. In diesem Fall wird dieses Magnetventil voll
ständig geöffnet gehalten. Die Größe q entspricht dann
dem Hilfsfluidstrom bei völlig geöffnetem Magnetventil.
In einer zweiten Alternative kann die Größe T auch die
Summe der einzelnen Öffnungszeiten des Magnetventils
sein, wenn das Magnetventil getaktet wird. Auch in diesem
Fall entspricht die Größe q dem Hilfsfluidstrom bei
völlig geöffnetem Magnetventil.
Der Lenkmotorsensor 12 kann auch aus einer Vielzahl
von einzelnen Schaltern bestehen, die durch den Lenkmotor
positionsabhängig betätigt werden. In diesem Fall erhält
man einen Kompromiß zwischen einer kontinuierlichen
Positionsbestimmung und der Positionsbestimmung nur
im Nulldurchgang. Die Auflösung des Arbeitsbereichs
des Lenkmotors 8 erfolgt dann in so viel Schritten,
wie Schalter vorhanden sind.
Die dargestellte Lenkung 1 kann mit herkömmlichen Mitteln
aufgebaut werden. Es ist lediglich notwendig, am Ausgang
einer bekannten Lenksteuereinrichtung 4 die Ventilein
richtung 14 anzuordnen und für eine entsprechende An
steuerung durch die Verarbeitungseinrichtung 13 zu
sorgen.
Claims (15)
1. Verfahren zur Lenkwinkelfehlerkompensierung bei einer
vollhydraulischen Lenkung, bei dem beim Auslenken
eines Lenkhandrades ein Lenkhandradwinkel und
ein Lenkmotorwinkel sowie die Lenkhandradgeschwindigkeit
ermittelt werden und der Fluidstrom zwischen
einer Lenksteuereinheit und einem Lenkmotor
in Abhängigkeit vom Lenkwinkelfehler und der Lenkhandradgeschwindigkeit
verändert wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kompensierung bei jeder Lenkhandradgeschwindigkeit
und jedem Lenkwinkelfehler
erfolgt, wobei der Lenkwinkelfehler mit der Lenkhandradgeschwindigkeit
multipliziert wird und die
Veränderung des Fluidstroms in Abhängigkeit von dem
so erhaltenden Produkt vorgenommen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Veränderung des Fluidstroms zwischen Lenk
steuereinheit und Lenkmotor ein Hilfsfluidstrom unter
Umgehung der Lenksteuereinheit zugeführt oder entnom
men wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hilfsfluidstrom proportional zur Lenkhandrad
geschwindigkeit eingestellt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeich
net, daß der Hilfsfluidstrom proportional zum Lenk
winkelfehler eingestellt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Lenkwinkelfehler nur zu einem
Zeitpunkt ermittelt wird, an dem der Lenkmotor seine
Neutralstellung durchläuft, wobei der Hilfsfluidstrom
nur über eine in Abhängigkeit vom Lenkwinkelfehler
errechnete Zeitdauer aufrechterhalten wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zeitdauer T nach folgender Beziehung errechnet
wird:
T = D × F/q,wobei D die Verdrängung des Meßmotors, F der Lenkwin
kelfehler und q die Größe des Hilfsfluidstroms ist.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeich
net, daß der Lenkwinkelfehler mit einem adaptiven
Verstärkungsfaktor multipliziert wird, dessen Größe
in Abhängigkeit von nacheinander auftretenden Lenk
winkelfehlern bestimmt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der Verstärkungsfaktor vergrößert wird, wenn
die Größe des Lenkwinkelfehlers zunimmt, daß er
konstantgehalten wird, wenn sie abnimmt und daß
er verkleinert wird, wenn der Lenkwinkelfehler sein
Vorzeichen wechselt.
9. Vollhydraulische Lenkung, insbesondere für Fahrzeuge,
mit einem Lenkmotor, einer mit diesem über einen
Fluidpfad verbundenen Lenksteuereinrichtung, die
mit Hilfe eines Lenkhandrades betätigbar ist, einem
Lenkhandradsensor, einem Lenkmotorsensor, einer
Verarbeitungseinrichtung und einem Hilfsfluidpfad,
der vom Fluidpfad abzweigt und die Lenksteuer
einrichtung umgeht und eine Ventileinrichtung zur
Steuerung des durch den Hilfsfluidpfad fließenden
Hilfsfluidstroms aufweist, die von der Verarbeitungs
einrichtung betätigbar ist, wobei die Verarbeitungs
einrichtung einen Differenzenbildner zur Ermittlung
des Lenkwinkelfehlers und einen Differentiator zur
Ermittlung der Lenkhandradgeschwindigkeit aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Multiplizierer (24)
vorgesehen ist, der die Ausgänge des Differenzenbild
ners (22) und des Differentiators (21) miteinander
multipliziert, wobei der Ausgang des Multiplizierers
(24) über ein Proportionalglied (25) mit einer mit
der Ventileinrichtung (14) signalmäßig verbundenen
Ventilsteuereinrichtung (26) verbunden ist.
10. Lenkung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hilfsfluidpfad (15, 16) eine Verbindung
zwischen Fluidpfad (L, R) und Pumpe (2) und/oder
Fluidpfad (L, R) und Tank (3) herstellt.
11. Lenkung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeich
net, daß die Ventileinrichtung (14) pulsbreitenmodu
lierte Magnetventile (17-20) aufweist.
12. Lenkung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß Vorzeichendiskriminatoren (27,
28) vorgesehen sind, die das Vorzeichen des Lenk
winkelfehlers (F) und der Lenkhandradgeschwindigkeit
(WL) ermitteln und an die Ventilsteuereinrichtung
(26) weiterleiten.
13. Lenkung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Vergleichseinrichtung (30)
vorgesehen ist, die mindestens zwei zu verschiedenen
Zeitpunkten ermittelten Lenkwinkelfehler F(n), F(n-1)
miteinander vergleicht und deren Ausgang mit einem
Verstärker (23) mit variabler Verstärkung (K) verbun
den ist, der zwischen dem Differenzenbildner (22)
und dem Multiplizierer (24) angeordnet ist.
14. Lenkung nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß der Lenkmotorsensor (12) als
Schalter ausgebildet ist, der beim Durchfahren einer
vorbestimmten Stellung des Lenkmotors (8), insbeson
dere der Neutralstellung, ein Abtastsignal erzeugt,
aufgrund dessen der Differenzenbildner (22) den
Lenkwinkelfehler (F) ermittelt und hält.
15. Lenkung nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch
gekennzeichnet, daß der Lenkmotorsensor (12) eine
Mehrzahl von Schaltern aufweist, die entlang des
Arbeitsbereichs des Lenkmotors (8) angeordnet sind.
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